Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Kabbalisten über das Ziel der Schöpfung, Teil 23

Anmerkungen in Klammern sind von mir. [M. Laitman]

Die Lenkung des Schöpfers ist zielgerichtet

Das wird aus der Entwicklung der Objekte (zielgerichtete von oben gelenkte Entwicklung durch den Schöpfer oder durch die Natur) der uns umgebenden Wirklichkeit selbst klar.

Wenn wir uns jedes noch so kleine Geschöpf vornehmen, welches einer der vier Arten angehört – bewegungslos, pflanzlich, tierisch, sprechend bzw. Mensch – werden wir sehen, dass sowohl das Einzelwesen als auch seine Art als Ganzes zielgerichtet gelenkt werden. Das heißt, die langsame und stufenweise Entwicklung, die durch den Rahmen von Ursache und Wirkung (Notwendigkeit) bedingt ist, gleicht der Frucht eines Baumes, deren Lenkung ein gutes Endziel verfolgt – sie süß und angenehm im Geschmack zu machen (So ist auch das Ziel der Entwicklung eines Menschen – einen reifen Zustand zu erreichen)

Fragt die Botaniker, wie viele Zustände eine Frucht vom Moment der Entstehung bis zur Erreichung ihres Ziels – der endgültigen Reife – durchläuft.

Und (absolut) alle Zustände, die dem endgültigen vorausgehen, entbehren nicht nur der Andeutung auf deren endgültigen, schönen und süßen Zustand, sondern zeigen uns im Gegenteil, als wollten sie uns ärgern, eher den Gegensatz zu ihrer endgüligen (richtigen vollkommenen) Form .

Je süßer die Frucht (je höher soll seine spirituelle Entwicklung sein) am Ende ist, desto bitterer und hässlicher ist sie in den vorausgehenden Stufen ihrer Entwicklung.

(Da der Endzustand der korrigierte ursprüngliche Zustand ist, resultiert daraus ganz natürlich, je größere Unvollkommenheiten sich in dieser Schöpfung enthüllen, desto vollkommener ist sie gegen Ende).

Baal HaSulam. „Das Wesen der Religion und ihr Ziel“

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Die Wurzel der Seele

Infolge der Erreichung einer neuen spirituellen Stufe, kleidet sich der Kabbalist in dieselbe Form ein, die „Abraham“ oder „Moses“ heißt und „hört“, was die beiden einander sagen.

Im Sohar trifft man die Erzählungen, in welchen sich die Menschen miteinander unterhalten, die in verschiedenen Jahrhunderten lebten. Man fragt sich deshalb, wie das möglich ist? Aber die Rede ist nur über die spirituelle Welt, und es wird nicht über die Menschen, sondern über die Wünsche und Eigenschaften gesprochen, die solche Namen tragen!

Und dein Name ist auch dort. Denn auch Deine Seele hat eine Wurzel! Aber man bezeichnet sie nicht mit deinem heutigen Namen. Wenn du dorthin aufsteigen und diesen Zustand korrigieren wirst, dann wirst du diesen Namen bekommen. Du musst die Wurzel deiner Seele enthüllen.

Und wenn du diesen Punkt, deine wichtigste und charakteristischste spirituelle Eigenschaft begreifen wirst, dann wirst du dich aus diesem Punkt in alle übrigen Kelim der Welt der Unendlichkeit einreihen. Es wird bedeuten, dass du die Seele Adams Rishon geöffnet hast, und sie zu deiner wurde, ausgehend von deinem Punkt!

Dein geistiges Gefäß mit dem Licht hat deinen Namen. Du kennst ihn nur nicht, weil dir dein geistiges Gen nicht bekannt ist, das in deinem Inneren gilt, der Funke, der Punkt im Herzen – du weißt noch nicht, woher er stammt.

Er zieht dich zu deiner Wurzel heran, die dir unbekannt ist, zu der Stufe der Leiter und dem Zustand in dem Du Dich befindest, damit du darin enthüllen kannst, dass du es bist?

Es bedeutet nicht, dass du durch diese Wurzel eingegrenzt bist. Du wirst noch höher steigen können! Aber schon an diesem Punkt wirst du alles begreifen. Deshalb ist jede Seele verpflichtet, die eigene Wurzel zu erreichen.

Es gibt „die Urväter“, die als Stufenleiter „der Generationen“ bezeichnet werden: Abraham, Isaak, Jakob … Sie sind nicht die Wurzeln der einzelnen Seelen, sondern die Haupteigenschaften, die Eigenschaften des Schöpfers.

Somit hat jeder von uns den eigenen wurzelständigen Punkt, den man erreichen und korrigieren soll, wonach die Verbindung mit allen übrigen Seelen zu korrigieren ist. Es bedeutet die volle, persönliche Korrektur eben, die jeder Mensch machen soll.

 

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Auszüge aus den Unterrichten 16.01.2019

Aus dem Unterricht, Artikel von Rabash Was gibt uns das Gesetz: „Liebe deinen Nächsten wie Dich selbst?““.

Ich muss mich überwinden und mich gegen meinen Willen in die Gruppe einfügen, ich muss dabei von meinen Freunden verlangen, dass sie mich aufnehmen und festhalten, mich aus meinem egoistischen Gefängnis befreien, ansonsten wird mir das nie gelingen.

Selbst wenn ich mich für eine Weile meinen Kameraden anschließen konnte, wird die Zeit kommen, in der ich kein Verlangen mehr habe und nur davon träume, allein gelassen zu werden. Ich werde sie hassen und möchte nicht einmal mehr in ihre Richtung schauen.

Dann wird wieder die Zeit kommen, in der ich es schaffe, mich selbst zu überwinden und nach dem Ruf des Punktes im Herzen höre. Ich komme in die Gruppe zurück und möchte mich mit ihnen verbinden. Solche Chancen werden uns von Oben gegeben, wir können lediglich die Zeit zwischen diesen Versuchen verkürzen.

Mal schließe ich mich der Gruppe an, mal falle ich heraus und bewege mich dabei von einem Zustand zum anderen. Manchmal möchte ich weder an die Gruppe, noch an die Kabbala denken. Plötzlich verstehe ich, dass sich die Spiritualität ausschließlich in der Gruppe befindet und dann brauche ich sie. Solche unterschiedlichen Zustände sind der Beweis für den Fortschritt.

Wir glauben, ein Verlangen Namens „Yosef“ in uns zu haben, welches uns zur Verbindung führt: Es gibt seine „Brüder“, die gegen ihn protestieren. Dann erkennen wir, dass es im Grunde genommen keine Trennung zwischen Josef und seinen Brüdern gibt. Das sind die gleichen Verlangen, die dank des Lichts, welches zur Quelle zurückführt entweder auf-oder absteigen.

 

* * *

Alle Korrekturen, d.h. alle „613 Gebote“, kann man nur durch die gemeinsame Verbindung ausführen, allgemein gesagt: im Volk, in der ganzen Welt, und innerhalb des Zehners – der kleinsten Zelle der Korrektur.

Die Regel „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ besagt, dass selbst meine erste, persönliche Korrektur nicht außerhalb des Zehners erfolgen kann. Nur durch die gegenseitige Einbeziehung, in dem zumindest eine Verbindung realisiert oder deren Abwesenheit aufgedeckt wird, um ihre Korrektur zu ermöglichen, kann ein System aufgebaut werden

Alle Korrekturen erfolgen an keinem einzelnen Element, sondern über dessen Verbindung.

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Jeder Freund unternimmt alle Anstrengungen, sich den anderen anzuschließen. Nachdem er die Kraft der anderen neun erhalten hat, verbindet er sich mit ihnen. So erfüllt er sein persönliches Gebot, seinen Nächsten wie sich selbst zu lieben.

Sobald alle zehn einen solchen Zustand erreichen, vereinigen sich ihre persönlichen Korrekturen zu einer gemeinsamen Liebe zum Nächsten wie zu sich selbst, innerhalb der sich der Schöpfer offenbart. Denn die Liebe zum Nächsten führt sie zur Liebe zum Schöpfer.

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Keiner von uns kann alle 613 Gebote (Korrekturen) ausführen. Dies ist nur durch die gegenseitige Einbeziehung aller Beteiligten ineinander möglich. Jeder von uns besitzt 613 Verlangen, kann sie aber nicht ohne die Verbindung zu den Anderen korrigieren. Nur in der Verbindung können wir alle 613 Gebote ausführen.

Für jeden von uns ist eine neue Verbindung erforderlich. Wie einst in der Telefonzentrale, in der die Telefonisten manuell die Leitungen verbunden haben.

Der Mensch befindet sich die ganze Zeit in solch einer Schaltzentrale, in der er aus dem eigenen Wunsch heraus die verschiedenen Eigenschaften, welche sich in den Freunden befinden, aktivieren und in die Arbeit einbeziehen muss. Sie schließen ihrerseits seine Eigenschaften in die Arbeit mit ein, und aus diesem Ergebnis entstehen zehn Sefirot – ein Mini-Modell des ganzen Universums.

Aus dem Morgenunterricht 16.01.2019

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Es wird leichter

Auf dem vergangenen Kongress wurde mir enthüllt, dass ich mich nicht mit den Anderen verbinden, mich nicht annullieren kann, überhaupt nicht in der Lage bin, mich jemandem zu nähern! Was soll ich denn tun, denn so ist doch meine Natur?

Es gibt ein Mittel, genannt das Höhere Licht. Dieses Licht ist innerhalb der Gruppe enthalten, nur ist es vor uns verborgen, wir sehen es nicht. Genau dort befindet sich auch der Schöpfer, die Eigenschaft des Gebens. Wie sollen wir nun seine Einwirkung auf uns hervorrufen?

Wenn du anfängst, in der Gruppe die authentischen Quellen – das Buch Sohar oder „Die Lehre von den zehn Sefirot“ – zu studieren, ziehst du dadurch das Licht an, erweckst es von innen.

Warum? Weil du in diesen Büchern über die inneren Zustände liest und sie somit näher bringst, du erweckst sie, ziehst sie an.

Du rufst die Einwirkung dieser verborgenen, tieferen Welt auf dich hervor, und sie leuchtet dir.

Allmählich wirst du dadurch korrigiert, indem es dir erlaubt wird, dich mit den Anderen zu verbinden, und dann verschwinden Hass, Abstoßung und Trennung. Du beginnst, die Wichtigkeit dieser Verbindung zu begreifen, du sehnst dich danach, dass sie realisiert wird. Und plötzlich… wie ein „Knall“ – deine erste Verbindung mit den Anderen.

Wenn man sich die Ebenen dieser Verbindung in Form einer Skala (von 0 bis 125 Stufen) vorstellen würde, würde das bedeuten, dass du von Null auf Eins gekommen bist. Und das ist die Grundlage!

Also haben wir jetzt, auf dem Kongress, diesen Nullpunkt gespürt – dass wir nicht in der Lage sind, zur Verbindung miteinander zu gelangen. Und nun haben wir ein Ziel vor uns: mit Hilfe des Studiums und der richtigen Absicht nach dem Licht, das zur Quelle zurückführt, zu verlangen.

In dem Moment, in dem du die erste Ebene der Verbindung erreichst, wirst du zum „Sohn der zukünftigen Welt“ („ben olam aba“), Du begreifst, spürst, was das ist, fängst an, dich darin ein wenig zu orientieren. Du bekommst bereits einen ersten Eindruck von der spirituellen Welt.

Und danach wird es leichter. Denn das Wichtigste ist der erste Umbruch! Weil alle darauffolgenden Stufen einfach immer größer und größer werden.

Selbstverständlich sind die Unterschiede zwischen ihnen riesig und gewaltig in ihrer Stärke. Es kann sich jedoch nichts mit dem Betreten der ersten Stufe vergleichen Weil du dabei buchstäblich von unserer Welt in die spirituelle Welt übergehst. Und das ist ein grundlegender Umbruch.

 

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Drei Fenster auf meinem Bildschirm

Unser Weg kann man sich als ein Bildschirm eines Rechners, auf welchem drei Fenster, drei Dokumenten gleichzeitig geöffnet sind, vorstellen.

Das letzte Fenster ist verhüllt, ich sehe es nicht, es repräsentiert mich in dem Zustand der Endkorrektur, in der Einheit und Verschmelzung mit dem Schöpfer, in der Wurzel meiner Seele.

Das mittlere Fenster – ist mein Weg, mein Fortschritt entlang der 125 Stufen.

Das erste Fenster, das ich jetzt vor mich sehe, ist mein jetziger Zustand.

Alle drei Zustände – sind die Zustände meiner Seele, was sie empfindet, denn „was wir nicht erkennen, können wir nicht mit einem Namen nennen“.

Kabbalisten sind diesen Weg gegangen, diese Zustände durchgefühlt, vom Anfang bis zur Ende und erzählen uns alle von demselben Prozess, das sie durchgemacht haben.

Aus einem Unterricht über einen Brief von Baal HaSulam, 22.10.2010

 

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Kabbalisten über das Ziel der Schöpfung, Teil 10

Das Schöpfungsziel bezieht sich auf das gesamte Menschengeschlecht

Das Ende der Korrektur der Welt wird erfolgen, wenn sich alle Völker dieser Welt dieser – seiner (des Schöpfers) – Arbeit stellen.

Baal haSulam „Die Bürgschaft“, Punkt 20

Jeder Mensch ist verpflichtet, die Wurzel seiner Seele zu erreichen.

Baal haSulam „Der die Vernunft erschafft“

Jedem Menschen von Israel ist es garantiert, am Ende alle wunderbaren Erkenntnisse zu erlangen, mit welchen der Schöpfer im Schöpfungsplan jedes Geschöpf zu beschenken beabsichtigte. Und derjenige, der dessen nicht in dieser Reinkarnation gewürdigt wurde, wird dessen in der zweiten gewürdigt usw., bis er endlich würdig wird, den Plan des Schöpfers zu vollenden, wie es im Buch Sohar geschrieben steht.

Baal haSulam „Einführung zu Talmud Esser HaSefirot“, Punkt 155

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Die Mini-Welt der Unendlichkeit

Frage: Was bekomme ich vom Schöpfer in dem Maße meiner Ähnlichkeit mit Ihm?

Antwort: In dem Maße meiner Ähnlichkeit bekomme ich Sein Verstand und Sein Gefühl, ich verbinde mich mit Ihm durch die Gefühle und durch den Verstand und erlange die gleiche Wahrnehmung der Einheit, der Vollkommenheit und der Ewigkeit, die auch Er hat.

Ich erhalte in meinem Gefäß „Linie“ die Gefäße „Kreise“. Das höhere System war so erschaffen worden, dass aus jedem „Kreis“ eine „Linie“ (ein durch den Schirm eingeschränktes Verlangen) hervorging, und dann wieder ein „Kreis“ und wieder eine „Linie“.

In dem Maße meiner Anstrengungen „von unten nach oben“ mache ich eine Anstrengung und erhebe mich zum ersten Kreis, das nennt sich die erste Enthüllung des Schöpfers, das Ausmaß der Ähnlichkeit mit Ihm. Ich strenge mich wieder an und enthülle Ihn wieder, im nächsten Kreis.

Jedes Mal arbeite ich mit SaT, und die höhere Stufe für mich sind GaR, mit denen ich nicht arbeiten kann und die ich von oben als ein Resultat der Verschmelzung bekomme. Auf diese Weise steige ich die spirituelle Leiter, die 125 Stufen, hoch.

„In der geraden Linie“ unternehme ich selbst die Anstrengungen, ich annulliere mich, arbeite mit den anti-egoistischen Schirmen, verbinde mich mit anderen Menschen.

Und in dem Maße, in dem ich diese ganze Arbeit vollbracht habe, erlange ich die Enthüllung des Schöpfers – den Zustand des „Kreises“, die Vollkommenheit, die Mini-Welt der Unendlichkeit.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Der die Vernunft erschafft“ vom 28.10.2010

 

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Kabbalisten über das Ziel der Schöpfung, Teil 6

Was ist das Ziel der Schöpfung?

Alle Welten, die höhere und niedere, und alles in ihnen, wurden nur für den Menschen (zum Erreichen der völligen Angleichung an den Schöpfer) erschaffen.

All diese Stufen und Welten dienen nur dazu, das Verlangen des Menschen zu vervollständigen, um ihm zu ermöglichen, die Gleichheit der Form (Gleichheit der Eigenschaften des Gebens und der Liebe) mit dem Schöpfer zu erreichen – denn diese fehlt dem Menschen von Natur aus (wie geschrieben steht: Ich erschuf den Bösen Trieb im Menschen).

Von Anfang an durchliefen die Stufen und Welten einen Prozess der Einschränkung und Entwicklung bis hin zu unserer materiellen (egoistischen) Welt, um zu einem Körper dieser Welt zu werden, der im Grunde nur aus dem Verlangen zu empfangen besteht und nicht aus dem Verlangen zu geben (das Verlangen mit der Absicht für sich selbst zu empfangen. Das Verlangen zu empfangen mit der Absicht zu geben ist gebend. D.h., die Absicht bestimmt über das Wesen der Handlung, des Verlangens). Auf der Stufe (das Verlangen zu empfangen mit der Absicht zu empfangen) wird der Mensch als Tier betrachtet: ein vollkommenes Verlangen zu empfangen ohne den Funken eines Verlangens zu geben. In diesem Zustand befindet sich der Mensch in völligem Gegensatz  und somit in maximaler Entfernung zum Schöpfer.

Wenn ein Mensch Kabbala studiert, erreicht er stufenweise die Eigenschaft (die Absicht) des Gebens, von unten nach oben, entlang desselben Weges, welchen das Verlangen während seiner Entwicklung abgestiegen ist. Alle Stufen sind Maße fur die Größe des Verlangens zu geben. Je höher die Stufe, umso entfernter ist der Mensch von seinem Verlangen zu empfangen und umso näher ist er dem Verlangen zu geben.

Ein Mensch erklimmt Schritt fur Schritt alle Stufen, bis er „des vollständigen Gebens“ würdig wird und nichts mehr für sich selbst empfangen will (d.h., bis er alle Absichten von allen seinen Verlangen korrigiert hat).Dann hat der Mensch Vollständigkeit durch wahre Anheftung erreicht. Dies ist das Schöpfungsziel und der einzige Grund für die Erschaffung des Menschen.

Baal haSulam „Vorwort zu Pticha“, Punkt 9

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Alle Veränderungen kommen von innen

Es steht geschrieben: „Lass uns zum Pharao gehen“. Mit anderen Worten, lass uns zusammen gehen, denn Ich gehe mit dir, um die Natur zu verändern.  Und Ich will nur, dass du Mich darum bittest, dir dabei zu helfen, deine Natur zu verändern und sie vom Verlangen zu empfangen zum Verlangen zu geben umzuwandeln“.  Rabash, Shlavey HaSulam, 1985, Artikel 19

Unser egoistisches Verlangen ist klein, und wir erkennen noch nicht das ganze Ausmaß unseres Übels und unserer Nichtigkeit. Wir glauben, dass wir im Gegenteil vollkommen in Ordnung sind.

Die Wahrheit kann nur im Licht gesehen werden. Wenn der Mensch von oben erweckt wird, fängt er an, nach dem Sinn seines Lebens, nach etwas außerhalb des „tierischen“ Dasein im Körper, zu suchen.

Dann enthüllt er allmählich, mit Hilfe der Bücher und der Umgebung, Veränderungen in sich. Er wird aus dem gewohnten Zustand herausgeführt und schreitet vorwärts, indem er verschiedene, oft radikale Eindrücke erhält.

Bis er endlich versteht, dass die Rede von der Veränderung der Natur ist. Dieses Verständnis wird in ihm von dem Moment an fixiert, in dem er beginnt, zu erkennen, dass sein Zustand nicht so ist, wie er sein soll.

Der Mensch kann sich das viele Jahre hintereinander anhören und dennoch im Inneren nichts vernehmen. Doch in einem bestimmten Moment spürt er, dass es an ihm selbst, an der Notwendigkeit, sein Wesen zu verändern, liegt. Von diesem Moment an erzählt die Tora, d.h. die Methode zur Korrektur des Egoismus, dem Menschen von ihm selbst.

Dann konzentriert sich der Mensch auf sich selbst. Er will nicht die anderen verändern, sich vom Äußeren ablenken lassen. Seine Aufmerksamkeit bekommt einen umgekehrten Vektor, er richtet seinen Blick nach innen.

Jetzt kann er die Methode anwenden. Er hat bereits eine Verbindung zu ihr, während er früher nur eine Verbindung zum Wissen hatte. Es steht geschrieben: „Glaube an die Weisheit unter den Völkern und glaube nicht an die Tora unter den Völkern“. Zu den „Völkern“ gehört derjenige, der sich noch nicht korrigieren will.

Ein „Jude“ (Jehudi) ist dagegen derjenige, der, unabhängig von seiner Abstammung, bereits versteht, dass man die Einheit (Ihud), die Ähnlichkeit der Eigenschaften, das Geben erreichen muss.

Indem der Mensch sich auf sich selbst konzentriert, sieht er, dass er, solange er sich selbst nicht ändert, mit nichts rechnen kann – denn alle Veränderungen kommen von innen.

Dann erinnert er sich daran, dass er darüber bereits in den Urquellen gelesen hat. Von nun an hat er eine Verbindung zu der Methode. Er fängt an, sie zu schätzen, denn er spürt seine Abhängigkeit von diesem Mittel namens „Tora“, von den Büchern, dem Lehrer, der Gruppe.

Erst dann versteht der Mensch, was die Worte „Lass uns zum Pharao gehen“ bedeuten.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 18.10.2010

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Ein Filter zum Reinigen von Absichten

Jeder Schritt in unserer Arbeit wird an der Absicht gemessen. Jede neue Handlung verlangt von uns eine neue, schärfere Absicht.

Die Handlungen selbst können unterschiedliche Formen annehmen, das Wichtigste ist, was ich „am Ausgang“, am Ende meiner Anstrengungen bekommen will.

Hier ist es notwendig, sich selbst einzuschätzen: wie sehr kümmert mich die Belohnung und um welche Art der Belohnung handelt es sich? Die Rede ist nicht von materiellen Belohnungen, sondern von höheren Werten spiritueller Natur, obwohl sie unterschiedliche Richtung haben können: um des Empfangens willen und um des Gebens willen.

Wenn der Mensch eine Belohnung in seinem Kli verlangt, dann ist seine Absicht um des Empfangens willen. Er will spüren, verstehen, erlangen, sich erheben usw.

Mit anderen Worten, es ist unwichtig, was genau ich will – wenn das Ziel in mir ist, wenn die Überprüfung in meinen Verlangen stattfindet, dann ist meine Berechnung zwar spirituell, aber egoistisch.

Selbst wenn ich die Bruderliebe, die Nächstenliebe, die Liebe zum Schöpfer erreichen will, muss ich tiefer graben und meine Deutung dieser Phrasen überprüfen – was ist dort: Unreinheit oder Heiligkeit?

Also hängt alles davon ab, wo der Mensch die Resultate seiner Arbeit prüft: im eigenen Kli oder im Schöpfer.

Kann ich etwa einen Sensor im Schöpfer installieren und tatsächlich überprüfen, ob ich Ihm Genuss bereitet habe?

Und weiter? Wenn das Resultat positiv ist, wird es für mich selbst angenehm und warm ums Herz sein? Oder ist meine Absicht wirklich allein auf Ihn gerichtet, ohne jeglichen Bezug zu mir selbst?

Diese ganzen Überprüfungen können nur erfolgen, wenn wir eine wirkliche Arbeit leisten, sprich den Schöpfer in der Gruppe enthüllen.

Die Liebe zwischen den Freunden dient als eine Art Filter zum Reinigen von Absichten und Verlangen, mit dessen Hilfe ich mich von der egoistischen Berechnung befreie und fehlerfrei überprüfe, wer ich bin, was die Gruppe ist und wie sehr ich ihr und nicht mir selbst ergeben bin.

Dann sehe ich, dass ich selbst zur kleinsten Handlung des Gebens nicht in der Lage bin. Das liegt nicht in meiner Kraft. Und ich wende mich an die Gruppe, weil die Freunde mir das Gefühl der Bürgschaft gegeben haben und mir auch die Kraft zum Geben verleihen können.

Die Größe der Freunde, die Größe der Gruppe liefert mir den Kraftstoff – bis zu einem bestimmten Level, bis ich mein Kli aufgebaut habe.

Wenn ich seine Korrektur abgeschlossen habe, will ich es anwenden – und dann entdecke ich den Schöpfer, den ich von Anfang an angestrebt habe, in der Gruppe.

Doch jetzt wende ich mich an Ihn zusammen mit den Freunden, aus dem gemeinsamen Verlangen heraus – mit der Bitte um die Kraft des Glaubens. Auf diese Weise kommen wir zu der Verschmelzung mit Ihm.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel von Rabash vom 11.10.2010

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