Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Spiritualität'

Wandle Traurigkeit in Freude um

Frage: Sie sagen, dass das Anzeichen für die Spiritualität die Freude ist. Warum muss man dann, um in die spirituelle Welt eintreten zu können, zuerst die Verzweiflung erreichen?

Meine Antwort: Man soll sich nicht künstlich in eine Depression hineintreiben, das ist ganz gegen unsere Natur. Doch wenn der Mensch die Verzweiflung spürt, dann ist es bereits eine Möglichkeit, ein neues Leben zu beginnen, dann ist es ein Grund, eine neue Entwicklung zu starten.

Der Mangel an Freude ist ein Antrieb zum Vorankommen, doch das bedeutet nicht, dass es gut ist, traurig zu sein. Man muss versuchen, Traurigkeit in Freude umzuwandeln. Wenn wir Schweregefühl und Wehmut empfinden, bedeutet das einen Mangel an Verbindung mit der Umgebung.

Keiner kommt bereits voller Freude und erfüllt, denn die Menschen kommen zu Kabbala auf der Suche nach einer neuen Erfüllung, enttäuscht von diesem Leben und mit einem Leeregefühl. Doch das Heilmittel besteht darin, gerade diesen Zustand der Wehmut schätzen zu lernen – und nicht in ihm zu verweilen, sondern ihn als ein Sprungbrett für die spirituelle Entwicklung wahrzunehmen.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 18.03.2011


Gebt mir meine Verlangen zurück

Die Umgebung bedeutet nicht die Gesichter der Menschen und ihre materiellen Körper, es ist das Verlangen, die Kraft, die ich von ihnen bekomme. Und dann wird dieses Verlangen zu meinem, indem es sich dem Punkt im Herzen anschließt.

Wenn ich in der Lage bin, den Eindruck von der Wichtigkeit des Gebens, des Schöpfers, des spirituellen Ziels, des Verlangens zu geben von ihnen zu bekommen, dann habe ich die Möglichkeit, die Kraft des Lichtes, die sich dort verbirgt, zusammen mit ihnen im Inneren dieses Verlangens zu erwecken.

Und dann beginnt dieses Verlangen, sich unter der Einwirkung des Lichts zu korrigieren – das heißt, mir anstatt der Kehrseite das Gesicht der Spiritualität, der Eigenschaften des Gebens, zu zeigen, und in ihnen enthülle ich mein Leben im Licht des Gebens. Genau das bedeutet die Enthüllung der spirituellen Welt, des Schöpfers den Geschöpfen.

Deshalb heißt der Schöpfer Bore – „komme und siehe“, sprich alles, was ich in jenen Verlangen, die ich von der Umgebung eingesammelt habe, bekommen habe. Die Umgebung ist mein eigenes Verlangen, nur von der Kehrseite betrachtet und deshalb scheinbar zu den anderen Menschen gehörend.

Ich habe dieses Verlangen von ihnen bekommen und verstanden, dass es mein eigenes ist, und deshalb will ich es wieder an mich anschließen. Doch die Spiritualität ist so erschaffen, dass mein ACHaP (der untere Teil) sich in den GE (dem oberen Teil) von anderen Menschen befindet. Aus diesem Grund kann ich mein ACHaP nicht zurückbekommen, bevor ich den GE aller Anderen nicht bekommen habe.

Meine empfangenden Verlangen kehren also bereits mit den fremden gebenden, sprich korrigierten Verlangen zu mir zurück, und ich schließe sie an mich an, zusammen mit dem sie ausfüllenden Licht Chassadim.

Die Wichtigkeit des Gebens, die ich versucht habe, von der Umgebung zu bekommen, sind also die fertigen spirituellen Kelim, Verlangen, in denen ich die Spiritualität auch erfasse.

Auszug aus dem Unterricht zum Thema „Die Begeisterung von der Wichtigkeit des Schöpfers durch die Umgebung“, 16.03.2011

Der Mensch auf dem Esel

Frage: Mit dem Verstand begreife ich, was Sie sagen, doch im Herzen spüre ich, dass ich absolut nicht bereit bin, mich zu annullieren, um mich mit den anderen zu verbinden. Wie schaffe ich es, dies zu wollen?

Meine Antwort: Wir werden niemals den höheren spirituellen Zuständen näher kommen wollen. Und es ist gut, dass wir es selbst erkennen! Der Mensch versteht, dass er unter keinen Bedingungen die wahre Spiritualität und nicht irgendwelche von ihm eingebildete Märchenwelt will, in der er zwischen Engeln umherflattern und alles, was er will, tun wird, in der er die volle Macht erhalten und alle Welten von einem Ende bis zum anderen sehen wird.

Und wenn wir beginnen zu verstehen, was die wahre spirituelle Realität bedeutet, die höher als jeder egoistische Nutzen, den wir uns vorstellen können, ist, dann wollen wir sie natürlich nicht mehr.

Wir müssen jedoch verstehen, dass alle Veränderungen in uns nur durch das höhere Licht, das zur Quelle zurückführt, vollzogen werden. Es muss auf uns einwirken und uns neue Eigenschaften verleihen. Nur durch die Erkenntnis dieser Eigenschaften – durch das Verständnis, die Empfindung, die Macht über sie – werden wir beginnen, die Welt bereits aus ihnen heraus wahrzunehmen. Auf diese Weise werde ich allmählich zu einem Menschen.

Ich werde beginnen, wahrzunehmen, dass über dem tierischen Körper, mit dem ich mich heute identifiziere, eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Höheren aufgebaut wird, eine neue Form, ein Kli, genannt „der Mensch“ in mir, d.h. „dem Schöpfer ähnlich“ (Adam, Mensch kommt vom Wort dome/ähnlich). Dieser Mensch reitet quasi meinen „Esel“ (Esel/Hamor kommt vom Wort Homer/Material), meine früheren Verlangen.

Und jener Mensch, der den Esel reitet, ist derjenige, der den Schöpfer versteht und spürt. Jedoch nicht der Esel selbst!

Diese Erschaffung des Menschen in uns kommt durch das Licht, das zur Quelle zurückführt. Und nicht, weil wir es selbst so sehr wollen – natürlich nicht! Unser Esel (d.h. wir heute) will nicht, dass der Mensch kommt! Denn der Mensch beginnt über den Esel zu herrschen.

Und der Esel will das Gewünschte für sich empfangen… Deshalb ist es nur natürlich, dass wir heute nicht den wahren spirituellen Zustand wollen. In dem Maße unseres Vorankommens beginnen wir zu verstehen, dass die spirituelle Welt etwas ganz anderes ist, als das, was wir erwartet haben, und dass wir sie nicht mehr wollen.

Das weitere Vorankommen ist nur durch den Einfluss der Gruppe möglich, die uns die Wichtigkeit der spirituellen Erkenntnis einredet. Nur in diesem Ausmaß werden wir vorankommen können, in uns selbst werden wir keine Kraft dafür finden.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 15.03.2011

Leben auf der Stufe des Gebens

Im Prozess der Wiedegeburt ist die einzige Sache, die sich verändert, unsere Gesinnung oder „Bekleidung“, jedoch nicht der innere, grundlegende Zustand. Es ist überhaupt unmöglich, über diesen Zustand bezüglich Leben oder Tod zu sprechen.

Das Licht, das sich im spirituellen Parzuf entwickelt, heisst das Licht des Lebens. Wenn es den Parzuf verlässt, kommt Tod. Indessen gehen Dinge in der Spiritualität niemals durch Leben oder Tod, wie wir diese verstehen, weil ein Mensch immer über seiner Erfüllung steht. Er befindet sich auf der Ebene des Schirms und des Reflektierten Lichts, im Zustand des Chafetz Chesed, weil er die Ebene des Gebens erlangt hat.

Wenn das Licht kommt, dann ist das gut, da ein Mensch es um des Gebens willen empfangen kann und ihm dies mehr Leben schenken kann. Und wenn das Licht des Lebens geht und das Licht der Hassadim zurückbleibt, ist es ebenso Leben, jedoch ein geringes Mass davon, bis es die winzigste Lichtstärke erreicht, die das blosse Minimum liefert, einen Traumzustand. Dennoch ist ein Mensch, so oder so, immer mit der Kraft des Lebens verbunden.

Daher misst die Wissenschaft der Kabbalah den körperlichen Empfindungen keinerlei Bedeutung zu, die unser Leben und Sterben umfassen. In der Kabbalah haben diese Begriffe eine völlig andere Bedeutung, die in nichts dem gleichen, was wir unter ihnen verstehen.

Aus dem 4.Teil des Täglichen Kabbalah Unterrichts vom 10/03/2011 über Leben und Tod

Anweisungen zur Entfachung eines spirituellen Funkens

Für einen Augenblicke können wir bereits in die spirituelle Wirklichkeit aufsteigen und daran teilnehmen, sogar bevor wir beständig dort zu leben beginnen – alles hängt lediglich von der Stärke der Verbindung zwischen uns ab. Wenn wir eine bestimmte, minimale Ebene erreichen, die für die Wahrnehmung der spirituellen Welt erforderlich ist, werden wir verspüren, wie wir uns ihr annähern und an ihr teilnehmen.

Kabbalisten geben uns genaue Ratschläge, was zu tun ist, damit wir nicht in der Finsternis umherwandern – durch Tasten die geeignete Verbindung suchend, welche es uns erlauben würde, in die spirituelle Welt zu gelangen (denn jetzt spüren oder verstehen wir sie nicht, sondern funktionieren statt dessen entsprechend unserem Egoismus).

Wir sammeln alle diese Ratschläge und versuchen diese in einer Methode zu formulieren, die für unsere Zeit, Gegebenheiten und Qualitäten angemessener ist. Es ist unmöglich, durch persönliche Anstrengung in die Spiritualität vorzudringen.

Der gleiche Lichtfunke, der aus der spirituellen Welt hervorbrach und unser gesamtes Universum und uns in ihm erschuf, muss uns verändern. Er gebiert ein spirituelles Gefäß aus unserem „Punkt im Herzen“, dem in jedem von uns platzierten spirituellen Funken.

Dieser große Funken hat sich in eine Vielzahl von winzigen Funken aufgeteilt und jeder von uns besitzt einen Teil davon. Wir müssen ihn anwachsen lassen. Wir benötigen das Licht, welches auf uns einwirkt und uns entwickelt, uns wachsen lässt, wie ein kompletter Körper aus einem Samentropfen heranwächst, mit einem Embryo beginnend, hin zu einem kleinen Menschen und dann zu einem Erwachsenen. Das Problem ist jedoch, dass wir nicht wissen, wie wir den Einfluss des Lichts auf uns hervorrufen können.

Daher brauchen wir nur den Ratschlägen der Kabbalisten so genau wie nur möglich zu folgen, dies ist das gesamte Geheimnis des Erfolgs. Folge einfach den Anweisungen und du wirst schließlich an einen Punkt gelangen, an dem du diesen Mechanismus „aktivieren“ wirst, und er wird plötzlich anfangen zu arbeiten!

Aus dem 2. Unterricht Metzoke Dragot Congress vom 25/02/2011

Das weibliche Verlangen und die männliche Absicht

Ich würde sagen, dass praktisch alle Materialien der Wissenschaft der Kabbala der Frau gewidmet sind. Denn wir lernen, wie wir unser empfangendes Verlangen, genannt „Frau“, mit Hilfe des Schöpfers, sprich der „männlichen“ Kraft, korrigieren können.

Es gibt zwei Kräfte in der Realität: den Schöpfer und die Schöpfung, die männliche gebende und die weibliche empfangende Kraft. Genauer gesagt, zwei Verlangen – das gebende und das empfangende – vereinen sich in uns und bilden zwei Hälften: die männliche und die weibliche.

„Mann“ (Gewer – גבר) bedeutet Überwindung (Igrabrut – התגברות), Schirm. Wir unterteilen das Kli in eine männliche, gebende Seite (Überwindung, Schirme, Absichten) und eine empfangende, schwache, zum Geben unfähige Seite, über die geschrieben steht: „Ihre Kraft ist in der weiblichen Eigenschaft versiegt“.

In unserem Leben als einer Projektion der Spiritualität gibt es ebenfalls eine Aufteilung in einen männlichen und einen weiblichen Teil. In der Spiritualität vereinen sich diese beiden Teile der Gefäße miteinander, und in ihrer Einheit stellt das Verlagen (Awiut) den weiblichen Teil und der Schirm und das reflektierte Licht den männlichen Teil dar. Aus ihrer Verbindung wird das Kli geboren, und die Folge davon ist die Geburt des neuen Parzuf, das Empfangen des Lichts um des Gebens willen, mit anderen Worten, die Geburt der Söhne und der Erkenntnisse (Awanot – הבנות). Denn neben den Söhnen gibt es immer auch die Töchter (Banot – בנות).

Aus der Rollenverteilung in unserer Welt sehen wir ganz genau, wozu der Mann und wozu die Frau bestimmt sind.

Die Frau bedeutet „Zuhause“, sie ist dazu berufen, es zu hüten und zu führen, die Kinder zur Welt zu bringen und sich um das Familienwohl zu kümmern. Und der Mann ist dazu berufen, aus dem Haus zu gehen und das Geld zu verdienen. Das ist eine genaue Kopie der Spiritualität, wo das empfangende Verlangen die weibliche Eigenschaft und der Schirm darauf die männliche Eigenschaft darstellt. Indem sie in Einklang miteinander handeln, erreichen sie die Einheit mit dem höheren Licht, dem Schöpfer, und als Folge davon entstehen neue Parzufim, die um des Gebens willen empfangen – die „Söhne“.

Es steht geschrieben: „Mann und Frau – die Shechina zwischen ihnen“. Die Rede ist von der spirituellen Welt, in der gerade zwischen dem Verlangen zu empfangen und der Kraft des Schirms die Shechina, sprich das höhere Licht platziert wird.

Auszug aus dem Gespräch über Frauen, 06.03.2011

Die Frau ist ein Ort der Veränderungen

Um eine ganzheitliche und starke Einwirkung auf die Männer auszuüben, müssen die Frauen sich ebenfalls verbinden. Doch sie müssen sich in dem Verständnis von Arbeitsprinzipien und dem Wissen, was genau sie von den Männern verlangen sollen, verbinden. Und dafür müssen sie wissen, was das Licht, welches von den Männern angezogen wird, bedeutet und was es erschaffen soll.

Die Frau in der Spiritualität ist eine Kraft, eine noch größere Kraft als der Mann. Der Mann ist einfach die Kraft, der Schirm, und die Frau ist ein Ort, an dem alle möglichen Veränderungen stattfinden. Sie bringt eine neue Stufe zur Welt und kümmert sich um sie. Die Befruchtung, das Stillen, der Zustand des Erwachsenen – all das befindet sich im weiblichen Teil der gemeinsamen bzw. der persönlichen Seele.

Und der Mann bringt lediglich das Licht. Es steht geschrieben, dass er „die Helligkeit bringt“, und damit endet quasi seine Rolle. Danach befindet er sich in der Mutter und liefert durch sie die Kraft für die Entwicklung der Seelen.

Also kommt alles durch die Mutter, durch den weiblichen Teil zu den Nachkommen. Die ganze spirituelle Entwicklung läuft durch die Frau, und gerade der weibliche Teil gebärt die Seelen. Darüber spricht auch die Tora. Zum Beispiel sind „Abraham“ und „Sara“ zwei Teile der Seele, die die nächste Seele – ihren nächsten Zustand namens „Isaak“ – zur Welt bringen. Wer bringt ihn nun zur Welt? Natürlich Sara.

Wir müssen das erfüllen, was in der Natur enthalten ist. Nachdem wir uns in Einklang mit der materiellen Natur gebracht haben, gehen wir von dort zur spirituellen Natur über, wodurch wir Erfolg erzielen und uns selbst keinen Schaden zufügen werden.

Und umgekehrt, je mehr Schaden wir zufügen werden, indem wir den Launen unseres Egoismus folgen, je mehr wir über die „Gleichheit“, die in Wirklichkeit unsere Familie und die Gesellschaft zerstört, schreien, desto geringer werden unsere Chancen sein. Irgendein Politiker wird daran wahrscheinlich verdienen, jedoch nicht die Gesellschaft.

Auszug aus dem Gespräch über Frauen, 06.03.2011

Die Seele des Menschen lehrt ihn

In der materiellen Welt ändern sich unsere Vorstellungen von der Schönheit ständig, und wir sind gezwungen, der Meinung der Mehrheit zu folgen.

Denn wir leben in der menschlichen Gesellschaft, und ob wir das wollen oder nicht, achten wir deren Werte – so ist unsere Natur. Jeder wird letztendlich das achten, was von der Mehrheit in seiner Umgebung geachtet wird.

Wir begreifen noch nicht einmal, wie haltlos all diese Werte sind. Die Mode hat sich bereits so oft geändert – in der Erziehung, in der Kultur, in der Industrie, in dem schöpferischen Schaffen, selbst in den Essgewohnheiten. Und wir sehen, dass sie kommt und geht, ohne einen wahren Wert unter sich zu haben. Alles, was über die Grenzen unseres tierischen notwendigen Daseins, das vom Körper benötigt wird, hinausgeht: einfaches Wohnen, Familie, Nahrung – alles Andere wird von uns nur geschätzt, weil es von der Gesellschaft geschätzt wird.

Doch die Spiritualität unterscheidet sich dadurch, dass niemand uns dorthin hinter sich herzieht. Wir müssen selbst eine Gesellschaft für uns aufbauen und sie selbst erwecken, damit sie uns hinter sich und durch sich in die Spiritualität zieht. Das heißt, in der spirituellen Entwicklung ist uns die Freiheit des Willens überlassen, und keiner wird uns mit Gewalt dazu zwingen!

Natürlich spornt uns der Schöpfer an und macht uns das Leben in dieser Welt schwer und beraubt uns der Erfüllung. Doch andererseits ist das Leben nicht so schwer wie in der Vergangenheit, und wir sterben nicht vor Hunger. Und doch spüren wir die innere Leere, die uns zur Entwicklung vorantreibt. Und wenn wir diese Leere in uns feststellen und darüber nachdenken, wozu wir leben, worin der Sinn und das Geheimnis des Lebens besteht, und diese Fragen nicht beantworten können, dann stellt sich heraus, dass keiner uns das sagen und erklären kann, keiner zieht uns hinter sich her.

Wir schauen uns um und sehen keine Beispiele. In allem anderen bekommen wir im Leben Beispiele: welchen Beruf man erlernen, welches Haus man bauen, was man kaufen, wie man etwas regeln und wem man ähnlich sein sollte. Die menschliche Gesellschaft gibt uns in allem ein Beispiel. Und nur die Spiritualität bleibt ohne Beispiele, als ob du dich in einem Vakuum befinden und jeden Tag oder sogar jeden Augenblick aufs Neue vor die Frage gestellt würdest, was du tun sollst – wohin du gehen sollst, wo du ein Vorbild, spirituelle Werte, ein Ziel finden sollst?

Das ist ein großes Problem. Doch andererseits müssen wir verstehen, dass das die Folgen der uns gegebenen Freiheit sind! Denn der Mensch, wenn er in die Spiritualität eintritt, baut seine Seele selbst auf. Keiner bringt ihm das bei. Es gibt viele Ratschläge und Bücher, doch das sind alles nur allgemeine Erklärungen um dieses Thema herum, die uns lediglich ein wenig unterstützen.

Doch letztendlich hängt alles vom Menschen ab. Und wenn er keine Umgebung für sich aufbaut, die ihm spirituelle Werte, die Ausrichtung vermittelt, die genauso gründlich ist wie in unserer Welt, die uns so viele Beispiele zeigt – dann wird er natürlich nicht wissen, wie er vorankommen soll.

Darin besteht der Hauptunterschied im spirituellen Vorankommen vom materiellen.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 04.03.2011

 

Kabbala Akademie

Zum Zerbrechen aufsteigen

Frage: Es gibt Zustände, die von allen Gruppen, einschließlich Kindergruppen, durchlaufen werden. Wir spüren, dass wir eine bestimmte Stufe der Einheit erreicht haben, doch dann wächst der Egoismus, alles zerfällt, und wir verlieren das Gefühl der Sicherheit. Wie können wir es wieder erlangen?

Meine Antwort: Das ist ein guter Zustand. Wir gehen zusammen den spirituellen Weg, wir verbinden uns, um zusammen die spirituelle Welt zu erlangen. Mit anderen Worten: wir vereinen unsere egoistischen Kräfte mit der Absicht, in die Spiritualität einzubrechen und zum Schöpfer zu gelangen. Wir glauben, dass das unser Vorhaben ist, das wir diejenigen sind, die die „Partei anführen“.

Und dann fangen wir an, Hass, Abstoßung, Probleme untereinander zu enthüllen. Denn wir müssen erkennen, dass wir zum Geben nicht fähig sind, dass wir alle Egoisten sind, die sich nicht verbinden wollen, wenn vor ihnen ein Ziel steht, welches für ihren Egoismus unverständlich ist.

Als wir die Vereinigung in Angriff genommen haben, haben wir von der Spiritualität gesprochen und an sie gedacht, haben sie in den Unterrichten studiert. Und dadurch haben wir, im Grunde genommen, uns selbst „verdorben“. Denn wir haben das Licht von dort direkt in unsere egoistische Verbindung angezogen – und wegen des Ungleichgewichts, des Unterschiedes der Eigenschaften zwischen ihnen, ist sie natürlich zerfallen. Wir haben scheinbar das Zerbrechen enthüllt.

Hier müssen wir verstehen: wir haben die Wahrheit enthüllt, sind von der materiellen Stufe zur Stufe des Zerbrechens aufgestiegen. Wenn wir jetzt auf dieser Stufe anfangen, uns mit Hilfe des gleichen Lichts untereinander zu verbinden, werden wir die Korrekturmethode einsetzen und werden dann in den korrigierten Kelim die spirituelle Realität enthüllen. Gerade jetzt beginnen wir mit der Korrektur, und bis dahin hatten wir einfach nichts zum Korrigieren, denn wir haben uns mit unserem Egoismus verbunden und uns gefreut, wie toll es ist.

Jeder, der zum Zerbrechen gelangt und gegen seinen Egoismus handelt, muss sich trotz der Abstoßung mit den Freunden verbinden. Und das ist nur mit Hilfe des höheren Lichts möglich. Es hat mich von den anderen getrennt, und nun muss ich spüren, wie es mich mit ihnen wiedervereint. Und sobald es dies selbst im geringsten Maße getan hat, fange ich an, die spirituelle Welt wahrzunehmen. Denn die Verbindung zwischen uns ist bereits die Spiritualität.

Auszug aus dem Unterricht zum Thema „Das Gefühl der Sicherheit“, 03.03.2011

Wozu brauchen wir Geld?

Frage: Was hat Geld mit der Spiritualität zu tun und wie bringt es uns voran?

Meine Antwort: Geld (Kesef) bedeutet „Abdeckung“ (Kissuj) für meinen Egoismus. Es ist die Kraft, die es mir erlaubt, meinen Egoismus abzudecken und ihn entweder zu erfüllen oder für die Erfüllung von Anderen zu benutzen. Das Geld bietet die Möglichkeit, mit diesem Egoismus zu arbeiten – entweder für oder gegen ihn.

Aus diesem Grund darf das Geld in einer integralen Welt nur zur Verbindung zwischen den Menschen benutzt werden. Der Mensch muss für sich das Nötigste zum Leben behalten und den Überschuss für die Korrektur der Welt weggeben.

In der zukünftigen Generation, in einer korrigierten Welt wird das Geld verschwinden. Denn wenn ich alles Nötige von der Gesellschaft bekomme, wozu brauche ich dann das Geld? Wenn die ganze Welt korrigiert ist und jeder mit dem Nötigsten versorgt ist und er an den überflüssigen Erfüllungen keinen Bedarf hat, wozu ist dann das Geld nötig? Es wird keine Notwendigkeit darin bestehen.

Die Tauschprozesse, die Übergabe von einer Firma an die andere, zwischen den Werken, muss irgendwie geregelt werden, um die ganze Welt versorgen und die korrigierte, vollkommene Form erreichen zu können – doch das wird nicht mehr mit Hilfe von Papiergeld geschehen. Wir werden die Verbindung zwischen uns auf irgendeine Weise bemessen müssen, und wir werden sie mit dem „Geld“ erfassen – doch es wird nicht das Geld sein, welches heute im Umlauf ist, sondern das Maß des Gebens des Einen an den Anderen.

Wenn wir zum Geben übergehen, brauchen wir ebenfalls „Geld“, doch es nimmt die Form des Schirms an, welcher durch die Verbindung bemessen wird, zu welcher er führt.

„Wie viel hast du bezahlt?“ – In dem Ausmaß jener Verbindung, die entstanden ist!

Heute aber wird der entrichtete Preis dadurch bestimmt, wie viel ich für mich bekomme, indem ich von den Anderen wegnehme und dadurch einen Bruch zwischen uns schaffe.

Auszug aus dem Unterricht zum Thema Geld, 01.03.2011