Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Verschmelzung'

„Es ist schwierig, Gott zu sein“

Eine Frage, die ich erhielt: Das Vorhaben der Schöpfung ist grandios, und ich bin dieser kleine einfache Mensch, hat mein Gedanke auch eine Bedeutung?

Meine Antwort: Du weißt einfach nicht, wer du bist, weshalb du auch denkst, dass du klein bist und niemanden beeinflussen kannst.

Aber wenn du beginnen wirst, die spirituelle Treppe hinaufzusteigen, dann wirst du sofort entdecken, dass du eine Möglichkeit hast, das ganze Vorhaben der Schöpfung anstelle des Schöpfers zu übernehmen, und sich gegenüber dem ganzen Geschöpf so zu verhalten, als ob du Er wärst.

Sieben Milliarden Menschen, die unendliche Anzahl der Sterne und der kosmischen Objekte, Flora und Fauna und der eine Schöpfer! Du willst an Seiner Stelle sein und sich zu allen genauso wie Er zu verhalten? Bitte! Wenn du bereit bist, Ihn zu ersetzen, dann hast du diese Möglichkeit. Das heißt eben mit Ihm zu verschmelzen, Ihm gleich zu werden. Das heißt es, ein Mensch zu werden.

Deshalb sagen wir, dass der Schöpfer sich mit dem Guten und der Liebe zu den Geschöpfen verhält, und wenn ich wie Er sein möchte, dann soll ich mich genauso wie Er gegenüber den Geschöpfen verhalten.

Deshalb existiert das Gesetz – „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst“. Wenn ich mich gegenüber meinem Nächsten mit der Liebe verhalte, dann gleiche ich mich an den Schöpfer an, befinde mich in der Verschmelzung mit Ihm. Dann erfülle ich dieselbe Handlung, die Er bezüglich der anderen Menschen erfüllt.

Aus dem Programm „Kabbala für die Anfänger“, 21.10.2010

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Hat die Leber eine Seele?!

Eine Frage, die ich erhielt: Im Buch „Die Grundlagen der Absicht“ schreibt Baal HaSulam, dass sich die Höhere Seele (Neschama) im Gehirn, der Geist (Ruach) im Herz, und die Untere Seele (Nefesch) in der Leber befinden! Wie ist das zu verstehen?!

Meine Antwort: Die Kabbalisten benutzen die Wörter dieser Welt, weil alles, was es darin gibt, aus der spirituellen Welt gekommen ist.

Deshalb kann muss man die Höheren Kräfte beschreiben, indem man Begriffe aus dieser Welt verwendet. Was kann man sonst machen, wenn es in der Höheren Welt keine Sprache, sondern nur Kräfte gibt. Man kann sie benennen oder durchnummerieren. Doch diese Bezeichnungen sollen etwas erklären.

Deshalb haben die Kabbalisten eine einfache Lösung gefunden, indem sie Begriffe aus unserer Welt nahmen und damit die Höheren Kräfte beschrieben.

Sie sind in die spirituelle Welt eingegangen und haben ihre Kräfte, ihre Erscheinungen, ihre Handlungen empfunden. Sie leben dort! Sie sehen die spirituelle Welt durch diese Welt, als ob diese durchsichtig wäre. Hinter jedem Gegenstand dieser Welt sehen sie die Kräfte, die dahinter, hinter dem ganzen Bild gelten.

Als ob man die spirituelle Kraft durch ein durchsichtiges Glas sehen würde. Hinter jedem Menschen und hinter jeder Handlung dieser Welt sehe ich die Kraft, die sie bewegt, weshalb es leicht für mich ist, alles zu begreifen!

Sie unterscheiden sich nur bezüglich des Menschen, der sie öffnet, entweder öffnet er sie in den 5 körperlichen Sinnesorganen, oder in 5 spirituellen Sinnesorganen.

Aber es sind dieselben Erscheinungen, weil unsere Welt illusorisch ist, sie wird auf diese Weise in unseren Empfindungen wahrgenommen. Und wenn du die zusätzlichen Organe der Empfindung entwickelst, dann siehst du das Geschehende auf zwei parallelen Bildschirmen.

Folglich verstehst du alles und bist nicht mehr verwirrt. Dir ist klar, was „Gehirn“, „Herz“, „Leber“ und „Ibur – Enika – Mochin“ (Keim – Ernährung – Erwachsener) bedeuten.

Alle Wörter, die aus dieser Welt genommen wurden, werden in der Spiritualität klar sein: was „Aufstiege“, „Fallen“, „Umarmung“, „Verschmelzung“, „rechts“, „links“ bedeuten. Alles ist so eindeutig, dass es anders nicht sein kann.

Denn die spirituelle Welt wird nur durch die materielle Welt begriffen, sie ist ihre Wurzel. Sie wird immer mehr klar sein, weil du immer die Sprache aus dieser Welt verwendest, als ob man sie auf den durchsichtigen Film auflegen würde.

Du hattest irgendwelche materiellen Gestalten, an deren Stellen jetzt nur die Definitionen bleiben, die du parallel auf den anderen Bildschirm verlegst, in die Spiritualität, worin sie auf die passenden Stellen angeklebt werden.

Du kannst sie benutzen und wirst niemals verwirrt, du musst sie den anderen nicht erklären. Denn sie sehen folglich dasselbe Bild, die spirituelle Welt und begreifen, welche optische Täuschung die materielle Welt war.

„Die Seele im Gehirn“ bedeutet, dass sich das Licht (Neschama, Seele) ins Kli (das Gehirn) einkleidet. Es gibt nichts außer dem Licht und dem Wunsch.

Aus dem Unterricht nach „Bejt Schaar a-Kawanot“, 25.11.2010

Die Liebe ist das Gefäß für das Licht!

Wenn wir von der Umgebung die Wünsche des Gebens nicht bekommen, dann werden wir nicht aus eigener Kraft die spirituelle Welt öffnen können. Denn der spirituelle Genuss ist viel größer als der materielle.

Sogar der kleinste Genuss – den wir dann bekommen, wenn wir auf die erste geistige Stufe aus 125 möglichen hinaufsteigen – ist schon unendlich viel größer, als alle Genüsse unserer Welt.

Der winzige Funke des Höheren Lichtes, der in unsere Welt durchbrach, hat infolge „der Großen Explosion“ das ganze Universum geschaffen. Es war nur ein kleiner Funken! Und wir haben vor, das ganze höhere Licht NaRaNChAJ zu öffnen! Und es wird klar, dass hierfür die unbeschränkten empfangenden Gefäße notwendig sind.

Deshalb können wir dieses Licht nicht bekommen, da wir sonst einfach explodieren würden! Wir müssen die äußeren Kelim aufbauen – jeder außerhalb unseres Egos. Deshalb können wir nur infolge des gegenseitigen Einschlusses, infolge der Vereinigung, die großen äußerlichen Wünsche erreichen.

Denn wir baden uns auch jetzt im höheren Licht, aber sind nicht in der Lage, es zu fühlen. Es findet keinen Platz in unserem Inneren, wir haben nichts, außer einem kleinen Funken.

Baal HaSulam schreibt im Brief Nr. 8 über die Kraft des offenbarten höheren Lichtes: „In der Stunde des Begreifens wird das höhere Licht empfunden, das geöffnet wird und auf den Wahrnehmungen und Korrekturen auf dem Weg zurück in die spirituelle Welt basiert. Und es scheint dem Menschen infolge der Vollkommenheit, dass alle seine Leiden einen besondern Wert hatten, weil sie ihm ermöglichten, den Geschmack und die Süße des Lichtes der Einigkeit mit dem Schöpfer zu bewerten.

Folglich werden alle seine Organe und die Sehnen bezeugen, dass jeder in dieser Welt Lebender damit einverstanden wäre, sieben Mal pro Tag sich die Hände und die Beine abzuschneiden, um nur für einen kurzen Augenblick, einmal pro Leben diesen Geschmack der Verschmelzung zu begreifen.

Das heißt wir müssen verstehen, dass die spirituelle Enthüllung unendlich riesig ist und wir müssen hierfür die leeren Wünsche/Kelim vorbereiten. Deshalb steht uns eine große innere Arbeit bevor, welche eigentlich ungewöhnlich leicht sein kann, wenn man sie zusammen und mit der Liebe erledigt! Hier entscheidet alles die Vereinigung!

Wenn ich mich mit den anderen verbinde und fühle, dass ich mich mit ihnen zusammen in einem Kli, Wunsch befinde, dann wird darin das Licht geöffnet.

Deshalb ist es geschrieben: „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst“, die Hauptregel der Tora (des Lichtes). Die Liebe ist das Gefäß für das Licht!

Aus der 1. Lektion des Kongresses, 09.11.2010

Keter-Chochma-Bina-S“A-Malchut

Keter und Bina verfügen über solche besonderen Eigenschaften, dass sie fähig sind, herunterzusteigen und mit den niedrigsten Wünschen zu arbeiten.

Bina ist Chassadim (die Barmherzigkeit), und Chassadim kann sich an jeder beliebigen Stelle aufhalten, da es von der Absicht „des Gebens um des Gebens willen“ beschützt wird. Aber wie kann Keter heruntersteigen, in welchem neben dem Licht Chassadim, auch das Licht Chochma vorhanden ist?

Es geht darum, dass Keter alles ausfüllt und sich zu allem von „unten nach oben“ verhält, weshalb es in beliebige Wünsche heruntersteigen kann, die sich in den egoistischen Absichten befinden, so wie Bina auch – aber aus einem anderem Grund.

Keter ist eine Eigenschaft des Schöpfers, die die gesamte Schöpfung, Malchut ausfüllen möchte. Es ist nicht das Licht der Füllung, Chochma, sondern die Absicht der Schöpfung, ihre Idee, ihr Programm. Es bestimmt folglich, was der Schöpfer von uns letztendlich will – Er will uns zu sich erheben.

Deshalb wird diese Sfira mit dem Endstrich des Buchstabens „Jud“ bezeichnet, es ist ein Programm, das sich unterhalb der Sfira Chochma realisiert. Dabei ist Chochma schon das Licht des Schöpfungsziels, und Bina – das Licht der Korrektur.

Somit gibt es GAR, drei Höhere Sfirot, die zum Schöpfer gehören: Кeter – das Programm, Chochma – das Ziel und Bina – die Korrektur der Schöpfung.

Und dann erfolgt die Realisierung in den unteren Sfirot. Es ist das System Seir Anpin welches die Reihenfolge der Handlungen bestimmt, die die unteren Korrekturen durchführen.

Und die untere Sfira, die sich verändern soll, ist Malchut. So sind die 5 Teile eben, aus denen die Schöpfung besteht.

Und da Keter ein Vorhaben, das Programm der Schöpfung, ihre Idee ist – so befindet es sich an jedem beliebigen Ort! Denn ohne diese Idee kann nichts existieren , kein einziger Wunsch.

Er gilt in Bezug auf die unteren Stufen „von unten nach oben“, weil alles nur darauf gerichtet ist, sie für die Korrektur zu erheben – selbst wenn sie dafür in Klipot herabfallen sollten und Versündigungen auf diesem Weg begehen.

Das Buch Sohar erzählt, dass diese Probleme und Verbrechen uns später als die richtigen Handlungen vorkommen werden, die wir durchgehen mussten, um endlich den korrigierten Zustand zu enthüllen.

Das alles hat der Schöpfer so vorgesehen, und wir begingen weder die Fehler, noch die Verbrechen, oder die Korrekturen selbst.

Deshalb herrscht Keter über alle Beschränkungen und Kürzungen.

Es ist der Gedanke, der in jedem Teilchen der Schöpfung, in jeder Handlung eingeschlossen ist, weshalb er sich überallhin erstreckt und von unten nach oben wirkt, um alle Teile der Schöpfung miteinander zu verbinden, und das Ende der Korrektur zu erreichen.

Bina ist dagegen anders, weil sie das Licht Chassadim, die Korrektur der Schöpfung darstellt. Die Korrektur kann in jedem beliebigen Zustand und an jedem beliebigen Ort erfolgen, entsprechend dem Korrekturwunsch der unteren Stufe, welche die Eigenschaft Bina, die Eigenschaft des Gebens erreichen möchte.

Du willst und du wirst bekommen, ohne jede Beschränkung! Und deshalb kann sich Bina auch überall erstrecken, denn sie ist „Chafez Chessed“ (das reine Geben).

Und Chochma ist das Licht des Schöpfungsziels, welches die Wünsche nach ihrer Korrektur mittels Bina ausfüllt. Und Seir Anpin bestimmt den Prozess, nach dem diese Korrektur erfolgt.

Weil Bina sich Keter angleichen möchte, gebärt sie S“A, wonach sie darin weilt, um ihn zum Niveau Keter zu erheben. Aber S“A kann alleine Keter nicht erreichen, wie es Bina gerne möchte – sondern nur mit Hilfe von Malchut!

Somit ist S“A der verborgene Schöpfer und Keter – die Höhere Eigenschaft – Azmuto, das Vorhaben der Schöpfung. S“A und Malchut arbeiten zusammen, weil S“A nur dann Keter gleich werden kann, wenn sich Malchut an ihn anschließt und ihre Wünsche an ihn weitergibt.

Deshalb kann sich Malchut nur dann korrigieren, wenn sie dem Beispiel S“A nacheifert. Sie erkennt folglich, welche Wünsche und Korrekturen notwendig sind, um sich mit Ihm zu verbinden. Маlchut sind die Seelen, S“A ist der Schöpfer, und ihre Vereinigung stellt die Verschmelzung der Seelen mit dem Schöpfer dar.

Wenn sie sich verbinden, dann steigen sie in A“B – SA“G – zu Chochma und Bina hinauf. Und wenn sie sich dort verbinden, dann reihen sie sich in Keter ein. Dort endet das Programm der Schöpfung!

Aus dem Unterricht nach „Bejt Schaar ha-Kawanot“, 22.11.2010

Die Internationale Sprache der Seele

Eine Frage, die ich erhielt: Wie muss man sich richtig einstellen, wenn man Bücher liest, die die „Physik“ der Höheren Welt offenbaren – „Beit Shaar HaKavanot“ (Grundlagen der Absichten), oder TES (Talmud Eser Sfirot – die Lehre der zehn Sefirot)?

Meine Antwort: Das einzige, was ich tun muss, ist es, mich dem Schöpfer anzugleichen, zu Ihm aufzusteigen. Deswegen muss ich Seine Handlungen und Einstellungen nachmachen: wenn der Schöpfer im Bezug auf die Gruppe der „Gute und Gutes tuende“ ist, dann muss ich mich mit der selben Güte zu ihr verhalten.

Deswegen muss ich mich zuallererst um meine Einstellung zu meinen Freunden kümmern, die mir für die Arbeit gegeben wurden, damit wir zu einem Ganzen werden – in Einheit und Liebe.

Wenn ich einen solchen Zustand erreiche, beginne ich, mich zu ihnen genauso zu verhalten wie der Schöpfer – und in diesem Maße beginne ich, den Schöpfer wahrzunehmen! Denn Er und ich kommen uns nach dem Gesetz der Angleichung unserer Eigenschaften nahe und fühlen einander. So komme ich zur Verschmelzung mit Ihm. Nur daran soll man denken!

Und dafür reicht es auch, ins Buch zu schauen und zuzuhören – am wichtigsten ist, dass es sich um eine authentische, wahre Quelle handelt. Du brauchst nicht einmal die Sprache zu verstehen – unwichtig, du wirst sowieso nichts verstehen. Du musst nur Eines im Kopf behalten: jetzt bekommst du eine Arznei, die dich heilen soll! Sie muss in dir ein zusätzliches Sinnesorgan öffnen – und dann wirst du ohne Worte das Spirituelle führen und verstehen, denn ein Gefühl kann man nicht mit Worten zum Ausdruck bringen!

Ein Gefühl braucht keine Worte. Worte sind nur dazu nötig, einem Anderen davon zu erzählen – und innerhalb der Empfindung gibt es keine Worte.

Und du musst darauf warten, dass sich in dir eine gewisse spirituelle Wahrnehmung öffnet, ohne jegliche Worte. Das heißt eben die wahre Wissenschaft der Kabbalah, die dabei hilft, eine solche Wahrnehmung zu erreichen!
Aus dem Unterricht zu „Beit Shaar HaKavanot“, 18.11.2010

Es gibt nichts Besseres, als die Umarmung des Schöpfers zu spüren

Der Schöpfer will, dass wir Genuss von Ihm empfangen. Das ist der Schöpfungsgedanke. Denn wenn Er „gut ist und Gutes tut“, dann mangelt es Ihm nur an jemandem, dem Er Gutes tun kann. Aus diesem Grund hat Er uns aus dem Material erschaffen, das sich „Verlangen zu genießen“ nennt. Doch was sollen wir genießen? – Genau Ihn. Und wenn unser Verlangen den Schöpfer als nah, als es erfüllend und mit ihm verschmolzen wahrnimmt, genießt es. Und wenn es sich von dem Schöpfer entfernt, verspürt es eine Abkühlung Ihm gegenüber und empfindet sogar Leiden und Leeregefühl. Wir nehmen immer nur den Schöpfer wahr!

Wenn unser Material, welches der Wahrnehmung des Schöpfers und Seiner Anwesenheit gegenüber empfindlich ist, den Schöpfer mehr spürt, dann nimmt es Ihn als Genuss wahr, und wenn es Ihn weniger spürt, dann empfindet es Ihn als Leiden.

Und es geht so weiter, solange das Verlangen, den Schöpfer zu genießen, sich immer mehr von Ihm entfernt und zu einem Zustand gelangt, als es vollkommen den Kontakt mit Ihm verliert. Und dann findet sich das Verlangen zu genießen in dieser Welt wieder, wo es gar keine Verbindung weder zum Genuss selbst noch zu dessen Quelle gibt.

Die Notwendigkeit einer solchen Entfernung besteht darin, dass wir selbst den Wunsch verspüren, Ihm näherzukommen, von Ihm Genuss zu empfangen und zu begreifen, dass es nichts Angenehmeres und Besseres gibt, als sich in einer Verschmelzung mit Ihm zu befinden.

Diese gemeinsame Handlung nennt sich „Siwug“ (spirituelle Vereinigung), wenn wir uns in einem solchen Maß ineinander einfügen, dass es unmöglich ist, uns voneinander zu trennen und zu unterscheiden. Zu einer solchen Verbindung müssen wir kommen. Und wenn wir ein richtiges Bedürfnis danach erlangen, fangen wir an, Ihn zu spüren, uns mit Ihm zu verbinden und Seine Umarmung wahrzunehmen.

Aus dem öffentlichen Vortrag „Kabbala den Menschen“ vom 02.11.2010 

Brief aus Los Angeles

Ich habe einen Brief erhalten:

Schalom meine lieben Freunde!

Ich möchte gerne meine Dankbarkeit für diesen Weg der Verschmelzung mit dem Schöpfer, den Ihr vor uns geöffnet haben und für all die Anstrengungen, die ihr dazu gemacht habt ausdrücken.

Leider, kann ich dieses Mal persönlich nicht anwesend sein und ich möchte gerne meine Liebe und Unterstützung an die ganze wunderbare Gruppe, derer Arbeit ich wie heilig ansehe, ausdrücken.

Acht Freunde aus Los Angeles werden persönlich am Kongress in Israel teilnehmen, und wir, die hier bleiben, werden die ganze Zeit mit Euch virtuell verbunden sein.

In Liebe und Bürgschaft

Mosche, Bnei Baruch – Los Angeles

Baal HaSulam. Dies ist für Jehuda

Aus dem Kommentar auf Haggada zur Pessach

Die Mitzwa des Essens der Maza wurde den Kindern Israels bereits, als sie sich noch in der ägyptischen Gefangenschaft befanden, gegeben, da die Erlösung in aller Eile stattfand.

Wir befinden uns auch in Gefangenschaft und unsere Absicht ist auch auf die Erlösung gerichtet, genauso wie bei unseren Vätern in Ägypten.

„Sklaven waren wir“. Beginnt mit einer Tadel und endet mit einer Preisung. Der Tadel beginnt mit den Worten „Götzenanbeter waren unsere Väter“ oder mit den Worten „Sklaven waren wir“, so ist die Meinung von Halacha.

Man soll mit Tadel beginnen und mit einem Lob enden, nach dem Prinzip: „Der Vorrang des Lichtes wird aus der Dunkelheit erkannt“. Deshalb als „wilde Esel wird der Mensch geboren“ und am Ende erlangt er die Form eines Menschen. So war es auch bei der Entstehung von dem Volk Israel.

Denn der Schöpfer hat die Schöpfung wie Etwas aus dem Nichts erschaffen, und jedem Sein geht das Nichtsein voraus. Aber auf der unbelebten, pflanzlichen, tierischen und menschlichen Stufe ist das Nichts unterschiedlich.

Der Anfang von dem unbelebten Niveau ist das absolute Nichtsein. Der Anfang von dem pflanzlichen Niveau ist die Form des unbelebten Niveau: Säen und die Zersetzung von Samen, Das Nichtsein von dem tierischen Niveau ist das pflanzliche Niveau. Und die tierische Form gilt als Nichtsein bezüglich des Menschen.

Deshalb als „wilde Esel wird der Mensch geboren“. Und es ist zwangsläufig für jeden Menschen, das er seinen Anfang im tierischen Stadium hat. Es steht geschrieben: „Den Menschen und das Tier rettest du mein Gott“. Also du rufst alle Wünsche heraus, die für seine Existenz und für das Abschließen seines Werkes notwendig sind.

Woran liegt der Vorzug des Menschen über dem Tier? In ihren Wünschen, denn durch diese unterscheidet sich die Erlösung, die der Schöpfer einem Tier oder einem Menschen schenk.

Im Menschen gibt es nur ein Bedürfnis, das in der tierischen Form nicht existiert. Das Streben dem Schöpfer zu dienen. Deshalb nur darin liegt seine Vorbereitung: sich nach dem Dienen dem Schöpfer zu streben. Und nur dadurch erhebt er sich über dem Tier. Denn in der tierischen Form finden wir sogar die abstrakte Vernunft, die sich für die Arbeit und für die politische Führung eignet.

Deshalb ist das „Nichtsein“, das der Existenz des Menschen vorausgeht, ist die Verneinung eines Verlangens, das auf die Annäherung an den Schöpfer gerichtet wurde, also eine tierische Stufe. Darüber steht es geschrieben: beginnt mit dem Tadel und endet mit der Preisung. Also, man soll das Nichtsein, das der Existenz vorausgeht im positiven Sinne erkennen, wie ein Tadel, das dem Lob vorausgeht und aus ihm verstehen wir besser die Preisung.

Das gleiche betrifft auch die vier Exilperioden, die den vier Erlösungen vorausgehen, bis zur vierten Erlösung, die eine für uns wünschenswerte absolute Vollkommenheit darstellt. Das Exil ist das Nichtsein, das der Existenz, also der Erlösung vorausgeht

So alle Buchstaben des Wortes Erlösung (Geula – גאולה) finden wir im Wort Exil (Gola – גולה), außer Buchstabe Alef, der auf den „Herrscher der Welt“ (Alufo Shel Olam) hinweist. Das bedeutet, dass die Form des Nichtsein die Verleugnung des Seins ist.

Die Form des Seins, d.h. die Erlösung wird aus den Worten „Und es wird nicht mehr ein Mensch seinen Nächsten und seine Brüder die Erkenntnis des Schöpfers lehren, weil alle Mich kennen werden, von jung bis alt“ erkannt. Was heißt, dass die Form des Schöpfers im Exil die Verleugnung des Seins ist.

Folglich entspricht die Form des Nichtseins im Exil der Verleugnung des Wissens über den Schöpfer, die Abwesenheit des Buchstaben Alef, fehlender im Exil und begehrten in Erlösung (d.h. in der Verschmelzung mit dem Schöpfer)

Das nicht Sein selbst bereitet das auf ihm beziehendes Sein. Die Freiheit ist ein hoher Begriff, dass nur wenige verstehen, aber eine Versklavung kann niemand ertragen.

Wir beginnen mit dem Tadel, um die Erlösung besser erkennen zu können. Und beginnen soll man nicht von den Zeiten der Terach, sondern von Ägypten, wo das Volk ein kleines Fetzen der Schöpferliebe und des Dienens hatte. Die zusätzliche Last der ägyptischen Gefangenschaft ist an sich keinen Mangel im Leben des Volkes, das Mensch (Adam) heißt.

Das Nichtsein bereitet das Sein vor, deshalb gilt es als Teil der Erlösung und auch dafür muss man dankbar sein. Das heißt, man sollte bei den Worten „Götzenanbeter waren unsere Väter“ nicht bedauern, denn das ist noch kein Nichtsein, das dem Sein vorausgeht. Denn darin ist noch keine Menschensein beinhaltet, denn damals waren sie am weitesten von der Schöpferliebe entfernt.

Deshalb beginnen wir von ägyptischer Gefangenschaft, wenn ein winziges Stückchen von Schöpferliebe schon in ihrem Herzen vorhanden war, aber erlöschte von harter Arbeit. Das heißt, nämlich, dass das Nichtsein dem Sein vorausgeht.

Die Freiheit des Volkes in dem, was das Wissen des Schöpfers betrifft, ist ein sehr erhabenes Konzept, das nur die Erwählten durch die Vorbereitung erfassen können. Aber ein Großteil des Volkes ist bereit die Härte der Sklaverei, die jedem klar ist zu verstehen.

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Innere Konzentration

Unser Hauptproblem besteht darin, dass wir die Kraft der Gedanken unterschätzen. Eine auf die Verbindung in ein System gerichtete innere Konzentration, dort wo wir alle zusammen sind, ist notwendig. So finden wir das Wesen der Tora, ihrer Methodik, unsere innere Kraft.
Dieser Moment ist noch nicht genügend geklärt worden, nicht genug geschätzt und wichtig in unserern Augen. Wir schenken ihm nicht genung Aufmerksamkeit.
Den Stoff kennt ihr, dass es niemanden gibt, der ihnen darin gleicht. Es werden allerlei getan. Aber was uns von jedem Einzelnen selbst fehlt, ist die innere Konzentration.
Denn ich verbinde mich nicht mit der Gruppe, die ich mit meinen Augen sehe. Ich verbinde mich mit dem gemeinsamen Sehnen nach Gegenseitigkeit, nach gegenseitiger Verschmelzung, nach dem Geben.
Das ist einer “Wolke” der spirituellen Energie zwischen uns ähnlich. Sie sollen wir suchen und nach ihr streben.
Ich analysiere [wörtl. grabe in] nicht meinen Freund, indem ich seinen Punkt im Herzen zu fühlen versuche. Sie erscheint in mir selbst, und gerade in mir finde ich das innere Wesen der Gruppe.
Alles wird in Gedanken geklärt und gerade an der inneren Konzentration fehlt es uns. Während tagsüber ist sie entweder völlig abwesend oder nicht ausreichend.
Wir urteilen nach den äußeren Handlungen, und das ist ein falsches Kriterium. Wenn ich  immer tiefer eintauche, konzentriere ich mich gedanklich darauf, dass die innere Verbindung zwischen uns mir wie ein Programm, ein Verlangen, ein System, in welchem ich existiere, offenbart werden soll.
Deshalb heißt Kabbala die innere Wissenschaft. Baal HaSulam schreibt viel über die Vernunft und über die gedankliche Analyse. Gerade durch gedankliche Konzentration gelangen wir zu der inneren Klarheit.
Und es handelt sich nicht darum, wie klug Du bist, sondern darum, wie sehr Du dich anstrengst. Unsere Bemühungen müssen auf diese  innere  Suche konzentriert werden.
Das gemeinsame Feld unseres Verlangen befindet sich zwischen uns, in uns. Das spielt keine Rolle, dass es von uns verhüllt ist, es ist da. Auf dem Weg von oben nach unten ist alles schon vorbereitet worden. Jetzt muss ich ihn entdecken, indem ich mich von unten nach oben bewege.

Aus einem Gespräch über die Bürgschaft, 29.10.2010
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Die Vernunft der Welt erkennen

Die Vernunft ist dieses Mittel, das den Schöpfer mit der Schöpfung verbindet. Der Maß der Verbindung zwischen Ihm und mir ist, mich wie die Schöpfung und Ihn wie meinen Schöpfer fühlen . Die Vernunft befindet sich in der Mitte zwischen uns und gehört weder mir noch Ihm.

Die Vernunft zu haben bedeutet in einer Handlung zu sein, die sich zu demjenigen anschließt und durch diese Verbindung zwischen der Handlung und dem Handelnden, indem ich seine Handlungen über mich erkenne, erkenne ich auch Ihm.

Denn der Schöpfer wird „Bo-Re“ (was „komm und sieh“ bedeutet) genannt. Also ich erkenne nie Sein Wesen, aber nur Seine Einstellung zu mir, wie es geschrieben steht: „Aus Deiner Handlungen erkennen wir Dich“.

Ich studiere das, was in meinem Innern passiert und suche den Schöpfer hinter diesen Handlungen und so lerne ich Ihn kennen. Das heißt, ich muss die Wurzel jeder meiner Eigenschaft und Zustand erkennen und zu dem Verständnis gelangen, dass es „Niemanden außer Ihm gibt“ und alles vom Schöpfer kommt, dem Guten und das Gute schaffenden.
Wenn ich offenbare, dass alles vom Schöpfer kommt und alles nur zum Guten ist (wie schlecht es auch in meinen Augen erscheinen mag) – das heißt ich habe die Wurzel erreicht, und so in jedem Zustand.

Wie wir in materiellen Beispielen den Gedanken des Schöpfers erkennen können und verstehen, für wen und wofür dieses Ding gemacht wurde, genauso können wir die Schöpfung erforschen, in welcher die ganze Information über den Schöpfer beinhaltet ist.
Denn alles, was in seinem Plan, in seiner Vernunft war hat er in der Materie verkörperlicht. Durch vielfältigen Formen der Materie. Und durch allmöglichen Formen der Materie können wir Seine Vernunft erreichen – das nennt man eine Verschmelzung zwischen der Schöpfung und dem Schöpfer.

Das heißt, dass das Licht Chochma sich in das Licht Chassadim einkleidet bis zu dem Grad, bis zum welchen wir uns korrigiert haben, um das Licht von Ihm ohne jegliches Hindernis und Entstellung von der Seite des eigenen Egoismus zu empfangen.

Wenn wir unseres egoistisches Verlangen im Licht Chassadim reinigen, kann in ihm sich das Licht Chochma, die Vernunft des Schöpfers, einkleiden. Also es kommt in diese korrigierte und reine Wünsche hinein und wir erkennen Seine Vernunft.

Aus einem Unterricht über den Artikel „Die schaffende Vernunft“, 28.10.2010