Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Wir leben in einer Welt, die noch nicht existiert!

Alle höheren Welten, das Zerbrechen und der Abstieg von oben nach unten bis zu dieser Welt, und dann die Entwicklung in dieser Welt bis zu unserer Zeit, das alles darf man noch nicht als die Schöpfung bezeichnen! Erst jetzt, wenn wir endlich beginnen, selbst etwas zu offenbaren und zu unserer vorherigen Entwicklung aktiv beizutragen, dann kann man sagen, dass wir uns dem Anfang der Schöpfung annähern. Jene Stufen, die wir jetzt beginnen zu realisieren, verwandeln sich in eine reale Wirklichkeit.

Und alles, was davor war, die vier Stadien des direkten Lichtes, Malchut der Welt der Unendlichkeit, die ganze Ausbreitung der Welten bis zu unserer Welt, die Geburt unseres Universums, der Erdkugel und der Menschheit mit ihrer ganzen Geschichte bis zum heutigen Tag, das alles gleicht dem Korn, innerhalb dessen das ganze Programm, der ganze Prozess im Potential eingeschlossen ist. Denn keiner von uns hat seine Freiheit des Willens realisiert! Es gibt noch keine Schöpfung! Denn keiner hat bis jetzt etwas aus eigenem Wunsch gemacht, keiner hat seinen freien Willen realisiert – in der Entfernung vom Schöpfer.

Nur ab heute und weiter fängt dieser besondere Prozess an. Und davor kam alles von Oben. Und wenn irgendwelche Handlungen, wie die Schirme, die Berechnungen, beschrieben werden, dann geschieht das alles im Hinblick auf die Zukunft. Außerdem erzählen darüber die Menschen, die es von unten nach oben begriffen haben. Von oben nach unten realisiert sich das höhere Programm, da gibt es keinen freien Willen, das ist alles.

Auszug aus dem Unterricht nach „Talmud Eser HaSefirot“, 01.09.2011

Die Massenmedien sind eine falsch-ergründete Angelegenheit

Frage: Jeder Mensch sieht durchschnittlich mehrere Stunden am Tag fern. Moderne Programme, Filme und Shows werben buchstäblich für Gewalt und Mord. Wie ist das, wir wollen auf der einen Seite die richtigen Werte in der Gesellschaft verbreiten, während wir auf der anderen Seite die Gehirne der Menschen von frühster Kindheit mit Bildschirm-Gewalt vergiften?

Meine Antwort: Wie man sehen kann, sind die Menschen vergiftet, während die Regierungen ihr eigenes Ding machen. Und das gleiche passiert auf der ganzen Welt, außer in Ländern mit autoritären Regierungen, wie der Iran und Venezuela.

Überall kennen die Medien als Ganzes und das Fernsehen im Speziellen keine Grenzen. Diese Vergiftung ist kein Unfall und sie wird weiterhin geschehen, bis die Menschen ihre Ausrichtung in Richtung des Ziels zeigen. Erst dann werden sie die Stärke haben, dieses Problem zu lösen. Das Problem ist, dass die modernen Kommunikationskanäle das Schlechte in unseren Leben enthüllen und dadurch auf das Ziel ausrichten. Wenn man also einfach beginnt, die „zu-nichts-gut“ Medien beseitigt, wie würden die Menschen ihr Böses entdecken?

Wir haben es mit zwei Gegensätzen in einem Phänomen zu tun. In Wirklichkeit benutzt der Schöpfer dieses Böse um uns in Richtung des Guten zu lenken, aber zum wirklich Guten und nicht die gefälschte Idylle der guten Medien, die gute Jungen und Mädchen hervorbringen. Das ist nicht der Sinn. Von unserem Standpunkt aus müssen wir die Korrektur erreichen. Und unsere Korrektur liegt in der Liebe der anderen wie uns selbst und der Liebe gegenüber dem Schöpfer. Das ist der einzige Weg unser Ziel zu erreichen. Einfach nur die „gute“ Art des Fernsehens zu sehen, wird uns nicht helfen. Mehr dazu in dem Baal HaSulam Artikel „Die zukünftige Gesellschaft „.

Zwei Pole, die sich im einem Visier verbinden

Frage: Was ist „die Wahrheit und der Glaube“?

Meine Antwort: Die Wahrheit ist eine gerechte Belohnung und Strafe, wenn ich für meine Arbeit eine gerechte Entlohnung erhalte.

Wir sehen jedoch, dass unser Leben nicht immer auf solchem Prinzip basiert. Derjenige, der viel arbeitet, verdient nicht unbedingt mehr als die anderen. Wenn es anders gewesen wäre, dann wäre die Welt verhältnismäßig gerade.

Um uns aus dieser egoistischen „Geradheit“ herauszuziehen, spielt der Schöpfer mit uns und verwirrt uns sehr. Deshalb sehen wir, dass die gerechte, wahrhafte Belohnung nicht immer gilt und es einen Ort für den Glauben gibt, das heißt, für die Hoffnung auf den Erfolg, auf die Höhere Hilfe, welche über meinem Verstand liegt.

Der Glaube zerschlägt das Prinzip der gerechten Wahrheit. Deshalb werden die Menschen in dieser Welt so verwirrt und hoffen auf das Wunder und den Segen, auf die zauberhafte Heilung. Und auf dem spirituellen Weg existiert dieselbe Verwirrung: einerseits wird alles im Maß der Bemühungen gegeben, und andererseits hängt alles vom Erfolg ab.

Und der Mensch soll daran arbeiten, dass diese zwei Prinzipien ineinander verschmelzen, wie es geschrieben ist: „Deine gesamte Nachkommenschaft wird von Isaak stammen, aber bringe sie zum Opfer“. Das heißt, du wirst einerseits sehen, wie Isaak deine „Enkel gebärt“, die neue Generationen bis zum Ende der Korrektur, und andererseits wird gefordert, die Nachkommenschaft zu vernichten. Wie ist es möglich?

Es ist für uns heute unverständlich, aber darin besteht das erste Prinzip des Eintritts in die spirituelle Welt, das Abraham erklärt wurde. Der Mensch korrigiert seine Sehkraft und wird zum ersten Mal fähig, zwei Gegenteile zu vereinen.

Das bedeutet, dass er auf die erste spirituelle Stufe steigt und das Höhere Prinzip versteht, nach dem sich zwei Gegenteile zu einem Ganzen verbinden. Und jetzt begreift er, dass er ab sofort gleichzeitig mit dem Verstand sowie mit dem Glauben über dem Verstand, mit dem Hass, arbeiten soll, da die Liebe alle Sünden zudeckt.

Wenn der Mensch beginnt, dieses Prinzip zu begreifen und es bei seiner Arbeit berücksichtigt, sogar ohne irgendeine Realisation, dann stößt er auf keine schweren Hindernisse mehr, die ihn nicht vorankommen lassen. Er fühlt, dass genau diese Hindernisse ihm helfen, und er sieht in allen diesen Gegenteilen eine Möglichkeit, hinaufzusteigen. Folglich beginnt sein Aufstieg.

Und umgekehrt: „Der Stolz demütigt den Menschen“. Wenn er diese Bedingung nicht berücksichtigt und nicht gewillt ist, zwei Gegenteile zu einem Ganzen zu verbinden, dann sieht er ein riesiges Hindernis vor sich. Und deshalb verlässt er seinen Weg.

Deshalb ist es so wichtig, sich direkt an die Welt der Unendlichkeit zu richten und zu begreifen, dass die Differenz zwischen dieser Welt und der Welt der Zukunft in unserer Fähigkeit liegt, zwei Pole zu einer Einheit zu verbinden. Sie gibt uns die Richtung an, wie im Visier.

Dieses Prinzip äußert sich unterschiedlich: „Israel, die Tora und der Schöpfer sind einheitlich“, der Aufstieg und der Abstieg sollen sich zu einem Ganzen verbinden, die Gruppe und ich sollen gemeinsam arbeiten, damit ich sie während des Aufstiegs ausfülle und von ihr die Kraft während des Abstieges bekomme, das heißt, sie soll zum „Regler“ meines Stromes werden.

Daraus entsteht die folgende Beziehung zu dieser Welt: du sollst keine Eigenschaft, weder in dir selbst noch in der Welt, zerstören. Sie alle müssen korrigiert werden, um über die Korrektur hinaufzusteigen und sich mit dem Schöpfer verbinden zu können.

Wir können in unserer Welt kein gutes Leben und keine gerechte Gesellschaft aufbauen, wenn wir uns untereinander nicht gleichmäßig verbinden. Das heißt, jeder wird nach seinen Möglichkeiten für das Wohl der Gesellschaft arbeiten und von ihr nur das Notwendige bekommen.

Es ist aber unmöglich, diese Bedingung einzuhalten, wenn wir die Verschmelzung mit dem Schöpfer nicht
anstreben. Die Eigenschaft der Liebe und des Gebens, die unsere entgegengesetzten Eigenschaften verbindet, ist Voraussetzung für den einheitlichen, unendlich vollkommenen Zustand.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel aus dem Buch „Shamati“, 23.08.2011

Das Gebet, das durch alle Firmamente hinaufsteigt

Das Buch Sohar. Kapitel „WaJakhel„. Punkt 123: Das Gebet eines Menschen ist die Arbeit von Ruach [Geist], die Arbeit von Bchina Bet, welche von der Rede abhängt. Sie liegt in den höchsten Geheimnissen, und der Mensch weiß nicht, dass das Gebet eines Menschen Lüfte und Firmamente durchbricht, Türen öffnet und aufsteigt.

Es steht geschrieben, dass ein Gebet neben einer Säule ausgesprochen werden muss. In Wirklichkeit wird nicht die Säule gemeint, neben der man beten muss. Es handelt sich darum, dass alle Parzufim von der Welt der Unendlichkeit bis zu unserer Welt in Form einer Säule geordnet sind, worin sich AChaP des Höheren Parzufes innerhalb Galgalta Ejnaim (GE) des unteren Parzufes befindet. So sind sie alle in einander vereint.

Es gibt keinen Parzuf, der anders geordnet wäre. Jeder Parzuf ist so angelegt, dass sein oberer Teil sich innerhalb des höheren Parzufs und sein unterer Teil sich innerhalb des unteren Parzufs befinden.

Das heißt, dass der obere Teil meines Parzufs sich zusammen mit dem unteren Teil des Höheren befindet, und mein unterer Teil befindet sich zusammen mit dem oberen Teil des unteren Parzufs. Deshalb bilde ich in meinem oberen Teil (GE) zehn Sefirot zusammen mit AChaP des Höheren, und im meinem unteren Teil (AChaP) befinde ich mich in den zehn Sefirot zusammen mit GE des unteren Parzufs.

Daraus folgt, dass ich in den zehn oberen Sefirot mit dem Höheren, und in zehn unteren Sefirot mit dem Unteren verbunden bin. Und wo bin ich selbst? Ich bin jener Teil, der mich in zwei Hälften aufteilt, und „Klipat Noga“ heißt, die meinen Parzuf in der Mitte teilt.

Klipat Noga“ ist somit unsere freie Wahl. Wenn ich entscheide, dass ich mich jetzt mit dem Höheren in den zehn oberen Sefirot (1) verbinde, um den Unteren nach oben (2) zu erheben, und darin meine ganze Arbeit besteht, dann realisiere ich folglich meine freie Wahl in Klipat Noga, die sich in der Mitte befindet.

Die freie Wahl besteht darin, dass ich mich mit dem Schöpfer, mit der höheren Stufe verbinde, um den Unteren zu korrigieren. Unsere ganze Arbeit besteht darin.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 24.08.2011

Zerbreche die Götzen in dir

Unsere Arbeit besteht darin, uns genau vorzustellen, was die höhere Kraft bedeutet. Und auf diesem Wege müssen wir vieles klarstellen. Zuerst stellt sich der Mensch die höhere Kraft als eine Vielzahl von verschiedenen Kräften, göttlichen Gestalten vor; er vergöttlicht verschiedene Naturerscheinungen, die er um sich herum beobachtet.

Er schreibt ihnen menschliche Eigenschaften zu, denn er hat kein anderes Vorbild; er teilt verschiedenen Gestalten göttliche Kräfte zu, was als Götzendienst bezeichnet wird.

Diese Phase unserer Entwicklung ist notwendig, weil wir in unserem egoistischen Verlangen mit einer umgekehrten Realitätswahrnehmung, Empfindung und Analyse existieren. Auf diese Weise klären wir die höheren Eigenschaften, bis wir zur richtigen Sichtweise gelangen.

Ein Beispiel dafür ist der Stammvater Abraham, der zunächst Götzenbilder verkaufte. Im Grunde genommen erzählt seine Geschichte von uns allen. Wir alle beginnen unseren Weg damit, dass wir verschiedene Naturkräfte anbeten, die wir für gut oder böse bzw. teilweise gut und teilweise böse halten. Wir beziehen das auf irgendwelche Menschen, die Umgebung, das blinde Schicksal, verschiedene Zufälle.

Mit derartigen Klärungen sind alle unsere Lebenskreisläufe gefüllt, bis in uns der Punkt im Herzen erwacht. Aber auch mit dem Punkt im Herzen müssen wir noch viele Begriffe klären, die uns der ersten Wahrnehmung der Spiritualität näher bringen.

Noch ist uns unklar, was die spirituelle Realität bedeutet und wer der Schöpfer ist. Und auf dem Weg zu dieser Klärung sind wir dem Einfluss der Umgebung ausgesetzt, die uns vom Weg abbringen und durcheinanderbringen kann; denn noch nehmen wir den Schöpfer nicht wahr und können uns an Ihm nicht festhalten.

Doch letztendlich erreichen wir einen Zustand, in dem alle unsere zahlreichen Auf- und Abstiege und unser ganzes Durcheinander auf irgendeine Weise geklärt, angehäuft und zusammengetragen werden, und wir teilen die Realität in zwei Teile: ich selbst, der Wahrnehmende, und das, was ich wahrnehme. Es gibt nichts anderes!

Und ich kann mich selbst entweder im Egoismus, sprich im Empfangen, oder im Geben wahrnehmen – etwas Drittes ist nicht gegeben. Wenn ich mich im Egoismus befinde, beziehe ich alles nur auf mich selbst und auf meine Welt – dadurch wird mein Zustand bestimmt. Und wenn ich mich in der Eigenschaft des Gebens befinde, dann erfüllt diese mich, was als Schöpfer (Bo-Re) – „komme und siehe“ – bezeichnet wird.

Genau zwischen diesen beiden Eigenschaften befinde ich mich ständig in Klärungen. Schließlich gelange ich zu dem Schluss, dass alles vom Schöpfer kommt, der mit mir spielt, indem Er sich mir mal enthüllt mal sich wieder vor mir verhüllt. Auf diese Weise lässt Er mich Übungen machen, damit ich in meinem Inneren immer feinere und genauere Definitionen dessen aufbaue, was Er ist!

Im Grunde genommen besteht genau darin unsere Arbeit.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 22.08.2011

London überall? – Nein, Babylon!

Mitteilung: In Hamburg kam es zu Krawallen von Jugendlichen. Ein friedliches Straßenfest artete in den Auseinandersetzungen mit der Polizei aus. Junge Menschen haben Autoreifen und Mülltonnen verbrannt und haben sogar versucht, eine Bank zu stürmen. Die Randalierer konnten nur unter Einsatz von Wasserwerfern zur Ruhe gebracht werden.

Damit wieder Ruhe auf den Straßen herrscht, waren 2,5 Tausend Polizisten nötig. Nachrichtendienste meldeten, dass Unruhen durch die linksorientierten Bewegungen organisiert wurden. Auf den Videoaufnahmen sind jedoch keine Transparente zu sehen. Stattdessen hinterließen die Krawallmacher Sprüche an den Hauswänden, die an die jüngsten Randale in Großbritannien erinnern, und zwar – „London überall“.

Kommentar: Da die Welt global geworden ist, äußert sich die integrale Verbindung, die zwischen uns allen besteht, in unserem Egoismus in den für ihn typischen Formen von Gewalt und Chaos.

Dieser Trend wird sich fortsetzen, weil die Welt sich jeden Tag immer mehr verbindet – sie kehrt zu „Babylon“ zurück, wo wir alle als eine kleine Menschheit an einem Ort existierten – und heute streben wir instinktiv unter der Einwirkung der höheren Kraft der Natur, des Schöpfers, danach, uns um die Erdkugel, um den Globus, global, durch alle Arten der Verbindung, integral zu verbinden.

Und wenn wir unsere Natur nicht verändern, sprengen wir die Erdkugel. Wir haben keinen anderen Ausweg, außer das zu tun, was Abraham seinerzeit den Babyloniern vorschlug – sich über den in ihnen entstandenen Egoismus zur gegenseitigen Bürgschaft, zur Nächstenliebe, zu erheben.

Was wird aus uns werden?

Vom Anfangszustand, in dem alle Seelen noch zusammen waren (Σ), sind wir in die Welt des Zerbrechens übergegangen und fielen dann in unsere Welt. Ferner, nach der Entwicklung des Egoismus und der gegenseitigen Durchdringung aller seiner Teile, erreichten wir einen Wendepunkt (1995); von da an müssen wir unser Ego korrigieren, um zu unserem ursprünglichen Zustand zurückzukehren.

Allerdings, während der erste Zustand mit Hilfe des Lichts, des Schöpfers, erschaffen wurde, erschaffen wir den Endzustand selbst. Hier liegt ein großer Unterschied – denn wir werden dem Licht, dem Schöpfer, ähnlich. Genau darin besteht das Schöpfungsziel.

Wir werden ohne Selbstwahrnehmung geboren, wie ein Samentropfen in der Gebärmutter, der noch nichts darstellt. Danach durchlaufen wir eine Vorbereitungsphase, gewinnen an der Kraft des Guten (+) und an der Kraft des Bösen (-), und dank dieser Kräfte können wir uns auf dem spirituellen Weg entwickeln.

Jeder führt seinen eigenen inneren Krieg, und zusammen führen wir Kriege in der Gesellschaft, in der Menschheit, bis wir die Wahrheit enthüllen, indem wir uns in der mittleren Linie bewegen. Dabei ergeben das Plus und das Minus ein Ganzes in uns. Das Minus sind die Kräfte unseres Egoismus und das Plus sind die Kräfte des Lichts in uns. So schreiten wir voran.

Diese harte Arbeit müssen wir bewusst führen. Im Grunde genommen ist es das Wichtigste, was wir tun müssen. Denn wir müssen zu unserem ursprünglichen Zustand zurückkehren, ihn tief in unserem Inneren enthüllen. Dafür werden wir weiser, empfindsamer und entwickelter.

Aus dem heutigen laufenden Zustand heraus beginnen wir, tief in uns hineinzutauchen: in die Welten von Assija, Yezira, Brija, Azilut, Adam Kadmon – und erfassen letztendlich die Welt der Unendlichkeit (∞). Das Wichtigste, was wir erreichen, ist die Erkenntnis des Bösen in uns.

Denn wir ergründen alles innerhalb unseres Egos. Indem wir es ins Geben verwandeln, tauchen wir immer tiefer ein und enthüllen höhere Welten in ihm, bis es ganz, die ganze Malchut der Welt der Unendlichkeit, die wir im ursprünglichen Zustand hatten, sich durch die Absicht zu geben verwandelt.

So gelangen wir durch den zweiten Zustand, der unseren ganzen Weg mit einschließt, zum dritten.

Nach Baal HaSulam ermöglicht uns die kabbalistische Methodik, das Böse – den Egoismus – in uns selbst zu enthüllen. Indem wir es korrigieren, dringen wir immer tiefer ein und dort, in ihm, offenbaren wir alle Welten, die ganze spirituelle Realität. Denn abgesehen vom Verlangen zu empfangen hat der Schöpfer nichts mehr erschaffen. Durch das Zerbrechen hat dieses Verlangen eine egoistische Form angenommen, und nun müssen wir es zum Geben korrigieren.

Heute nehmen wir uns selbst in einer erbärmlichen, dunklen, begrenzten Realität wahr. Man kann sie nur wahrnehmen, wenn man dem Licht entgegengesetzt ist. Wir sind wie ein Samentropfen, der nicht die geringste Ahnung hat, was aus ihm wird.

Wenn wir jedoch das Licht anziehen, damit es uns entwickelt und unser Verlangen zu empfangen zum Geben verändert, erkennen wir es, wir erkennen den Schöpfer entsprechend dem Gesetz der Ähnlichkeit der Eigenschaften, bis unser Verlangen und das Licht einander ähnlich werden.

Aus der dritten Lektion des Kongresses in Deutschland, 06.08.2011

Der Natur zuvorkommen

Unsere Aufgabe besteht aus zwei Teilen: einerseits müssen wir an uns selbst arbeiten, andererseits müssen wir dem Rest der Menschheit helfen. Sie spürt bereits die Krisenerscheinungen, und in der nächsten Phase müssen wir uns mit ihr vereinigen, um gemeinsam den Weg fortzusetzen.

Dabei werden wir natürlich die allgemeine Bewegung anführen, weil die Menschen einfach nicht wissen, wie man zum Ziel gelangt. Wir müssen zur „Zugkraft“ werden – zu jenem Teil der Menschheit, der sie vorwärts bringt.

Um die Menschen anzuführen, müssen wir uns in erster Linie um uns selbst kümmern. Es ist jedoch wichtig, daran zu denken, dass wir die spirituelle Erweckung nicht bekommen hätten, wenn wir nicht die ganze Welt korrigieren und sie anführen müssten. Und das wird uns heute nicht gelingen, wenn wir nur an unseren eigenen Aufstieg denken werden. Wir müssen an alle Menschen denken, uns um die ganze Welt kümmern, um sie zur globalen Vereinigung, zu einer gemeinsamen Seele zu bringen, zurück zum Ursprung. Für diese Aufgabe wurden wir erweckt, und so sollte auch unsere Ausgangsabsicht sein.

Wie können wir uns aber selbst entwickeln und zugleich den richtigen Kurs an die ganze Welt weitergeben? Die allgemeine Regel unserer Arbeit besteht darin, dass es eine einzige Kraft gibt, genannt „Licht“ oder „Schöpfer“, die die Welt beherrscht und beeinflusst. Sie bestimmt und lenkt alles. Um uns bewusst in ihre Tätigkeit einbetten zu lassen, müssen wir wollen, dass sie unsere Entwicklung beschleunigt. Ohne diesen Wunsch wird sie sich nach dem ursprünglichen Programm in uns entwickeln – mithilfe von starken negativen Impulsen, die ganze Massen bewegen.

Und darum besteht unsere ganze Arbeit darin, der Forderung nach der beschleunigten Vorwärtsbewegung Kraft zu verleihen, die die negativen Erscheinungen des ursprünglichen Programms der Natur überholt. Um dies zu tun, müssen wir stets begreifen, dass wir vor einer einzigen Kraft stehen, die auf uns einwirkt. Und wir müssen sie zu einer intensiveren, beschleunigten und effektiveren Einwirkung vorantreiben, wir müssen sie buchstäblich in die richtige Richtung „ziehen“.

Genauso zieht der kleine Junge seine Mutter an der Hand. Wenn er sie aber in die falsche Richtung zieht, wird es nicht funktionieren; sie werden nicht nach seinem Wunsch ins Kino gehen, wenn er in den Kindergarten muss. So müssen auch wir immer danach streben, uns in die richtige Richtung fortzubewegen und uns wünschen, diese einzige Kraft zu finden, außer der es nichts gibt. Ich möchte sie studieren, herausfinden, wie sie funktioniert, in welche Richtung sie geht. Und deshalb bestehe ich darauf, dass sie sich mir offenbart, denn dann werden ihre Handlungen für mich klar sein.

Das alles weiß ich und verlange deshalb von ihr, die Geschwindigkeit meiner Entwicklung zu beschleunigen Jedes Mal „ziehe“ ich sie in die richtige Richtung, als würde ich meine Mutter mit einem noch stärkeren Wunsch und Eifer in den Kindergarten ziehen, als sie selbst hat.

Aus der 1. Lektion des Kongresses in Deutschland, 05.08.2011

Kabbalisten über die Wahrnehmung der Realität, Teil 6

Liebe Freunde! Bitte stellt Fragen zu den Zitaten der großen Kabbalisten.

Die ganze Realität befindet sich im Menschen

Der Schöpfer hat in unserem Gehirn eine Art Linse geschaffen, die alles Sichtbare auf eine solche Weise umdreht, dass wir es wie von außen wahrnehmen, obwohl sich alles nur in unserem Gehirn abspielt. Und obwohl das, was wir angeblich außerhalb sehen, keine Realität ist, sollen wir trotzdem dem Schöpfer für die Bildung dieser Linse danken. Denn sie lässt uns glauben und begreifen, dass die Realität sich außerhalb befindet.

Dadurch hat Er uns ermöglicht, jede beliebige Erscheinung zu erforschen, das Wissen und die volle Klarheit darüber zu bekommen, jeden Gegenstand sowohl von innen als auch von außen zu messen. Anderenfalls hätten wir keine Möglichkeit, unser Wissen zu erwerben.

Baal HaSulam. Die Einleitung zum Buch Sohar, Punkt 34

Obwohl wir alles vor uns sehen, versteht jeder vernünftige Mensch, dass sich alles Sichtbare nur innerhalb seines Gehirns befindet. Das gleiche betrifft die Seelen, die alle Gestalten innerhalb des Gebenden sehen; allerdings gibt es keinen Zweifel, dass das alles nur innerhalb der Seele wahrgenommen wird.

Baal HaSulam. Die Einleitung zum Buch Sohar, Punkt 34

Die Krankheit ist klar – jetzt kommt das Heilmittel

Bald werden wir in der ganzen Welt auf den Widerstand treffen. Bisher sind wir noch nicht so sehr aufgefallen, aber in Zukunft erwartet uns Widerstand. Denn die Welt versteht nicht, dass das Böse sich enthüllt, damit wir uns darüber erheben können.

Sie will dieses Übel einfach beseitigen, während wir es im Gegenteil korrigieren müssen. Darüber steht geschrieben: „Der Held unter den Helden ist derjenige, der einen Hasser in seinen Freund verwandeln kann“. Dann wird die Schlange, der Todesengel, zu einem heiligen Engel.

Aus diesem Grund müssen wir alle Schwierigkeiten und Gegenreaktionen „kreativ“ behandeln, nach einer Möglichkeit suchen, gerade aus ihnen ein Gebäude des Gebens und des ewigen Lebens zu errichten. Der einzige Unterschied zwischen einer zerbrochenen und einer korrigierten Welt besteht darin, wie wir von unserem Verlangen Gebrauch machen. Wir müssen lediglich die Absicht von der egoistischen zur altruistischen ändern.

Das müssen wir allen erklären. Wir müssen das Wesen des Zerbrechens, oder in moderner Sprache ausgedrückt, der Krise aufzeigen: die Rede ist ausschließlich von der Enthüllung des Bösen unserer Natur. Und sie kann nur durch die Erhebung über die egoistische Verwendung des Verlangens zur Liebe korrigiert werden. Nur darin besteht unser freier Wille, in allem anderem ist der Mensch völlig unfrei.

Je konsequenter wir dabei vorgehen werden, je mehr Ausrichtung und Zuversicht wir haben werden, desto schneller werden wir erkennen, dass wir uns im Krieg zwischen dem Schöpfer und Amalek befinden, der in allen Generationen geführt wird. „Amalek“ ist die ganze Basis des Bösen, das heißt unseres Egoismus, es ist seine wahre Natur. Und der Krieg wird „in jeder Generation“ geführt, d.h. in jeder Phase unseres Daseins, von einem Kreislauf zum nächsten.

Daher ist es so wichtig, wissenschaftliche Erkenntnisse über die Krise aus der ganzen Welt zu sammeln. Wissenschaftler haben nichts mit der Kabbala zu tun, und wir präsentieren ihre Forschungsergebnisse, die besagen, dass die Krise das Ergebnis des menschlichen Egoismus ist und nur die Vereinigung als Heilmittel für diese Krankheit dienen kann; Vereinigung zwischen uns allen – über dem Egoismus.

In verständlicher Sprache erklären wir der Welt die kabbalistische Sicht auf den Zustand der Krankheit und auf den gesunden Zustand. Dann muss nur noch ein „Medikament verschrieben“, sprich – ein Zwischenglied ergänzt werden. Wir bezeichnen die Krankheit mit einem Plus-Zeichen und den korrigierten Zustand mit einem Minus-Zeichen. Das Problem liegt darin, dass die Menschen die Lösung nicht kennen. Das Heilmittel stellt für sie ein großes Fragezeichen dar.

Heute ist bereits klar, dass unser Ego die Ursache der Krankheit ist und dass unsere Erholung mit der Eigenschaft des Gebens verbunden ist. Wann werden wir also in der Lage sein, aus der Krise herauszukommen? Wenn wir verbunden sind. Unsere Aufgabe besteht also darin, die Bürgschaft zu erreichen, damit wir alle miteinander verschmelzen.

Die Welt meidet jedoch diese Entscheidung, denn der Egoismus wünscht keine Einigkeit. Er wird uns nicht in Ruhe lassen, bis wir zu ersticken beginnen. Er muss auch so sein, um uns genau zum Ziel, zur Notwendigkeit der Vereinigung, zu führen. Der Egoismus offenbart uns sein Übel so lange, bis wir es wirklich nicht mehr ertragen können. Nur dann können wir aus dem Ego zu der Eigenschaft des Gebens flüchten und dann das Ego selbst in das Geben umwandeln.

Aus der 3 Lektion des Kongresses in Deutschland, 06.08.201