Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Die flüchtigen Gedanken quer durch „Shamati“ – Was bedeutet der Satz „mein Freund hat sich verhüllt“ in der spirituellen Arbeit

Was ist mit dem Satz „Mein Freund hat sich verhüllt“ gemeint? Manchmal fühle ich, dass die angenehme, schöne Empfindung, das Verständnis der Erfüllung sich entfremden und verschwinden. Diese Stufen der Entfernung heißen „Nekudot“ / „Punkte“.

Es gibt „Taamim„, „die Geschmäcker“, die beim Eingang des Lichtes empfunden werden, und es gibt „Nekudot“ / „Punkte“, die Eindrücke vom Ausgang des Lichtes. Gerade aus „Nekudot“ entstehen die neuen Gefäße/Verlangen. Wir studieren es in „der Einführung in die Wissenschaft der Kabbala“ und im „Talmud der Zehn Sefirot“.

In diesem allmählichen Verschwinden des Lichtes muss man die Erschaffung der neuen Gefäße/Verlangen, einen Flirt, ein Spiel sehen. Solche Entfernung, die Empfindung, des dich verlassenen Lichtes ist eben eine Einladung, es zu verfolgen, es sich zu wünschen, um auch in der kommenden Finsternis mit dem Licht verschmolzen zu sein.

Auf diese spielerische Art baut der Schöpfer in uns die Beziehung zu Ihm, welche von unserem Verlangen zu genießen unabhängig ist. Er verhüllt sich, aber ich bin trotzdem bereit Ihm zu folgen. Er verblasst und ich will dennoch in dieser Finsternis bleiben. Das heißt diese Spiele sind nicht auf mich, sondern auf mein Verlangen zu genießen, auf mein Ego gerichtet. Und ich will mich über dem Ego mit dem Schöpfer verbinden, und das trotz der Finsternis, die in meinem Ego empfunden wird.

Es gibt also mein Ego, und mich über dem Ego. Mir gegenüber befindet sich das Licht. Und ich bin dazu bereit, dass mein Ego die Finsternis, die Leere empfindet.

Ich muss folgende Erkenntnis erlangen: trotz der negativen Empfindung, der Abwesenheit jeder Füllung in meinem Ego, will ich gerade in solchen Situationen mit dem Licht verbunden sein. Es bedeutet, dass ich mich „über dem Verstand“, im Geben befinde. Deshalb baut die Entfernung des Lichtes in mir das Verlangen zum Spirituellen.

Auszug aus der 6. Lekion des Kongresses in Toronto, 18.09.2011

Geduld ist die wichtigste Eigenschaft

Geduld ist die wichtigste Eigenschaft, die für das spirituelle Vorankommen notwendig ist. Ebenso sind die Widerstandskraft und die Überzeugung für den Erfolg notwendig. Geduldig zu sein bedeutet die Bereitschaft, alle Stufen der Entwicklung auf meinem spirituellen Weg durchzugehen, ohne Rücksicht auf meine heutigen egoistischen Gefühle und Vernunft.

Ich orientiere mich auf meinem Weg an den erteilten Hinweisen der größten Kabbalisten, die diesen Weg gegangen sind. Und ich folge diesen Hinweisen und versuche, sie zu realisieren.

Es ist keine Erniedrigung, wie es vielleicht dem Aussenstehenden erscheinen mag. Im Gegenteil, ich habe die Absicht, alles auf diese Weise in der Empfindung und in der Vernunft auf jeder Etappe des Weges zu begreifen.

Ich verstehe, dass ich aus der Entfernung die Nähe erreichen soll. Nach diesen zwei Zuständen bekomme ich einen höheren Zustand, die neue Empfindung und das neue Verständnis. Auf diese Weise steige ich auf. Das Ergebnis dieser Schwingungen nach vorne und rückwärts ist die Klärung, welche ich im Gefühl und in der Vernunft mache. Dadurch erreiche ich den neuen Zustand.

Der Prozess, den ich durchlebe, ist immer die Bekämpfung meiner Selbstsucht. Wenn ich mich entfremde, dann empfinde ich die Dunkelheit und den Abstieg. Gerade hier soll ich den Stolz heranziehen und sagen, dass ich mich gerade deshalb so fremd fühle, weil ich die Unabhängigkeit bekommen habe. Wenn es mir schlecht geht und ich verwirrt bin, dann ist dies ein Zeichen dafür, dass ich einen neuen Wunsch erwerben werde.

Und dann beginne ich, mit diesem neuen Wunsch zu arbeiten und mich dem Schöpfer anzunähern. Diesen Abstand, die Entfernung und die Verwirrung in der Dunkelheit beginne ich mit dem Licht und dem Verständnis zu füllen. Ich mache neue Erfahrungen, erhebe mich über den Egoismus und erreiche die neue Stufe.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel aus dem Buch „Shamati“, 29.08.2011

Das Buch, das die Größe Seiner Schöpfung offenbart

Frage: Warum muss man „Talmud Esser HaSefirot“ studieren, warum genügt es nicht, das Buch Sohar zu lesen, um das Licht heranzuziehen, das zur Quelle zurückführt?

Meine Antwort: Gefällt dir etwa nicht, solche Klärungen vorzunehmen? Beeindruckt dich die Größe des höheren Systems nicht, das wir besprechen und studieren? Begeistert dich das Beispiel der Menschen nicht, die solche hohen spirituellen Stufen begriffen und das ganze Universum geöffnet haben?

Wir wissen nicht, was in unserem Leben im nächsten Augenblick geschehen wird. Aber es waren die Menschen in unserer Welt, die die ganze Realität vom Anfang bis zum Ende, alle ihre Details und Gesetze, durchblickten. Für sie existierte die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft nicht, alles war offen, es gab nichts, was verborgen blieb.

Wenn du die Struktur des Universums studierst, begreifst du eigentlich die Handlungen des Schöpfers. Denn es ist gesagt: „Nach Deinen Handlungen werden wir Dich begreifen“.

Auszug aus dem Unterricht nach „Talmud Esser HaSefirot“, 01.09.2011

Wir leben in einer Welt, die noch nicht existiert!

Alle höheren Welten, das Zerbrechen und der Abstieg von oben nach unten bis zu dieser Welt, und dann die Entwicklung in dieser Welt bis zu unserer Zeit, das alles darf man noch nicht als die Schöpfung bezeichnen! Erst jetzt, wenn wir endlich beginnen, selbst etwas zu offenbaren und zu unserer vorherigen Entwicklung aktiv beizutragen, dann kann man sagen, dass wir uns dem Anfang der Schöpfung annähern. Jene Stufen, die wir jetzt beginnen zu realisieren, verwandeln sich in eine reale Wirklichkeit.

Und alles, was davor war, die vier Stadien des direkten Lichtes, Malchut der Welt der Unendlichkeit, die ganze Ausbreitung der Welten bis zu unserer Welt, die Geburt unseres Universums, der Erdkugel und der Menschheit mit ihrer ganzen Geschichte bis zum heutigen Tag, das alles gleicht dem Korn, innerhalb dessen das ganze Programm, der ganze Prozess im Potential eingeschlossen ist. Denn keiner von uns hat seine Freiheit des Willens realisiert! Es gibt noch keine Schöpfung! Denn keiner hat bis jetzt etwas aus eigenem Wunsch gemacht, keiner hat seinen freien Willen realisiert – in der Entfernung vom Schöpfer.

Nur ab heute und weiter fängt dieser besondere Prozess an. Und davor kam alles von Oben. Und wenn irgendwelche Handlungen, wie die Schirme, die Berechnungen, beschrieben werden, dann geschieht das alles im Hinblick auf die Zukunft. Außerdem erzählen darüber die Menschen, die es von unten nach oben begriffen haben. Von oben nach unten realisiert sich das höhere Programm, da gibt es keinen freien Willen, das ist alles.

Auszug aus dem Unterricht nach „Talmud Eser HaSefirot“, 01.09.2011

Die Evolution des Bewusstseins

Wir beginnen unsere Entwicklung in dieser Welt, auf der untersten Realität, welche aus der Welt der Unendlichkeit entlang der 125 Stufen durch die fünf Welten bis zu ihrem niedrigsten Punkt herabfiel. Auf diesem niedrigen Niveau hat der Funke des Lichtes die letzte spirituelle Stufe durchbrochen und in unserer Welt begonnen, die Materie zu bilden.

Die Materie fing an, sich zu konzentrieren, sich zu entwickeln, sich zu verbinden. Das war der Anfang der Korrektur. Damit fing unser Universum an: das unbelebte, pflanzliche und tierische Niveau der Natur.

All dieseStufen sind das Ergebnis der Vereinigung der Materie mit den komplizierten Strukturen, deren einzelne Teile auf das gemeinsame Wohl abgestimmt sind. Die Kraft des Lichtes, die Kraft der Natur, verbindet die separaten Elemente, und so entsteht die unbelebte Materie in ihrer ganzen inneren Vielfältigkeit. Somit entsteht die Materie aus entgegengesetzten Teilchen, die sich nach bestimmten Gesetzen verbinden.

Und dann entsteht die pflanzliche Materie, in der sich die entgegengesetzten Teilchen zu den noch komplizierteren Strukturen verbinden. Sie sind voneinander weiter entfernt, können sich aber trotzdem verbinden.

Folglich entsteht die tierische Materie, deren einzelne Teil sich abgesondert empfinden und in der egoistischen Form eine eigene Existenz sichern wollen. Aber die Kraft der Natur verbindet jedes Teil mit den anderen, so dass sie zusammen das Tier, den lebendigen Körper bilden, der fähig ist, trotz der Verbindung von polaren und widersprüchlichen Elementen zu existieren.

Diese Teile verbindet eine besondere Kraft, die Kraft des Lichtes, die Kraft des Schöpfers, die Kraft des gegenseitigen Gebens, ungeachtet der Kraft der Schöpfung, der egoistischen Kraft, die sich innerhalb jedes Teiles befindet. Diese zwei Kräfte entfalten ihre Wirkung in der allgemeinen Harmonie.

Es gibt keine Harmonie ohne die Verbindung zweier entgegengesetzter Kräfte, die sich für ein Ziel, für das gemeinsame Interesse oder für die Erreichung eines höheren Zustandes zusammentun. Dabei ist der höchste Zustand des Pflanzlichen oder des Tierischen das allgemeine Interesse des Körpers.

Und dann, dank der Entwicklung der Materie auf dem tierischen Niveau, wird das Niveau des Menschen in dieser Welt erreicht, eines noch komplizierteren Wesens, welches aggressiver und egoistischer ist. Jedes Wesen auf der Stufe „des Menschen dieser Welt“ empfindet sich im Widerstand gegenüber allen übrigen Menschen.

Und wenn er bis zur Grenze seiner egoistischen Entwicklung geht, dann begreift er, dass für seine Existenz die zweite, entgegengesetzte Kraft, die Kraft des Gebens, notwendig ist. Die Kraft der Selbstsucht hat ihre volle Entwicklung erreicht, aber was kann man mit ihr tun? Sie zerstört uns nur. Folglich begreifen wir, dass wir verpflichtet sind, uns die Kraft des Gebens, die Kraft der Vereinigung, anzueignen.

Die Empfindung des Mangels der Vereinigung, ohne die wir nicht weiter existieren können, ist die Krise, das Zerbrechen, der Verlust der Werte. Wir entdecken es innerhalb unserer Existenz, innerhalb unseres Lebens. Wir beobachten in absolut allen Gebieten des Lebens, bei allen Beschäftigungen des Menschen in dieser Welt, dass wir das Gleichgewicht, die Harmonie, das Gefühl des „Lebens“ nicht erreichen können.

Denn das Leben ist auf der Basis zweier Kräfte aufgebaut: des Empfangens und des Gebens. Es ist unmöglich, eine eigene Existenz nur auf der Basis der egoistischen Kraft zu führen. Auf diese Weise führt uns die Natur infolge unserer Entwicklung, unserer stufenweisen Evolution, Schritt für Schritt, zu der Schlussfolgerung, dass wir die zweite Kraft, die Kraft der Vereinigung brauchen, um weiterhin im Gleichgewicht und in der Harmonie leben zu können.

Der gesamte Weg ist eine Suche

Frage: Können Sie alle Zustände beschreiben, die wir von unserem heutigen Zustand bis zur aufrichtigen Bitte um das Geben durchlaufen müssen?

Meine Antwort: Es sind keine klaren, für uns verständlichen, konsequent fortlaufenden Stufen. Diese Zustände ändern sich – sie kommen und gehen.

Es ist aber klar, dass der Mensch ganz am Anfang glaubt, alles selbst, ganz allein, erreichen zu können und von niemandem abhängig zu sein – weder vom Lehrer noch von der Gruppe. Er denkt, dass ihm die Bücher genügen, um vorankommen zu können.

Später erwartet ihn eine Offenbarung – die Frage ist nur, wie viel Zeit er dafür brauchen wird. Manchmal stopft der Egoismus ihm dermaßen die Ohren und die Augen zu, dass er nichts sieht, und so können Jahre vergehen. Manchmal geht es aber schneller.

Doch alle Schritte, die wir durchlaufen müssen, sind Stufen der Erkenntnis der eigenen Unfähigkeit, das Ziel zu erreichen, und der Abhängigkeit vom Lehrer, von der Gruppe, von der unternommenen Anstrengung auf diese oder jene Art und Weise. So steigen wir Stufe für Stufe auf, bis wir die Erkenntnis erlangen, dass wir nur vom Schöpfer abhängen, der alle vorangegangenen Faktoren vereint: als ich auf den Lehrer, die Bücher und die Gruppe angewiesen war…

Jetzt enthülle ich, dass alles in Ihn eingebettet ist – in diese Erkenntnis, die als „Schöpfer“ bezeichnet wird. Und dann erkenne ich wirklich, dass alles um mich herum, außer mir selbst, Er allein ist und dass es niemanden sonst gibt. Ich begreife, dass ich nicht in der Lage bin und dass ich nicht kann, und dennoch muss ich mich beugen und ständig auf der Suche nach Ihm sein.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 05.07.2011


Lass dich selbst nicht bestechen, wenn du nach der Wahrheit suchst

Frage: Wie können wir an der Forderung nach der Wahrheit dranbleiben, damit wir am Ende enthüllen werden, dass wir uns selbst belügen?

Meine Antwort: Wenn ein Mensch in der Lage ist, an der Wahrheit festzuhalten, dann ist er sehr glücklich. Wir sehen, dass es viele Menschen in der Welt gibt, die die Wahrheit nicht brauchen und die sich nicht fragen, warum sie leben.

In anderen existiert diese Frage bereits, aber eher aus der Sichtweise „Wofür leide ich?“. Das bedeutet, dass es keine Frage nach dem Sinn des Lebens ist, sondern darüber, wie man den Genuss des Lebens findet, jetzt, wo du einen bitteren Geschmack empfindest anstelle eines süßen.

Und es gibt andere Menschen, die nicht nach einem besseren Leben fragen, sondern nach der Wahrheit dahinter. Und es gibt Menschen, die nicht nach der Wahrheit des Lebens fragen, sondern danach, wer uns dieses Leben schenkte, nach dem Schöpfer. Und diese Fragen drehen sich nicht länger um mich selbst; denn ich kümmere mich nicht länger darum, wer ich bin und was in meinem Leben auf die eine oder andere Weise passiert. Ich möchte Ihn kennenlernen, den Schöpfer erreichen und in Ihm leben – in der Urquelle, der Wurzel.

Es gibt viele Stufen dieser Einstellung, die vom Verlangen des Menschen abhängen, seiner Empfindung und Erreichung. Hier hängt alles von der Wurzel der Seele desjenigen und den derzeitigen Lebensumständen ab, d.h. auf welcher Stufe seiner Entwicklung er sich befindet. Aber sogar wenn uns auf unserer derzeitigen Stufe nicht die Chance gegeben wird, nach der Wahrheit zu fragen, dann können wir diese Verlangen in uns durch das Mittel der Umgebung entwickeln, „des Lehrers, der Gruppe und der Bücher“, und diesen Weg voranschreiten. Jedoch ist es nicht einfach und es fordert von dir, zu enthüllen, was sich in deinen eigenen Tiefen befindet, in deinen informierenden Genen, den Reshimot.

Aus dem ersten Teil der täglichen Kabbala Lektion vom 20.06.2011, Schriften des Rabasch

Sei neidisch auf Freunde

Bemerkung: Heute, in den Zeiten des Überdrusses, weiß ich bereits im Voraus, dass es sich für mich nicht lohnt, mich anzustrengen, um einen neuen Mercedes zu kaufen. Denn nach ein paar Monaten wächst die Lust nach Neuem und ich werde etwas anderes wollen …

Meine Antwort: Das stimmt, doch wir sprechen nicht mehr von einem Mercedes, sondern von einem spirituellen Ziel. Wenn es etwas gibt, was für dich höher als dieses Ziel liegt, dann wirst du vom Weg abkommen. Das ist klar.

Bemerkung: Aber das spirituelle Ziel an sich ist für mich auch nicht klar. Ich weiß nicht, was das ist.

Meine Antwort: Daraus resultiert die Frage: Treibt es dich dazu an, die Wahrheit herauszufinden? Wenn nicht, dann kommst du nicht voran. Jeden Tag musst du eine innere Berechnung durchführen: „Einerseits: was habe ich, und andererseits: was habe ich nicht? Und wann werde ich es haben?“

Wie willst du ansonsten ohne Richtung, ohne Druck, vorankommen, um das Gewünschte zu erreichen? Wenn du nicht jeden Augenblick das Ziel vor dir siehst, wirst du es niemals erreichen können. Oder glaubst du, dass du mit einem bezahlten Ticket im Zug sitzt?

Anders gesagt: Du liegst wie auch alle anderen auf der faulen Haut und wartest darauf, durch Leiden vorangetrieben zu werden. Du sitzt einfach die Zeit ab und tröstest dich damit, dass es ebenfalls etwas bewirken wird. Ist es so?

Bemerkung: Natürlich. Wie kann ich mich aber zwingen, diese tägliche Überprüfung durchzuführen? Denn ich bin nicht Herr über meine Gedanken.

Meine Antwort: Bitte deine Freunde darum, dich ein wenig anzustacheln. Sie befinden sich Tausende von Stufen über dir – warum beneidest du sie also nicht? Warum schämst du dich nicht vor ihnen?

Um dich herum gibt es Menschen, die den Machsom bereits überquert haben. Du weißt zwar nicht, was das ist, doch das Wort hast du schon mal gehört. Diese Menschen nehmen die Spiritualität wahr, in einem geringen Maße, aber – sie nehmen sie wahr. Und was ist mit dir?

Ach ja, du siehst es nicht und bist deswegen nicht neidisch. Richtig. Doch du siehst es nicht, weil in ihnen die Absicht um des Gebens willen herrscht. Wenn sie diese für dich ein wenig öffnen würden, würdest du zurück zu deinem nutzlosen Mercedes fliehen. Darum öffnen sie sich nicht. Versuche aber trotzdem, neidisch auf ihre Erkenntnis zu sein. Du musst es einfach tun.

Der Schöpfer ist bereit, uns die Unendlichkeit zu schenken, wir sind aber nicht in der Lage, etwas außer einem dünnen Leuchten zu empfangen, welches Er uns schickt, um unser Dasein solange aufrechtzuerhalten. Wir sollten darüber nachdenken, wie wir zur Scham kommen können. Und dazu sind Übungen zwischen uns und der Gruppe nötig. Ohne diese wird nichts klappen.

Solange der Mensch das System von gegenseitigen Beziehungen mit der Gruppe nicht auf die Weise aufgebaut hat, auf die er seine Beziehung mit dem Schöpfer aufbauen möchte, wird sich nichts verwirklichen oder enthüllen. Es ist so, als ob du einen Baukasten mit ganz vielen kleinen Bauteilen bekommen hättest, um die richtige Konstruktion aus ihnen zusammenzubauen. Wenn du sie zusammengebaut hast, bekommst du eine Aufgabe für Erwachsene.

Anderenfalls gibt es leider oder zum Glück kein Vorankommen.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Gabe der Tora“, 23.06.2011

Die Einheit der Welt in der Harmonie zwischen Mann und Frau

Weltkongress in Moskau, Lektion 2

Auf keinen Fall darf die Beziehung zwischen Mann und Frau als gegensätzlich betrachtet werden. Im Gegenteil: wir müssen einander als Hilfe ansehen. Wenn wir über die Einheit der Welt sprechen, dann ist damit in erster Linie die gegenseitige Unterstützung ihrer beiden Teile – des männlichen und des weiblichen – gemeint.

Diese Teile entstammen der gemeinsamen Schöpfungswurzel: der Schöpfer, das Licht, und das Verlangen, das Gefäß, welches sich mit Licht erfüllt. Dabei durchläuft dieses Gefäß alle möglichen Formen seiner Veränderung. Und in diesem Gefäß müssen wir beide – der männliche und der weibliche Teil – integral zusammenarbeiten, wie in einer idealen Familie.

Die Sammelgestalt des Mannes und die Sammelgestalt der Frau müssen gemeinsam arbeiten und die Natur eines jeden von uns klar verstehen. Der Mann versteht sich selbst und die weibliche Natur, die Frau versteht sich selbst und die männliche Natur, und wir handeln vernünftig wie erwachsene, gebildete, ernsthafte, auf das gemeinsame Ziel gerichtete Teile um dieses Ziels willen.

Das Ziel wird in der Verbindung zwischen uns erreicht. Wie geschrieben steht: Mann und Frau und der Schöpfer zwischen ihnen. Das heißt, die Enthüllung des Schöpfers vollzieht sich gerade in der richtigen Verbindung zwischen uns, auf dem Schirm, der zwischen Licht und Verlangen entsteht. Auf diese Weise müssen wir uns ständig gegenseitig ergänzen.

Es gibt keinen einzigen Teil, kein einziges kleines Detail, keine einzige Erscheinung in der Natur, in unseren Beziehungen, weder in unserer Welt noch in den spirituellen Welten, wo auch nur im kleinsten Aspekt die gegenseitige Ergänzung, Verbindung, Verschmelzung des männlichen und des weiblichen Teils fehlen würde.

In unserer Welt kommt das gar nicht zum Vorschein, wir können uns diese gegenseitige Ergänzung, Vereinigung, Verschmelzung nicht vorstellen. In der spirituellen Welt ist das aber eine unerlässliche Bedingung. Und in Abhängigkeit davon, auf welchen Stufen wir uns befinden, werden diese Stufen gerade durch die gegenseitige Ergänzung, gegenseitige Vereinigung, bestimmt – bis zu unserer vollkommenen Verschmelzung.

Also ist das richtige Verständnis unserer gemeinsamen Arbeit die wichtigste Bedingung für unseren Erfolg.

Ich würde es so ausdrücken: es gibt kein einziges Problem, das separat von Männern oder von Frauen gelöst werden könnte; sie werden immer durch den jeweils anderen gelöst, d.h. Frauenprobleme werden durch Männer und Männerprobleme durch Frauen gelöst.

Diese fehlerhafte Sichtweise, dass man angeblich getrennt voneinander existieren kann – „Ach, lass sie!“ (für gewöhnlich die Frauen) und „Wir werden selbst alles entscheiden, wir werden selbst alles tun!“ – ist vonseiten der Männer vollkommen falsch. Natürlich ist es auch vonseiten der Frauen falsch, zu denken, dass „die Männer schon irgendwas machen, irgendwas entscheiden werden, und alles wird gut, und wir werden schon in ihrer Nähe etwas davon abbekommen“.

Von Anfang an, vom ersten Schritt, muss es einen klaren inneren Kontakt geben. Keinen äußeren, keinen physischen, auch keinen visuellen oder verbalen, sondern gerade einen inneren Kontakt, der nur durch die Höhere Kraft, durch die nächste Stufe und nicht unmittelbar zwischen uns zustande kommt. Und dann kommt diese höhere Stufe in einer solchen Verbindung zum Vorschein. Das heißt, es ist zu vergleichen mit Plus und Minus und einer Art Widerstand oder Vorrichtung zwischen ihnen, die gerade auf diese Weise zu arbeiten beginnt, mithilfe der an sie angeschlossenen Pole.

Auszug aus der 2. Kongresslektion in Moskau, 10.06.2011

Wie können wir den Schöpfer rechtfertigen?

Frage: Die Wissenschaft der Kabbala lehrt uns, dass es „niemanden außer Ihm gibt“ und dass der Schöpfer gut und vollkommen ist. Wenn aber ein Mensch, der das enthüllt hat, Zeuge eines Mordes wird, wie soll er sich dem gegenüber verhalten?

Meine Antwort: Wenn wir Böses in unserer Welt sehen, stellen wir uns die Frage: „Wie kann es sein, dass der Schöpfer gut und vollkommen ist und Gutes vollbringt?“

Alles, wovon die Wissenschaft der Kabbala spricht, bezieht sich auf die Zustände oberhalb des „Machsom“ (der Grenze zwischen der materiellen und der spirituellen Welt). Allein auf diesen Stufen regiert das Gute. Wenn du die Eigenschaft des Gebens erlangst, beginnst du zu verstehen, dass die Welt schön und der Schöpfer gut ist.

Und unterhalb dieser Grenze wird der eine von dem anderen aufgefressen – sowohl im eigentlichen als auch im übertragenen Sinne. Hier können wir keine guten Taten erwarten – im Gegenteil: wir alle werden uns überall auf der Welt immer schlechter fühlen, weil uns das zwingt, unser Ego loszuwerden.

Wenn wir uns wohlfühlen würden, der Schöpfer gut zu uns und das Leben schön wäre, würden wir kleine Egoisten bleiben, die Kleinigkeiten genießen. Nur Leiden treiben unsere Entwicklung voran.

Doch wenn du die Grenze zwischen der materiellen und der spirituellen Welt überschritten hast, entwickelst du dich nach deinem Verlangen weiter, und du brauchst keine Probleme mehr, weil du die Kraft für deine Entwicklung selbst generierst.

Auszug aus der ersten Lektion des UNIDOS-Kongresses in Madrid, 04.06.2011