Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Bemühe dich, um hinter der Illusion die Wahrheit zu erkennen

Vorwort zum Kommentar Sulam, Punkt 61: „Eine bedeutende Regel in Zeit und Raum“

Wisse, dass alle Ausdrücke in der Kabbala, die sich mit Zeit und Raum befassen, nichts mit der imaginären Zeit und einem physischen Ort zu tun haben, da hier alles jenseits von Zeit und Raum liegt.

Sondern „vor“ und „nachher“ beziehen sich auf Ursache und Wirkung… „Oben“, „unten“, Aufstieg“ und „Abstieg“ sind Maße von Awiut und Sakut (Reinheit).

Dies ist so, weil „Aufstieg“ Hisdakchut und „Abstieg“ Hit’abbut (Zunahme an Awiut) bedeutet.

Und wenn es heißt, dass sich eine niedere Stufe erhoben hat, bedeutet es, dass sie gereinigt wurde und so rein wie die Höhere wurde.

Daher sagt man, dass sie an ihr anhaftete, weil die Gleichheit der Form die Spirituellen aneinander bindet. Studiere sie auf diese Weise, also auf spirituelle Weise, je nach Thema.

Kabbala verwendet die Sprache der Zweige, sie nimmt die Worte aus unserer Welt und beschreibt damit die spirituelle, höhere Welt, in der es keine Begriffe unserer Welt gibt, wie Zeit, Bewegung, Raum, Entfernung und Richtung.

Aber dieselben Namen, die wir in dieser Welt den unterschiedlichen Gegenständen oder Handlungen geben – bezeichnen in der Spiritualität die Kräfte, Eigenschaften und deren Handlungen.

Deshalb müssen wir uns sehr bemühen, um uns hinter diesen Wörtern die geistigen Handlungen vorzustellen.

Diese Bemühungen sind sehr nützlich, denn sie schaffen eine Bitte (МAN), den Wunsch, das Bedürfnis, die höhere Welt zu verstehen und zu fühlen, um zu beginnen, darin zu leben. Diese Handlungen helfen uns, da hinein zu kommen.

Deshalb steht im Artikel von Baal HaSulam „Vorwort zum TES“, Punkt 155, folgendes geschrieben, dass obwohl wir nicht verstehen, was wir studieren, aber dank des starken Wunsches und des Strebens, das studierte Material zu verstehen, wir das Licht an uns heranziehen, das unsere Seelen umgibt, und es in uns die Eigenschaften entwickelt, die für die Empfindung der Geisteswelt notwendig sind.

Es heißt nicht, dass vor uns plötzlich ein neues äußeres Bild offenbart wird. Aber unser Wunsch bringt uns die Veränderung unserer Wahrnehmung und unserer inneren Eigenschaften, und wir beginnen, das Gelesene zu verstehen.

Wenn man auch nicht weiß, was das Klären des Wunsches oder seine Härte bedeutet, was der Aufstieg des Schirmes (Massach) und sein Abstieg ist, muss man sich trotzdem bemühen, sie sich in Form der Wünsche und der Absichten vorzustellen.

Es passiert nun folgendes: es gibt einen Wunsch, seine Absicht und das Licht, das auf die beiden einwirkt. Ich muss mich bemühen, diese Worte damit zu verbinden, was ich schon weiß, um vom Text beeindruckt zu werden.

Es genügt vollkommen, um sich mit diesem System zu verbinden. Wenn es auch falsch ist – ist das unwichtig!

Wichtig ist meine Bemühung, mein Wunsch, sich in dieses System, wenn auch künstlich, einzureihen. Natürlich fühle ich keine sinnliche Verbindung mit diesem System, aber es reicht am Anfang, und es wird von mir nichts anderes erwartet.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Vorwort zum Kommentar Sulam „, 10.06.2010 .

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Streben Sie immer die Vollkommenheit an!

Eine Frage, die ich erhielt: Wenn ich beginne, all das, was in meinem alltäglichen Leben geschieht, in meinem Inneren zu empfinden, ist das dann ein Merkmal des Aufstiegs, infolge des Lesens des Sohar?

Meine Antwort: Nein. Wenn ich Sohar lese, dann existiert kein alltägliches Leben für mich.

Ich verfüge über einen Keim der Seele – den Punkt im Herzen, mit dessen Hilfe ich mich im höheren System befinden kann, um zu verstehen, worüber der Sohar erzählt.

Wie kann ich mich mit diesem winzigen Punkt verbinden, in dem es nichts gibt, sei es sinnlich oder rational, all diese Eigenschaften – drei Linien, die Aufstiege und die Abstiege, die spirituellen Handlungen?

Gerade das suche ich auf. Wie kann ich mich darin aufhalten, sie empfinden, sie erproben – dort in SoN der Welt Azilut sein?

Ich will nichts von dieser Welt – weder mich selbst noch die Freunde, die ich in meinen fünf Sinnesorganen wahrnehme oder die ganze Welt. Wozu brauche ich all das?

Diese Welt existiert nicht, sie wird mir nur innerhalb meines Egos, innerhalb des Wunsches zu genießen, vorgestellt. Wenn ich aber auf das höhere Niveau – auf die Stufe des Gebens, des Glaubens über dem Verstand hinaufsteigen werde, dann werde ich alles anders betrachten.

Ich möchte mich nicht mehr mit dieser Welt beschäftigen! Ich will hinaufsteigen und mit dem Höheren verschmelzen! Ich sehe das alles realistisch an und verliere unsere Welt nicht aus den Augen.

Aber ich studiere das Buch Sohar wie auch die gesamte Wissenschaft der Kabbala, um für mich die höhere Welt zu enthüllen und nicht, um sie in unsere Welt heranzuziehen. Dies wird niemals geschehen! Niemals wird sich die Höhere Welt in die materielle Welt einkleiden.

Die materielle Welt hingegen wird zu ihren Wurzeln – in die Spiritualität hinaufsteigen. Durch die materielle Welt werde ich folglich die Höhere Welt sehen können. Man muss jedoch zuerst das Höhere wahrnehmen können.

Deshalb versuche ich vor Unterrichtsbeginn alles abzuschalten, woran ich in dieser Welt denke. Denn ich enthülle jetzt die Vollkommenheit, die Spiritualität, den Schöpfer.

Aus dem Unterricht nach Buch Sohar, 10.06.2010

Aus dem Land der Liliputaner – ins Land der Gulliweren

Frage: Was ist „Bürgschaft“?

Antwort: Gestern habe ich im Kinderunterricht ein Beispiel herbeigeführt: Jeder Mensch verfügt über eine sehr kleine egoistische Kraft.

Mit ihr alleine, sind wir nicht in der Lage die Spiritualität zu erreichen, denn die Höhere Welt ist vollständig auf das Geben eingestellt, und außerdem befindet sie sich auf einer höheren Stufe – d.h. wir müssen stärker sein, als jetzt.

Wie kann man unsere kleine Kraft verstärken und sie aus der nehmenden Kraft in die gebende umwandeln? – Mit Hilfe der Vereinigung!

Wir müssen die Form der gegenseitigen Bürgschaft erreichen, d.h. uns vollständig, ohne jegliche Grenzen miteinander verbinden. Wie macht man das?

Angenommen, es gibt 50 Menschen – angefangen mit dem kleinsten bis zum größten. Wenn sich alle in den kleinsten Menschen einschließen werden, wird er zum Riesen mit der Größe vom 20 Metern und dem Gewicht von 1000 kg.

Und wenn sich alle in den größten Menschen einreihen werden, der einen Kopf größer als die anderen ist? Wir werden sowieso denselben Riesen – mit der Größe von 20 Metern und dem Gewicht von 1000 kg betrachten.

Das heißt, es wird nach dem gegenseitigen Einschluss weder die kleinen Menschen, noch die großen geben – alle werden gleich sein.

Und wann werden sie in die Höhere Welt eingehen können? – Wenn sie eine Einheit bilden bzw. gegenseitige Verbindung erreichen. Diese Form der Vereinigung wird eben als Bürgschaft bezeichnet.

Auf diese Weise müssen wir uns das gemeinsame geistige Gefäß (Seele, Kli) vorstellen. Es gibt darin keinen Unterschied zwischen den Seelen – weder der „Größe“ nach, noch „dem Gewicht“ nach.

Und wenn die Anfänger zu uns kommen, dann werden sie mit uns zusammen erreichen, was auch wir erreichen werden.

Es ist diese besondere, wunderbare Kraft, die in der Bürgschaft eingeschlossen ist.

Aus dem Unterricht zum Buch Sohar, 07.06.2010.

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Nicht verstehen, sondern begreifen

Sohar, Kapitel „Tezaveh“, Punkt 132-133: … Und Äste von dicken Bäumen sind drei, drei Linien, CHaGaT….

Und Weiden vom Bach sind zwei, Nezach und Hod (NH), welche weder Geruch noch Geschmack haben, wie die Schenkel der Leute.

Der Lulaw [Palmzweig], Jessod, nimmt sie alle und schließt sie ein, wie das Rückenmark im Körper. Mit diesen Arten, welche CHaGaT NeHJM entsprechen, sollte der Mensch vor dem Schöpfer gesehen werden. Die Blätter im Palmbaum deuten auf all die anderen Armeen, welche sich in diesen Bezeichnungen vereinigen, bei denen der Schöpfer gerufen wird.

Die Blätter auf dem Palmenbaum deuten auf alle übrigen Heere an, die von jenen Namen vereinigt sind, die der Schöpfer heißt.

Das Buch Sohar ist nicht für das Verständnis, sondern für das Begreifen vorbestimmt. Das Begreifen bedeutet, dass ich die Korrektur des Wunsches erreiche, ich beginne zu empfinden, zu sehen und zu verstehen. Und davor – nicht. Denn ich habe nichts, „womit“ ich das verstehen kann, keine Eigenschaften, über welche der Sohar erzählt.

Denn es handelt sich nicht um den Palmenzweig oder andere Pflanzen, die uns aus dem Leben in dieser Welt bekannt sind. Der Sohar erzählt über die Kräfte, die in unserer Welt eine bestimmte Form – die Form der Zweige annehmen. Der Sohar erklärt mir die Wurzeln, über welche ich nichts weiß, ich verstehe nicht, wo sie sind und was sie sind.

Deshalb höre ich zu – und verstehe nichts. Mir ist nur klar, dass es sich um die Realität handelt, die ich nicht wahrnehme. Oder ich stelle mir die Bilder unserer Welt vor, was die falsche Herangehensweise ist.

Deshalb bleibt mir nur das eine: daran zu denken, dass wir uns verbinden müssen und dadurch enthüllen, worüber das Buch Sohar spricht. Es ist die Erzählung über die Verbindung im höheren System, über den Schöpfer, der offenbart wird.

Deshalb schreibt Baal HaSulam im „Vorwort zum TES“, Punkt 155, dass die Kabbalisten ihre Bücher nicht nur für sich schrieben, um untereinander das Wissen zu verbreiten, sondern auch für uns – in Form „des wunderbaren Mittels“ (Sgula).

Und selbst wenn wir nichts verstehen, aber die Absicht haben, die höhere Realität zu erreichen, über welche in den Bücher erzählt wird, dann regen wir das umgebende Licht an, das uns zur Quelle zurückführt, zum Schöpfer.

Dieses Licht korrigiert uns, ändert unsere Absicht, wonach wir beginnen, die höhere Realität zu empfinden, die sich in der Eigenschaft des Gebens, in der Spiritualität aufhält.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 04.06.2010

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Es ist unmöglich, den Weg allein zu gehen

Wenn ich auch nur für einen Augenblick die Unterstützung der Umgebung verliere, stürze ich sofort ab. Ich selbst habe keinen Ansatzpunkt in der Spiritualität, wo ich mich am Schöpfer, am Geben, festhalten kann.

Ich kann mich entweder nur innerhalb meines spirituellen Gefäßes befinden – wenn ich mit den anderen verbunden bin und von ihnen Unterstützung bekomme – oder außerhalb davon. Kaum verliere ich diese Unterstützung, stürze ich sofort ab.

Es ist unmöglich, allein voranzukommen und etwas zu erreichen. Du wirst dich keinen Augenblick an der Spiritualität festhalten können.

Wenn jemand glaubt, dass er allein vorankommen – selbständig kabbalistische Bücher lesen, irgendwelche Handlungen vollbringen und sich an dem spirituellen Weg festhalten – kann, dann ist das eine Täuschung.

Er wird sich selbst belügen und vergeblich hoffen, dass er vorankommen kann. Ohne sich in die Gruppe einzubringen und ohne die Verbindung, die sich gegenseitige Bürgschaft nennt, haben wir nicht die geringste Möglichkeit, uns auch nur einen einzigen Augenblick an der Spiritualität festzuhalten.

Sich in der spirituellen Umgebung zu befinden, bedeutet nicht, sich physisch in ihr aufzuhalten. Das Wichtigste ist, inwiefern du dich von ihr beeinflussen lassen willst.

Du willst dich doch unter Einfluss der höheren Kraft, des Schöpfers, stellen. Wenn ich aber einfach allein kabbalistische Bücher lese, werde ich nicht unter Seinen Einfluss geraten, weil das Gelesene durch meinen egoistischen Filter hindurchgehen wird. Ich werde das Buch so wahrnehmen, wie ich es verstehe und empfinde, wie ich es sehen will!

Und nur wenn das Gelesene zu mir durch die Umgebung kommt, werde ich mich unter Einfluss des Schöpfers befinden, der „in Seinem Volk wohnt“ – das höhere Licht, der Schöpfer, befindet sich in der Gruppe, in der Versammlung der Seelen.

Allein haben wir keine Chance, spirituell voranzukommen. – nur zusammen! Wir müssen ganz genau verstehen, dass nur Verbindung das Werkzeug zur Enthüllung des Schöpfers ist…

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Was nehme ich in die Ewigkeit mit?

Eine Frage, die ich erhielt: Wird sich meine Seele an alles erinnern, was ich in diesem Leben gelernt habe? Werde ich im nächsten Leben das Kabbalastudium fortsetzen und wieder die Gruppe aufsuchen?

Meine Antwort: Das einzige, was der Mensch aus diesem Leben mitnimmt, ist sein spiritueller Weg. Er geht ihm nicht verloren.

Denn wir bleiben in derselben Realität im Hinblick auf die Spiritualität, sie ist uns ein wenig verborgen. Ich befinde mich ununterbrochen innerhalb meiner Seele, auch wenn ich sie nicht spüre. Aber ich arbeite sogar heute mit ihr und gehe verschiedene Zustände durch.

Das alles geschieht in meiner ewigen Seele. Die physischen Körper und diese Welt, die ich jetzt sehe, sind ein „Trugbild“ meines geistigen Zustandes. Und wenn ich heute innerlich arbeite, dann werde ich mein nächstes Leben aus dem mehr fortgeschrittenen spirituellen Zustand heraus beginnen: das heißt schneller eine kabbalistische Gruppe aufsuchen und erfolgreicher studieren. Der gesamte vorige Weg bleibt in mir in Form der geistigen Gene (Reshimot) erhalten – er wird nicht verloren gehen. In der höheren Welt verschwindet überhaupt nichts – nur in unserer Welt verschwindet alles, weil sie selbst auch verschwindet.

Und von allem, was ich für den egoistischen Wunsch erworben habe, wird nichts übrig bleiben, denn dieser Wunsch auch verloren gehen wird. Es bleibt nur das äußere Gewand erhalten. Jedes Mal, wenn die Seele den neuen Gilgul durchlebt, baut sie sich ihre Umgebung, entsprechend der Fähigkeit und der Notwendigkeit, sich zu korrigieren.

Warum befinde ich mich gerade in solcher Umgebung, und nicht woanders? Weil diese für meine Seele erforderlich ist. Die Körper spielen dabei keine Rolle – sie befinden sich in der Verbindung miteinander, innerhalb dieser Welt mit allen ihren Ereignissen, nur im Maß der Notwendigkeit der Korrektur der Seele.

Und der Körper ist unwichtig. Er existiert eigentlich nicht und ist eine virtuelle Illusion, die vor uns in solcher Form erscheint. In Wirklichkeit existiert nur die Seele – aber wir fühlen sie gerade nicht… Und ihre Entwicklung bestimmt eindeutig, was mit dem Körper geschieht.

Deshalb schreibt Baal HaSulam am Ende des “ Vorwort zum Buch Sohar„, dass nur die Korrektur der Seelen uns helfen wird, unsere Welt zu korrigieren und, auch dieses Leben als besser zu empfinden.

Alle Verbrechen, die in dieser Welt geschehen sind Folgerungen einer unkorrigierten Seele. Und in dieser Welt gibt es keine Handlungen und keine Korrektur – alle Veränderungen sind nur innerhalb der Seele möglich…

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Das stärkste Heilmittel

Baal HaSulam erklärt, wodurch sich die Beschäftigung mit Kabbala von allen anderen Beschäftigungen des Menschen in dieser Welt unterscheidet.

Hier nützen dem Menschen keine besonderen Eigenschaften, die ihm in dieser Welt eigen sind: Verstand, Weisheit, schnelles Denken, Intelligenz, Wissen – nichts davon.

Nur das Licht, das auf ihn einwirkt, wird ihm helfen, weiterzukommen – nicht durch Wissen, sondern durch Korrektur!

Darum ist das Studium der Tora eine Art Heilbehandlung, der wir uns unterziehen (während des Kabbala-Unterrichts), wie ein Mensch, der ärztliche Hilfe in Anspruch nimmt.

Wenn er konsequent die Behandlung durchläuft, weil er weiß, dass er gesund werden muss, wenn er das will und die Heilung auch erwartet, wenn er sich jedes Mal darauf vorbereitet, dass der Heilungsprozess erfolgreich verläuft, dann wird das – nach mehreren Behandlungen – eintreten.

Aus diesem Grund müssen wir uns selbst prüfen, mit welcher Absicht wir an das Studium, besonders an das Lesen des Buches Sohar, herantreten, denn das ist das stärkste und effektivste Mittel gegen unsere Natur.

Außerdem muss ich mich auch nach dem Unterricht – nach dieser „Heilbehandlung“ – prüfen und einschätzen, ob ich dem Ziel, dem Geben und der Liebe, der Bereitschaft, mich mit der Gruppe zu verbinden, der Größe des Ziels auf irgendeine Weise nähergekommen bin.

Dann nehme ich die Wichtigkeit des Ziels, die Bedeutsamkeit der Spiritualität, des Schöpfers stärker wahr, und das gibt mir die Energie und das Verlangen, weiterzukommen.

Darum ist es nicht wichtig, wie viel wir von dem, was im Buch Sohar steht, verstehen. Keiner kann hier Ansprüche erheben, selbst wenn er die Sprache, in der der Sohar gelesen wird, nicht versteht oder alles, worüber der Sohar erzählt, ihm fremd und unbekannt vorkommt.

Selbst diejenigen, die ihr Leben lang die Tora in ihrer einfachen Deutung studiert haben, wissen nicht, worum das Geschriebene im Buch Sohar handelt, sie sind noch verwirrter als diejenigen, die die Tora niemals studiert haben.

Deshalb müssen wir nur unser Herz (und nicht unser Gehör oder Verstand) öffnen, um das Heilmittel zu bekommen, damit unser egoistisches Herz sich unter Einwirkung des „Wundermittels“ (Sgula), das das Lesen des Buches Sohar mit sich bringt, in ein altruistisches verwandelt.

Jedes Wort, das wir im Sohar lesen, müssen wir als eine Tropfinfusion annehmen. Denn die Lichter kommen tropfenweise zu uns. Aus diesem Grund nennen sie sich „Tropfen des Glücks“ („Masalot“ stammt von „Nosel“ – heruntertropfen).

Daher müssen wir nur geduldig darauf warten, dass dieses Heilmittel, Tröpfchen für Tröpfchen, zu wirken anfängt, bis wir das „absolute Glück“ erreicht haben.

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Korrektur in drei Linien

Vorwort zum Sulam Kommentar: Die Rechte Linie kämpft gegen die Linke und will das Licht Chochma der Linken Linie aufheben, um allein das Licht Chassadim herrschen zu lassen. Umgekehrt will die Linke Linie das Licht Chassadim der Rechten Linie aufheben und allein das Licht Chochma herrschen lassen. Aufgrund dieses Streites leuchtet keine von beiden, da dem Licht Chassadim der Rechten Linie das Licht Chochma fehlt, und es ist wie ein Körper ohne Kopf. Und das Licht Chochma der linken Linie ist völlige Dunkelheit, weil es ohne das Licht Chassadim nicht leuchten kann. Für diesen Streit gibt es keine Korrektur, außer durch die Mittlere Linie, die durch den Menschen geschaffen wird, welcher mittels des Gebets dorthin aufsteigt und sich mit dem höheren Licht verbindet… und die Linke Linie zwingt, sich mit der Rechten zu verbinden.

Zwei Linien, die rechte und die linke, werden uns von oben gegeben, doch die Mittlere Linie ist unsere Arbeit. Wir erheben eine Bitte (MaN) um den Schirm und gelangen dadurch zu Korrektur: die Rechte und die Linke Linie verbinden sich, indem sie einander ergänzen und einen Kompromiss erreichen. Es handelt sich um den freien Willen eines Menschen, der sich in ein bereits fertiges mechanisches System der Rechten und der Linken Linie einordnet und dort eine neue Eigenschaft erschafft, die es vorher nicht gab, das Verlangen, dem Schöpfer ähnlich zu sein.

Ich handle durch den Glauben über dem Verstand, durch das Verlangen, das von nichts abhängt, was auch immer geschehen mag. Mich interessiert weder die Rechte noch die Linke Linie, weder Chassadim noch Chochma. Für mich ist nur wichtig, mich mit dem Schöpfer zu verbinden. Deshalb empfinde ich das nicht als Kompromiss (denn die eine Linie kann sich vor der anderen nicht annullieren), sondern lediglich als ein Mittel die Einheit zu erreichen. Deshalb ist dieser Kompromiss auch möglich!

Das ist so, als ob ich zu zwei Menschen kommen würde, die sich wild streiten, und keiner von beiden ist auch nur im Geringsten bereit, von seiner Meinung abzulassen. Doch ich habe nicht vor, sie zu vereinigen und zu versöhnen. Ich habe ein höheres Ziel, ich will etwas Höheres erreichen. Gleichzeitig möchte ich die Kräfte dieser beiden Linien nutzen.

Ich setze ein Ziel, das höher ist als alles andere – ich will mich dem Schöpfer angleichen und mit Ihm verschmelzen. Dann können sich die beiden Linien verbinden und einander ergänzen. In Bezug auf dieses Ziel empfinden sie sich als vollkommen.

Keine der beiden erreicht, was sie will, doch sie geben sich aufgrund ihrer Teilnahme an der Erreichung des Ziels zufrieden. Es leuchtet ihnen die Mittlere Linie, sie ist klein im Vergleich zu den beiden anderen, doch ergründet sie die Vollkommenheit des Schöpfers. Und diese ist eine höhere Vollkommenheit, als die, die jede von ihnen von selbst erreichen könnte, denn sie kommt von der Verschmelzung mit dem Schöpfer.

Aus dem Unterricht am 30.05.2010

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Was bedeutet „Befehl“ in der Spiritualität?

Eine Frage, die ich erhielt: Das Kapitel aus dem Sohar, das wir jetzt lesen, heißt „Und du befehle mir“ (Tezaveh). Was bedeutet eigentlich „Befehl“ in der Spiritualität?

Meine Antwort: Dies ist ein Befehl, der auf uns auferlegt ist. Und obwohl wir uns in die Arbeit des Schöpfers einreihen, vor allem sollen wir uns ständig bemühen, unseres Wunsches und des Grundes unserer Erschaffung bewusst zu sein.

Denn wir sind ohne diesen Gedanken keine Geschöpfe. Als ein Geschöpf wird derjenige bezeichnet, der auch empfindet, dass er sich in einem dem Schöpfer entgegengesetzten Zustand befindet.

Aber dieses Verständnis genügt immer noch nicht. Es ist nur das erste Begreifen der eigenen Natur. Danach soll der Mensch versuchen, sich dem Schöpfer anzugleichen. Erst dann enthüllt er, dass er dazu überhaupt nicht in der Lage ist.

Wenn er aber weiterhin danach strebt, das nächste Niveau des Begreifens seiner Natur zu erreichen, enthüllt er noch, dass er sich dem Schöpfer gar nicht angleichen WILL.

Somit ist er nicht nur dem Schöpfer entgegengesetzt und nicht dazu fähig, Ihm ähnlich zu werden, sondern er WILL es auch nicht.

Gleichzeitig erhöht der Mensch in seinen Augen jedes Mal die Wichtigkeit des Schöpfers, die Wichtigkeit des Ziels und sieht den eigenen Zustand als erniedrigend und winzig.

Er setzt fort, weiter zu suchen und nur dann versteht, dass zwischen den Seelen ein System der Verbindung existiert, woraus er die zusätzlichen Kräfte bekommen kann. Dann wird er sich wirklich wünschen und es auch schaffen, sein Gegenteil zum Schöpfer zu enthüllen sowie entdecken, dass er keine Möglichkeit und auch kein Verlangen danach hat, sich dem Schöpfer anzugleichen

Zugleich wird er die dringende Notwendigkeit in der Korrektur, in der Möglichkeit, dem Schöpfer zu geben, empfinden – die viel größer ist, als seine anfängliche Notwendigkeit.

Folglich wendet sich der Mensch an Ihn, mit solch „schwerer Ausrüstung“, die er mit der Kraft der Gruppe erworben hat, mit der Eigenschaft der Bürgschaft, innerhalb welcher der Schöpfer existiert und dieses System unterstützt, weil er die nötige Bitte ausformuliert hat. Und davor kann er keine richtige Bitte empfinden.

Auf diesem Wege erreicht der Mensch die Einwirkung des Lichtes, die ihn zur Quelle zurückführt. Somit verwirklicht er seine Wahlfreiheit und kommt zu einem Zustand, in welchem der Schöpfer ihm die Kräfte gibt.

Dann beginnt er zu sehen, was er innerhalb dieses Lichtes korrigieren soll, wie es auch geschrieben steht: „In Deinem Licht werden wir das Licht sehen“. Der Mensch beginnt, den Befehl des Schöpfers zu verstehen – was genau korrigiert werden soll, nämlich seine 613 nicht korrigierten Eigenschaften, eine nach der anderen.

Er versteht, worin jede Eigenschaft, jede Kraft und jeder Wunsch verdorben ist, wie diese zu korrigieren sind und was er aufgrund der Korrektur erwirbt, wie er auf das gesamte System einwirkt und dadurch auf den Schöpfer, indem er Ihm die Möglichkeit sich zu enthüllen gibt.

Auf diese Weise geht er schrittweise den gesamten Prozess der Tora und der Gebote durch, korrigiert alle Wünsche durch die Absicht zu geben um des Gebens willen und sogar zu empfangen um des Gebens willen, das heißt wenn man nicht für den eigenen Genuss, sondern um des Schöpfers willen das Licht empfängt.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 31.05.2010

Eine einfache Formel für Spiritualität

Wenn du in den Freunden kein großes Bestreben nach Spiritualität erkennst und dich von der Umgebung nicht beeindrucken lässt oder dich fürs Geben nicht begeistern kannst, dann bedeutet das, dass du dich selbst nicht einbringst. Fang an, in Freunde zu investieren, und du wirst sehen, wie sie dich daraufhin beeinflussen werden.
Das ist eine äußerst einfache Formel! Ich bringe mich in die Gruppe ein und erreiche einen solchen Zustand, in dem wir anfangen, uns gegenseitig zu beeinflussen.

Unser Kreis verwandelt sich in ein spirituelles Gefäß (Kli), in dem sich unsere ganzen Verlangen nach Spiritualität, die ganzen Punkte im Herzen vereinen, und über ihnen entsteht ein anti-egoistischer Schirm, unser gegenseitiges Geben.

Jetzt, wo wir uns alle gegenseitig beeinflussen, müssen wir überprüfen, ob wir das um des Gebens an den Schöpfer willen tun. Wenn ja, dann haben wir einen Schirm und reflektiertes Licht. Und die höhere Kraft wird sich uns augenblicklich enthüllen, gemäß der Ähnlichkeit unserer Eigenschaften.

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