Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Die Frucht des Baumes der Erkenntnis

Rabash, „Dargot Sulam“, Artikel 903, „Tu bi Schwat“: Der Schöpfer wünscht, dass der Mensch, der das Gebot, das wie eine Frucht ist, erfüllt. Baum und Frucht schmecken gleich, das heißt, dass die Absicht auch „Lishma“ ist – um des Gebens willen.

In der spirituellen Arbeit muss man mehrere Stufen durchlaufen. Zunächst muss man auf die Stufe hinabsteigen, von der es heißt: „Ich schuf den bösen Trieb“. Hier beginnt der Mensch, sich mit seiner Natur vertraut zu machen und erkennt, wie sehr er dem Guten entgegengesetzt ist.

Das Gute ist das Licht, die Eigenschaft des Gebens. Um sich im Vergleich dazu zu messen, muss der Mensch die Eigenschaft des Gebens erkennen. Wo findet man das Böse und wo befindet sich darin der Schöpfer, der den bösen Trieb geschaffen hat? Der Mensch muss den Schöpfer offenbaren, der den bösen Trieb geschaffen hat und die Tora als Gewürz dazu gegeben hat.

Es kann keine Dunkelheit ohne Licht und kein Licht ohne Dunkelheit geben. Wir begreifen nichts für sich allein – sondern nur im Vergleich mit seinen Gegensätzen. Der Mensch kann nur in dem Maß, wie er gute Taten vollbringt, die negative Seite seiner Natur erkennen. Nur so wird ihm das Böse bewusst.

Die Sünder, von denen die Tora spricht, sind besondere und herausragende Menschen. Die Stufe des Sünders ist eine sehr hohe Stufe. Der Mensch arbeitet in Bezug auf das Gute und versucht, das Böse in sich zu überwinden, um das Gute zu erreichen. Dann erkennt er das Übel, offenbart die Sünde Adams und tritt in den Prozess der Korrektur ein. Die Offenbarung des Bösen ist somit Teil dieses Prozesses.

Erst nachdem der Mensch das Böse erkannt hat, beginnt er zu prüfen, ob „Baum und „Frucht“ übereinstimmen, ob sie in die gleiche Richtung, in die Richtung des Gebens streben. Die „Früchte“ repräsentieren das Geben und nicht den Eigennutz. Der Mensch versucht über seinen Egoismus hinauszuwachsen, er identifiziert ihn als das Böse, über den er sich erheben muss. Es wird ihm immer wieder bewusst, dass er für sich selbst genießen möchte und erkennt dies als die „ägyptische Plage“. Er ist bereit alles zu tun, außer für sich selbst zu genießen.

So erhebt er sich über alle Möglichkeiten des Genusses und gelangt zu den wahren Früchten- dem Geben. Die Freude am Geben ist die Frucht des Baumes der Erkenntnis. Dies ist der Glaube, der über den Verstand hinausgeht – der Glaube, der auf dem Baum der Erkenntnis gewachsen ist.

Nur so kann der Mensch wachsen: Er erhebt sich über das Böse und lehnt das Verlangen zu empfangen ab. So reifen in ihm die Früchte.

Dies symbolisiert auch Tu bi-Schwat das „Neujahr der Bäume“. Warum Bäume und nicht Früchte? Der Mensch muss zunächst lernen, die Eigenschaft des Gebens zu erlangen und anschließend   das Empfangen um zu Geben.

Auf dem spirituellen Weg entdecken wir immer wieder in uns falsche Formen. Wie Baal HaSulam im „Vorwort zu TESS“ schreibt: Nur die, deren Maß an Geduld standgehalten hat, verdienen es, in den königlichen Palast einzutreten, in den „Garten“, in dessen Mitte der Baum der Erkenntnis steht.

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Aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash.

 

Es geht um das Leben

Sohar, Kapitel „Chaje Sara“, P.12: …Die Sünder werden aus dem Buch Dumah herausgenommen, da sie nur die mittlere Linie in die Berechnung einbeziehen, in der die Sünder nicht enthalten sind.

Wer wird dann nach ihnen bei der Auferstehung der Toten verlangen? Bei der Erweckung der Toten wird der Engel Matat von Dumah den schriftlichen Bericht von den Friedhöfen erhalten.

Wer wird verlangen, dass die Sünder, die nicht in die Berechnung von Dumah einbezogen wurden, von den Toten auferweckt werden?

Frage: Dieser Text kann einen Menschen verwirren. Wie soll ein Mensch solche Worte aufnehmen: „die Toten“, „Friedhöfe“? Das ist einfach beängstigend…

Antwort: Es ist wichtig zu verstehen, dass der Sohar in der „Sprache der Zweige“ spricht, wie die meisten kabbalistischen Bücher.

Es ist eine Methode, uns Wissen und vor allem Eindrücke zu vermitteln, damit wir das Licht der Korrektur aus der spirituellen Welt, d.h. aus unserem korrigierten Zustand, anziehen.

Es geht nicht um physische Körper und unsere materielle Welt – wir müssen unsere Hände und Füße nicht korrigieren (sie sollen von einem Arzt behandelt werden).

Der Sohar spricht über die Korrektur der Seele. Obwohl er Worte aus dieser Welt verwendet, verweisen sie alle auf spirituelle Begriffe, d.h. auf unsere inneren Kräfte und Eigenschaften.

Es sind diese Eigenschaften, die ich jetzt erforschen möchte, um zu verstehen, was in mir nicht stimmt, was geändert werden muss, was ich korrigieren möchte. Das ist der Zweck des Buches.

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Aus dem Unterricht über das Buch Sohar

Sehen Sie und finden Sie heraus

Frage: Wenn das Gesetz „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ offenbart wird, fühlt es sich dann wie ein unumstößliches Gesetz an?

Antwort: Wie ein absolutes Gesetz des gesamten Universums – sowohl unseres als auch des spirituellen – in all seiner Kraft und Ausdehnung! Wir müssen diese Eigenschaft erreichen und dann spüren wir, dass dieses Gesetz wirklich regiert.

Es gibt zum Beispiel in uns eine Eigenschaft, die dem Gesetz der universellen Schwerkraft ähnlich ist, so spüren wir ihren Einfluss auf uns. Es gibt Eigenschaften, die nicht in uns existieren, so dass wir keine Auswirkungen spüren. Das heißt aber nicht, dass wir nicht beeinflusst werden.

Es stellt sich heraus, dass dieser Mangel an Wahrnehmung, die Quelle all unserer Leiden ist. Wenn wir wüssten, dass es um uns herum ein Gesetz der universellen Liebe gibt und das jener, der es nicht befolgt, sich sofort selbst schadet, wären wir alle rechtschaffen.

Deshalb hat der Schöpfer uns Sünder extra so geschaffen, damit wir uns auf die Stufe dieser Gesetze erheben wollen, um sie zu offenbaren und zu erfüllen.

Er hat uns absichtlich unter diesen Bedingungen geschaffen und alles andere vor uns verborgen. Das bedeutet aber nicht, dass man nicht leidet. Man leidet darunter, nicht in der Erkenntnis und dem Wissen zu sein.

Anmerkung: Das ist grausam! Der Schöpfer hat uns in die Situation der Blindheit und Taubheit versetzt. Die Menschen leiden!

Antwort: Man muss es erkennen, offenbaren und dann wird einem klar, warum Er uns in einen Zustand der Verhüllung versetzt und alles so schrecklich gestaltet hat.

Frage: Vielleicht stellt sich im Nachhinein heraus das es gut ist, dass Er es so gemacht hat?

Antwort: Das wird man sehen.

Aus dem Fernsehprogramm „Die Kraft des Buches Zohar“11

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Die verborgene Bedeutung der Rolle der Esther

Der folgende Abschnitt ist ein Auszug des Artikels von Rabash über den Feiertag von Purim, „Verhüllung und Enthüllung“:

„Dunkelheit ist das babylonische Exil, in welches sich das Volk Israel selbst gebracht hat, da der Schöpfer (Seir Anpin) schlief. Der Sünder Haman, welcher ein großer Sterndeuter war, warf das Los (Pur), um das Schicksal zu bestimmen. Haman und seine zehn Söhne sind die zehn Klipot (unreinen Kräfte), da er wusste, dass der Schöpfer schlief und somit Seine Höhere Lenkung das Volk Israel (all jene, die zum Schöpfer streben) nicht beschützte. Daher dachte Haman, dass nun die Zeit gekommen sei, um das Volk Israel zu vernichten.

Haman ist unser ganzer Wille zu empfangen, welcher im Gegensatz zum gesamten Licht von Chochma steht. Er weiß, dass das Licht sich offenbaren wird, aber was er nicht weiß, ist, dass dies nur in der mittleren Linie geschehen kann und später sogar wieder zurückgenommen wird, wenn der Übergang in den Zustand der ersten Einschränkung (Zimzum Alef) geschieht. Malchut vereinigt sich mit Seir Anpin in der mittleren Linie und sie steigen zu Bina auf, wo sie den Zustand der Endkorrektur erreichen.

Die Vernichtung des Volkes Israel bedeutet die Vernichtung der Absicht „um zu geben“, welche den Menschen daran hindert, das Licht von Chochma auf egoistische Weise zu empfangen. Mordechai ist die Absicht des Gebens, aber wenn er alleine handelt, ohne die Verlangen von Haman, so ist dies nur Geben in der Absicht um zu geben. Das heißt, dass er das Licht von Chochma zurückweist, damit dieses sich nicht enthüllt.

In anderen Worten, wenn der Mensch nicht in der mittleren Linie arbeitet, dann werden auch seine besten Handlungen des Gebens seinen Weg der Entwicklung nur blockieren. Daher braucht Mordechai die Verbindung mit Haman. Wenn sie beginnen, miteinander zu streiten (ein Streit zwischen der Absicht des Gebens und dem egoistischen Verlangen), fangen sie an zu verstehen, in welchem Ausmaß sie fähig oder nicht fähig sind, sich zu verbinden.

Die Absicht des Gebens macht es möglich, die Verlangen Hamans zu benutzen. Dennoch werden diese tatsächlichen Verlangen nicht erfüllt werden und das führt dazu, dass ein Konflikt zwischen Mordechai und Haman auftritt. Die Geschichte beschreibt, wie ein Mensch die richtige Einheit zwischen zwei streitenden Kräften oder zwei gegensätzlichen Absichten erschaffen kann. Sie beschreibt auch die Schlachten, Verwirrungen und Zweifel, welche uns auf dem Weg der Korrektur erwarten, bis wir die richtige Methode finden.

Dies ist es, worüber in „Megillat Ester“ (die Rolle der Esther) erzählt wird.

 

Kabbala Akademie

 

 

„Damit das Herz den Nächsten aufrichtig liebt …“

Unsere Weisen (Sanhedrin) sagten: „Für die Sünder ist es besser, auseinander getrieben zu werden, besser für sie und für die ganze Welt; anders gesagt wäre es besser, es gäbe sie gar nicht.

Für die Gerechten dagegen gilt: „Versammelt die Gerechten; besser für sie und besser für die ganze Welt.“ (Rabash, Was entsprechend „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ erklärt wird“) Grundsätzlich gibt es keine Gerechten. Die Gerechten sind unsere korrigierten Eigenschaften. In jeder Etappe, in der wir auf die nächste Stufe aufsteigen, fallen die früheren Gerechten und es entstehen neue Sünder. Wir verwandeln sie erneut in die Gerechten.

Die Gerechten sind diejenigen, welche die Regel „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ befolgen möchten. Sie wollen die Macht des Egoismus verlassen und eine völlig neue Stufe erreichen – die Liebe zum Nächsten.

Der Mensch kann sich generell dazu zwingen, aber das wird eine erzwungene Liebe. Das Herz des Menschen kann sich von Natur aus nicht damit abfinden. Wenn dem so ist, wie bringt man das Herz dazu, den Nächsten wirklich zu lieben?

Das ist unmöglich. Nur das Höhere Licht kann eine solche Korrektur mit uns vornehmen. Es liegt nicht in unserer Macht, da dafür zwei Kräfte erforderlich sind: eine unkorrigierte Kraft und die Kraft der Korrektur. Die Kraft der Korrektur haben wir nicht. Wir wissen nicht einmal, was und womit korrigiert werden muss. 

Aus diesem Grund wurden uns die restlichen 612 Gebote gegeben. Mit deren Hilfe kann man das Herz nicht zwingen, dafür aber „überreden“. Es reicht jedoch nicht aus, da es gegen die menschliche Natur ist. Es gibt zusätzliche Empfehlungen, mit denen ein Mensch seine Kräfte vergrößern kann. Um das Gebot „Liebe deinen Nächsten“ befolgen zu können, wird er „die Liebe zu Freunden“ benötigen. Es gibt das Geben, aber auch das Empfangen um zu geben.

Frage: Richten sich die Arbeiten im Zehner, in den Workshops, beim Studium alleine auf das Eine aus- das Licht, das zur Quelle zurückführt, anzuziehen?

Antwort: Ja, wir brauchen nichts anderes. Die „Tora“ ist das Höhere Licht. Sie korrigiert unsere egoistischen Verlangen und verwandelt sie in altruistische. Eine Korrektur von einer egoistischen zu einer altruistischen Absicht wird als Erfüllen eines Gebots bezeichnet.

Aus dem TV-Programm „Die letzte Generation“ vom 18.04.2014

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Das Schlimmste ist die Gleichgültigkeit

Man muss gegen die Gleichgültigkeit kämpfen, weil es keinen schlechteren Zustand als diesen gibt. Die Gleichgültigkeit gleicht dem Tod.

Die zwei entgegengesetzten Formen der Gleichgültigkeit sind die Liebe oder der Hass. Diese Formen respektieren wir sehr. Der Pharao, Aman, alle übrigen Sünder, die in der Tora beschrieben sind, sind sehr wichtige Personen. Ohne sie könnten wir die Heiligkeit niemals erreichen. Wir bekommen alle Verlangen, die „Kelim„, von ihnen. Den Sündern gegenüber stehen alle Gerechten, denn der Schöpfer hat sie gegeneinander geschaffen.

Deshalb spielt es keine Rolle, ob der Mensch dafür oder dagegen ist, das Wichtigste ist, dass er nicht gleichgültig bleibt und etwas empfindet, entweder den Hass oder die Liebe.

In jedem beliebigen Menschen kann man den Funken erwecken. Dieser Funke ist in jedem verborgen, denn jeder Mensch hat seinen Ursprung in dem zerbrochenen Kli. Aus diesem Grund ist in ihm dieser spirituelle Teil vorhanden, den man erwecken kann. Die Frage ist nur, wie tief dieser Funke in seinem Inneren verborgen ist.

Aber wenn man versucht, diesen Funken zu erwecken, kann der Mensch auch negativ reagieren. Der Mensch will nicht zuhören, beschimpft dich, den Schöpfer, die Kabbala, den ganzen Weg der Nächstenliebe – er ist einfach gegen alles und hasst alles. Baal HaSulam sagt aber, dass es egal ist, wie der Mensch reagiert. Denn auf diese Weise entdeckt er die Form seiner Verlangen. Dabei spielt es gar keine Rolle, dass er eine negative Reaktion zeigt. Die Hauptsache ist – es gibt eine Reaktion …

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel aus dem Buch „Shamati“, 31.07.2011

Stimmt die Welt auf die Einheit ein!

Morgenunterricht aus Moskau

Frage: Während der Vorbereitung auf den Moskauer Kongress haben sich einige von uns auf den Gedanken eingestimmt, dass der Kongress bereits begonnen hat. Und es kam wirklich das Gefühl auf, als würde man sich tatsächlich auf dem Kongress befinden. Sollten wir uns vielleicht ständig auf einen Zustand des Kongresses einstimmen?

Meine Antwort: Wenn wir uns selbst nicht auf der nächsten, höheren Stufe sehen werden, werden wir niemals zu ihr aufsteigen können.

Wir sollten uns ein Beispiel an kleinen Kindern nehmen. Es ist ein Beispiel für uns, wie wir von der physischen Ebene aus die spirituelle Ebene studieren können. Wenn wir nicht danach streben, groß zu werden, werden wir niemals groß.

Deshalb ist es natürlich hilfreich, sich die Vereinigung als einen niemals endenden, ständig fortlaufenden Kongress vorzustellen.

Das Gleiche gilt in Bezug auf die Gruppe. Die Gruppe befindet sich in meiner Vorstellung immer in einem korrigierten Zustand. Der einzige Sünder, der unkorrigierte Egoist, bin ich. Deshalb muss ich ihnen entgegenstreben, ich muss mir vorstellen, dass ich bereits in sie eingebettet bin, und klären, was mir für diese Einbettung fehlt.

Unsere gesamte Welt ist eine Vorstellung. Sie ist so, wie wir sie uns vorstellen. Es gibt hier nichts Reales. Das alles sind lediglich unsere Vorstellungen.

Ordnet alles an! Verseht alles – die Gruppe, den Menschen, eine Eigenschaft – mit einem bestimmten Wert, mit einer bestimmten Stufe. Und ihr werdet sehen, dass ihr dabei die Welt wie ein Musikinstrument auf euch einstimmt.

Alles hängt davon ab, wie ihr sie einstimmt, was für euch einen höheren und was einen geringeren Stellenwert haben wird. Und in Übereinstimmung damit werdet ihr voranschreiten – entweder zum Bösen oder zum Guten, entweder zum Stehlen, zu Drogen oder zum Geben und zur Liebe. Es hängt von euch ab, wie ihr die Welt für euch erschaffen werdet. Die Welt hat an und für sich keine Form. Alles hängt nur davon ab, wie ihr euch einstimmt.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 16.06.2011

Die Phase der Verhüllung möglichst schnell durchlaufen

Für einen Anfänger ist es typisch, Hindernisse bekämpfen bzw. sie aus dem Weg räumen zu wollen. Er begreift noch nicht, dass sie alle von „Es gibt niemanden außer Ihm“ kommen, und hält sie für reine Zufälle oder Pech im Leben.

Er kann sich noch nicht durch diese Hindernisse mit dem Schöpfer verbinden und erkennt nicht, dass alles, was im Leben geschieht, von Ihm kommt. Deshalb stößt er sie in seinem Egoismus ab und ärgert sich über die anderen, er möchte ein ruhiges, glückliches Leben führen, wie es in dieser Welt bei allen, die noch keine Verbindung mit dem Schöpfer spüren, üblich ist. Das sind die Anfangsschritte unserer Arbeit.

Doch nachdem der Mensch Anstrengungen unternommen hat, um sich der Gruppe anzuschließen, sich mit dem Lehrer und den Büchern zu verbinden, beginnt das Licht immer mehr auf ihn einzuwirken. Und obwohl er das nicht spürt, nimmt er Veränderungen in sich wahr. Denn er beginnt bereits seine Verbindung mit der lenkenden Kraft, mit der Ursache aller Geschehnisse zu erkennen, die sich irgendwo in der Natur, in seinem Inneren befindet und Verlangen und Gedanken in ihm erweckt.

Es gibt in ihm irgendeinen lenkenden Faktor, und er beginnt Verbindung zu ihm herzustellen, indem er versucht zu begreifen, wozu, zu welchem Zweck Er das alles macht und wie man darauf reagieren soll.

Der Mensch lebt sehr lange, bis er zur Wahrnehmung kommt, dass alle Geschehnisse durch irgendwelche innere Ursachen, die vom Schöpfer ausgehen, ausgelöst werden. Und dann begreift er, dass er tatsächlich sehr viele Anstrengungen in der Gruppe, in der Verbreitung und im Studium unternehmen muss, um diese Phase der Verhüllung möglichst schnell zu durchlaufen.

Und wenn er nicht mehr vergisst, dass alles von der inneren Kraft, die ihn auf diese Weise erweckt und ausrichtet, ausgeht, wird seine Arbeit bewusster, genauer und praktischer. Auf diese Weise akkumuliert er in sich das ausreichende Verlangen nach der Enthüllung Desjenigen, der alles rundum organisiert, damit diese verborgene Verbindung endlich enthüllt wird.

Doch auch danach gibt es noch Arbeit, die bis zum Ende der Korrektur durch Hindernisse verläuft. Die Frage besteht nur darin, wie schnell der Mensch sie erkennen und zur Hilfe für die Verbindung, für die Verschmelzung mit dem Schöpfer umkehren wird.

Denn das Licht leuchtet unser unkorrigiertes Verlangen aus und enthüllt jedes Mal immer tiefere Schichten davon, und das ist das Einzige, was den Schmerz in uns hervorruft. Doch der Schmerz ist ein Krankheitssymptom für den sich enthüllenden Egoismus, für die Fehlerhaftigkeit! Und genau dann haben wir die die Möglichkeit, uns zu korrigieren und uns selbst und die ganze Welt auf die Waagschale der Verdienste zu neigen.

Deshalb muss man an sich selbst arbeiten, um jegliche Zustände zu rechtfertigen, die immer empfindlicher und bemerkbarer werden und immer mehr reizen. Je weiter der Mensch vorankommt, desto größere und tiefere Hindernisse ihm in den Weg gestellt werden, desto schmerzhafter werden die Schläge. Doch gleichzeitig gewinnt er an Erfahrung und begreift bereits, was mit ihm geschieht, obwohl selbst ein Gerechter ebenfalls fällt und zum „Sünder“ wird, um sich erneut aufzurichten und zum Gerechten zu werden.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Brief von Rabash, 06.05.2011

Die ehrenvolle Aufgabe, ein Gerechter zu werden

Frage: Wie kann man vom Zustand „Sünder“, der nicht in der Lage ist, den Schöpfer zu rechtfertigen, zum Zustand „Gerechter“ übergehen?

Meine Antwort: Sich als „Sünder“ wahrzunehmen ist ein sehr guter, nützlicher Zustand, ohne den es nicht geht. Während in dir der Egoismus erwacht, du dich aber „unter dem Schutz der Tora“ befindest, hast also etwas, worauf du dich stützen kannst, – hast du das Licht, dank welchem du verstehst, dass du einen Fall, einen Abstieg durchlebst.

Du fällst, weil du noch nicht das neue Verlangen, welches sich gerade in dir enthüllt, korrigiert hast. Und darum nennst du dich „Sünder“.

„Sünder“ ist eine spirituelle Stufe, und zwar eine sehr ehrenvolle. Das bedeutet, dass ich einen Zustand erreicht habe, in dem der Schöpfer versteht, dass Er mir eine noch größere Last aufbürden kann und ich sie korrigieren kann! Er lädt mich quasi ein und teilt mir eine noch wichtigere, zusätzliche Aufgabe zu.

Ich habe jedoch noch nicht geschafft, diese zusätzliche Last zu korrigieren, und kann mich diesbezüglich nicht auf das Geben ausrichten, und deshalb halte ich mich in diesem Zustand noch für einen Sünder. Ich zerfresse mich jedoch nicht deswegen – sondern rechtfertige den Schöpfer, danke Ihm, freue mich auf die Möglichkeit, die sich mir eröffnet hat.

Das ist etwas ganz anderes, als das, was sich ein normaler Kleinbürger dabei denkt, wenn er das Wort „Sünder“ hört, – es ist im Gegenteil ein sehr würdevoller Zustand. Aus der gesamten Mannschaft hat der Anführer ausgerechnet mich ausgesucht und mir gesagt: „Nur du bist in der Lage, diese Aufgabe zu erfüllen!“

Mir wird also eine zusätzliche Belastung des Herzens gegeben, und damit mach ich mich auf den Weg zu einem Sondereinsatz. Doch im Moment bin ich noch ein Sünder – bis ich die Aufgabe erfüllt habe und zu einem Gerechten geworden bin.

Der Pharao verstand selbst, dass er ein Sünder und der Schöpfer ein Gerechter ist. Das heißt, jeder Zustand auf der spirituellen Leiter ist spirituell. Sünder sind hohe Stufen, die den Gerechten vorangehen. Auf diese Weise wechseln sich diese Zustände ab: mal Sünder, mal Gerechter, und wieder: Sünder und Gerechter, immer und immer wieder. Als ob ich mich auf zwei Beinen bewegen würde – das eine eines Sünders und das andere eines Gerechten.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 02.05.2011

Alle Nöte führen in die Gruppe

Rabash, „Schlawej Sulam“, 1988/89, Artikel 9, „Die Leiden, die zu den Sündern kommen…“

Die Weisen sagten: „Die Not kommt zur Welt, nur wenn es dort die Sünder gibt, fängt aber bei den Gerechten an…“

Der Aufstieg eines Einzelgängers ist unmöglich. Mehrere Abstiege fördern im Menschen den großen Egoismus zu Tage. Er fängt an, sich zu fragen: „Ob man sich überhaupt vom Egoismus befreien kann?“ Diese dringende Notwendigkeit zwingt ihn, sich an die Gruppe zu wenden. Nur dort, zusammen mit anderen, kann er die Kraft rufen, die ihn heraus führen wird.

Alle Versuche, selbständig herauszukommen (der rote Zeiger auf der Zeichnung) sind zum Scheitern verurteilt. Alleine wird es nie klappen. Der Mensch ist verpflichtet, das Zerbrechen zu korrigieren, den Ausstieg aus sich selbst dem Nächsten entgegen, vorzubereiten.

Deshalb fordern uns alle Abstiege auf, die eigene Kraftlosigkeit zu entdecken, damit wir keinen Ausweg mehr haben, als sich an die Gruppe zu wenden und mit ihrer Hilfe die Wichtigkeit des Schöpfers zu entdecken. Diese Wichtigkeit wird uns zwingen, den Ausgang zu suchen und wird uns zur richtigen Lösung bringen. Nur in der Umgebung werden wir die Kräfte finden, die uns vorwärts bewegen.

Die Umgebung, wie wir es verstehen – ist ein künstliches Gebilde. Es stellt sich dem Menschen als etwas Fremdes dar, damit er auf die Selbstsucht verzichten kann und sich vom Willen zu empfangen befreien kann.

Deshalb kommt die Not, damit wir immer mehr „die Sünder“ in uns entdecken. Sie wirkt aber auf die Zustände, die „die Gerechten“ heißen.

Aus einem Unterricht vom 05.01.2011 nach dem Artikel von Rabash „Die Leiden, die zu den Sündern kommen…“