Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Beispiele des Höheren

Der Schöpfer wird durch verschiedene Formen des Gebens enthüllt, jedoch wird er in uns enthüllt, dem empfangenden Verlangen. Andernfalls würden wir diese Ausdrucksformen nicht empfinden. Sie kommen von oben, allerdings müssen wir diese annehmen und ihnen von unten, von unserem Ende her, ähnlich werden.

Das macht den ganzen grossen Unterschied aus. Wir haben ein ähnliches Beispiel in unserer Welt, wenn wir etwas begreifen, sehen, fühlen und schmecken, aber dann müssen wir es selbst kopieren. Hierin steckt eine enorme Anstrengung. In der spirituellen Welt senkt Ima ihren unteren Teil in Seir Anpin ab und gibt ihm ein Beispiel mit ihrem Reflektierendem Licht (Or Choser). Wenn das Höhere auf diese Weise handelt, kann das Niedrigere nicht scheitern, denn es sieht ein fertiges Beispiel.

Auf die gleiche Weise geben wir kleinen Kindern erprobte, zuverlässige Beispiele, die es ihnen nicht erlauben, Fehler zu machen. Wenn jedoch ein Kind selbst nachahmen möchte, was wir ihm gezeigt haben, dann ist das bereits ein Problem. Es macht einen Fehler und erkennt, dass es zuerst Kraft und Wissen erlangen muss.

Entsprechende Prozesse geschehen in der spirituellen Welt. Auch wenn der Schöpfer uns Beispiele gibt, und obwohl alle Stufen von Oben kommen, kommen sie in der entgegengesetzten Form. Ihnen fehlen unsere Anstrengungen, verbunden mit Verlangen als auch Verständnis, was Bemühungen im Herzen und im Verstand bedeutet.

Nur durch beifügen unserer Anstrengungen zu Verlangen und Verstand, erkennen wir die durch den Höheren gegebenen Beispiele, folglich wandeln sich diese dadurch von Finsternis in Licht. Schliesslich sind sie für uns zuerst in Finsternis getaucht, weil wir spüren, dass wir ausserstande sind, dies selbst zu tun. Rabash schreibt davon im Artikel: „Die Einbeziehung der Eigenschaft der Gnade in das Urteil.“

Der Schöpfer wird ein „Weiser“genannt, denn Er besitzt das Licht Chochma und alle notwendigen Kräfte. Ein Mensch, der sich ein Beispiel am Schöpfer nimmt, wird ein „Schüler eines Weisen“ genannt, denn er kopiert des Schöpfers Formen des Gebens.

Trotzdem müssen wir verstehen, dass dies nicht nur das Kopieren einer Handlung ist. Zunächst müssen wir damit einverstanden sein, diese Form anzunehmen, weil das etwas ist, was wir überhaupt nicht wollen. Wenn wir damit einverstanden sind, bedeutet das, dass wir uns irgendwie selbst einschränken und einen Ort in uns schaffen, wo diese sich offenkundig machen können, dann sind wir bereit diese Formen in unserem empfangenden Verlangen wahrzunehmen, und sodann zu verstehen, wie sie gebildet wurden und sie zu wiederholen. Dies bedeutet, ungeachtet unseres Verlangens zu studieren, zusammen mit dem Verlangen und dem Verstand, bis wir erkennen, wie wir die Beispiele des Schöpfers in der Praxis an uns selbst ausdrücken und ausführen können.

Eine lange Kette von Handlungen liegt zwischen unserer Bereitschaft, ein Beispiel zu empfangen und es lebendig werden zu lassen. Und all dies, wird „das Werk des Schöpfers“ genannt, da wir das Beispiel, das wir erhielten und selbst verwirklichen, mittels der Kraft und der Weisheit, die auch von oben kommen.

Während des ganzen Prozesses müssen wir nur das Verlangen haben aufzusteigen – das Verlangen, das wir von der Umgebung empfangen.

Aus dem 1.Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes vom 02/03/2011, Schriften von Rabash

Korrektur durch Erziehung

In der Antike gab es besondere Städte, in denen Verbrecher untergebracht wurden. Sie konnten dorthin fliehen und zum Beispiel sieben Jahre lang dort leben. Nach sieben Jahren konnten sie sich frei bewegen und man hatte kein Recht, Ansprüche gegen sie zu erheben.

Auf der einen Seite ist es die Schuld eines Menschen, der eine Straftat begangen hat. Auf der anderen Seite ist es klar, dass es die Schuld der Gesellschaft ist. Es musste von oben, vom allgemeinen System, geschehen und so wird ihm eine Chance gegeben, es wiedergutzumachen. Man muss für ihn Rechenschaft ablegen!

Ein Mensch wird durch seine Erziehung korrigiert. Kriminelle saßen nicht ohne Beschäftigung in diesen Zufluchtsorten. Sie wurden ausgebildet und erzogen. Sie hatten Unterrichtsstunden und Arbeit. Sie wurden speziell mit allen Arten von Gesprächen, Kursen und Schulungen zur Korrektur ausgebildet Letztendlich kümmerte sich die Gesellschaft darum, denn sie war schuld daran, dass es solche Menschen in ihr Gesellschaft gab.

Frage: Warum genau sieben Jahre?

Antwort: Da die siebte Stufe die Phase von Seir Anpin und Malchut beendet. Seir Anpin ist die WaK (sechs Sefirot), Malchut ist die siebte Sefira. Wenn alles aus Seir Anpin nach Malchut kommt, dann ist alles abgeschlossen.

Außerdem gibt es Veränderungen, die nur einmal alle 50 Jahre (7X7=49) im sogenannten fünfzigsten „Jubiläumsjahr“ stattfinden. Das System funktioniert auf diese Weise von selbst. Es ist mit vielen Daten verbunden: wie es sich entwickelt, uns nach vorne treibt usw. Indem es uns um sieben Jahre nach vorne bringt, erneuert es sich gewissermaßen selbst.

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Aus dem Gespräch „Bei mir klingelt das Telefon. Negative Eigenschaften“.

Zeige mir, welchen Schirm du hast

Die Nacht „Oschana Raba“ symbolisiert die Vollendung der Korrektur „Sukkot“ (die Laubhütte).

Sieben Tage zogen wir das umgebende Licht heran, bauten den Vorsprung der Laubhütte auf. Denn das Licht geht von Aba we-Ima (АwI) der Welt Azilut durch Seir Anpin (SA), was der Palmenzweig symbolisiert.

Weiterhin geht das Licht durch ChaGaТ, durch die Sefirot Chessed-Gwura-Tiferet, wofür drei Myrtenzweige als Symbol stehen und durch Sefirot Nezach-Hod, verkörpert von zwei Zweigen der Weide.

Und dann kommt das Licht aus Jessod des Parzufs SA in Malchut ein, was die Zitrusfrucht symbolisiert. Diese Vereinigung aller Kanäle des Lichtes (von АwI bis Malchut) verwirklicht sich unter dem Vorsprung der Laubhütte, d.h. unter dem Schirm, worin die Seele vom Licht verborgen ist.

Nachdem man alle sieben umgebenden Lichtern der Korrektur in sieben Feiertagen erhält, prüft man in der letzten Nacht, die als „die Große Rettung“ (Oschana Raba) genannt wird, was man erreicht hat, welchen Schirm, die Eigenschaft des Gebens.

Denn als Ergebnis des umgebenden Lichtes in unserer Arbeit gilt gerade der Schirm. Kaum wird er in meinem Inneren aufgezeigt, beginne ich sofort im Maß der Stärke des Schirmes, den Schöpfer zu empfinden, sowie die Wechselbeziehungen zwischen uns zu bestimmen.

Deshalb legen wir soviel Wert auf diesen Moment unserer Entwicklung, es ist das besondere Ereignis, der Anfang unserer Arbeit mit dem Schirm. Diese Arbeit bildet mich zur Persönlichkeit in der spirituellen Welt.

Denn ohne Schirm gibt es mich einfach nicht. Das Maß des Schirmes, seine Größe, sein Charakter und seine Form, all das bin ich. Sowohl der Wunsch „zu genießen“, als auch der Wunsch „Genuss zu bereiten“, bzw. das Licht – ist von mir nicht abhängig. Was bin ich dann? Nur der Schirm!

Aus dem Unterricht nach dem Artikel 8 aus dem Buch „Schamati“, 29.09.2010

 

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Die Sonnenkinder

Es steht geschrieben: „Ich erschuf den bösen Trieb und ich erschuf das Mittel zu dessen Korrektur, in dem das Licht, das zur Quelle zurückführt, verborgen ist“. Daraus kann man entnehmen, dass man nichts alleine, sondern nur mit Hilfe der Bitte, des Gebets erreichen kann.

Eine solche Bestrebung, zur Absicht des Gebens, zum Wohl für die anderen überzugehen, selbst wenn es nicht aufrichtig, sondern den in uns noch herrschenden Verlangen vollkommen entgegengesetzt ist, wird als Gebet bzw. Erhebung von MaN bezeichnet.

Wir haben einen winzigen Funken der Spiritualität bekommen, und um die Grenze der spirituellen Welt zu durchbrechen und in diesen zweiten Teil der Realität überzugehen, fehlt uns lediglich das Verlangen! Aus diesem Grund handeln alle unsere Gebete nur darum, das Verlangen zu erlangen.

Doch es gibt Zustände, in denen der Mensch gar nichts will. Und man muss verstehen, dass es ein Zustand, der uns ebenfalls von oben gegeben wurde, und nicht einfach nur unsere Faulheit oder Gleichgültigkeit ist. Der Mensch stellt eine Art „schwarze Kiste“ dar, die durch Signale von oben erweckt wird. Das Licht, welches auf unser Material, auf das Verlangen zu genießen, einwirkt, erweckt es mehr oder weniger oder lässt es ganz und gar kalt.

Und in Abhängigkeit davon erwachen wir entweder und streben wie eine Blume dem Sonnenlicht oder dem Regen entgegen, oder verwelken und gehen ohne Lebenskraft ein. Deshalb, wenn du keine Kraft und kein Verlangen nach der spirituellen Arbeit hast, musst du verstehen, dass genauso wie du einst die Begeisterung von oben erhalten hast und dich danach gerissen und gebrannt und gearbeitet hast, genauso wird dir von oben das Verlangen auch wieder genommen.

Und dieser Zustand wird absichtlich gegeben und anhand der persönlichen Eigenschaften eines jeden und seiner Vorbereitung bemessen – um für dich einen Ort für das Gebet zu erschaffen. Und du musst versuchen, mit Hilfe der Gruppe, der Bücher, des Lehrers und der Umgebung alle Kräfte für die Bitte zu mobilisieren.

Das Gebet wird aus der Hilflosigkeit, aus dem Widerwillen heraus geboren oder im Gegenteil, aus dem leidenschaftlichen Begehren heraus – es ist unwichtig, wie, doch es sind alles Bedingungen, die von oben gegeben werden. Und genauso wird die Umgebung für uns von oben organisiert: die Gruppe, der Lehrer, die Bücher. Und wir unsererseits müssen mit Hilfe des gemeinsamen Studiums und der Gruppe das Licht, das uns zur Quelle zurückführt, finden.

Die Zeit, in der wir zusammen studieren, ist die beste Zeit für ein Gebet. Denn wir befinden uns in einer Verbindung mit dem höheren System, mit Malchut und Seir Anpin der Welt von Azilut, d.h. mit dem Schöpfer und seiner Shechina, wir werden in sie eingebettet, und zwar nicht jeder einzeln, sondern alle gemeinsam, das bedeutet, wir erheben ein gemeinsames Gebet. Dadurch verlangen wir nach der Kraft der Veränderungen und ziehen diese an.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 06.03.2011

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Die verborgene Bedeutung der Rolle der Esther

Der folgende Abschnitt ist ein Auszug des Artikels von Rabash über den Feiertag von Purim, „Verhüllung und Enthüllung“:

„Dunkelheit ist das babylonische Exil, in welches sich das Volk Israel selbst gebracht hat, da der Schöpfer (Seir Anpin) schlief. Der Sünder Haman, welcher ein großer Sterndeuter war, warf das Los (Pur), um das Schicksal zu bestimmen. Haman und seine zehn Söhne sind die zehn Klipot (unreinen Kräfte), da er wusste, dass der Schöpfer schlief und somit Seine Höhere Lenkung das Volk Israel (all jene, die zum Schöpfer streben) nicht beschützte. Daher dachte Haman, dass nun die Zeit gekommen sei, um das Volk Israel zu vernichten.

Haman ist unser ganzer Wille zu empfangen, welcher im Gegensatz zum gesamten Licht von Chochma steht. Er weiß, dass das Licht sich offenbaren wird, aber was er nicht weiß, ist, dass dies nur in der mittleren Linie geschehen kann und später sogar wieder zurückgenommen wird, wenn der Übergang in den Zustand der ersten Einschränkung (Zimzum Alef) geschieht. Malchut vereinigt sich mit Seir Anpin in der mittleren Linie und sie steigen zu Bina auf, wo sie den Zustand der Endkorrektur erreichen.

Die Vernichtung des Volkes Israel bedeutet die Vernichtung der Absicht „um zu geben“, welche den Menschen daran hindert, das Licht von Chochma auf egoistische Weise zu empfangen. Mordechai ist die Absicht des Gebens, aber wenn er alleine handelt, ohne die Verlangen von Haman, so ist dies nur Geben in der Absicht um zu geben. Das heißt, dass er das Licht von Chochma zurückweist, damit dieses sich nicht enthüllt.

In anderen Worten, wenn der Mensch nicht in der mittleren Linie arbeitet, dann werden auch seine besten Handlungen des Gebens seinen Weg der Entwicklung nur blockieren. Daher braucht Mordechai die Verbindung mit Haman. Wenn sie beginnen, miteinander zu streiten (ein Streit zwischen der Absicht des Gebens und dem egoistischen Verlangen), fangen sie an zu verstehen, in welchem Ausmaß sie fähig oder nicht fähig sind, sich zu verbinden.

Die Absicht des Gebens macht es möglich, die Verlangen Hamans zu benutzen. Dennoch werden diese tatsächlichen Verlangen nicht erfüllt werden und das führt dazu, dass ein Konflikt zwischen Mordechai und Haman auftritt. Die Geschichte beschreibt, wie ein Mensch die richtige Einheit zwischen zwei streitenden Kräften oder zwei gegensätzlichen Absichten erschaffen kann. Sie beschreibt auch die Schlachten, Verwirrungen und Zweifel, welche uns auf dem Weg der Korrektur erwarten, bis wir die richtige Methode finden.

Dies ist es, worüber in „Megillat Ester“ (die Rolle der Esther) erzählt wird.

 

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Purim bezeichnet die Geburt einer korrigierten Welt

Jeder neue Zustand wird nur unter der Bedingung geboren, dass sich der vorherige vollständig erschöpft hat, gleich wie bei einem Getreidekorn, welches in die Erde gepflanzt wurde, um vollständig zu verotten, damit ein ein neuer Lebensabschnitt aus dem vorherigen geboren wird, der dann als unnötig und nutzlos wahrgenommen wird. Darum steht über die Feiertage von Purim geschrieben, dass Seir Anpin schläft, während Malchut in der Dunkelheit versinkt. Nur aus diesem Zustand der Dunkelheit erlangen wir das größte Licht, den Zustand, der Purim genannt wird, welcher sich auf das Ende der Korrektur bezieht.

Wenn Seir Anpin kein Licht zu Malchut bringt, fühlen wir uns im Exil und können uns nicht auf Malchut abstimmen und uns verbinden. Allerdings zwingen uns Leid und Dunkelheit, dass wir Kraft von Seir Anpin anfordern, um unsere Vereinigung durchzuführen, damit wir mit Malchut, der gemeinsamen Seele, im Einklang sind. So erreichen wir den Aufstieg zu unserer nächsten Stufe.

 

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Die Nationalität resultiert aus den Eigenschaften der Seele


Drei Fragen, die ich über die Vorstellung von Nationalität und Israel erhielt

Frage: Wenn ein Mensch als Jude geboren wird, bedeutet das, dass er immer als Jude wiedergeboren wird?

Antwort: Ja, denn seine Seele stammt aus Babylon und nahm den Weg der Korrektur, stieg dann während der Zeit der Tempel zur Stufe der vollständigen, persönlichen Korrektur auf und fiel dann von diesem Level auf die Stufe aller Seelen in dieser Welt, um 2000 Jahre zusammen mit ihnen zu verbringen (und sogar schlechter dran als sie), während sie sich im Exil vom spirituellen Leben befinden. Genau diese Seele muss aufsteigen und allen anderen helfen, dasselbe zu tun – allen Seele helfen die vollständige Korrektur zu erreichen.

Frage: Wenn die Antwort ja ist, ist es dann deswegen, weil die Nation Israel auserwählt wurde, den Plan des Schöpfers zu überbringen? Dies würde bedeuten, dass alle anderen Menschen auch weiter in der gleichen Nationalität geboren werden, in der sie begonnen haben?

Antwort: Ja. Jedoch wissen wir nichts über die anderen zehn Stämme, wo sie sind und wer sie heute sind. Es ist möglich, dass sie heute einige Milliarden Menschen sind – die, die auf dem spirituellen Level waren und während der Zeit des ersten Tempels herunterfielen. Wir lernen über diesen Fall und seine Korrektur aus dem Zerbrechen von zwei Partzufim, DACHGAT und NHY, in der Welt Nekudim, ihrem gemeinsamen Fall und ihrer gemeinsamen Korrektur. Nachzulesen im Teil 6 und 7 des Talmud Esser Sefirot.

Frage: Was passiert, wenn ein Mensch zum Judentum konvertiert und sehr hart an dem Versuch arbeitet, den Schöpfer zu erreichen? Wird er auch ein Teil der Nation Israel (physisch und spirituell)?

Antwort: Es gibt keine solche Nation. Diese Menschen sind antike Babylonier, welche damals anfingen, sich selbst zu korrigieren. Die anderen, die sich weiterhin egoistisch entwickelten, gingen dazu über, sich aus den 70 Kräften von Seir Anpin der Welt Atzilut zu entwickeln und deswegen werden sie Nationen genannt – jede hat ihre eigene Form von Egoismus.

Die früheren hießen „Hebräer“, was vom Wort Ever kommt, „drüben“ (über dem Machsom), „Juden“ – weil sie auf die Korrektur oder den Messias warten und Yehudi (Jude), was vom Wort Yehud stammt und Einigkeit (mit dem Schöpfer) bedeutet. Das ist es, was sie von ihren Brüdern trennt, den anderen Babyloniern. Niemand konvertiert einfach nur zum Judentum, auf die Art, wie wir es in unserer Welt sehen, sondern spirituelles Judentum ist vielmehr, wenn sich jemand selbst auf die Stufe des Schöpfers korrigiert, wenn jemand durch das Studium der Kabbala den Schöpfer erreicht. Genau wie in früheren Zeiten wurden die, die heute die Nation Israel sind, von den anderen Babyloniern getrennt, da sie anfingen, ihren Egoismus zu korrigieren.

Man sollte die Welt als die gleiche babylonische Zivilisation ansehen, als einen Teil, der sich zeitweise selbst korrigiert – und heute muss jeder korrigiert und wie der Schöpfer werden. Es gibt so etwas wie physisches Judentum nicht, genauso wie es keine Religionen, Glauben und so weiter gibt. Alle diese Dinge sind falsch und egoistisch im Verständnis der Kabbala. Woher haben Menschen genau solche Vorstellungen, auch wenn sie falsch liegen? Sie hatten diese Ideen entweder weil ihre Seelen verborgen waren vor ihrem Inneren oder vom Fall der Kabbala auf das egoistische Level. Wer waren die früheren Nationen? Sie waren Heiden oder Gläubige wie Römer oder Griechen. Alles andere rührte vom spirituellen Fall her, um die Entwicklung der Babylonier zu beschleunigen und sie von der Notwendigkeit zu überzeugen, dem Schöpfer gleich zu werden.

Verwandtes Material:
Blog-post: Was ist die spirituelle Wurzel des Holocaust?
Blog-post: Kabbala ist für die ganze Welt
 
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„Die Religion“ ist die Schule des Aufstiegs zum Schöpfer

Wie der Ari im Buch „Der Baum des Lebens“ (16 Jhd.) schreibt, haben wir die Fauna verlassen und nahmen die menschliche Gestalt an. Es geschah sowohl auf dem physischen, körperlichen Niveau, als auch auf dem spirituellen Niveau, auf dem Niveau der Seele: wir entwickeln uns in den Verlangen der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Natur, bis die egoistischen Wünsche der vierten, menschlichen Stufe erreicht werden. Diese Stufe wird auch auf vier ähnliche Niveaus geteilt, aber insgesamt unterscheidet sich das Menschengeschlecht von den übrigen durch die besondere Form seiner Entwicklung.

Früher geschah die Entwicklung auf dem materiellen Niveau, im Rahmen der Absorption und der Absonderung der Stoffe. Dabei ist die unbelebte Natur fast immer durch die inneren Prozesse beschränkt, und die pflanzliche Natur befindet sich schon im Stoffwechsel mit der Umwelt: sie atmet, absorbiert in den geringen Mengen.

Dabei hängt sie vollständig von den äußerlichen Bedingungen ab, bewegt sich nicht und ist den Saisonbedingungen untergeordnet. Die tierische Natur ist noch weniger beschränkt: ihre Vertreter bewegen sich, verfügen über das mehr entwickelte Verlangen, gebären auf die besondere Weise ihre Nachkommenschaft, absorbieren die Nährstoffe besser und produzieren die Abfälle… Damit endet eigentlich die äußerliche, materielle Entwicklung.

Und weiterhin schließt sich dazu die besondere, die vierte Stufe an. Warum konnte man nicht den Entwicklungsprozess auf dieser Etappe beenden? Warum konnte das dritte Stadium der Verbreitung des direkten Lichtes nicht zum endgültigen werden?

Keter, oder das wurzelständige Nullstadium, hat das Verlangen zu empfangen (das erste Stadium oder Bchina Alef) geschaffen und füllte es aus. Weiterhin hat dieses Verlangen gewollt, dem Höheren gleich zu werden, was schon das zweite Stadium (Bchina Bet), den Wunsch zu geben, auszeichnet. Um das Geben an das Höhere zu verwirklichen, trifft das zweite Stadium folgende Entscheidung: „Ich muss unbedingt empfangen“. Dann bildet es aus der Mitte der Bina für sich den neuen Zustand, das dritte Stadium (Bchina Gimmel) oder Seir Anpin, das mit der Absicht des Gebens empfängt.

Was fehlt hier? Denn eigentlich hat das dritte Stadium alles – alles, außer der Selbstständigkeit, außer dem Selbstbewusstsein und dem Begreifen des Höheren und des eigenen Ich. Es mangelt also an der inneren Entwicklung in Bezug auf das Höhere. Anders gesagt, hier ist die Verbindung mit der Wurzel notwendig, um den Entwicklungsprozess fortzusetzen.

Es mangelt also an der inneren Entwicklung in Bezug auf das Höhere. Hier ist die Verbindung mit der Wurzel notwendig, um den Weg fortzusetzen.

Von hier aus entsteht das vierte Stadium (Bchina Dalet oder Malchut). Es ist die besondere Stufe, auf der die innere, qualitative Entwicklung stattfindet.

Bis dahin hat sich das Verlangen entsprechend entwickelt. Wir sehen es in unserer Welt, in der genug Egoismus vorhanden ist. Und jetzt müssen wir uns qualitativ entwickeln, um die höchste Wurzel zu begreifen. Die Welt hat schon ihre Selbstsucht erkannt und verstanden, dass es unmöglich ist, sie auszufüllen. Alle Formen wurden erprobt, im Ergebnis haben wir alles zerstört. Es bleibt nur die Frage der Verbindung mit dem Höheren, mit dem Schöpfer, offen: woher komme ich und wohin gehe ich?

Somit ist das vierte Stadium, die Etappe der menschlichen Entwicklung, eingetreten, die von den Wünschen anderer Niveaus begleitet wird.

Von hier aus muss man begreifen, was die „Religion“ im Kontext der Entwicklung ist. Sie ist der besondere Mechanismus, das besondere Mittel, das uns ermöglicht, den Bruch zwischen mir und dem Schöpfer zu erkennen. Die Religion bezieht sich nur auf die menschliche Stufe.

Wer kann diese Arbeit beginnen? Derjenige, wer die Abwesenheit der Verbindung mit dem Schöpfer empfindet und diese verlangt. Mit anderen Worten, nur diejenigen, die einen Punkt im Herzen (•) haben. Alle Übrigen blieben auf den vorhergehenden Stufen der Entwicklung: der unbelebten, der pflanzlichen und der tierischen.

Deshalb empfinden wir diesen Unterschied, den Bruch, die Anstrengung, die Anziehungskraft zum Höheren. Er entwickelt in uns das Gefühl des Begreifens des Übels.

Welches Übel ist hier gemeint? Möglicherweise fühle ich mich schlecht, weil ich es nicht geschafft habe, etwas zu stehlen, ohne gefangen zu werden? Oder empfinde ich das Übel in Bezug auf den Schöpfer? „Die Religion“ stellt in diesem Sinn die Schule der inneren und äußerlichen Bildung dar, die mir zeigt, wie weit ich vom Schöpfer entfernt bin, und wie ich diesen Abstand verkürzen kann.

Diese Wahrnehmung ist auf keine Weise mit den traditionellen Vorstellungen über „die Religion“ verbunden. Es gibt den Menschen, und es gibt die Höhere Kraft – die Aufgabe besteht also darin, das Gegenteil zu erkennen und den Bruch zu verhindern.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Das Wesen der Religion und ihr Ziel“, 29.11.2011

Empfangen bedeutet die innere Enthüllung

Frage: Wie kann man die Idee des Gebens verbreiten, wenn man selbst nicht genau weiß, was es bedeutet?

Meine Antwort: Ihr könnt es noch nicht wissen, weil euch an der Bitte um die Korrektur, sowie an dem Verlangen des Gebens fehlt. Wie könnt ihr es dann schaffen, etwas richtig zu empfangen? „Geben Sie uns die Kraft des Gebens, sagt ihr, dann werden wir sie in der Welt verbreiten“. Aber diese Forderung ist egoistisch, weshalb es eben unmöglich ist, sich damit an das spirituelle System zu wenden.

Das Verlangen des Gebens soll dem ganzen Übrigen vorangehen. Wir haben es aber nicht. Was ist zu machen? Wir haben eine Gruppe, darin liegt der Anfang. Wir haben die Welt und wir sollen beginnen, an sie zu geben.

Ihr steht auf einer Stufe der spirituellen Treppe. Einige Menschen befinden sich höher als ihr, sie erscheinen vor euch in Form der Primärquellen, welche erklären, was man machen soll. Die anderen Menschen befinden sich eine Stufe niedriger, es ist die gesamte Welt. Es gibt die Menschen, die auf der gleichen Stufe stehen, unsere Freunde in der ganzen Welt. Beginnt also, den folgenden Zustand aufzubauen.

Wenn sich Seir Anpin zum Parzuf Abba we-Ima erhebt, um das Licht für Malchut und für die Seelen zu empfangen, ist ihm die höhere Stufe im voraus nicht bekannt. Er offenbart sie nur dann, wenn er über Galgalta we Ejnaim, über die Gefäße des Gebens verfügt, die dem ACHaP des Parzufs Ima gleich sind. In den Augen von Seir Anpin ist dieser АCHaP unklar und schwarz, weil sich das Geben auf einem höheren Niveau befindet. Es ist die Finsternis, die vom Licht hervorgerufen ist, das um vieles mehr ist, als Seir Anpin fähig ist, zu geben.

Wenn du mich jetzt dazu zwingen wirst, meine letzten Ersparnisse auszugeben, dann wird es für mich die Finsternis sein. „Aber das ist doch deine nächste Stufe!“, sagst du. Und ich begreife sie nicht. Somit empfindet auch Seir Anpin den elterlichen Parzuf erst dann, wenn er zu Galgalta we Ejnaim hinaufgestiegen ist.

Wie kann man das Geben, den höheren Zustand empfinden, wenn du diesen Zustand noch nicht erreicht hast? Kann man einfach so etwas empfangen? Im Spirituellen heißt „zu empfangen“, etwas in den Gefäßen zu enthüllen. Und es ist nicht die Postsendung, denn hier werden die inneren Veränderungen gefordert. Nur mit der Hilfe des Schirmes und des widergespiegelten Lichtes enthüllst du das Geben in deinem Inneren .

Von oben wird nichts mühelos fallen. Es gibt in Wirklichkeit kein „oben“, weil sich alles in dir befindet. Alle oberen Parzufim werden in deinem Inneren offenbart. Der Mensch befindet sich von vornherein in der Unendlichkeit. Aber nur dann, wenn er mit ihr die Verbindung aufbauen will, werden in seinem Inneren die Stufen der Treppe enthüllt. Alle Welten existieren nur in der Wahrnehmung des Menschen, und nur dann, wenn er sie sich selbst vorstellt.

Auszug aus dem Unterricht nach der Zeitung „das Volk“, 27.09.2011

Die absolut gemessene Unendlichkeit

Frage: Wenn wir zur Unendlichkeit aufsteigen, ist es dann so, dass wir nie zufrieden sind und ständig mehr verlangen als wir haben, oder nicht?

Meine Antwort: Es ist kein endloser, sondern ein klar definierter Aufstieg: 125 Schritte, das Licht von Nefesch-Ruach-Neschama-Chaja-Yechida (NaRaNCHaY), das Verlangen von Keter, Chochma, Bina, Seir Anpin, Malchut. Es gibt eine Grenze, bis zu der mir empfohlen wird, mich mit anderen zu verbinden, bis wir ein Mensch mit einem Herzen werden, welcher als Malchut der Welt der Unendlichkeit betrachtet wird, wo wir das Licht von NaRaNChaY erreichen, das Licht der Unendlichkeit.

Alles befindet sich in seinen Grenzen; alles hat ein Maß. Wenn es „das Licht der Unendlichkeit“ heißt, bedeutet das, dass das Gefäß und das Licht einander vollkommen gleichwertig sind und es keine Einschränkungen gibt. Aus der Sicht des Verlangens ist es die unendliche Erfüllung durch das Licht.

Wenn ich ein Glas Wasser bis zum Rand fülle, bedeutet das, dass es unendlich gefüllt ist. Es gibt keine Einschränkungen: So viel wie das Glas an Flüssigkeit fassen kann, wurde hineingegossen. Es ist eine unendliche Füllung, da es nicht durch eine bestimmte Höhe begrenzt ist, über die nicht gegangen werden kann. Ich empfange alles, was mir möglich ist zu empfangen.

Deswegen erfahren wir manchmal eine Empfindung der totalen Erfüllung, als gäbe es kein größeres Vergnügen! Das bedeutet, dass du die vollkommene Erfüllung erreicht hast. Es gab zehn Unzen von Verlangen, und alle wurden gefüllt. Wenn du nicht weiter wachsen musst, dann hast du deine endlose Erfüllung erreicht. Aber ein anderer braucht vielleicht die Erfüllung auf zehn Tonnen bemessen, und bis er sie erreicht hat, wird er sich eingeschränkt fühlen. Wenn er erst erfüllt ist, wird er seine Unendlichkeit erleben.
Unendlichkeit wird nicht durch eine Entfernung gemessen, weil es in der Spiritualität keine Entfernung gibt.

Aber wenn wir unter uns Vereinigung erreichen und jeder von uns miteinander verbunden ist, in einem vollständigen, perfekten System, dem Höheren Licht, kann die Eigenschaft des Gebens in dieser perfekten Verbindung vollständig enthüllt werden. Das wird die Unendlichkeit genannt. Es ist eher ein mengenmäßiger Begriff als ein qualitativer.

Aus dem ersten Teil der täglichen Kabbala Lektion vom 12.05.2011, Schriften vom Rabasch