Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Die Spiritualität wird von uns erschaffen!

Frage: Wenn wir ein Kind großziehen, dann versuchen wir mit allen Mitteln, es auf das Leben in dieser Welt vorzubereiten. Wie können wir aber in die spirituelle Welt eintreten, wenn wir nicht die geringste Vorstellung von ihr haben?

Meine Antwort: Ein Mensch, der sein Elternhaus verlässt und in das Erwachsenenleben hinausgeht, um dort erfolgreich zu sein, kann auf die Erfahrung von anderen Menschen zurückgreifen. Dabei ist es unwichtig, was er werden will: ein Dieb, ein Gerechter, ein Wissenschaftler oder ein einfacher Verkäufer vom Markt. Alle diese Modelle in ihrer egoistischen Erscheinungsform kann er in der Gesellschaft finden.

Was jedoch einen Menschen betrifft, der spirituell voranschreitet, so hat er keine Beispiele, keine Unterstützung. Er muss selbst seine Umgebung aufbauen. Denn das Einzige, was die gesamte Realität ausfüllt, ist das höhere Licht, und ohne den Menschen existieren keine Welten.

Im gleichen Augenblick, in dem ich mein Verlangen nach der Spiritualität in Bewegung setze, erschaffe ich sofort alle Welten zwischen mir und der Unendlichkeit. Es ist so, als würde ich diese Leiter zur Spiritualität errichten, die nur in Form von Reshimot (spirituellen Genen) existiert.

In dem Shamati-Artikel „Das Wesen des spirituellen Erfassens“ schreibt Baal HaSulam: „Alle Welten mit ihrer Vielzahl an Stufen existieren nur hinsichtlich der Seelen“. Aus diesem Grund kann ich nicht wie in unserer Welt danach verlangen, dass mir erklärt wird, wie ich mich in der Spiritualität verhalten soll. Ich selbst muss die spirituelle Welt, die es nicht gibt, formen.

Ich selbst muss mir die Haltung der Höheren Stufe mir gegenüber und meine Haltung ihr gegenüber vorstellen. Und wenn diese meine Vorstellung den existierenden Reshimot entspricht, fügt sich alles auf wundersame Weise entsprechend dem Gesetz der Ähnlichkeit der Eigenschaften. Wenn ich aber die Ähnlichkeit der Eigenschaften nicht gefunden habe, dann gibt es keine spirituelle Realität für mich. Denn sie existiert nur hinsichtlich des Menschen, der sie enthüllt, errichtet, formt.

Mit andren Worten, muss die spirituelle Welt von uns selbst erschaffen werden. Wir müssen uns an den Schöpfer mit einer solchen Bitte wenden, die genau dem entspricht, was uns von oben in den Reshimot vorherbestimmt wurde.

Genau aus diesem Grund heißt der Schöpfer auf Hebräisch „Bore“ („Bo“ – komme und „Re“ – siehe). Denn gerade du erschaffst Ihn! Gerade du errichtest diese Form.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 18.03.2011

Wie kann die eigene Natur bezwungen werden?

Viele Menschen meinen, dass die Spiritualität eine gewöhnliche Methode ist, um sich zu erfüllen. Der Mensch denkt, dass ihm sehr bald der Schöpfer enthüllt wird und dass er dann die ganze Welt für sich haben wird. Doch das ist eine falsche Vorstellung, weil die Spiritualität in Wirklichkeit das Geben bedeutet.

Mit anderen Worten, erfülle ich mich nicht damit, was mir enthüllt wird, sondern, wenn ich mich richtig öffne, werde ich durch das Geben erfüllt. Denn das Licht geht niemals auf direktem Wege in das Kli/Verlangen hinein, sondern nur eingekleidet in das Reflektierte Licht. Das bedeutet, dass ich geben und das Geben genießen muss. Und wie mache ich das?

Dazu braucht der Mensch eine Umgebung, die ihn so beeinflussen würde, dass er denkt, dass das Geben eine sehr wichtige, erhabene Eigenschaft ist, dass es die Erfüllung ist. Jeder muss die Wichtigkeit des Gebens in den Augen seines Freundes erhöhen und somit seinen Teil an der gegenseitigen Bürgschaft an ihn weitergeben. Und dann, durch die Erkenntnis der Wichtigkeit dieses Ziels, wird ein Leuchten zum Menschen hinuntersteigen, welches ihm hilft, spirituell voranzukommen.

Doch zugleich muss der Mensch verstehen, dass das ein Spiel ist, denn aus seinem jetzigen Zustand heraus kann er das Ziel nicht erkennen. Aus diesem Grund wird diese ganze Arbeit als Aufstieg zum Zustand bezeichnet, der für den Menschen noch nicht klar ist, noch nicht von ihm wahrgenommen wird und dem, was er heute in der Lage ist, zu verstehen, entgegengesetzt ist. Mit anderen Worten, muss der Mensch ständig für die Wichtigkeit eines gewissen falschen Ziels sorgen. Doch falsch ist es nur für ihn, weil es seinem egoistischen Verlangen entgegengesetzt ist.

Deshalb muss die Umgebung sich mit der Erziehung des Menschen beschäftigen, ihm die richtige Wertescala vermitteln und stark genug sein, seine egoistische Natur zu bezwingen.

Und der Mensch muss seiner Umgebung helfen, sich selbst vor ihr beugen zu lassen, sich von ihr beherrschen zu lassen, er muss buchstäblich in ihr aufgeben. Erst dann wird er von ihr das Verständnis der Wichtigkeit des Gebens trotz seines Egos, das sich in ihm immer mehr enthüllt, erhalten können.

Ansonsten wird er nicht vorankommen können, denn an diesem Prozess sind zwei Kräfte beteiligt: eine abstoßende und eine anziehende. Die Kraft der Abstoßung, der Zurückweisung kommt auf natürliche Weise in ihm zum Vorschein – das ist sein Ego. Die Frage besteht nur darin, ob er ihr eine größere Kraft entgegensetzen kann – die Kraft der Umgebung, die ihn in die Spiritualität mitzieht.

Deshalb muss jeder dafür sorgen, dass er eine richtige Umgebung für sich aufbaut. Genau das bedeutet (wie Rabash schreibt): „Wir haben uns hier versammelt, um die Stufe „Mensch“ zu erklimmen“.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 04.03.2011

Alles hängt von der richtigen Vorbereitung ab!

Eine spirituelle Handlung hängt voll und ganz von der Vorbereitung ab. Denn die Handlung selbst ist bereits vorherbestimmt und muss sich unbedingt ereignen. Nichts kann sich in dem gesamten Programm von Anfang und bis zum Ende der Schöpfung ändern, alle dessen Etappen sind bereits eindeutig bestimmt.

In einen Teil dieses Programms kann der Mensch eingreifen, nur um dessen Geschwindigkeit zu verändern. Es gibt jedoch einen Teil, in dem er den Charakter des dort ablaufenden Programms ändern kann, das heißt, er kann bestimmen, wie er seine Entwicklung wahrnehmen wird.

Durch diesen Teil des Programms bestimmt er seine Unabhängigkeit und hat die Möglichkeit, sich auszudrücken. Auf diese Weise steigt er als selbständige Persönlichkeit auf, die die Macht hat, ganzheitlich ist, das ganze Programm der Schöpfung begreift und erkennt und die nur zu diesem Zweck erschaffen wurde.

Aus diesem Grund verändert die Vorbereitung auf die bevorstehende Handlung deren Charakter von Anfang bis zum Ende. Alles hängt von der Vorbereitung ab, und deshalb messen wir ihr eine derart große Bedeutung bei.

Und jetzt, vor dem Kongress in New Jersey, in einer für die ganze Welt dermaßen besonderen Zeit, ist es äußerst wichtig, dass unsere Vorbereitung richtig ist und später gute Früchte unserer Vereinigung auf dem Kongress trägt.

Sollen aus diesem Ort bei New York, aus dem Zentrum von ganz Amerika, starke Wellen ausgehen, wie eine gute Tsunami-Welle, die die Welt mit der Liebe und der Kraft des Gebens umspült. Damit die Menschen beginnen zu verstehen, wie sie sich einander gegenüber an der Schwelle zu einer neuen Welt und jenen Veränderungen, die wir laut dem Programm der Natur durchlaufen müssen, verhalten sollen.

Soll es der Welt helfen, diese Veränderungen sanft, schnell und auf gutem Wege zu durchlaufen, indem sie sich darauf vorbereitet und erkennt, was geschieht, – und nicht wie Tiere, die von der Geschichte vorwärts gepeitscht werden und nicht begreifen, was sie tun sollen.

Deshalb hängt alles von unserer Vorbereitung auf den Kongress ab, um mit dessen Hilfe die Welt auf die Veränderungen vorzubereiten, die sie auf jeden Fall durchlaufen muss. Doch indem sich die Welt gut darauf vorbereitet, wird sie sie richtig aufnehmen und erkennen können, dass sie zum Guten führen.

In diesen zehn Tagen, in den letzten Stunden vor dem Kongress steht uns eine große Arbeit bevor. Jeder Augenblick muss als Vorbereitung auf ein unglaublich wichtiges Ereignis betrachtet werden, und wir müssen klären, wie wir sie durchlaufen wollen, um das erwartete Resultat sowohl für uns selbst als auch für die ganze Welt zu erzielen.

Auszug aus dem Unterricht zum Thema „Die Vorbereitung auf den Kongress in New Jersey“, 22.03.2011

Ohne Frauen geht es nicht…

Frage: Warum herrscht in der Gesellschaft eine solche Geringschätzung gegenüber der Frauen? Warum halten die Männer sie für niedriger als sie selbst?

Meine Antwort: Eine solche Haltung geht daraus hervor, dass die Frau die Spiritualität nicht selbst erreichen kann, – hier ist sie von dem Mann abhängig.

Unsere gemeinsame Seele besteht aus einem männlichen und einem weiblichen Teil. Und der weibliche Teil, Nukwa, bedeutet das Verlangen nach der Erfüllung.

In unserer Welt äußert es sich so, dass die Frau ein Zuhause braucht, die Kinder zur Welt bringen und sich um sie kümmern muss. Ihre Kinder nehmen ihr ganzes Leben ein. Und aus diesem Grund ist sie in einem größeren Maße von der Gesellschaft abhängig als ein Mann. Sie braucht Stabilität, Existenzsicherheit.

Mit anderen Worten, fühlt sich die Frau in einem größeren Maße unzufrieden, das ist die Voraussetzung für ihre spirituelle Entwicklung, doch in unserer egoistischen Welt wird das als Schwäche aufgenommen.

In der spirituellen Bewegung ist jedoch alles anders. Denn je größer das Verlangen, desto weiter schreitet der Mensch voran. Wir, Geschöpfe, hängen nur vom Verlangen ab. Und wenn dieses Verlangen richtig orientiert ist, dann ist das der Schlüssel zum Erfolg.

Deshalb, wenn die Männer nicht die Verlangen der Frauen in sich aufnehmen, werden sie nicht der Spiritualität näher kommen können.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 04.03.2011

Polarisiertes Licht

Wir müssen an das Studium des Buches Sohar mit der Absicht herangehen, die Wahrheit zu enthüllen. Denn wir sehen nichts von der spirituellen Welt, wir nehmen gar keine spirituelle Eigenschaft wahr.

Das Licht muss kommen und uns wie in einem Scheinwerferstrahl anzeigen, wo wir uns im Moment tatsächlich befinden: die Eigenschaften, die Empfindungen, den Raum, in dem wir sind, – und wir befinden uns auch jetzt in dem einzig existierenden egoistischen/altruistischen Ort/Verlangen, alles in einem, wie übereinander gelegt. Wir enthüllen es jedoch nicht, weil es in der spirituellen Dimension existiert – nicht in unseren Eigenschaften.

Wir befinden uns im gleichen Raum, nehmen jedoch mit unseren Eigenschaften lediglich den materiellen Teil/die materielle Komponente der Realität wahr. Der Lichtstrahl muss unter einem bestimmten „Winkel“ einfallen, ähnlich wie polarisiertes Licht, dann werden wir plötzlich in seiner anderen Ausrichtung, Ebene eine ganze Welt, die sich hier befindet, enthüllen.

Aus diesem Grund brauchen wir so sehr das höhere Licht, damit es uns die Welt, in der wir hier und jetzt existieren, ausleuchten und enthüllen kann.

Auszug aus dem Sohar-Unterricht, 25.03.2011

Warum die Seelen wie Zahnräder verbunden sind

Mit der Zweiten Einschränkung (Zimzum Bet) beginnend und weiter werden sprituelle Objekte (Parzufim) nicht wie in der Welt Adam Kadmon geboren, eines unter dem anderen. Da jedes von ihnen jetzt ein Tieferes einbindet, das nicht genutzt werden kann, die AHP (Awzen, Hotem, Peh); dieser Teil steigt zur tieferen spirituellen Stufe herab.

Mit anderen Worten, das Parzuf arbeitet mit seinem Galgalta ve Eynaim (GE) (dem oberen Teil), während sich sein AHP im GE des unteren Parzuf eingliedert. Somit gliedern sich die AHP des letzteren in den GE eines gar niedrigeren Parzuf ein und so weiter.

Es folgt, dass der obere Teil eines jeden Parzuf in den unteren Teil des höheren Parzuf gekleidet ist, während sein unteres Teil in den oberen Teil des tieferen Parzuf herabsteigt. Wo ist der Parzuf selbst unabhängig von dem höheren oder unteren Teil? Er besitzt nichts Eigenes!

Auf diese Weise werden die Seelen wie Zahnräder verbunden, es ist genau dasselbe Prinzip. Du bist nicht frei von einer Verbindung mit irgendjemand. Du bist anfänglich in einer solchen Anlage erschaffen, einem solch inneren Aufbau von Malchut der ganzheitlichen Seele, in dem kein Teil existiert, das nicht mit all den anderen verbunden ist.

Jedes Verlangen auf allen Ebenen von Awiut (Grobheit) ist mit dem Rest verbunden, jeder ist mit jedem anderen verbunden, und niemand besitzt irgendein freies Teil, nicht einmal ein Grad von Freiheit. Das Höhere sagt mir immer, was zu tun ist, während das Untere festlegt, wie ich das höhere bedienen soll. Folglich ist jeder von uns wie mit einer Leine an beiden Seiten angebunden, und es ist unmöglich, eine einzige, unabhängige Bewegung zu machen.

Wie können wir uns dann losreißen und die Freiheit der Wahl bekommen?! Wenn du beginnst, anstelle all dieser Handschellen die Ketten der Liebe zu erfahren, die Seile der wechselseitigen Mitverantwortlichkeit, wirst du von diesem „Engegefühl“ geheilt werden, dem Gefühl, du seist straff gefesselt und lebendig in einem System begraben, in dem du keine unabhängigen Gedanken oder Verlangen besitzt, kein individuelles „Selbst“.
Die Freiheit kann nur mit Liebe erkauft werden.

Um der Liebe willen will ich selbst danach verlangen, ihnen allen zu dienen und diese Verbindung willkommen zu heissen. Diese Fessel wird für mich wünschenswert sein! Und so werde ich Freiheit erlangen, die reine Luft, und das ganze System wird mir gehören: Ich werde der Schöpfer in Beziehung zu diesem System sein.
Diese übernatürliche Eigenschaft durchdringt uns nach dem Zimzum Bet, wenn Malchut den Funken von Bina empfängt, dank dem es eine Gelegenheit bekommt, sich mit den anderen durch Schenken zu verbinden.

Unterricht aus dem 3.Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes vom 08/03/2011, Talmud Eser Sefirot

Was du im Innern besitzt, ist, was du Aussen bekommst

Frage: Wie können wir einem Kind den Begriff der globalen Welt mitteilen?

Meine Antwort: Es ist möglich älteren Kindern ein klares Beispiel zu geben, indem man sie mit jüngeren Kindern zusammen bringt. Bringe zum Beispiel eine Gruppe von 10jährigen mit einer Gruppe von 5jährigen zusammen. Nachdem sie einige Zeit zusammen verbracht haben, werden sie verstehen, dass die jüngeren Kinder die Welt auf einer vollkommen anderen Ebene, vollkommen verschieden, begreifen.

Wir sind alle Egoisten und selbst wenn wir erwachsen und klüger werden, befinden wir uns immer noch in einem egoistischen System, welches das Prisma darstellt, durch das wir die Welt betrachten. Ein 5 Jahre altes Kind sieht die Welt entsprechend seinem Alter. Auf die gleiche Weise, entsprechend unserem Egoismus, sehen wir nicht die wahre Welt, sondern eine egoistische.

Demzufolge geben wir, wenn wir die Welt global und integral nennen, diesen Worten eine egoistische Bedeutung. Wenn „jedermann miteinander verbunden ist“, bedeutet das, dass wir diese Situation zu unserem Nutzen zu verwenden haben.

Wir begreifen nicht, dass wir uns ändern und das gleiche allgemeine und ganzheitliche System in unserem Innern hervorzubringen haben. Das bedeutet, aus allen Menschen, Seelen und allen Verbindungen zwischen ihnen erstelle ich ein Modell der ganzen Welt in meinem Inneren. Ich muss die äussere Welt in meinem Inneren widerspiegeln, damit ich die richtige Verbindung mit ihr aufrechterhalten kann.

Wenn die ganze Welt ausserhalb von mir, gemäss dem altruistischen Gesetz lebt, wenn alle ihre Teile für ein Ziel vereinigt sind, für die gemeinschaftliche Harmonie, dann muss ich immer in meinem Innern bereit sein, alle Verlangen und Seelen mit einzubeziehen, alles wozu ich imstande bin, gemäss dem Gesetz des Altruismus. Durch dieses System, das meine Seele ist, habe ich mich an die Welt zu wenden.

Ist es möglich, mittels eines dysfunktionalen Gerätes mit der Welt Verbindung herzustellen, nicht nach dem Gesetz der Gleichheit der Form? In diesem Fall begreife ich die Welt nicht und sie kann mich nicht erreichen.
Durch diese Beispiele können wir den Kindern folgendes Prinip zeigen:: In jedem Alter erkennen wir die Welt anders und um eine globale, ganzheitliche Welt zu erkennen, muss ich ebenso global und ganzheitlich in meinem Inneren sein.

Die Wissenschaft der Kabbalah bringt uns diese Korrektur. Deshalb wird sie in unserer jetzigen Zeit enthüllt und dem gegenüber wird die globale Welt ebenfalls enthüllt. Es ist notwendig, diese Methode zu verbreiten, die es uns ermöglicht, Harmonie mit der modernen Welt zu erreichen. Andernfalls werden wir leiden.

Aus dem 4.Teil des Täglichen Kabbalah Unterrichts vom 15/03/2011

Über den Begrenzungen der vorläufigen Welt

Kabbalisten sind Wissenschaftler, welche die Natur der Begrenzungen, erschaffen von unserem physischen Körper, das heisst über den Rahmen unseres egoistischen Verlangens hinaus, studieren. In diesem Verlangen verspüren wir eine bestimmte Wirklichkeit, die wir Welt nennen, in der wir existieren.

Wenn ein Mensch hingegen die Chance, die Sehnsucht und die Mittel hat, das Verlangen des Gebens zu erlangen, beginnt er durch sein Verlangen eine neue Wirklichkeit zu spüren, wie gesagt wurde. „Ich sah eine entgegengesetzte Welt.“ Dann verspürt ein Mensch zwei Wirklichkeiten: Er fährt fort, die alte Welt in seinem Verlangen zu empfangen zu fühlen und er nimmt eine zusätzliche, neue Welt in seinem Verlangen zu geben wahr.

Das egoistische Verlangen besitzt einen bestimmten Zeitrahmen des Vorhandenseins im Innern eines Menschen und solange es dort ist, verspürt ein Mensch Leben in dieser Welt. Das Verlangen durchlebt drei Phasen: Empfängnis, Aufwachsen und Erwachsensein (Ibur-Yenika-Mochin). Das Verlangen wächst durch diese Phasen und wird dann stufenweise schwächer, bis es vollkommen verschwindet.

Diese Phasen legen die Sinnesempfindung unseres Lebens fest, Geburt, Kindheit und Erwachsenenalter. Ein Mensch lebt sein Leben, wird dann älter und stirbt. Er verspürt den Tod, denn in seinem Verlangen zu empfangen kann er nichts mehr länger spüren.

Hingegen ist Leben im Innern des Verlangens zu geben nicht so zeitlich begrenzt wie das körperliche Leben. In ihm empfangen wir eine unbegrenzte Empfindung der Wirklichkeit. Es hängt nicht von unserem Verlangen zu geben ab, denn das Geben ist nach „außen“ gerichtet, ungleich dem egoistischen Verlangen, das nach innen gerichtet ist. Daher besitzen wir immer die Gelegenheit zur Entwicklung. Unser Verlangen zu geben geht niemals zu Ende oder stirbt, weil es fortfährt sich ohne Einschränkungen auszudehnen.

Aus diesem Grunde verspürt ein Mensch im Verlangen zu geben ewiges Leben. Und weil diese Erfüllung niemals endet, sondern im Gegenteil größer wird, wird ein solches Dasein ewig und vollkommen genannt. Um mit diesem Zustand vertraut zu werden, muss man zuerst eine Reihe von Handlungen ausführen, um sich das Verlangen zu erarbeiten, in dem man dieses spirituelle Leben empfindet.

Aus dem 1.Teil des Täglichen Kabbalah Unterrichts vom 14/03/2011 über Gegenseitige Bürgschaft

Morgendämmerung

Frage: Was ist ein Gebet?

Antwort: Der Schöpfer hat nur das Verlangen nach dem Empfangen von Genuss erschaffen. Verlangen, die durch den inneren Motor, der in mir ein Verlangen nach dem anderen aktiviert, erzeugt werden, können sich automatisch durch die Verwirklichung der Reshimot (Informations-Gene) entfalten. Ein Gebet ist methodische Arbeit an einem Verlangen, das sich in einem Menschen entfaltet.

Jedes Verlangen oder Reshimo besteht aus 613 (Taryag) Verlangen. Diese 613 Verlangen malen durch ihr Auftauchen für mich das Bild von der Welt: In jedem Augenblick neuer Verlangen entdecke ich einen neuen Rahmen der Wirklichkeit, eine neue Welt.

Doch ich selbst kann mir wünschen, an meinen sich ständig entfaltenden Verlangen zu arbeiten, in mir die Entwicklung neuer Reshimot zu beschleunigen; zu lenken, wie sie sich entfalten sollen und meiner Entwicklung nicht erlauben, dass sie zufällig stattfindet. Ich kann mich auf das Auftauchen neuer Verlangen freuen, um an ihnen zu arbeiten, rechtfertige in jedem Augenblick den Schöpfer, schreite in der Verschmelzung mit Ihm voran und erkenne die Notwendigkeit und den Zweck jedes Zustandes. Solche Arbeit mit Verlangen wird als ein Gebet betrachtet. Ein Gebet ist die Arbeit im Herzen und das Herz ist die Summe aller Verlangen eines Menschen. Deshalb wird die Arbeit mit unseren Verlangen als Gebet betrachtet. Darum steht geschrieben: „Man soll den ganzen Tag beten!“ was bedeutet, dass man einen Menschen ständig mit seinen oder ihren Verlangen, sich selbst zur Korrekturen motivierend, arbeiten lassen sollte.

Das unterscheidet sich in radikaler Weise von der Meinung der Massen, die denken, dass sie spirituelle Handlungen oder irgendetwas durchführen, wenn sie ein Gebet aus einem Gebetsbuch lesen. Unsere gesamte Geschichte zeigt uns, wie sinnlos und wie wertlos diese Interpretation des „Gebets“ ist. Es sind lediglich äußere Handlungen, die während der Vorbereitung zur wahren spirituellen Arbeit während des Kabbala Studiums, an uns selbst durchgeführt werden. Nur dann wird die auf die eigene Korrektur ausgerichtete Arbeit als die „Arbeit des Schöpfers“ betrachtet, weil sie von Seinem Licht – Or Makif – getan wird.

Authentische Arbeit liegt in beschleunigten Verlangen. Ich möchte, dass sie sich in mir so schnell wie möglich entfalten, nachdem ich mich selbst und die Umgebung vorbereitet habe: den Lehrer, die kabbalistischen Texte und die Gruppe. So werde ich immer bereit sein und meine eigene Entwicklung einleiten; ich rufe selbst die Morgendämmerung hervor. Es ist Morgendämmerung, denn jedes Verlangen entfaltet sich in mir als eine dunkle Leere, während ich es sofort ins Licht bringe.

Daher ist ein Gebet unsere ganze Arbeit und es gibt nichts außer der Arbeit mit den Verlangen.

Aus dem 2. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 13.03.2011, Das Buch Sohar

Die Konturen innerer Schönheit

Frage: Michelangelo sagte, dass er nicht bildhauerisch gestaltete, sondern nur das wegmeißelte, was das wahre Bild des Steines verbarg. Welches Bildnis, muss ich im Felsblock der „Umgebung“ enthüllen, so dass ich die sprirituelle Verbindung heraus meißeln kann.

Antwort: Pures Geben. Bitte die höhere Kraft zu erscheinen und die Konturen des puren Gebens für dich zu zeichnen, denn es ist nur die höhere Kraft welche dich begrenzt. Wie Michelangelo, der die Konturen der Schönheit innerhalb eines Steines empfinden konnte. Ich muss wissen, was meine Konturen, meine Begrenzungen sind: Inwieweit kann ich das Verlangen zu geben verwenden und welche Begrenzung gibt es jenseits davon, welche mich daran hindert es zu tun.

Alles, was für das Geben relevant ist, wird zu einem Kunstwerk der Schöpfung, und was nicht, dass lasse ich weg. Dadurch, bringe ich das Bild der wahren Welt hervor.

Aus dem 4. Teil des täglichen Kabbala Unterrichtes, 15.3. 2011 über die integrale Welt