Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Stufe'

Die Krise wird jeden zwingen Klarheit zu erlangen

Eine Frage, die ich erhielt: Ich studiere mit Ihnen seit vier Jahren und verbreite die Kabbala über das Internet. Jedoch gibt es da eine Frage, die mich seit einer Weile beschäftigt. Viele von den Seiten, die ich kontaktiere, wollen absolut nichts über Kabbala hören und sagen furchtbare Dinge über mich und Sie. Sie verstehen nicht von welcher Krise wir hier sprechen. Nachdem ich diese Kommentare über uns gelesen habe, fühle ich mich leer und verliere das Verlangen zu verbreiten. Was soll ich tun?

Meine Antwort: Sie können sich glücklich schätzen, in einer Generation zu leben, wo es erlaubt ist, Kabbala zu verbreiten. Stellen Sie sich vor, wie sich große Kabbalisten in der Vergangenheit fühlten. Sie sollten über sie lesen: wie sie von ihresgleichen geschlagen wurden (physisch und auf andere Art).

Sie müssen die Stufe der Entwicklung Ihrer Gegner verstehen und geduldig darauf warten, dass sie reifen. („ Ma Laasot Im Yeladim She Hizkinu – Was können wir mit Kindern tun, die erwachsen geworden sind, aber Kinder geblieben sind? „). Wie auch immer, in unserer Zeit wird die Krise jeden treffen, und sie wird jeden dazu zwingen, weiser zu werden und die Kabbala als Mittel zur Heilung zu akzeptieren. Sie wissen einfach nicht was Kabbala ist, denn sie haben sich abschrecken und täuschen lassen. Geben Sie ihnen Zeit zu leiden und die Dinge selbst herauszufinden.

In Bezug  darauf, woher man emotionale Stärke erhält, lesen Sie, was Kabbalisten über die Notwendigkeit der Verbreitung von Kabbala schreiben. Ich persönlich sage mir, dass ich verpflichtet bin, ihren Instruktionen zu folgen und das befreit mich von Gedanken wie: „Ist dies wirklich notwendig? „- sogar dann, wenn die einzigen Antworten, die zurückkommen, Nöte sind… Das Ziel verpflichtet eine Person! Seit Jahrhunderten träumten Kabbalisten von der Möglichkeit, Kabbala zu verbreiten, und uns wurde diese Möglichkeit gegeben. Müssen wir da überhaupt noch irgendetwas zurückverlangen?

Verwandtes Material:
Blog-post: Nur Menschen mit dem Punkt im Herzen können fühlen, dass Kabbala die Rettung ist
Blog-post: Wir erheben das gesamte Universum bis zum Schöpfer
Kabbala für Anfänger, Seite 103: Kabbalisten über die Weisheit der Kabbala

Ein Freund ist jemand, der dieselben Qualitäten, Handlungen und Ziele hat wie du


Zwei Fragen, die ich über Menschen erhielt, die mit dem Studium der Kabbala aufgehört haben:

Frage: Wie soll ich einen Freund respektieren, der die Gruppe verlassen hat und mit dem Studium der Kabbala aufgehört hat?

Meine Antwort: Das hebräische Wort für „Freund“ lautet Chaver, was vom Wort Chibur, Verbindung, abgeleitet wird. Eine Verbindung wird nur durch die Übereinstimmung von Form, Qualitäten, Handlungen und Zielen hergestellt. Diese Person gleicht gewöhnlich den anderen Freunden, doch wenn sie die Gruppe verlässt, hört sie auf, so zu sein wie wir, und unterscheidet sich von uns. Konsequenterweise ist sie nicht länger ein Freund, denn es besteht keine Verbindung mehr. Und folglich verschwindet sie aus meiner Erinnerung!

Sogar wenn ich eine starke Verbindung mit ihr habe, ist es dennoch so. Es gibt keine Zeit in der Spiritualität. Alles ist bedingt durch die Stufe eines Jeden oder anders gesagt, durch die spirituelle Entfernung zwischen zwei Objekten – dem Grad ihrer Ähnlichkeit.

Frage: Kürzlich hatten wir einige Fälle von Freunden, die mit dem Studium der Kabbala aufgehört haben. Wie sollten wir uns diesen Menschen gegenüber verhalten? Ich möchte weiter mit ihnen in Kontakt bleiben, aber können sie das auch mit mir? Gibt es Ereignisse, bei denen sie nicht anwesend sein sollten?

Meine Antwort: Sie sollten sich so arrangieren, dass alle Gegangenen die Möglichkeit haben, mit der Gruppe in Kontakt zu bleiben und zu ihr zurückkehren zu können. Die einzige Ausnahme bilden jene, die Schaden verursachen.

Manchmal wächst eine Person, ermüdet auf dem Weg und hört auf, an der gemeinsamen Bewegung der Gruppe teilzunehmen. Später aber erwacht diese Person wieder und erlangt ein neues Verlangen, den Sinn des Lebens zu verwirklichen. Sie vereinigt sich wieder mit der Gruppe. Unsere Bedeutung wird größer und folglich sollten wir keine starren Bedingungen für jeden einzelnen aufstellen. Die Menschen, die „hin und her pendeln“, beschäftigen sich mit allem anderen, bloß nicht damit, Entscheidungen zu treffen. Für weitere Details kontaktieren sie bitte die für die Verbreitung zuständigen Koordinatoren der deutschen Abteilung unter [email protected].

Verwandtes Material:
Blog-post: Der Weg ist für alle offen
Blog-post: Es gibt keinen Zwang in der Spiritualität

Alle Hindernisse sind überwindbar


Auszüge aus der Morgenlektion: Ein Mensch muss vom tiefsten Niveau – „unsere Welt“ – in der alles verhüllt ist, zum höchsten Niveau aufsteigen, zur „Welt der Unendlichkeit“, in der alles enthüllt ist. Die Niveaus des Aufstiegs werden „die Welten“ genannt und sie spiegeln die Stufe unserer korrigierten Verlangen wieder.

Es gibt keine Erfüllung ohne das vorausgehende Gefühl der Leere. Wenn jeder von uns seine individuellen Verlangen (Leere) korrigiert, geben wir der Höheren Kraft eine Form und enthüllen sie entsprechend unserer Korrektur. Daher bitten wir diese Kraft eher um Korrektur als um Enthüllung.

Die Erfüllung der Verlangen wird nicht durch Empfangen erreicht sondern durch Geben. Anders ist es unmöglich, Erfüllung zu erreichen. Um genau zu sein ist es schon möglich, doch die Erfüllung wird auf unsere Welt und unser Leben begrenzt sein. Mehr als das wird nicht erreichbar sein. Wir sollen fähig werden, eine andere Methode der Erfüllung kennen zu lernen – das Geben.

Dann wird ein Mensch durch die Nächstenliebe, durch das Geben erfüllt, mehr als durch alles, was von außen auf uns trifft. Leiden ist das Gefühl unkorrigierter Verlangen. Wir nehmen sie als Leid wahr, weil sie gegensätzlich zum Schöpfer sind.

In der Kabbala studieren wir zukünftige Zustände und dies hilft uns bei der Entwicklung. Die Entwicklung der Seele ist analog zur Entwicklung eines Kindes: indem wir uns wünschen, wie die Erwachsenen zu sein, ziehen wir die Kraft der Korrektur an.

Man muss Probleme und Leiden als Chance zum Fortschritt sehen. Alles geschieht nur, um die eigene Entwicklung voranzutreiben. Wenn sich aber jemand korrekt vorbereitet, fühlt er anstelle des Leids und des Schmerzes das Ziel und kann sich ihm nähern. In diesem Fall spürt man den Weg und nicht mehr das Leid.

Verwandtes Material:
Blog-post: Die einzigartige Kraft der Kabbala
Shamati 4: Der Grund für die Schwierigkeit, sich vor dem Schöpfer zu annulieren
Baal Ha Sulam, Brief 1 (1929), S.25
Leben aus der Kabbala, Kapitel: Offenbarung und Verhüllung

Wir wurden als Teile eines Ganzen erschaffen


Fragen zu Egoismus und seiner Korrektur:

Frage: Beinahe täglich lesen wir Nachrichten aus den unterschiedlichsten Ländern über Eltern, die ihre Kinder quälen und töten, über Kinder, die ihre Eltern töten – Ehefrauen ermorden ihre Ehemänner und Ehemänner ihre Frauen, Enkel, Großeltern und so weiter. Was hat es damit auf sich? Ist dies auch ein Ausdruck für die globale Krise?

Antwort: Es ist der Ausdruck für den größten Egoismus bzw. seine letzte Stufe. Die Propheten schrieben, dass eine Zeit kommen wird, wo „mitfühlende Frauen ihre eigenen Kinder kochen und essen werden“ (Eikha 4,10). Dies wird passieren, wenn wir nicht auf die Warnung der Propheten hören. Wir müssen mit diesen Zeiten anders als bisher umgehen und sie im Licht der Kabbala betrachten.

Frage: Der eine oder der andere Weg – der Schöpfer treibt uns doch an, uns durch das Leid zu entwickeln. Ein Mensch hat nicht die freie Wahl, sich entweder zu entwickeln oder es nicht zu tun. Aber ist es nicht des Schöpfers Plan, jemanden zu erschaffen, der Ihm gleichgestellt ist, einen Partner? Welche Art von Gleichstellung ist das dann?

Antwort: Die ganze Periode des freien Willens und unabhängiger Entwicklung liegt noch vor dir. Du kannst nur durch Leid dorthin gelangen. Andernfalls bringt dich dein Egoismus dazu, alles zu versuchen, nur nicht eine spirituelle Entwicklung. In den voran gegangenen Zeiten entwickelten wir uns nur durch unseren Egoismus, doch nun wurde uns die Möglichkeit gegeben, uns mit Hilfe des Einflusses des Höheren Lichts zu entwickeln. Dann hast du Freiheit – die Freiheit zu wählen, auf welche Art du dich entwickeln willst.

Frage: „Ich will gut zu Dir sein, damit Du gut zu mir bist“ – dies ist ein Zitat aus einem russischen Buch von Ihnen (Ein Auserwähltes Volk sein). Ist das nicht eine egoistische Absicht? Oder ist das der korrigierte Egoismus?

Antwort: Es ist der korrigierte Egoismus. Tatsäschlich ist es nicht immer möglich, die Absicht dahinter zu erkennen, denn Worte können nur die Wünsche eines Menschen ausdrücken. Mit anderen Worten: „Ich bitte Dich, mich zu korrigieren und ich werde alles dafür tun.“ Und „gut“ bedeutet die Eigenschaft des Gebens und der Liebe.

Frage: Heute fühlt sich jeder wie ein Individuum. Was werden wir nach der Korrektur fühlen? Wird jeder fühlen, dass er zum Kollektiven Kli gehört?

Antwort: Definitiv, denn so wurden wir geschaffen: als Teile eines Ganzen. Anstatt dass wir uns selbst wahrnehmen, müssen wir den ganzen Organismus wahrnehmen. Innerhalb von uns nehmen wir „diese Welt“ wahr, wohingegen alles, was wir außerhalb von uns wahrnehmen, die Höhere Welt ist.

Verwandtes Material:
Shamati #3: Das Wesen der spirituellen Erkenntnis
Baal HaSulam Artikel: Die Freiheit

„Gerechter“ und „Sünder“ sind spirituelle Zustände in einer Person


Zwei Fragen, die ich über die Begriffe „Gerechter“ und „Sünder“ erhielt:

Frage: Sie haben in einem Ihrer Morgenunterrichte erklärt, das ein „heiliger Mann“ durch die Menge seiner ausgeführten Anstrengungen definiert wird. Andererseits erklärten Sie, dass ein „heiliger Mann“ (Zadik) jemand ist, der den Schöpfer auf der Stufe seiner spirituellen Erlangung rechtfertigt (Mazdik) und dass rechtfertigen nicht bedeutet, darüber zu reden, sondern es für sich selbst zu entdecken und die Handlungen des Schöpfers dadurch wertzuschätzen. Also wird Heiligkeit durch die Gleichheit der Form eines Menschen mit dem Schöpfer definiert. Doch welchen Unterschied macht es, wie viele Anstrengungen man macht, wenn Heiligkeit am Ergebnis gemessen wird, daran, wie sehr jemand den Schöpfer rechtfertigt?

Meine Antwort: Um die Stufe eines „gerechten Mannes“ zu erreichen – um die Handlungen des Schöpfers zu enthüllen und zu rechtfertigen – muss jeder Mensch die gleiche Menge an Anstrengungen machen, wenngleich es für jeden Menschen spezifische Anstrengungen gibt und sie bezüglich seiner Fähigkeiten und Stärke „gezählt“ werden.

Frage: In Shamati 86: „Und man setzte Fronvögte über sie, die sie mit Zwangsarbeit bedrücken sollten“ heißt es: Wir finden vor, dass die Gerechten die Kraft, von einer Erkenntnis zur anderen fortzuschreiten, mittels der Sünder schöpfen. Und diese wurden zum Staub unter den Füßen, und die Gerechten treten auf ihnen, da sie Sünder blieben.

Und diese Arbeit ist nicht deswegen wichtig, dass sie erzwungen ist, wie es ihnen früher erschien, als sie Jezer Ra hatten. Jetzt sehen sie auch ohne ihn, dass es sich lohnt, für das Geben und mithilfe des Glaubens zu arbeiten.

Was ist in diesem Auszug mit „der Gerechte“ und „der Sünder“ gemeint?

Meine Antwort: Der Gerechte und der Sünder sind die vergangenen und gegenwärtigen Zustände in einem Menschen.

Verwandtes Material:
Blog-post: Was haben Gauner und Propheten mit Bnei Baruchs virtueller Gruppe gemeinsam?

Das Fundament der Weisheit der Kabbala


Frage: Ich versuche, den Widerspruch zwischen der Phrase „Glaube über dem Verstand“ und Ihrer wiederkehrenden Aussage, dass die Kabbala sich nicht auf Glauben gründet, sondern auf Empfindungen und präzises Wissen, unter einen Hut zu bringen.

Heißt „Glaube über Verstand“, dass ich, anstatt blind etwas zu glauben, das mir erzählt wurde, selbst entscheiden darf, ob ich das Erzählte für wahr oder falsch befinde?

Antwort: Der erste Mensch, der dies fühlte, war Adam (siehe auch Baal HaSulams Artikel „Das Geheimnis der Weisheit“ im Buch Früchte der Weisheit, hebr.). Der jüdische Kalender beginnt an diesem Tag – dem ersten Tag des Monats Tishrey im Jahre 0 (vor 5768 Jahren).

In den auf Adam folgenden Generationen gab es weitere, die den Schöpfer enthüllten, doch die Kabbala, wie wir sie heute kennen, entstand 20 Generationen später im alten Babylon (vor 4000 Jahren). Ein babylonischer Priester namens Abraham „entdeckte“ die kabbalistischen Prinzipien und schrieb sie im „Buch der Schöpfung“ nieder. Er versammelte auch Gleichgesinnte um sich und bildete mit ihnen die erste kabbalistische Gruppe. Seine Anhänger – physische und spirituelle Söhne (damals wurden die Menschen nach dem Anführer des Stammes genannt) entwickelten sich weiter spirituell fort. Solange bis sie durch einen spirituellen Abstieg die Empfindung des Schöpfers verloren und die Empfindung unserer Welt bekamen (als Ergebnis wurde der Zweite Tempel vor 2000 Jahren zerstört).

Danach fielen auch alle Definitionen und Namen, die vorher benutzt wurden, und die Sprache im Allgemeinen (Hebräisch) vom ehemaligen spirituellen Niveau auf das weltliche Niveau. Dieselben Worte wurden an Dingen festgemacht, die man sehen, hören und verstehen konnte. Die Worte erhielten sozusagen eine körperlich weltliche Bedeutung und verloren die Bedeutung, die sie in der Vergangenheit hatten. Seit damals werden kabbalistische Texte mit denselben Buchstaben und Worten geschrieben, doch alles hängt von der Person ab, von der sie gelesen werden – entweder handelt es sich um jemand, der sich auf einer spirituellen Stufe befindet oder eben „nur“ auf einer körperlich weltlichen.

„Glaube über Verstand“ beschreibt folgende Voraussetzung: Das Verlangen (die Eigenschaft) zu geben (Bina, Chafez Chessed, das Licht Chassadim) steht über dem Verlangen zu empfangen – auch Wissen genannte, denn darin empfängt man das Licht der Weisheit – Chochma.

Für Menschen, die die Höhere Welt nicht wahrnehmen, ist das Wort „Glaube“ gleichbedeutend mit an etwas zu „glauben“, das vielleicht existiert – vielleicht aber auch nicht, etwas, was man nicht fühlen kann. Die Kabbala spricht aber nicht von dieser Art zu „glauben“, denn sie bemüht sich ausschließlich darum, den Schöpfer für die Menschheit in dieser Welt zu enthüllen! (siehe Baal HaSulams Artikel: Das Wesen der Wissenschaft der Kabbala)

Wenn Sie also beim Lesen kabbalistischer Texte die Wahrheit verstehen wollen, müssen Sie das Gelesene von einer körperlich weltlichen auf eine spirituelle Stufe „übersetzen“. Dann werden Sie sich nicht wie all die religiösen Menschen verwirren, die kabbalistische Texte (Tora, Talmud usw.) nur auf einem „materiellen“ Niveau interpretieren. Eigentlich ist das die grundlegende Quelle aller Missinterpretationen des Schöpfers.

Im Artikel „Das Geheimnis, die Weisheit zu erreichen“ schreibt Baal HaSulam: „Die Erkenntnis des gesamten Universums in seiner ganzen Tiefe und alle Beziehungen seiner Einzelteile wurden von Adam vollständig verstanden.“ Daher nennen wir ihn den „Ersten Menschen“ – denn er war der erste, der die Stufe „Mensch“ – Adam in Hebräisch – erreicht hat. Adam bedeutet „im Bildnis des Schöpfers“.

Verwandtes Material:
Blog-post: Religion ist eine kulturelle Tradition, Kabbala ist die Methode der Korrektur
 

Es gibt kein Verbot, den Egoismus zu korrigieren


Eine Frage, die ich erhielt: Ich verstehe immer noch nicht, wieso die Juden bis jetzt die Kabbala verborgen hatten.

Meine Antwort: Ich verstehe Sie: wenn die Kabbala nur zur Korrektur des Menschen bestimmt ist, eine Wissenschaft ist und die Welt in keinster Weise manipuliert, warum wurde sie dann für 5769 Jahre (seit sie von Adam enthüllt wurde) verborgen? Gibt es ein Verbot, den Egoismus zu korrigieren?

Tatsache ist, dass es durch die gesamte Geschichte der Menschheit nur eine Zeit gab, als die Kabbala für alle zugänglich war. Das war im alten Babylon, was ein „kleines Dorf“ war, in dem jeder Mensch jeden anderen beeinflusste. Wenn sich eine Gesellschaft in diesem Zustand befindet, ein einziges System ist, nötigt es die Menschen, das Gesetz „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ zu befolgen. Genau dazu drängte der babylonische Priester Abraham seine Landsleute.

Es hörten jedoch nur ein paar Leute auf ihn, jene in denen sich „der Punkt im Herzen“ enthüllt hatte. Sie folgten ihm und erhielten einen Namen entsprechend ihrem Streben: Israel, was Isra (direkt) + El (Schöpfer) bedeutet. Der Rest entschied, sich nicht zu vereinen, nicht seinen Egoismus zu korrigieren, auch nicht die Eigenschaft des Schenkens und der Liebe zu erlangen, sondern sich voneinander zu trennen. Somit entfernten sie die Wirkung eines einzigen Systems, eines „kleinen Dorfes“, von der Gesellschaft und zerstreuten sich über die gesamte Welt.

Inzwischen entwickelte sich Abrahams Gruppe und wuchs bis zu der Zeit – vor 2.000 Jahren – als plötzlich ein riesiger Egoismus in ihr zum Ausbruch kam. Das war, als sie (Israel, die Juden) von der Stufe „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ auf die Stufe von gegenseitigem unbegründetem Hass fielen. Als Folge davon verloren sie ihre Wahrnehmung des einzigen Systems und dadurch verschwand auch ihre Wahrnehmung der gegenseitigen Liebe, des Schöpfers: Der Schöpfer „verbarg sich Selbst“ vor ihnen.

Heutzutage hat die Welt erneut den Zustand eines einzigen Systems erreicht, „eines kleinen Dorfes“, genau wie im alten Babylon. In diesem Zustand, in dem alle Menschen um existieren zu können (für uns um zu überleben) vollkommen miteinander verbunden sind, müssen wir die Bedingung „jeder Mensch ist verantwortlich für alle“ einhalten. Und dies kann nur unter der Bedingung von gegenseitiger Liebe getan werden. Wie können wir diese Qualität erlangen und überleben? Genau das erklärt uns die Kabbala. Und aus diesem Grund wird sie heute wieder enthüllt – weil ein Bedürfnis danach besteht.

Denn wir haben genau diesen globalen, systematischen Egoismus enthüllt, der korrigiert werden muss, anstatt des eigenen persönlichen Egoismus. Solange dieser Egoismus noch nicht enthüllt war, war auch die Kabbala – die Wissenschaft zu seiner Korrektur – ebenfalls verborgen. Heute ist sie jedoch jedem enthüllt worden, weil jeder seine Einstellung zu den anderen korrigieren muss! Dies ist ein Naturgesetz. Weil der globale Egoismus enthüllt wurde, gibt es kein Verbot für seine Korrektur und darum gibt es kein Verbot für die Kabbala. Also fangen Sie an und studieren Sie, wie wir in einer neuen Welt sein sollten.

(Auf dem obigen Foto stehe ich vor dem Hintergrund des Turms zu Babel. Du musst spüren, dass alles davon zu Dir gehört!)

Verwandtes Material:
Blog-post: Egoistische Sehnsüchte sind nicht in der Absicht auf das Schenken und die…
Blog-post: Konsequenzen des Wachstums des Egoismus
Blog-post: Kabbala ist für alle!

Wie werden wir in der letzten Generation leben?


Zwei Frage, die ich über das Leben nach der vollständigen Korrektur erhielt:

Frage: Wie werden wir leben, wenn die Menschen sich zur höchsten spirituellen Stufe erheben? Was werden wir essen? Wo werden wir schlafen? Wie werden wir von einem Platz zum anderen reisen? Was wird unsere allgemeine Existenzform sein?

Meine Antwort: Es gibt zwei Zustände:

1. Vor der vollständigen Korrektur, wenn unsere körperliche Stufe des Egoismus noch nicht korrigiert ist. Selbst wenn wir spirituelle Grade erreichen, behalten wir immer noch die Wahrnehmung dieser Welt.

2. Nachdem wir vollständig korrigiert sind, wenn selbst unser körperlicher Egoismus korrigiert ist, werden wir aufhören diese Welt wahrzunehmen. Denn genau in diesem körperlichen Teil unserer Verlangen wird sie wahrgenommen, während wir in der Welt der Unendlichkeit wahrnehmen, dass wir vollständig und ausschließlich sind – der einzig wahre Zustand. Alle anderen Zustände sind unvollständige Stadien ihrer Verhüllung. In Hebräisch ist das Wort für „Verhüllung“ Olama, welches die Wurzel des Wortes „Welt“ – Olam -ist. Daher werden alle Verhüllungen des einzig existierenden Zustandes als Welten bezeichnet.

Im Artikel „Die zukünftige Generation“ gibt Baal HaSulam eine detaillierte Beschreibung davon, wie das Leben vor dem Erreichen des zweiten Zustandes sein wird. Ich habe über diesen Artikel auch ein Buch mit dem Titel „Die letzte Generation“ geschrieben. Zusätzlich gibt es darüber Lektionen in unserem Online-Archiv.

Frage: Haben die Söhne Israels die gegenseitige Bürgschaft nach dem Auszug aus Ägypten akzeptiert? Und wofür steht der Auszug aus Ägypten?

Meine Antwort: Ja, nach ihrem Auszug aus Ägypten haben die Söhne Israels (die Gruppe von Kabbalisten, Studenten Abrahams) die Bedingungen der „gegenseitigen Bürgschaft“ angenommen – eine absolute spirituelle Verbindung untereinander und die Bereitschaft, eine einheitliche Seele von Adam zu sein.

Für sie, wie auch für uns, bedeutet das die vollständige Vereinigung zu einem einzigen Verlangen (einer Seele). Aber in unserem Fall ist es nicht mehr eine Vereinigung eines Teils der „Babylonier“, sondern von ganz „Babylon“ (der gesamten Menschheit) zu einem gemeinsamen Verlangen von Adam.

Mehr darüber lesen Sie im Artikel „Die Bürgschaft (Arvut) – Fortsetzung von Matan Tora“. Darin schreibt Baal HaSulam, dass die Söhne Israels nur ein vorübergehendes Bindeglied sind, dazu bestimmt die Methode zur Korrektur des Egoismus – Kabbala – in der ganzen Menschheit zu verbreiten.

Verwandtes Material:
Blog-post: Wo ist unser Moses?
Blog-post: Die Lösung: Auszüge aus den Schriften der zukünftigen Generation (Baal HaSulam)
Blog-post: Warum wird die Spiritualität nicht individuell, sondern durch gegenseitige Garantie erreicht?
Baal HaSulam Artikel: Die Lösung
Shamati #110: Ein Feld, das vom Schöpfer gesegnet ist

Gedanken zur Krise


Globalisierung ist die Enthüllung einer neuen Stufe der Verbindung zwischen uns. Die Verbindung sollte wohlwollend sein, aber wir sehen, dass sie nur Probleme verursacht.

Wieso passiert das? Weil wir das globale System verkehrt herum nutzen – mit der Absicht, andere zu benutzen anstatt mit ihnen zusammenzuarbeiten. Wir wollen andere besiegen, sie unterdrücken und über ihnen stehen.

Selbst wenn wir an einer sauberen Verbindung interessiert sind, bleibt das Prinzip „Eine Hand wäscht die andere“ aufrecht – und dies verursacht die derzeitige Krise. Es würde sogar passieren, wenn wir einander nicht belügen und ehrlichen Handel miteinander betrieben. Denn heutzutage sind wir alle wie Organe eines Körpers miteinander verbunden. Unter solchen Bedingungen ist es nutzlos, egoistisch ehrlich zu sein, genauso wie es sinnlos ist, eine Weltregierung oder eine Weltbank zu erschaffen – um einen gemeinsamen Regelmechanismus zu suchen.

Die heutigen politischen und wirtschaftlichen Führer wollen ein Treffen der G20 (Anführer der wichtigsten Industrienationen) arrangieren, um eine Weltregierung zu diskutieren. Das wird aber nicht aus der Krise führen, denn wir verhalten uns gegensätzlich zur Natur und Ihrem Allgemeinen Gesetz. Das System muss nicht nur auf einer korrekten Verbindung basieren, sondern auch entsprechend der inneren Verbindung zwischen den Elementen eines einzigen Systems arbeiten. Und man muss die anderen wie sich selbst betrachten.

Dies ist die Wurzel aller Probleme. Kabbala warnt die Menschheit: Wenn wir weiter unsere Beziehungen entsprechend den körperlichen, egoistischen Gesetzen gestalten – selbst die direktesten und ehrlichsten, die dem Gesetz folgen: „was dir gehört, ist deines und was mir gehört, ist meines“ – wird dieses System nicht funktionieren und wir werden eine noch größere Katastrophe auslösen.

Wenn uns klar wird, dass wir Teil eines Ganzen sind, ist es nur logisch, dass wir alle für einander sorgen müssen. Das einzige „Persönliche“ sind jene Dinge, die man für die eigene Existenz benötigt, während alles andere gemeinsames Eigentum sein sollte. Dies betrifft sowohl natürliche Ressourcen, Güter und Waren, Erziehung als auch das Gesundheitswesen usw.
Alle Dinge sollten in kollektivem und globalem Besitz sein. Andernfalls wird die Krise nicht enden und – egal, wie sehr wir uns auch anstrengen, die Dinge entsprechend unserer egoistischen Logik zu sehen – wir werden eine Krise nach der anderen erzeugen.

Die Kabbala warnt uns davor, dass die Natur uns bereits erhöht hat – Begriffe aus unserer Entwicklung – auf die Stufe eines einzigen integralen Systems, das den Gesetzen der Verbindung all seiner Einzelteile folgt. Niemand kann diesem Gesetz entkommen. Eigentlich handelt es sich dabei um ein uraltes Gebot aus der Bibel: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Und wir müssen unser Ego dazu verwenden, eine richtige und korrekte Verbindung unter uns zu etablieren.

Selbst wenn wir ein auf Verstand basierendes System der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Staaten etablieren und dabei nicht von unseren egoistischen Prinzipien abweichen (was mein ist, ist mein und was dein ist, ist dein), wird diese Eigenschaft uns noch größere Krisen bereiten. Der Egoismus wird weiter wachsen, weil wir ihn wieder nicht korrekt verwenden. Es wird ein Szenario entstehen, das uns diese Pseudokorrektur und deren Irrtum vor Augen führen wird. Die nachfolgende Krise wird uns noch empfindlicher treffen, damit wir endlich unsere Lektion lernen.

Was sagt Kabbala? Wir sollten uns bereits korrigiert (in der zukünftigen Form) verhalten, also wie ein Körper funktionieren. Entsprechend dem Prinzip „das Ende einer Handlung wird bereits durch den anfänglichen Gedanken bestimmt“. Wir sollten dies zumindest versuchen, wenn auch noch ungeschickt und stufenweise.

Bedeutet „es jetzt zu beginnen“ auch eine „faire Verteilung“? Nein! Selbst wenn wir anfangs die Verteilung nach „was mein ist, ist mein und was dein ist, ist dein“ regeln, sollten wir gleichzeitig damit beginnen, der gesamten Menschheit die Gesetze der friedlichen Koexistenz zu lehren, die auf der Erkenntnis beruhen, dass die Gesellschaft ein einziger Organismus ist. Wenn wir also den Menschen die Verhaltens- und Verteilungsregeln lehren, werden wir bald auf dem richtigen Weg sein und das Leid wird sofort spürbar weniger.

Baal HaSulam verdeutlicht dies in Form einer Parabel: Wir haben uns in der Wüste verirrt und wissen den Weg nicht mehr. Jetzt, da wir unsere Kraft völlig verloren haben, erkennen wir dies und enthüllen den richtigen Weg. Am Ende dieses Weges finden wir ein Schloss voll mit den besten Schätzen der Welt. Jetzt sind wir aber verzweifelt, wir versinken in Depression und Drogen. Und plötzlich schenkt uns jemand, der alles überblickt, ein Navigationssystem. Wenn ein Mensch seine Einstellung gegenüber der Welt ändert, erkennt er plötzlich klar den Weg, der vor ihm liegt und dass er sein Ziel erreichen kann.

Wie können wir diese Veränderung erreichen? Indem wir das Ziel und die Methode enthüllen. Die Methode stammt aus dem alten Babylon, wo die Probleme der modernen Zivilisation zum ersten Mal ans Licht kamen: Eine Gesellschaft funktioniert entsprechend dem Prinzip eines lebenden Körpers. Laut Kabbala soll man den Egoismus beziehungsweise seine Verwendung, verändern und ihn für das Wohlergehen der Gesellschaft nutzen. Damals jedenfalls, im alten Babylon wollten die Menschen die Kabbala nicht verwenden und lösten ihre Probleme auf andere Art und Weise – sie zerstreuten sich über die ganze Erde und dies war der Anfang der Globalisierung.

Nun sind wir der gleichen Situation ausgesetzt – doch diesmal müssen wir sie verwenden, denn wir können nicht länger voreinander davonlaufen – genauso wenig können wir die bestehenden Verbindungen zwischen uns ignorieren oder zerstören. Sollten Amerika, Russland und Europa sich vom Rest der Welt isolieren, werden wieder nationalsozialistische Strömungen aufkommen und die Welt in einen Dritten Weltkrieg führen – einen atomaren Dritten Weltkrieg.

Welche praktische Lösung können wir nun den Menschen anbieten? Sie sollten auf jeden Fall über die Welt Bescheid wissen, in der sie leben. Über „integrale Systeme“, in denen wir wie in „einem Boot“ leben. Die Rettung dieses Bootes liegt in der Verantwortung jedes einzelnen Menschen. Das sollten wir auch unsere Kinder lehren. Wir haben es schließlich mit der Natur zu tun: einer globalen Wirtschaft und einer globalen menschlichen Gesellschaft. Wir müssen uns und unseren Kindern beibringen, wie wir in dieses System, in dem jeder für den Anderen Sorge trägt, hineinwachsen können.

Verwandtes Material:
Blog-post: Wenn es zu einer Globalen Krise kommt, können wir es uns nicht leisten, …
Baal HaSulam Artikel: Aufbau der Gesellschaft der Zukunft

Der Einfluss des Umgebenden Lichtes hängt von deinem Streben zum künftigen Zustand ab (Fortgeschrittene)


Eine Frage, die ich erhielt: Wann beeinflusst mich das Umgebende Licht – nur während des Unterrichtes oder auch während der Verbreitung? (Beachtend, während ich das tue, dass ich danach strebe, den Höchsten durch die Vereinigung mit der Gruppe zu erreichen.)

Meine Antwort: Es beeinflusst dich während des Studiums, der Verbreitung und anderen Gruppenaktivitäten, abhängig von deiner Absicht, dich mit jedem zu verbinden, um den Schöpfer zu enthüllen – die Eigenschaft des Gebens und der Liebe. Das Umgebende Licht ist das Licht, das dich auf einer höheren Stufe erfüllt.

Tatsache ist, dass du schon in allen deinen zukünftigen Zuständen existierst. Jedoch nimmst du das nicht wahr. Du musst selbst zu diesen Zuständen gelangen. Indem du danach strebst, ziehst du den Einfluss deines künftigen Zustandes auf dich und das verändert dich, macht dich ihm gleich. Alles hängt nur von deinem Verlangen ab, von deinem Streben zu diesem künftigen Zustand.

Zum Kabbalalernzentrum –>

Verwandtes Material:
Blog-post: Absicht und Handlung
Blog-post: Wie verbinden wir unsere Punkte im Herzen?
Artikel: Erkenntnis der Einheit der Schöpfung
Baal HaSulam: Artikel zum Abschluss des Buches Sohar