Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Wahrnehmung'

Im Ozean der Liebe

Eine Frage, die ich erhielt: Bei der Kongresseröffnung, als Vertreter aller Länder mit den Flaggen auf die Bühne kamen, habe ich vor Freude geweint. Ich habe mich mit allen verbunden gefühlt, habe Verlangen von anderen Menschen, ihre Fürsorge und Liebe gespürt.

Was war das: eine psychologische Empfindung oder bereits eine spirituelle?

Meine Antwort: Das war eine wunderbare, gute, herzliche Ergriffenheit, jedoch noch keine spirituelle Empfindung. Eine spirituelle Empfindung ist die Erkenntnis der Wurzel: woher alles kommt und warum, wo wir uns befinden.

Diese Empfindung muss uns zu einem Zustand bringen, wo wir uns im Ozean einer gewissen Kraft befinden, die uns über der Zeit und dem Raum verbindet, uns unterstützt.

Dann verliert der Mensch die Empfindung des Körpers. Er bezieht sich noch auf den Körper, hält ihn jedoch für eine tiefere Stufe als er selbst. Dann spüren wir, dass wir der gleichen Kraft angehören, in ihr mit eingeschlossen sind und in ihr aufgehen.

Das, was ihr bei der Kongresseröffnung gespürt habt, ist die Stufe vor der spirituellen Wahrnehmung. Wollen wir hoffen, dass wir sie sehr bald erreichen werden.

Aus der 4. Kongresslektion vom 10.11.2010

Es gibt nichts Besseres, als die Umarmung des Schöpfers zu spüren

Der Schöpfer will, dass wir Genuss von Ihm empfangen. Das ist der Schöpfungsgedanke. Denn wenn Er „gut ist und Gutes tut“, dann mangelt es Ihm nur an jemandem, dem Er Gutes tun kann. Aus diesem Grund hat Er uns aus dem Material erschaffen, das sich „Verlangen zu genießen“ nennt. Doch was sollen wir genießen? – Genau Ihn. Und wenn unser Verlangen den Schöpfer als nah, als es erfüllend und mit ihm verschmolzen wahrnimmt, genießt es. Und wenn es sich von dem Schöpfer entfernt, verspürt es eine Abkühlung Ihm gegenüber und empfindet sogar Leiden und Leeregefühl. Wir nehmen immer nur den Schöpfer wahr!

Wenn unser Material, welches der Wahrnehmung des Schöpfers und Seiner Anwesenheit gegenüber empfindlich ist, den Schöpfer mehr spürt, dann nimmt es Ihn als Genuss wahr, und wenn es Ihn weniger spürt, dann empfindet es Ihn als Leiden.

Und es geht so weiter, solange das Verlangen, den Schöpfer zu genießen, sich immer mehr von Ihm entfernt und zu einem Zustand gelangt, als es vollkommen den Kontakt mit Ihm verliert. Und dann findet sich das Verlangen zu genießen in dieser Welt wieder, wo es gar keine Verbindung weder zum Genuss selbst noch zu dessen Quelle gibt.

Die Notwendigkeit einer solchen Entfernung besteht darin, dass wir selbst den Wunsch verspüren, Ihm näherzukommen, von Ihm Genuss zu empfangen und zu begreifen, dass es nichts Angenehmeres und Besseres gibt, als sich in einer Verschmelzung mit Ihm zu befinden.

Diese gemeinsame Handlung nennt sich „Siwug“ (spirituelle Vereinigung), wenn wir uns in einem solchen Maß ineinander einfügen, dass es unmöglich ist, uns voneinander zu trennen und zu unterscheiden. Zu einer solchen Verbindung müssen wir kommen. Und wenn wir ein richtiges Bedürfnis danach erlangen, fangen wir an, Ihn zu spüren, uns mit Ihm zu verbinden und Seine Umarmung wahrzunehmen.

Aus dem öffentlichen Vortrag „Kabbala den Menschen“ vom 02.11.2010 

Kongress 2010, Lektion 6, 10.11.2010

Lektion 6 – „Wahrnehmung der Wirklichkeit“

Video anschauen

Audio anhören

Zum Kabbalalernzentrum->

Wenn du ins Netz willst, musst du zuerst einen Computer kaufen

Eine Frage, die ich erhielt: Meine Gefühle und spirituelle Erlebnisse spiegeln sich in der Realität, die ich wahrnehme, wider. Bedeutet das, dass ich nach dem Äußeren über das Innere urteilen kann?

Meine Antwort: Ganz und gar nicht. Es steht geschrieben, dass „die Welt nach ihren Gesetzen lebt“. In der materiellen Welt durchlebe ich unterschiedliche Zustände und Beziehungen, die mehr oder weniger angenehm sind, doch ich habe auf keinen Fall vor, sie als spirituell abzustempeln.

Über allen Ereignissen meines materiellen Lebens muss ich mich ständig am spirituellen Ziel festhalten. Selbst wenn der Schöpfer etwas Schreckliches mit mir vorhat, darf ich meinen Griff nicht lockern.

Ich weiß nicht, warum und weshalb alles genau auf diese Weise geschieht. Denn ich bin mit den anderen Seelen, Ereignissen und Zuständen verbunden, von denen ich keine Ahnung habe. Heute habe ich noch keine Wahrnehmung des gesamten Systems in mir, welches mir erlauben würde, die Sache zu untersuchen.

Es wäre unklug, zu denken, ich könnte die Verbindung zwischen dem Spirituellen und dem Materiellen zurückverfolgen. Denn ich verstehe weder etwas von dem Einen noch von dem Anderen.

Ich habe kein Werkzeug für die Untersuchung: weder Verstand noch Gefühl oder Wahrnehmung. Ich sehe kein höheres System/keine höhere Welt, kein niedrigeres System/keine niedrigere Welt und keine Verbindung zwischen ihnen/zwischen den Welten vor mir.

All das ist noch ganz weit von mir entfernt. Selbst auf den ersten spirituellen Stufen erkenne ich das noch nicht. Denn diese basieren auf dem Selbstverzicht, dort kann ich nichts klären, und ich will auch nichts, außer in den Höheren aufgenommen zu werden.

Was habe ich im Moment außer dem Egoismus? Und was muss ich außer dem Geben erreichen? Dafür muss ich mein Ego annullieren und die innere Arbeit in der Gruppe mit den Freunden durchführen.

Wir bauen die innere Einheit auf und streben nach der gemeinsamen Kraft, die sich außerhalb von jedem von uns befindet und uns allen gehört.

Werde ich statt all dem etwa Mutmaßungen über den geheimen spirituellen Sinn meiner Krankheiten, Geldsorgen, Familienprobleme und Konflikte mit dem Vorgesetzten anstellen? Das wäre einfach dumm.

Ich bin zu solchen Berechnungen noch überhaupt nicht in der Lage. Genauso stellt ein neuer Computer einfach ein Stück Metall dar, bis ich ihn eingeschaltet, Betriebssystem und notwendige Programme installiert und erforderliche Dateien heruntergeladen habe.

Erst dann und wenn ich mich mit der Software und der daraufgeladenen Information auskenne, kann ich mich an die Arbeit machen.

Wir haben noch keine Kelim, keinen „Computer“, geschweige denn die „Software“. Darum sind wir nicht in der Lage, nach dem Äußeren über das Innere zu urteilen.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 04.11 2010

Und dass ihr mir bereit seid!

Der Schöpfer kann uns nicht vollkommen, Sich ähnlich erschaffen. Nur wir selbst, durch unsere eigenen Anstrengungen, müssen unsere schrittweise Entwicklung bis hin zu Seiner Stufe anregen.

Die Erwartungen des Schöpfers sind beständig – Er erwartet ständig von uns, dass wir versuchen, Ihm ähnlich zu werden, wie ein Kind in unserer Welt erwachsen werden will.

Die gesamte Schöpfung ist auf den Endzustand gerichtet, die gesamte Schöpfung ist die Vorbereitung darauf. Alles, was wir durchlaufen, ist dafür bestimmt, uns auf die Enthüllung vorzubereiten.

Was werden wir denn enthüllen? Den Ort, an dem wir und das Licht uns ständig befinden und der vor uns durch unsere eigenen unkorrigierten Eigenschaften verborgen ist. Es ist so, als ob wir den Nebel an dem Ort verfliegen lassen würden, an dem wir uns jetzt befinden.

Wir haben diesen Ort nie verlassen, und der Schöpfer ist nie von hier verschwunden, wir haben einfach die Fähigkeit verloren, Ihn wahrzunehmen, Er ist aus unseren Empfindungen verschwunden, hat sich „in Luft aufgelöst“…

Und nun bereiten wir uns selbst auf Seine Wahrnehmung vor, indem wir die Eigenschaft des Gebens allmählich in uns aktivieren und auf diese Weise die Erscheinung Seines Abbildes „aus dem Nebel“ zum Vorschein bringen.

Unser Austritt nach unten, aus der Unendlichkeit in unsere Welt, und die Rückkehr in sie zurück ist unsere Vorbereitung auf das Ende der Korrektur (Gmar Tikun) unserer Sinnesorgane, um den Schöpfer wahrnehmen zu können.

Von der Vorbereitung hängt alles ab. Nehmen wir ein Konzert des Philharmonieorchesters als Beispiel.

Ein unvorbereiteter Zuhörer begreift einfach nicht, wo er sich befindet. Er hat mit irgendetwas Interessantem gerechnet, hat eine Packung Chips und eine Dose Cola mitgebracht – doch anstelle der erwarteten Vorstellung hat er eine … „Sinfonie b-Moll“ bekommen.

Und neben ihm sitzt ein erfahrener Musikkenner, der jeden Ton mit Aufregung und Begeisterung verfolgt. Der Eine erlebt ein unvergessliches Wechselbad der Gefühle, den Anderen lässt nur seine Gereiztheit nicht einschlafen.

Alles hängt von der Vorbereitung ab. Der Vorbereitete genießt, der Unvorbereitete leidet.

Wenn wir ein unangenehmes Gefühl bei den Worten über das Anschließen an das absolut Gute verspüren, dann geschieht das nur, weil wir uns ungenügend vorbereitet haben.

Und deshalb müssen wir jetzt, vor dem Kongress, nur für die Vorbereitung sorgen. Und Vorbereitung bedeutet Vereinigung. Wenn wir Teile des gemeinsamen Kli zusammenfügen, werden wir darin die Resultate unserer Anstrengungen wahrnehmen.

Es ist so, als ob der Schöpfer uns ein schmeichelhaftes Feedback geben würde – und wir müssen es sehr ernsthaft aufnehmen. Die ganze Grundlage bauen wir in uns auf, von Seiner Seite gibt es keine Veränderungen, denn die Unendlichkeit ist unveränderbar. Werden wir also das wahrnehmen können, was bereits existiert?

Letztendlich müssen wir unser Herz, d.h. das richtige Verlangen, das auf das gegenseitige Geben gerichtet ist, öffnen. Wollen wir hoffen, dass wir das in den nächsten Tagen erreichen werden.

Aus dem Unterricht nach einem Brief von Rabash vom 07.11.2010

Durchbruch in die Tiefe

Die Kino- und Fernsehindustrie geht zu 3D-Bildern über. Auch wir müssen uns von der oberflächlichen flachen Wahrnehmung verabschieden und die spirituelle Tiefe in unserer Realität erkennen.

In meiner Wahrnehmung gibt es drei Dimensionen: Breite, Höhe und Tiefe. Das ist mein Schirm. Auf diesem 3D-Schirm sehe ich Menschen, Tiere, Häuser, die Sonne, die gesamte mich umgebende Welt.

All das nehme ich in meinem Verlangen wahr. Doch es zeichnet mir das Weltbild nicht auf einer Ebene, sondern in einem Raum, in mir. Und weil es neben diesem Bild kein anderes Bild gibt, empfinde ich es als einzig wahr.
Ein solches Bild hat sich während des Zerbrechens von Seelen/Kelim ergeben, als sich Teile von mir gelöst haben: mein Ich sind GE, und außen befinden sich meine ACHaP, die ich nicht als meine wahrnehme.

Und nun, anstatt meine ACHaP zum Vorschein bringen zu lassen, beginne ich mit der Gruppe zu arbeiten und mit den Freunden zu interagieren: sie streben mir entgegen, und ich strebe ihnen entgegen.

Wir versuchen, zusammenzuarbeiten, als ob wir uns in Bürgschaft befinden würden, und diese Übungen helfen mir, zu verstehen, dass sowohl die Gruppe als auch alles Andere in Wirklichkeit meins ist.

Nachdem ich die Einstellung gegenüber der „äußeren“ Realität geändert habe, stelle ich fest, dass sie mir immer näher kommt und von außen nach innen „überfließt“.
Somit ist die Gruppe eine Art Labor, wo wir versuchen die unkorrigierten Verlangen (Kelim) in uns zu korrigieren, damit sie unserer Realität die verlorengegangene Tiefe wiedergeben.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 05.11.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Wir sind gleich

Eine Frage, die ich erhielt: Warum nehme ich die innere Anspannung, die innere Aufladung nicht allen gegenüber im gleichen Maße wahr?
Meine Antwort: Natürlich nehme ich alle unterschiedlich wahr. Das hängt davon ab, inwieweit sie mir in meiner jetzigen egoistischen Wahrnehmung als nah oder fern vorkommen.
Manche bemerke ich gar nicht, andere finde ich auf eine gewisse Art anziehend und wiederum andere lehne ich ab.
Das liegt an meinem Charakter oder sogar an meiner Stimmung, an der Vielzahl von Details, Vorfällen und Erlebnissen, von denen ich gehört, die ich beobachtet oder gefühlt habe.
Das sagt gar nichts aus. In Wirklichkeit wächst in uns auf dem spirituellen Weg ständig das Gefühl, dass wir alle gleich sind, dass es keine Unterschiede zwischen Weißen, Schwarzen, Roten und Gelben, zwischen Schönen und Hässlichen gibt.
Nationalität, Sprache, Charakter – alle diese äußeren Merkmale verschwinden, weil sie der eingeschränkten Wahrnehmung der Eigenschaften unserer Welt angehören.
Wie der Mensch auch erzogen sein mag und was er auch gelernt haben mag – all das ist nur die äußere Hülle. Sobald ich mit seinem Verlangen in Berührung komme, enthülle ich dort den spirituellen Funken und sogar seinen Platz in dem Gesamtsystem der Seelen. Ich fühle ihn genauso wie Teile meines eigenen Körpers.
Und dann ändert sich die Einstellung: alle werden wichtig. Genauso liebt auch eine Mutter alle ihre Kinder gleich und schenkt jedem so viel Aufmerksamkeit, wie er braucht.
Denn wir alle sind Teile eines vollkommenen Systems, und in der Vollkommenheit kann kein einziges Detail wichtiger als das andere sein.
Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 05.11.2010

Die Sünde und ihre Korrektur

Adam war vollkommen, bis zum Sündenfall. Nach dem Sündenfall befand er sich auf der Stufe von 600.000 Seelen“.

Rabasch, „Welche Stufe muss der Mensch erreichen“

Eine Frage die ich erhielt : Wie entsteht eine Sünde?

Meine Antwort: Die Sünde entsteht durch Einwirkung des Höheren Lichtes. Als Beispiel : ich will dass du einen Fehler aufdeckst, dass du es selbst tust, es verstehst und korrigierst. Ich nehme an diesem Prozess teil, jedoch unauffällig. Was heisst „unauffällig“?

Ich bin nur ein anregender Faktor, der in deinem Verlangen nicht spürbar ist, so wie Sfira Keter.

Wenn ein Mensch in sich plötzlich eine Schwäche empfindet, oder in störende, befremdliche Gedanken versinkt… all dies kommt von Oben. Aus Unwissenheit heraus, denkt er, dass es seine eigenen Gedanken sind. Das ist schon die erste Sünde.

Nun beginnt der Mensch sich selbst zu bekämpfen, anstatt sich an den Schöpfer zu wenden – das ist die zweite Sünde.

Dann führt der Schöpfer den Menschen zu einer Wahl.
Er gibt ihm eine gewisse Hintergrundbeleuchtung, um seine Wahrnehmung anzugleichen und gibt ihm aber auch noch zu verstehen, dass sich noch etwas darin verbirgt.

Das System der spirituellen Welten ist jedoch so aufgebaut, dass wir uns nicht an den Schöpfer direkt wenden können.

Wir sind Ihm ja in unseren Eigenschaften entgegengesetzt. Und das Gesetz von der Ähnlichkeit der Eigenschaften erlaubt und dies nicht.

Deshalb auch nehme ich das äußere System der Körper wahr, diese Welt in der ich meine ersten Schritte zur Korrektur machen kann.

Während ich diese Schritte mache, schließe ich meine Absicht der Handlung an, indem ich mich an das Höhere Licht wende.

So verbinde ich beide Welten, erwecke die Einwirkung der höheren Seelen auf mich und bekomme durch sie Hilfe.
Die Seelen der Gerechten bringen ein Leuchten von Oben und sie arbeiten mit und erheben mich.

Aus einem Unterricht über den Artikel von Rabasch vom 2.11.2010

 

Programmfehler der unvollkommenen Wahrnehmung

Solange der Mensch sein Weltbild durch die spirituelle Wahrnehmung nicht ergänzt hat, wird er mit einigen Problemen konfrontiert.

Erstens ist es schwierig für ihn, zwischen dem Materiellen und der Spiritualität zu unterscheiden. Denn wir befinden uns auf der materiellen Ebene und müssen bestimmte äußere Bedingungen erfüllen.

Wir müssen die Arbeit in der Gruppe, Beziehungen in der Familie, auf der Arbeit und zwischen den Freunden aufbauen – unter anderem auch nach den Gesetzen unserer Welt, die wir als einen Teil der höheren Lenkung wahrnehmen.

Von uns wird eine doppelte Haltung verlangt: von dem äußeren und dem inneren Standpunkt aus. Doch wenn man alles „von innen“ betrachtet, wozu soll man dann überhaupt die Wissenschaft der Kabbala verbreiten? An wen versuche ich sie heranzutragen? An die bereits korrigierten Teile?

Unser Weltbild ist noch nicht vollkommen, es kommt mit der Zeit zum Vorschein. Es wird mit Absicht so gemacht, um angesichts der von außen betrachtet zersplitterten Realität dem Menschen die Freiheit der Wahl zwischen den beiden Prinzipien „Wenn nicht ich mir, wer dann“ und „Es gibt niemanden außer Ihm“ zu lassen.

Und zweitens gibt es Widersprüche in der Arbeit mit den Freunden. Entweder sind sie bereits völlig korrigiert oder man muss mit ihnen wie mit Gleichgestellten arbeiten, was eine andere Art von Beziehungen und Forderungen voraussetzt.

Diese Zweiteilung begleitet ständig einen Anfänger, und man muss damit arbeiten können. Denn gerade dadurch, indem wir die Gegensätze vor einer Handlung und danach miteinander kombinieren, kommen wir zu einer korrekten Analyse und setzen sie um.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 02.11.2010

Sei bereit zu fliehen

Wir befinden uns alle in dieser ägyptischen Gefangenschaft, von welcher uns die Haggada von Pessach berichtet – außerhalb von der spirituellen Welt.

Deshalb sollen wir uns zurechtfinden und verstehen, wie bereit wir sind die Möglichkeit der Flucht zu nutzen, die sich uns jederzeit eröffnen kann. Sind wir dann auch in der Lage zu fliehen?

Denn jetzt empfinden wir den Geschmack von der spirituellen Arbeit wie trockenene und fade Matzen, und die Liebe zu Freunden hat einen bitteren Geschmack, den wir nicht haben wollen. Gerade das bedeutet, dass wir uns in dem Exil von der Spiritualität befinden.

Wir spüren, dass die spirituelle Welt viel höher ist, und ich wurde daraus vertrieben, weil ich sie nicht schätzen und verstehen kann, wie schön sie ist. In meinen Wahrnehmungsorganen empfinde ich sie als schlecht, also befinde ich mich in der Dunkelheit.

Und nicht das Ägypten selbst ist dunkel, Ägypten an sich ist ein enormes reiches Reich, voller Glanz und Pracht. Die Dunkeheit kommt davon, dass ich in diesem Ägypten nach dem Spirituellen suche, und in Bezug darauf fühle ich mich im Exil, es ist für mich wie „mageres Brot“

Ich empfinde diesen Zustand nur wenn ich aus Ägypten ausziehen will, und ich muss zustimmen so einfaches Brot zu essen, um mich auf die Flucht vorzubereiten.

Ich bin bereit zu fliehen wenn ich tatsächlich fühle, dass Ägypten die ägyptischen Plagen mit sich bringt und ich nicht mehr in der Lage bin diesen Zustand zu ertragen. Ich werde spüren, dass ich mich wirklich mit den anderen vereinigen möchte und der Pharao lässt mich nicht!

Ich möchte auch nur ein kleines bischen aus dieser egoistischen Sklaverei heraustreten, irgendeine Form des Gebens erreichen, denn ich spüre, dass es nur im Geben das Leben gibt! Aber im Moment befinde ich mich in „Lo Lischma“, in Egoismus, und möchte dadurch gewinnen und vom Pharao, der mir nur Unglück bringt, fliehen.

Solch eine Einstellung muss sich in der Gruppe formen, damit wir von dieser schweren Arbeit schreien, der Punkt von Mosche soll uns nach vorne ziehen und Pharao soll sich völlig offenbaren, so dass wir sehen, dass die egoistische Nutzung nichts Gutes in der Zukunft verspricht.

Bis unser Punkt im Herzen so eine polare Konfrontation mit dem Egoismus erreicht hat, dass wir diese nicht mehr dulden können.

Wir haben uns miteinander verbunden und die Wichtigkeit der Spiritualität auf solche Höhe erhoben, dass wir uns nicht mehr innerhalb von unserem Ego befinden können. Wir wollen herauskommen!

Lasst mich mich vom „mageren Brot“ ernähren, das ist mir egal! Denn ich muss im Geben sein! Denn alle Erfüllungen, die mir Ägypten geben kann gehören zum tierischen Niveau, und ich will nicht mehr nur dafür leben um mein Tier zu füttern! Ich möchte mit dem menschlichen Leben leben, um des Willens des Menschen der in mir ist!

All diese Berechnungen führen mich zur Flucht, aber sie selbst ist ein Wunder von oben.

Aus einem Unterricht über den Artikel von baal HaSulam „Dies ist für Yehuda“, 31.10.2010