Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Sinn des Lebens Teil 3

Ist es möglich, die Frage nach dem Sinn des Lebens zu beseitigen?

Bemerkung: Heute hat sich die Lebenserwartung der Menschen vervierfacht. Vor dreieinhalb tausend Jahren betrug im alten Ägypten die durchschnittliche Lebenserwartung 22 Jahre.

Antwort: Heute können wir das nicht verstehen. Mit 22 Jahren beginnt das Leben noch gar nicht.

Frage: Damals wurden ständig Kriege geführt, daher starben 15  bis 20% der Menschen auf unnatürliche Weise. Einerseits sieht das Leben heutzutage zweifellos besser aus, andererseits nimmt die Hälfte der Weltbevölkerung Antidepressiva. Löst die Natur all das im Menschen aus?

Antwort: Ja, es ist unsere Natur, die uns zum Ziel führt. Wir haben alles außer dem Wichtigsten: Wofür leben wir?

In der Antike hat der Mensch mit 20 Jahren vielleicht noch gar nicht über den Sinn des Lebens nachgedacht. Wenn man aber 80 Jahre lang lebt, gibt es ein Problem – man denkt die Hälfte seines Lebens darüber nach: „Ich werde bald sterben, wofür habe ich gelebt? Was ist der Sinn?“ Das ist schlimmer, als der Tod.

Bemerkung: Allein die Tatsache, dass alles ein Ende hat, wirft die Frage auf: Was ist, wenn alles ein Ende hat, der Sinn des Lebens?

Antwort: Um nicht darüber nachdenken zu müssen, braucht man Drogen, – das hat auch der Mensch erfunden.

Frage: Heute sind auf der ganzen Welt Drogen legalisiert. Glauben Sie, dass dies kein Zufall ist?

Antwort: Natürlich ist das kein Zufall! Der Mensch will nicht über sein Ende nachdenken. Diese Gedanken lassen ihn aber nicht los, er möchte seine Leere irgendwie füllen.

Frage: Auf der einen Seite gibt uns folglich der Schöpfer Leiden und andererseits lässt er den Gebrauch von Drogen zu, damit wir sie benutzen können?

Antwort: Wir sollen erkennen, dass auch dies keine Lösung ist. Es ist keine Lösung!

Frage: Wir können also mit Drogen die innere Frage nach dem Sinn des Lebens nicht beantworten?

Antwort: Keinesfalls.

Fortsetzung folgt…

Aus der TV-Sendung „ Grundlagen der Kabbala“ , 14.01.2019.

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Erhebe deinen Punkt im Herzen

Rabash, „TANTA [Taamim, Nekudot, Tagin, Otiot]“: Taamim [Geschmäcker] bedeutet, dass jemand, der einen guten Geschmack im Leben kosten möchte, auf seinen Punkt im Herzen achten sollte.

Jeder von uns hat einen Punkt im Herzen. Wir können ihn spüren wenn er beginnt zu leuchten. Dieser Punkt im Herzen ist eine Unterscheidung der Nefesh [Seele] von Kedusha [Heiligkeit], deren Natur ein Gefäß des Gebens ist.

Da sie sich jedoch in einem Zustand der Shechina [Göttlichkeit] im Staub befindet, betrachten wir sie als “Nichts”. Sie ist für uns nur so wichtig wie Staub. Dies wird als Nekudot [Punkte] bezeichnet.

Wir empfinden den Punkt im Herzen tatsächlich als so etwas Unwesentliches wie Staub. Doch brauchen wir diesen Punkt um unsere Seele aufbauen zu können, da sie die Eigenschaft des Gebens ist.

Wenn sich der Punkt entzündet treibt er uns voran. Er lässt uns die Bedeutungslosigkeit unseres Zustandes, unserer Probleme, unsere Wertlosigkeit und Leere spüren. Er ist der Antrieb der gesamten Welt. Wir müssen verstehen, dass wir aus dem egoistischen Verlangen heraus nicht in der Lage sein werden, uns selbst in irgendeiner Weise zu erfüllen. Die Welt wird weiterhin zerstört werden, und wir werden nichts dagegen tun können.

Das Einzige, was wir tun können, ist den Punkt im Herzen zu erheben und ihm die Wichtigkeit geben. Die Eigenschaft des Gebens ist unserer Natur entgegengesetzt, daher erscheint er in unserer Wahrnehmung schwarz und wir fühlen die Finsternis. Das ist der Grund warum wir nicht erkennen können was er wirklich ist.

Er ist die Sehnsucht in uns nach Spiritualität, der Wunsch nach Einheit und des Gebens. 

Dieses Gefühl bringt uns dazu, nach Erfüllung zu suchen und nach dem Sinn unseres Lebens. 

Dann beginnen wir unsere Seele zu entwickeln und betreten damit eine völlig andere Realität, nämlich die spirituelle Welt.

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Kabbala Weltkongress in Moldawien, Lektion „0“ vom 05.09.2019  „In den Kongress eintreten

Wir verlangen, der Schöpfer erfüllt!

Wir vergessen, dass wir nichts tun müssen, sondern nur darum bitten, dass der Schöpfer es tut!

Wir aber denken daran, wie ich mein Herz zwingen soll, sich zu öffnen, wie ich mich mit den Anderen verbinden soll, wie er sich mit mir verbinden soll…

Wir sollten gar nicht daran denken! Wir stellen uns die Verbindung in unserem egoistischen Verstand vor, doch sie ist überhaupt nicht mit dem zu vergleichen, was wir denken!

Das ist die Ebene der höheren Welt, es enthüllt sich uns eine neue Realität! Wir müssen nur darum bitten, nichts mehr!

Wir lernen, dass alles aufgrund der Bitte geschieht. Wir erheben das Gebet – MaN, als Antwort darauf kommt das umgebende Licht – MaD und korrigiert alles, wir sind bei der Korrektur nur anwesend. Alles kommt von oben, von uns wird lediglich eine Forderung, eine Bitte, das Bestreben benötigt.

Das Problem liegt in diesem Punkt: richten wir uns an den Schöpfer oder versuchen wir alles selbständig zu tun. Genau in diesem Punkt machen wir den Fehler und bleiben für lange Jahre darin stecken, wir sind nicht in der Lage, die Richtung auch nur ein wenig zu ändern, zu verstehen, dass es nichts außer der Forderung, dem Verlangen, der Bitte gibt!

Um zu einer solchen Bitte zu kommen, müssen wir uns anstrengen, aber auch nur dafür. Wenn wir versuchen, das richtige gemeinsame System, das auf Liebe und Freundschaft basiert, aufzubauen, wird das ein langer Weg sein, der uns zum Verständnis dessen bringt, dass wir uns vom Ziel entfernen, dass wir nicht ehrlich sind, dass wir einander hassen und der Einheit nicht näher kommen. [Rest des Beitrags lesen →]

Es braucht nur einen Funken des Höheren Lichts, um die Welt zu korrigieren


Frage(meine Antwort fett): Sie sagen, dass diese massiven Krisen – wirtschaftliche, ökologische und andere – die Menschheit letztlich zur Korrektur bringen werden und dass dieser Weg bitter sein wird. Aber denken Sie nicht, dass wenn es in den Supermärkten nichts mehr zum Essen gibt, sich Gruppen auf den Strassen bilden werden, die um jeden Preis überleben wollen – durch stehlen und morden für ein Stück Brot? Und werden dann all die Krisen nicht noch mehr Not und Übel über die Menschheit bringen?

Ja, ich stimme dir zu, du hast Recht!

„Wo es kein Brot gibt – gibt es auch keine Tora“, das sagten Sie. Wenn ein Mensch verzweifelt ist, wenn seine Freunde und seine Familie an Hunger und Krankheiten sterben und wenn es zu gefährlich ist, vor die Tür zu gehen, wird er dann wirklich anfangen, Kabbala zu studieren? Und übersehen Sie nicht auch, dass es dann auch kein Internet mehr geben wird, weil die Computer ohne Strom nicht funktionieren? Ich sage Ihnen, dass in so einer Situation kein Mensch Kabbala studieren wird – weder jetzt noch in 232 Jahren (das Ende der 6000 Jahre).

Ja, ich stimme dir zu, du hast Recht!

Selbst wenn ich die Wissenschaft der Kabbala für wichtig und notwendig erachte und selbst wenn ich einen Punkt im Herzen habe und über das Studium der Methode der Kabbala bescheid weiß, werde ich nicht dasitzen und Kabbala- Bücher lesen, während meine Familie am Hungertod stirbt. Und dies gilt noch mehr für Menschen, die überhaupt nichts von der Existenz der Kabbala wissen.

Ja, ich stimme dir zu, du hast Recht!

Der Punkt im Herzen erscheint dann, wenn du schon alles hast und du bemerkst, dass nichts davon dich glücklich macht und dass es keinen anderen Weg mehr gibt. Aber wenn du damit beschäftigt bist, irgendwie Trinkwasser zu beschaffen, um zu überleben, wirst du sicher nicht über den Punkt im Herzen nachdenken.

Ja, ich stimme dir zu, du hast Recht!

Antwort: Ich stimme vollkommen mit dir überein und ich habe für mich die Regel „Wenn es kein Brot gibt, gibt es auch keine Tora“ unterstrichen. Das heißt, dass es Situationen gibt, in denen die Menschen mit Überleben beschäftigt sind und dann sind alle Gesetze aufgehoben und alles dreht sich ums nackte Überleben (mit der Ausnahme, andere zu töten, um selbst zu überleben).

Aber in deiner Argumentation übersiehst du die vier Phasen der Entwicklung des Verlangens. Nicht die Größe des Hungers wächst, sondern seine Fähigkeit, die Quelle seiner Leere oder Füllung zu erkennen. Weil alles unter dem Einfluss des Lichtes seinen Platz findet. Du wirst sehen, dass deine Bekannten nicht nur leiden, sondern plötzlich den Grund für ihr Leid zu verstehen beginnen – das hat Bedeutung und führt zum letztendlichen Ziel.

Du solltest ihnen dabei helfen, diese Erkenntnis früher zu haben – dann wird das Leid schwinden. Denn es wird nur zu dem Zweck enthüllt, um diese Erkenntnis hervorzurufen! Daher ist die Verbreitung auch so wichtig: Wenn die Massen den Schöpfungsplan langsam verstehen, wird dies großes Leid abhalten und plötzlich werden Wohlstand und Frieden erscheinen.

Ich schlage vor, Folgendes zu lesen: „Vom Chaos zur Harmonie“, mein Vortrag in Arosa und das Material über Die Gesellschaft der Zukunft (engl.). Ein Funke des Höheren Licht war ausreichend, unsere Welt und das gesamte Universum entstehen zu lassen. Und dieser eine Funke ist genug, um diese Welt zu korrigieren, deren Existenz er ursprünglich bewirkt hatte! Alles, was man braucht, ist unser kollektives Verlangen!

Kabbala Grundkurs

Frei von Leid

Frage: Verursacht ein Mensch Krankheit und Leid selbst?

Meine Antwort: Man kann nicht behaupten, dass wir Leiden als Bestrafung bekommen. Wir müssen es als Enthüllung betrachten, als Einfluss des Lichtes, auf Grund des großen Egoismus in uns. Das umgebende Licht ist vom Ego entfernt und da es deswegen nicht eintreten kann, fühlt das Ego Leiden. Je näher das Licht herankommt, um so größer wird die Qual. Der Mensch beginnt darüber nachzudenken, wie er diesen Schmerz vermeiden und sein Ego schützen kann; vielleicht verschwindet es auch, wenn sein Verstand aufhört und er über nichts mehr nachdenkt. Viele Menschen nehmen Drogen, konsumieren Alkohol oder flüchten in verschiedenartige Bereiche, wie Wissenschaft, Kunst, Sport und so weiter; Hauptsache Flucht und nicht über den Sinn des Lebens nachdenken.

Das Licht zeigt uns den Sinn des Lebens. Wir beginnen zu verstehen, dass wir ohne Schmerz die Reise nicht beginnen können. Dies zeigt uns, dass wir dem Licht einen Schritt entgegen gehen müssen, damit es in uns eintreten kann. Wenn ich eine Methode suche, die mich vom Leiden befreit und die mir sagt, wie ich den Sinn des Lebens finde, werde ich auf die Weisheit der Kabbala stoßen. Letzten Endes kommen nur diejenigen dorthin, die eine Leere in dieser Welt verspüren. Sie haben bereits viele Erfahrungen mit Problemen, Schmerzen und Misserfolgen in vorherigen Inkarnationen gemacht. Auch in diesem Leben leiden sie hauptsächlich unter einer nicht füllbaren Leere.

Frage: Vor ein paar Jahren wurde ich ernsthaft krank. Dieses Leiden ließ mich die Bibel studieren und schließlich die Wissenschaft der Kabbala. Ich hatte keine Schmerzen mehr, da ich nicht mehr darauf achtete. Kann ich so gesund werden?

Meine Antwort: Das ist kein Problem, wenn du so weiter machst, wird sich dir das Höhere Licht annähern. Tatsächlich leiten sich alle Probleme von der Tatsache ab, dass das Licht vor dir ist, aber nicht eintreten kann.

Frage: Ist damit gemeint, dass wenn ich mich dem Licht freiwillig annähere, die Leiden reduziert werden?

Meine Antwort: Nein. Die Qualität wird sich nur stufenweise, wenn ein Bedarf vorhanden ist, verändern. Denn die Entwicklung auf das Licht zu wird nicht schwächer, immerhin sind wir alle Egoisten. Wie sonst soll es möglich sein, mit dem Ego zu arbeiten? Man kann nur mit einem spitzen Stock, der „Antrieb“ genannt wird, voran geschubst werden. Man sagt, wenn ein Mensch über einen Fortschritt, ob nun gut oder schlecht, gleichermaßen dankbar sein kann, schreitet er in der richtigen Weise voran.

Es ist egal, woher die Leiden kommen, sie kommen in jedem Fall ausschließlich vom Schöpfer:„Es gibt nichts außer Ihm“ (Deuteronomium 4:35). Wenn ein Mensch dankbar für diese Einflüsse ist, wird er nicht von dem vorgeschriebenem Weg abweichen, sondern wird direkt zum Schöpfer voranschreiten.

Aus der russischen Kabbala Lektion 3/1/16

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Der Herr, welcher für den Dienst nicht zahlt

Die Wissenschaft der Kabbala ist kein Lehrbuch des Egoisten, kein Börsenführer der neuen Realität, keine Bedienungsanleitung für ein neues Betriebssystem, um dieses für eigene Interessen zu nutzen.

Wenn ich die Kabbala studiere, dann begreife ich, dass ich mich selbst verändern soll und dass ich keine andere Wahl habe. Wir sollen uns in die Übereinstimmung mit dem neuen System bringen, welches wir bewusst und ohne Vorabreden betreten sollen, alles Alte hinter uns lassend und den Rubikon überschreitend, hinter dem sich die neue Welt befindet.

Das ist der Grund warum die kabbalistische Methode von den Menschen enthüllt und entwickelt wurde, welche direkt zum Schöpfer (Jaschar Kel) streben und „Israel“ genannt werden. So hat sie sich ihnen enthüllt, so geben sie diese Weisheit an die Welt weiter, und jeder in der Welt soll es wissen.

Und dies bedeutet, dass uns eine einfache Bürgschaft, eine normale gegenseitige Verantwortung nicht helfen wird. Unsere Rufe nach Vereinigung stellen die ersten Meilensteine auf dem Weg zu einer echten Bürgschaft dar. Und je weiter wir voran kommen werden, umso klarer werden wir sehen, dass wir eine innere Korrektur in Übereinstimmung mit dem neuen System benötigen. Wir korrigieren nicht die Natur und nicht die Welt – wir korrigieren uns.

Die kabbalistische Methode widerspricht allem, was es früher gab. Bis vor kurzem hat die Natur uns von innen gesteuert: Wir haben immer unser wachsendes egoistisches Verlangen realisiert. Dieser Herr (die Natur) verfügte über die absolute Macht über uns, und wir haben seine Befehle ausgeführt. Er war so mächtig, dass er das ganze Sichtfeld einnahm, uns die Augen bedeckt hat, und wir haben ständig nach seinem Denken gelebt, ohne jegliche Unterscheidung zwischen ihm und uns zu machen.

Nun jedoch wird in uns eine neue Einstellung gegenüber der egoistischen Natur geboren. Wir stellen fest, dass diese uns durch ihre Macht zerstört, dass sie ein schlechter Herr ist. Denn im Dienst für ihn bleiben wir ohne jegliche Vergütung. Die Macht des Egoismus stellt sich als Übel heraus und führt zur inneren Leere. Und auf der anderen Seite, offenbart sich eine andere Macht, das Verlangen zu geben…

Vieles sollen wir noch für uns selbst klar stellen und anschließend der Welt übergeben. In unseren Worten, die an die Menschen gerichtet sind, verbirgt sich das Licht, das zur Quelle zurückführt. Und es ist unwichtig, wie viel sie verstehen, das Licht, im System unserer gegenseitigen Verbindung, wirkt bereits.

Auszug aus dem Unterricht nach der Zeitung „Die Nation“, 22.09.2011

Die flüchtigen Gedanken quer durch „Shamati“ – Was bedeutet der Satz „mein Freund hat sich verhüllt“ in der spirituellen Arbeit

Was ist mit dem Satz „Mein Freund hat sich verhüllt“ gemeint? Manchmal fühle ich, dass die angenehme, schöne Empfindung, das Verständnis der Erfüllung sich entfremden und verschwinden. Diese Stufen der Entfernung heißen „Nekudot“ / „Punkte“.

Es gibt „Taamim„, „die Geschmäcker“, die beim Eingang des Lichtes empfunden werden, und es gibt „Nekudot“ / „Punkte“, die Eindrücke vom Ausgang des Lichtes. Gerade aus „Nekudot“ entstehen die neuen Gefäße/Verlangen. Wir studieren es in „der Einführung in die Wissenschaft der Kabbala“ und im „Talmud der Zehn Sefirot“.

In diesem allmählichen Verschwinden des Lichtes muss man die Erschaffung der neuen Gefäße/Verlangen, einen Flirt, ein Spiel sehen. Solche Entfernung, die Empfindung, des dich verlassenen Lichtes ist eben eine Einladung, es zu verfolgen, es sich zu wünschen, um auch in der kommenden Finsternis mit dem Licht verschmolzen zu sein.

Auf diese spielerische Art baut der Schöpfer in uns die Beziehung zu Ihm, welche von unserem Verlangen zu genießen unabhängig ist. Er verhüllt sich, aber ich bin trotzdem bereit Ihm zu folgen. Er verblasst und ich will dennoch in dieser Finsternis bleiben. Das heißt diese Spiele sind nicht auf mich, sondern auf mein Verlangen zu genießen, auf mein Ego gerichtet. Und ich will mich über dem Ego mit dem Schöpfer verbinden, und das trotz der Finsternis, die in meinem Ego empfunden wird.

Es gibt also mein Ego, und mich über dem Ego. Mir gegenüber befindet sich das Licht. Und ich bin dazu bereit, dass mein Ego die Finsternis, die Leere empfindet.

Ich muss folgende Erkenntnis erlangen: trotz der negativen Empfindung, der Abwesenheit jeder Füllung in meinem Ego, will ich gerade in solchen Situationen mit dem Licht verbunden sein. Es bedeutet, dass ich mich „über dem Verstand“, im Geben befinde. Deshalb baut die Entfernung des Lichtes in mir das Verlangen zum Spirituellen.

Auszug aus der 6. Lekion des Kongresses in Toronto, 18.09.2011

Die Behandlung der Depression

Meinung: Die Mehrheit der Amerikaner arbeiten viel, essen zwischendurch und führen ihr Leben immer mehr im Sitzen und isoliert. Eine solche Lebensweise führte zur Massendepression.

Die Menschen sind von vornherein für das Leben unter solchen Bedingungen nicht geschaffen: der Überfluss an Essen, die bewegungsarme Lebensweise in geschlossenen Räumen, der Schlafmangel, die soziale Isolierung und der chaotische Lebensrhythmus. Die Depression ist also eine Reaktion unseres Gehirns auf den ständigen Stress.

Kommentar: Die Depression ist eine Reaktion auf die innere Leere. Der Mensch kann alles im Leben ertragen, wenn er die Rechtfertigung für seine Probleme sieht. In diesem Fall verstärken die Schwierigkeiten den Eindruck des Sieges und der Errungenschaften. Der Hauptgrund der Depression ist somit der Verlust der Motivation und des Ziels.

Wenn die Umgebung die besonderen Werte vorgibt, welche für alle Mitglieder der Gesellschaft gleich und wichtig sind, dann nimmt der Mensch sich als ein Teil der Gesellschaft wahr, übernimmt diese Ziele als seine eigenen. In diesem Fall gibt es keine Leere. Der Mensch stützt sich auf die Meinung der Gesellschaft und findet etwas, wofür es sich lohnt zu leben. Wenn der Grund der Depression (die innere Leere) nicht beseitigt wird, dann bleibt uns nur eine medikamentöse Therapie übrig.

Das Glück ist nicht Geld

Meinung: (R. Skidelsky, Mitglied der Lordkammer, Professor der politischen Ökonomie, Quelle Aljazeera): Die westliche Zivilisation hat sich in ihrem Bestreben abgekühlt, ein Vermögen anzuhäufen. Sie hat festgestellt, dass dadurch die Möglichkeit, das Vermögen zu genießen, abgetötet wird. Der Kapitalismus hat sich in den reichen Ländern ausgeschöpft. Die Erfahrung zeigt, dass der Gewinn die Menschen nicht mehr glücklich macht.

Der Kapitalismus ist ein wunderbares System zur Überwindung von Defiziten. Bei einer effektiven Gestaltung der Produktion hat er viele Länder aus der Armut herausgeholt. Aber wenn sich das Warendefizit in einen Warenüberschuss verwandelt, dann entwickelt das System neue Waren und produziert sie. Wie lange?

Es ist ein amerikanischer Lebensstil, in dem Geld und Waren sprechen. Das Ende vom Kapitalismus bedeutet auch das Ende der Notwendigkeit, ihnen zuzuhören. Die Menschen würden damit beginnen, das zu schätzen, was sie bereits haben, statt ständig nach etwas Größerem zu verlangen; und die Reichen hören damit auf, nach mehr Reichtum zu streben.

Solch ein Wertewandel ist nicht nur in Ländern möglich, deren Bürger bereits über mehr verfügen, als sie benötigen, sondern auch in Ländern, in denen Menschen weniger als das Notwendige haben,. Die Erfahrung zeigt, dass die Wirtschaften stabiler und die Bürger glücklicher wären, wenn sich die Einkommen gleichmäßiger verteilen ließen.

Kommentar: Niemand hat voraussehen können, dass unsere Natur, der Egoismus, sich nicht endlos entwickeln wird; und plötzlich, erstmals in der Geschichte, beginnt er sich zu wandeln, und sich aus einem individuellen Egoismus zu einem gemeinschaftlichen, integralen, global abhängigen Egoismus zu verwandeln; – und die Menschen werden in ihren vergangenen individuellen egoistischen Auffüllungen eine Leere fühlen.

Und wer sich dennoch in die Richtung „Geld – Glück“ begibt, wird schnell feststellen , dass die alten Methoden, dieses „Glück“ zu erreichen, nicht mehr funktionieren, weil die Welt integral und global geworden ist.

Stehen an der Schwelle

Frage: Was bedeutet das Konzept „Geheimnisse der Tora“?

Meine Antwort: Ein „Geheimnis“ ist etwas, das ich nicht enthüllen kann, obwohl es klar ist, dass es existiert. Ich erlebe die Wahrnehmung eines „Geheimnisses“, wenn ich an der Schwelle von etwas Neuem stehe, bevor ich die Tür öffne.

Außerdem sind, ohne Bezug zu mir, die „Geheimnisse der Tora“ die Lichter, die von Atik verborgen werden. Sie befinden sind im Kopf von Arich Anpin in Form einer verborgenen Weisheit. Diese Lichter sind verdeckt, weil wir augenblicklich keine Bedeckung für sie haben, die uns befähigen würde, sie zu unterscheiden. Aber für mich sind sie kein Geheimnnis, da ich sie nicht spüre.

Das wirkliche Geheimnis ist der Vorhang, den ich spüre. Das Exil zum Beispiel ist die Erwartung der Erlösung, die als extrem notwendig, doch noch nicht erlangt, empfunden wird. Im Innern eben jener Empfindung der Leere skizziere ich schon die Konturen der zukünftigen Erfüllung. Das bedeutet, sich selbst im Exil zu empfinden: Ich verstehe und fühle, was ich möchte und alles was mir fehlt, ist die Verwirklichung.

Das Gleiche gilt für ein „Geheimnis“: Ich spüre, dass mir die Eigenschaft des Gebens fehlt, sodass ich im Innern ihres Lichts von Chassadim das Licht von Chochma enthüllen würde. Die Erkenntnis, die mir dieses Licht bringt, ist vor mir verborgen.

Aus dem 4. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 26.04.2011, „Einen Teil enthüllen, verhüllen von zwei“