Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Zehner'

Überprüfung der Einbindung in die Umgebung

Die Prüfung ob ich in mein Umfeld eingebunden bin, liegt zugrunde, ob ich mich mehr um dieses Umfeld kümmere als um mich selbst. Ich sehe mich nur als ein Ergebnis, als eine Schöpfung dieser Umgebung.

Der Mensch fängt an zu spüren, dass er selbst nicht existiert, sondern nur die Umgebung, deren Folge er ist. Das heißt, er hat nichts Eigenes, sondern nur das, was er von der Umgebung erhält. Sie formt ihn und bringt ihn ständig hervor.

Darin liegt die wahre Freiheit des Menschen. Er hat sich von seinem Egoismus gelöst und verbindet sich vollständig mit der Umgebung, die ihn von diesem Moment an vollständig bestimmt. Das heißt, jeder Mensch tritt in das System des Zehner ein, das als die Zehn Sefirot der Seele zu wirken beginnt.

Internationaler Kongresses „Über sich selbst erheben“, 08.01.2022

[292049]

Kabbalistische Kosmologie

Das Gesetz der Nächstenliebe stammt vom Beginn der Schöpfung ab, als das höhere Licht das gesamte Universum erfüllte.

Physikalisch betrachtet kann man sagen, dass die gesamte Kraft der Schöpfung, die gesamte Materie, in einem Punkt konzentriert war. Dann kam es zum Urknall in dessen Folge das gesamte Universum, alle Welten und alle Galaxien entstanden sind.

Der Urknall entstand durch einen Kurzschluss zwischen dem vom Schöpfer geschaffenen Wunsch zu empfangen und dem Wunsch zu geben, der dem Wesen des Schöpfers entspricht.

Als der Wunsch zu geben den von ihm geschaffenen Wunsch zu empfangen berührte, explodierte der Wunsch zu empfangen. Aus diesen Teilchen wurden alle Elemente auf allen Stufen des Universums gebildet: unbelebt, pflanzlich, tierisch, menschlich und über dem materiellen Menschen- die Stufe der spirituellen Entwicklung, die den Menschen dem Schöpfer ähnlich macht und alle Materie zur Gleichheit der Form mit dem Schöpfer, dem Licht zurückführt.  Das sagt die kabbalistische „Kosmologie“.

[Rest des Beitrags lesen →]

Am Nullpunkt der Realität

Die Freunde sollen sehen, dass ich daran arbeite, meinen Egoismus zu reduzieren. Jeder versucht in der Mitte des Zehners zu sein, gleichzeitig fühlt man, dass die anderen Platz für den Freund machen. Auf diese Weise werden wir das Gefühl haben, dass wir alle an einem Ort sind, an dem es genug Platz für alle gibt. Es ist wichtig, dieses Gefühl zu erreichen, indem man sich sowohl im Denken als auch im Handeln anstrengt.

Ich strebe danach, mich in den Punkt der Verbindung einzubeziehen, um die Freunde anzuziehen, damit wir alle dort sein können. Es gibt keinen Raum in der Spiritualität, wir können uns alle in einem Punkt befinden. Das bedeutet, dass sich zehn Punkte in einen Parzuf von Keter bis Malchut, in einem Punkt bündeln, der das Zentrum der Realität genannt wird.

Wie in Aris Gedicht beschrieben, gab es vor der Erschaffung der Welten und Geschöpfe nur ein einfaches, unendliches Licht, welches die ganze Wirklichkeit erfüllte. Dann entstand in dieser Wirklichkeit ein zentraler schwarzer Punkt, in dem sich das Licht einschränkte und mit ihm die gesamte Schöpfung begann.

[Rest des Beitrags lesen →]

Die rationale Bedingung für die Verbindung mit dem Schöpfer

Die kleinste Gruppe ist der Zehner. Die größte Gruppe ist die gesamte Menschheit.

Alle meine Bitten müssen durch den Zehner gehen. Nur durch meine kleine Gruppe kann ich mich an den Schöpfer wenden und nicht anders. Die Gruppe ist meine Schaltzentrale, meine Einheit, durch die ich mich mit ihm verbinde.

In dem Maße, in dem ich eine Verbindung zu meinen Freunden herstellen möchte, wende ich mich an den Schöpfer. Und ich kann den Schöpfer nicht direkt ansprechen, der Schöpfer wird mich nicht hören. Wenn sich nicht mindestens zwei Freunde im gegenseitigen Geben vereinen, dann können sie sich nicht mit dem Schöpfer verbinden. Dies ist die Mindestvoraussetzung.

Und die optimale Bedingung ist die gesamte Menschheit. Die rationale Bedingung ist der Zehner. Wenn ich mich vor den anderen annulliere, trete ich in die Verbindung mit dem Schöpfer ein.

[292021]

Aus dem Internationalen Kongress „Über uns selbst hinauswachsen“ 7/1/22, „Annullierung vor den Freunden“, Lektion 2

Das Heilmittel für alle Leiden

Ich möchte, dass meine Leiden, Leiden der Liebe sind, da ich nicht weiß, wie ich meine Freunde und den Schöpfer lieben soll. Wenn ich meine Leiden gegen Leiden der Liebe austauschen will, so dass ich anstelle von Hass und Ablehnung meiner Freunde und des Schöpfers, zur Liebe komme, dann verwandle ich dadurch alles Böse in Gutes.

In diesem Fall werde ich nie etwas Schlechtes, Böses oder Schmerzen empfinden. Wenn ich mich bemühe, mich mit meinen Freunden zu verbinden, dann wird dies eine universale Medizin sein, die mich vor jedem Unglück schützt.

Ich muss das Gefühl haben, ich werde aus dem Boot geworfen, wenn ich mich vom Zehner trenne und in eine tosende See stürze. So muss ich über mein Leben denken.

Aus dem Unterricht, Schriften von Baal HaSulam, Shamati 104 „Und der Zerstörer saß“, 21.12.21

[291412]

Sich mit dem Lehrer verbinden

Frage: Kann man, wenn man im Zehner arbeitet, sich so mit seinen Freunden verbinden, dass man von deren ehrfürchtigen Haltung gegenüber dem Lehrer, angesteckt wird? Oder ist das unmöglich?

Antwort: Es ist möglich. Wir können uns gegenseitig auf dem spirituellen Weg helfen und in Ruhe vorankommen. Wenn sich einer im Abstieg befindet und sich vor der Gruppe annulliert wird sie ihm zeigen wie man damit beginnt, den Lehrer zu hören. Dann kann der Schüler so sein, wie die anderen.

Frage: Es spielt also keine Rolle, ob man ein großartiger Mensch ist, oder ein sensibles Herz hat. Kann man mit der richtigen Einstellung, alle Bedingungen erhalten und sich an den Lehrer anhaften?

Antwort: Ja. Die intellektuelle Entwicklung ist hier nicht wichtig.

Frage: Angenommen, man weiß- man hat kein inneres Werkzeug, man ist faul, will aber sehr viel! Kann man sich mit diesem Verlangen an den Lehrer anhaften und alles bekommen?

Antwort: Nur durch die Gruppe! Die Gruppe ist die Verbindung mit dem Lehrer, und durch den Lehrer – mit dem Schöpfer. Es gibt keinen anderen Weg.

Frage: Also, man platziert sich in die Gruppe, die Gruppe hilft den Lehrer zu hören, sich an ihn anzuhaften, um zum Schöpfer zu gelangen. Und es spielt keine Rolle, wer oder was man ist, wo man sich befindet, selbst wenn man ein Eremit ist. Wenn man will, kann man es schaffen?

Antwort: Wir alle sind aus einem System hervorgegangen, dem Zehnern- aus der Seele, die in viele Teile zerbrochen ist. Wenn wir uns also zu solchen Zehnergruppen zusammenschließen, offenbaren wir wieder den Schöpfer und verbinden uns mit ihm.

Aus einem Vortrag über „Lehrer-Schüler“

[278390]

Sich nicht vom Zehner lösen

In dem Moment, in dem ich spüre, dass ich mich vom Zehner wegbewege, falle ich in diese Welt. Egal welche Gedanken und Wünsche ich zu diesem Zeitpunkt habe, werde ich die Grenzen dieser Welt trotzdem nicht verlassen. Sobald ich mich mit all meinen Wünschen und Gedanken dem Zehner anschließe und ein gemeinsames Netz von Verbindungen mit Freunden aufbauen will, auch wenn ich noch keinen Nutzen oder Gewinn darin spüre, beschäftige ich mich bereits mit der spirituellen Arbeit, indem ich ein spirituelles Kli aufbaue.

Es ist ein Irrtum zu denken, dass es möglich ist, spirituelles Begreifen, Gefühl und Verständnis alleine zu erreichen. Das wird nicht passieren, denn das Spirituelle steht mit anderen Menschen in Verbindung. Es begann alles mit dem Zerbrechen der gemeinsamen Seele, deshalb wird der spirituelle Aufstieg durch die Vereinigung der gebrochenen Kelim realisiert.

Sie bleiben zerbrochen, das heißt, alle ihre Unterschiede bleiben bestehen. Wir müssen uns über sie verbinden, es steht geschrieben: „Die Liebe bedeckt alle Sünden“. Der Egoismus wächst stetig und darüber wächst immer mehr die Verbindung, dies bedeutet, dass wir die spirituelle Leiter hinaufsteigen.

Wenn ich es mir nicht so vorstelle, trete ich auf der Stelle und komme nicht voran. Kein Wunsch kann allein realisiert werden. Das ist eine grausame Täuschung, wer so denkt, verschwendet seine Zeit und wird sterben ohne jemals irgendeine spirituelle Offenbarung zu erreichen.

Spiritueller Fortschritt entsteht nur durch Verbindung im Zehner. Solange ich mich in keinem Zehner befinde, habe ich noch nicht einmal mit der kleinsten Bewegung begonnen. Der Schöpfer bringt einen an den richtigen Ort, zu einem guten Schicksal und sagt: „Wähle es!“ Es gibt keinen anderen Weg. Es ist außerordentlich schwierig, aber man muss einen Schalter in seinem Kopf umlegen, um zu erkennen, dass spiritueller Fortschritt nur möglich ist, wenn man sich seinen Freunden im Zehner annähert.

Aus dem Morgenunterricht, 22.01.2021

(277365)

Darum geht es also!

Wir sind alle durch eine zielgerichtete, vollkommene Beziehung verbunden. So war das von Anfang an angelegt aber diese Verbindung wird uns in einer verdorbenen, getrennten Form offenbart. Wir sollen uns wünschen, dass wir uns verbunden, voneinander abhängig, einander helfend und in einem idealen, integralen System arbeiten sehen. Wir werden dann, aus der Dunkelheit heraus, das Licht offenbaren und es wird sich, im Maß unserer Zustimmung, unseres Wunsches, unseres Verlangens nach Korrektur, ein perfektes System offenbaren. Korrekturen sind nur in uns und nirgendwo sonst erforderlich. Es muss nichts, außer unserer Wahrnehmung korrigiert werden.

Wenn nur ein Teil der Maschine nicht läuft, ist die ganze Maschine funktionsunfähig. Jeder von uns muss seinen Zehner, gemäß den Ratschlägen der Kabbalisten korrigieren.  Wenn wir die Verbindung zwischen uns herstellen, werden wir die Verbindung zum Schöpfer entdecken.  Wir bitten den Schöpfer, eine Korrektur in uns vorzunehmen und sehen, ob er uns verbunden hat oder nicht.

Indem wir zwischen uns Beziehungen aufbauen und das Gesamtsystem in Ordnung bringen, treten wir in eine Beziehung mit dem Schöpfer. Wir müssen uns immer an Ihn wenden und Ihn um Hilfe bitten. Auf diese Weise verbinden wir uns mehr und mehr mit dem Schöpfer – das ist das Wichtigste! Es ist nicht die Verbindung unter uns wesentlich, sondern wie sehr wir den Schöpfer dafür brauchen. Das ist es, worum es geht!

Indem wir die Verbindung zwischen uns herstellen, offenbaren wir den Schöpfer. Wir finden heraus, dass die höhere Kraft, die alles bestimmt, existiert und das alles von ihr abhängt und wir sie um Hilfe bitten müssen. Ich bin auch nicht ich, sondern das, was mir diese höhere Kraft gibt. Auch meine Einstellung gegenüber meinen Freunden und die Einstellung meiner Freunde mir gegenüber, wird nicht von mir oder von ihnen bestimmt, sondern vom Schöpfer.

So sehen wir, das in der gesamten Realität nur der Schöpfer existiert und es niemanden außer Ihm gibt.

Aus dem Unterricht, „ Unter meinem Volk bin ich“, 23.12.2020.

[275929]

Blitzantworten eines Kabbalisten

Frage: Es kommt manchmal vor, dass man mit einem Tsunami von Gefühlen und Emotionen überschwemmt wird und man sitzt da und versteht nicht, was mit einem passiert! Natürlich ist einem bewusst, dass alles vom Schöpfer kommt. Was kann man in solchen Situationen tun? Weiter sitzen bleiben, rausgehen, versuchen diese Gefühle zu unterdrücken, oder sich den Gefühlen hingeben und mit dem Strom schwimmen?

Antwort: Ich kann nicht sagen was zu tun ist, Sie müssen es selbst entscheiden. Versuchen Sie jedes Mal so zu handeln, dass Sie in maximaler Verbindung mit dem Schöpfer stehen, gleich wie mit der Ursache, von der ihr gegenwärtiger Zustand abhängt.

Frage: Kann ich oder wir im Zehner, den Prozess der Auf- und Abstiege in anderen Zehnern oder Gruppen beeinflussen?

Antwort: Wir sind alle zu einem System verbunden und natürlich wirkt jeder in einem gewissen Maß auf die anderen ein. Wenn in unserer Weltgruppe ein wahrer Zehner entsteht, der ständig mit dem Schöpfer zusammenarbeitet, dann werden wir es alle spüren. Ich hoffe, dass es bald sein wird.

Frage: Macht es einen Unterschied, ob man  nachdenkt und betet oder ob man physisch zum Kongress kommt um die Freunde zu unterstützen? Oder braucht man beides?

Antwort: Ich kann es nicht sagen, denn jeder einzelne Fall sollte separat betrachtet werden. Auf jeden Fall ist es wünschenswert, alle Möglichkeiten zu nutzen. 

Frage: Bedeutet der Zehner meine Bereitschaft, den anderen näher zu kommen?

Antwort: Ein Zehner ist ein Skelett, eine Struktur von allem, was der Schöpfer geschaffen hat.

Frage: Wie arbeitet man mit diesen Gedanken, bei denen man einem anderen etwas Böses antun will? Wird man sie nicht los, auch wenn man versteht, dass sie vom Schöpfer kommen?

Antwort: Das bedeutet, dass du nicht verstehst, dass sie absichtlich vom Schöpfer kommen, damit du an Ihn angehaftet wirst und Ihn als „es gibt niemanden außer Ihm“ definieren kannst. Der Schöpfer gibt dir solche bösen Gedanken in Bezug auf andere nicht. 

 

Aus dem Unterricht, 12.02.2019

(251727)

Mitgefühl für die Schüler

Frage: Hat der Lehrer in der Kabbala Mitgefühl mit Menschen oder mit seinen Schülern?

Antwort: Ein Lehrer in der Kabbala erlebt alle Gefühle, die einem Menschen innewohnen- nur 620 Mal deutlicher. Um diesen gewaltigen Empfindungen standhalten zu können, verfügt er über die entsprechenden „Werkzeuge“.  Schon auf einer niedrigen Stufe empfindet er jedes Gefühl 620 Mal intensiver als ein gewöhnlicher Mensch.

Frage: Was bedeutet Mitgefühl für die Schüler?

Antwort: Wenn ein Lehrer einen Schüler sieht, der versucht eine spirituelle Handlung auszuführen, dabei aber versagt und fällt, aufstehen möchte und wieder fällt, ruft das Mitgefühl beim Lehrer hervor, da er ihm nicht helfen kann. Sie müssen geduldig warten. Natürlich hilft er seinem Schüler auf seine Weise, aber nicht auf der Stufe, auf der er diese Hilfe spürt.

Ich kann aus eigener Erfahrung sprechen. Ich war in einem sehr schlechten Zustand. Mein Lehrer hatte Mitleid mit mir, half mir aber in keiner Weise.

Erst viele Jahre später wurde mir klar, dass er mir auf ganz andere Weise half. Es war unabhängig davon, wie ich vor ihm litt. Der Lehrer spürt die Leiden des gesamten Systems der Offenbarung des Schöpfers, nicht die persönlichen Leiden.

Verstehen Sie, nur die Verbindung in ihrem Zehner ist in der Spiritualität zu spüren. Es ist sinnlos, alleine zu sitzen und zu leiden. Schade für die verlorene Zeit.

Verbinden Sie sich schnell, um ihre Verlangen zu vereinen.

Aus dem russischsprachigen Unterricht 02.12.2018

[243015]