Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Seir Anpin'

„Die Nahrung der Welt ist schwer für den Schöpfer“

Der Sohar, Kapitel „Wajigash„, Punkt 55: Die Nahrung vor dem Schöpfer ist so schwer wie das Teilen des Roten Meeres. Dies ist so, weil die Nahrung der Welt von oben ist, von Seir Anpin; aus dem Massach de-Chirik in der Mittleren Linie. Es ist so, weil Söhne, Leben und Nahrung nicht vom Verdienst abhängen, sondern vom Glück (Masal).

Und aus diesem Grund ist die Nahrung des Menschen vor Ihm schwer, denn sie hängt vom Glück ab, aus dem Söhne, Leben und Nahrung kommen. Deshalb ist die Nahrung der Welt schwer vor ihm, denn sie haben diese nicht, es sei denn, er ist vom Glück (Masal) gesegnet.

Das Glück (Masal) bedeutet „laufend“ (Nosel) und bezeichnet den höchsten Überfluss, der zu uns deshalb nur tropft, und nicht ununterbrochen strömt, weil wir beschränkt und unfähig sind, etwas mehr zu bekommen.

Der Höhere möchte uns die ganze Welt der Unendlichkeit geben, und ist gezwungen, das Licht nun tropfenartig – im Maß unserer Wahrnehmungsfähigkeit – zu geben.

Deshalb ist geschrieben, dass „die Nahrung des Menschen mühsam (schwer) für den Schöpfer ist, wie das Teilen des Roten Meeres“, denn Seine Natur ist – Barmherzigkeit, Er ist der Gebende und schafft nur das Gute, und Ihm fällt es schwer, Sich davon abzuhalten, dem Menschen das ganze Wohl sofort zu geben. Und deshalb ist es für den Schöpfer schwer – das Glück in Tropfen zu geben.

Aus dem Abendunterricht nach dem Buch Sohar, 07.06.2010

Lebendige Schöpfung des Großen Bildhauers

Der Sohar, Abschnitt „Wajigash“, Punkt 129: Wenn die Firmamente und die Tiere, d.h. Nukwa, korrigiert sind, so dass alles ein Merkawa [Streitwagen] für diesen Mann [Adam], Seir Anpin, ist, dann steht geschrieben: „Und Joseph bereitete seine Merkawa vor und stieg zu Goshen auf, um Israel, seinen Vater, zu treffen.“ Das ist ein Zadik [Rechtschaffener], Jessod von Seir Anpin, der „der Rechtschaffene Joseph“ genannt wird, der seine Merkawa, Nukwa, mit den Firmamenten und den Tieren verband und vereinigte.

Die Rede ist vom Verlangen, das vom Schöpfer erschaffen wurde und beginnt, sich an den Schöpfer, an Seine Handlungen, anzugleichen.

Der Schöpfer ist eine Art Quelle, die dem von ihr erschaffenen Verlangen zu genießen Seine Handlungen an ihm zeigt. Der Schöpfer beeinflusst es in allen möglichen Formen, und das Verlangen zu genießen nimmt sie wahr und beginnt, sich aus ihnen zu entwickeln.

Das Verlangen nimmt sie in Form von sechs Richtungen (vier Himmelsrichtungen und oben-unten), von verschiedenen Farben, Geschmäcken, Wärme, Kälte usw. wahr. Im Grunde genommen wirkt das Licht, das vom Schöpfer ausgeht, auf das Verlangen zu genießen ein, und daraufhin bekommt es diese Eindrücke.

In seinem Inneren gibt das Verlangen diesen Eindrücken verschiedene Namen, bestimmt alle möglichen Formen – entsprechend seinen Empfindungen. Mit anderen Worten, außerhalb des Verlangens zu genießen existieren diese Erscheinungen nicht. Wir wissen überhaupt nicht, was außerhalb des Verlangens passiert.

Man könnte sagen, dass es eine Art einfaches umgebendes Licht gibt. Doch wir können erst dann über die Erscheinungen reden, wenn sie sich bereits innerhalb des Verlangens befinden und es sie auf irgendeine Weise wahrnimmt.

Der Sohar erklärt uns den Aufbau des Systems: wie sich das Verlangen zu genießen vom Licht beeindrucken lässt und wie sich sein Aufbau dementsprechend bildet.

Denn wenn das Verlangen Eindrücke vom Licht bekommt, dann nimmt es jedes Mal eine besondere Form an und dadurch hinterlässt das Licht in ihm alle möglichen Abdrücke von sich. Das Verlangen zu genießen wird quasi zu einer lebendigen Statue mit einer riesigen Menge an äußeren und inneren Formen und Systemen.

Deshalb ist in der Schöpfung ein äußerst kompliziertes System enthalten und es geht gänzlich aus der Einwirkung des Lichts auf das Verlangen hervor. Es gibt einen direkten Einfluss des Schöpfers auf die Schöpfung – wenn die Schöpfung all diese Einwirkungen bekommt und in diesen Systemen von oben nach unten, direkt vom Schöpfer, geformt wird.

Es gibt aber auch eine Handlung, die dieser entgegengesetzt ist – als ob die Schöpfung sagen würde: „Stopp! Von hier und weiter fange ich an, diese Systeme selbst zu starten! Ich will Dir ähnlich werden!

Mir reicht es, ich habe alle Eindrücke, alle Reshimot bekommen. Jetzt will ich selbst arbeiten! Das ganze System, das Du in mir abgedruckt hast, will ich genauso, wie Du, starten! Ich will genauso, wie Du, geben können! Ich werde Dir geben!“ Und das ist bereits die Arbeit von unten nach oben.

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Wann werden Deine Gebete erhört?


Jedes Konzept dieser Welt ist gemäß der Stufen des direkten Lichts in die vier Stufen des HaVaYaH unterteilt – in jeder Qualität, Einfluss, Definition und Unterteilung. Diese Unterscheidung kann auf die gesamte Wirklichkeit übertragen werden.

• Die Stufen 0-1-2-3-4 „Shoresh-Aleph-Bet-Gimel-Dalet,“

HaVaYaH „Die Spitze der Buchstaben Yod-Yod-Hey-Vav-Hey,“

Sefirot „Keter-Chochma-Bina-Seir Anpin-Malchut,“

• Die Sinne „Sehen-Hören-Riechen-Schmecken-Tasten“

ParzufimGalgalta-AB-SAG-MA-BON,“

• Die Welten „Adam Kadmon-Atzilut-Briah-Yetzira-Assiya,“

• Die Lichter „Yechida-Haya-Neshama-Ruach-Nefesh,“

• Die vier Elemente „Feuer-Luft-Wasser-Erde“…

Unser Gebet soll immer allgemein gehalten werden: Ein Gebet der Gesellschaft, für die Gesellschaft, ein Gebet von Vielen. Es soll alle Stufen und Abteilungen enthalten, das gesamte HaVaYaH. Wenn jemand nur um etwas fleht ist es kein Gebet. Seine Bitte muss sein Verstehen und sein Empfinden enthalten, die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft. Falls er seine Bitte genauso ausrichtet ist das Gebet erwachsen und gereift und er wird eine Antwort erhalten.

Baal HaSulam´s Buch Beit Shaar HaKavanot repräsentiert diese genaue, allgemeine Herangehensweise, eine globale Sicht der Schöpfung und der gesamten Realität. Anstatt kleine, individuelle Elemente zu unterscheiden erklärt er wie man sie vereinigt. Talmud Eser Sefirot ist eine Analyse in welcher das gemeinsame Ganze in Teile aufgebrochen wird, während Beit Shaar HaKavanot die Synthese darstellt, in der die Teile wieder zusammengefügt werden.

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Bittet den Schöpfer um Vollkommenheit!

Der Sohar, Abschnitt „BeChukotai“, Punkt 24: Das ist so, weil Gerechtigkeit weder korrigiert noch vollendet ist, außer in Barmherzigkeit, wie es geschrieben steht, „in Barmherzigkeit wirst du gegründet werden.“ Das wird über die Versammlung von Israel, Malchut, gesagt, welche nur in Barmherzigkeit vollendet wird, wie es geschrieben steht, „Und sie werden tun“, was durch das Erwachen des Unteren getan wird.

Was bedeutet MaN, Bitte, Tränen, Barmherzigkeit, „Tore der Tränen“, Gebet?

Das bedeutet, dass ich mich dem Schöpfer angleichen will. Nur unter der Bedingung, dass meine Bitte ausschließlich darauf gerichtet ist, erwecke ich Seir Anpin, und Er wirkt auf Malchut ein. Nur wenn der Untere sich dem Höheren angleichen will, kann der Höhere auf ihn einwirken, ihn auf die nächste Stufe hochziehen, ihm Kraft und Verständnis geben, was es bedeutet, der Höhere zu sein. Was kann der Höhere sonst noch geben? Der Schöpfer besitzt nur Vollkommenheit, und nur die Stufen dieser Vollkommenheit kann Er an uns weitergeben – schrittweise, unseren Zuständen entsprechend.

Darum haben wir nichts, worum wir den Schöpfer bitten könnten, außer um die Möglichkeit, Ihm allmählich ähnlich zu werden, indem wir uns Ihm jedes Mal immer mehr in den Eigenschaften angleichen. Er hat nichts, was Er uns geben könnte, außer unserer Korrektur, damit wir Ihm wirklich ähnlich werden. So sieht unsere Verbindung mit dem Schöpfer aus. Deshalb führen alle anderen Schreie und Tränen, die wir in dieser Welt vergießen, zu nichts. Wir sehen auch, dass es im Laufe der Geschichte nichts gebracht hat.

Nur wenn ich den „Schaltpunkt“ erreiche, ab dem ich dem Schöpfer ähnlich werden will, wenn ich genau bestimme, wer Er ist, was Er ist, was mir fehlt, wonach ich wirklich streben muss, wenn ich mein Verlangen Seinem Verlangen angleiche, dann funktioniert das sofort.

Genau das bedeutet Gebet eines Armen, Tränen, Tore der Tränen und Barmherzigkeit.

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Es gibt keine Sünden in dieser Welt

Der Sohar, Kapitel „Wajikra„, Punkt 108: Infolgedessen bieten sie, da die Sünden der Unteren die Oberen beflecken, ein Opfer an.

Dieses Opfer ist, wie es geschrieben steht, „Und wegen deiner Mängel/Makel wurde deine Mutter weggegeben“, wo die Sünde die Trennung zwischen SA und Malchut verursacht wegen seines Fehlers, da Malchut weggeschickt wurde wegen der Sünde.

Und das Opfer, das sie darbringen, bringt die höhere Welt, SA, näher zur unteren Welt, Malchut und alles wird Eins.

Ein Mensch begeht nie absichtlich eine Sünde. Wüßte er von Anfang an, dass er eine Sünde begeht, könnte er einfach nicht sündigen – sondern nur dann, wenn er nicht begreift oder einfach denkt, dass es keine Sünde ist. Es ist unmöglich vor dem Schöpfer zu sündigen – nur dann, wenn Er verhüllt ist, aber diese Handlung zählt nicht als Sünde.

Alle Versündigungen, über die in der Wissenschaft der Kabbala gesprochen wird, geschahen bei dem Abstieg von oben nach unten, unter der Einwirkung der Höheren Kraft. Während unseres Aufstiegs von unten nach oben, können wir niemals eine Sünde begehen. Folglich enthüllen wir nur die Sünden, die in uns ursprünglich existieren und vom Schöpfer stammen.

Der Schöpfer erschuf den bösen Anfang, deshalb ist es unmöglich, ein noch größeres oder gar anderes Übel zu begehen. Er hat sich ins Gegenteil gewandelt, uns darin eingekleidet – und enthüllt es uns, in unserem Inneren allmählich. Alles Böse, das jetzt in uns enthüllt wird, ist nur das kleinste Maß unserer Gegensätzlichkeit zum Schöpfer, die in unserem Inneren eingepflanzt ist.

Wenn wir der Treppe entlang zur Welt der Unendlichkeit hinaufsteigen, werden wir in uns den immer größeren Gegensatz zu Ihm offenbaren, bis der Schöpfer sich auf der Ebene der Unendlichkeit in uns offenbart, und zwar im vollen Gegensatz zu Ihm selbst.

Das Übel in uns wird unermesslich groß sein, – aber zugleich werden wir die Kraft besitzen, ihm entgegenzustehen.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 20.05.2010

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Alles ist vom „Glück“ (Licht) abhängig

Der Sohar, Abschnitt „Miketz“, Punkt 113:

„Und Josef war der Herrscher über das Land.“ Josef ist die Sonne, Seir Anpin (SA), denn Josef ist Jessod de SA, welches den Mond (Nukwa) regiert, auf sie scheint und sie nährt. Er ist der Ernährer aller Einwohner des Landes, denn alle werden von diesem Fluss gespeist, der sich von Eden aus erstreckt, welcher Jessod ist, genannt „Josef“, und von wo die Seelen zu jeder Person hinab fliegen. Deshalb beugt sich jeder vor diesem Platz, denn es gibt nichts in der Welt, was nicht vom Glück abhängt, welches Jessod ist.

Alles ist abhängig vom Licht der Erfüllung und dem Licht der Korrektur, das von Jessod zu Malchut und so zu den Seelen gelangt, welche in Malchut sind. Malchut kann diese Lichter erhalten, wenn sie zusammen mit allen Seelen die Angleichung der Form mit Jessod erreicht.

Jessod beinhaltet alle Eigenschaften, welche über ihr stehen, alle Sefirot von Seir Anpin. Wenn die Seelen in Malchut in der Lage sind, eine Einheit zu erreichen und eins zu werden, wie Jessod, erhalten sie jenes Licht, welches als „Mazal“ (Glück) bezeichnet wird, welches sie korrigiert.

Deswegen ist die Bedingung für den Empfang der Tora, seinen „Nächsten zu lieben wie sich selbst“ und sich zu vereinen wie „ein Mann mit einem Herzen“. Wenn wir für diese Einheit bereit sind (auch wenn wir selbst nicht in der Lage sind, dies zu tun, denn nur das Licht kann all diese Handlungen ausführen), dann wird das Licht diese Handlung als Reaktion auf unser Verlangen ausführen.

Wenn wir ein Verlangen haben, uns zu vereinen, selbst wenn dies nur „lo lishma„, also rein künstlich und äußerlich ist, wird dies das Licht verstehen und auf uns wirken. Durch den Unterschied zwischen unseren Stufen versteht uns das Licht ähnlich, wie wir unsere kleinen Kinder verstehen: Wir wissen, wozu jedes entsprechend seiner Stufe, seinem Charakter und seinen Eigenschaften in der Lage ist.

Wenn unsere Seelen in der Lage und bereit sind, sich miteinander zu verbinden und sich Jessod anzugleichen, dann gibt es einen Kontaktpunkt zwischen Malchut und Jessod, und die Seelen, welche in Malchut beinhaltet sind, erhalten das Licht, welches korrigiert. Daher steht geschrieben, dass alles vom Glück („Mazal„) abhängig ist – vom Licht, welches von Jessod zu Malchut kommt.

Werde ein Spiegel für den Schöpfer


Der Sohar, Kapitel „Miketz (Am Ende)“, Punkt 61: Die Nukwa wird als, „Nacht“ bezeichnet, und sie ist ein Spiegel, was Erleuchtung von Chochma bedeutet. Und da es neben ihr keine Beleuchtung von Chochma in irgendeinem Parzuf gibt, wird die Nukwa, „Spiegel“ oder „Vision“ genannt.

Nukva ist das Verlangen erfüllt zu werden, das dem Schöpfer ähnlich werden kann, da Verlangen zu geben, denn es sieht Ihn vor dem Verlangen. Alle unsere Verlangen erheben sich zu Nukva, zu Malchut der Welt Azilut.

Wenn sich diese Verlangen auf das Geben und auf die Vereinigung mit anderen Seelen ausrichten, treten sie in Malchut von der Welt Azilut ein und vereinigen sich miteinander. Auf diese Weise werden sie wie Seir Anpin von der Welt Azilut und es entsteht eine Verbindung, bei der Seir Anpin und Malchut miteinander verschmelzen.

Nukva wird wie Seir Anpin oder anders ausgedrückt, das Geschöpf wird wie der Schöpfer. Wenn sich das Geschöpf richtig vorbereitet, ist der Schöpfer in ihm abgedruckt und dadurch wird das Geschöpf zu Seinem „Spiegel“. Aus diesem Grund wird es „Bild des Schöpfers“ genannt.

Wenn unser Verlangen Genuss zu empfangen genau die gleiche Form wie der Schöpfer annimmt (in anderen Worten, wenn es zum Geben wird), wird es „Bild des Schöpfers“ genannt.

Nach spirituellen Empfindungen suchen

Manchmal erzählt der Sohar von Dingen, die ich schon vom Studium über die Struktur meiner Seele kenne, wie die rechte und linke Seite, Chassadim, Chochma, Cohen, Levi, die drei Linien, Bina, Seir Anpin, Malchut.

Dieses System ist mir klar und ich visualisiere es als ein Bild, ein Diagramm oder als eine Zeichnung; und ich versuche es von innen zu erkennen.

Wenn ich es mache, muss ich eine emotionale Rückmeldung in mir finden. Jedes Wort und jede Definition, wie „rechts“, „links“, „Cohen“, „Levi“ und „David“, müssen mit einer bestimmten Empfindung verbunden sein. Wenn wir keine Empfindungen erfahren, sollten wir sie uns als ein bestimmtes Schema vorstellen. Wenn ich über Chesed, Gewura, Tiferet, Cohen, Levi, Israel, Abraham, Isaak, Jakob, Netzach, Hod, Yesod, Malchut, den Aufbau der Seelen von Israel und so weiter lese, muss ich mir vorstellen, wie diese Bestandteile sich zueinander in meinem inneren Raum beziehen.

Zuerst visualisiere ich sie in der Form eines Schemas, das zeigt, wie diese Verlangen und Eigenschaften in mir existieren. Wenn ich mir dieses System in dieser Form vorstelle, muss ich eine entsprechende Empfindung zu jedem Wort finden und beobachten, wie mein Körper, meine Gefühle und mein allgemeines Verlangen auf jedes Wort im Buch Sohar reagieren.

Dasselbe wird in unserer Welt angewendet: Wenn wir ein vertrautes Wort hören, reagieren wir sofort darauf. Schließlich sind wir ein Verlangen; wir werden gelenkt durch unsere Empfindungen, nicht durch unseren Intellekt. Deshalb muss ich hinter dem Bild, das mir in verschiedenen Graden immer klarer wird, eine innere emotionale Reaktion zu jedem Wort finden.

Alles, was im Buch Sohar beschrieben ist, ist verborgen vor mir und total geschmacklos, aber beim Versuch, Empfindungen hinter diesen Worten zu finden, bekomme ich ein Verlangen nach deren Enthüllung.

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Lass den Sohar in dir lebendig werden


Der Sohar: Als der Tempel zerstört wurde und die Göttlichkeit in fremde Länder verbannt wurde…. Ein jeder weinte darüber und fügte dem Weinen das Trauern hinzu. Und all das, weil die Göttlichkeit von ihrem Platz verbannt wurde.

Und als sie sich in der Verbannung veränderte, leuchtete ihr Ehemann, SA (Seir Anpin), auch nicht mit Seinem Licht, weil er dann niemand hat, auf den Er leuchten kann. Deshalb ist Er anders, als Er gewesen ist, wie geschrieben steht „Die Sonne wird finster sein bei ihrem Aufgang.“

„Also wurde Seine Erscheinung verdorbener die jedes anderen Mannes“ und dann änderte dieser Diener, Matatron, der seine Form und seine Farben während der Verbannung, ganz anders als sie gewesen sind, sind sie grün, weiß und rot.

Wenn wir den Sohar lesen, müssen wir erwarten, dass er auf uns einwirkt. Es ist nicht wichtig, welche Worte wir lesen, denn wir verstehen sowieso nicht, was dahinter ist. Wir verstehen die Bedeutung dieser Worte nicht, was „grün“, „rot“, ein „Sklave“ sein bedeutet oder „Matatron“ und „Malchut“. Alles ist für uns dasselbe. Wir wollen nur, dass sich dies in uns enthüllt und das war’s.

Wenn es scheint, dass wir etwas verstanden haben, würden wir befriedigt aus dem Unterricht gehen, als ob wir etwas erlangt hätten. Doch das ist falsch! Wir haben nichts erlangt, es sei denn, wir haben uns bei jedem Wort, das wir nicht verstanden haben, angestrengt.

Wir sollten nicht verlangen, den Text mit unserem irdischen Verstand auf unserer jetzigen Stufe zu verstehen. Was wir wollen, ist Enthüllung! Das ist der Zustand, den wir wollen, unsere nächste Stufe. Wir wollen wirklich fühlen, worüber dieses Buch spricht. Wir wollen, dass es in uns lebendig wird.

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“Lass jeden Tag aufs Neue beginnen”


Der Sohar, Abschnitt „Shmini“, Punkt 46: „Und er sprach zu Aaron: `Nimm dir ein Stierkalb,´“ um für das Kalb zu sühnen, durch das er gesündigt hat, wie geschrieben steht, „ … und er machte daraus ein gegossenes Kalb.“

Eine der Eigenschaften im Innern eines Menschen, Moses genannt, erklimmt einen Berg, während eine andere, sehr erhabene Eigenschaft, Aaron genannt, die größte Sünde begeht: Ein goldenes Kalb anzubeten. So arbeiten diese zwei extremen Punkte in einem Menschen.

Ein Stierkalb und nicht eine Stierkuh. Ein Rind schließt einen Ochsen ein, Gewura de Seir Anpin, und eine Kuh beinhaltet Malchut. Malchut enthält drei Gesichter: Das Gesicht eines Löwen, das Gesicht eines Ochsen und das Gesicht eines Adlers. Ein Stierkalb beinhaltet den Ochsen eingeschlossen in Malchut.

Wir dürfen nicht versuchen, uns an die Worte dieses Textes zu erinnern – es macht nichts, wenn alles aus unserem Gedächtnis in den nächsten paar Sekunden verschwindet. Darüber sollten wir nicht besorgt sein. Unsere einzige Besorgnis sollte sein, zu versuchen, die Worte zu fühlen, die wir lesen, und das ist alles.

Wir sollten nicht versuchen, uns an irgendetwas zu erinnern. Wenn wir einer normalen Geschichte über diese Welt zuhören, dann brauchen wir uns nicht daran zu erinnern, was „eine Kuh“ oder „ein Kalb“ oder ein „Mensch“ bedeutet. Wir fühlen einfach diese Begriffe. Das Gleiche gilt für spirituelle Begriffe – wir benötigen sie nur alle, damit sie in uns enthüllt werden, anstatt sie mechanisch auswendig zu lernen.

Im Gegenteil, wenn wir uns an etwas erinnern, unterliegen wir der Gefahr anzunehmen, dass wir bereits etwas erlangt hätten; das ist jedoch eine Lüge. Wir werden uns mit den falschen Dingen zufrieden fühlen.

Daher ist es besser, sich überhaupt nicht an irgendetwas zu erinnern und „jeden Tag aufs Neue beginnen“ zu lassen. Wir sollten den Unterricht verlassen, ohne uns an irgendwas zu erinnern, als hätten wir überhaupt nichts gelesen. Die entscheidende Sache ist, dass wir uns angestrengt und auf eine Enthüllung gewartet haben.