Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Die Formel der Unendlichkeit

Frage: Im Buch Sohar wird über die inneren Zustände meiner Seele gesprochen. Dennoch ist es unklar, welchen Zustand ich mir vorstellen soll?

Meine Antwort: Der Zustand der allmählichen Vereinigung aller Menschen, weil unsere Vereinigung deine Seele ist, wenn du dich bemühst alle in ein Ganzes zu vereinigen. Wenn ich solche Anstrengungen mache, dann ist es meine Seele. Wenn es andere Menschen tun, dann ist es ihre Seele.

Jeder von uns gleicht einer Körperzelle, die sich bemüht, den ganzen Organismus zu verbinden. Dadurch offenbarst du den ganzen Körper/Wunsch. Er heißt deine Seele.

Wenn du dich nur mit einem Körperteil beschäftigst und dich nur im bestimmten Maß verbindest, dann hast du dementsprechend nur eine Teilseele. Es bedeutet, dass du dich auf dem Weg, auf der Treppe der Stufen befindest.

Aber wenn du am Ende des Weges bist, das Ende der Treppe erreichst, die oberste Stufe, Malchut der Unendlichkeit, dann gibt es dort keine Grenzen, kein Ende und alles verschmilzt in einander.

Aber jeder von uns stellt sich Malchut der Unendlichkeit vom persönlichen Standpunkt aus vor, weil jeder von uns über die besondere Wurzel der Seele verfügt. Deshalb wird kein Mensch dabei annulliert, oder hebt seine Unabhängigkeit auf.

Das Einzige, was wir beim Lesen des Buches Sohar klären müssen, sind die Arten der Verbindung zwischen uns. In jeder einzelnen Seele gibt es nur diesen Wunsch. Und die ganze Wissenschaft der Kabbala ist eine Verbindung zwischen den Wünschen, wodurch die Einheit, die ganze Macht der Malchut geschaffen wird.

Im Computersystem gibt es beispielsweise nichts, außer dem Plus und dem Minus. Milliardefache Verknüpfungen zwischen diesen beiden bilden seine ganze Macht und die Möglichkeiten. Und ebenso ist die ganze Arbeit unseres Gehirns auf die unzählbaren Verbindungen zwischen „dem Plus“ und „dem Minus“ gegründet, zwischen dem Verlangen zu empfangen, und dem Verlangen zu geben. Sie können sich mehr oder weniger, in diesem oder jenem Maß verbinden, oder aber gar nicht verbinden. Es gibt nichts anderes. Aber aus den riesigen Ansammlungen dieser unterschiedlichen Teile, die aus verschiedenen Variationen der Verbindung oder ihrer Abwesenheit zwischen dem Plus und dem Minus bestehen, ergibt sich die ergreifende Weisheit und eine wahrhaftig Göttliche Macht.

Und deshalb klären wir gerade diese Arten der Verbindung zwischen diesen winzigen Teilen – zwischen den Seelen auf.

Auszug aus dem Unterricht über das Buch Sohar. Das Vorwort, 20.02.2011

Erlösung vom „Todesengel“

Wenn wir „am Ärmel gezogen“ werden und zur Enthüllung des eigenen Egoismus eingeladen werden, müssen wir uns darüber freuen, denn dadurch erlangen wir die spirituellen Stufen.

Wenn der Mensch von dieser Welt enttäuscht ist, wenn er sich Fragen nach dem Sinn und Zweck seines Daseins stellt, dann kommen diese Fragen vom Punkt im Herzen. Dann wird ihm die Möglichkeit gegeben, die spirituellen Stufen, die Ebenen der Enthüllung des Schöpfers, aufzubauen, bis er das ganze Licht NaRaNCHaY enthüllt.

Dabei verleiht ihm jede auch noch so kleine Stufe ein Gefühl der Ewigkeit, des außerkörperlichen Lebens, das von dem Fleisch getrennt ist. Darüber steht geschrieben: „Deine Welt wirst du zu deinen Lebzeiten sehen“. Auf diesen Stufen spürt der Mensch, dass er sich nicht in seinem Verlangen zu empfangen befindet, sondern über ihm, deshalb nimmt er sein Leben in der Verbindung mit dem Schöpfer wahr, er spürt, dass er in die Ewigkeit eintritt.

Das ist der Grund, warum die Tora als ein Mittel für den Aufstieg zur Freiheit vom „Todesengel“ bezeichnet wird. Wir werden von dem Verlangen zu genießen um des Empfangens willen befreit, welches eben dieser „Todesengel“ ist, und dann erlangen wir das wahre, unvergängliche Leben.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 07.01.2011

Offenbare dein Verlangen

Wir enthüllen niemals die wahre Realität, denn alles geschieht in unseren Verlangen. Der Schöpfer hat das Verlangen erschaffen, das eigentlich das gesamte Material der Schöpfung ist. Was darin geschieht wird von uns empfunden.

Die Empfindung im Verlangen wird in innere und äußere unterteilt. Mit anderen Worten, die Empfindung des Einzelnen und der Umgebung. Diese Segmente der Wahrnehmung werden ihrerseits noch in Schichten, Stufen, Teile und Formen geteilt.

Es geschieht jedoch innerhalb des Verlangens, der vom Schöpfer erschaffen wurde. Wir können uns dies, was außerhalb des Wunsches existiert, nicht einmal hypothetisch vorstellen. Es gibt keine andere „Stelle“ irgendwo außerhalb. Der ganze „Raum“ ist im Verlangen eingeschlossen.

Deshalb hängt unsere Empfindung von den Veränderungen im Verlangen ab. Die gesamte Wissenschaft der Kabbala spricht über die Natur des erschaffenen Verlangens, über die Veränderungen, die es erwerben kann, und darüber, was es im Einklang mit den Veränderungen empfinden kann. Die Formel ist einfach: du fügst die Veränderungen zum Anfangsverlangen hinzu und in Folge dessen entsteht die Empfindung.

Das allgemeine Spektrum besteht aus einer Menge von Schattierungen. In einem Verlangen können gleichzeitig verschiedene Neigungen enthüllt werden, in jedem einzelnen Verlangen empfinden wir verschiedene Ereignisse, verschiedene Handlungen. Das Verlangen des Menschen wird in 613 Teile geteilt, in denen es die verschiedensten Eindrücke und die Reaktionen erprobt. Und sie alle bilden sein Weltbild.

Die Teile des empfangenen Verlangens, die sich zum unbelebten, pflanzlichen, tierischen und menschlichen Niveau beziehen, bilden für uns die Konturen der Realität. Wir können das Verlangen noch mehr offenbaren, darin weitere neue Teile enthüllen, dann wird auch unsere gemeinsame Welt ausgedehnt.

Auszug aus dem Unterricht über den Artikel von Rabash, 17.02.2011

Wie wir Liebe in Hass verwandeln

Frage: Wenn alles, was es in dieser Welt gibt, ein Abdruck der auf Liebe basierenden spirituellen Welt ist, wie kann es dann in unserer Welt Mord geben?

Meine Antwort: Alles kommt aus der Welt der Unendlichkeit zu uns, aus dem konstanten und vollkommen Zustand, der vollständigen Verschmelzung mit dem Schöpfer. Jedoch im Geschöpf manifestieren sich diese Wurzeln entsprechend seiner Unvollkommenheit und deckt den Grad des Unterschiedes zwischen uns und der Höheren Vollkommenheit auf.

In der Höheren Welt arbeitet ein Programm, das dir hilft, dich selbst zu entdecken und zu erkennen, was du brauchst, um dich zu vervollständigen, um dich zur Wurzel zu erheben. Dort geschieht alles in der reinsten, korrigierten und vollkommenen Weise. Doch in unserer Welt, wegen der Unterschiede in den Stufen, in den Welten, manifestiert sich alles in der entgengengesetzten Weise.

Wir enthüllen die spirituelle Handlung, sehen aber, wie geistlos sie entsprechend unserer eigenen Unähnlichkeit zur Höheren Stufe ist. Das heißt „Jeder urteilt entsprechend seiner eigenen Fehler“. Ich sehe oder mache bestimmte ungehörige Handlungen, weil ich selbst verdorben bin. Wenn ich mich korrigiere, werde ich erkennen, dass diese Handlungen gut sind.

Doch habe ich nicht gestern gesehen, dass Menschen sich gegenseitig umgebracht haben? Heute beobachte ich, dass sie sich Geschenke machen! An der Wurzel bleiben diese Handlungen die gleichen, doch ich habe mich zur Wurzel hin vervollständigt und folglich hat sich meine Sicht verändert. Ich könnte sehen, wie die egoistische Absicht in der spirituellen Welt getötet wurde,doch stattdessen sehe ich in unserer Welt, wie richtiger Mord geschieht.

Die höheren und unteren Welten bestehen aus den gleichen Elementen, doch in der Höheren Welt gibt es zwischen ihnen Liebe, wobei es in der unteren Welt Hass gibt. In der unteren Welt ist alles umgekehrt! Nur die Details bleiben, während alle Arten der Verbindungen zwischen ihnen sich verändern, denn in unserer Welt sind diese Verbindungen völlig zerbrochen und wir sind durch Hass, Zurückweisung und Missachtung getrennt. Währenddessen sind wir in der spirituellen Welt alle miteinander verbunden und einander vollkommen verpflichtet.

So wie du und ich in dieser Welt existieren, genauso existieren das spirituelle „du“ und „ich“ in der spirituellen Dimension. Mit dem Unterschied, dass wir in der Spiritualität miteinander verbunden sind und einander lieben, während wir hier getrennt und voller Hass sind. Der Unterschied zwischen den Welten wird zum Unterschied in der Art und Weise, wie wir mireinander umgehen.

Die Höheren Wurzeln legen fest, dass zwischen uns etwas passieren muss. Doch durch unsere Korrektur oder deren Ausbleiben, bestimmen wir, was geschehen wird und wie: Werden wir hassen und morden oder einander lieben und umarmen?

Aus dem 4. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 9.02.2011 „Das Wesen der Weisheit der Kabbala“

Wenn die Gruppe sich in Grüppchen aufteilt

Frage: Ich habe meine Wahl getroffen und bin der Gruppe beigetreten, doch manchmal kommt es in ihr zu Reibungen. Wie können wir diese loswerden?

Meine Antwort: In erster Linie müssen wir erkennen, dass es Probleme in der Gruppe gibt. Wir dürfen sie nicht verdecken oder vertuschen. Zum Beispiel besteht die Gruppe aus 30-40 Menschen, von denen jeder versucht, sich zu behaupten, oder sie bilden bereits Grüppchen.

Hier müssen wir verstehen: wir unterliegen der höheren Lenkung, die uns diese Grüppchen und Streitereien vorsetzt. Wozu? Damit wir uns über unsere Probleme zu dem Einzigen, der sie ins Leben gerufen hat, erheben. Er ist derjenige, der diese Probleme zwischen uns entstehen lässt und das auch zugibt: „Ich erschuf den bösen Trieb“.

Doch wofür? Damit du nach der Tora als einem Gewürz verlangst, sprich dich nach dem in ihr enthaltenen Licht, das zur Quelle zurückführt, sehnst. Nachdem du nach dem Licht verlangt hast, erhebst du dich über die Probleme zur einzigen Quelle, in der sowohl das Gute als auch das Böse ihren Ursprung nehmen.

Frage: Ja, aber danach nehmen die Probleme zu.

Meine Antwort: Du musst die nötige Kraft des Verlangens und des korrigierenden Lichtes akkumulieren, um zu der ersten spirituellen Stufe aufsteigen zu können. Deshalb nehmen die Probleme zu und sie werden weiterhin zunehmen. Verlass dich auf den Schöpfer, Er kennt sich damit aus. Deshalb spricht Er auch von der Erschaffung des bösen Triebes – damit du begreifst: Alles kommt von einer Quelle. Man muss es nur als Grundlage für die Arbeit annehmen. Wir haben nichts anderes.

Das Wichtigste ist, daran festzuhalten. Selbst wenn einige Freunde bereits zu Hassern geworden sind und die anderen weder dafür noch dagegen sind, selbst wenn ein Durcheinander in der Gruppe herrscht, nehme ich alles als von dem Schöpfer „verpackt“ an. Er hat das erschaffen, und ich muss zusammen mit den Freunden oder ihnen zum Trotz in allen möglichen Zuständen ständig der Einheit entgegen steuern.

Genau das bedeutet „wie ein Mensch mit einem Herzen“ zu sein. Auf welcher Grundlage, worüber werden wir uns sonst verbinden können? Unsere Vereinigung basiert nicht auf „braven Kindern“, sondern auf Streithähnen und Raufbolden. Wir streiten uns und hassen einander – und darüber verschmelzen wir zu einem Ganzen. Genau darüber entsteht die Liebe zum Nächsten wie zu sich selbst. Dann kommst du zum Empfangen der Tora.

Egal, ob du damit einverstanden bist oder nicht, dieses Prinzip wird sich nicht ändern. In der Gruppe müssen wir eine Entscheidung darüber treffen, dass es keinen Ausweg gibt, dass wir uns jetzt schon damit einverstanden erklären, künstlich. Wir hören auf, zu streiten, und beginnen einander scheinbar zu lieben. Wir studieren in der Hoffnung, dass das Licht, das zur Quelle zurückführt, auf uns einwirkt und die Verbindung zwischen uns herstellt. Während des Unterrichts denkt jeder: „Soll es doch wenigstens ein bisschen helfen!“

Denn sonst fressen wir einander auf, weil wir nicht in der Lage sind, mit der Übung, die uns der Schöpfer gegeben hat, fertig zu werden. Er hat uns „mit reingezogen“, als hätte Er uns in ein Computerspiel gesetzt, auf einen Übungsplatz, welcher durch den Schirm begrenzt ist. Nun sind wir drin. Was sollen wir jetzt tun?

Gerade hier müssen wir neue Beziehungen aufbauen, die wir erreichen wollen. Was fehlt uns auf diesem Spielfeld, wo wir uns alle gegenseitig hassen, verstreut wie Punkte auf dem Bildschirm? Was sollen wir tun?

Wir müssen das Licht enthüllen, das zur Quelle zurückführt. Dann lasst uns doch studieren und danach verlangen, dass es geschieht.

Das lässt sich leicht sagen, doch bei der Umsetzung… Das Problem besteht darin, dass hier die ganze Kraft der Stufe sich enthüllen muss, und das nimmt Zeit in Anspruch. Denn die erste Stufe ist besonders hoch, man kann nicht einfach so auf sie aufspringen. Im Vergleich zu ihr werden die anderen Stufen leichter sein.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 11.02.2011

Was verstehst du?

Frage: In der materiellen Welt lassen sich klare Entwicklungsgesetze erkennen. In der spirituellen Welt gelten ebenfalls klare Gesetze. Warum finden wir in der Vorbereitungsphase kein einziges Gesetz, nichts, woran wir uns festhalten könnten? Selbst der Begriff der Zeit wird zu etwas Unbestimmtem.

Meine Antwort: Es ist klar, dass du noch nicht verstehst, wo du dich befindest – wie ein Neugeborenes, das gerade auf die Welt gekommen ist. Deine Ansprüche bezüglich dieses Unverständnisses sind auch nachvollziehbar. Unklar bleibt nur eins: Warum verstehst du nicht, dass das die Reihenfolge ist, mit der die Stufen durchlaufen werden müssen?

Ein Kind gelangt aus seinem Unverständnis zum Verständnis. Und gerade die Zwischenetappen, die wir nicht einordnen können und in denen wir unklare, neblige Zustände durchleben, zeugen von einer Entwicklung. Etwas verstehen wir nicht und etwas doch, etwas verstehen wir mehr und etwas weniger. Es ist unmöglich, auf eine andere Art und Weise zu wachsen. Selbst die verständlichsten Dinge in unserer Welt sind bei weitem nicht so verständlich. Später ist es auch in der Spiritualität genau so.

Dort geht es jedoch um die Entwicklung. In unserer Welt, auf der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Stufe, entwickeln wir uns nicht wirklich. Wir kratzen lediglich von der Natur dieser Welt eine Schicht nach der anderen ab und lassen so den Zustand, in dem wir uns befinden, etwas deutlicher werden. Wir begreifen ihn noch nicht einmal, sondern versuchen lediglich, uns ein bisschen zu erfüllen, und entleeren uns nur noch mehr. Das ist keine Entwicklung.

Klarheit und Offensichtlichkeit sind eine Fiktion. Wenn wir wüssten, was zu tun ist, hätten wir nicht so viele Dummheiten bis jetzt begangen. Es ist im Gegenteil dumm, zu glauben, dass wir in einer Welt leben, die wir verstehen. Dem ist nicht so.

Im Gegenteil, genauso wie Neugeborene und Kleinkinder werden wir von der Trübheit der Gefühle beherrscht, wir begreifen genauso wenig das, was mit uns geschieht, und sind verwirrt. Doch nach und nach klären wir die Situation auf, indem wir uns anstrengen und nach dem Verständnis von der höheren Stufe, von der Höheren Kraft verlangen, damit sie kommt, uns erfüllt und uns leuchtet.

Das ist die einzig mögliche Entwicklung, der wahre Wachstumsprozess. Sonst nichts.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 06.02.2011

Vom Chaos zur Harmonie

Auszug aus der ersten Kongresslektion in Berlin
Frage: Das Motto des Berliner Kongresses lautet „Harmonie“. Was bedeutet Harmonie für einen Kabbalisten?

Meine Antwort: Wenn ein Kabbalist über die Harmonie spricht, meint er die komplette Ähnlichkeit mit der Höheren Stufe, nämlich, mit der höheren Energie, Information, dem sogenannten Licht, das um uns herum existiert, mit dem wir zum vollständigen Kontakt kommen und in dem wir aufgehen müssen. Unser Ich verschwindet dabei nicht. Im Gegenteil, unser Ich und das Licht verschmelzen zu einem Ganzen. Eben diese Harmonie ist unser Ziel.

Die gesamte Menschheit ist von der Stufe herabgestiegen, in der alles zu einem Ganzen verbunden war, und die als „Welt der Unendlichkeit“ oder „Harmonie“ bezeichnet wird. Indem wir allmählich die Stufen der fünf Welten – Adam Kadmon, Azilut, Brija, Yezira, Assija – herabgestiegen sind, sind wir an unserem gegensätzlichsten Zustand angelangt – in „unserer Welt“. Natürlich gibt es hier keine Harmonie. Das ist die Welt des Chaos und der Finsternis.

Wir sind hier, in diesem Zustand, angekommen und haben uns im Laufe der Jahrtausende, im Laufe unserer gesamten Geschichte, auf der tierischen Ebene entwickelt. Nun beginnen wir mit dem Aufstieg zur ersten Stufe unserer spirituellen Entwicklung.

Und dieses ganze globale Durcheinander, das in der Welt existiert, dieses ganze Chaos, das wir nun beginnen wahrzunehmen, der gegenseitige Hass und die völlige gegenseitige Abhängigkeit zugleich – all das kommt von dieser ersten Stufe in uns zum Vorschein, auf der wir alle bereits zu 1/125 der vollständigen Verbindung vereint werden müssen.

Diese Stufe leuchtet uns bereits von dort; aus diesem Grund erscheint uns unsere Welt so schrecklich, zerrüttet, gegensätzlich, versunken in vollkommenem Hass, in vollkommener Unfähigkeit, zusammen zukommen und sich zu einigen. Wieder versammeln sich die Staats- und Regierungschefs in Davos, danach an irgendeinem anderen Ort – und sie können nichts erreichen. Und sie werden nichts erreichen können! Durch nichts! Keine Abkommen werden helfen! Die Menschheit wird zu einem Zustand gelangen, in dem sie sich entweder vernichtet oder vereint. Aber wie?

Eben diese Frage „Aber wie?“ wird aufkommen. Genau dann werden sie begreifen, dass es keine andere Möglichkeit gibt außer der, sich dieser Methode der Vereinigung zuzuwenden, die genau aus diesem Grund bereits im alten Babylon entstand. Dann werden sie an der Kabbala festhalten.

Doch in ihnen muss diese schreckliche Frage aufkommen. Sie entsteht entweder in den Menschen, die innerlich dazu bereit sind, von selbst zu uns zu kommen, oder in der ganzen Welt, wenn der Zustand der Welt bereits bis zum Äußersten gelangt ist.

Dieses Gefühl von Chaos, Finsternis, fehlender Harmonie wird also als Gegensatz zu jener nächsten Stufe empfunden, die wir erreichen müssen, von der uns im Gegenteil Harmonie, Einheit, Integrität leuchtet.

Diese beiden Zustände empfinden wir im Moment. Und aus diesem Grund befindet sich unsere Welt in diesem Übergangszustand auf dem Weg zur ersten spirituellen Stufe. Das ist die schwierigste Phase – der Durchbruch.

Und wenn wir, unsere weltweite kabbalistische Gruppe, Hunderttausende von Menschen, allmählich, von einem Kongress zum nächsten, eine solche Anspannung, eine solche Verbindung zwischen uns aufbauen, wenn wir die ganzen Zustände der Verzweiflung in uns durchlaufen und dennoch nach einer inneren Vereinigung verlangen, wenn wenigstens wir, ein kleiner Teil der Menschheit, es schaffen, dies umzusetzen, wird das zu einem Rettungsseil für die gesamte Menschheit. Und jene Harmonie, die in uns zu spüren sein wird, wird die ganze Menschheit wie ein Magnet zu uns hinziehen. Das müssen wir erreichen.

Deshalb ist die Harmonie, von der die Kabbala spricht, ein Zustand, in dem alle Menschen zu einem Ganzen, zu einem kollektiven Gebilde, genannt „Adam“, verbunden sind – zu einem gemeinsamen Verlangen, einer gemeinsamen Seele, in deren Innerem die nächste Stufe, unser ewiger, vollkommener Zustand, sich herausbildet. Und das ist durchaus erreichbar. Alles hängt von uns ab.

Auszug aus der ersten Kongresslektion in Berlin, 28.01.2011

Lasst uns experimentieren!

Auszug aus der 3. Kongresslektion in Berlin

Frage: Kabbala ist eine experimentelle Wissenschaft. Können wir diesen Kongress als ein Experiment betrachten?

Meine Antwort: Jeder von uns ist ein Wissenschaftler auf dem Gebiet der Kabbala, in dem Sinne, dass er ein Experiment an sich selbst durchführt und die Umsetzung der Kabbala, ihre Schlussfolgerungen und ihre Richtigkeit in sich selbst spürt.

Nehmen wir an, ich habe vor 30 Jahren das allen bekannte Buch Shamati gelesen und vielleicht ein Hundertstel von einem Prozent davon verstanden. Später, während ich es Jahr für Jahr immer wieder gelesen und dessen Ergebnis an mir gespürt habe, habe ich das, was mit mir geschieht, mit dem, was im Buch steht, verglichen und mich jedes Mal gewundert, wie genau alles, was mit mir passiert, in diesem Buch wirklich beschrieben ist. Und so lese ich seit über 30 Jahren dieses Buch Shamati (ich habe es 1979 bekommen) und stelle natürlich jedes Mal fest, dass dieses Buch von mir handelt.

Es wird sich mir auch in zehn Jahren als eine Quelle offenbaren, in der alles über mich geschrieben steht. Alles! Weil der Mensch, der es geschrieben hat, natürlich unten wie alle anderen Menschen angefangen hat, aufgestiegen ist und es von einer solchen spirituellen Stufe geschrieben hat, die ich noch nicht erreicht habe.

Wenn ich noch höher aufsteigen würde, würde ich plötzlich feststellen, dass das Buch nicht mehr über jene Zustände spricht, die ich durchlaufe. Dabei würde es für mich klar sein, ich würde deutlich sehen, dass der Verfasser nur eine bestimmte und keine höhere Stufe erreicht hat.

Das können wir bei einigen Verfassern von kabbalistischen Büchern beobachten. Obwohl das auf keinen Fall ihre Verdienste schmälert! Sie haben bis zu jener Stufe geschrieben, die sie erreicht haben, und so macht das jeder von uns.

Andererseits welches Recht haben wir, nach den Kabbalisten, die bereits gelebt haben, etwas zu deuten, zu schreiben oder nachzuschreiben? Es ist so, dass wir das schreiben, was auf unseren Stufen richtig ist. Und gerade weil wir klein sind, können wir das alles ausschreiben. Auf diese Weise ist es für diejenigen, die Kabbala entdecken, leichter, den Kontakt mit unserem Material als mit diesen großen Werken herzustellen, weil jene Kabbalisten sie von einer sehr hohen Stufe geschrieben haben.

Doch letztendlich führen wir wirklich ein Experiment an uns selbst durch, und dieses Experiment werden wir unser Leben lang durchführen, bis wir das Ende der Korrektur erreicht haben. Deshalb sage ich, dass Kabbala im Gegensatz zu allen anderen Wissenschaften nicht außerhalb des Menschen funktioniert. Du erforschst nichts außerhalb von dir, sondern immer an dir und in dir. Also lasst uns experimentieren!

Auszug aus der 3. Kongresslektion in Berlin, 28.01.2011

Wer ist die Hauptperson?

Das Buch Sohar, Vorwort, Artikel „Der Eseltreiber“, P.105: …Und es wurde gesagt: „Das ist Rav Hamnuna Saba“ – denn jetzt haben sie seine Stufe begriffen und verstanden, dass es Rav Hamnuna Saba selbst war, und nicht sein Sohn, wie sie bis dahin dachten.
Frage: Für gewöhnlich studieren wir, dass „der Sohn“ eine nächste Stufe „des Vaters“ ist. Warum steht in diesem Absatz geschrieben, dass der Sohn von Rav Hamnuna Saba eine kleinere Stufe, als er selbst ist?

Meine Antwort: Beim Abstieg von oben nach unten, ist die größere Stufe eine höhere Stufe, und „der Opa“ (auf hebräisch Saba) ist die höhere Stufe, unter ihr ist „der Vater“ (Aba), darunter „der Sohn“ (Ben).
Wir steigen die Stufen von unten nach oben hinauf, wir gehen sie in umgekehrten Reihenfolge durch: „der Opa“, „der Vater“, „der Sohn“. Und „der Sohn“ ist die höhere Stufe. Wenn wir jedoch absteigen, ist „der Sohn“ die niedrigste Stufe von allen.
Die Stufen, von welchen der „Eselstreiber“ kommt, sind die Stufen der Welten. Diese Kräfte steigen zu den Weisen herab, aus der Ebene aller 125 Stufen, als „der Opa“, „der Vater“, „der Sohn“.
Während bei dem Aufstieg dieser Weisen, die Stufen der Erkenntnis „der Opa – der Vater – der Sohn“ sich in ihnen von unten nach oben offenbaren, und „der Sohn“ ist die höhere Stufe.
Auszug desaus einem Unterricht nach dem Buch Sohar. Das Vorwort, 20.01.2011

Das Leben innerhalb des holographischen Bildes

Frage: Wenn wir innerhalb eines holographischen Bildes leben, wird es sich dann entsprechend unseres Aufstieges entlang der spirituellen Stufen verändern?

Meine Antwort: Dieses Bild verändert sich die ganze Zeit, weil wir selbst seine Form aufbauen. Es gibt zwei Vektoren: den Wunsch zu empfangen und den Wunsch zu geben, also nur zwei Kräfte, zwischen denen wir eine Beziehung aufbauen. Somit bewirken die unterschiedlichen Verbindungen dieser zwei Kräfte Tausende verschiedene Formen.

Egal welches Instrument oder welche Naturerscheinung wir betrachten werden: sei es das Spirituelle oder das Materielle, in allen Welten stammt alles aus der Wechselwirkung des Schöpfers und der Schöpfung, des Lichtes, das den Wunsch bewirkt. Folglich gibt es nur zwei Komponenten: das Licht und den Wunsch sowie den Schirm zwischen ihnen. Dieser Schirm gewährleistet die Übereinstimmung zwischen dem Schöpfer und dem Geschöpf.

Diese Übereinstimmung wird in zehn qualitative Niveaus (10 Sefirot) aufgeteilt, die sich weiterhin in 620 (ТАRACH) Teile bis ins Unendliche teilen.

Aber egal was wir machen: sei es die Realitätsanalyse und deren Aufteilung in die Komponenten, oder das Gegenteil die Realitätssynthese, ihre Zusammenfassung – werden wir immer dieselben zwei geltenden Kräfte offenbaren: die Kraft des Gebens und die des Empfangens.

Auszug aus dem Unterricht über den Artikel „Die Kabbala und die Philosophie“, 05.01.2011