Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Woraus besteht das Bild des Schöpfers?

Normalerweise machen wir einen sehr gewöhnlichen Fehler, nämlich zu denken, dass wir den Schöpfer Selbst enthüllen müssen. „Wann wird Er denn enthüllt!?“ Als ob es das Wichtigste für Ihn wäre zu erscheinen.

Doch das wird nie geschehen. Was erscheinen muss, ist genau jene Einschränkung, unser Verlangen Ihn von unserm Willen zu Genießen zu verhüllen, vor unserm Verständnis, sodass wir die Möglichkeit haben, nur unter der Bedingung mit Ihm zu arbeiten, dass wir Ihm in Erwiderung Genuss geben können.

Dann wird Verhüllung, das Bestreben nach wahrem Geben, „Lishma“ genannt, zu unserm Gefäß. Innerhalb dieser Verhüllung werden wir fähig sein, das Bild des Gebers zu formen, und zu verstehen was Geben ist. Denn wir werden nur nach dem Geben streben, ohne irgendein anderes Gewand des Genusses in unserm Verlangen und werden daher tatsächlich beginnen zu erlangen, was Spiritualität bedeutet.

Jeder Mensch möchte den Schöpfer in der Tiefe des Exils enthüllen. Doch die Frage ist, wie wir um nichts anderes, als Seine Verhüllung bitten sollen, während wir im Exil sind, wie wir diese Verhüllung selbst wahren und erheben können. Alle Stufen des Aufstiegs sind voneinander getrennt, abhängig davon, wie sehr wir wünschen und fähig sind, uns selbst einzuschränken, um uns von der Enthüllung fernzuhalten und uns selbst nur für das Geben zu enthüllen.

Und innerhalb dieser Eigenschaft des Höheren, unserm Verlangen Ihn zu verhüllen, formen wir Sein Bild. Die Herrlichkeit des Schöpfers, die in unserm Innern durch den Wert dieser Verhüllung geboren wird, macht uns fähig, Ihn wert zu schätzen und zu beginnen, Seine Form zu spüren. Das heißt, die Form des Schöpfers wird bestimmt durch die Form der Wichtigkeit, dass wir fähig sind Ihm zu geben.

Diese Erklärung kann nicht gerade leicht verstanden werden, doch sie berührt schon direkt die Beziehung zwischen der Schöpfung und dem Schöpfer in der spirituellen Welt…..

Aus dem 1. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 21.07.2011, Shamati

Fragen über einen Ehepartner, die Barriere und das Böse

Frage: Ich habe eine Frage bezüglich meines Ehemannes. Wir nehmen beide unsere Arbeit sehr ernst, und mein Mann kommt oft an den Punkt totaler Frustration, großer Sorgen, Leid und sogar „Ärger“ über den Zustand der Welt, über alles, was er in seinem Innern und außerhalb spürt, als ob er das Gewicht aller Welten auf seinen Schultern spürt, und er muss eine Lösung für all das „Chaos“ finden.

Gibt es etwas, dass ich als seine Frau tun kann, um die Arbeit zu erleichtern, ihm zu helfen, dass er sich ausgeglichen fühlt oder mehr Frieden und möglicherweise Verständnis für seine Verantwortung erlangt?

Meine Antwort: Eine Ehefrau kann ihren Mann besser als jeder andere beruhigen und stabilisieren. Er muss die Wahrnehmung der Welt und die Lenkung einer einzelnen Kraft tiefer untersuchen. Wir nehmen die Welt nur innerhalb von uns wahr, in unseren Eigenschaften. Mit anderen Worten: In dem Maße unserer Verdorbenheit nehmen wir anstatt den Schöpfer die Welt wahr. Wenn du dich selbst korrigierst, wirst du die Welt der Unendlichkeit in der Erscheinung des Schöpfers vor dir fühlen.

Frage: Wenn jemand die Barriere überschreitet, gibt es da einen Punkt, wo er sich bewegen muss, um einer Gruppe nah zu sein, und wenn er es nicht tut, wird er sich selbst schaden?

Meine Antwort: Die Barriere ist die Grenze zwischen dir und deinen Freunden.

Frage: Ich weiß, dass die Konfrontation mit dem bösen Trieb in mir Teil des Weges der Wahrheit auf dem Weg der Korrektur ist. Ich weiß ebenfalls, dass der Schöpfer mir zeigen will, dass ich mich im Gegensatz zu Ihm befinde, wenn ich dem bösen Trieb begegne und dass ich von der Eigenschaft des Gebens noch sehr weit entfernt bin.

Doch genügt es nicht, zu erkennen, dass ich böse bin? Wieso wächst das Böse zu solch einem riesigen Monster heran, das scheinbar alles kontrolliert? Ich fühle mich, also ob ich in meinem Leben schlechter als je zuvor bin, und ich tue vielen Menschen weh, die um mich sind.

Meine Antwort: Dies sind die Verlangen, die dir in dem Maße deiner Kraft enthüllt werden, um sie zu bewältigen und zu korrigieren.

Eine globale Krise und die Neubewertung der liberalen Ideologie

Meinung: O. Bogomolov (Ökonom, Politiker, Mitglied der Akademie der Wissenschaften der UdSSR): Die Krise, die wir gerade erfahren – ist ein Beweis für die gravierenden aufkommenden Veränderungen in der Weltordnung. Die wirtschaftliche Sphäre tritt in das Stadium des Übergangs zu neuen Formen der Regulierung und dem technologischen System, in welchem die Info-Nano-Bio-Technologien, dreidimensionale Projektoren von Produkten, die zentrale Bedeutung einnehmen werden. Verschiebungen in der Gemeinschaftsstruktur reifen heran, Produktion, Kultur und internationale Beziehungen werden globalisiert.

Die unipolare Welt, mit den USA an der Spitze, weicht einer multipolaren Welt, welche die Gleichberechtigung in der Berücksichtigung von Interessen und das Einverständnis vieler Länder erfordert. Die Symptome einer geistig-moralischen Krise der Menschheit verdichten sich immer mehr. Die Menschheit erlebt einen Übergang in Bezug auf das Verständnis der Welt und der Lebensregelung.

Die Behörden Russlands setzen bei ihrer Suche nach einer Lösung auf Innovationen im wissenschaftlich-technologischen Bereich, aber hier hängt vieles von dem günstigen Zustand des sozialen Umfelds ab. Und diese Aspekte des Lebens bedürfen einer Modernisierung in einem nicht geringn Maße.

Der Mensch, seine Kultur, sein Wissen, sein Können, seine Gesundheit, sein seelischer Zustand spielen die Schlüsselrolle für einen Fortschritt. Darum sollen die Investitionen zu einer strategischen Priorität werden, aber weniger in die neue Technik, sondern in den Menschen. Das Verständnis von der Notwendigkeit für einen Übergang zu einem neuen Modell der Gemeinschaftsentwicklung und seiner Wirtschaft wird reifer. Der erste Schritt – ist ein Überdenken von bisherigen Postulaten, eine geistige Erweckung.

Man darf das Fehlen der sozialen Gerechtigkeit in der Politik nicht als normal ansehen. Ohne sie zu wahren kann es kein gesundes moralisches Klima in der Gesellschaft geben, genauso wie es eine gesunde Wirtschaft nicht geben kann. Die Maßnahmen zur Überwindung von Prozessen der Krise werden zu keinem Erfolg führen, wenn man die strategischen Prioritäten nicht in der Wirtschaft, sondern in der geistigen und sozialen Sphäre bestimmt.

Es ist notwendig, die Bildung, das Gesundheitswesen, die Wissenschaft, die Kultur, die Bildung und die Erziehung der heranwachsenden Generation in den Mittelpunkt der Staatspolitik zu stellen. Durch diese Sphären führt der Weg zu einer Erneuerung der Gemeinschaft, Besserung seines moralischen Klimas und zu einem Aufblühen der Wirtschaft.

Eine Null kann auch unendlich sein

Frage: Warum fragen wir uns nach so vielen Jahren Studium immer noch, was dessen Ziel ist? Fangen wir also immer wieder von vorne, bei Null an?

Meine Antwort: Nein, wir fangen jedes Mal bei einer größeren „Null“ an! Denn das egoistische Verlangen wächst ständig, das Verständnis wird größer. Unsere Verlangen werden immer genauer und schärfer, und deshalb wird unsere „Null“ immer tiefer und präziser.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 15.07.2011

Der Punkt zwischen dem Anlauf und dem Sprung

Der Mensch, der mit dem Studium der Wissenschaft der Kabbala beginnt und ihre gesamten Mittel verwendet, kommt nach einiger Zeit an einem Wendepunkt an, an dem er aufhören sollte, sich unfrei und unbewusst zu entwickeln. Der erste Abschnitt ist dafür bestimmt, den eigenen Zustand kennenzulernen, und dieser Abschnitt ist notwendig.

Doch dann erreicht er einen „Gabelpunkt“, einen Knickpunkt (einen raschen Wechsel des ehemals stabilen Zustandes), an dem er seine gesamte Einstellung der Entwicklung, dem Leben, dem eigenen Verlangen, dem Licht, allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln gegenüber klären und überdenken muss. Er wechselt völlig sein früheres Paradigma, seine Lebensphilosophie und die Wahrnehmung des Systems, in dem er sich befindet.

Früher hat dieses System ihn gesteuert; denn er hat gänzlich innerhalb der Natur gehandelt und sich nur aufgrund des eigenen Unwissens vorgestellt, er würde über ihr stehen. Doch nun begreift er seine völlige Abhängigkeit von der Natur, ihren Kräften und Gesetzen und muss ihre Lenkung selbst in die Hand nehmen, wie geschrieben steht: „Meine Söhne haben mich besiegt“.

Und dann versteht der Mensch, an welchem besonderen Wendepunkt er sich befindet. Denn zuvor hat er nur geglaubt, dass er selbst etwas in seinem Leben verändert, doch in Wirklichkeit hat er gehorsam alle Befehle seiner Natur ausgeführt, ohne die geringste freie Wahl zu haben.

Doch nun wird ihm die Freiheit geschenkt. Und die Welt erscheint ihm chaotisch, ohne jegliche Ordnung. Ihm wird mit Absicht eine solche Empfindung gegeben, damit er selbst den Wunsch verspürt, alles in Ordnung zu bringen, zusammenzufügen und die Welt zu regieren.

Hier bekommt er die Möglichkeit, um die Kraft, das Verständnis und das Vorankommen durch den Glauben über dem Verstand von Oben zu bitten, weil er zu den höheren Zuständen aufsteigen und von dort einen neuen Verstand und neue Eigenschaften erhalten möchte – um auf diese Weise seine Welt ins Gleichgewicht zu bringen. Denn die Welt ist das Spiegelbild der inneren Ordnung eines Menschen, entsprechend der inneren Wahrnehmung der Realität und nicht der äußeren.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 13.07.2011

Leben ist Veränderung

Frage: Wie ist es möglich, die wahre Realität zu erreichen, wenn der „Erforscher“ und all seine Messwerkzeuge sich ständig verändern?

Meine Antwort: Was macht es für einen Unterschied, ob ich die Welt erforsche, die sich die ganze Zeit ändert, im Gegensatz zu mir, oder ob die Welt beständig ist und ich ändere mich ständig? Auch wenn sich nichts ändert, wäre ich nicht in der Lage, irgendeine Aussage über die Welt zu treffen, da ich nicht die Mittel besitze, um es einzuschätzen. Am Ende ist eine Messung nur zwischen zwei sich ändernden Parametern möglich, auf der Basis ihrer Beziehung zueinander.

Ich lege die Beziehung zwischen ihnen fest und sie wird zu einer Maßeinheit für mich. Ich verwende diese Einheit um alles andere zu bestimmen. Es gibt zwei Parameter die verschieden sind, zwei Punkte im Raum. Ich schätze ihre Beziehung ein, welche den Unterschied zwischen ihnen bestimmt und verwende sie als Maßeinheit: z.B. den Grad der Temperatur oder zehn Zentimeter. Dann verwende ich diese Maßeinheit, um alle anderen Ereignisse zu bewerten.

Ich beginne damit, dass ich sage, ich hätte eine Art Unterschied herausgefunden.

Dann werde ich unter Verwendung dieser Basis alle anderen Unterschiede zwischen Eigenschaften, Kräften, Orten im Raum und Verlangen messen. Es spielt keine Rolle zwischen welchen, aber ich messe immer den Unterschied, die Veränderungen. Wenn es keine Veränderungen gibt, kann nichts gemessen werden; ich verliere einfach alle Eindrücke.

Wenn jetzt keine Veränderungen geschehen würden, würde mir die Welt trotzdem erscheinen. Ich würde sterben und ich würde jedes Verständnis, Bewusstsein und Erfahrung verlieren, als hätte nichts existiert.

Unser Leben ist keine Erfahrung irgendeines Stadiums, sondern ein Eindruck der Änderung von einem Stadium in ein anderes. Und wenn die Veränderungen zwischen den Stadien Leben genannt werden, folgt daraus, dass ich zwei Lebenszustände erleben kann: Einen, wenn sich das Leben außerhalb von mir verändert und den anderen, wenn sich das Leben in mir verändert.

Wenn ich annehme, dass das Leben weitergeht und sich außerhalb von mir ändert, wird das „Leben in dieser Welt“ genannt. Das Leben, was sich in mir verändert, wird „spirituelles Leben“ genannt, das Leben der zukünftigen Welt. Leben bedeutet immer Veränderung; alles hängt davon ab, woran ich es festmache.

Aus dem dritten Teil der Täglichen Kabbala Lektion vom 10.5.2011, Talmud Esser Sefirot

Studium – nicht für uns?

In Wirklichkeit hat die Menschheit bei ihrer Suche nach Glück noch keinen einzigen realen Schritt gemacht.

Wenn ich schon nach Glück strebe, muss ich vor allem begreifen, was das ist. Was bedeutet in der Natur jenes Glück, welches ich erreichen soll? Ich muss verstehen: alles ist auf eine solche Art und Weise programmiert worden, dass mir alle Mittel und Naturgesetze zur Verfügung stehen. Ich muss sie lediglich richtig nutzen – dann werde ich Glück erlangen.

Doch stattdessen erschafft die Menschheit künstliche Richtlinien für sich und versucht, nach eigenem Ermessen zu handeln, wie ein Kleinkind, das etwas einfach will. Wir erforschen nicht die Naturgesetze und wollen sie nicht befolgen, wir wollen die Tatsache der Existenz eines gemeinsamen globalen Systems nicht akzeptieren. Physikalische Gesetze und andere naturwissenschaftliche Tatsachen nehmen wir an, doch Gesetze der zwischenmenschlichen Beziehungen sind für uns Unsinn. Diese werden von uns unbegründet verworfen.

Der Familienzerfall schreitet voran, Depressionen breiten sich aus – doch aus irgendeinem Grund sind wir uns sicher, dass der Grund dafür nicht in den Naturgesetzen liegt. „Nicht ich habe es fallenlassen, es ist mir von allein runtergefallen“.

Der Mensch findet sich nur schwer mit der Tatsache ab, dass er sich in einem gewissen System befindet, welches auf ihn einwirkt und ihn mit tausenden Fesseln fesselt. Und nichts lässt sich dagegen tun, es bleibt nur, dessen Gesetze zu erforschen. Je besser wir es schaffen, sie einzuhalten, desto mehr werden wir erreichen. Wenn der Mensch sie alle erfüllt hat, erreicht er den Punkt der Harmonie und Vollkommenheit. Er möchte aber nichts davon wissen: „Ich werde es auf meine Weise tun, Studium ist nichts für mich“.

Nun gut, die Leiden werden einen trotzdem eines Besseren belehren. Diesbezüglich ist die Menschheit kein Deut schlauer als ein trotziges, ungezogenes Kind. Bereits vor dreißig Jahren wurde auf den internationalen Foren auf die Notwendigkeit von dringenden Veränderungen in der Gesellschaft und in unserem Verhalten der Umwelt gegenüber hingewiesen, seitdem hat sich jedoch nichts getan. Ein Kind ist von Natur aus trotzig, ihm fehlt es noch an Verständnis, doch die „Starken dieser Welt“, die den Kinderschuhen eigentlich entwachsen sein sollten, demonstrieren ihre Beschränktheit…

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Frieden in der Welt“, 11.05.2011

Lasset sie weiser werden

Ihr könnt euch mit unserer spirituellen Botschaft nicht an die Massen wenden. Sie ist für sie absolut nicht bestimmt.

Im Gegenteil, sie müssen sich nicht damit verbinden, weil ihr ihnen andererseits bereits verdorben erscheint. Euer Ziel steht im Gegensatz zu den Massen. Darüber steht geschrieben, „Die Auffassung der Tora steht im Gegensatz zur Auffassung des Laien.“

Wir haben Mittlerweile genug getan um die Wissenschaft der Kabbala an jene, die einen Punkt im Herzen haben, über die ganze Welt in verschiedenen Sprachen zu verbreiten. Derjenige, der den Punkt im Herzen hat, wird uns finden können.

Nun liegt unser Problem darin die gesamte Menschheit zu erziehen. Das ist der Beginn der allgemeinen Korrektur. Bis jetzt haben wir die Kabbala an jene Menschen, die „Israel (Jaschar El)“ genannt werden, verbreitet, um sie in der ganzen Welt zu sammeln. Doch nun ist die Zeit gekommen, das zu tun, was Baal HaSulam in seinem Artikel „Messias Horn“: schreibt.: Die Wissenschaft der Kabbalah unter den Nationen zu verbreiten. Und zwar sollte dies im ersten Stadium ohne das Wort Kabbala zu erwähnen, erfolgen.

Wir müssen die Menschen zu einem neuen Verständnis und einer neuen Empfindung bringen, die es ihnen ermöglichen wird, auf der nächsten Stufe mit dem, was die Wissenschaft der Kabbala darüber sagt, einverstanden zu sein.

Lasst sie etwas weiser werden. Der Rambam sagt, dass das Wesentliche schrittweise den „Frauen, Kindern und Sklaven“ zu enthüllen ist. Und wir handeln entsprechend dem, was dieser große Kabbalist geschrieben hat.

Aus dem 4. Teil der täglichen Kabbala Lesson 4. August 2011 „Der Friede“

Die Tiefe des Punktes

Der Schöpfer erschuf das Verlangen zu Empfangen in Form eines Punktes und möchte dieses Verlangen durch fortlaufende Handlungen dazu bringen, sich selbst zu erkennen. Es ist nur möglich, etwas zu erkennen, aus dem Ergebnis der Erkennung des Gegenteils .

Folglich muss das Verlangen zu Empfangen sich selbst und den Schöpfer erkennen, eines gegenüber dem Anderen. Anders ausgedrückt muss es die ursprüngliche fundamentale Natur des Verlangens zu geben, sowie die Natur des erschaffenen Wesens, des Verlangens zu Empfangen erkennen, welches zu Beginn als das Gegenteil zum Geben erschaffen wurde.

Ursprünglich war das erschaffene Wesen ohne Verständnis und Erkennen von beidem. Es repräsentiert einen Punkt, der sich nur sehr wenig vom Schöpfer unterscheidet und daher wird er „Existenz aus dem Nichts“ genannt, während der Schöpfer „Existenz aus Existenz“ ist. Das ist alles, was zum erschaffenen Wesen gehört. Es kann alles andere von diesem Punkt aus, im Vergleich zum Schöpfer erlangen. Während sich das erschaffene Wesen in Bezug zum Schöpfer, dem Höheren Licht, der Eigenschaft des Gebens, entwickelt, sieht es sich schließlich selbst als dem Schöpfer maximal entgegengesetzt.

Sein Wachstum ist ein immer tieferes Erkennen, Verständnis, und eine immer tiefere Errungenschaft. Der Punkt bleibt gleich. Er verändert sich in keiner Weise, abgesehen von der Tatsache, dass er eine immer tiefere Erkenntnis davon bekommt, wie sehr er dem Licht entgegengesetzt ist. Indem er diese Tiefe erlangt, wird er zu einem schrecklichen „Monster“, einem bösen Trieb, der die Größe des Lichts durch das Gegenteil zu ihm erreicht.

Der Punkt erlangt all dies in vollkommener Tiefe, eine bodenlose Kluft zwischen ihm und dem Schöpfer enthüllend. Es ist unmöglich, eine Brücke über diesem Abgrund zu errichten. Im Wesentlichen gelangt der Punkt dahin, wo er erkennt, wie gründlich er vom Licht abgeschnitten ist.

Das bedeutet, dass er in seiner Wahrnehmung, seinem Verständnis und seiner Errungenschaft wächst. Er wächst in negativer Weise und enthüllt seinen eigenen Gegensatz zum Geben.

Aus dem 4. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 27.03.2011, Die Prinzipien globaler Erziehung

Die Absicht kann nicht in Worte gefasst werden

Frage: Könnten Sie vielleicht von Ihrer Absicht während des Lesens des Buches Sohar erzählen?

Meine Antwort: Die Kabbalisten lehren uns, wie die Absicht sein soll. Jeder muss in dem Maße seines Verständnisses das Gelesene realisieren.

Es ist unmöglich, von der Absicht zu erzählen, weil es einem anderen nicht erklärt werden kann, denn die Absicht entstammt dem inneren Zustand eines Menschen, den er enthüllt.

Ich befinde mich in einem mir unbekannten Zustand. Ich enthülle ihn in dem Maße, in dem er in mir zum Vorschein kommt. Aus diesem Zustand, der sich mir enthüllt hat, erschaffe ich die Absicht.

Eigentlich ist es unmöglich, diese Absicht in Worte zu kleiden. Dafür gibt es keine Worte. Denn die Absicht enthält das innere Verlangen/Chissaron des Menschen, das Ausmaß seiner Verbindung mit der höheren Realität bei dem Versuch, Mittel zu finden, die ihn zu der größten Nähe mit dem Gastgeber/dem Schöpfer – zu der Verschmelzung (Siwug de Hakaa) mit Ihm – bringen.

Was sind das für Mittel? Die Bücher, der Lehrer, die Gruppe. Der Mensch umfasst alles, was er aus deren Gesamtheit versteht und empfindet, und erreicht durch sie die Verschmelzung mit dem Schöpfer.

Alle diese Mittel müssen präsent sein. Lässt du eins aus – gibt es keinen richtigen Kontakt. Dabei muss jedes von ihnen im richtigen Gleichgewicht zu den anderen stehen.

Auszug aus dem Sohar-Unterricht, 28.03.2011