Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Das Trugbild (Fata Morgana)

Eine Frage, die ich erhielt: Stimmt es, dass die Nächstenliebe nur bezüglich des Wunsches zur Spiritualität möglich ist, und ich soll die materiellen Wünsche eines Freundes nicht erfüllen?

Denn ich sehe jetzt, dass ich nicht mal bereit bin, das Fleischstück am Tisch zu teilen.

Meine Antwort: Anfangs reicht uns die Verbindung zum Nächsten in seinem Wunsch, den Schöpfer zu erreichen.

Und später wirst du dich so fühlen, als ob neben dir am Tisch dein kleiner Sohn sitzt – wirst du ihm dann das Stück Fleisch wegnehmen können, um es selbst aufzuessen? So wirst du dich zur ganzen Welt verhalten.

Es ist unverständlich, warum es notwendig ist und was du im Endeffekt bekommen wirst? – Die Antwort auf diese Frage, d.h. das Ziel des Gebens, wird oft vergessen, weshalb uns diese Handlung  als künstlich vorkommt: Du wirst fühlen, dass du dem Schöpfer ähnlich bist und Ihm dadurch den Genuss bereiten, wenn du solche Korrektur erreichst!

Jetzt hast du kein solches Bedürfnis, weshalb die Handlung des Gebens grundlos, gewaltsam aussieht. Es gibt kein anderes Ziel, außer der Ähnlichkeit zum Schöpfer.

Denn dir scheint es nur so zu sein, dass die ganze Welt leidet, und dass es die armen und unglücklichen Menschen gibt. Wenn du dich korrigieren wirst, dann wirst du sehen, dass sie alle reich und glücklich, klug und gesund sind. (Siehe den Artikel von Baal HaSulam „Die Verhüllung und die Enthüllung des Schöpfers“).

Wir verstehen nicht, welche Illusion es ist, in der Welt die Leiden zu sehen. Jedem Menschen wird absichtlich die hässliche Welt gezeigt, um ihm die Empfindung zu geben, wie viel  korrigiert werden soll, um die Vollkommenheit zu erreichen.

Wir sehen, dass jeder anders denkt und die eigene Meinung hat. Woher kommt es? – Weil jeder ein anderes Weltbild sieht. Denn die Welt hat in Wirklichkeit kein Bild, keine Form – alles wird innen, in den Eigenschaften des Menschen geöffnet!

Und wenn ich beginne, die Wahrheit zu öffnen, dann verstehe ich, dass sich hinter allen Bildern dieser Welt, die vor mir wie die Trugbilder in der Wüste entsteht, ein Gedanken verbirgt, der mir solche Realität bildet. Und diese Form ist so schwankend wie das Trugbild selbst, das in der Luft schwebt und sich die ganze Zeit verändert.

Und sich durch diese Gespenster und die Ungewissheit durchzukämpfen, ist nur in der Gruppe möglich, die dir die ganze Zeit den Fokus der Sehkraft auf die Wahrheit korrigiert.

Die Wahrheit ist das Begreifen der Kraft, die das ganze Trugbild verwaltet, damit es uns klar wird, wie und warum diese Kraft gerade diese Formen schafft, und damit wir uns mit dieser Kraft auf der anderen Seite des sichtbaren Bildes dieser Welt verbinden und zusammen arbeiten.

Wie es gesagt ist: „Der Mensch wird geben, um die Wahrheit zu finden“.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Liebe zum Schöpfer und zu den Geschöpfen“

Und nur die Helden werden das Schloss des Königs betreten…

Kommentar: Baal HaSulam, Einführung zur Lehre der Zehn Sefirot:
„Und nur die Helden unter ihnen, die ein gewisses Maß an Geduld hatten, überwanden die Wächter, öffneten den Eingang und wurden sofort gewürdigt, das Antlitz des Königs zu erblicken…“

Frage: Was ist “das Maß an Geduld“?

Antwort: Ein Mensch kommt zur Kabbala, brennt vor Ungeduld, alles auf einmal zu erlangen. Wenn es ihm nicht gelingt, wird er wütend auf sich, auf den Schöpfer und auf die ganze Welt. So zeigt sich sein gesundes, starkes egoistisches Verlangen, das erkennt, dass es keine Chance hat, sich zu erfüllen, da es im völligem Gegensatz zur Quelle der Erfüllung steht.

Ein gewisses Maß an Geduld bildet sich im Menschen, wenn er zu verstehen beginnt, worin der spirituelle Weg besteht, die Notwendigkeit jeder seiner Etappe erkennt und wie mit einer Pinzette, gezielt alle angesammelten Eindrücke sammelt – im Bewusstsein, dass er ohne sie das„Lego- Stück“ seiner Seele nicht zusammensetzen kann.

Schließlich besteht die menschliche Seele aus Tausenden verschiedenen Teilen, von denen jedes bearbeitet werden muss. Daher ist es unmöglich, eine Stufe zu überspringen.

Baal HaSulam schreibt, dass derjenige, der den langen Weg der Korrektur geht, mehr gewinnt, da er tiefere Klärungen vornimmt. Denn unsere gemeinsame Seele ist kein einfaches zweidimensionales Puzzle, sondern eine komplexe Struktur, die sich in alle Richtungen ausdehnt,  in die Tiefe  erstreckt, denn jede Seele muss alle Seelen einschließen.

Es handelt sich um einen multidimensionalen spirituellen Raum, in dem der Mensch mit seinem Wesen vollständig mit jeder anderen Seele verbunden ist, als gäbe es außer ihr niemanden. Deshalb muss der Mensch sehr große Klärungen vornehmen.

Das Maß an Geduld bedeutet also nicht das Maß der Zurückhaltung oder das Gegenteil – die Ungeduld. Der Schöpfer ist ein unveränderliches Naturgesetz und nichts wird dem Menschen helfen. Man kann eine Maschine anschreien, die man nicht in Gang setzen kann, aber es wird sich nichts ändern.

Das Maß an Geduld besteht darin, dass der Mensch mithilfe der Umgebung versucht, den richtigen Zugang zu seinem spirituellen Fortschritt zu finden.

Mit anderen Worten, solange wir nicht alle miteinander verbunden sind, wird unser Kli/ Verlangen nicht vollkommen sein und wir werden nicht in den Palast des Schöpfers eintreten können. Wir müssen ein gewisses Mindestmaß an Verlangen erreichen, das so genannte „S’eah“ – erreichen, das erfordert Geduld.

Der Mensch muss sich ständig an die Gruppe wenden und sie um Unterstützung bitten, um von ihnen Geduld zu lernen. Es wird nur „Geduld“ genannt, in Wirklichkeit ist es ein gegenseitiges Einbeziehen in die anderen.

Geduld bedeutet, dass dem Menschen bewusst ist, dass er die Spiritualität nicht vor den anderen erlangen wird. Er muss sich mit ihnen verbinden, sie vorantreiben, und dann wird er die spirituelle Welt betreten.

Gerade das Wissen, dass man der Letzte ist, nennt man “das Maß an Geduld“. Es ist eine sehr wichtige Eigenschaft, die aus dem Verständnis hervorgeht, dass es nichts anderes gibt außer dem einen Kli/Verlangen und dem Licht und dass man nur dazu da ist, sie zur Verbindung zu bringen.

Wenn alle danach streben, den Berg zum Palast des Königs zu erklimmen, dann rennt man nicht voraus, sondern schiebt die Freunde von hinten an. Selbst ist man der Letzte. Wenn der Mensch dazu bereit ist, bedeutet das, dass er ein Maß an Geduld hat. Wenn man allen hilft, dann wird man, nachdem sie korrigiert sind, auch korrigiert sein.

Niemand kann die Korrektur früher erreichen als das Umfeld. Das nennt man, dass ein Mensch sich nicht höher erheben kann als sein Kreis – denn es ist ein ganzheitliches System, in dem alle Teile miteinander verbunden sind. Wie kann dann ein Teil korrigiert werden, während ein anderes es noch nicht wird?

Je mehr man sich also bemüht, seine Umgebung zu erheben, desto mehr erhebt man sich selbst. Nur ein solcher Ansatz führt zum Erfolg.

Außerdem misst sich das Maß an Geduld eines Menschen daran, wie gut er die Leiden, die durch das Zurückhalten seiner Selbst entstehen, in Geben und Freude umwandelt. Dann wird das Maß der Geduld, das während dieser Arbeit „standgehalten“ hat, in ein großes Kli/Verlangen verwandelt.

Denn jegliche Ungeduld ist der wahre Ausdruck des Egos, das „brennt“, sich selbst erfüllen will und alles hasst, was es daran hindert, die Erfüllung zu erreichen. Das Maß der Geduld eines Menschen zügelt sozusagen dieses Ego, korrigiert es und ist das Kriterium für den spirituellen Fortschritt eines Menschen.

Letztlich ist das Maß an Geduld die, unkorrigierten Kelim/Verlangen, die zwischen mir und dem Schöpfer stehen. Denn darin erlebe ich die Ungeduld.

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(Aus dem Unterricht zum Artikel „Einführung zur Lehre der Zehn Sefirot“, 25.02.2011)

 

Die flüchtigen Gedanken quer durch „Shamati“ – Über den Granatapfel

Der Granatapfel (Rimon) stammt vom Wort „Erhebung“ (Romemut). Wenn ich die Eigenschaft des Gebens in meinen Augen hervorhebe, dann kann ich mich über alle persönlichen Berechnungen erheben.

Woher ist diese Größe der Eigenschaft des Gebens zu nehmen? Nur wenn ich mich unter den Einfluss der Umgebung stelle, dann wird zu mir die äußerliche Kraft von allen Freunden kommen und mir „eine Gehirnwäsche“ verpassen, in mein Herz eindringen und dafür sorgen, dass ich die Eigenschaft des Gebens als das Wichtigste empfinde.

Wir befinden uns im Ozean des Lichtes, aber empfinden ihn nicht, weil wir ihn vernachlässigen. Wie ist seine Wichtigkeit zu steigern, um ihn folglich empfinden zu können? In jedem beliebigen Beruf ist das Wichtigste, sogar beim winzigsten Detail peinlich genau zu sein, wobei die anderen Menschen, die keine Spezialisten sind, dieses Detail vernachlässigen würden. Als ein Schneider kann ich beim Anblick eines beliebigen Kleidungstückes darüber alles erzählen, von wem und wie es genäht wurde. Und wenn ich kein Schneider bin, dann ist es für mich einfach ein Stück Stoff.

Wir befinden uns jetzt im Meer des Lichtes, aber haben keine Fähigkeit, es zu sehen, weil es uns an der Wichtigkeit mangelt. Warum? Dieses Licht, die Eigenschaft des Gebens ist von mir sehr weit entfernt. Ich habe kein Verlangen danach und werde sie auch weiterhin nicht wollen.

Nur wenn die äußerliche Kraft eingeschaltet wird, und mein Verstand und Herz berührt werden, wenn sie mich zum Nachdenken bringt und mich ununterbrochen beeinflusst, dann werde ich im Endeffekt sagen:“ ja, ich will!“ wonach das Licht offenbart wird.

Es bedeutet, dass ich das Gefäß für die Eigenschaft des Gebens vorbereitet habe, das als „die Wichtigkeit“ genannt wird, in dem „das Licht“ offenbart wird.

Daraus wird klar, wie wichtig es ist, die richtigen Definitionen, die richtige Erläuterung der Wörter zu haben. In der Spiritualität ist das das Geheimnis des Erfolges.

Auszug aus der 6. Lektion des Kongresses in Toronto

Den Schöpfer hören

Frage (Idan, 11 Jahre alt): Wenn der Schöpfer mit den Menschen in der Bibel und im Pentateuch sprach, warum spricht Er heute nicht mit uns? Und wenn Er doch mit uns, mit der heutigen Generation, spricht, wie kann man dann davon erfahren?

Meine Antwort: Der Schöpfer spricht ständig mit dir, doch du hörst es nicht. Er wohnt in deinem Herzen und spricht zu dir, doch du willst dein Herz nicht öffnen!

Er klopft an dein Herz, wie an eine Tür, doch du machst nicht auf, weil du Seine Klopfzeichen nicht hörst, dir fehlt das Gehör, Bina, die Eigenschaft des Gebens. Wenn jemand an die Tür klopft, du aber Probleme mit dem Gehör hast, dann hörst du es nicht. „Das Ohr“, das Gehör bedeutet in der Spiritualität die Stufe der Bina, die Kraft des Gebens. Wenn du empfänglich für das Geben, für die Nächstenliebe gewesen wärest, würdest du hören, dass Er zu dir spricht.

Frage: Was sagt Er?

Meine Antwort: Er sagt: „Lass uns umarmen! Lass uns zusammen sein!“ Doch sich mit dem Schöpfer zu umarmen bedeutet, genauso wie Er zu sein, in der Eigenschaft des Gebens und der Nächstenliebe zu leben, und das will ich nicht. „Gib mir etwas für mich persönlich, dann kannst du kommen! Doch damit, was du mir anbietest, komme nicht! Ich will dir die Tür nicht öffnen“, – das sagen wir zu Ihm.

Auszug aus dem Programm „Frage den Kabbalisten“, 18.04.2010

Ich möchte im Buch Sohar leben

Das Buch Sohar ist ein heiliges Werk. Es spricht eine ganz besondere und präzise Sprache. Es ermöglicht uns, das Gesamtbild zu erfassen und sich auf ein bestimmtes Detail zu konzentrieren, das es vermitteln möchte. Dadurch wird unser Blick erweitert und gleichzeitig auf entscheidende Punkte fokussiert. Wenn wir kabbalistische Texte, wie den Sohar, Schriften von Baal HaSulam oder Rabash lesen, sollten wir unser Herz mit demjenigen verbinden, der uns dieses Wissen vermittelt hat.

Insbesondere, im „Vorwort zum Buch Sohar“ von Baal HaSulam möchte er uns mit dem Buch „Sohar für das Volk“ verbinden, einem Werk, das im gesamten Volk Israel von großer Bedeutung sein sollte. Zu diesem Zweck verfasste er dieses Vorwort und verbreitete es.

Beim Lesen solcher Texte sollten wir uns von einer rein wörtlichen Auslegung lösen und versuchen, uns mit der spirituellen Botschaft zu verbinden, die der Kabbalist uns vermitteln möchte. Nach dem Lesen jeden Abschnitts sollten wir zu den Worten zurückkehren sie in unser Herz aufnehmen, um eine Verbindung zwischen unseren Herzen und dem von Baal HaSulam, der diese Texte geschrieben hat, herzustellen.

Die Werke der Kabbalisten sind für uns von großer Bedeutung, da sie eine Botschaft enthalten, die uns von unseren Lehrern überliefert wurde. Mit dieser Botschaft wollen sie uns mit tausend Fäden untereinander und mit dem Buch Sohar verbinden. Im „Vorwort zum Buch Sohar“ finden wir alle Worte und Gesetze, die uns helfen, uns dem Schöpfer zu nähern und mit Ihm in Verbindung zu treten. Diese Texte ermöglichen es uns, eine Verbindung zur Spiritualität und zur Ewigkeit herzustellen. Wenn ein Mensch sich mit dem Buch Sohar, mit der spirituellen Quelle verbinden möchte, stellt er beim Lesen fest, wie ihn der Text zunehmend mit der Spiritualität in allen Facetten verbindet. Er öffnet dabei sein Herz und seine Augen, um einen tiefen Wunsch zu entwickeln, sich zu erheben, sich an die spirituelle Wurzel zu klammern, von der der Sohar spricht.

Selbst in Zeiten, wenn man das Buch Sohar nicht liest, sollte man es anstreben, in seinem Geist zu leben. Das bedeutet, dass der Mensch sich bemüht, mit Freunden, in der Gruppe, im Zehner verbunden zu sein, um sich dem Schöpfer anzunähern. Der Mensch wird dann erleben, dass er in ein Feld der Anziehung eingetreten ist, in dem ihn der Schöpfer weiter hineinziehen möchte. 

Im Buch Sohar zu leben bedeutet, sich zu bemühen, die Botschaft, die mit jedem seiner Worte und Sätze vermittelt wird, zu offenbaren. So wird der Sohar zu einem Fluss, der uns von den ersten Worten bis zum letzten Satz mitnimmt.

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Aus einer Lektion zum Thema „Wir setzen den Kongress im Aufstieg fort”

Das höhere System sehen und hören

Die Menschen wissen nicht, was der Zustand „liShma“ bedeutet, und bezeichnen oft so ihre ganz und gar nicht spirituellen Zustände.

Sie begreifen nicht, dass es, um liShma zu erreichen, einer schweren Arbeit bedarf, die ohne das Studium der Kabbala, die Gruppe, die Erfüllung von Aufstiegsbedingungen, die von Kabbalisten erklärt werden, unmöglich zu bewältigen ist.

Denn liShma bedeutet, dass du dich über deinen Egoismus erhebst und dich gänzlich im Geben befindest. In dem Verlangen zu geben siehst du die spirituelle Welt und existierst nur um der Spiritualität willen in dieser Welt.

Du identifizierst dich gänzlich mit deiner Seele und brauchst einen gesunden Körper nur, um in beiden Welten existieren zu können.

Denn die Seele kann nicht vorankommen, ohne dass ihr zweiter Teil, der Körper, sich in dieser Welt befindet. Sie braucht den Körper bis zur allerletzten Stufe.

Die Menschen begreifen nicht, dass man, um die Eigenschaft des Gebens, liShma, erreichen zu können, das Licht, das zur Quelle des Gebens, zur Ähnlichkeit mit dem Schöpfer, zurückführt, anziehen muss.

Danach heißt der Mensch „Engel“, d.h., er erhält offen die Befehle des Schöpfers und führt sie aus.

Er „hört“ entweder den Schöpfer oder „sieht“ Ihn – es enthüllen sich ihm im Licht Chassadim oder sogar Chochma das höhere System, seine Beziehungen mit dem Schöpfer.

Diese Erkenntnis hat in keiner Weise etwas mit der Qualität oder Quantität des Wissens zu tun, sondern nur damit, in welchem Maße man über die Eigenschaft des Gebens und der Liebe verfügt.

[#15014]

Lasst uns nach der Bürgschaft verlangen!

Der Schöpfer kann nicht ohne die Gruppe erfasst werden. Andererseits ist eine Gruppe ohne den Schöpfer keine Gruppe mehr, sondern eine „Versammlung von Spöttern“.

Deshalb sind ich, die Gruppe und der Schöpfer eine Gesamtheit. Darüber steht geschrieben: „Israel, die Tora und der Schöpfer sind eins“.

Die Tora ist die Kraft, die uns zu einer Gruppe zusammenschweißt, wenn wir uns entgegen der uns voneinander wegstoßenden Kraft vereinen wollen. Aus diesem Grund sind die Gabe der Tora und die Bürgschaft miteinander verbunden.

Denn die Bürgschaft ist für sich alleine nicht möglich. Wir setzen sie nicht um, sondern verlangen danach, dass sie umgesetzt wird. Das wird als „das Wunder des Auszugs aus Ägypten“ bezeichnet. Wir nehmen daran nur teil, doch die Veränderungen selbst werden nicht durch unsere Kraft, sondern nur auf unseren Wunsch hin vollzogen.

Unsere Aufgabe ist es, es so sehr zu wollen, wie es nur geht. Und dann kommt die Antwort. Währenddessen erschaffen wir bereits das „goldene Kalb“, wie beim Empfangen der Tora, – das kommt vor, doch wir vergessen auch das Schreien nicht!

Wir müssen uns vorbereiten und die maximale Forderung, zu der wir nur fähig sind, erzeugen. Wir müssen verlangen – und nicht daran denken, was weiter geschieht.

Es ist eine gemeinsame, gemeinschaftliche Forderung notwendig. Dann erhalten wir die Kraft der Vereinigung. Soll unser Egoismus sich doch im nächsten Augenblick wieder aufrichten – so ist das System programmiert. Das ist nicht unser Problem.

Unser gemeinsames Problem ist es, nach der Korrektur jenes – und nur jenes – Egoismus zu verlangen, der uns jetzt gegeben wird. Der Mensch wird nach den momentanen Umständen bewertet.

Man muss sich nur ordentlich mit der Erkenntnis der Notwendigkeit, mit der Bereitschaft zur Attacke vollpumpen.

[#24023]

Aus dem Gespräch über die Bürgschaft 

 

Komm näher zu mir

Das Lied „Denn du hast meine Seele gerettet“ (Ki Hilatsta Nafshi) ist ein Dankeslied eines Menschen, der die Stufe erreicht hat, auf der er erschaffen wurde – jenseits unserer Welt – und der schließlich die Antwort auf den Sinn des Lebens gefunden hat.

Unsere Seele wird auf den höheren Stufen des Wissens geformt, ähnlich wie der Körper eines Embryos im Mutterleib. Die Seele wird allmählich geformt, beginnt herabzusteigen und gröber zu werden. Sie kleidet sich in Hüllen, die der Materie immer näherkommen, bis sie in den physischen Körper eintritt.

Spirituelles Erlangen bedeutet, zu denselben Stufen aufzusteigen, auf denen die Bildung deiner Seele begann. Dort beginnst du, ihre Wurzel, ihre Grundlage zu erkennen, und entdeckst, warum du ein bestimmtes Schicksal hast und was nicht nur in diesem Leben, sondern in einer ganzen Reihe von Leben für dich vorgesehen ist, bis du dein spirituelles Potenzial vollständig erfüllst und deine Seele in den Zustand bringst, der für sie vorbestimmt war.

Das Erreichen der Wurzel der Seele gibt einem Menschen eine Antwort auf die Frage, wie er leben soll. Das ist besonders heute von großer Bedeutung, wo wir völlig verloren sind und nicht wissen, was wir mit unserem Leben anfangen sollen.

Dies ist ein Lied des Dankes an den Schöpfer dafür, dass er dich zur Wurzel deiner Seele erhoben hat und dir ermöglicht hat, deine Seele zu erkennen.

Es ist ein Lied über die Annäherung an die höhere Kraft, an die Wurzel der Seele, an die höhere Erkenntnis, wenn ein Mensch einen Dialog mit dem Schöpfer beginnt und den Schöpfer zu ihm sagen hört: „Komm näher zu mir.“

[142024]

Aus KabTV „Gespräche mit Michael Laitman“ 

Baal haSulam. Das Buch “die Früchte der Weisheit.” Brief 1. Teil 4

“…Was tat der König? Er setzte seinen Diener als Wächter ein, um die Schatzkammer zu bewachen, und befahl einem Minister, der es verstand, Streiche zu spielen, sich zu verkleiden und sich als Rebell auszugeben, als ob er in den Krieg ziehen würde, um den königlichen Palast gerade dann einzunehmen, wenn die Wachen abwesend waren.

Der Minister tat, wie ihm vom König aufgetragen worden war, alles sehr heimlich, klug und überlegt, und trat mit der Absicht vor, den königlichen Palast zu erobern.”

Wäre der Sklave, der bereits in der Lage zu sein scheint, sich zum Minister zu erheben, dem verkleideten Räuber verfallen, dann wäre es nicht der Rede wert gewesen – er war gefallen, und man muss ihn wieder vorbereiten.

Wenn er hätte fallen können, hätte der Schöpfer nicht von Anfang an diese Arbeit mit ihm gemacht. Wäre er einfach automatisch diesem verkleideten Räuber erlegen, dann wäre er nicht von Anfang an auf diese Tortur vorbereitet gewesen, und der Schöpfer hätte nicht begonnen, diese Kombination mit ihm zu spielen.

Daher war der arme Sklave ursprünglich durch all seine früheren Leiden auf diese Tortur vorbereitet. Mit Hilfe der Gruppe, des Studiums, mit allem, was möglich war, kam er zu dem Schluss, dass es keinen anderen Weg gab – nur den spirituellen Weg. Das ist es, was Altruismus ausmacht. Er bedeutet die Ablehnung aller egoistischen, allgemein verführerischen Möglichkeiten.

Und der arme Sklave kämpfte bis zum Tod und rettete seinen König.

Das heißt, er wollte in gehobenen Zuständen bleiben – wie ein König. Er rettete seinen König, indem er Ihm zur Seite stand und die gesamte königliche Schatzkammer bewachte.

Dieser arme Sklave kämpfte also bis zum Tod und rettete seinen König, indem er mit großem Mut gegen den verkleideten Minister kämpfte und weder Kraft noch Leben verschonte.

Du scheinst alles zu haben, und du gibst alles für die Spiritualität auf….. Aber du hast noch nichts vom Spirituellen, dass du es vorziehen könntest und eine Berechnung anstellen könntest – dies ist dem vorzuziehen.

Hier wird dir die ganze Welt angeboten, um der Herr von allem zu werden. Dort wird dir gar nichts angeboten! Nur die Größe des Schöpfers, nur! Der kleine Glaube, dass Er der Einzige ist, der Einzige, der alles organisiert, der am ganzen Bild teilhat. Die einzige innere Überzeugung, die aus großem Leid geboren wurde, dass nur das Geben die Erlösung vom Leid sein kann, nicht aber weiterer Egoismus. Nur wenn ich, nachdem ich diese ganze Welt aufgegeben habe, auch die spirituelle Welt aufgeben kann.

Dafür kämpft der Sklave gegen den Minister und scheut weder Mühe noch Leben, bis seine absolute Liebe zum König allen offenbart ist. Es mag ein langer Kampf sein. Dieser Kampf mag nachlassen und wiederkommen und sich steigern und sich in verschiedenen Hypostasen, Typen, Stilen manifestieren. Es ist ein langer Kampf.

Aber nachdem die Liebe des Sklaven zum König allen offenbart worden war, warf der Minister seine Rüstung ab….

Denn er hatte seine Aufgabe erfüllt. Die Aufgabe der Klipot, der unreinen Kräfte, ist nur, uns zur Arbeit zu befähigen, sonst nichts! Deshalb verkleidet sich der Schöpfer in ihnen und präsentiert sich uns so, im Gegensatz zu seinem wahren Selbst.

Der Diener warf seine Rüstung ab – und Heiterkeit brach aus, denn der Diener kämpfte mit großer Tapferkeit, und nun wird allen offenbart, dass das alles erfunden und gar nicht echt war. Erst jetzt wird es enthüllt.

Außerdem lachten sie, als der Minister von der Raffinesse seiner Intrigen und dem Schrecken erzählte, den sie dem armen Sklaven zufügten. Und jede Einzelheit dieses schrecklichen Krieges wurde zu einem Grund für große Heiterkeit.

Denn er wurde überwunden! Und durch die Überwindung all dieser Leiden, Schrecken, Ängste, all dessen, was dieser arme, unglückliche Sklave empfand, verwandelte sich alles im Gegenteil in große Verdienste, Leistungen, Erhebungen und Erkenntnisse.

Der Sklave gewinnt also den ersten Kampf. Der erste Kampf geht also um die Schatzkammer. Es ist durchaus möglich, dass dies alles ist, was der König hat. Oder hat er noch etwas Größeres, die nächste Stufe, vielleicht sogar noch wichtiger als die Schatzkammer? Oder ist es vielleicht gar nicht wichtiger, sondern nur anders geartet, wenn der Sklave, indem er darin vorankommt, nicht nur seine Ergebenheit, seinen Verzicht auf Egoismus, seinen Wunsch, um jeden Preis mit dem König zu verschmelzen, demonstriert? Vielleicht muss er hier ganz andere, besondere Eigenschaften erwerben? Schauen wir weiter.

Das stärkste Gebet ist das Verlangen der Gruppe nach der Eigenschaft des Gebens

Eine Frage, die ich erhielt: Welche Rolle spielt das persönliche Gebet in der Kabbala und erhört der Schöpfer es? Kann ein Gebet, das mit eigenen Worten formuliert wurde, emporsteigen? Kann es sich auch auf körperliche Dinge beziehen, wie der Wunsch nach einem Haus oder gute Gesundheit?

Meine Antwort: Ein Gebet an den Schöpfer kann alles betreffen. Es muss jedoch aus dem Herzen kommen; gesprochene Worte haben nicht die geringste Bedeutung.

Tatsächlich ist alles, was wir spüren, schon unser Gebet. Wenn jedoch unsere Verlangen oder Gebete nicht mit dem Weg übereinstimmen, der zum Schöpfungsziel führt – der Gleichheit mit dem Schöpfer – dann werden sie „bereinigt“. In anderen Worten, wir erhalten „schlechte Noten“ (Bestrafung) und diese korrigieren uns. Das ist jedoch der lange und schwierige Weg zum Ziel.

Es gibt einen anderen kurzen und bequemen Weg, wenn wir unsere Verlangen oder Gebete auf die Gleichheit mit dem Schöpfer ausrichten – dem Schöpfungsziel. Wie machen wir das? Es ist nur durch die Vereinigung mit der Gruppe möglich und dadurch erhalten wir das Verlangen der Gruppe, die Eigenschaft des Gebens zu erlangen. Dann gelangen wir zu einem Verlangen oder Gebet, das „kollektives Gebet“ (Tfila be Tsibur) genannt wird.