Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Chanukka

Warum hat die Menora acht Leuchten?

Frage: Was ist eine Menora? Warum hat sie acht Leuchten?

Antwort: Von den höchsten Eigenschaften (Keter) bis zu den niedrigsten Eigenschaften (Malchut), von den Eigenschaften des Schöpfers bis zu den Eigenschaften der Schöpfung gibt es acht Stufen, acht Sefirot, außer der höchsten und der niedrigsten.

Deshalb wird die Menora acht Tage lang angezündet, am achten Tag wird die Beschneidung des Neugeborenen (Brit Milah) gemacht usw.

Frage: Wie haben die Kabbalisten verstanden, dass die Menora genau diese Form haben muss?

Antwort: Die Kabbalisten gehen von ihrer inneren Sichtweise aus. Sie fühlen dies aufgrund des Verhältnisses der Eigenschaften in ihrem Inneren.

Die Verbindung dieser Eigenschaften zeigt sich ihnen genau in dieser Form.

Außerdem bildet sich auch unsere Welt so – entsprechend unseren Wünschen. Eigentlich gibt es sie nicht, sondern unsere verwirklichten Wünsche zeigen sich uns auf diese Weise.

Frage: Nach der Kabbala ist das Öl ein eigennütziges Verlangen, der Docht symbolisiert einen Schirm, und wenn es einen Schirm gibt – eine anti-egoistische Eigenschaft, eine Kraft, die das eigennützige Verlangen bedeckt –, dann entsteht Feuer. Was bedeutet Feuer?

Antwort: Feuer steht für das Licht des Lebens, für die Erkenntnis.

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Aus der TV-Sendung „Spirituelle Zustände”

 

Immer höher und höher

Der Schöpfer hatte die schwierige Aufgabe, einen Menschen zu erschaffen, der ihm ähnlich sein wird, aber trotzdem ein Mensch bleibt, also unabhängig vom Schöpfer. Er darf nicht wie ein Embryo im Mutterleib innerhalb des Schöpfers sein, der noch nicht als existent gilt, weil sein ganzes Leben von der Mutter abhängt.

Ich hab mal „Die Geschichte vom guten Zauberer” geschrieben, die genau davon handelt. Der Zauberer war einsam und wollte sich einen Freund erschaffen. Er versuchte, einen Freund aus einem Stein, aus einer Blume, aus einem Hund zu machen – aus etwas, das auf der Ebene der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Natur existiert, aber er merkte, dass das nicht klappen würde. Denn hier gibt es kein eigenständiges Wesen, das sich gegen den Schöpfer stellen könnte.

Und dann beschloss er, einen Menschen mit einem großen Verlangen nach Genuss zu erschaffen, der dem Schöpfer entgegengesetzt sein würde, ihm nicht zustimmen, sich ihm widersetzen und ihn sogar verärgern und hassen würde.

All dieser Egoismus muss in uns vorhanden sein, damit wir den Schöpfer fühlen, verstehen und uns mit Ihm verbinden können. Der Mensch muss unbedingt zwei Gegensätze in sich vereinen: Dunkelheit und Licht, Böses und Gutes.

Aber das Böse muss zuerst auftauchen, damit der Mensch sich vom Bösen trennen und über seine Natur erheben kann. Deshalb ist die Vorbereitung auf die Erschaffung des Menschen so ein komplizierter und langwieriger Prozess. Es musste etwas erschaffen werden, das dem Schöpfer entgegengesetzt ist – das Verlangen zu genießen, das sich nach und nach durch das Licht entwickelt, sich mal mit ihm verbindet, mal von ihm trennt, also mit zwei Verlangen arbeitet: dem Verlangen zu empfangen und dem Verlangen zu geben.

So bereitet der Schöpfer die Schöpfung vor: Er baut und zerstört, baut wieder auf und zerstört erneut. Und dadurch, dass Er alle Stufen, alle Welten bis hin zur Welt der Unendlichkeit aufgebaut und zerstört hat, hat Er alle Zustände einer gegen den anderen vorbereitet, damit der Mensch unter ihnen leben und sich über beide erheben kann, über das Gute und das Böse, wie es heißt: „Und ihr werdet wie Götter sein, die Gut und Böse kennen.“ Und das ist der Punkt, an dem die Schöpfung beginnt, die für alle gemeinsame Eigenschaft der Vereinigung und Liebe.

Man kann sagen, dass die lange Vorbereitung der Schöpfung darauf, sich zu korrigieren und ihren wahren Zustand zu offenbaren, in unseren Tagen, in unserem Leben, abgeschlossen ist. Wir sind die erste Gruppe, die versucht, auf dem richtigen Weg zum Ziel zu bleiben. Alle notwendigen Vorbereitungen sind bereits getroffen, um den Aufstieg zu einer spirituellen Stufe zu beginnen, die „Glaube über das Wissen“ genannt wird.

Wir wollen uns von unserer Meinung zur Meinung des Schöpfers erheben, die für uns Glaube heißt. Unsere eigene Meinung heißt Wissen. Jede Stufe beginnt mit Dunkelheit, mit dem, was meine Natur verlangt, aber ich strebe nach der Meinung des Schöpfers und muss mich deshalb jedes Mal erheben. Ich handle und denke jetzt nicht so, wie ich selbst denken und handeln möchte, sondern so, wie es der Schöpfer will.

Der Schöpfer ist die Eigenschaft des Gebens und der Liebe, und wenn ich seinen Wunsch erfülle, baue ich damit eine spirituelle Struktur auf, einen Parzuf, ein System der Verbindung zwischen dem Schöpfer und mir durch die Gruppe, den Zehner, die gesamte Menschheit.

Ich denke und bitte nicht für mich selbst, sondern nur für andere: dass sie das Ziel nicht vergessen und sich nicht davon abwenden. Ich richte meinen ganzen Verstand und mein ganzes Herz auf sie, um sie zum Schöpfer zu bringen, und werde so zu seinem Partner. Ich lebe und sorge mich um die ganze Menschheit und bringe sie dem Schöpfer näher.

Nach und nach wird jeder Mensch auf der Welt erkennen, dass er so arbeiten muss. Denn wenn jeder sich um die anderen kümmert statt um sich selbst, werden wir vom Weg des Leidens auf den Weg der Tora, den Weg des Lichts, übergehen und uns vom Coronavirus und allen anderen Problemen befreien. Wenn wir anfangen, über die Vereinigung nachzudenken, wird sich in der Welt alles von selbst regeln. Wir müssen lediglich unsere Gedanken korrigieren, und „alles wird sich in den Gedanken auflösen”.

Dadurch bringen wir alle Kräfte in der Natur ins Gleichgewicht, die derzeit unser Leben absichtlich durcheinanderbringt, als würde sie Karten mischen. Alles hängt von unserem Verlangen auf der menschlichen Ebene ab, der höchsten Ebene dieser Welt.

Wir werden unsere wahren menschlichen Kräfte spüren, sowie alles, was uns jetzt im Universum verborgen ist: Schwarze Löcher und dunkle Materie, all die Kräfte, die vor der Erschaffung der Welt wirkten und sie erschaffen haben. Das heißt, wir werden beginnen, in die Schöpfung einzutreten und zu spüren, wo wir uns befinden. Und das ist keine Fantasie, sondern echte Wissenschaft, die Wissenschaft der Kabbala.

Und alles fängt damit an, dass jeder nicht an sich selbst denkt, sondern an seinen Nächsten, an alle, und so die höchste Stufe erreicht. Aus sich selbst herauszukommen bedeutet bereits, zum Schöpfer zu gelangen, denn Er befindet sich außerhalb unserer egoistischen Gedanken und Wünsche. Der Glaube über dem Wissen – das ist der Weg, um die nächste spirituelle Stufe zu erreichen, immer höher und höher.

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Aus dem Unterricht zum Thema „Glaube über dem Wissen“

 

Der Weg zur höchsten Harmonie

Der Schöpfer hat nur einen Zustand erschaffen, den man als „die Welt der Unendlichkeit” bezeichnet. Wir befinden uns in der Welt der Unendlichkeit, nehmen aber nicht die Unendlichkeit wahr, sondern nur uns selbst, alle Veränderungen geschehen in uns.

Früher war ich in meiner Wahrnehmung mit allen Seelen verbunden und spürte die Welt der Unendlichkeit – Grenzenlosigkeit, Ewigkeit und Vollkommenheit.

Dann änderte sich mein Zustand, mein Gefühl – ich begann zu spüren, dass ich mich in einer düsteren, verdorbenen Welt voller Leiden, Probleme, Chaos, Druck und Einschränkungen befand.

Es wurde immer schlimmer – bis ich den tiefsten Zustand erreichte, in dem ich mich zusammen mit anderen, mir ähnlichen Menschen in unserer Welt, in der uns umgebenden Realität, wiederfand.

All dies geschah ausschließlich in meinem Inneren, in meiner subjektiven Wahrnehmung der Realität. Äußerlich hatte sich nichts verändert. Es war, als würde ich meine Brille abnehmen und niemanden um mich herum sehen oder meine Brille aufsetzen und eine andere Welt sehen.

So haben sich unsere Eigenschaften vom Niveau der Welt der Unendlichkeit so sehr verändert, dass wir stattdessen unsere Welt wahrnehmen, die mich in keiner Weise an die Welt der Unendlichkeit erinnert.

Aber wir können zu diesem Zustand zurückkehren, der „Welt der Unendlichkeit” genannt wird, in der alles in höchster Harmonie, Ewigkeit und Vollkommenheit existiert, in der das Licht herrscht – das Gute und der Gutes Tuende.

Was brauchen wir dafür? Wir müssen das Gefühl dieses Zustandes erreichen, indem wir es in uns selbst erwecken. Die Welt der Unendlichkeit ist verborgen, sie befindet sich in uns, hinter vielen Schichten der Verhüllung. Indem ich allmählich von einer Schicht größerer Verhüllung zu einer Schicht geringerer Verhüllungt übergehe, enthülle ich die Welt der Unendlichkeit.

Die Stufen, auf denen ich zur Erkenntnis der Unendlichkeit zurückkehre, werden Welten – Verhüllungen („Welt“ – „Olam“, vom Wort „Verhüllung“ – „Alama“) genannt. Allmählich verschwindet diese Verhüllung, und ich erhebe mich über sie.

Das bedeutet, die Stufen einer Treppe hinaufsteigen, die Stufen der Welten zu erklimmen, sich über das Verborgene zu erheben und immer mehr erkennen.

Wie machen wir das? – Wir erwecken einen Zustand, der „Welt der Unendlichkeit“ genannt wird. Wir lesen gemeinsam das Buch Sohar, das uns die Verbindung in der Welt der Unendlichkeit beschreibt – dieses Verlangen weckt sie in uns.

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Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar

Freue dich über doppelte Arbeit

Es gibt eine Bedingung: „Wenn du Mich für einen Tag verlässt, werde ich dich für zwei Tage verlassen.“ Ähnlich heißt es, dass der Höchste, indem er eine Maßnahme offenbart, doppelt so viel verbirgt – denn dies sind die notwendigen Bedingungen für die Schaffung eines spirituellen Gefäßes.

Dem Menschen wird absichtlich die Möglichkeit gegeben, einen Fehler zu begehen, was als „den Schöpfer für einen Tag verlassen“ bezeichnet wird. Dann ist er gezwungen, zwei Tage lang zu arbeiten und dies zu korrigieren. Das heißt, er steigt von der Stufe ab, auf der er sich befand, fällt und begeht eine Sünde. Aber er fällt bereits auf die schlimmere Stufe – nicht auf die egoistische Stufe, die derjenigen entgegengesetzt ist, auf der er sich befand, sondern noch eine Stufe tiefer – nicht auf die erste Minusstufe (-1), sondern auf die zweite Minusstufe (-2). Dann muss er auf die +2. Stufe steigen.

Wenn er endlich die +2. Stufe erreicht, fällt er auf die Minus-3. Stufe und muss sich auf die +3. Stufe erheben. So verläuft unser spiritueller Fortschritt, deshalb sind solche Handlungen nur zu unserem Vorteil, wenn wir fallen und dann doppelt so hart arbeiten müssen. Das Wichtigste ist, die Kraft nicht zu verlieren, die es uns ermöglicht, durchzuhalten – denn man sieht, dass man keine Belohnung erhält. Deshalb müssen wir jedes Mal versuchen, eine immer höhere Belohnung für uns zu finden, die immer weiter vom materiellen Leben entfernt ist. Man muss lernen, seine Belohnung im Verhältnis zum allgemeinen Nutzen zu messen: inwieweit unsere Arbeit nicht uns selbst, sondern der Gesellschaft zugutekommt. Der Mensch sollte sich bemühen, dass das Licht, das zur Quelle zurückführt, ihn zu einer inneren Haltung führt, durch die er immer mehr „Treibstoff“ für seine Arbeit erhält – eine Arbeit, deren Früchte nicht er selbst, sondern die anderen empfangen. Daran misst sich unser Fortschritt.

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Aus dem Unterricht über einen Artikel aus dem Buch „Shamati“,

 

Sackgasse, Schöpfer und der Sinn des Lebens

In der Natur gibt’s keine Sackgassen. Die Sackgassen, die sie uns in den Weg stellt, sind nur dazu da, damit wir hochspringen, diese Hürde überwinden und uns weiterentwickeln.

Sackgassen gibt’s nur auf unserer Ebene, wie Stufen. Wie klettert ein kleines Kind die Stufen einer Treppe hinauf? Es krabbelt mühsam auf allen Vieren und so weiter. Deswegen werden uns diese Enttäuschungen, Höhen und Tiefen gegeben. Wir wachsen mit deren Hilfe.

Frage: Heißt das, dass das Wachstum eines Menschen darin besteht, diese Sackgassen zu überwinden, aber sie dabei wahrzunehmen? Ist das richtig?

Antwort: Wahrnehmen? Er kann nicht einmal aufstehen, er krabbelt auf allen Vieren!

Frage: Heißt das, dass ich zu einem Gefühl einer Sackgasse vor mir kommen muss?

Antwort: Ja. Du musst verstehen, dass es Hindernisse vor dir gibt – das sind nämlich die Stufen einer Leiter des Aufstieges.

Frage: Wohin gehe ich denn? Hier ist die Leiter. Wohin gehe ich von Sackgasse zu Sackgasse?

Antwort: Du gehst, um den Sinn des Lebens zu verstehen, um den Sinn des Lebens zu begreifen.

Frage: Worin besteht er? Ich steige doch zu etwas hinauf. Wohin steige ich von Sackgasse zu Sackgasse hinauf?

Antwort: Ich steige hinauf, damit diese Stufen des Aufstiegs in mir solche Wünsche, Eigenschaften und Qualitäten hervorbringen, in denen ich den Sinn des Lebens offenbaren kann. Und den gibt es! Ich sehe ihn aber nicht, ich fühle ihn nicht, ich kann ihn weder anfassen, noch wahrnehmen.

Und als Ergebnis dieser Aufstiege, wenn ich wie ein kleines Kind auf allen Vieren von Stufe zu Stufe krieche und versuche, mich hochzuziehen, entwickle ich in mir Verstand und Gefühle, um den Sinn dieses Aufstiegs zu begreifen.

Und auf einmal verstehe ich, dass dieser Sinn zwischen den Stufen liegt.

Frage: Gibt es ein Ende dieser Stufen?

Antwort: Es ist irgendwo ganz weit weg, fast nicht greifbar. Wozu auch? Ich fange an zu fühlen, dass dies nämlich das Leben ist.

Das ist nämlich das Leben, wenn du auf jeder Stufe Enttäuschungen hast, die Notwendigkeit, Kraft zu finden, die Notwendigkeit, ein genaues Ziel, einen Vorsatz zu finden. Sonst hast du keine Kraft: wofür, warum, was wirst du als das richtige Ziel, als die richtige Entscheidung betrachten oder nicht. Und so weiter.

Das heißt, im Ergebnis des Aufstiegs von diesen Stufen, wirst du dich als wachsend und schöpferisch wahrnehmen.

Frage: Was treibt mich jedoch an? Ist das der Wunsch, diese Sackgasse zu überwinden oder mich an etwas oder Jemanden anzunähern?

Antwort: Nein, du willst gar nicht mehr so sehr eine bestimmte Endstufe erreichen. Du fängst an, Freude daran zu empfinden, dass du sie durchläufst. Zwischen den Stufen fängst du an, die Weisheit, die Klarheit dieser Stufen zu fühlen.

Frage: Werde ich anfangen, diese Lenkung zu fühlen?

Antwort: Das nennt man „mi maasecha ikarnucha“ – „aus deinen Taten erkenne ich dich“, dass du aus den Stufen selbst, aus der Art und Weise, wie sie für dich geschaffen wurden, und gleichzeitig, wie du geschaffen wurdest, um dich über sie zu erheben, aus all dem beginnst du, den Schöpfer dieser Stufen zu erkennen. Und das ist das Wichtigste.

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Aus der TV-Sendung „Nachrichten mit Michael Laitman“

„Heiliges Volk“ und „Königreich der Priester“

Kommentar: Im Artikel von Baal HaSulam “Bürgschaft”, P.27 steht geschrieben: Die wahre Belohnung ist es, mit Ihm zu verschmelzen, was das Ziel der Schöpfung ist. Genau diese Belohnung wird in den Worten „ein heiliges Volk“ ausgedrückt, denn durch das Verschmelzen mit Ihm werden wir geheiligt, da es heißt: „Ihr sollt heilig sein, denn ich, der Ewige, euer Gott bin heilig“ (Levitikus 19,2).

Wir sehen, dass die Worte „Königreich der Priester“ jede Art von Arbeit ausdrückt, die auf „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ beruht.

Es gibt eine Korrektur, und es gibt das, was durch sie erreicht wird. „Königreich der Priester“ und „Heiliges Volk“ sind zwei Stufen. „Königreich der Priester“ bedeutet, die Eigenschaften des Gebens zu erlangen: Bina, Guf, Emuna (GE).

Es wird gesagt, dass die „Priester“ keine Verbindung zur “Erde” haben. Das bedeutet, wir befassen uns nicht mit Wünschen, wir korrigieren sie nicht, sondern wir erwerben auf dem Hintergrund aller Wünsche die Absicht um des Gebens willen– wir geben um des Geben willen. Das ist es, was man das „Königreich der Priester“ nennt. Alles ist nur für den Schöpfer. Wir erwerben die gleichen Eigenschaften, die in Bina vorhanden sind, also die Eigenschaften des Schöpfers.

Was bedeutet „Heiliges Volk“? „Das Volk“ – sind diejenigen, die Kelim empfangen; wir beginnen bereits, sie um des Geben willen zu benutzen.

Der Zustand „des heiligen Volkes“, bedeutet nach Rabbi Schimon auch, dass der Mensch allen Völkern der Welt dient (außer den Völkern der Welt in ihm), d.h. man arbeitet um des Geben willens mit allen empfangenden Gefäßen. Das nennt man, ein „Licht für die Völker“ zu sein.

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Aus der Lektion zum Artikel „Bürgschaft.“

 

Die Frucht des Baumes der Erkenntnis

Rabash, „Dargot Sulam“, Artikel 903, „Tu bi Schwat“: Der Schöpfer wünscht, dass der Mensch, der das Gebot, das wie eine Frucht ist, erfüllt. Baum und Frucht schmecken gleich, das heißt, dass die Absicht auch „Lishma“ ist – um des Gebens willen.

In der spirituellen Arbeit muss man mehrere Stufen durchlaufen. Zunächst muss man auf die Stufe hinabsteigen, von der es heißt: „Ich schuf den bösen Trieb“. Hier beginnt der Mensch, sich mit seiner Natur vertraut zu machen und erkennt, wie sehr er dem Guten entgegengesetzt ist.

Das Gute ist das Licht, die Eigenschaft des Gebens. Um sich im Vergleich dazu zu messen, muss der Mensch die Eigenschaft des Gebens erkennen. Wo findet man das Böse und wo befindet sich darin der Schöpfer, der den bösen Trieb geschaffen hat? Der Mensch muss den Schöpfer offenbaren, der den bösen Trieb geschaffen hat und die Tora als Gewürz dazu gegeben hat.

Es kann keine Dunkelheit ohne Licht und kein Licht ohne Dunkelheit geben. Wir begreifen nichts für sich allein – sondern nur im Vergleich mit seinen Gegensätzen. Der Mensch kann nur in dem Maß, wie er gute Taten vollbringt, die negative Seite seiner Natur erkennen. Nur so wird ihm das Böse bewusst.

Die Sünder, von denen die Tora spricht, sind besondere und herausragende Menschen. Die Stufe des Sünders ist eine sehr hohe Stufe. Der Mensch arbeitet in Bezug auf das Gute und versucht, das Böse in sich zu überwinden, um das Gute zu erreichen. Dann erkennt er das Übel, offenbart die Sünde Adams und tritt in den Prozess der Korrektur ein. Die Offenbarung des Bösen ist somit Teil dieses Prozesses.

Erst nachdem der Mensch das Böse erkannt hat, beginnt er zu prüfen, ob „Baum und „Frucht“ übereinstimmen, ob sie in die gleiche Richtung, in die Richtung des Gebens streben. Die „Früchte“ repräsentieren das Geben und nicht den Eigennutz. Der Mensch versucht über seinen Egoismus hinauszuwachsen, er identifiziert ihn als das Böse, über den er sich erheben muss. Es wird ihm immer wieder bewusst, dass er für sich selbst genießen möchte und erkennt dies als die „ägyptische Plage“. Er ist bereit alles zu tun, außer für sich selbst zu genießen.

So erhebt er sich über alle Möglichkeiten des Genusses und gelangt zu den wahren Früchten- dem Geben. Die Freude am Geben ist die Frucht des Baumes der Erkenntnis. Dies ist der Glaube, der über den Verstand hinausgeht – der Glaube, der auf dem Baum der Erkenntnis gewachsen ist.

Nur so kann der Mensch wachsen: Er erhebt sich über das Böse und lehnt das Verlangen zu empfangen ab. So reifen in ihm die Früchte.

Dies symbolisiert auch Tu bi-Schwat das „Neujahr der Bäume“. Warum Bäume und nicht Früchte? Der Mensch muss zunächst lernen, die Eigenschaft des Gebens zu erlangen und anschließend   das Empfangen um zu Geben.

Auf dem spirituellen Weg entdecken wir immer wieder in uns falsche Formen. Wie Baal HaSulam im „Vorwort zu TESS“ schreibt: Nur die, deren Maß an Geduld standgehalten hat, verdienen es, in den königlichen Palast einzutreten, in den „Garten“, in dessen Mitte der Baum der Erkenntnis steht.

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Aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash.

 

Erster Apell und erster Kontakt mit dem Schöpfer

Aus dem Brief von Baal HaSulam Nr.57: In dem Moment, in dem der Kelch eurer Bemühungen überläuft, wird die Zeit des Gebets kommen. Bis dahin glaube an das, was die Weisen gesagt haben, dass es unmöglich ist, spirituelle Offenbarung zu finden, ohne sich zu bemühen.

Wenn das Maß gefüllt und das Gebet vollständig ist, wird der Schöpfer es mit aller Großzügigkeit beantworten, wie die Weisen versprechen: „Ich habe mich bemüht und gefunden, glaube es!“ Denn vorher ist man nicht fähig, ein solches Gebet zu sprechen, dass vom Schöpfer erhört werden wird.

Diese ganze Welt, alle höheren Welten, all ihre Stufen, die von oben nach unten absteigen, unsere Arbeit in dieser Welt, ist dazu bestimmt eine Bitte, einen Schrei, ein Gebet, einen Appell an das Licht, an den Schöpfer zu richten, damit Er unsere Korrektur vornimmt. Unsere Aufgabe besteht nur darin, die Notwendigkeit dieser Korrektur zu erkennen und dabei wird uns keine Nachsicht gewährt. Die Notwendigkeit der Korrektur umfasst mehrere Faktoren.

Zunächst muss man genau erkennen, was das Problem ist und welche Art von Korrektur es benötigt. Dann ist es notwendig zu erfassen, dass man nicht in der Lage ist, diese Korrektur vorzunehmen und dass es einen Schöpfer gibt, der diese Korrektur vornimmt. Er wird es nur dann tun, wenn man wirklich spürt, dass es daran mangelt und nur den Schöpfer um Hilfe bittet.

Es stellt sich heraus, dass dieser Schrei viele Komponenten beinhaltet. Nur durch besondere Arbeit und dem beharrlichen Bemühen, es nach den Ratschlägen der Kabbalisten auszuführen, durch solch lange, harte und anstrengende Bemühungen, begreifen wir diesen grundlegenden Begriff, der allem zugrunde liegt, was „Gebet“ genannt wird- der erste Appel und Kontakt mit dem Schöpfer.

Alles ist so organisiert, dass man nichts anderes zu tun hat, als sich auf dieses Gebet vorzubereiten. Am Handeln ist alleine das höhere Licht beteiligt und die Geschöpfe können lediglich die Notwendigkeit der Korrektur in sich entdecken.

Deshalb ist der Mensch, das Studium, die Gruppe, alle Handlungen, die Welt, die angeblich um uns herum existiert und all diese Komponenten notwendig, um einen korrekten Appell des Geschöpfes an den Schöpfer aufzubauen, auf das Licht das gezwungen wird, zu antworten.

Es ist klar, dass „die Kuh das Kalb mehr säugen möchte als das Kalb trinken kann“. Dennoch kann dieses Verlangen von oben, gemäß der Reihenfolge der Schritte, nicht ohne ein vorheriges Verlangen von unten wirksam werden. Deshalb aktiviert man das höhere Licht und zieht seine Wirkung an.

„Behaupte nicht, dass du bereits schreist und betest. Es ist ein komplettes Fehlverständnis, wenn du glaubst, dass du fähig bist zu beten, bevor das Gebet geboren ist, geformt durch deine Bemühungen“. Viele Begriffe müssen gelernt werden, um das Verlangen zu erhalten, welches in der Lage ist, das Licht zu erwecken.

Es ist kein Gebet, welches nur aus einem Gebetbuch gelesen wird, das besagt, wo man zu weinen und wo man sich zu freuen hat. Man muss ein Gebet erlangen, das aus dem tiefsten Teil des Herzens kommt.

Die Arbeit im Herzen ist das, was man Gebet nennt.

Deshalb hilft nichts anderes, als sich nach den Ratschlägen der Lehrer zu richten. Auf diese Weise wird man das richtige Bedürfnis in sich aus dem uns umgebenden Licht formen. Durch jede Handlung erweckt man ein kleines Leuchten, das nach und nach das Verlangen aufbaut und es zu dem Punkt bringt, an dem es für eine Korrektur geeignet sein wird.

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Aus dem Unterricht nach dem Brief von Baal HaSulam.

Das höhere System sehen und hören

Die Menschen wissen nicht, was der Zustand „liShma“ bedeutet, und bezeichnen oft so ihre ganz und gar nicht spirituellen Zustände.

Sie begreifen nicht, dass es, um liShma zu erreichen, einer schweren Arbeit bedarf, die ohne das Studium der Kabbala, die Gruppe, die Erfüllung von Aufstiegsbedingungen, die von Kabbalisten erklärt werden, unmöglich zu bewältigen ist.

Denn liShma bedeutet, dass du dich über deinen Egoismus erhebst und dich gänzlich im Geben befindest. In dem Verlangen zu geben siehst du die spirituelle Welt und existierst nur um der Spiritualität willen in dieser Welt.

Du identifizierst dich gänzlich mit deiner Seele und brauchst einen gesunden Körper nur, um in beiden Welten existieren zu können.

Denn die Seele kann nicht vorankommen, ohne dass ihr zweiter Teil, der Körper, sich in dieser Welt befindet. Sie braucht den Körper bis zur allerletzten Stufe.

Die Menschen begreifen nicht, dass man, um die Eigenschaft des Gebens, liShma, erreichen zu können, das Licht, das zur Quelle des Gebens, zur Ähnlichkeit mit dem Schöpfer, zurückführt, anziehen muss.

Danach heißt der Mensch „Engel“, d.h., er erhält offen die Befehle des Schöpfers und führt sie aus.

Er „hört“ entweder den Schöpfer oder „sieht“ Ihn – es enthüllen sich ihm im Licht Chassadim oder sogar Chochma das höhere System, seine Beziehungen mit dem Schöpfer.

Diese Erkenntnis hat in keiner Weise etwas mit der Qualität oder Quantität des Wissens zu tun, sondern nur damit, in welchem Maße man über die Eigenschaft des Gebens und der Liebe verfügt.

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„Denkt daran, dass ihr ein Sklave im Land Ägypten wart.“

Frage: Ihr Lehrer Rabash schreibt in seinem Artikel zu einer Tora-Passage: „Erinnere dich daran, dass du ein Sklave im Land Ägypten warst.“ Warum sollte man sich daran erinnern?

Antwort: Erinnern bedeutet, dass man diesen Zustand, in dem man ein Sklave des Egoismus war, ständig in sich wachrufen sollte. Jetzt ist man nicht im Egoismus, aber man weckt ihn auf, um sich zu vertiefen, mehr mit ihm zu arbeiten und sich über ihn zu erheben.

Angenommen, man ist aus Ägypten herausgekommen, man ist im Glauben über dem Verstand. Was kommt als Nächstes? Man muss die ägyptischen Zustände ständig aufrütteln, sich immer höher und höher über sie erheben, bis man vollständig korrigiert ist.

Frage: Aber es wurde gesagt, dass man im Gegenteil- die Größe der gebenden Eigenschaft des Schöpfers, dieser höheren Naturkraft- kultivieren und sich nicht daran erinnern soll, wie schlecht es im Egoismus war. Oder ist es notwendig, beides zu tun?

Antwort: Nein, man erinnert sich nicht an diese Eigenschaften, sondern man weckt sie, denn sie sind ja noch in einem. Sie sind schon über dem Übergang vom Egoismus zum Altruismus. Dann, wenn man im Altruismus ist, erweckt man sie für die weitere Arbeit.

Frage: Als wir aus Ägypten herauskamen, haben wir noch nicht die endgültige Korrektur erreicht, ist es erst der Anfang?

Antwort: Es liegen noch 125 Stufen vor uns!

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Aus der Fernsehsendung „Geistige Zustände“