Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Licht'

Beharrlichkeit ist der Schlüssel zum Erfolg


Fragen, die ich darüber erhielt, wie man schwierige Zeiten auf dem Weg überwinden kann:

Frage: Man lebt und arbeitet, man erzieht seine Kinder und studiert Kabbala als Hobby. Alles läuft gut. Man denkt sogar, dass man sein Leben gut in den beiden Welten lebt – in dieser und in der spirituellen. Und dann verliert man plötzlich seinen Job, sein Haus, das Gesparte, und dann wird noch jemand in der Familie sehr krank. Und aus irgendeinem Grund zerfällt zusammen mit unserer Welt auch unsere „spirituelle Welt“. Bedeutet das, dass das, was auch immer man spirituell erreicht hat, nur eine höhere Form von Egoismus war, ein Verlangen nach Wissen?

Meine Antwort: Dies bedeutet nur eins: Ihre Bedingungen zum Vorankommen haben sich geändert, und nun werden Ihnen neue Bedingungen zum Voranschreiten angeboten. Warum? Weil sich so das allgemeine Verlangen (die gemeinsame Seele) entwickelt, und Sie sind ein Teil davon (eine einzelne Seele). Wenn Sie nicht unter diesen neuen Bedingungen voranschreiten wollen, dann verlassen Sie den Weg der individuellen Entwicklung und werden von dann an den generellen Weg gehen, den des Leidens, den der „zum Glück gezwungen werden“ heißt.

Frage: „Wehe denen, die den Tag des Herrn begehren! Was soll er euch? Denn des Herrn Tag ist Finsternis und nicht Licht!“ (Amos, 5:18). Anfänglich blendet das Licht alle unsere Sinne, und es kommt einem wie totale Finsternis vor. Diese Finsternis hilft jedoch demjenigen, der der Spiritualität entgegenstrebt, denn sie schließt alle egoistischen Sehnsüchte aus und unser Egoismus verliert jegliches Interesse an Spiritualität. Und nur derjenige, der sich unbeugsam dem Ziel entgegenbewegt, und mit dem Rav und dem Schöpfer „ausgerüstet“ ist, empfängt Unterstützung, Beistand und Instruktion. Dann kann er auch diesen Teil des Weges überwinden, den der „Dunkelheit der Nacht“.

Ich muss zugeben, dass ich immer noch ein Bewohner dieser Welt bin – der Welt der Dunkelheit -, und ich brauche dieses Licht, damit ich „Sehkraft“ erlangen kann, die Fähigkeit, in der Welt des Lichtes sehen zu können. Meine Frage ist: was kann einer Ihrer Studenten außer dem was er bereits tut, noch tun, um dies zu erreichen?

Meine Antwort: Sich noch mehr anstrengen, um alles Streben zu einem Ziel hin zu vereinen. Und zwar deswegen, weil der Schöpfer – die Eigenschaft zu lieben und zu schenken – nur in dem vereinten Verlangen erscheint, um in diesem gemeinsamen Wunsch die Eigenschaft der Liebe und des Schenkens zwischen den Seelen, zu enthüllen.

Verwandtes Material:
Blog-post: Fragen über den Pharao – unseren Egoismus (für Fortgeschrittene)
Blog-post: Was ist Schmerz, und wie können wir damit aufhören, ihn ständig zu spüren?

Warum betreten Kabbalisten nicht die politische Bühne?


Eine Frage, die ich erhielt: Immer mehr Leute erwachen und erkennen das Böse, welches in uns ist. Warum gehen Kabbalisten nicht in die Politik? Wäre die Gründung einer politischen Partei nicht ebenfalls ein Weg, das Wissen der Kabbala zu verbreiten? Oder würde dies der Verbreitung dieser Weisheit schaden? Selbst wenn die Leute das, was sie zu hören bekommen, nicht mögen, so hätten sie doch eine Beziehung zum kabbalistischen Wissen. Würde denn nicht das Licht den Menschen anschließend einen Anstoß in die richtige Richtung geben?

Meine Antwort: Unser Ziel ist es, die Leute zu unterrichten und ihnen Wissen über die wahre Struktur der Welt, deren Ziel und die Rolle des Menschen in der Welt, zu geben. Die Menschen werden bald zu verstehen beginnen, dass sie ihren Lebensstil, das gesamte Sozialsystem und die Beziehung der Regierungen untereinander ändern müssen, um eine bessere Zukunft erlangen zu können. Folglich wird ein Verlangen entstehen, die Welt zu verändern, basierend auf unseren Erklärungen über das Funktionieren der Gesetze in der Gesellschaft und der Welt. Schließlich wird man ganz natürlich realisieren, dass die Welt durch Kabbalisten regiert werden muss.

Jedoch wird dies im Ausmaß der kabbalistischen Bildung der Leute und deren Kenntnis über das Böse und die Korrektur geschehen. Bis dahin müssen wir die Kabbala von unten nach oben verbreiten, denn jeder Versuch in die Politik zu gehen (das Bildungsministerium zu „übernehmen“ und die Kabbala den Massen zu lehren) wird missverstanden und angefeindet werden.

Verwandtes Material:
Blog-post:Wird sich Bnei Baruch in ein kommerzielles Unternehmen oder…
Blog-post: Lösung für den Konflikt der Zivilisationen
Artikel: Synergie – Veränderung hin zu altruistischen sozialen Werten

Erlösung erfolgt durch die Hand des Schöpfers


Ich erhielt Fragen über den Abstieg und wie man damit umgeht:

Frage: Manchmal verliere ich die richtige Absicht und fühle mich, als käme ich vom spirituellen Weg ab. Manchmal habe ich Angst und fühle mich leer in Bezug auf diese Welt. Es gibt sogar Zeiten, in denen ich mich inspiriert fühle und viel tue, aber ich spüre trotzdem, dass das eine Lüge ist und dass mir die richtige Ausrichtung fehlt. Wenn ich diese Gefühle habe, sollte ich dann versuchen, den Schöpfer zu sehen und was Er mir dadurch zu „sagen“ versucht?

Meine Antwort: Du wirst noch mehr Eindrücke sammeln müssen, um die Höheren Stufen zu fühlen. Was du tun solltest? Einfach weitermachen (lies die Texte von Baal HaSulam und Rabash, die davon handeln). Niemand weiß vorher, welches Volumen seiner Seele in jedem Reshimo und jedem Grad vollständig enthüllt werden muss, damit die Seele dann zum nächsten Grad aufsteigt. Deswegen ist das einzige, was wir tun sollten, in eine Richtung zu „streben“, „wie ein Ochse zur Bürde und ein Esel zur Last.“ „Es liegt nicht an dir, die Arbeit zu vollenden, dennoch musst du sie stetig und beharrlich tun und es steht dir nicht frei zu gehen,“ und dann wird die Korrektur als „Erlösung durch die Hand des Schöpfers“ augenblicklich und unerwartet kommen, entsprechend dem Prinzip „du strengst dich an – und du findest.“

Frage: Wenn ich mich im Stadium des Abstiegs befinde, sollte ich sofort ein Buch öffnen oder sollte ich zuerst versuchen, dieses Stadium selbst zu überwinden?

Meine Antwort: Es ist das Beste, ein Buch zu öffnen, geh auf unsere Webseite oder auf meinen Blog, um etwas zu lesen oder zu sehen, was deine Gefühle beantworten wird. Für Anfänger empfehle ich mein viertes Buch „Leben aus der Kabbala“ genauso wie die Zitate von Kabbalisten.

Frage: Ist es für einen Menschen möglich, zu schnell voranzukommen und deswegen einen Abstieg zu riskieren?

Meine Antwort: Abstiege sind nützlich und sie müssen zwischen den Stufen passieren. Ob sie schnell oder langsam vorbei gehen hängt nicht davon ab, ob ein Mensch alle seine Anstrengungen investiert oder nicht. Denn nicht der Mensch selbst bestimmt dies, sondern es wird von der Natur der Stufen bestimmt – der nächste Grad wird ihm enthüllt, sobald er bereit für ihn ist, d.h. sobald er sein Kli dafür vorbereitet hat. Mit anderen Worten wird das korrigierte, fertige Kli mit der Eigenschaft des Schenkens, des Lichtes oder dem Schöpfer gefüllt.

Verwandtes Material:
Blog-post: Hast Du Zweifel – verbreite!
Blog-post: Freuen Sie sich über die Abstiege!
Blog-post: Wir bilden unsere Seele, indem wir die zu uns kommenden Reschimot korrigieren (für Fortgeschrittene)
Blog-post: Der Kreislauf von Abstiegen und Aufstiegen und die Korrektur des Maaser (für Fortgeschrittene)
Blog-post: Richtlinien zum Erreichen der Einheit – Ausgewählte Zitate von Baal HaSulam
eBook: Leben aus der Kabbala

Wie vermeiden wir, dass uns auf dem Weg die Kraft ausgeht?


Eine Frage, die ich erhielt: Die erstmalige Enthüllung des Bösen (Egoismus) und die darauf folgende Wahrnehmung der Eigenschaften des Schöpfers sind sehr kraftvoll. Wenn man dies zum ersten Mal erfährt, beginnt man seinem Geliebten nonstop hinterher zu rennen. Aber mit der Zeit und dem Aufbringen der notwendigen (und sogar Über-) Anstrengungen verschwindet diese Eigenschaft stufenweise wieder. Man lässt nach und zweifelt daran, dass dies jemals passiert ist.

Wie enthüllt man das Böse auf den nachfolgenden Stufen? Wie vermeidet man, nachlässig zu werden? Wie behält man den Wunsch des Schöpfers im Auge und schreitet unablässig voran? Wenn man jene Welt erfahren hat und „erweckt“ wurde, kann dies doch nicht umsonst geschehen sein. Niemand kann dann sein Leben einfach weiterführen wie bisher. Wie also „klettert“ man wieder aus dieser Welt heraus? Ich möchte wirklich gern eine Antwort auf diese Frage erhalten, auch wenn Sie schon oft gesagt haben, dass man eine wirkliche Antwort nur in sich selbst finden kann.

Meine Antwort: Sie haben alles korrekt und lebhaft beschrieben. Sie konnten früher durch Ihre eigenen Anstrengungen keine Fortschritte machen, sondern erst durch das Verlangen, welches Sie von oben erhielten – dem Punkt im Herzen. Aber jetzt müssen Sie diesen Punkt zu den Zehn Sefirot hinentwickeln, um das Höhere Licht oder die Höhere Welt in den zehn Sefirot empfangen zu können. Es sind Ihre eigenen Anstrengungen. Jetzt müssen Sie durch die mühevolle Periode zunehmender Anstrengung, Wahrnehmung und Selbstanalyse fortschreiten. Die einzigen Dinge, die dabei helfen, sind:

1.Geduld
2.Begeisterung für das Ziel
3.Die Feststellung, dass man die Veränderung alleine nicht schafft.
4.Vertrauen in das Licht der Korrektur

All dies kann nur mit Hilfe der richtigen Umgebung erlangt werden (siehe Baal HaSulams Artikel „Die Freiheit„).

Verwandtes Material:
Blog-Post: Fragen über den Pharao – unseren Egoismus (fortgeschritten)
Blog-Post: Sei glücklich über das Anwachsen des Egoismus

Glaube über dem Verstand ist Geben über dem Empfangen


Zwei Fragen, die ich über den Glauben über dem Verstand erhielt und wie man jederzeit mit dem Schöpfer verbunden sein kann.

Frage: Sie sagten, dass es keinen Glauben in der Kabbala gibt, sondern nur Wissen und Verstand. Was meinen Sie nun mit „Glaube über dem Verstand“?

Meine Antwort: Glaube über dem Verstand bedeutet Geben über Empfangen. Unserem Wesen nach empfangen wir lieber, als dass wir geben, und dieser Wunsch macht uns dem Schöpfer gegenüber gegensätzlich. Wir können unsere egoistische Natur der des Schöpfers angleichen, wenn wir unseren Handlungen die Absicht zu geben hinzufügen, welche „über dem Verstand“ ist – dann wird dieses die Essenz unserer Handlungen festlegen, welche dem Empfangen dienen.

Ebenso ist der „Baum der Erkenntnis von Gut und Böse“ das Wissen oder die Erkenntnis unserer 613 Verlangen und deren Korrektur, damit wir unsere Verlangen zu empfangen in der Absicht zu geben verwenden.

Die Kabbala ist eine Wissenschaft und beschäftigt sich nicht mit Glauben, sondern nur mit klar erkennbaren Vorgängen nach dem Prinzip „Der Richter weiß nie mehr als das, was seine Augen sehen“. Der Schöpfer oder das Licht erschuf einen Wunsch mit der Absicht „für sich selbst“. Alles, was geschieht, ist ein Vorgang, bei dem man die Absicht „für sich selbst“ zu „für andere“ korrigiert. Bis zu dem Grad der Korrektur des Verlangens, wo das Licht das Verlangen erfüllt. Das Ende der Korrektur ist dann erreicht, wenn das Verlangen vollkommen dem Licht ähnlich ist.

Frage: Wie ist es möglich, jederzeit mit dem Schöpfer zu sein? Was heißt das eigentlich?

Meine Antwort: Es bedeutet, in der Eigenschaft des Gebens anstelle des Empfangens zu handeln.

Verwandtes Material:
Blog-Post: Glaube über dem Verstand wird nach dem Machsom erlangt (fortgeschritten)
Blog-Post: Die Kabbala befasst sich ausschließlich mit der Erreichung des Schöpfers
Blog-Post: Spiritualität liegt über unserer Welt (fortgeschritten)

Verliert Euch nicht in all den „Engeln“


Ich erhielt folgende Frage: Was sind Engel und andere spirituelle Wesen, die in der Tora erwähnt werden?

Meine Antwort: Alle kabbalistischen Bücher erwähnen Ofanim, Hayot and Kruvim. Das Buch Sohar sagt (Bereschit, Kapitel 77, Seite 81): „Ofanim sind die Engel der Welt Assija, Hayot sind die Engel der Welt Yezira, und Kruvim sind die Engel der Welt Brija.“ Sie alle repräsentieren ein kleines Licht (Vak de Chochma) in jeder Welt und sie sind von den menschlichen Seelen abhängig. Wenn sich ein Mensch zum Beispiel selbst korrigiert, stehen sich die Kruvim gegenüber, wie es in der Tora gesagt wird.

Es gibt auch spirituelle Kräfte, die sich auf einen Löwen, Ochsen, Adler und Menschen beziehen; diese entsprechen den Sefirot Netzach, Hod, Yessod und Malchut. Zusätzlich beziehen sich kabbalistische Bücher manchmal auf verschiedene Stufen in den spirituellen Welten durch die Worte Süden (Chochma), Norden (Bina), Osten (Seir Anpin), und Westen (Malchut). Und es gibt viele andere Bezeichnungen.

All das spricht nur über die Stufe des Lichtes in den Kelim (Gefäße) entsprechend des Gesetzes der Gleichheit zwischen ihnen – zu dem Grad, in dem das Licht und das Kli die Eigenschaft des Gebens teilen, welche durch unsere Anstrengungen erreicht wird. Statt in all diesen Namen unterzugehen, rate ich dir anzufangen, kabbalistische (wissenschaftliche, physische) Bezeichnungen zu verwenden, solche wie Sefirot, Orot usw.. Letztendlich ist es egal, wie du es betrachtest, kein Wort in der Kabbala spricht über unsere Welt. Die ganze Verwirrung zermürbt einen Menschen nur und lenkt ihn vom Ziel ab.

Verwandtes Material:
Blog-Post: Engel in der Kabbala
Blog-Post: Kabbala, Astrologie und Leben auf anderen Planeten
Glossar der Begriffe

Kinder, Seelen und der Punkt im Herzen


Vier Fragen, die ich über Kinder und Kabbala erhielt:

Frage: Meine Kinder sind sechs, fünf und vier Jahre alt und sie alle lieben kabbalistische Zeichnungen und grafische Darstellungen. Ich zeichne diese Grafiken für sie auf ein A4 Kopierpapier mit farbigen Markern und erkläre ihnen, was sie in einfachen Worten bedeuten, unterstützt durch das Material aus den Büchern Kabbalah Revealed und Kabbalah for Beginners. Vielleicht könnten wir ein farbenfrohes Kinderbuch gestalten mit grafischen Darstellungen und Zeichnungen, welche einfache Erklärungen beinhalten? Vielleicht können wir sogar ein buntes Buch gestalten, wo Kinder verschiedene Buntstifte benutzen müssen, um das Kli, das Licht, den Schirm usw. einzuzeichnen oder auszumalen?

Antwort: Ich begrüße diese Ideen sehr und kann diese Bücher kaum erwarten!

Frage: Haben alle Kinder von Bnei Baruch einen Punkt im Herzen?

Meine Antwort: Nein, nicht alle von ihnen.

Frage: Sollten Sie dann die Weisheit der Kabbala studieren?

Meine Antwort: Ja, denn es wird ihnen helfen, den langen Weg des Leidens zu vermeiden.

Frage: Werden alle meine Probleme und Missverständnisse, welche ich mit meinen Kindern habe, durch die Tatsache verursacht, dass ich nur die entgegengesetzte Seite ihrer Seelen sehen kann? Ich meine damit, dass ihre Seelen durch mich „hindurchgewandert“ sind und ich nun ihr AHP, aber nicht ihr GE sehe?

Meine Antwort: Sie sind mit Ihren Kindern nur auf einer tierischen Stufe verbunden, aber nicht auf einer spirituellen Stufe.

Verwandtes Material:
Blog-Post: Internationaler Unterricht für Kinder vom 6. Juli
Blog-Post: Internationaler Unterricht für Kinder vom 13. Juli
Blog-Post: Das Schlimmste,was geschehen kann, ist in diese Welt zurückkehren zu müssen
Kabbalablog: Alles nur eine Frage der Erziehung
Das Buch Erwerben: Kabbalah for Beginners
Das Buch Erwerben: Kabbalah Revealed


„Und Gott schuf den Menschen nach Seinem eigenen (Ab)Bild“


Eine Frage, die ich erhielt: Können Sie mehr über die Bedeutung der Aussage machen, dass der Mensch nach dem Bildnis seines Schöpfers geschaffen wurde? Die Kabbala erklärt den Begriff Bild als Abdruck, wie wenn ein Abdruck durch eine Form gemacht wird, um eine Maske herzustellen, oder wie bei einem Siegelring, wo die Höhere Kraft das Design des Ringes darstellt, und die Menschheit ist der Wachsabdruck, welcher gegensätzlich zur Form (oder Essenz) des Schöpfers ist. In meiner Kultur wird uns üblicherweise gelehrt, dass wir nach dem Bild Gottes geschaffen wurden, und zwar im positiven Sinn, wie in dem Ausspruch „er ist seinem Vater wie aus dem Gesicht geschnitten“. Die ganze Kabbala scheint mir auf dieser Definition des Wortes „Bild“ zu gründen, insofern halte ich es für notwendig, die Definition des hebräischen Wortes für „Bild“ in Begriffen, die aus den Quellentexten stammen, welche die Genesis beinhaltet, zu erklären.

Meine Antwort: Das Licht (der Genuss) prägte sich in das Verlangen ein, wodurch ein entsprechendes Verlangen geschaffen wurde, welches durch dieses Licht gefüllt werden wollte. Danach enthüllte das Licht seine „gebende“ Essenz gegenüber diesem „Verlangen, welches gefüllt werden wollte“, und zeigte dem Verlangen dadurch dessen gegensätzliche Natur. Dies zwang das Verlangen, sich dem Licht anzugleichen – also „gebend“ zu werden.

Wir sind diejenigen, die durch diesen Prozess gehen, entweder unfreiwillig oder freiwillig. Wir gehen solange unfreiwillig, bis in uns ein Wunsch erwacht, es freiwillig zu tun. Wir kommen dann unfreiwillig zur Kabbala, welche die Methode ist, sich dem Schöpfer aus freien Stücken anzugleichen.

Sobald jemand freiwillig beginnt, sich dem Schöpfer anzugleichen, erhält er Kontrolle über sich und seine Welt. Jeder wird dies erreichen, egal ob durch Leiden oder die Erkenntnis der Notwendigkeit, gefolgt durch die Realisierung und die Liebe.

Verwandtes Material:
Blog-Post: Kabbala leht Liebe und Schenken – und sonst nichts!
Artikel von Baal HaSulam: Materie und Form in der Wissenschaft Kabbala
Shamati 4: Der Grund für die Schwierigkeit, sich vor dem Schöpfer zu annulieren

Wie können wir wissen, dass die Enthüllung der höheren Welt keine Illusion ist?


Fragen, die ich über die Wahrnehmung der allgemeinen Seele und der Höheren Welt erhielt:

Frage: Jeder und alles ist in mir. Der Schöpfer ist um mich und in mir. Wenn man dies erst einmal verstanden hat, beginnt man sich zu wünschen, mit allem Umgebenden verbunden zu sein. So weit, so gut! Das bedeutet jedenfalls, dass man alles nur für sich selbst tut, denn sogar ein zufällig vorübergehender Passant ist Teil von mir. Will ich daher in Wirklichkeit alles für mich verbessern und nicht für die anderen?

Meine Antwort: Natürlich entdeckt ein Mensch, dass alles um ihn herum ein Teil von ihm und in seinem Egoismus eingeschlossen ist. Jedoch geschieht dies nur, wenn jemand danach strebt, aus seinem Egoismus auszubrechen und in anderen zu sein, innerhalb der Umgebung. Zuerst erlangt er die Eigenschaft von Bina – „Geben – nicht um des eigenen Vorteils willen“; und sobald er über dieser Eigenschaft (Tshuva mi Iraa, Hafetz Hesed) ist, fügt er alles zu sich selbst und macht es zu einem Teil von ihm. Dann spürt er alle Seelen als seine eigene (Tshuva mi Ahava) und empfängt das vollkommene Höhere Licht in diesem vereinten Kli.

Frage: Wie wissen wir, dass die Höhere Kraft die einzige ist und dass das, was wir empfinden, nachdem die Höheren Welten enthüllt sind, nicht unsere Einbildung oder Illusion ist?

Meine Antwort: Wir werden dies wissen, indem wir die Höhere Welt in unserer Seele enthüllen und indem wir die zwei Welten vergleichen. Alles in der Spiritualität wird in uns erlangt, genauso wie wir diese Welt erlangen. Wir ziehen unsere Schlüsse nur aus der Erkenntnis der Höheren Welt. Die Wissenschaft der Kabbala ist ausschließlich auf den praktischen Erfahrungen der Kabbalisten begründet.

Verwandtes Material:
Blog-Post: Die Methode Glück zu erlangen ist für Alle oder Keinen
Blog-Post: Seine Unerreichbarkeit im Geist eines Kabbalisten
Kabbala eBooks zum kostenlosen Download: Leben aus der Kabbala

Durch die Entwicklung der Verlangen, entwickelt die Kabbala auch den Verstand


Ich erhielt Fragen über das Studium, der Definition des spirituellen Ziels, die Verlangen und den Verstand:

Frage: Was soll ich jeden Tag studieren?

Meine Antwort: Studiere dieselben Sachen wie wir, mit uns zusammen.

Frage: Sollte ich nur Kabbala studieren oder gibt es andere Bücher, die es genauso wert sind sie zu studieren?

Meine Antwort: Du solltest nur das studieren, was wir studieren. Wenn du ein Anfänger bist, solltest du den ersten und dritten Teil unserer täglichen Lektion zusammen mit uns studieren – anstelle des zweiten Teiles der Lektion (Talmud Esser Sefirot), kannst du aus den Materialien für Anfänger auf unserer Webseite lernen.

Frage: Müssen wir gegen unsere leidenschaftlichen Verlangen in der körperlichen Welt kämpfen oder sollten wir nur Kabbala studieren ohne gegen diese Verlangen zu kämpfen?

Meine Antwort: Nur das Studium der Kabbala zieht das Licht der Korrektur an – Or Makif. Du wirst durch das Ankämpfen gegen deine Verlangen nicht korrigierter werden oder indem du dich auf irgendeine Weise selbst einschränkst. Konzentriere dich nicht auf deine Eigenschaften, sondern strebe in Richtung des Schöpfers.

Frage: Ich bin etwas verwirrt über das spirituelle Ziel. Ist das Ziel für mich, glücklich zu sein oder zu geben, oder wie das Höhere zu sein, oder meinen Nächsten zu lieben? Oder soll mein Ziel sein, Herr über meinen freien Willen zu werden oder den Widerspruch zwischen dem Ort des Schöpfers und dem Ort der Schöpfung miteinander zu vereinigen? Was ist das Ziel?

Meine Antwort: Es gibt ein Ziel, welches alles vereinigt – alle Gegensätze: Das ganze Licht tritt in das vollständige Kli ein und erfüllt es vollkommen. Diese Stufe existiert bereits; wir müssen sie nur für uns enthüllen. Es ist ähnlich einem Kinderpuzzle: Es gibt ein Bild, das auf ein Stück Karton gedruckt ist, dann wird es in kleine Teile geschnitten und das Kind muss es wieder zusammensetzen. So lernt das Kind alle Teile zu einem Ganzen zu verbinden – und wir werden mit den Elementen der Schöpfung dasselbe tun müssen.

Frage: Ist das Ego (mein Wille zu empfangen), mein Verstand, der die Realität beobachtet?

Meine Antwort: Das ist vollkommen richtig. In deinen Verlangen nimmst du dich selbst wahr, die Welt und deine Existenz. Der Verstand wird von den egoistischen Verlangen erzeugt oder von ihnen hervorgebracht. Der Verstand entwickelt sich und wächst in dem Maße, in dem man anstrebt, seine Verlangen zu erfüllen. Je mehr Verlangen jemand hat und je größer diese Verlangen sind, desto größer ist der Verstand, der sie begleitet. Da die Kabbala die Verlangen entwickelt, regt sie deswegen auch die Entwicklung des Verstandes an (des Gehirns).