Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Malchut'

Glaube und Verstand

Im Gegensatz zu unserer Welt, wo Glaube die Annahme eines angeblichen Ereignisses eine Tatsache genannt wird, bedeutet Glaube in der Kabbala das Empfinden des Schöpfers.

Glauben ist Bina, die Eigenschaft des Gebens, und wenn wir diese erwerben, enthüllen wir die gemeinsame Kraft, die diese Welt erfüllt. Dann spüren wir sie und befinden uns mit ihr in einer Verbindung und erkennen sie. Und dies wird Wissen genannt.

Warum spricht man dann von Glauben über dem Verstand? Wenn ich mich in meiner egoistischen Natur befinde, habe ich ein bestimmtes Wissen oder eine bestimmte Meinung.

Um auf eine spirituelle Stufen aufzusteigen, brauche ich eine äußere Kraft, die mich ändert und somit auf eine andere Ebene der Wahrnehmung, über den Egoismus in die Eigenschaft des Gebens, erhebt.
Diese Wahrnehmung heißt Glauben, die Kraft von Bina. Und unser materielles Wissen, wird [direkt] in uns aufgenommen, wenn man sich in der Eigenschaft des Empfangens, das heißt, in Malсhut befindet.

Wenn ich die Eigenschaft des Gebens,des Glaubens, bzw. des Lichtes Chassadim erreicht habe, erfülle ich mich mit dem Licht Chochma, bzw. mit dem Wissen. Mit dem Wissen komm ich in den nächsten Zustand – Malchut. Ich soll noch weiter zu eine höheren Stufe aufsteigen. Wodurch? Durch Glauben, Licht, Bina, das Licht Chassadim, die Eigenschaft des Gebens. Wenn ich das Licht Chassadim habe, erfülle ich es wieder mit dem Licht Chochma, und dann hab ich wieder das Wissen.

So bewege ich mich mit dem Glauben über den Verstand. Dies ist der Hebel, mit dem ich mich jedes Mal immer höher nach oben bringe.

Aus dem Programm „Kabbala für Anfänger“, 24.11.2010

Die Finsternis ist ein starkes Feuer

Eine Frage, die ich erhielt: Wie kann anstelle des guten Lichtes das grausame Feuer entstehen?


Meine Antwort: Sie haben Recht, diese Frage haben mir viele Menschen während des Brandes in Israel gestellt. Das Licht kommt also von oben, und wir verwandeln es aufgrund der entgegengesetzten Eigenschaften und Handlungen ins Feuer.

Schauen Sie an, was darüber im Sohar geschrieben ist (es gibt noch viele solche Stellen im Text). Der Sohar, Bereschit, Punkt 17, Artikel „Die Erde war leer“:

Die Finsternis ist ein starkes Feuer. Und diese Finsternis überdeckt die Leere, herrscht über diese Abfälle und wird von ihnen korrigiert. Somit ist die Finsternis nicht einfach die Abwesenheit des Lichtes, d.h. die Leere, sondern auch die Kategorie der Handlung, die dem starken Feuer ähnlich ist, der ein beliebiges Wesen verbrennt und zerstört – indem es das Wesen anrührt.

Deshalb ist eben gesagt, dass die Finsternis ein starkes Feuer ist, das alles verbrennt und zerstört. Somit erlischt sie auch das Licht und überdeckt die entstandene Leere vollständig“. Es heißt eben die Finsternis, und nicht das Feuer, weil die Kraft der Verbrennung nicht von ihr selbst ausgeht, sondern davon, dass sie über jene Abfälle herrscht, welche als die Leere bezeichnet werden, und von denen sie die Kraft bekommt.

Weil es der Einschluss der Eigenschaft des Gerichtes in die Eigenschaft der Barmherzigkeit ist. Мalchut ist in Bina hinaufgestiegen, um dort mittels des Schirmes korrigiert zu werden. Und da es in Bina kein Gericht und kein Feuer gibt, so kann Malchut mittels des Schirmes korrigiert werden, wie das Chaos korrigiert wurde – weil diese Finsternis über die Leere herrscht, wo sich das starke Feuer befindet, das die Unreinheit in die Abfälle und die Leere verwandelt hat.

Von da aus bekommt die Finsternis die Kraft des verbrennenden Feuers, das dem starken Feuer in der Leere ähnlich ist. Diese Finsternis überdeckt die Leere, herrscht über diese Abfälle und wird von ihnen korrigiert, weil sie daraus die Macht des starken und verbrennenden Feuers bekommt.

Wie viele Seelen – so viele Welten

Eine Frage, die ich erhielt: Wie wird man zum Helfer des Schöpfers, und warum kann uns der Schöpfer nicht selbst das Licht dazu geben?

Meine Antwort: Wenn du dich über dein Ego erhebst und es nur für das Geben verwenden willst, dann wird der Schöpfer mit dir zusammen arbeiten.

Er wird dir das ganze Licht geben, damit du es an die Anderen weitergeben kannst. Er kann ihnen nichts geben – und du kannst es wohl tun! Du wirst zu Seinem gleichberechtigten Partner, als ob alle übrigen Menschen seine Lieblingskinder wären, und Er ihnen das Licht nur durch dich weitergeben könnte.

Aber du willst es jetzt nicht machen, weshalb ihr euch ständig in der Opposition befindet. Das ganze Universum, die ganze Welt und die Menschheit sind Kinder des Schöpfers, welche wegen dir leiden!

Wenn du bereit sein wirst, ihnen zu helfen, dann wird der Schöpfer dir alles geben. Ihr werdet gleichberechtigte Partner sein, du wirst Ihm helfen, stelle dir nur vor, welche Ehre und Macht das ist.

Dir wird das ganze Licht zugänglich sein, wobei du davon eben soviel nehmen wirst, wie du an die Anderen geben kannst. Andere Menschen sind die Schechina, Malchut. Und du wirst mit dem Schöpfer, mit Seir Anpin vereinigt, wobei deine Höhe sich durch die Größe des Egos erklärt, das du für das Geben verwendest.

Er will dich an Sich angleichen, damit ihr beide Partner werdet. Denn so wie Er zu sein, bereitet einen echten Genuss. Er will es sowohl mit dir, als auch mit allen Anderen machen.

Aber jeder hat eine ganze Welt für das Geben. So viele Seelen wie es gibt – so viele Welten gibt es auch. Jeder hat seine eigene Welt, Malchut der Welt Azilut, die Schechina. Dir scheint es so zu sein, dass der Andere leidet, aber derjenige, den du siehst, befindet sich in deinem Inneren. Du kennst seine Gegenwart nicht!

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Dienerin, die ihre Herrin beerbt“, 09.12.2010

Alle Welten auf einem Bratspieß

Alle Welten: Azilut, Brija, Ezira, Asija und sogar unsere Welt – besitzen ein und das selbe Aufbau, wie Abdrücke von einander. Nur in unserer Welt sehen wir das nicht.

Angefangen mit dem Zerbruch unserer Welt und der Vermischung von Bina und Malchut,dient der Parzuf SaG als Abdruck, als Matrix, als Abdruck seiner Form in Bina, vereint mir Malchut, in der ganzen Materie, auf allen Ebenen: Azilut, Brija, Ezira, Asija, unsere Welt.

Oben im Kopf der Welt Azilut befindet sich die Wurzel aller Welten, weil der SaG selber zu der Ersten Einschränkung (Zimzum Alef) gehört und sein Einfluß reicht nichtdirekt bis in die Welten der Zweiten Einschränkung (Zimzum Bet) aus, sondern nur durch „Saerot“ (engen beharten Kanälen).

Und vom Kopf der Welt Azilut steigen diese Fäden bis zur unserer Welt runter, wie die Projektionen, wiederholend ein und das selbe Aufbau, aufgereiht auf den selben Achsen, wie auf einem Bratspieß. Deswegen verbreiten sich alle Lichter mit parallelen Lichtrahlen von oben nach unten.

Doch das bezieht sich nur zum Aufbau der Welten, und nich zu ihrem Verhalten! Die Richlinien des Verhaltens in jeder Welt entsprechen ihrer Stufe, und deswegen unterscheiden sie sich. Die Welt Azilut – ist ganz wegen Geben, und niedrigere Welten: Brija, Ezira, Asija und unsere Welt – handeln mit dem Einklang ihrer Ebene.

Aus dem Unterricht „Beit Shaar a-Kavanot“, 30.12.2010

Zwei Säcke mit Geschenken

„Und das Licht, welches sich in der Welt offenbart und sich in sie einkleidet, heißt Punkt des Stadiums Jud, welcher sich in zwei Buchstaben Hej aufteilt: eine Welt der Verhüllung und eine Welt der Offenbarung. „

„Und die ganze Arbeit des Menschen besteht darin, diesen Punkt zu offenbaren, ihn durch das Stadium Waw weiterzuführen – von einer Welt bis zur anderen Welt, d.h. durch den Buchstaben Waw zwischen zwei Buchstaben Hej, und dabei für alle die Fülle des Lichtes zu offenbaren, die vom umgebenden Licht an diejenigen, die es umgibt, ausgeht, – d.h. zwischen Buchstaben Hej, durch das Geheimnis von „Bina, Jessod, Malchut“.“

(Baal HaSulam: „Von Hinten und Vorne umfaßt du mich.“)

Der Schöpfer hat zwei „Säcke“. Aus einem nimmt Er einen Wunsch heraus und fügt ihn in den Menschen ein. Und nachdem der Mensch diesen Wunsch richtig bearbeitet, fügt der Schöpfer in ihn die Füllung dieses Wunsches aus dem anderen „Sack“ ein. Nachher wiederholt sich diese Handlung, aber bereits mit dem neuen Wunsch. Er verhält sich zu uns so, wie wir uns zu unseren Kindern verhalten.

Wir wachsen und wir entwickeln uns, je nach unserer Fähigkeit, den vom Schöpfer bekommenen Wunsch vorzubereiten, ihn zu bearbeiten und brauchbar für die Füllung zu machen. Darin besteht der ganze Prozess der Entwicklung der Schöpfung.

Nur darf man nicht vergessen, dass unsere Arbeit gerade in der Mitte ist. Wir sollen den Wunsch, der vom Schöpfer kommt, richtig bearbeiten.

Und die Füllung – existiert in Wirklichkeit schon innerhalb des Wunsches. Und in jenem Augenblick, wenn der Wunsch die richtige Form findet, wird die Füllung enthüllt.

Aber die Hauptsache ist, durch diesen Prozess denjenigen zu enthüllen, der das alles herbeiruft und auf uns einwirkt. Das soll das Endergebnis von allen Zuständen werden, die wir durchgehen.

Die Korrekturen sind ja kein Selbstzweck. Der Schöpfer konnte uns alles bereits in der endgültigen Form geben. Ihm ist es wichtig, dass wir mit unserer Arbeit Ihn, den Begriff der Göttlichkeit enthüllen. Das heißt „zwei Welten miteinander zu verbinden“ (zwei Säcke).

Baal HaSulam erwähnt das in dem Artikel „Von Hinten und Vorne umfaßt du mich“, wenn er über die Vereinigung zwischen zwei Buchstaben „Hej“ („ה“) – obere/Bina und untere/Malchut spricht. Und der Buchstabe „Waw“ („ו“) zwischen ihnen ist die Gerade/Seir Anpin, die zwischen Bina und Malchut verbindet.

So wird der Mensch, der zwei Welten verbindet, der gesamten Schöpfung würdig. Das ist eben die Arbeit, die man auf keinen Fall versäumen darf.

Wir sollen durch alle diese Zustände gehen, die Anstrengungen angeblich von unserer Seite machen, um diese eine wirkende Kraft zu enthüllen, bis es sich uns offenbart, dass „es niemanden außer Ihm gibt“.
Aus dem Unterricht nach dem Brief von Baal HaSulam, 26.11.2010

Das harmonische Miteinander…

Eine Frage, die ich erhielt: In welcher Arbeitsphase erreicht der Mensch die Freiheit des Willens?

Meine Antwort: Nur nach der Erlangung der Seele, nach der spirituellen Enthüllung.

Der spirituelle Parzuf ist in zwei Hälften aufgeteilt: die obere – Keter, Chochma, Bina, Chessed, Gwura, das obere Drittel von Tiferet, und die untere – das untere Drittel von Tiferet, Nezach, Hod, Jessod, Malchut, und dazwischen das mittlere Drittel von Tiferet.

Der obere Teil sind Verlangen zu geben, das untere Teil sind Verlangen zu empfangen. Was ist aber die Mitte, der mittlere Teil von Tiferet? – Er gehört weder zum Empfangen noch zum Geben, und genau hier liegt die freie Wahl: was wirst du damit tun?

Doch wie Buridans Esel kannst du dich weder für die eine Seite noch für die andere entscheiden, zerreißt dich in zwei Hälften und bist nicht in der Lage, eine Entscheidung zu treffen, solange wir nicht enthüllt haben, dass es hier eine Möglichkeit gibt, diese zwei Hälften zu vereinen – damit die obere und die untere Hälfte in der dritten, mittleren Linie zusammenarbeiten!

Ich vereine diese zwei Kräfte: die Kraft des Gebens und die Kraft des Empfangens, und sie beginnen, mich zu lenken. Das nennt sich „Empfangen um zu geben“, wenn diese zwei Kräfte harmonisch miteinander arbeiten.

Darin besteht das ganze Wesen der Wissenschaft der Kabbala und darum heißt sie „Kabbala“ (Empfangen), denn sie lehrt, wie man diese zwei Kräfte, das Empfangen und das Geben, in welcher Form erhält, damit sie einander ergänzen. Und dadurch baust du deine Unabhängigkeit, die wahre Freiheit auf.

Du bist vom Schöpfer unabhängig und Ihm gleichzeitig ähnlich! Du nimmst ein Beispiel an Ihm, bleibst jedoch vollkommen selbständig. Du hast nichts Anderes, woran du ein Beispiel nehmen könntest, denn du erhältst diese zwei Kräfte zwingend. Doch wie du sie annimmst und dich ihnen angleichst, darin bist du vollkommen frei.

Hier, in der Mitte zwischen zwei Kräften, in dem mittleren Drittel von Tiferet ist unsere Seele enthalten, die wir aufbauen.

Die feie Wahl beginnt mit der Enthüllung des Schöpfers. Es steht geschrieben: „Wer gestorben ist, der ist frei“ – das bedeutet, dass, wenn das egoistische Verlangen stirbt, sich zwei Kräfte, das Empfangen und das Geben, gegenüber stehen und du dich zwischen ihnen befindest – und dann bist du frei. Denn du kannst mit diesen zwei Kräften gleichermaßen arbeiten.

Und obwohl du glaubst, dass du zwischen ihnen beiden stehst und nicht weißt, wohin du gehen sollst – das Verlangen zu empfangen einerseits und das Verlangen zu geben andererseits -, doch nur unter der Bedingung, dass die Eine die Andere tötet, gelangst du in einen neutralen Zustand und kannst frei sein.

Und im Moment befinden wir uns allein unter der Macht des Verlangens zu empfangen, wir haben kein Verlangen zu geben. Deshalb, solange wir das Verlangen zu geben nicht erlangt haben, sind wir wie von der Natur gesteuerte Tiere, und wenn wir es bekommen, werden wir frei – und zwar nur, um uns an den Schöpfer anzugleichen und aus uns einen Menschen (Adam) zu erschaffen, d.h. Ihm „ähnlich“ zu werden.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Freiheit des Willens“ vom 08.10.2010

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Warum mögen die Menschen die Wolken anzuschauen

Nach dem Zimzum Bet (nach der zweiten Beschränkung) reiht sich jeder Höhere Parzuf mit seinem unteren Teil in den Unteren Parzuf ein: der untere Teil Bina taucht in S“A ein, der untere Teil S“A – in Malchut.

Deshalb ist der obere Teil jedes einzelnen Parzuf sichtbar, und sein unterer Teil ist innerhalb des Unteren verborgen.

So ist der Bau entsprechend Zimzum Bet, und wir befinden uns gerade in solcher Verbindung – jeder reiht sich mit seinem Teil in den anderen ein. Alle in allen!

Wir können uns optisch dieses holographische Bild nicht vorstellen, es gibt keinen Menschen, der sich in alle nicht einreihen würde, und es gibt niemanden, der in sich nicht alle, den Teil von jedem nicht beinhalten würde.

Wir bilden also ein Integralsystem, eine große Wolke, die keinen Anfang, kein Ende oder irgendwelche abgesonderte Teile hat, und alle sind in alle aufgenommen!

Es ist das, was Zimzum Bet mit uns macht, wenn sich Bina mit Malchut verbindet. Ob wir das wollen oder nicht, wir beeinflussen einander total.

Und wenn wir uns bewusst werden und die Folgerungen ausnutzen, um die Gedanken und die Wünsche der anderen richtig zu beeinflussen, dann werden wir die gegenseitige Bürgschaft und das Allgemeine Kli schnell erreichen.

Das System ist schon nach diesem Prinzip aufgebaut, die Frage ist, ob wir wollen, nach diesem Prinzip zu arbeiten. Darin ist der ganze Unterschied zwischen der Welt, wo wir uns jetzt befinden und der spirituellen Welt.

Unsere Welt ist so, wie wir sie sehen wollen! Und die spirituelle Welt entspricht vollständig dem Wunsch des Schöpfers.

Aus dem Unterricht nach „Bejt Schaar a-Kawanot“, 25.11.2010

Keter-Chochma-Bina-S“A-Malchut

Keter und Bina verfügen über solche besonderen Eigenschaften, dass sie fähig sind, herunterzusteigen und mit den niedrigsten Wünschen zu arbeiten.

Bina ist Chassadim (die Barmherzigkeit), und Chassadim kann sich an jeder beliebigen Stelle aufhalten, da es von der Absicht „des Gebens um des Gebens willen“ beschützt wird. Aber wie kann Keter heruntersteigen, in welchem neben dem Licht Chassadim, auch das Licht Chochma vorhanden ist?

Es geht darum, dass Keter alles ausfüllt und sich zu allem von „unten nach oben“ verhält, weshalb es in beliebige Wünsche heruntersteigen kann, die sich in den egoistischen Absichten befinden, so wie Bina auch – aber aus einem anderem Grund.

Keter ist eine Eigenschaft des Schöpfers, die die gesamte Schöpfung, Malchut ausfüllen möchte. Es ist nicht das Licht der Füllung, Chochma, sondern die Absicht der Schöpfung, ihre Idee, ihr Programm. Es bestimmt folglich, was der Schöpfer von uns letztendlich will – Er will uns zu sich erheben.

Deshalb wird diese Sfira mit dem Endstrich des Buchstabens „Jud“ bezeichnet, es ist ein Programm, das sich unterhalb der Sfira Chochma realisiert. Dabei ist Chochma schon das Licht des Schöpfungsziels, und Bina – das Licht der Korrektur.

Somit gibt es GAR, drei Höhere Sfirot, die zum Schöpfer gehören: Кeter – das Programm, Chochma – das Ziel und Bina – die Korrektur der Schöpfung.

Und dann erfolgt die Realisierung in den unteren Sfirot. Es ist das System Seir Anpin welches die Reihenfolge der Handlungen bestimmt, die die unteren Korrekturen durchführen.

Und die untere Sfira, die sich verändern soll, ist Malchut. So sind die 5 Teile eben, aus denen die Schöpfung besteht.

Und da Keter ein Vorhaben, das Programm der Schöpfung, ihre Idee ist – so befindet es sich an jedem beliebigen Ort! Denn ohne diese Idee kann nichts existieren , kein einziger Wunsch.

Er gilt in Bezug auf die unteren Stufen „von unten nach oben“, weil alles nur darauf gerichtet ist, sie für die Korrektur zu erheben – selbst wenn sie dafür in Klipot herabfallen sollten und Versündigungen auf diesem Weg begehen.

Das Buch Sohar erzählt, dass diese Probleme und Verbrechen uns später als die richtigen Handlungen vorkommen werden, die wir durchgehen mussten, um endlich den korrigierten Zustand zu enthüllen.

Das alles hat der Schöpfer so vorgesehen, und wir begingen weder die Fehler, noch die Verbrechen, oder die Korrekturen selbst.

Deshalb herrscht Keter über alle Beschränkungen und Kürzungen.

Es ist der Gedanke, der in jedem Teilchen der Schöpfung, in jeder Handlung eingeschlossen ist, weshalb er sich überallhin erstreckt und von unten nach oben wirkt, um alle Teile der Schöpfung miteinander zu verbinden, und das Ende der Korrektur zu erreichen.

Bina ist dagegen anders, weil sie das Licht Chassadim, die Korrektur der Schöpfung darstellt. Die Korrektur kann in jedem beliebigen Zustand und an jedem beliebigen Ort erfolgen, entsprechend dem Korrekturwunsch der unteren Stufe, welche die Eigenschaft Bina, die Eigenschaft des Gebens erreichen möchte.

Du willst und du wirst bekommen, ohne jede Beschränkung! Und deshalb kann sich Bina auch überall erstrecken, denn sie ist „Chafez Chessed“ (das reine Geben).

Und Chochma ist das Licht des Schöpfungsziels, welches die Wünsche nach ihrer Korrektur mittels Bina ausfüllt. Und Seir Anpin bestimmt den Prozess, nach dem diese Korrektur erfolgt.

Weil Bina sich Keter angleichen möchte, gebärt sie S“A, wonach sie darin weilt, um ihn zum Niveau Keter zu erheben. Aber S“A kann alleine Keter nicht erreichen, wie es Bina gerne möchte – sondern nur mit Hilfe von Malchut!

Somit ist S“A der verborgene Schöpfer und Keter – die Höhere Eigenschaft – Azmuto, das Vorhaben der Schöpfung. S“A und Malchut arbeiten zusammen, weil S“A nur dann Keter gleich werden kann, wenn sich Malchut an ihn anschließt und ihre Wünsche an ihn weitergibt.

Deshalb kann sich Malchut nur dann korrigieren, wenn sie dem Beispiel S“A nacheifert. Sie erkennt folglich, welche Wünsche und Korrekturen notwendig sind, um sich mit Ihm zu verbinden. Маlchut sind die Seelen, S“A ist der Schöpfer, und ihre Vereinigung stellt die Verschmelzung der Seelen mit dem Schöpfer dar.

Wenn sie sich verbinden, dann steigen sie in A“B – SA“G – zu Chochma und Bina hinauf. Und wenn sie sich dort verbinden, dann reihen sie sich in Keter ein. Dort endet das Programm der Schöpfung!

Aus dem Unterricht nach „Bejt Schaar ha-Kawanot“, 22.11.2010

Die Schöpfung stellt dem Schöpfer Bedingungen

Die Welt der Einschränkung ist Malchut, die sich einschränkt und sagt: „ich will nicht mehr empfangen – ich will nur geben! Ich bin bereit zu empfangen nur wenn ich das um des Gebens willen tun kann und mich somit dem Schöpfer, dem Licht angleiche!“

Das ist ihre Bedingung, und wir haben keine Wahl wir müssen damit zustimmen, wenn wir mit dem Schöpfer, mit dem höheren Licht gemeinsam sein wollen.

Ich befinde mich jetzt in dem Zustand, wo ich bereit bin vom Schöpfer alles zu empfangen: gib es mir bitte, je mehr umso besser! So sagt mein Egoismus, mein Verlangen zu empfangen.

Deshalb sehe ich den Schöpfer nicht, denn zwischen uns steht die Malchut der Welt der Unendlichkeit, das ganze enorm eingeschränkte Verlangen. Deshalb, ich sehne mich zwar sehr danach, aber bekomme nichts!

Nur unter der Bedingung, dass ich mit der Einschränkung einverstanden bin und ich werde bereit sein eine Mauer vor mir zu errichten, so dass es mich nicht mehr besorgt, wie viel Licht zu mir vom Schöpfer kommt, ich bekomme ja nichts für mich, in diesem Maß beginne ich zu spüren, dass jemand vor mir steht.

Wenn ich mich bis zu solchen Zuständen entwickle, wenn ich außer der Ersten Einschränkung (Zimzum Alef, Z“A) auch den antiegoistischen Schirm für zehn Gramm habe, denn für diese zehn Gramm wird sich mir der Schöpfer offenbaren und mir mit diesen „zehn Gramm“ des Lichtes, des Lichtes, welches Nefesch heißt, leuchten.

Wenn mein Schirm (Verlangen zu empfangen) bis zur einem Kilo sich vergrößert, offenbart sich der Schöpfer mit dem Licht von „einem Kilo“ – mit dem Licht Ruach. Und so werden die spirituellen Stufen gemessen. Ich muss immer unter der Einschränkung und unter dem Schirm bleiben – das macht mich dem Schöpfer ähnlich.

Aus einem Unterricht von Rabasch „Erklärung zu Pticha“, 19.11.2010

 

Die Transplantation meiner Seele

Indem ich mich der Gruppe anschließe, verpflanze ich quasi meine Seele von einem Ort an den anderen: aus meinem Körper, in dem ich mich im Moment befinde, in einen anderen Körper.

Ich verlagere meine Seele von der Empfindung dessen, dass sie sich im Moment in diesem Körper befindet, zu der Empfindung, dass ich sie in einen anderen Körper einsetze. Und dieser andere Körper ist die Gruppe.

Doch die Gruppe bedeutet nicht die Gesichter meiner Freunde, einzelner Menschen, die mehr oder weniger miteinander verbunden sind. Das ist ein neues System, noch nicht einmal ein System, sondern ein neues Verlangen, welches sich außerhalb von mir befindet.

Und das ist das am meisten korrigierte Verlangen, welches sich in der Endkorrektur befindet. Es gibt keinen Mangel darin – dort ist der Schöpfer anwesend, der es vollkommen ausfüllt.

Das ist ein riesiges vollkommenes Verlangen, es fehlt nur eins: dass ich mich ihm anschließe, dass ich mich dort „hineinpflanze“, wie ein Transplantat, das einen Prozess der schrittweisen Anheilung an den neuen Körper durchlaufen, dessen andere Teile wahrnehmen, sich vor ihnen annullieren, sich durch seine ein- und ausgehenden Gefäße mit ihnen verbinden muss.

Auf diese Weise lernt das transplantierte Organ immer besser dieses System kennen, ordnet sich in dieses ein und beginnt, zusammen mit diesem System zu funktionieren, weil es versteht, dass alles von ihm abhängt, von dem, inwieweit es sich dort „eingelebt“ hat und zu einem untrennbaren Teil davon geworden ist, indem es sich buchstäblich darin verloren hat. Und das heißt, dass es Malchut der Welt der Unendlichkeit, die letzte Korrekturstufe, erreicht hat.

In dem Maße, in dem ich mich in dieses neue Verlangen (in die Gruppe), das als „Schechina“, der Ort der Anwesenheit des Schöpfers, bezeichnet wird, hineinbringe, enthülle ich Ihn dort.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 05.11.

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