Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Sünder'

Das Zerbrechen: ein Quentchen Licht in jedem Bruchstück

Frage: Wodurch unterscheidet sich die Arbeit mit den „Sündern“ von der Arbeit mit den „Gerechten“?

Meine Antwort: Als erstes muss man verstehen, dass es um die Zustände eines Menschen in Bezug auf den Schöpfer geht.

Wie Baal HaSulam in der Einführung zu TES erklärt, müssen wir diese Zustände auf unserem Weg durchlaufen: vollkommener Sünder – nicht vollkommener Sünder – mittlerer – nicht vollkommener Gerechter – vollkommener Gerechter.

Wie kann man also diese Zustände prüfen? Jeder, der gefragt wird, hält sich wenn schon nicht für einen Gerechten, dann zumindest für einen mittleren. In Wirklichkeit ist das einzige Kriterium für die richtige Bewertung die Annullierung seiner selbst in der Gruppe.

In diesem Fall ist die Umgebung unser Messgerät. Das gemeinsame Kli wurde gerade aus dem Grund zerbrochen, damit du, indem du dich vor der Umgebung verneigst, begreifst, wo du dich befindest, und die Kräfte von dem Schöpfer erhältst.

Nach dem Zerbrechen hat sich dein Kli in mehrere Teile geteilt. Der Schöpfer, der sich darin befand, hat sich auch geteilt und befindet sich jetzt in allen diesen Teilen. Sie sind wie Teilchen eines ehemals gemeinsamen Mosaiks, die du nach einem von oben vorgegebenen Programm zusammenfügst. Auf diese Weise vereinigst du die Teile deiner Seele mit den Teilen des Schöpfers, den Teilen des Lichts, die darin enthalten sind, wieder.

In dieser Welt, in deinem Egoismus nimmst du es wie eine materielle Gruppe wahr. Doch in Wirklichkeit ist das keine Gruppe. Mit der Zeit wird die Gruppe für dich zu einem spirituellen Begriff. Es sind nicht die Menschen, die zusammen Lieder singen und sich verbinden wollen, – in jedem von ihnen enthüllst du einen Teil deines Kli mit dem darin enthaltenen Teilchen des Schöpfers.

Hinter den Gesichtern der Freunde verbirgt sich die spirituelle Umgebung. Jetzt verstehst du deutlich, dass das Zerbrechen, unsere jetzige Realität und die Freunde es dir ermöglichen, die spirituelle Arbeit zu vollziehen.

Wenn der Schöpfer nicht wichtig genug in deinen Augen ist, fühlst du dich wie ein Sünder, und um diese Wichtigkeit zu erlangen, wendest du dich an die Umgebung. Darin gibt es Kelim, darin befindet sich der Schöpfer, dort ergießt sich das Licht, welches diesen spirituellen Begriff in dich hineinbringt.

Somit befindet sich alles an einem Ort: der Mensch und alle Teile, die ihm als fremd vorkommen:

Auszug aus einem Unterricht über den Artikel von Rabash „Das Elend, das zu den Sündern kommt…“, 5.01.2011

Dort, wo die Sünder zurücktreten

Wir arbeiten außerhalb unseres Materials, dem Verlangen zu genießen. Dieses Verlangen soll ständig wachsen, damit auch wir wachsen können, indem wir außerhalb von Ihm eine Form des Gebens und der Ähnlichkeit mit dem Schöpfer erlangen.

Und deshalb empfinden wir den wachsenden Wunsch als das Leiden. Es beginnt erst dann, wenn der Mensch dazu bereit ist. Es steht geschrieben: „Das Leiden, das zu den Sündern kommt, fängt mit den Gerechten an“. Mit anderen Worten: Die negativen Formen werden in demjenigen offenbart, der früher ein Gerechter war, der den Aufstieg geschafft und sich vorbereitet hat.

Die Anfänger, die die Methode noch nicht ganz verstehen, geraten dadurch in Verwirrung: „Warum treten trotz der angestrengten Bemühungen solche schlechten Zustände ein? Plötzlich geht die Begeisterung verloren, und alles wird gleichgültig …“. Aber mit der Erfahrung kommt die Weisheit, und der Mensch erkennt, dass der Weg durch den Abstieg und den Widerstand gegen den egoistischen Trieb führt

Das spirituelle Ziel wird für mich immer fragwürdig sein: „Wofür schreite ich voran? Soll ich gegen die Selbstsucht, gegen die Natur kämpfen? Ist es normal, in solchen Abstiegen ohne jedes Streben und die Absicht zu arbeiten?“ Der Mensch fühlt sich benachteiligt und hilflos und empfindet seinen Zustand als unwürdig und unverdient.

Es ist eben jene Stelle, über die geschrieben steht: „Die Gerechten werden vorankommen und die Sünder werden zurücktreten“. Hier handelt es sich darum, dass wir aus unserer Natur herauskommen sollen. Jedes Mal, wenn der Mensch sich für einen solchen Aufstieg vorbereitet hat, gibt man ihm eine neue „Belastung des Herzens“, damit er noch höher aufsteigt. So kommt er auf dem spirituellen Wege voran.

Auszug aus dem Unterricht über den Artikel von Rabasch „Das Elend, das zu den Sündern kommt…“, 5.01.2011

Der tiefe Start

Eine Frage, die ich erhielt: Ich befinde mich im Fallen seit dem Ende des Kongresses. Ich befürchte, ich habe das Streben zum Geben verloren.

Ich arbeite in der Gruppe, aber fühle, dass sie mir nicht hilft, sie stört mich sogar. Ich denke über eine Pause nach, um den Wunsch wieder zu enthüllen. Sind meine Überlegungen richtig?

Meine Antwort: Welchen Wunsch wirst du öffnen, wenn du weggehst? Den Wunsch, in die Bar zu gehen oder den Fußball anzuschauen? Wir bekommen das spirituelle Bedürfnis nur von der Umgebung. Wenn du die Gruppe verlässt, dann wirst du dich in die genau entgegen gesetzte Richtung begeben.
Es ist über die Offenbarung des Egoismus gesagt: dort, wo die Gerechten gehen werden, fallen die Sünder. Es ist dein Dilemma eben: zum Gerechten oder zum Sünder zu werden.

Die Verhüllung, die nach dem Kongress erfolgte, hat in dir einen neuen, starken egoistischen Wunsch gezeigt, der für die Korrekturarbeit vorbestimmt ist.

Und du willst dieser Arbeit entlaufen, anstatt neu zu starten, wobei genau das notwendig ist.

Wir kommen immer nur dann voran, wenn wir die neuen, beschädigten Teile des Wunsches der Genüsse offenbaren. An dieser Stelle muss man nur die Verbindung zum Ziel bemerken.

Dieser beschädigte Teil entfernt mich in Wirklichkeit nicht vom Ziel, sondern ermöglicht mir hingegen, vorwärts zu gehen, wenn ich ihn zur Korrektur mit schleppen werde.

Folglich erprobe ich die schlechten Empfindungen, die Finsternis und die Hilflosigkeit. Ich fühle die Schwere und die Gleichgültigkeit, alle flammenden Reden trüben sich. Was ist zu machen? Wie kann man jetzt nicht weglaufen?

Hier wird die Gewohnheit, die Verpflichtung, die geführte Ordnung helfen. Meine Bemühungen sammeln sich in den großen Besitz an. Somit darf man niemals vom Weg abgehen.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar. Das Vorwort, 21.11.2010

Tag der Einheit. Die Vorlesung vom 31.10.2010

Die Vorlesung zum Thema „Einheit wie Vorbereitung auf dem Kongress“
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Das Verlangen das der Mensch aus sich selbst heraus hat, ist möglicherweise nicht gross genug, um damit zu arbeiten das spirituelle Ziel zu erreichen. Es gibt aber einen Weg, ebenso wie im Körperlichen, dieses Verlangen durch Menschen von aussen zu erweitern, die den einzelnen Menschen dazu anregen, ihren Sichtweisen und ihrem Geist zu folgen. Dies geschieht durch die Vereinigung mit jenen Menschen, bei denen er sieht, dass auch sie ein Bedürfnis nach Spiritualität haben. Und dieses gemeinsame Verlangen erzeugt in ihm eben das grössere Verlangen nach Spiritualität.
Mit anderen Worten, zusätzlich zu seinem eigenen Verlangen, welches er in seinem Innersten hat, empfängt er ein Verlangen nach Spiritualität, welches die anderen in ihm erzeugen, also er bekommt das grosse Verlangen mit welchem er das Ziel erreichen kann.
Der Hort meiner Erlösung, Artikel 13, 84/85 Rabash

Wenn ein Mensch kein Verlangen zur Spiritualität hat, sich aber unter Menschen befindet die ein solches Verlangen haben, und wenn ihm diese Menschen auch noch angenehm erscheinen, bekommt er von ihnen die Kraft des Verlangens und des Gedankens.
Obwohl er diese selbst gar nicht hat, aber eben dadurch weil er diese Menschen achtet und respektiert, bekommt er von ihnen neue Kräfte.
Baal HaSulam „Ich hörte“ Artikel 99  „Sünder oder Gerechter – wurde nicht gesagt“

Es gibt eine ganz besondere Eigenschaft innerhalb der Verbindung der Freunde : Wünsche und Gedanken fliessen von einem zum anderen.
Jeder bekommt die Kräfte von allen, er bekommt die gesamte Kraft der Gruppe.
Rabash, Stufen der Leiter, Artikel „Notwendigkeit der Liebe zu Freunden“

In der Vereinigung aller Punkte im Herzen enthüllt sich der Schöpfer.
Wisst, dass es in jedem Freund viele spirituelle Funken gibt. Und wenn wir diese Funken in ihrer Anstrengungen verbinden, zweifellos erscheint in euch ein neuer spiritueller Niveau, das mit dem Licht erfüllt ist.
Baal HaSulam, Brief 13

Der Mensch kann seine spirituelle Kraft durch die Verbindung mit den Freunden vermehren. Wenn jeder sich anulliert und für die Verbindung mitden anderen bereit ist, stellen sie einen einzigen Körper dar, in welchem jedes Teilchen mit allen anderen darin eingebunden ist. So bekommt auch jeder eine große Kraft. Und dann kann auch jeder die Liebe zum Nächsten erreichen, und darüberhinaus die Liebe zum Schöpfer.
Rabasch. Artikel „Über dem Regel, liebe deinen Nächsten wie dich selbst“
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Arbeite den ganzen Tag, wie im Tempel

Eine Frage, die ich erhielt: Es ergibt sich doch, dass jeder von uns die ganze Zeit „das Loch im gemeinsamen Boot bohrt“, aber man muss die eigene Sensibilität erhöhen, um es dies zu verstehen?

Meine Antwort: Wenn wir beginnen damit zu arbeiten, dann werden wir die „613“ Handlungen (die Gebote), und die Fehler (Schagagot) , sowie die Verbrechen (Zdonot) enthüllen, die bezüglich der Bürgschaft gelten. Denn es handelt sich um eine uns „gebotene“ Handlung, die wir erfüllen können!

Das ist eben die einzige freie Handlung, genannt „ein Gebot“, das aus vielen Komponenten (G“E, ACHAP, alle Niveaus des Wunsches) besteht, infolge der allmählichen Korrektur des Wunsches auf die Bürgschaft.

Dies alles wird durch eine winzige freie Öffnung im Durchgang realisiert, worin alle Gebote erfüllt werden. Es gleicht sich einer Geburt: dem Ausgang aus der Gebärmutter durch einen engen Durchgang in diese Welt.

Wenn ich versuche, an die Bürgschaft, an die Nächstenliebe zu denken, dann enthülle ich in diesen Bestrebungen meine eigene höhere Welt.

Deshalb wird gesagt, dass „das Ende der Handlung – im ursprünglichen Vorhaben liegt“, das heißt , ich soll mich bemühen, in einer Absicht zu sein. Alle meine Handlungen sollen auf die Nächstenliebe und die Liebe zum Schöpfer gerichtet sein.

Die Handlung selbst ist nicht wichtig, viel mehr geht es um die Absicht, die ich an die Handlung anbinden kann. Wie darüber gesagt ist, dass dem Schöpfer nicht wichtig ist, wie das Vieh (unsere Selbstsucht) geschlachtet wird, nur die Absicht ist wichtig.

Deshalb bewerten wir nur bezüglich der Absicht, und nicht aufgrund der Handlungen: werden die Fehler und die Verbrechen begangen, oder die Gebote und die Korrekturen erfüllt. Den Schöpfer interessieren deine Handlungen nicht – Ihm ist es wichtig, was du dadurch erreichen willst.

Wenn du beginnst, die Absicht des Gebens, der Bürgschaft zu bilden, dann werden alle deine Handlungen im Leben frei sein!
Alle 360 Grad, die du ausnutzt, verwandeln sich in ein riesiges Rohr, das in die höhere Welt führt!

Und diese Welt verwandelt sich in den Schaffner auf der Reise in die Spiritualität, sie ist nicht mehr das ursprüngliche enge Röhrchen. Es wird durch das Licht Chassadim – durch die Eigenschaft des Gebens und der Liebe ausgedehnt.

Folglich spielt es keine Rolle mehr, was du machen wirst: ob du auf dem Land oder in einer Institution arbeiten wirst, wenn du alles mit der Absicht des Gebens tust, dann wird deine ganze Arbeit, mit der Arbeit im Tempel des Schöpfers verglichen.

Dadurch wird eine ganz andere Beziehung zur Handlung, zum Geben geöffnet. Und daran wird geprüft, was der Fehler oder das Verbrechen sein wird – aber nicht aufgrund der Handlungen, sondern aufgrund der Absicht: die Bestrebung zur Bürgschaft, zur Nächstenliebe und zum Geben.

Somit klärt sich auf, ob du der Sünder oder der Gerechte bist – alles nur aufgrund deiner Absicht.

Die Massen denken, dass alles aufgrund der Handlung bewertet wird, wobei in der Spiritualität nur die Absicht zählt. Deshalb wird gesagt: die Meinung der Tora widerspricht der Meinung der Gastgeber“.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Liebe zum Schöpfer und zu den Geschöpfen“, 12.10.2010

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Bittet nicht darum, dass „die Sünder“ sterben…

Eine Frage, die ich erhielt: Wie kann ich zielgerichtet bleiben, wenn ich irgendwelches physisches Problem habe, das meine Aufmerksamkeit die ganze Zeit ablenkt?

 Meine Antwort: Es gibt verschiedene Fälle. Es gibt die körperlichen oder seelischen Probleme, die Sorgen und die Besorgnisse kommen bei jedem Menschen vor. Der Schöpfer spricht den Menschen an, indem Er ihm Probleme und Hindernisse schickt, und ihn dadurch erweckt.

 Dabei spielt es keine Rolle, in welcher Situation der Mensch sich befindet. Diesen Zustand bekommt er vom Schöpfer, und aus diesem Zustand soll er sich mit Ihm verbinden.

 Der Mensch soll auch Folgendes verstehen: hat er Probleme mit der Gesundheit, ist er verpflichtet, zum Arzt zu gehen, hat er Probleme mit dem Einkommen, ist er verpflichtet, Arbeit zu suchen usw.

 Wenn die Probleme gelöst werden, dann nur, weil er schon in anderen Zuständen sein soll, um vorankommen zu können.

 Jeder Zustand, ist für den weiteren Aufstieg richtig. Aber man muss ihn sowohl auf dem irdischen Niveau, als auch auf dem spirituellen wie ein Ganzes korrigieren.

 Folglich ist es verboten, die Welt aufzuteilen „das ist für mich, und das ist für den Schöpfer“: „Jetzt mache ich mein Business, beschäftige mich mit dem irdischen Leben, und später werde ich zu Ihm zurückkehren, und das reicht schon für die „Heiligkeit“.

So etwas gibt es nicht! Wenn wir über die Korrektur der Absichten sprechen, dann gibt es hier keine freie Minute, und in allen Zuständen, aus allen Problemen heraus, die wir haben, sind wir verpflichtet, unsere Bitte an den Schöpfer zu richten.

Diese Bitte soll nicht das physische, familiäre oder andere Problem betreffen, sondern das höhere Ziel, weil es gewiss die niedrigen Stufen der Sorgen, Leiden und Krankheiten einschließen wird.

Denn sie alle heißen „die Leiden“ und sind dafür gegeben, um den Menschen in die richtige Richtung zu weisen.

Gäbe es jetzt die Möglichkeit, den Menschen vom Leiden zu befreien, ihm die Sorge um Geld, Gesundheit oder Familie wegzunehmen, so würde er sofort vom spirituellen Weg abweichen, und nicht den Weg des Schöpfers gehen.

 Deshalb ist es uns verboten, sich direkt in diesen Prozess einzumischen. Man muss dem Menschen helfen, mit diesen Problemen zurechtzukommen, aber er soll wissen, dass so der Weg ist, und das alles vom Schöpfer – „Vom Guten und das Gute Schaffenden“ kommt, denn „Es gibt niemanden außer Ihm“. Er soll alle Zustände annehmen, mit ihnen richtig zurechtkommen, mithilfe aller möglichen Mitteln, sowohl auf der irdischen Stufe, als auch auf der spirituellen, mithilfe der Gruppe.

 In diesem Zusammenhang steht geschrieben, dass es verboten ist darum zu bitten, dass „meine Sünder“ sterben, – sondern nur um die Rückkehr zum Schöpfer. Das heißt, jeden Zustand muss man korrigieren, indem man die negativen Hindernisse benutzt, weil sie gerade für die Korrektur am nützlichsten sind.

 Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 27.09.2010

Die Ein-Mann-Show

Eine Frage, die ich erhielt: Muss jeder Mensch die Zustände, die im Sohar beschrieben werden, durchlaufen?

Meine Antwort: Es steht geschrieben: „Jeder Mensch ist verpflichtet, das Buch der Tora zu schreiben“.

Das bedeutet, dass du allmählich alle deine Eigenschaften, Verlangen, in ihrer ursprünglichen egoistischen Form enthüllen und sie in dem Maße ihrer Enthüllung durch die Veränderung der Absicht „für dich“ zur Absicht „für die anderen, den Schöpfer“ korrigieren musst. Du baust ein neues Gefäß – mit einem Schirm und O“CH – auf und füllst es.

Die Enthüllung des zerbrochenen Kli bedeutet, dass du dich in eine bestimmte Art Sünder, die in der Tora beschrieben wird, einkleidest, und in der darauf folgenden Korrektur dieses Zustandes kleidest du dich in einen Gerechten der Tora ein.

Das sind Rollen, Formen, in die du nach und nach schlüpfen musst, indem du dich abwechselnd mal in einen Sünder, mal in einen Gerechten, die die Tora für dich darstellt, einkleidest.

Das ist wie ein Abdruck von Mustern, die bereits in dir existieren. Als ob du im Dunkeln mit einem Scheinwerfer laufen und mal einen Sünder, der sich in dich eingekleidet hat, mal – auf der anderen Seite, ihm gegenüber – einen Gerechten ausleuchten würdest.

Und so gehst du jedes Mal von einer Rolle zur nächsten über. Du musst alles durchlaufen! Denn die gesamte Tora besteht aus Zuständen, die du durchläufst, angefangen mit Adam, der ersten Enthüllung des Bösen in dir, dem ersten Kontakt mit dem Schöpfer.

Denn genau damit fängt der Mensch an – mit der Empfindung seines Egoismus als Gegenteil zum Schöpfer.

Das gesamte Buch der Tora spricht nur von diesen, deinen aufeinanderfolgenden Einkleidungen in verschiedene Rollen, die du wie im Theater nach dem vorgegebenen Drehbuch spielst.

Du kleidest dich in verschiedene Rollen ein, doch diese ganze Vielzahl von Rollen spielst nur du.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 05.09.2010

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Das Fallen ist eine Freude

Eine Frage, die ich erhielt: Wie soll ich auf meinen Abstieg reagieren?

Meine Antwort: Ich soll dieses Fallen wie einen Aufruf von oben wahrnehmen: „Wer hat mir es geschickt? Wofür?“. Mir wurde ein neuer Zustand eröffnet.

Wie Baal HaSulam schreibt: „Ich freue mich über die Enthüllung der Sünder“ – „den neuen“ egoistischen Eigenschaften meiner Natur.

Natürlich versteckten sie sich in mir, aber jetzt, wo ich stärker wurde, werden sie gezeigt, damit ich trotz allem, in der Verbindung mit dem Schöpfer, im Zustand des Aufstiegs bleiben kann.

Trotz der unangenehmen Empfindung innerhalb des leeren Wunsches, kann man sich über diesen Wunsch freuen, darüber, dass er enthüllt wurde – und so wirst du bald mit seiner Hilfe eine stärkere Verbindung mit der Gruppe, mit dem Schöpfer offenbaren.

Deshalb muss man sich im Fallen sofort mit der Gruppe verbinden und, beginnen, allerlei Handlungen zu begehen, um dieses Fallen in die Vereinigung zu verwandeln.

Das Fallen ist die Offenbarung einer größeren Genauigkeit in unserer Vereinigung, die Feststellung der Lücken, in denen ich mit der Gruppe noch nicht verbunden bin und mich folglich verbinden soll.

Ich dachte, ich wäre früher mit der Gruppe durch den „dicken Seil „verbunden. Und jetzt wurde mir klar, dass es innerhalb dieses Seils sehr viele feine Fäden gibt, in denen ich mit der Gruppe nicht verbunden bin.

Ich steige hinauf, indem ich mich immer mehr vereinige. Deshalb bin ich über solche Offenbarung froh, denn sie geschieht aufgrund des vorhergehenden Zustandes.

Sie werden bald fühlen, dass das Fallen eine Freude ist. Denn alles hängt von der Einstellung ab: entweder empfindet man es wie den bloßen Zustand oder wie das Mittel zur Erreichung des Ziels.

Die Arbeit liefert die Freude. Der wahre Spezialist ist froh, wenn er auf die Probleme in der Arbeit stößt.

Denn sie ermöglichen ihm, seinen Professionalismus zu verwenden, nach der Lösung zu suchen, etwas Neues zu schaffen, die Meisterschaft zu zeigen.

Warum brauchen die schöpferischen Persönlichkeiten „die Muse“, warum befinden sie sich ständig auf der Suche, in einer Verwicklung der Verwirrung der Gefühle – bis ihr Werk erschaffen wird?

Es kann auch der Mensch eines beliebigen Berufes sein, sogar der Installateur, aber wenn er ein Profi ist – dann fühlt er seinen Beruf.

Deshalb sind die Schwierigkeiten oder die besonderen Bedingungen sehr wertvoll.

Wir verstehen nicht, inwiefern die Enthüllung unserer Mängel, das Licht an den Tag bringt.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabasch, 06.09.2010

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Es ist eine Freude, wenn sich Sünder enthüllen

Talmud Esser HaSefirot, Band 7, Fragen und Antworten, Punkt 7: „Der untere Teil von Nukwa (Achoraim), ihre NeHJ sind ein Ort, an dem sich die unreinen Kräfte (Klipot), die das Licht Chochma empfangen wollen, festsaugen.

Weil sie am nächsten an den Klipot liegt und mit ihr das Licht der Welt von Azilut endet und von ihr und tiefer das Gebiet von unreinen Kräften liegt, wie geschrieben steht: „Und ihre Beine steigen in den Tod herab“…

Mit Nukwa enden alle anti-egoistischen Schirme, die die Verlangen von der Welt der Unendlichkeit während ihres Abstiegs bis zu der Stufe von Malchut der Welt von Azilut begleitet haben.

Mit ihr enden die Schirme – und darum „saugen“ sich die egoistischen Verlangen an Nukwa fest; denn durch sie wird es möglich, das Licht aufzufangen.

Mit ihren unteren neun Sefirot steigt Nukwa in die Welten von BYA (Brija, Yezira, Assija) herab und hat keine Kraft, den unreinen Kräften (Klipot) zu widerstehen. Sie befindet sich jedoch in einem besonderen „Gleichgewicht“ mit ihnen.

Wenn der Höhere sich im Inneren von Klipot befindet, und die Klipot etwas von ihm an sich reißen können, kann der Höhere dadurch auch die Klipa greifen, dieses Verlangen analysieren und korrigieren.

Dies geschieht ständig mit Malchut der Welt von Azilut und den zerbrochenen Seelen in dem Maße, in dem sie sich an sie anheften und ihr Licht an sich heranziehen wollen. In dem Maße kann auch sie sie an sich zur Korrektur heranziehen.

Ohne diese wechselseitige Arbeit, wenn jeder die Gegenseite an sich heranzuziehen versucht, gäbe es keine Klärung und keine Korrektur. Daher besteht unsere gesamte Arbeit (laut der Erzählung aus der Tora) aus Sünden und Korrekturen, immer und immer wieder.

Alle diese Schwankungen hin und her, aus der Heiligkeit in die Unreinheit und zurück, spielen sich zwischen Nukwa und den zerbrochenen Seelen ab, die ihr Zerbrechen enthüllen müssen.

Und die zerbrochenen Teile werden gerade durch ihr Anschließen an Nukwa enthüllt, sonst würden sie nicht erkennen, dass sie zerbrochen sind. Dann erwacht der Schöpfer (Seir Anpin), und darüber erzählt die Tora, wenn sie sagt, dass der Schöpfer mit Moses sprach und dem Volk die nächste Sünde vorwarf…

Nukwa lässt die Seelen erkennen, dass ihr Verlangen egoistisch ist, und den Teil, den sie in sich einschließen kann, zu Seir Anpin aufsteigen.

Und es kommt Seir Anpin und schreit: „Was habt ihr angestellt!“ Das ist die richtige Reaktion auf die Verlangen, die später korrigiert werden.

Wir verstehen einfach die Tora nicht – sie erzählt von keinen Sünden, sondern nur von der Enthüllung von Verlangen, die zur Korrektur kommen.

Und in dem Augenblick, in dem sie enthüllt werden, „freuen wir uns auf (? über) die Enthüllung von Sündern“, wie Baal haSulam schreibt. Denn jene „Sünder“, die nicht enthüllt wurden, haben keine Hoffnung auf Korrektur. Und wer weiß, wann sie enthüllt werden…

Aus dem Unterricht nach dem Talmud Esser HaSefirot vom 21.07.2010

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Doppelter Gewinn oder doppelter Verlust

Wenn wir Genuss in den Verlangen zu geben wahrnehmen, geschieht das vollkommen anders als auf egoistische Weise.

Zuerst müssen wir einen anti-egoistischen Schirm erhalten, danach ziehen wir den Genuss an, stoßen ihn für den Gastgeber ab und können ihn dann zu Seinem Vergnügen empfangen.

So empfangen wir das Doppelte: die Empfindung des Genusses in uns an sich und, was das Wichtigste ist, die Wahrnehmung der Größe des Gastgebers. Und Seine Größe ist unendlich und hängt nur von deiner Wertung ab.

Das Verhältnis zwischen dem Genuss (von) der direkten (Er)Füllung und der Größe des Gebenden ist so, dass du bereit bist, „ein kleines Körnchen“, „einen Tropfen“, der lediglich den Kontaktpunkt bestimmt, rein symbolisch von Ihm zu empfangen. Doch durch Seine Größe in deinen Augen dehnst du diesen Punkt bis zu einem unendlichen Umfang aus.

Die Sünder verlieren also das Doppelte und die Gerechten gewinnen das Doppelte, indem sie die ganze Welt der Unendlichkeit nur dadurch erhalten, weil sie über einen Schirm verfügen.

Wenn du über eine Energiequelle verfügst, d.h. über zwei entgegengesetzte Kräfte, „+“ und „-„, kannst du zwischen ihnen beiden ein Gerät einstellen, das eine nützliche Leistung erzeugt. Ohne ein solches Gerät wird die Verbindung der entgegengesetzten Kräfte einen Kurzschluss zwischen ihnen zur Folge haben.

Wenn wir uns die Erfüllung wünschen, müssen wir die richtige Verbindung mit dem Schöpfer finden – sie nennt sich Schirm, ein Gerät, welches dem Nächsten Gutes tut. Dann geht das ganze Licht durch dich zu den anderen hindurch, und du wirst dich als Quelle wie der Schöpfer empfinden.

Wenn du Verlangen zu geben benutzt, empfindest du:

1) die Genüsse in sich selbst,

2) die Genüsse in Ihm und

3) die Genüsse, die von Ihm kommen

– d.h., du befindest dich gleichzeitig in der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft, umhüllt vom gesamten Genuss, dem gesamten Licht der Welt der Unendlichkeit.

Dadurch verwischt die Wahrnehmung Begriffe wie “ Zeit“, „Bewegung“ und „Raum“.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Lehre der Kabbala und deren Wesen“ vom 06.08.2010

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