Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Wunder'

Zum Fest der Liebe

Frage: Der 15. Aw gilt laut jüdischer Tradition als Fest der Liebe. Die Menschen suchen ihr ganzes Leben lang nach Liebe. Man kann sagen, dass sie das begehrteste Gut ist. Es ist nicht leicht, sie zu finden und doch gibt der Mensch nicht auf und setzt seine Suche fort.

Selbst nach einer Enttäuschung, verlieren sie nicht die Hoffnung, von vorne anzufangen und eine neue Liebe zu finden. Man sagt, dass Liebe ein Wunder sei. Was macht die Liebe so anziehend, dass wir für sie zu allem bereit sind?

Antwort: Die Menschen suchen nach Liebe und können sie in dieser Welt nicht finden. Denn Liebe ist das Ergebnis der Verbindung unseres Verlangens, unserer Basis und seiner Erfüllung. In der Kabbala wird das Verlangen als Gefäß bezeichnet und das Licht als Füllung, denn die Schöpfung ist das Verlangen und der Schöpfer ist die Füllung.

Wir müssen diesen Zustand vollständig begreifen, damit unser Verlangen mit dem höheren Licht erfüllt wird und sich auf der Stufe der Höheren Kraft erhebt, indem es sich quantitativ und vor allem qualitativ entwickelt. Deshalb jagen wir ständig der Liebe hinterher.

Um zu verstehen, was Liebe wirklich ist, müssen wir auf die spirituelle Wurzel schauen, denn ohne sie können wir nicht verstehen was geschieht. Es gibt ein wichtiges Phänomen in unserem Leben das alle erfasst, denn niemand kann sich von der Liebe befreien und gleichzeitig weiß niemand, was sie wirklich ist.

Es wurden unzählige Romane und Bücher geschrieben, viele Filme gedreht, die ganze Menschheit dreht sich nur um das Thema Liebe, aber niemand weiß, was sie ist. Das liegt daran, weil die Liebe aus einer höheren Quelle stammt – vom Schöpfer, der die niedere Kraft, also die Schöpfung, erschaffen hat, damit diese sich dem Schöpfer annähert und sie in Liebe vereint.

Was könnte schöner sein! Das ist eine sehr bewegende Geschichte: Die höhere Kraft hat uns alle erschaffen, damit wir uns ihr nähern, uns umarmen und in Liebe verbinden. Wir verstehen aber nicht, was diese Liebe ist, denn sie muss wahrhaftig sein. 

Alle träumen von wahrer Liebe, besonders Frauen. Frauen spüren ein größeres Bedürfnis nach Liebe, aber auch sie wissen nicht, was sie wirklich ist.

Wahre Liebe bedeutet, dass man den anderen liebt und nicht sich selbst! Man erfüllt seinen Partner und man wird nicht durch ihn erfüllt. Es geht also überhaupt nicht um Sexualität, sondern darum, dass man alle Wünsche des anderen erfassen möchte und sich daran erfreut, ihn zu erfüllen. Das ist Liebe.

Eine solche Liebe kann völlig unabhängig von der Beziehung zwischen Mann und Frau sein. In der Kabbala werden der Gebende als „männlich“ und die Empfangende als „weiblich“ bezeichnet, unabhängig vom biologischen Geschlecht. Dieses Prinzip ist spirituell und geht über körperliche Unterschiede hinaus.

Um wahre Liebe zu erfahren, muss man sich über seinen Egoismus erheben. Man liebt nicht, weil es als angenehm oder schön erscheint, nicht wegen des Aussehens oder den Eigenschaften des anderen.

Man achtet weder auf ein schönes Gesicht, Beine, Haare, noch auf äußere oder innere Eigenschaften der Frau. Man sucht danach, wie man sie erfüllen kann, indem man sich über jede egoistische Einstellung ihr gegenüber erhebt.

In diesem Sinn kann auch ein Mann das Objekt spiritueller Liebe sein. Die Kabbala spricht von der Liebe zu Freunden, einer Verbindung, die weder körperlich noch intim ist, sondern auf gegenseitigem Geben beruht. Liebe bedeutet, dass jeder bereit ist, sein inneres Verlangen zu offenbaren, damit es vom anderen erfüllt werden kann und umgekehrt. So entsteht eine gegenseitige, bedingungslose Verbindung, die man als Verschmelzung bezeichnet.

Man spürt die innersten Wünsche seines Nächsten und bemüht sich, sie zu erfüllen, während er dasselbe für mich tut. Dabei spielt es keine Rolle, ob jemand Mann oder Frau ist, diese Art von Liebe ist rein spirituell und unabhängig von Körper oder Geschlecht.

In einer solchen Liebe kann es nicht einen geben der liebt und einen anderen der geliebt wird. Jeder ist gleichzeitig Gebender und Empfangender.

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Aus dem 601. Gespräch über das neue Leben

 

Warum wird Chanukka ein Wunder genannt?

Der Feiertag von Chanukka ist eine besondere Zeit. Schließlich ist unsere Welt eine Projektion der spirituellen Welt und enthält dank unserer Arbeit verschiedene Symbole für spirituelle Erneuerung und Korrektur.

Deshalb erleben wir das ganze Jahr über günstige Zeiten und besondere Zustände in dieser Welt, als Symbole für unseren Fortschritt beim Aufbau der Seele, der Wiederherstellung des spirituellen Gefäßes, der gemeinsamen Seele von Adam HaRishon, die zerbrochen war.

Und auf dem Weg vom zerbrochensten Zustand zum vollkommen korrigierten Zustand durchlaufen wir wichtige Etappen: den Beginn der Korrektur, der „Neujahr“ (Rosh HaShana) genannt wird, und dann die Erkenntnis des Bruchs – „Jom Kippur“ (der Tag des Gerichts), die Korrektur durch das Or Makif – „Sukkot“ (Laubhüttenfest). Und die nächste Etappe auf diesem Weg ist „Chanukka“, das den Aufstieg zur Stufe von Bina, der Stufe des Gebens, symbolisiert.

Wir feiern diese Feiertage in dieser Welt, aber natürlich findet ihre Erfüllung auf spiritueller Stufe statt. Wenn wir Glauben über dem Verstand in vollem Umfang erlangen, wird dies „Chanukka“ genannt, und wenn wir uns noch höher erheben, um zu empfangen, um zu geben, wird dies „Purim“ genannt.

Jeder Mensch und die ganze Welt müssen diese Zustände in ihrer Korrektur durchlaufen und das Zerbrechen der einen Seele Adams korrigieren, von der wir alle ein Teil sind.

Chanukka wird als Wunder bezeichnet, weil wir uns nicht ohne Hilfe von oben, der Kraft des Schöpfers, verbinden können. Diese Vereinigung geschieht über die materielle Natur hinaus, wie ein Wunder. Die materielle Natur ist Egoismus, das Verlangen nach Genuss, das einzig und allein zu Uneinigkeit, Distanz und eigener Herrschaft führt. Die spirituelle Natur strebt im Gegensatz dazu nach Einheit und Annullierung. Und deshalb wird Chanukka als Wunder bezeichnet, als Aneignung der Kraft von Bina.

Wir sind es gewohnt, als Wunder zu bezeichnen, wenn wir etwas geschenkt bekommen: Ich habe mich nicht angestrengt und plötzlich eine Million im Lotto gewonnen – was für ein Wunder! Aber wenn ich diese Million verdient hätte, würde ich es nicht als Wunder bezeichnen.

In der spirituellen Arbeit geben wir uns jedoch viel Mühe, wir versuchen, eine Verbindung zu erreichen, wir führen viele Handlungen aus, und dann werden wir mit einem Wunder der spirituellen Offenbarung geehrt. Es wird Wunder genannt, weil wir vorher nicht wissen, was wir erreichen werden. Erst wenn es geschieht, sehen wir: „Das ist also die spirituelle Welt, ich hätte nicht gedacht, dass sie so ist! Das ist überhaupt nicht das, was ich mir vorgestellt habe!“ Und deshalb wird es Wunder genannt, aber man muss hart dafür arbeiten.

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Aus der Lektion zum Thema „Chanukka“

Das Wunder der Übersetzung der Tora

Frage: Im Talmud, der alten Quelle jüdischer Weisheit, steht geschrieben: „Ptolemäus, der König von Ägypten, versammelte 72 Älteste von den Weisen Israels und brachte sie in 72 verschiedenen Häusern unter. Zuerst verriet er ihnen nicht, warum er sie versammelt hatte, damit sie sich nicht vorher beraten würden.

Dann wandte er sich an jeden von ihnen einzeln und sagte zu ihnen: „Schreibt mir, das heißt, übersetzt mir das Gesetz von dem großen Weisen Mose.“ Daraufhin legte Gott jedem von ihnen die gleiche Absicht und das gleiche Verständnis in das Herz hinein, und sie waren alle einer Meinung. Dann übersetzten sie nicht nur richtig, sondern wo sie Änderungen vornahmen, waren es dieselben Änderungen.“

So wurde die Tora ins Griechische übersetzt.

Frage: Als erste, kann man glauben, dass die Art und Weise, wie es im Talmud geschrieben steht, richtig ist?

Zweitens, was wird als Wunder bezeichnet – dass die 72 Ältesten die Tora wie von einem einzigen Übersetzer übersetzt haben, oder dass Gott ihnen einen Gedanken, eine Absicht gegeben hat? Was ist hier das Wunder?

Antwort: Das Wunder ist höchstwahrscheinlich, dass sie alle zusammen wie ein Mensch übersetzt haben. Der Grund dafür war, wie es hier heißt, dass Gott eine Absicht und einen Gedanken in sie hineingelegt hat.

Frage:  Wie ist es möglich, dass 72 verschiedene Menschen  denselben Text ohne den kleinsten Fehler geschrieben haben. Wie kommt es, dass Gott in jedem von ihnen einen Gedanken hineinlegt?

Antwort: Weil es Gott ist. Und weil es 72 besondere Weisen sind, die auf der höchsten Stufe des Wissens stehen (daher 72). Die Zahl selbst ist die Ebene des höheren Wissens. Deshalb waren sie in der Lage, es zu tun.

Frage: Wenn Gott eine Absicht und einen Gedanken in die Welt setzt, kann man dann sagen, dass Gott will, dass diese Quelle, die Tora, in der ganzen Welt verbreitet wird?

Antwort: Es wurde mehr als einmal gesagt, auch in den unmittelbaren Texten, dass diese Gesetze für die ganze Welt sein sollen.

Kommentar: Hier steht, dass die Weisen eine Meinung gebildet haben.

Antwort: Ja, das ist wirklich ein Wunder.

Frage: Eine Meinung zu haben, ist ein Wunder. Wo früher 72, 120 Leute,  Sanhedrin, eine Entscheidung treffen, können heute zwei Menschen nicht eine Entscheidung treffen. Zwei! Sie streiten sich, jeder will seine Meinung durchsetzen.

Wie können unsere gewöhnlichen Menschen, gewöhnliche Politiker, Chefs oder einfach Menschen, Familien, eine Entscheidung treffen und zu einer Meinung kommen?

Antwort: Es fehlt die Erkenntnis, dass wir alle unter der Herrschaft des Allmächtigen stehen und alles von Ihm kommt. Und deshalb, wenn man mit einem anderen übereinstimmt, kommt man dem Schöpfer näher.

Frage: Das heißt also, dass man mit dem Schöpfer übereinstimmt, der sich durch einen anderen zu mir wendet?

Antwort: Ja.

Frage: Wenn man sich darauf einlässt und sich annulliert, kann man dann hören, was von oben zu einem gesagt wird?

Antwort: Du wirst den Schöpfer hören. 

Frage: Ist damit gemeint, wenn zwei Menschen sich streiten, in der Familie, oder allgemein?

Antwort: Es geht nicht darum, dass man hört, was der andere sagt. Man hört den Schöpfer durch den anderen. Und das ist wichtig.

Frage: Und das geschieht durch eigene Annullierung?

Antwort: Ja.

Kommentar: Sie messen der Annullierung eine so große Bedeutung bei.

Antwort: Sobald der eigene Egoismus annulliert wird, kann man mit dem arbeiten, was man von außen empfängt. Und das „Außen“ kommt zu ihm vom Schöpfer.

Frage: Also das Wunder ist die Annullierung?

Antwort: Ja, das ist ein Wunder. Wenn wir uns annullieren könnten, würden wir den Schöpfer hören. Er versteckt sich hinter dem, was wir uns gegenseitig sagen und wartet darauf, dass wir in der Lage sind, uns zu annullieren.

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Aus der Fernsehsendung „Nachrichten mit Michael Laitman“.

“Wie kann ich Wunder in meinem Leben geschehen lassen?” (Quora)

Michael Laitman, in Quora: Wie kann ich Wunder in meinem Leben geschehen lassen?

Nichts ist einfacher, als dass ein Wunder in meinem Leben geschieht.

Wenn Menschen Ablehnung, Hass und Verschlossenheit untereinander spüren, sie aber beginnen, sich über solche negativen Empfindungen hinweg zu verbinden, wie geschrieben steht: „Liebe wird alle Übertretungen bedecken“, wird jeder durch diesen Kampf über das Ego von der Natur positiv beeinflusst.

Dieser positive Einfluss wird in der Weisheit der Kabbala als das ‘Licht’ bezeichnet. Die Menschen fühlen, dass das Licht sie genau aus der Dunkelheit zieht, die sie noch kurz zuvor empfunden haben. 

Eine solche Verbindung über gegenseitige Ablehnung und Hass hinweg  ist ein Wunder. Wenn es passiert, spüren wir eine neue Erleuchtung, Perfektion, Wärme und Harmonie in unserem Leben.

Woran liegt es, dass dieses Wunder geschieht, wenn wir uns über Hass und Ablehnung erheben?

Das liegt daran, dass wir durch dieses Verhalten dem Licht ähneln, – der Qualität der Liebe und des Gebens der Natur – und dass wir durch unsere Verbindung den Einfluss des Lichtes mehr anziehen.

Wenn wir beschließen, dass wir von Kriegen, Konflikten und Hass untereinander genug haben und versuchen, gut miteinander umzugehen, werden wir sofort spüren, wie sich die Welt verändert und mit einem besonderen Licht erfüllt ist.

Wir sind von diesem Licht immer vollkommen umhüllt, aber wir empfinden es als Dunkelheit. 

Warum?

Unsere selbstbezogene, egoistische Natur ist zu der gebenden und liebenden Natur des Lichtes genau entgegengesetzt.

Indem wir uns bemühen, so liebevoll und gebend wie das Licht selbst zu sein, obwohl wir uns genau entgegengesetzt empfinden, ziehen wir den positiven Einfluss des Lichts an, und es vollbringt dieses Wunder, uns über unsere instinktive Ablehnung hinweg miteinander zu verbinden.

Wenn solch ein Wunder geschieht, werden wir ein völlig neues Gefühl von Glück, Zuversicht, Wärme, Unterstützung und Harmonie spüren, d. h. wir haben ein positives Lebensgefühl. 

Es gibt keine Magie in der Kabbala, nur Wissenschaft


Frage: Ich habe eine Frage. Der Film „Nächte der Kabbala“ zeigt, wie Kabbalisten die Zukunft voraussagen können. Doch das war in Bezug auf die Kabbalisten der Vergangenheit. Sie erwähnten ebenfalls, dass es heute keine Lehrer gibt, die Baal HaSulam gleichen.

Doch ich habe jemanden sagen gehört, dass es heute lebende Menschen gibt, die besondere Kräfte haben und die physische Welt um sie herum verändern können. Zum Beispiel können sie Steine in Sand verwandeln und sie können sich zur gleichen Zeit an verschiedenen Orten befinden. Doch diese magischen Tricks sind nicht ihre Zielsetzung. Ihr Ziel ist es, den Schöpfer zu erkennen.

Sie sind fähig, diese Dinge auf völlig natürliche Weise zu tun, ohne Zaubersprüche, esoterische Praktiken oder Mystizismus. Also bei allem Respekt, ich möchte gerne wissen: Wie ist es möglich, dass die Kabbala die einzige Wahrheit ist? Wie kann es sein, dass nur die Kabbalisten die ganze Wahrheit kennen?

Antwort: In dieser Welt gibt es keine Wunder. Siehe Baal HaSulam Artikel „Das Wesen der Wissenschaft Kabbala“, in dem er erklärt, dass die Kabbala eine Wissenschaft ist, was bedeutet, dass sie sich auf Daten gründet, die durch die Methode des Experimentes erlangt und enthüllt wurden. Sie sollten ebenfalls „Die Einführung in das Buch Sohar“ lesen, wo es um die Begrenzungen der Kenntnisse geht – dass man nur die Materie und ihre Form erkennen kann, jedoch nicht die abstrakte Form und das Wesen.

Verwandtes Material:
Blog-post: Wie man eine Reise in die „jenseitige Welt“ antritt
 
Kabbala Akademie
 

Das Ego und die Liebe

Frage: Kann das Genießen der Spiritualität egoistisch sein?

Antwort: Natürlich. Spiritualität bedeutet Geben und Liebe. Ich bin dazu bereit, dich zu lieben und dir zu geben, wenn es mir dabei gut geht! Und wenn nicht, wozu soll ich dich dann lieben?! Das nennt sich Klipa, das ist keine Spiritualität, sondern Materialität.

So zu lieben ist jeder von uns in der Lage: ich liebe meine Kinder, weil das meine sind. Doch wenn das nicht meine Kinder sind, habe ich keinen Bezug zu ihnen. Ich kann jemanden lieben, von dem mein Wohl abhängt, andernfalls brauche ich ihn nicht.

Mit anderen Worten: ich bringe mich ein und liebe, weil ich daraus einen persönlichen Nutzen ziehe. Es ist jedoch kein Geben und keine Liebe, sondern Ausnutzung des Nächsten.

Das Geben und die Liebe, von denen in der Wissenschaft der Kabbala die Rede ist, hat nichts mit dem Empfangen für sich selbst zu tun. Ich liebe diesen Menschen, damit es ihm gut geht – das war es. Das ist mehr als die Liebe zu unseren Kindern, denn sie werden von uns instinktiv geliebt. [Rest des Beitrags lesen →]

Durchbruch in eine neue Welt

Die vier Vorworte zum Buch Sohar helfen uns die richtige Einstellung zur Wahrnehmung dieses Buches zu bekommen. Diese Einführungen sind: „Einführung zum Buch Sohar„, „Vorwort zum Buch Sohar„, „Vorwort zum Sulam Kommentar“ und „Einführung zum Vorwort zur Weisheit der Kabbala“. Sie sind dazu bestimmt, uns die Sprache des Buches Sohar beizubringen, sodass wir Veränderungen als Ergebnis seines Einflusses in uns sowohl verstehen, als auch erwarten.

Auf diese Weise beginnen wir zu verstehen, dass alles in unserem Verlangen stattfindet und dass es nichts außer diesem Verlangen und dem Licht gibt. Alles geschieht innerhalb unserer Seele, sobald wir anfangen, uns zu entwickeln. Deshalb sind die Vorworte so wichtig, denn sie bringen uns in die richtige Einstellung. Wenn wir das Buch Sohar unvorbereitet öffnen, werden wir nichts verstehen!

Wir sollten zusammenarbeiten, um das Buch Sohar zu verstehen. Wenn wir lernen, auf die richtige Weise an es heranzugehen, es weiterhin lesen und tiefer in dieses Buch eindringen, dann werden wir hindurch reisen, wie durch ein Wunderland. Es wird zu unserer Welt, denn wir werden in ihm leben. Während wir diese Abenteuer lesen und wahrnehmen, wachsen wir, erlangen Erkenntnis von der spirituellen Welt und unserer Seele, die darin existiert.

Doch zuerst müssen wir in diese Welt eintreten. Das Allerwichtigste ist, dass wir hindurch brechen und in ihr geboren werden. Wenn wir in dem Buch Sohar unsere Orientierung finden, werden wir anfangen, seine Sprache zu erkennen, wie Vater und Mutter, Verwandte und Fremde, Freunde und Feinde, und so weiter. Wir fangen an zu verstehen, wer sie sind – was die Kräfte hinter ihnen allen sind, die sie repräsentieren. Es gibt nichts außer diesen Kräften, die wir auf die richtige Weise zu sehen lernen, indem wir zur richtigen Einstellung ihnen gegenüber finden.

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Der Feiertag des ersten Sieges über sich selbst

Unser egoistischer Wunsch heißt „die Griechen“ oder das „Wissen“, was bedeutet, dass wir mittels unserer Vernunft und unserem heutigen Gefühl vorankommen wollen. Denn worauf können wir uns eigentlich noch verlassen oder stützen? Nur darauf, was wir schon haben. Hier entsteht aber ein Problem, weil wir mit diesen Kelim nicht die spirituelle Welt betreten können.

Aber die spirituelle Welt befindet sich hier und jetzt und es existiert keine Entfernung, die wir überwinden müssen, sondern nur eine Dimension, in der wir sie begreifen müssen.

Wir begreifen die spirituelle Welt in unseren zusätzlichen Sinnesorganen, die wir über dem eigenen Wissen und der Rationalität entwickeln müssen, d.h. über dem Ego, das wir hierzu richtig vorbereiten müssen, um darin zum ersten Mal zu beginnen, die spirituelle Welt wahrzunehmen.

Der Krieg ‚Makkabäer ‚beschreibt diesen Prozess symbolisch und der Sieg in diesem Krieg heißt Chanukka, was „sie blieben hier stehen“ oder „Chanu Ko“, die Erholung auf dem Wege bedeutet. Dieser Zustand heißt „Chafez Chessed“ (nichts für sich zu wünschen) oder Bina, die als Offenbarung des Schöpfers oder die erste Korrektur des Egos verstanden wird.

Auf dieser Etappe erhebt sich der Mensch über sein Ego und beginnt, die zusätzliche Empfindung zu entwickeln, die mit „dem Geben“ bezeichnet wird. Mit ihrer Hilfe beginnt er, die spirituelle Welt zu empfinden. Obwohl der Mensch die spirituelle Welt empfindet, verhält er sich in dieser Realität immer noch passiv, wie der Embryo im Fruchtwasser.

Es heißt „die Erholung“ eben, weil der Mensch in Wirklichkeit noch nicht bereit ist, über das klare Wissen und die Wahrnehmung zu verfügen, die „das Begreifen“, die Klarheit und die Offenbarung beinhalten, wonach er zum Schöpfer wird und die ganze spirituelle Welt lenkt. Wenn man diesen Zustand und die Situation mit dem Gast und dem Gastgeber gegenüberstellt und den wachsenden Wunsch zu genießen nicht beachtet, befindet man sich dann auf der Stufe von Chanukka, wo der Mensch auf das Empfangen verzichtet. Es ist schon eine geistige Arbeit des Menschen, d.h. er möchte nichts bekommen, an der Spiritualität nicht aktiv teilnehmen, sondern darin nur anwesend sein.

Deshalb ist es an diesem Feiertag verboten, das Kerzenlicht zu benutzen und es nur anschauen. Dazu wird es angenommen, dass zur Chanukka ein Wunder geschieht, weil der Ausgang aus unserem Ego nach draußen erfolgt, anders gesagt das Wunder des Sieges über die Selbstsucht, nach dem Auszug aus Ägypten: die Befreiung von den Wünschen und den Gedanken, die uns in dieser Welt festhalten und nicht zulassen, die spirituelle Welt zu empfinden.

Kabbala Grundkurs

„Lob des Wunders“ von Chanukka

Immer habe ich irgendeine Einstellung dazu, was mit mir, mit meiner Umgebung, mit meinen Verwandten und mit der Welt passiert.

Wenn ich zu dieser Einstellung den Schöpfer hinzufüge, vertiefe ich mich in Klärungen: Warum, wofür, für wen usw.

Und hier werde ich in einen Krieg für jeden Zustand hineingezogen! Ich kann innerhalb des Wissens klären, was ein „griechisches“ Herangehen heißt, also meiner Vernunft, Empfindung, Verständnis, allen meinen Vorstellungen entsprechend. Oder ich gehe mit dem Glauben über den Verstand und suche nach der Kraft des Gebens, indem ich alles aus dieser Sicht sehen will.

Also ich will nicht in den in mir erwachenden Wünschen das Wissen und die Erfüllung bekommen, sondern will mit Hilfe von diesen Wünschen aus mir selbst herauskommen, nach außen, in die Anderen, und dort das ganze Wissen und die ganze Erfüllung erhalten, mit dem Glauben über dem Verstand, in Kelim des Gebens.

Die Erfüllung, die ich innerhalb von mir erhalten kann, heißt „diese Welt“. Alles, was ich ausserhalb von mir empfangen kann, heißt die „höhere Welt“. Und ich kämpfe für das Herangehen, dem ich folgen will – das nennt sich der Krieg der Makkabäer gegen die Griechen.

„Griechen“ sind einfach ein Symbol von dem ganz rationalen Denken, das in dieser Welt existiert: Menschliche Vernuft des wissenschaftlichen Herangehens. Die Makkabäer sind über diesen Dingen, denn sie repräsentieren die Arbeit des Hohepriesters, Kohen, die sich nur auf das Geben bezieht.
Der Mensch muss ständig diesen Krieg führen, bis er sich über das Schlachtfeld erhebt. In diesem Krieg hast du noch „Späher“, die du auf den „Markt“, also auf die Stelle (Verlangen), wo sich „Vielherrschaft“ etabliert hat, schickst.

Denn unter deinen Gedanken und Wünschen gibt es noch solche, über welche „viele“ herrschen, und sie werden mal zu einer, mal zu der anderer Seite, um seines Egoismus Willen, geneigt.

Bis in all deinen Wünschen sich nur eine Macht etabliert! Das heißt, dass du den „Markt“ verlässt und in dein Haus eintrittst.
Der Markt selbst wird zum Haus, die Späher verlassen es, wie es geschrieben steht: „Bis der letzte Fuß den Markt verlässt“. Und du bleibst unter vier Augen mit dem Schöpfer, in einer Verschmelzung, in deinem Verlangen/Haus.

In der spirituellen Welt bewegen wir uns nicht von einer Stelle zur anderen – es existiert nur eine Stelle/ ein Verlangen. Aber du modifizierst und baust es, indem du deine Einstellung so änderst, dass aus dem „Markt“ das „Haus“ wird, in welchem du eine Kerze anzündest, um das „Wunder zu loben“ (Pirsuma de Nisa).

Kabbala Akademie

Das Wunder von Chanukka

Frage: Auf Chanukka geschah ein Wunder, als eine Kerze, die nur einen Tag brennen konnte, acht Tage brannte. Was ist eine Kerze, ein Docht und ein Öl aus kabbalistischer Perspektive?

Antwort: Eine Kerze ist ein Fass, in dem Öl und ein Docht schwimmen. Dank dem Docht können wir das Öl anzünden, das den Docht hinaufsteigt und verbrennt. Getrennt werden das Öl und der Docht nicht brennen, aber wenn das Öl in den Docht eindringt, leuchtet die Kerze auf.

Der Docht verkörpert die Zurückweisung des Lichts. Das Öl stellt den Brennstoff dar, kann jedoch nicht von selbst verbrennen. Deshalb müssen wir verstehen, dass unser wachsender Egoismus durch unsere Arbeit in sein Gegenteil umgewandelt wird, wie es geschrieben steht: „Der böse Engel wird zum guten Engel“ oder „Der Engel des Todes wird zum Engel des Lebens.“

Die Makkabäer fanden das Ölfass, da sie versuchten, die Qualität der Liebe und des Gebens, die Verbindung zwischen ihnen zu erlangen und sie konnten es anzünden, weil sie großen Widerstand gegen jene Bevölkerungsgruppen empfanden, die sich mit den griechischen Götzen vereinigten und eine griechischen Tempel in Jerusalem bauten.

Der Krieg der Makkabäer war innerlich, nicht äußerlich wie bei den Griechen oder den Hellenisten innerhalb Israels. Als sie ihren egoistischen Widerstand überwanden, verwandelten sie ihren Ärger zwischen ihnen in den Docht im Öl und konnten ihn so anzünden.

Daher verkörpert das Ölfass mit einem Docht die spirituelle Arbeit der Person. Es bedeutet nichts, einfach ein Fass zu finden – Hauptsache, es anzünden zu können. Als sich die Makkabäer durch die Überwindung des Widerstands ihrer Egos vereinigten, stellte sich heraus, dass das Fass in der Lage war, den Docht in das Licht zu stecken. Mit anderen Worten, sie verwandelten ihren Egoismus und es begann, vom höherem Licht erleuchtet zu werden und ihre Seelen beleuchteten sich, beleuchtet vom Licht. Dies ist das Wunder von Chanukka.

Frage: Warum brannte die Kerze acht Tage anstatt eines?

Antwort:  Wenn Sie zum Zwecke der Liebe und des Gebens arbeiten, steigen Sie höher auf. Es gibt acht Sefirot von Malchut  bis Bina, acht Teile der Wünsche. Obwohl es nur eine Malchut gibt, erleuchtet der Widerstand, dh. der Glaube über die Vernunft, alle Sefirot bis zum höchsten – Bina.

Die Makkabäer konnten die wahre Qualität des Gebens erreichen, was Glaube über  Vernunft genannt wird. Die Vernunft ist in Malchut, während der Glaube – in Bina ist.

Der Aufstieg von Malchut nach Bina verkörpert das Wunder von Chanukka.

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