Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Zwei Pole, die sich im einem Visier verbinden

Frage: Was ist „die Wahrheit und der Glaube“?

Meine Antwort: Die Wahrheit ist eine gerechte Belohnung und Strafe, wenn ich für meine Arbeit eine gerechte Entlohnung erhalte.

Wir sehen jedoch, dass unser Leben nicht immer auf solchem Prinzip basiert. Derjenige, der viel arbeitet, verdient nicht unbedingt mehr als die anderen. Wenn es anders gewesen wäre, dann wäre die Welt verhältnismäßig gerade.

Um uns aus dieser egoistischen „Geradheit“ herauszuziehen, spielt der Schöpfer mit uns und verwirrt uns sehr. Deshalb sehen wir, dass die gerechte, wahrhafte Belohnung nicht immer gilt und es einen Ort für den Glauben gibt, das heißt, für die Hoffnung auf den Erfolg, auf die Höhere Hilfe, welche über meinem Verstand liegt.

Der Glaube zerschlägt das Prinzip der gerechten Wahrheit. Deshalb werden die Menschen in dieser Welt so verwirrt und hoffen auf das Wunder und den Segen, auf die zauberhafte Heilung. Und auf dem spirituellen Weg existiert dieselbe Verwirrung: einerseits wird alles im Maß der Bemühungen gegeben, und andererseits hängt alles vom Erfolg ab.

Und der Mensch soll daran arbeiten, dass diese zwei Prinzipien ineinander verschmelzen, wie es geschrieben ist: „Deine gesamte Nachkommenschaft wird von Isaak stammen, aber bringe sie zum Opfer“. Das heißt, du wirst einerseits sehen, wie Isaak deine „Enkel gebärt“, die neue Generationen bis zum Ende der Korrektur, und andererseits wird gefordert, die Nachkommenschaft zu vernichten. Wie ist es möglich?

Es ist für uns heute unverständlich, aber darin besteht das erste Prinzip des Eintritts in die spirituelle Welt, das Abraham erklärt wurde. Der Mensch korrigiert seine Sehkraft und wird zum ersten Mal fähig, zwei Gegenteile zu vereinen.

Das bedeutet, dass er auf die erste spirituelle Stufe steigt und das Höhere Prinzip versteht, nach dem sich zwei Gegenteile zu einem Ganzen verbinden. Und jetzt begreift er, dass er ab sofort gleichzeitig mit dem Verstand sowie mit dem Glauben über dem Verstand, mit dem Hass, arbeiten soll, da die Liebe alle Sünden zudeckt.

Wenn der Mensch beginnt, dieses Prinzip zu begreifen und es bei seiner Arbeit berücksichtigt, sogar ohne irgendeine Realisation, dann stößt er auf keine schweren Hindernisse mehr, die ihn nicht vorankommen lassen. Er fühlt, dass genau diese Hindernisse ihm helfen, und er sieht in allen diesen Gegenteilen eine Möglichkeit, hinaufzusteigen. Folglich beginnt sein Aufstieg.

Und umgekehrt: „Der Stolz demütigt den Menschen“. Wenn er diese Bedingung nicht berücksichtigt und nicht gewillt ist, zwei Gegenteile zu einem Ganzen zu verbinden, dann sieht er ein riesiges Hindernis vor sich. Und deshalb verlässt er seinen Weg.

Deshalb ist es so wichtig, sich direkt an die Welt der Unendlichkeit zu richten und zu begreifen, dass die Differenz zwischen dieser Welt und der Welt der Zukunft in unserer Fähigkeit liegt, zwei Pole zu einer Einheit zu verbinden. Sie gibt uns die Richtung an, wie im Visier.

Dieses Prinzip äußert sich unterschiedlich: „Israel, die Tora und der Schöpfer sind einheitlich“, der Aufstieg und der Abstieg sollen sich zu einem Ganzen verbinden, die Gruppe und ich sollen gemeinsam arbeiten, damit ich sie während des Aufstiegs ausfülle und von ihr die Kraft während des Abstieges bekomme, das heißt, sie soll zum „Regler“ meines Stromes werden.

Daraus entsteht die folgende Beziehung zu dieser Welt: du sollst keine Eigenschaft, weder in dir selbst noch in der Welt, zerstören. Sie alle müssen korrigiert werden, um über die Korrektur hinaufzusteigen und sich mit dem Schöpfer verbinden zu können.

Wir können in unserer Welt kein gutes Leben und keine gerechte Gesellschaft aufbauen, wenn wir uns untereinander nicht gleichmäßig verbinden. Das heißt, jeder wird nach seinen Möglichkeiten für das Wohl der Gesellschaft arbeiten und von ihr nur das Notwendige bekommen.

Es ist aber unmöglich, diese Bedingung einzuhalten, wenn wir die Verschmelzung mit dem Schöpfer nicht
anstreben. Die Eigenschaft der Liebe und des Gebens, die unsere entgegengesetzten Eigenschaften verbindet, ist Voraussetzung für den einheitlichen, unendlich vollkommenen Zustand.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel aus dem Buch „Shamati“, 23.08.2011

Wie groß soll der Pharao werden?

Frage: Wie soll man sich vor Fehlern bewahren, wenn man schon im Voraus weiß, dass man sich von seinen Gefühlen am Gängelband führen lässt und Böses tut? Doch andererseits – müssen wir fallen, um wachsen zu können?

Meine Antwort: In der Tat: „Tausendmal wird der Gerechte fallen und wieder aufstehen“. Nur aus Erfahrung von vielen Stürzen und Enttäuschungen, Bitterkeit und Fehlentscheidungen, für die wir zahlen müssen, gelangen wir schließlich zur einer endgültigen Schlussfolgerung und begreifen, dass wir uns über unsere eigene egoistische Natur erheben müssen. Im Endeffekt erkennen wir, dass wir im Inneren des Egoismus niemals in der Lage sein werden, Verstand und Gefühle miteinander zu verbinden.

Dieses Bild sehen wir heute in der Welt, in allen Ländern. Mit dem Verstand begreift jeder, dass wir in eine schreckliche Krise eintauchen – und dennoch können wir uns selbst nicht stoppen. Das Ego treibt den Menschen voran. Das egoistische Gefühl ist stärker als die Vernunft, und deswegen handelt der Mensch weiterhin entsprechend seinem Ego.

Er kann nichts dagegen tun. Wir mögen uns noch so oft an die Welt wenden und sie warnen, sie wird es nicht hören. Wir tun dies jedoch nur, um allen zu zeigen, dass eine Methode der Korrektur (die Kabbala) existiert. Und wenn sich der Mensch dann angesichts der Tatsachen praktisch davon überzeugt, dass an jeder Ecke die Probleme lauern: in der Wirtschaft, in der Erziehung und in allem anderen – wird er daraus erkennen, dass die Kabbala über die Korrektur spricht. Das Gleiche kann man einfach so tausendmal wiederholen, und der Mensch wird dem kein Gehör schenken.

Die Welt wird diese Entscheidung nicht akzeptieren, bis sie schließlich verzweifelt und begreift, dass ihr Verstand und ihr Gefühl zwei Pole sind, die sich nie verbinden lassen und immer wieder neue Fehler machen werden. Bis dahin wird nichts helfen. Der einzige Weg ist, sich über den materiellen Verstand und die Gefühle zu erheben – im Interesse des spirituellen Ziels. Und dort – in der mittleren Linie – wirst du deinen Verstand mit dem Herzen verbinden können und wirst dann Erfolg haben. Denn sie werden gemeinsam, in einem Gespann arbeiten. Das Herz wird es verstehen!

Und in dieser Welt gibt es so etwas nicht, und wir müssen immer zwischen dem Herzen und dem Verstand, dem Verständnis wählen – eins von beiden!

Jeden Tag werden immer mehr in die Krise hineingezogen. Heute beginnt eine neue Spirale der Krise, und bald wird das spürbar. Ein Schlag, noch ein Schlag und noch einer – und letztendlich wird der Mensch es begreifen. Der gleiche Pharao – unser Verlangen zu genießen, unser Ego – bringt uns auf diese Art und Weise dem Schöpfer näher, zwingt uns zu verstehen, dass wir uns vor ihm verstecken müssen.

Der Pharao weiß quasi selbst, dass die Söhne Israels am Ende vor ihm flüchten werden. Warum sollte er sich also diesen Schlägen aussetzen? Er ist aber so beschaffen, dass er sich selbst zu diesen Schlägen bringt. Der Mensch leidet, und ihm bleibt keine andere Wahl, als vor dieser bösen Macht zu fliehen.

Der Pharao ist eine umgekehrte Widerspiegelung des Schöpfers in uns. Die Frage ist nur, wie groß er werden soll, damit wir uns zu einer Flucht vor ihm entschließen. Das hängt bereits von der Verbreitung der Kabbala, vom Verständnis, von unserer Verbindung in der Gruppe ab.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 08.08.2011

Multikrise oder der Anfang einer neuen Welt

Zunächst einmal muss die Welt das Böse erkennen – d.h. sie muss erkennen, dass wir an einem Zustand angelangt sind, über den wir nichts wissen, wir können diese Daten nicht verarbeiten, indem wir irgendein richtiges System benutzen. Kein System, das wir entsprechend dem Verstand und dem Herzen bis zum heutigen Tag aufgebaut haben, funktioniert mehr.

Dies ist eine Multikrise und nicht nur eine Wirtschaftskrise. Es ist nicht nur der Dollar und der Euro, die ihren Wert verlieren, es stürzt alles ein, womit sich die Menschen beschäftigt haben – unsere ganze Einstellung zum Leben: zu uns selbst, zu der Familie, den Kindern, dem Geldverdienen, dem Zuhause, der Kultur, der Bildung, den Beziehungen zwischen den Menschen, zwischen den Ländern! Absolut alles befindet sich in einer Krise, in der Schwebe und durchläuft eine Art Mutation.

Schaut euch an, worüber Fernsehen und Zeitungen berichten. Die Menschheit weiß nicht, was sie tun soll, in welcher Form sie existieren soll. Hier muss eine neue Stufe her, aber wir haben weder Gefühl noch Verstand, mit denen wir weiterarbeiten und uns linear weiterentwickeln könnten.

Wir müssen in unserem Inneren ein neues Modell erschaffen, uns selbst einfach umdrehen, um neue Beziehungen, eine neue Welt aufbauen zu können. Wir können uns nicht einmal vorstellen, wie es sein wird. Selbst die materielle Welt wird völlig neu sein. Es wird keine alten Arbeitsplätze geben – alles wird anders sein.

Das bedeutet, den Verstand (den Kopf) des Höheren zu erlangen. Denn du selbst hast keinen Verstand, mit dem du im Moment vorankommen könntest. Genauso wie der Aufstieg in der Spiritualität stattfindet, müssen wir uns vor dem Höheren annullieren, Seinen Verstand und Seine Empfindungen erhalten und beginnen, damit zu arbeiten, die eigenen Daten zu überarbeiten. Und dann wirst du plötzlich in deiner Welt die spirituelle Welt aufbauen können!

Aus dem Unterricht zum Thema „Einführung in die Wissenschaft der Kabbala“ (Pticha) 13.07.2011

Prüfe dich!

Frage: Wie kann ich überprüfen, ob meine Bemühungen in vollem Maße erfolgen?

Meine Antwort: Die Anstrengungen sollen nach dem Prinzip „Glaube über dem Verstand“ unternommen werden: obwohl es dem Menschen scheint, dass alle Anstrengungen ungewöhnlich schwierig und unmöglich sind und er sie alle satt hat; obwohl er den Glauben an den Lehrer, mit allen seinen Hinweisen, sowie an den verhüllten Schöpfer verliert, weil er nicht versteht, was Er von ihm will; obwohl die Gruppe seinen Ansprüchen nicht gerecht wird – jeder Einzelne und alle zusammen. Unabhängig davon soll er weitermachen.

Dabei muss man beachten, dass er dieses Bild sieht, weil er die Welt durch sein Ego wahrnimmt. Und in Wirklichkeit ist man schon in der Welt der Unendlichkeit. Und die Gruppe sind jene Seelen, mit denen er sich in voller Vereinigung befindet! Und der Lehrer ist jener Teil, der sich über uns befindet und uns zur Vereinigung mit anderen, schon korrigierten Seelen, führt, damit wir zusammen den Seelen helfen, die noch nicht korrigiert sind. Und dann wird der Schöpfer offenbart, wobei Er jetzt unseretwegen verborgen ist.

Wenn der Mensch sich diesen Zustand richtig vorstellen könnte, dann würde er verstehen, dass diese Welt nur seine eigene Illusion ist. Durch dieses illusorische Bild soll er in die Tiefe graben, bis es ihm gelingt, zur inneren Form zu gelangen, um die verborgene Verbindung zu entdecken, wie auf der Kehrseite der Stickerei. Erst dann kann er sich eine richtige Vorstellung von dem System machen, in dem er sich befindet und seine Korrektur vervollständigen.

Er wird die Vollkommenheit in der harmonischen Verbindung mit jedem Verlangen, mit der Gruppe und mit dem Schöpfer entdecken. Er wird fühlen, dass er die Vollkommenheit erreicht hat und es außer ihr nichts mehr gibt. Es ist für ihn der vollkommene Zustand!

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel aus dem Buch „Shamati“, 24.07.2011

Der Punkt zwischen dem Anlauf und dem Sprung

Der Mensch, der mit dem Studium der Wissenschaft der Kabbala beginnt und ihre gesamten Mittel verwendet, kommt nach einiger Zeit an einem Wendepunkt an, an dem er aufhören sollte, sich unfrei und unbewusst zu entwickeln. Der erste Abschnitt ist dafür bestimmt, den eigenen Zustand kennenzulernen, und dieser Abschnitt ist notwendig.

Doch dann erreicht er einen „Gabelpunkt“, einen Knickpunkt (einen raschen Wechsel des ehemals stabilen Zustandes), an dem er seine gesamte Einstellung der Entwicklung, dem Leben, dem eigenen Verlangen, dem Licht, allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln gegenüber klären und überdenken muss. Er wechselt völlig sein früheres Paradigma, seine Lebensphilosophie und die Wahrnehmung des Systems, in dem er sich befindet.

Früher hat dieses System ihn gesteuert; denn er hat gänzlich innerhalb der Natur gehandelt und sich nur aufgrund des eigenen Unwissens vorgestellt, er würde über ihr stehen. Doch nun begreift er seine völlige Abhängigkeit von der Natur, ihren Kräften und Gesetzen und muss ihre Lenkung selbst in die Hand nehmen, wie geschrieben steht: „Meine Söhne haben mich besiegt“.

Und dann versteht der Mensch, an welchem besonderen Wendepunkt er sich befindet. Denn zuvor hat er nur geglaubt, dass er selbst etwas in seinem Leben verändert, doch in Wirklichkeit hat er gehorsam alle Befehle seiner Natur ausgeführt, ohne die geringste freie Wahl zu haben.

Doch nun wird ihm die Freiheit geschenkt. Und die Welt erscheint ihm chaotisch, ohne jegliche Ordnung. Ihm wird mit Absicht eine solche Empfindung gegeben, damit er selbst den Wunsch verspürt, alles in Ordnung zu bringen, zusammenzufügen und die Welt zu regieren.

Hier bekommt er die Möglichkeit, um die Kraft, das Verständnis und das Vorankommen durch den Glauben über dem Verstand von Oben zu bitten, weil er zu den höheren Zuständen aufsteigen und von dort einen neuen Verstand und neue Eigenschaften erhalten möchte – um auf diese Weise seine Welt ins Gleichgewicht zu bringen. Denn die Welt ist das Spiegelbild der inneren Ordnung eines Menschen, entsprechend der inneren Wahrnehmung der Realität und nicht der äußeren.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 13.07.2011

Auf 500 Bewohner unserer Erde kommt ein Millionär

Meldung: (Agentur Boston Consulting Group): Trotzt der Wirtschaftskrise steigt die Anzahl der Millionäre weltweit weiterhin an.

Aktuell werden 12,5 Millionen natürliche Personen gezählt, deren Vermögen eine Million Dollar übersteigt. Die genannte Zahl beträgt 0,2% der Gesamtbevölkerung der Erde oder mit anderen Worten, auf 500 Erdbewohner kommt ein Millionär.

Kommentar: Der tendenzielle Anstieg der Anzahl der Millionäre bedeutet ein schnelles Vorankommen zur Erkenntnis des Bösen, der Ungleichheit, welche gegen das vollkommene Gleichgewicht als Hauptgesetz der Natur ist. Wann werden wir es aber begreifen – durch Katastrophen oder durch den Verstand? So weit begreifen, dass wir ein einziges Gesetz einführen werden – das Gesetz der Gleichheit beim vernünftigen Verbrauch und der Einigung.

Der Atheismus, die Religion und die Kabbala

Frage: Welchen Stand nimmt die Kabbala gegenüber ungläubigen und religiösen Menschen ein? Ich sehe, Sie versuchen irgendwie die ganze Zeit zwischen den beiden zu lavieren.

Meine Antwort: Sie haben recht.

Die Religion hält den Schöpfer dem Menschen ähnlich, das heißt, dass Er sich in Abhängigkeit der Handlungen des Menschen ändert. Darüber hinaus hat jede Religion nach eigenem Belieben eine eigene Vorstellung von dem Schöpfer und seinen Gesandten. Sie sind gezwungen, miteinander auszukommen oder einander zu bekriegen; denn ihre Meinung ist die Frage des Glaubens und damit ohne Beweise. Wer der Stärkere ist, der hat recht. Oder wir werden so handeln, als würden die anderen nicht existieren, dabei bleibt jeder in seiner Glaubensgemeinde.

Aber sie alle verbindet eins: Gottes Verhalten dem Menschen gegenüber ist davon abhängig, wie der Mensch sich zu Gott oder anderen Menschen verhält, das heißt, Gott verändert sich, mal ist er zornig, mal ist er gnädig. So sieht es der Mensch aus seinem Leben, seinem Schicksal heraus. Das bedeutet, man kann Gott mit Geschenken überhäufen, für das Paradies bezahlen, ihn gut einstimmen – und dann wird er gut zu euch sein. Die Sünden lassen sich durch den Gesang der Gebete bedecken; es besteht die Möglichkeit, sich vor Bestrafung und Richten freizukaufen. Ich gebe Almosen und wende den Schicksalsschlag von mir ab. Alles ist darauf aufgebaut, dass das äußere Verhalten des Menschen das Verhalten Gottes zu ihm ändert.

Atheisten verhalten sich zu Gott wie zur Natur: denn sie ist konstant, mechanisch und hat keinen eigenen Verstand und keine Planung. Sie hängt nicht von unserem Verhalten ihr gegenüber ab, sondern nur von unseren „mechanischen“ Einwirkungen auf sie.

Die Kabbala sieht die Natur und den Schöpfer als ein und dasselbe. Aber Er hat den Verstand, die Planung, das Ziel. Er hat Gefühle. Deswegen hat Er den Menschen im Laufe der Entwicklung (Evolution) in dieser Weise erschaffen, mit Gefühlen und mit Verstand, in zwei gegensätzlichen Systemen, als Egoist, d.h. mit dem Wunsch, in jedem Moment seiner Existenz Genuss zu bekommen. Er hat ihn auf so eine Weise geschaffen, damit der Mensch sich mit Hilfe der Methodik der Kabbala und der Naturkräfte (das umgebende Licht), ändert und dem Schöpfer dadurch ähnlich wird.

Damit erreicht der Mensch seine Unabhängigkeit (in anderen Zuständen wird er vollständig von der Natur und seinem Egoismus angetrieben, ist unfrei), Vollkommenheit, Ewigkeit und die Verschmelzung mit dem Schöpfer (den Status des Schöpfers). In der Kabbala ist der Schöpfer unveränderlich, absolut, absolut gut, und deshalb kann er sich nicht ändern; es verändert sich nur derjenige, der zuvor schlechter/besser aber nicht absolut war. Deshalb handelt es sich bei der Ansprache zum Schöpfer um eine Ansprache zu sich selbst, zur Selbsterkenntnis der Notwendigkeit, sich zu korrigieren, wie der Schöpfer zu werden – ein Vorbild der Güte.

Also, die Atheisten ändern die Welt, die Religiösen bestürmen den Schöpfer mit Bitten, und die Kabbalisten korrigieren sich selbst – dabei korrigieren sie die Welt.

Die erste Berührung mit der Methode der Korrektur

Frage: Nur durch die Vervollständigung der derzeitigen Phase versteht das Verlangen, dass es auf die nächste Stufe übergehen muss. Wie können wir die Menschheit davon überzeugen, dass das egoistische Verlangen an seine Grenze stößt?

Meine Antwort: Wir werden nicht jeden überzeugen. Wir wollen, dass die Menschen verstehen, dass es an ihnen selbst liegt. Dieses Bewusstsein sollte nie von uns ausgehen. Im Gegenteil, die klugen Köpfe der Menschheit verstehen, dass es unmöglich ist, das Egoistische fortzuführen, da wir mit diesem Mittel uns selbst und die Erde zerstören. Es ist noch nicht so offensichtlich und erschüttert uns nicht. Jedoch hat es unseren Verstand durchdrungen. Wir verstehen bereits, dass das der Weg des Bösen ist, trotz der Tatsache, dass wir es noch nicht fühlen können. Letztendlich ist eine Empfindung eine vollzogene Korrektur.

Die Menschen sind darauf vorbereitet, über dieses Problem zu diskutieren, haben aber keine Ahnung, wie man es lösen kann. Sie haben einen grundlegenden Zugang zu dieser Methode, ein Verständnis dafür, dass die Natur des Menschen erneuert werden muss, aber sie wissen noch nicht, wie man das vollbringen kann.

Wir werden vom Egoismus zerstört, von unserem „Todesengel“. Die „denkende“ Krone ist willens, dem absolut zuzustimmen. Jedoch sind sie sich noch nicht im Klaren darüber, wie man es reformieren kann und wie gewinnbringend es sein wird. Trotzdem ist es ein Anfang.

Aus dem 5. Teil der täglichen Kabbala Lektion vom 20.06.2011, „Matan Tora (Das Geschenk der Tora)“

Vom Egoismus zum Geben durch Glaube über dem Verstand

Lo LiShma“ bedeutet, dass ich es selbst weiß, dass ich mich im Egoismus befinde und nicht im Geben. Mit allen meinen Kräften strenge ich mich an, das Geben zu erreichen, „LiShma„; aber momentan bin ich unfähig, dies zu tun, und bin gezwungen, die Überlegungen im eigenen Interesse zu machen.

Und der Unterschied, den ich zwischen meinem aktuellen Zustand und dem gewünschten Zustand sehe, wird mein „Lo LiShma“ genannt.

Angenommen, du überreichst mir einen Briefumschlag, weil du mir eine Schuld in Höhe von Tausend Euro begleichen möchtest.

Wenn ich den Umschlag entgegennehme, ohne dabei zu prüfen, was im Inneren liegt, dann wird es „unter dem Verstand“ genannt. Das heißt, ich glaube dir aufs Wort, ohne jeglichen Verstand von Beginn an einzuschalten.

Wenn ich kontrolliere und darin genau die Tausend Euro sehe und die Schuldzahlung annehme, dann wird es „im Verstand“ genannt.

Und wenn ich den Umschlag öffne und das Geld nachzähle und dabei sehe, dass ein gewisser Betrag fehlt, aber ich nehme es trotzdem als einen ganzen Betrag an, dann bedeutet es, ich arbeite für den Teil des fehlenden Betrages im Glauben über dem Verstand.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 19.06.2011

Es gibt keine Fehler in der Spiritualität

Frage: Das Buch Sohar enthält viele Gleichnisse und irdische Bilder. Warum sind sie dennoch so wichtig, obwohl sie uns nur verwirren und von der richtigen Absicht abbringen?

Meine Antwort: Alles, was der Mensch sagt, welcher sich in der Heiligkeit, d.h. im Wunsch des Gebens befindet, kommt aus seinem Verständnis, aus seiner Wahrnehmung und aufgrund seines Aufenthalts im Verlangen des Gebens, und nicht einfach so oder ausgedacht aus seinem Kopf.

Infolgedessen, dass sein Wunsch des Genusses „geheiligt“ wurde, d.h. die Eigenschaft des Gebens erlangt hat, so dass er sich darin aufhalten konnte, empfindet er folglich diese Eigenschaft. Deshalb nimmt er eine Art des Ausdrucks des Schöpfers in sich wahr und gibt diese in solcher Form weiter. Denn er selbst erschafft diese Gestalten nicht, und sie entstehen auch nicht in seiner Vorstellung, und jene Form des Schöpfers, die er enthüllte, ruft in ihm jene Gestalt, jenes Bild hervor, welches er an uns weiter gibt.

Darum sollen wir all diese Gleichnisse nutzen und uns mit ihnen verbinden. Und obwohl wir sie noch nicht verstehen, verspreche ich euch, dass es dennoch die Zeit kommen wird, wenn wir diese letzten Endes verstehen werden. Außerdem werden wir die gleiche Stufe erreichen und in uns wird das gleiche Bild, die gleiche Gestalt und Ausdruck entstehen.

Deshalb verstehen die Kabbalisten einander. Und wir sind diejenigen, die sie nicht verstehen. Aber in dem Maße, in welchem wir uns damit verbinden, worüber sie sprechen, beginnen wir sie besser zu verstehen.

Nicht ohne Grund ist es im Chassidut üblich, dass wenn in Notizen des Ravs Fehler auftauchen – segnet man sie, weil er sie so geschrieben hat – was für uns als ein Zeichen der Heiligkeit gilt.

Dies entspringt der Tatsache, dass ein sich in der Heiligkeit befindender Mensch keine Fehler machen kann. Du glaubst, er hätte einen Fehler gemacht, weil Du selbst unkorrigiert bist. Und dies wird „Glaube über dem Verstand“ genannt.

Auszug aus dem Unterricht vom 30.05.2011, Der Sohar