Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Licht'

Beispiel für alle Völker sein

Frage: Während des Völkermordes an den europäischen Juden haben nicht nur die Ideologen, sondern das ganze Volk einen instinktiven Hass gegen die Juden empfunden…

Meine Antwort: Sagen wir mal: das ganze Volk war bereit, die Völkermordpostulate tatsächlich anzunehmen, ohne jegliche Scham und Gewissensbisse. Es ist ein Krieg, ein ideologischer Krieg, der nur auf diese Weise zu gewinnen ist – indem das Volk, welches eine entgegengesetzte Idee besitzt, vernichtet wird.

Heutzutage sind dutzende Völker in der Lage, den gleichen Weg, den damals die Deutschen gegangen sind, zu beschreiten. Und jeder wird sofort spüren, dass in erster Linie gerade die Juden seine Hasser und Feinde sind. Dabei ist es unwichtig, mit welchen seiner Nachbarn er den Krieg führt: „Wir haben hier Unruhen, und die Juden sind an allem schuld“.

Jedes Volk, das den Weg des Faschismus gehen wird, wird sich ideologisch unerlässlich auf Israel stürzen. So ist die Natur, da kann man nichts dagegen tun.

Aus diesem Grund wird von uns nur eins verlangt – die Korrektur zu beschleunigen. Wir sind bereits soweit, dies tun zu können. Wir müssen uns korrigieren und vereinen und ein Beispiel und das Licht für alle Völker sein. Und dann werden sie verstehen, dass dieses Beispiel richtig und vollkommen ist und nicht nur eine Lösung in der Ebene unserer Welt mit sich bringt, sondern den Menschen auch zu der spirituellen Stufe, zum ewigen Leben aufsteigen lässt.

Indem wir mit einem solchen Beispiel vorangehen, werden wir den Dritten und den Vierten Weltkrieg und alle damit verbundenen Leiden verhindern können. Es gibt keine andere Lösung. Und darum muss sich jeder, der begreift, welche Gefahr dem jüdischen Volk und der gesamten Menschheit droht, mit aller Kraft und dem ganzen Herzen an der Korrektur beteiligen.

Auszug aus dem Unterricht zum Thema „Holocaust-Gedenktag“, 02.05.2011


Aus dem Abstieg heraus den Aufstieg erkennen

Weltweiter WE! Kongress, New Jersey, Lektion 8

Wir müssen verstehen, dass „der Gerechte tausendmal fallen und sich wieder aufrichten wird“. Es ist unmöglich, ohne Abstiege auszukommen, denn in ihnen erlangen wir das Verlangen, das Streben nach der Spiritualität.

Je mehr wir während des Abstieges arbeiten, um möglichst schnell aus ihm herauszukommen, je mehr wir versuchen, durch die eigene Kraft aufzusteigen, desto mehr reduzieren wir die Anzahl von Auf- und Abstiegen. Ich füge alles zu einem Auf- und Abstieg zusammen.

Und noch ein Hinweis: wir müssen versuchen, aus dem Abstieg heraus den Aufstieg zu erkennen. Wir dürfen jedoch nicht vergessen, dass als Abstieg ein Zustand bezeichnet wird, in dem wir das höhere Licht immer noch wahrnehmen, denn unter dieser Ebene befindet sich der Zustand der völligen Bewusstlosigkeit.

Deshalb müssen wir uns während des Abstiegs auf irgendeine Weise vorstellen, wie der Aufstieg sein wird, was ich in ihm erlangen werde, wie ich mich selbst, die Gruppe, den Schöpfer – jene Kraft, die sich zwischen uns enthüllen wird – sehen werde. Es gibt kein Licht ohne Verlangen/Gefäß/Kli. Ich muss immer die Kraft des Schöpfers, die Kraft des Gebens sehen, die sich zwischen uns, in unserem gemeinsamen spirituellen Gefäß, in der Verbindung zwischen uns enthüllt.

Und deshalb spüre ich während des Abstieges, wie zuwider mir die Vereinigung ist, wie wenig ich sie will, wie entgegengesetzt ich ihr bin, wie wenig ich die Freunde, die Gruppe, und mich selbst in ihr schätze, – aus diesem Zustand heraus muss ich mir die Spiritualität vorstellen. Denn Spiritualität bedeutet nicht, in den Wolken zu schweben. Spiritualität bedeutet, dass ich die Kraft der Vereinigung zwischen uns ergründe, und in ihrem Inneren die spirituelle Welt, das gegenseitige Geben, die Erhebung über der egoistischen Materie. Und auf diese Weise komme ich voran.

Auszug aus der 8. Lektion des WE! Kongresses in New Jersey, 03.04.2011

Die Goldminen der Seelen

Baal HaSulam, Beit Shaar HaKavanot (Das Tor der Absichten), Kapitel „Den Pessach Exodus betreffend“: Die ersten Generationen, die Generation von Enosh und die Generation des Turmbaus zu Babel, verbannten Shechina aufwärts „zum siebten Himmel“.

Das Israel der Generation der ägyptischen Knechtschaft waren die gleichen Keri (vergeudeten Samen) Funken, die Adam HaRishon über 130 Jahre lang fallen ließ, bis er Seth hervor brachte.

Die Keri Funken sind das Licht von Chochma (Weisheit), welche egoistisch für sich selbst empfangen wollen. Wenn das Licht von Chochma nicht den richtigen Platz erreicht, der sich unter dem Schirm befindet, und sich nicht in das Licht des Hassadim (Segen) kleidet, wird es als „Samen auf den Boden fallend“ bezeichnet (vom hebräischen „Aretz“ Land oder Boden, und „Ratzon„, Verlangen oder Wunsch), um ihn zu „vergeuden“.

Jeder Mensch muss durch diese Stufen hindurchgehen, die Generationen von Enosh und die des Turmbaus zu Babel, durch egoistisches Verlangen, das niemanden berücksichtigt und sich wünscht, alle Freuden direkt zu empfangen, was als „Verlust von Samen“ angesehen wird.

Eine Seele ist gleich Gold, und wenn es aus der Erde ausgegraben wird, ist es mit Verunreinigungen vermischt, bis es gereinigt ist, so dass alle Verunreinigungen wegfallen und es als „Gold“ bezeichnet werden kann.

Nachdem die Gefäße zerbrachen, was in unseren Wurzeln geschah, in der spirituellen Welt, versanken unsere Seelen aus Eigenliebe in das Verlangen zu Empfangen und wurden mit ihm vollständig vermischt. Es gibt sehr wenige Funken des Schenkens, die in dieses egoistische Verlangen gelangten und die sehr schwierig wiederzufinden sind.

Es gleicht dem Gold gewinnen, Gold aus der Erde ausgraben, wenn tausende von Tonnen Erde durchsiebt und verschiedene Prozesse durchlaufen werden müssen, bevor endlich ein paar Gramm Gold aus ihr herausgezogen werden. Die Erde selbst stammt nicht von irgendeinem Ort, sondern vielmehr von dort, wo bereits vorher Gold gefunden wurde.

Trotzdem müssen Lastwagenladungen von Erde hereingebracht und gereinigt, in Wasser gewaschen und durch Filter gesiebt werden, so dass ein paar spärliche Gramm Gold letztendlich herauskommen können.

Das gleiche betrifft unsere Seelen nach dem Zerbrechen. Im Innern gewaltiger, egoistischer Verlangen gibt es nur wenige verstreute Funken, die, wenngleich noch egoistisch, imstande sind korrigiert zu werden, um zu schenken. Sie sind es, die wir schrittweise herausziehen müssen und das ist die Arbeit, die wir absolvieren müssen.

Aus dem 3.Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes vom 18/04/2011, Beit Shaar HaKavanot

Den Schöpfer enthüllen? – Auftrag angenommen!

Wir müssen verstehen, dass wir uns vor dem Schöpfer – einer Guten und Gutes bringenden Kraft – befinden und dass es niemanden außer Ihm gibt. Worum bittest du Ihn?.. Er verhält sich zu 100% gut dir gegenüber und ändert sich nicht. Worum willst du Ihn bitten? Dass Er sich zu 101% gut dir gegenüber verhält?..

Als unsere Bitte an den Schöpfer wird die Entwicklung unserer Wahrnehmungsorgane bezeichnet. Dann, indem ich mein Verlangen aufbaue und ihm ständig eine immer korrektere Form verleihe, erreiche ich einen solchen Zustand, in dem ich den Schöpfer in all Seiner Fülle, in Seiner wahren Form enthüllen muss. Genau dass wird als Gebet bezeichnet. Dann enthülle ich Ihn.

Ich bestelle bei dem Schöpfer keine Handlungen. Denn Er ist „der Eine, der Einzige, der Alleinige“ und „Es gibt niemanden außer Ihm“. Man könnte sagen, dass Er ständig handelt, man könnte aber auch sagen, dass Er bei nichts handelt, du befindest dich in Ihm – und Schluss, in Ihm gibt es keine Veränderungen. Alles hängt davon ab, wie wir uns den Schöpfer vorstellen.

Deshalb bedeutet „beten“ auf Hebräisch „über sich selbst urteilen“. Wir urteilen über uns selbst, wir verändern uns – und durch unsere inneren Veränderungen nehmen wir eine neue, eine andere Realität wahr. Aus diesem Grund sprechen wir immer von der Seite der Verlangen/Kelim, und das höhere Licht/der Schöpfer befindet sich in einem absoluten Ruhezustand.

Deshalb wird die Bitte an den Schöpfer nur darum geäußert, inwieweit ich mich korrigiert habe, neue Wahrnehmungsorgane erlangt habe – und dann erreiche ich in ihnen die Enthüllung „Es gibt niemanden außer Ihm, der gut ist und Gutes tut“. Und von dem Schöpfer selbst gehen niemals irgendwelche Handlungen aus.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 26.04.2011

Der Ort, an dem sich uns der Schöpfer enthüllt

Frage: Wir sagen, dass alles von der Vereinigung zwischen uns abhängt. Doch was stellt diese Vereinigung dar?

Meine Antwort: Wir beginnen unsere spirituelle Entwicklung an einem Punkt, der sich außerhalb der Spiritualität befindet. Und die ganze Zeit stehen wir auf diesem Punkt außerhalb der Spiritualität, der als „diese Welt“ bezeichnet wird, in der wir momentan existieren.

Warum? – Um unabhängig von der spirituellen Welt zu sein. Die spirituelle Welt ist wie eine riesige Sphäre, und wir befinden uns im Moment außerhalb, abseits von ihr. Und dann kann ich in sie hineintreten oder auch nicht. So, als wäre ich selbständig.

Wenn der Punkt im Herzen in mir erwacht, beginne ich, dieser Sphäre entgegenzustreben, obwohl ich mich noch nicht als einen winzigen Punkt neben dieser riesigen überwältigenden Sphäre, in die ich eintreten möchte, vorstelle. Ich werde jedoch von ihr angezogen.

Mit diesem Verlangen, mit diesem Bestreben nach der Spiritualität komme ich in irgendeine Gruppe. Was stellt diese Gruppe dar? Es sitzen Männer beisammen, studieren, sprechen miteinander, begeistern sich gegenseitig, diskutieren, singen, essen. Eine Art Klub – ziemlich merkwürdig, doch es gibt viele derartige Orte auf der Welt.

Ich betrachte die Gruppe als eine gewöhnliche Versammlung von Menschen in dieser Welt. Dann wird mir gesagt: „Du musst dich mit uns verbinden, dich der Gruppe anschließen, an allen Veranstaltungen teilnehmen, dich an allen Diensten beteiligen, bestimmte Aufgaben übernehmen, denn wir haben einen gemeinsamen Job“. Ich bin bereit, was bleibt mir auch anderes übrig… Denn ich sehe einen gewissen Nutzen darin.

Auf diese Weise verbinde ich mich mit diesen Jungs, weil ich verstehe, dass wir gemeinsam wahrscheinlich etwas erreichen werden. Außerdem sehe ich keinen anderen Ort, an dem ich das machen könnte, also füge ich mich.

Allmählich, im Laufe der Jahre, stelle ich fest, dass es an diesem Ort, an dem ich mich befinde, tatsächlich eine innere Verbindung existiert. Ich enthülle das nach einigen Jahren. Und diese Jahre sind nicht umsonst vergangen. Das sind die Jahre meiner inneren Arbeit, in denen das höhere Licht, ohne dass ich das spürte, auf mich einwirkte und eine Vielzahl an Handlungen mit einer Riesengeschwindigkeit in mir vollzog. Dann beginne ich zu hören… Was heißt „hören“? Ich beginne plötzlich auf die innere Verbindung zwischen uns – die Einheit in den Gefühlen und in den Herzen – zu achten, sie wertzuschätzen.

Die Zeit ist einfach gekommen – und ich beginne, mich von diesen Worten beeindrucken zu lassen, sie für wichtig zu halten. Das ist das Ergebnis des Lichts, welches diese ganzen Jahre an mir arbeitete und immer tiefer in mein Herz eindrang – und das Herz begann, auf diese Worte zu reagieren: „Vereinigung“, „Bürgschaft“, „Liebe“, „Geben“, „wie ein Mensch mit einem Herzen“. Ich beginne, innere Reaktionen auf diese Worte wahrzunehmen. Auf jedes Wort entsteht in mir eine bestimmte Reaktion, ich spüre den inneren Kern dieses Wortes.

Und so vergehen noch einige Monate, und noch mehr, und noch mehr… Denn dadurch korrigieren wir unsere Grundlagen – Malchut der Unendlichkeit in unserem Inneren. Bis ich tatsächlich beginne, mich meinen Freunden anzunähern. Ich betrachte sie bereits als Weggefährten auf meinem spirituellen Weg und erkenne, dass dieser Weg in unser Inneres, in unser inneres Zentrum, in unsere innere Verbindung führt. Und dort, wenn wir uns verbinden, ergründen wir alles.

Und wenn ich mir die spirituelle Welt früher als eine riesige Sphäre außerhalb von mir vorgestellt habe, wahrscheinlich irgendwo weit außerhalb des Universums, verbinde ich die Spiritualität jetzt immer mehr mit meiner inneren Empfindung, die sich in der Vereinigung zwischen uns enthüllt.

Diesen Ort gibt es jetzt noch nicht, doch wenn wir anfangen, uns untereinander zu verbinden, erschaffen wir eine neue Realität, die als „der Ort“ bezeichnet wird. Aus diesen gemeinsamen Verlangen werden wir den Ort erreichen, an dem sich uns der Schöpfer enthüllt.

Auszug aus dem Sohar-Unterricht, 24.04.2011

Überlass dem Schöpfer die Erlösung

Das Buch Sohar, Kapitel „Bo (Komm zum Pharao)“, Punkt 169: Es besteht kein Zweifel darüber wie die Mochin de Gadlut (das Licht von Chochma)zur Passahzeit bereits scheint, obwohl Israel (jene, die danach streben, den Schöpfer zu enthüllen) noch keine Priah (Korrektur des egoistischen Verlangens) hatte, da diese durch das Erwachen von unten (durch den Menschen) getan wird, während die Erleuchtung von Mochin (das Licht von Chochma) in der Passahnacht nur durch das Erwachen von oben (vom Schöpfer) geschah.

Bis zum Auszug aus Ägypten musst du dich so viel wie möglich mit ganzer Kraft anstrengen. Doch du hast keine Chance, den Auszug zu erreichen und zu realisieren, denn das ist eine höhere Stufe. Hier muss das Licht von Chochma (Weisheit) kommen und dieses Vorübergehen, diesen Sprung, für dich ausführen (das hebräische Wort „Pessach“ kommt vom Wort „Pasach„, vorübergehen, überwechseln). Darum ereignet es sich nur durch die Wirksamkeit des Erwachens von Oben. Die Vorbereitung wurde dir anvertraut, die Verwirklichung dem Schöpfer. Das Gleiche geschieht mit dem spirituellen Zustand, der „Samstag“ heißt, denn er kommt nicht durch einen Kalender. Einerseits wird er durch das Erwachen von Oben hervorgerufen, doch andererseits heißt es: „Jener, der nicht am Abend des Shabbat (Samstag) kocht, was wird er am Shabbat essen?“ Das heißt, wenn du während der sechs Wochentage keine Korrekturen durchführst, kannst du den siebten Tag, den Shabbat (Samstag) nicht erreichen.

Dies geschieht zu jeder Zeit. Du musst alles tun, was von dir abhängt und dir auf deiner Stufe auferlegt wurde und dann kommt das Licht von Oben und vervollständigt deinen Aufstieg zur nächsten Stufe.
Aus dem 2. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 18. April 2011, Das Buch Sohar

Der Schlüssel, um den Sohar zu erschließen

Es ist kaum vorstellbar, zu welchem Ausmaß das ursprüngliche Buch Sohar, durch das, was heute für uns verfügbar ist, ersetzt wurde. Es ist ungefähr zwanzigmal geringer. Der größte Teil des Buches ist verschwunden. Kabbalisten schreiben jedoch, dass wir nicht mehr benötigen. Der Rest des Buches ist speziell für uns vorgesehen, um uns mit der notwendigen Unterstützung zu versorgen.

Es ist sehr schwierig, den Sohar zu besprechen, weil er äußerst erhaben ist. Außerdem wurde er in einer besonderen Art und Weise verfasst. Baal HaSulam erklärt, dass es zwei Arten der Seele gibt: einige wurzeln im Inneren Licht und die Anderen im Umgebenden Licht.

Wir wohnen in einem ganzheitlichen System der Seelen und die Verbindung zwischen uns fließt, sowohl in der internen Strömung zwischen den Seelen, als auch im umgebenden Feld. Jedes elektrische System ist derart gestaltet, es besitzt Widerstände (Widerstands-Schaltkreise), Kondensatoren und Induktionsspulen. Alle arbeiten zusammen, sowohl elektromagnetische Felder als auch die Widerstände zwischen ihnen. Einige Teile dieses Systems sammeln in sich Energie an, während andere den elektrischen Strom in ein magnetisches Feld und umgekehrt, das Feld in elektrischen Strom wandeln.

Das System der Seelen arbeitet auf eine ähnliche Weise. Die Autoren des Sohars mussten ebenso diese beiden Typen der Seele besitzen. Daher studierten sie auf eine sehr besondere Art. Sie saßen im Kreis. Rabbi Shimon sprach darüber, was er erlangte, während alle seine Schüler zuhörten und erörterten was er enthüllte, ihm Fragen stellten und Antworten bekamen. Rabbi Aba hörte, was sie sprachen und schrieb es nieder.

All dies geschah während dem Gespräch. Selbstredend liegt im Gespräch wesentlich die Weitergabe der Kräfte und Lichter zwischen diesen Seelen, die sowohl im Innern als auch im Umgebenden Licht hervorgebracht wurden. Rabbi Shimon besaß eine Seele, die aus dem Innern und Rabbi Aba eine, die aus dem Umgebenden Licht kam. Deswegen war Rabbi Aba fähig, alles, was Rabbi Shimon sagte, in einer verhüllten Form aufzuzeichnen, so dass heute jeder Mensch den Sohar kaufen, lesen und nichts verstehen kann.

Um dieses Buch zu erfassen, muss ein Mensch eine bestimmte Vorbereitung in Verbindung mit den Freunden durchleben. Sie müssen genau das gleiche Modell von Beziehungen zwischen sich bilden, wie es die Autoren des Sohars taten. Indem sich solch eine Gruppe organisiert (es ist nicht verbindlich nur zehn Leute in ihr zu haben, es könnten ebenso gut 10000 sein) und sich bemüht sich zu vereinigen und sich wünscht zu entdecken, worüber das Buch in ihrer gemeinsamen Verbindung berichtet, werden sie Rabbi Shimons Gruppe ähnlich. Und dann erhalten sie die Einwirkung des Lichtes von ihm.

Da einige von uns zum Inneren und einige zum Umgebenden Licht gehören, beginnen wir den Einfluss aufzunehmen, wie ein Radio die Wellen aufnimmt. Dann beginnen wir zu vernehmen, was das Buch uns auf der Stufe von Bina sagt (Hören ist die Stufe von Bina) und sogar zu sehen (auf der Ebene von Chochma), je nach unserer spirituellen Stufe. Und wenn wir auf der Ebene von Bina die gemeinsame Verbindung nicht erreicht haben, dann bereiten wir uns noch darauf vor.

Somit ist es ein Zeichen von spirituellem Aufstieg, wenn wir als eine Gruppe, während wir den Sohar lesen, diesen Text als die gleichen Kräfte und Eigenschaften zu spüren beginnen, wie sie der Sohar schildert. Das ist das Wesen des Buches selbst. Dieses Buch ist ein Lehrer, eine Arbeitsanleitung. Ein Mensch spürt, wenn er in es eindringt, wie er mit diesem Buch aufsteigt und spirituelle Stufen entdeckt, als ob er in der Tat eine Leiter hinaufsteigt.

Ich hoffe sehr, dass während unseres Unterrichtes, wenn wir beginnen werden den Sohar zu lesen, ihr alle zusammen die rechte Absicht bewahren werdet, um so viel wie möglich aus dieser Quelle zu erhalten.

Aus der 4.Lesung des WE! Kongresses vom 02/04/2011

Teilnahme von allen sichert den Erfolg

Weltweiter WE! Kongress, New Jersey, 6. Lektion

Frage: Hunderte und tausende amerikanische Kinder sind praktisch sich selbst überlassen, und zahlreiche soziale Einrichtungen, die sich mit ihnen beschäftigen, erleiden völlige Niederlage.

Haben wir Bücher zu diesem Thema, die wir ihnen anbieten könnten?

Meine Antwort: Noch nicht, wir sind jedoch dabei, sie vorzubereiten. Ich hoffe, dass ihr im Laufe von drei bis sechs Monaten anfangt, eine Reihe von Büchern zu bekommen, welche die Erziehungsmethode für Kinder unterschiedlichen Alters enthalten: wie Gruppen gegründet, Besprechungen durchgeführt, Kinder entwickelt werden, wie die Verbindung zwischen ihnen aufgebaut wird…

Außerdem dürft ihr nicht nur auf das Material von uns warten, ihr solltet euch uns anschließen und zusammen mit uns am Prozess dessen Entstehung teilnehmen! Derjenige, der sich nicht mit der Verbreitung beschäftigt, hat keine Chance, spirituell voranzukommen! Wie kann er das Licht durch sich hindurch leiten, wenn er nicht versucht, es an andere weiterzugeben?

Nehmt euch ein Beispiel am amerikanischen Lernzentrum, nehmt an der Verbreitung teil, sonst werden wir keinen Erfolg erzielen, und unsere Entwicklung wird sehr langsam verlaufen. Wir brauchen Kraft, viel Kraft! Wir brauchen wirklich eure Hilfe!

Auszug aus der 6. Lektion des WE! Kongresses in New Jersey, 02.04.2011

Kaddisch

Frage: Was bedeutet Kaddisch?

Meine Antwort: Kaddisch bedeutet Heiligung. Kadosch heißt heilig. Heilig bedeutet besonders, abgesondert, wie der Spruch während der Trauungszeremonie lautet: „Nun bist du mir mekuduschet [angeheiligt]“ – „Nun bist du von der ganzen Welt für mich abgesondert“.

Gemeint ist die Heiligung des Schöpfers durch den Menschen. Wenn der Mensch eine weitere Stufe der Korrektur seiner Seele erreicht hat, nimmt er dort eine größere Enthüllung des Schöpfers, eine größere Erfüllung seiner Seele mit dem Licht, wahr – und dieser Zustand von ihm ruft Dankbarkeit an den Schöpfer – Kaddisch – in ihm hervor:

Erhoben und geheiligt werde sein großer Name

auf der Welt, die nach seinem Willen von Ihm erschaffen wurde –

sein Reich erstehe

und sein Heil wachse

und sein Messias komme

in eurem Leben in euren Tagen

und im Leben des ganzen Hauses Israel,

schnell und in nächster Zeit, sprecht: Amen!

Sein großer Name sei gepriesen in Ewigkeit und Ewigkeit der Ewigkeiten!

Gepriesen und gerühmt, verherrlicht, erhoben, erhöht, gefeiert, hocherhoben und gepriesen sei der Name des Heiligen [Schöpfers], gelobt sei er, hoch über jedem Lob und Gesang, jeder Verherrlichung und Trostverheißung, die je in der Welt gesprochen wurde,

sprecht: Amen!

Die Kabbala erklärt, dass der Schöpfer in Seiner Erfüllung von korrigierten Seelen enthüllt wird. Indem der Mensch diesen Zustand wahrnimmt, empfindet er in seiner Haltung gegenüber dem Schöpfer Kaddisch, weil er selbst wie Schöpfer – heilig – geworden ist.

Heiligkeit bedeutet die Eigenschaft des Gebens und der Liebe. Wer diese Eigenschaft nicht erreicht hat, spricht leere Worte aus.

Die spirituelle Dimension enthüllen

Die richtige Intention ist das Wichtigste, was wir zum Lesen des Buches Sohar benötigen. Wenn eine Person ohne Absicht liest, dann hat das Buch auch keinen Einfluss auf sie. Es gibt viele Zitate und kabbalistische Artikel, doch kurzgesagt, Baal HaSulam schreibt wie folgt.

Der Schöpfer erschuf absichtlich unser Ego, welches unter uns aufgeteilt ist. Wenn wir uns über unser Ego erheben und uns untereinander verbinden, dann verbleibt das Ego so wie es ist. Wir arbeiten nicht damit, sondern verbinden uns oberhalb davon. Dann verwandeln sich die gesamte Macht und der Widerstand unseres Egos, welcher uns von einer gegenseitigen Verbindung abhält, in die Kraft unserer gemeinsamen Verbindung.

Dies ist wie ein elektrische Widerstand, der in einem elektrischen Schaltkreis arbeitet. Wenn wir Strom durchlassen, dann befindet sich dieser Widerstand genau dort, wo wir den Druck erschaffen, der einen Motor oder einen elektrischen Apparat anspringen läßt.

Wir benötigen diesen Widerstand, damit wir im Widerspruch dazu, dort die Kraft unserer Verbindung durchfließen lassen können. Dann enthüllt uns die Kraft unserer Verbindung, welche wir empfangen, die spirituelle Welt.

Wenn dieser Widerstand zwischen uns nicht bestünde, so wie es am Beginn der Schöpfung war, als wir alle noch eng verbunden waren, dann würden wir auf der gleichen Stufe stehenbleiben, wir würden uns selbst nicht wahrnehmen. Weil wir jedoch diesen Widerstand zwischen uns haben, welcher unser Ego ist, das uns trennt, und wir nun beginnen, uns zu vereinen, ist es nun die Stärke, die wir empfangen, indem wir die Kraft unserer Vereinigung durch diesen Widerstand fließen lassen, welche uns die spirituelle Welt enthüllt. Dann erklimmen wir 125 Stufen unserer Vereinigung, gegensätzlich zu unserem Egoismus, bis wir aufgrund dieses gemeinsamen Widerstandes die gesamte unendliche Macht heranziehen.

Das Buch Der Sohar enthält genau das Licht, welches uns die Kraft zur Überwältigung des Widerstandes geben kann, uns miteinander zu verbinden und innerhalb dieser Verbindung zueinander, die gesamte spirituelle Dimension zu enthüllen. Darin liegt unsere Arbeit mit dem Buch Der Sohar.

Aus der 4. Lektion beim WE! Treffen, 1.4.2011