Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Liebe'

Habe keine Angst vor Wünschen

Frage: Welche Wünsche stören den spirituellen Weg? Muss ich mit ihnen kämpfen, was soll ich mit ihnen machen?

Antwort: Fürchte dich nicht vor irgendwelchen Wünschen und versuche nicht dich gegen sie aufzulehnen. Das einzige was getan werden muss, ist das höhere Licht heranzuziehen. Er hat diese Wünsche geschaffen und Er soll sie korrigieren, lenken und handhaben.

Wir reduzieren und steigern unsere Wünsche nicht und üben keinen Druck auf uns aus. Wir entwickeln nicht in uns die Eigenschaft des Gebens, der Liebe und der Verbindung – das ist nicht unsere Zuständigkeit. Wir müssen nur das höhere Licht heranziehen, damit es wirkt.

Es ist ein großer Fehler zu glauben, dass wir uns selbst verändern können. Wir verwirren uns nur damit.

Aus dem russischen Unterricht 13.05.2018

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Warum lockt uns der Schöpfer, lässt uns aber das Vergnügen nicht genießen?

Frage: Wenn der Schöpfer Verlangen und Erfüllung gibt, warum zieht er es nur an und lässt es uns nicht auskosten?

Antwort: Stellen Sie sich vor, Sie wären an einem mit Süßigkeiten gedeckten Tisch gefesselt und würden dort den Rest des Lebens verbringen, was würde geschehen? Ein Mensch braucht Gegensätze. Es ist bekannt, dass die in der Süßwarenindustrie arbeitenden Menschen Hering mögen und umgekehrt.

Wenn wir das Gegenteil nicht kennen, schmecken wir weder süß noch bitter, noch salzig oder sauer. Durch das richtige Gleichgewicht von Gut und Böse beginnen wir uns zu entwickeln und den Schöpfer zu offenbaren.

Das Gute ist die Eigenschaft des Schöpfers, das Böse ist das absolute Gegenteil von Ihm. Wir müssen in uns die richtige Kombination bilden, die es uns ermöglicht, den Schöpfer wahrzunehmen.

Uns werden Gut und Böse gegeben, um zuerst das Äußere des Schöpfers zu erkennen und dann Ihn selbst: Seine Absichten in Bezug auf uns, sein ursprünglicher Gedanke, den Plan der Schöpfung und noch tiefer – dort beginnen sich bereits Geheimnisse zu offenbaren. 

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Die geheime Kraft einer Frau

In unserer Welt verhält sich ein Mann wie ein Macho gegenüber einer Frau, um zu zeigen, dass er höher, stärker, erfolgreicher als sie ist.

Das ist durch die Natur bedingt, obwohl in der spirituellen Natur alles umgekehrt ist. Da die Frau die neue Generation gebärt und den Mann zur Entwicklung antreibt, ist sie höher und wichtiger als er.

Genauso wie in unserer Welt eine Frau die neue Generation zur Welt bringt, erschafft der weibliche Teil auch in der Spiritualität eine neue Stufe, die näher zum Schöpfer ist.

Wer macht den Schritt der Annäherung an den Schöpfer? Der Mann setzt die Kraft in Bewegung, doch die Frau macht diesen Schritt, sie gebärt die nächste Stufe. In unserer Welt genießt der Mann dadurch, dass er nichts zur Welt bringt, eine größere Freiheit – …und macht das, was er will.

In der Spiritualität ist der Mann mit all seiner Freiheit vollkommen darauf ausgerichtet, die weibliche Kraft zu bedienen, um die nächste Stufe zur Welt zu bringen und sich zusammen mit der Frau der Spiritualität anzunähern.

Alles, was es in einem Mann gibt, bringt er in die Frau hinein und aus ihr kommt ihre neue gemeinsame Stufe heraus, genauso wie auch in unserer Welt, die eine natürliche Projektion der spirituellen Welt ist, wo ein Mann den Samen hineinbringt und eine Frau ihn entwickelt und die nächste Generation zur Welt bringt.

Frage: Was hat eine Frau, dass sie den Samen empfangen und ihn entwickeln kann?

Antwort: Es existieren in ihr zwei Kräfte, die Kraft des Empfangens und die Kraft des Gebens. Ein Mann hat nur die Kraft des Gebens, er ist schwach, das ist nicht genug, um in der Natur existieren zu können. Und eine Frau hat sowohl die Kraft des Empfangens als auch die Kraft des Gebens.

Frage: Also symbolisiert sie die Schöpfung selbst?

Antwort: Sie symbolisiert die Schöpfung und die gesamte Schöpfung ist für sie erschaffen worden, das ist Bina, die Höhere Mutter.

Der Vater (Aba) hat nur die Kraft Chochma und die Mutter (Ima) hat sowohl Chochma als auch Chassadim, sie weiß auch, wie diese beiden Kräfte organisiert werden müssen, um den männlichen und den weiblichen Teil zur Welt zu bringen und sie anschließend voranzutreiben.

Die Entstehung, das Säugen, der Zustand des Erwachsenseins – all diese Etappen gehen von Ima aus.

Frage: Und all das wird in unsere Welt projiziert?

Antwort: Wir müssen verstehen, dass wir, wenn wir in unsere Welt in Übereinstimmung mit der spirituellen Welt die Korrektur hineinbringen, eine andere Welt sehen werden.

Es werden ganz andere Beziehungen in der Familie, zwischen Männern, Frauen und Kindern herrschen. Alles wird eine andere Form annehmen. Darüber steht geschrieben: „Ich sah eine umgekehrte Welt“.

Und wenn wir dagegen die Wissenschaft der Kabbala nicht anwenden, werden wir immer tiefer absteigen und wir mögen noch so viel in neue Schulen, Freizeitaktivitäten und öffentliche Einrichtungen investieren, es wird uns nichts helfen und unsere Welt wird bis zum völligen Verfall hinabsteigen.

Kabbala Grundkurs

Frau = Verlangen

Frage: Zum Thema Frauen als Führungskräfte der Nationen: Was die Frauen als Führer von Nationen betrifft… da es nicht mit dem spirituellen System übereinstimmt und da es „nur eine Wahrheit und nur einen Weg dahin gibt (derselbe Weg, auf dem wir aus der Welt der Unendlichkeit herabgestiegen sind),“ bedeutet das, dass eine Frau nicht aus der Welt der Unendlichkeit herabgestiegen ist und nicht dahin aufsteigen kann und deshalb keinerlei Gründe hat, Kabbala zu studieren?

Antwort: Ihre Schlussfolgerung ist unklar. Eine Frau hat eine Wurzel im Schöpfungsgedanken, denn sie repräsentiert das geschaffene Verlangen. Ein Mann andererseits repräsentiert die Eigenschaften des Schöpfers und verwirklicht Korrektur basierend auf dem Verlangen der Frau. Beide müssen in der spirituellen Korrektur Partner sein, jeder in seiner eigenen Funktion.

Frage: Ich empfinde hier ein Paradox. Männer und Frauen funktionieren auf verschiedenen Frequenzen und verstehen einander nicht sehr gut. Ferner braucht der Mann, um das Ziel zu erreichen, das Verlangen der Frau. Wenn die Höhere Kraft das Einzige ist, das Menschen zu „gegenseitigem Verständnis“ bringen kann, wie sollte der männliche Teil fragen, um das weibliche Verlangen wahrzunehmen?

Antwort: Verlangen werden „durch die Luft“ transportiert, sie „lungern“ sozusagen „in der Luft herum“. Menschen müssen nicht miteinander sprechen, um voneinander die Verlangen wahrzunehmen.

Frage: Wenn Gott Adam erschuf, warum musste Er nach der Abtrennung Adams, eine Frau erschaffen?

Antwort: Es ist gerade der weibliche Teil des Mannes, der Natur, der das Verlangen erschafft alles zur Korrektur zu bringen.

Frage: (von einer Frau): Darf eine Frau fragen, sodass ein Mann schließlich das Verlangen nach Korrektur in seinem vollen Umfang empfindet?

Antwort: Das ist das Einzige, das Männer zwingt, um Korrektur zu bitten – für beide, für den Mann und für dich. 

Kabbala Grundkurs

Was ist die Seele?


Ich erhielt Fragen über die Seele und ihre Beziehung zum Körper:

Frage: Sie beharren darauf, dass sich die Seele im Herzen befindet. Wie erklären Sie dann, dass der Mensch nach einer Herztransplantation derselbe ist wie vorher?

Meine Antwort: Ich denke, Sie verwechseln mich mit jemand anderem. Ich habe nie so etwas gesagt. Die Seele befindet sich überhaupt nicht im menschlichen Körper. Sie ist die Eigenschaft der Liebe und des Gebens, die ein Mensch erwirbt.

Frage: Was ist die Seele für Sie?

Meine Antwort: Die Seele ist die Eigenschaft der Liebe und des Gebens – die Eigenschaft des Schöpfers. Es steht geschrieben, „Die Seele ist ein Teil des Schöpfers“ und der Schöpfer ist das Verlangen zu lieben und zu geben. Das ist alles!

Frage: Wann wird die Seele in den menschlichen Körper wiedergeboren: Während der Empfängnis oder während der Geburt?

Meine Antwort: Die Seele ist auf keine Weise mit irgendeinem körperlichen Prozess verbunden und sie wird in nichts wiedergeboren. Sie kommt zu einem Menschen, wenn er die Eigenschaft des Gebens erreicht.

Kabbala Grundkurs

Verwandtes Material:
Blog-Post: Warum müssen wir immer wieder hierher zurückzukommen?
Blog-Post: Spirituelle und physische Babys

„Auserwählt“ zu sein bedeutet, die Verantwortung zu haben, der Welt spirituell zu dienen


Frage: Ich habe gedacht, dass alle Begriffe der Kabbala, wie zum Beispiel Goy (Nichtjude), die Nationen der Welt, Israel und Jude, Zustände sind, die jede Person durchmachen muss. Es betrübt mich, dass alle Ihre Antworten immer zweiseitig sind. Dieser Erklärung nach ist Adam haRishon kein gemeinsamer Zustand, sondern nur einer für genetische Juden, weil sie bereits dort waren, während „Nichtjuden“ nicht einmal einen entfernten Geschmack davon haben. Aber weshalb sind sie dann in einem Zustand des Abstiegs?

Antwort: Sie sollten alles objektiv betrachten, wie ein Wissenschafter. Dann werden Sie der Wahrheit näher kommen. Alle Begriffe bestehen sowohl für die körperlichen als auch für die spirituellen Zustände. Jede Person muss alle Zustände durchmachen.

Diejenigen, die durch den spirituellen Abstieg und Aufstieg in der Vergangenheit gegangen sind, sind die genetischen Juden, beginnend mit Abraham, dem ersten Kabbalisten. (Wir berücksichtigen niemanden vor ihm, da es kein System gab, obwohl alles mit Adam begonnen hat). Diese Menschen (Seelen) müssen die Ersten sein, die durch die Korrektur gehen, weil sie in der Zeit des Ersten und Zweiten Tempels zerbrachen. Danach müssen sie die Methode allen anderen übermitteln.

Auf der körperlichen Ebene werden sie gehasst und geschmäht, weil sie diese Mission vernachlässigen. Übrigens, das hebräische Wort Goy (Nichtjude) bedeutet Nation. Israel wird auch „Goy“ genannt, aber „Goy Kadosh“ – eine heilige Nation, die dazu bestimmt ist, in der Eigenschaft von Liebe und Schenken zu sein.

Adam ist die gemeinsame Seele aller Menschen. Ein Teil von Adam – die Seelen von Abrahams Schülern – durchlebten spirituellen Aufstieg und zerbrachen. Ein anderer Teil der Seelen, die Goyim (Nichtjuden), stiegen niemals auf oder zerbrachen. Die zerbrochenen Seelen sind schlechter als diejenigen, die nicht zerbrachen, aber sie haben auch eine größere Neigung zur Korrektur, weil sie die zerbrochenen spirituellen Verlangen enthalten. Deshalb sind sie verpflichtet „Or Le Goim“ zu werden – das Licht für die Nationen der Welt, die die zerbrochenen Verlangen nicht enthalten.

„Auserwählt“ zu sein bedeutet, verantwortlich zu sein, die Methode der Korrektur zu beherrschen und sie in der gesamten Welt zu verbreiten oder anders gesagt – der Welt spirituell zu dienen.

Verwandtes Material:
Blog-post: Unter Israel versteht man all jene, die direkt zum Schöpfer streben
Blog-post: Der Bau des Dritten Tempels
 

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Unter Israel versteht man all jene, die direkt zum Schöpfer streben


Frage: Betrachtet die Kabbala die jüdische Nation als das auserwählte Volk Gottes?

Antwort: Das auserwählte Volk ist eine Gruppe von Menschen, die irgendwelche irdischen Charakterzüge oder Eigenschaften haben mögen. Das Wichtige ist, das sie „Punkte im Herzen“ haben – ein Streben zum Schöpfungsziel: Anheftung an den Schöpfer durch Gleichheit der Form. Diese Gruppe muss ebenfalls eine Empfindung von ihrer Mission haben: die Methode der Korrektur zu meistern und sie der ganzen Welt zu lehren.

Diese Gruppe wird Israel (von den Worten Isra – „direkt“ und El – der Schöpfer) genannt, weil sie „direkt zum Schöpfer“ ausgerichtet ist – auf Schenken und Liebe für den Nächsten. Jeder, der diese Bedingung erfüllt, wird Israel genannt und ist „auserwählt“.

Wir stammen alle von der alten Zivilisation in Babylon ab – eine einzige Nation. Einige der Menschen im alten Babylon akzeptierten die Methode der Korrektur, die Abraham jedem anbot und aufgrund ihrer Absicht wurde diese Gruppe Israel genannt.

Heute wird sich die gesamte Menschheit bewusst, dass wir mit unserer egoistischen Entwicklung, die seit dem alten Babylon 4.500 Jahre gedauert hat, in einer Sackgasse angelangt sind. Diese Bewusstwerdung wird uns zwingen, uns über unseren Egoismus zu erheben und zusammen die Stufe des Schöpfers zu erreichen. Dies ist der Plan der Natur.

Diejenigen, die diesen Ruf spüren und erkennen, haben die Aufgabe, die gesamte Menschheit zu leiten, das gesamte Babylon. Das ist es, was sie zu Auserwählten macht. Dies schreibt Baal HaSulam in Punkt 19 seines Artikels Die Bürgschaft (Arwut):

Rabbi Elazar, Sohn von Rabbi Shimon, Autor des Buches Sohar, verdeutlicht dieses Konzept von Arwut (Bürgschaft) noch weiter, indem er erklärt, dass es nicht genügt, dass ganz Israel füreinander verantwortlich ist, sondern dass stattdessen die ganze Welt in diese Bürgschaft mit eingeschlossen werden muss… Doch das Ende der Korrektur der Welt wird erfolgen, wenn sich alle Völker dieser Welt dieser – seiner [des Schöpfers] Arbeit stellen. Wie geschrieben steht: „Und der Ewige wird König sein über alle Lande: An diesem Tag wird der Ewige der einzige sein und sein Name der einzige. (Sacharja 14, 9). Und es heißt: „an diesem Tag“ und nicht eher. Und es heißt auch weiter: „denn das Land wird voll der Erkenntnis des Ewigen sein… (Jesaja 11, 9) …und alle Völker werden zu Ihm strömen (Jesaja 2, 2)“.

Die Rolle Israels gegenüber der Welt ist, dass sie dazu verpflichtet sind, spirituell aufzusteigen und die gesamte Menschheit vorzubereiten, das erhabene Werk der „Liebe für den Nächsten“ zu akzeptieren, das ein Hilfsmittel ist, eine Leiter, die zum Ziel der Schöpfung führt – der Anheftung an den Schöpfer.

Verwandtes Material:
Blog-post: Nationalität resultiert aus den Eigenschaften der Seele
Blog-post: Warum hasst ein jeder Israel?
 
 
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Dem Tag der guten Taten fehlt ein Element


Nachricht aus Ynet, eines populären israelischen Online-Magazins: Tag der guten Taten (hebr.)

Wir Sie ein, für einen Moment in ihrem Tagesablauf inne zuhalten und am israelischen Versuch, etwas für die Gemeinschaft zu tun, teilzunehmen. Sie können freiwillig in Ihrem Viertel mit Freunden und Kollegen etwas tun, was Ihnen passt. Jeder von Ihnen kann an diesem Tag, an dem Tausende von Israelis sich gegenseitig ihre Herzen öffnen, teilnehmen und wir alle werden fühlen, welche gemeinsame Verantwortlichkeit wir uns gegenüber tragen. Was halten Sie davon?

Meine Antwort: Das ist eine wundervolle Initiative, damit sie jedoch Resultate ergeben soll, muß sie mit der lenkenden Kraft verbunden sein, dem Schöpfer. Auch wenn wir Ihn nicht erwähnen, so müssen wir den Leuten erklären, dass jeder untereinander verbunden und von jedem abhängig ist. Die gesamte Welt existiert nach dem Gesetz „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“ und nur wir Menschen verstoßen mit unserem Egoismus gegen dieses Gesetz und darum leiden wir so.

Wir können zu einer Existenz gemeinsamer Verantwortung und Liebe in aller Ewigkeit gelangen – und nicht nur für einen Tag. Ausgerüstet mit diesem Ziel, sollten wir weiterhin erklären, wie wir Harmonie mit der Natur ereichen, die nach dem Prinzip der Verbindung untereinander arbeitet und wir sind bereit, mit Ihnen an dieser Aufgabe zu arbeiten. Ohne solch eine Erklärung, zusammen mit Eurem Aufwand, werden sie leer zurückbleiben. Es gab viele solcher Initiativen, und sie waren am Ende nichts anderes als eine nationale Party.

Hier erfahren wie es erreicht wird.

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Kabbala ist für die ganze Welt


Frage: Warum enthüllen Sie dieses ganze geheime Wissen für Nichtjuden?

Meine Antwort: Ich nehme an, sie sind mit den originalen Quellen vertraut: Die Artikel “Das Horn des Messias“ und “Die Bürgschaft” von Baal HaSulam.

Die gegenseitige Bürgschaft (Arvut) innerhalb einer einzigen Nation ist fähig die Korrektur der ganzen Welt herbeizuführen. Andererseits können nicht alle Nationen gleichzeitig diese Korrektur durchführen. Wie die Weisen sagen: Der Schöpfer bot die Tora allen Nationen an (durch Abraham im alten Babylon), aber wegen der Größe ihres Egoismus und ihrer Selbstliebe waren sie unfähig sie zu akzeptieren. Sie nahmen das Geschenk nicht an.

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Das Zelt unter den Sternen


Wofür braucht das Volk Israel ein Zelt, wo man die Sterne durch das Dach umherziehen sieht?

Lasst uns einen Spaziergang machen.

Abends, bei Sonnenuntergang, gehen wir in den Garten hinaus unter das Dach des Festzeltes. Die israelische Dämmerung ist kurz, kaum hast du dich hingesetzt und schon ist alles mit dem verschwommenen Licht der Laternen umhüllt.

Was, wenn das ein ungewöhnlicher Abend ist, wenn uns der Feiertag Sukkot eine Botschaft sendet? Aber damit wir diese Botschaft hören, sollte man aus seiner gewöhnlichen  Umgebung austreten; aus unserem Alltag, aus den abgedroschenen Wahrheiten, aus allem, was uns klar ist wie ein Tag, wie ein vergangener Tag.

Es ist die Zeit um umzusiedeln; den Gesichtspunkt zu wechseln, sich kurz nach hinten umzuwenden und nach vorne zu blicken. Unser gewohntes Haus, in welchem wir leben, die Welt anders anzuschauen.

Das ist eine sehr nützliche Übung, da unser „angestaubtes“ Auge leicht das Wichtigste aus seinem Blick verliert. Manchmal ist es einfach nötig, für eine gewisse Zeit aus seinem gewohnten Haus auszuziehen, um sich für Neues zu öffnen.

Sobald wir aus den Betonwänden der Dogmen herauskommen, befinden wir uns auf einem freien Gebiet und die Welt kommt uns leuchtender und vollkommener vor.

Wie geht es dir, der Welt?

Für die Welt war das vergangene Jahr nicht so toll. Man hat sich  zerstritten, gekämpft, sich gegenseitig mit allerlei Sünden beschuldigt. Man ist in Argwohn versunken, in übler Nachrede.

Europa fiebert seit einigen Jahren vor Aufregung. In Frankreich gab es nach den Wahlen  Massenkundgebungen wegen der Verschärfung des Arbeitsrechtes. England verlässt knarrend die EU. Die Katalanen verlangen unbändig die Unabhängigkeit. Das Problem der Flüchtlinge ist nicht gelöst, sie werden aber trotzdem weiter aufgenommen.  

Inzwischen wurde die Atlantikküste unter den Schlägen der Natur stark erschüttert und auch Mexico hat es erreicht. 

Amerika ist in Hass zerteilt. Die dritte Welt steht vor einer neuen Hungersnot. Im Osten ist ein altes Geschwür sichtbar geworden; die Nordkoreaner mit ihren Raketen und nuklearen Ambitionen…

Und was ist bei uns? Der Feiertag Sukkot! Und bei uns ist alles ruhig. Die großen Leiden gehen an uns vorbei, die Feinde kämpfen miteinander.

Wir sind wie die Hamster im Hamsterrad, aber wir sind glücklich. Unsere Ökonomie ist in der Konkurrenzfähigkeit unter den ersten 20 Ländern der Welt. Wir leben, arbeiten, fliegen in den Urlaub. Es gibt natürlich gewisse Probleme, aber ohne sie ist es doch kein Leben.

Das Endresultat ist positiv. Heißt das, dass wir mit reinem Gewissen aus der Sukka nach Hause kehren können?

Man könnte natürlich zurückkehren, aber es gibt einen Haken in diesem modernen globalen Blackout. Denkt euch hinein. Über die ganze Welt geht ein Sturm und bei uns ist Windstille. Kriege, Konflikte, Terroranschläge, Hurrikans, der Kampf der Kulturen, ideologische Kämpfe, Kämpfe auf den Straßen der Städte; und das ruhige Israel, wo die lautesten Nachrichten keine zwei Tage überleben.

Früher war es eigentlich umgekehrt. Früher hat es uns erschüttert und alle anderen haben auf uns Druck, den uns die „weisen“ Ratgeber gegeben haben, ausgeübt.

Wie ist das passiert? Wie sind wir zu diesem auffälligen Wohlergehen gekommen? Wäre es möglich, dass dies eine Falle ist?

Wir sind verantwortlich

„Die Weisen sagten: alle Katastrophen kommen nur in die Welt wegen Israel. Mit anderen Worten, Israel ruft die Kargheit, die Brutalität, den Raub und die Morde in der ganzen Welt hervor“. Baal HaSulam „Vorwort zum Buch Sohar“ Punkt 71

Ich weiß, das klingt auffallend. Man hat den Eindruck, dass unsere Weisen übertreiben oder zu viel auf sich nehmen. Wir brauchen diese Moralpredigten und diese Verantwortung nicht. Wir möchten einfach wie alle anderen sein.

Was können wir tun, wenn uns aber genau das nicht gegeben ist; wie alle zu sein. Unsere ganze Geschichte und die Welt sind damit nicht einverstanden. Daran erinnern uns die herbstlichen Feiertage, die mit dem Anfang des Jahres verbunden sind, mit dem Anfang der neuen Umkreisung.

Die jüdischen Feiertage sind keine Kalenderdaten, sondern Entscheidungen, welche wir treffen sollen, Entscheidungen, die unsere Weltanschauung umkreisen.

Das Neujahr (Rosh HaShana) ist die erste Entscheidung; zum „Kopf“ zu werden, also die Verantwortung auf sich zu nehmen,  von den Marotten der anderen und von den eigenen Marotten nicht geleitet zu werden. Wir tauchen keine Äpfel in den Honig, sondern wir tauchen uns selber in das Streben nach Verbindung, zum gegenseitigen Verständnis.

Danach, während der zehn Tage der Reue (asara jamej tschuwa) bereuen wir, aber was? Das wir die Möglichkeit, ein Volk zu sein und der Welt zu helfen, das Zerbrechen zu überwinden, nicht genutzt haben.

Danach kommt der Tag des Gerichtes; eine klarere Konsequenz, die keine Bestrafung mit sich bringt, sondern die Korrektur.

Jetzt sind wir für den „Umzug“ bereit; den Austausch der Prioritäten. Wir sind bereit, den Wert der Konsolidierung zu übernehmen und ihn „zum Dach unseres Zeltes zu machen“.

Es ist unglaublich; das, was unwichtig erschien, als abgefallen, abgetrennt erschien, Fürsorge für die anderen, gesunde Verhältnisse in der Gesellschaft, wird jetzt als das Wichtigste, als das Ausschlaggebendste bewertet. Alles, was geringgeschätzt wurde, erhält plötzlich einen Sinn und die dazugehörige Kraft.

Genau darüber spricht der Feiertag Sukkot. Unter dem Schatten des Zeltes zu sein bedeutet unter der Fahne der Einheit, der Empathie, nach dem Gesetzt des Gebens, unter dem Schutz der Liebe zu sein.

Ohne Liebe leidet die Welt. Und wir tragen die Schuld daran; die zu sein, die wir sind.

Die Menschen kehren zurück nach Hause. Im Zelt ist es ruhig und still. Die Sterne scheinen durch das Zeltdach.

Das ist gut. Das bedeutet, dass wir nicht begrenzt sind, nicht verschlossen (jeder in seiner Welt). Zwischen uns existieren keine Wände, nur die leichten Baldachine. Der Egoismus kränkt uns nicht, diktiert nicht seine „unumstößlichen“ Postulate. Wir sind frei von ihm und wir nehmen diese Freiheit mit, wenn wir in unsere ständige Bleibe zurückkehren.

Jetzt verstehen wir, dass ohne uns die Welt leiden wird, ohne unserer Entscheidung, die zu sein, die wir von unserer Berufung her sind. Wir sind das wichtigste Glied in dem gemeinsamen System. Durch uns wird das Gesetz der Natur ausgelöst. Und die Natur führt zur Einigung.

Deswegen heißen wir „Israel“, was bedeutet „direkt zum Schöpfer“, zur nächsten Stufe der Entwicklung. Dank uns entspannen sich die Menschen, erheben sich über unser gegenseitiges Desinteresse, die Aberkennung, über alles was uns trennt. Die Menschen lernen sich anzunähern, Anteilnahme zu üben, sie lernen zusammen sich selbst zu realisieren und einen Genuss vom Leben zu haben.

Mit anderen Worten sind wir der Teil, welcher für alle den Aufstieg sichert. Der sogenannte spirituelle Emporheber, der alle zur guten Koexistenz auf dem Planeten erhebt.

Wenn wir diese Rolle erfüllen, erblüht die Welt. Wenn wir sie ablehnen, versinkt die Welt in Leiden und Brutalität… und letztendlich reagiert sie mit ihrem Zorn auf uns.

Das hängt nicht von der Welt ab. Wir sind dafür verantwortlich. Sobald wir endlich nach außen treten, in unser Zelt der Liebe, werden sie sich mit uns zusammensetzen und wir werden zusammen dieses Zelt über die ganze Welt aufspannen.

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