Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Leere'

Wenn der Schöpfer aus der Wahrnehmung verschwindet …

Frage: Warum wird der Zuwachs an Egoismus in der Vorbereitungsphase nicht als großes Verlangen wahrgenommen?

Antwort: Ein größeres Verlangen zu empfangen, das zum Menschen kommt, senkt ihn von seiner Stufe herab. Doch er empfindet es nicht als größeren Egoismus, sondern als zusätzlichen Genuss.

Das neue Verlangen zu empfangen, das sich offenbart, gibt ihm diese Möglichkeit und verpflichtet ihn gewissermaßen dazu. Er spürt nicht, dass das Verlangen gewachsen ist, sondern dass der Genuss intensiver sein kann, wenn er sich am Genuss selbst ausrichtet und nicht am Gebenden.

Was verdirbt die Verbindung zum Schöpfer? Das neue Verlangen! Es löscht nicht den Genuss aus, sondern die Empfindung des Gebenden. Würde der Genuss verschwinden, würde der Mensch Leere empfinden und sofort erwachen. Stattdessen bleibt die Füllung bestehen, aber der Schöpfer verschwindet aus der Wahrnehmung.

Zudem betört die Süße des Genusses den Menschen. Allmählich gewöhnt er sich an diesen Zustand: Er empfängt Genuss für sich selbst, selbstverständlich nicht um des Schöpfers Willen, da er sich noch im Zustand „Lo Lishma“ befindet. Gleichzeitig möchte er jedoch unter keinen Umständen die Verbindung zum Schöpfer verlieren und sucht unaufhörlich nach ihr.

Er möchte spüren, dass er sich in der Welt des Schöpfers befindet – in einer Art Sphäre, die vom Schöpfer erfüllt ist – und versucht ständig, diesen Zustand aufrechtzuerhalten. Das sind die Anstrengungen. Er bemüht sich mit allen möglichen Mitteln und schließlich füllt die Summe seiner Anstrengungen sein „Gefäß“ und er überquert den Machsom.

Was die Abstiege auf diesem Weg betrifft – daran lässt sich nichts ändern. Wie viele es sein werden? Niemand weiß es. Es ist unmöglich zu sagen, wie viel Zeit zwischen Aufstiegen und Abstiegen vergeht, denn das hängt bereits vom Menschen selbst ab – darin liegt seine Anstrengung und seine Wahl.

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Aus dem Unterricht zu einem Artikel von Rabash.

 

Geld allein macht nicht glücklich

Anmerkung: Im Rahmen langjähriger Studien haben Wissenschaftler aus Großbritannien herausgefunden, dass ein hohes Einkommen einen Menschen nicht glücklich macht. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Personality and Social Psychology Bulletin“ veröffentlicht.

Antwort: Auch wenn die Menschen wissen, dass „Geld alleine nicht glücklich macht“, wollen sie dennoch Geld. Wenn du einen Menschen von heute fragst, was er lieber hätte, Geld oder Glück, denke ich, er würde antworten: „Geld. Mit Geld kann ich mir dann auch Glück kaufen.“

Der Egoismus, der sich derzeit in der gesamten Menschheit offenbart, braucht außer Geld nichts. Früher waren die Menschen nicht so egoistisch. In ihnen entstanden auch andere Bestrebungen, ihr Egoismus verlangte keine so allumfassende Erfüllung.

Anmerkung: Sie widerlegen also gewissermaßen diese Studie, in der es heißt, dass Menschen Familie, Kinder und Freunde als Glück betrachten.

Antwort: Sie sind zu diesem Fazit gekommen, nachdem sie sehr gründlich geprüft hatten, ob man alles mit Geld kaufen kann, und festgestellt haben, dass das nicht funktioniert.

Aber wir haben unsere absolute Entwicklung noch nicht vollendet. Wir befinden uns in der letzten Phase, die noch nicht abgeschlossen ist. Die Menschheit erkennt bereits, dass Geld kein Glück bringt und dass Glück letztendlich wichtiger ist als Geld.

Aber andererseits: Wenn das Glücksgefühl nicht auf einer materiellen Grundlage beruht, dann ist dieses Gefühl unecht. Das ist genauso, als würdest du dir eine Droge spritzen: „Ich bin glücklich“. „Was ist los?! Warum, wie, was?!“ – „Glücklich“.

Du hast eine Art Spritze bekommen und wirst von einer Welle der Wonne überflutet. Du spürst kein Leid und keine Leere mehr, musst nach nichts streben und nichts unternehmen. Du kannst nicht einmal das Leiden und die Wünsche anderer Menschen verstehen. Du kannst mit niemandem verbunden sein! Du stehst einfach wie ein Idiot mitten in der Welt und dir geht es gut.

Frage: Heißt das also, dass Glück die Entwicklung aufhält?

Antwort: Natürlich! Hätten die großen Künstler, Schriftsteller und Musiker nicht gelitten, wären sie nicht innerlich unglücklich gewesen – egal, ob sie ein Stück Brot hatten oder nicht – unglücklich in ihrer inneren Suche, in ihren Leiden, hätten sie dann überhaupt etwas geschaffen?! Niemals! Glück liegt also nicht in der Definition, die wir ihm sofort zuschreiben.

Glück kann man nur im Gegensatz zum Unglück empfinden, nur im Gegensatz zur Suche, zum Leiden, wenn du strebst und erreichst, strebst und erreichst! Aber wenn du strebst und erst später erreichst, was du gestrebt hast, ist das kein Glück!

Glück umfasst sowohl das Leiden als auch die Freude darüber. Dieser Zustand wird nur in der Kabbala erreicht, wenn die Leere nicht gefüllt wird, sondern wenn sich über ihr eine Füllung aufbaut. Sowohl die Leere als auch die Füllung existieren dauerhaft! Nehmen wir an, ich sehne mich nach etwas und empfinde durch dieses Verlangen Freude und Erfüllung.

Glück ist, wenn wir es richtig definieren, kabbalistisch gesehen, in seiner wahren Form, gleichzeitig ein Zustand absoluten Unglücks und absoluten Glücks, eine Leere und eine Fülle, die sich gegenseitig nicht annullieren.

Dann brauchst du das wirklich nicht mit Geld oder Ähnlichem zu ersetzen, denn deine Leere wird gefüllt und bleibt dabei doch eine Leere. Zum Beispiel isst du etwas und sehnst dich trotzdem die ganze Zeit danach, du trinkst etwas und sehnst dich die ganze Zeit danach, du siehst etwas und sehnst dich die ganze Zeit danach. Das heißt, die Genüsse hören nicht auf, sondern nehmen nur immer weiter zu – und in demselben Maße nimmt die Leere ebenfalls zu!

Das ist die Wissenschaft der Kabbala! Die Wissenschaft, das wahre Glück zu erlangen. Dabei führt dich das Gefühl des ständigen Glücks zum Gefühl der Ewigkeit!

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Aus der TV-Sendung „Nachrichten mit Michael Laitman“

 

Wie kann man das Gebet aus dem Herzen erwecken?

Frage: Wie kann man erreichen, dass die Worte des Gebets ein wahres Gebet aus dem Herzen erwecken – idealerweise aus einem gemeinsamen Herzen?

Antwort: Das ist tatsächlich eine tiefgehende Frage.

Jeder von uns hat scheinbar einen gewissen Chissaron (Mangel). Doch was fehlt uns, damit sich unsere persönlichen Empfindungen des Exils, also der Trennung vom Schöpfer, zu einem gemeinsamen Verlangen vereinen?  Das ist eine sehr schwierige Frage.

Was bedeutet es, wenn es in einer Gruppe Wünsche gibt, die sie nicht erfüllen kann? Solche Wünsche verbinden sich mit den Mängeln anderer Gruppen. So entsteht ein umfassenderes, vollkommeneres Verlangen, und auf ein solches wird der Schöpfer mit Sicherheit antworten.

Mehr kann man dazu nicht sagen. Das alles wird im Herzen empfunden. Unsere Worte jedoch löschen buchstäblich unsere Empfindungen aus, das Fundament dieser Worte, sodass das Gesagte leblos bleibt.

Das Problem ist: Du hast deine Worte vorbereitet, vielleicht sogar tief darüber nachgedacht – aber wenn du sie aussprichst, spürst du ihre Leere. Leer! Ohne etwas Echtes, das den Schöpfer berühren oder erschüttern könnte.

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Aus dem Unterricht zum Thema „Zuerst fordern und bitten.“

 

Das Gespräch des Schöpfers mit dem geliebten Geschöpf

Wenn ich beginne, meine Beziehung zur ganzen Welt zu korrigieren – zu allen anderen Seelen, zu meinen Freunden in der Gruppe und beim Studium –, entdecke ich plötzlich, dass es nur mich und den Schöpfer gibt – und sonst niemanden …

Das bedeutet: Alle Freunde, die ganze Welt, die unbelebte, pflanzliche und tierische Natur, die Menschen, die Seelen – all das sind im Grunde Erscheinungsformen des Schöpfers mir gegenüber. Denn der Schöpfer kann sich mir nicht als Licht ohne Gefäß (Kli) offenbaren – ich hätte nichts, womit ich Ihn wahrnehmen könnte.

Deshalb teilt der Schöpfer die Schöpfung in zwei Teile: das Geschöpf selbst, seine Seele – und alle übrigen Wünsche außerhalb dieses Geschöpfes, die dem Schöpfer zugeordnet sind.

Der hebräische Begriff für Schöpfer, Bore, setzt sich zusammen aus den Worten Bo – Re, also: „Komm und sieh“. Wenn sich das Geschöpf mit diesem scheinbar äußeren Kli verbindet, drückt es dadurch seine Beziehung zum Schöpfer aus – und in diesem Gefäß offenbart sich das Licht. All dies gibt dem Geschöpf die Möglichkeit, die Höhere Kraft zu enthüllen.

Dann beginnt das Geschöpf, die „Sprache“ des Schöpfers zu verstehen – das Gespräch, das der Schöpfer mit ihm führt. Manchmal scheint es ihm, als sei dieses „äußere“ Kli höher, über ihm, manchmal niedriger, unter ihm. Manchmal erscheint ihm die Welt wie ein leerer Raum, in dem es absolut nichts gibt. Aber wenn das Geschöpf versteht, dass der Schöpfer für es absichtlich diesen leeren Raum freigemacht hat, damit es ihn selbst mit seinem Verlangen zu geben füllen kann – dann hat es ein Arbeitsfeld erhalten.

In dieser Leere fehlt das Licht des Glaubens, das Licht des Gebens – Chassadim. Und wenn das Geschöpf bereits in der Lage ist, diesen leeren Raum mit dem Licht von Chassadim zu füllen, dann verbindet es sich dadurch mit dem Schöpfer und kann darin auch das Licht von Chochma (Weisheit) offenbaren.

Und es gibt auch umgekehrte Zustände, in denen der Schöpfer das Geschöpf spüren lässt, dass es erfüllt ist. Zuerst fühlt es sich an, als würde man vor einem gewaltigen Licht stehen, das sich aber noch außerhalb von einem befindet – dieses Empfinden wird uns in den ersten neun Sefirot (den TET Rishonot) gegeben.

Der Mensch muss auf diesen Genuss ein Zimzum (eine Einschränkung) machen, seine innere Grenze – bis zu welcher er das Licht aufnehmen kann – auf die Höhe von Nikwej Ejnaim (Öffnungen der Augen) anheben und in den drei Linien arbeiten, um mit dem Massach (Schirm) dieses Licht zu messen, das vor ihm steht – um zu klären, inwieweit man es um des Gebens willen annehmen kann.

So schreiten wir voran, durchlaufen verschiedene Zustände – oft auch unbewusst. Aber sie offenbaren sich nur unter der Bedingung, dass wir nicht vergessen: Es gibt nur ein Licht und ein Gefäß – das für uns in viele Teile aufgeteilt wurde, die wir nach und nach mit der Absicht zu geben an uns anschließen müssen.

Auf diesem Weg stehen uns zwei Hauptetappen bevor:

  1. Die Stufe von Bina (Chafez Chessed, das Verlangen nach Barmherzigkeit), auf der der Mensch noch nicht wirklich in Verbindung mit anderen treten kann. Er lernt lediglich, seinem Egoismus zu widerstehen, sich über seine Wünsche, über all seine enthüllte böse Neigung zu erheben, und erlangt so die Gefäße von GE (Galgalta we Ejnaim – Kopf und Augen).

  2. Danach beginnt er mit der ”Verbindung der Eigenschaften der Barmherzigkeit und des Gerichts“  zu arbeiten– das heißt, er beginnt auch seine empfangenden Wünsche, die in ihn eingeschlossen sind, zum Geben zu nutzen.

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Aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash

Ein Vers, der einen Einblick in die höhere Welt gibt

Und so weit entfernt vom Unendlichen – weiter als alle Welten und deshalb materiell so überaus gering – Denn innerhalb der Umfänge aller Kreise ist Er – In der Mitte der klaffenden Leere. (Ari, „Der Baum des Lebens“)

Diesen Vers von Ari, der in dem Buch „Der Baum des Lebens“ beginnt, habe ich vor etwa 45 Jahren aus dem Hebräischen übersetzt, um die Menschen damit vertraut zu machen und sie darauf aufmerksam zu machen, wie ein Kabbalist im 16. Jahrhundert über seine Wahrnehmung der spirituellen Natur schreibt.

Dies ist keine wörtliche Übersetzung, sondern meine Interpretation dessen, was ich damals in Aris Buch verstanden habe. Die Bedeutung bleibt jedoch vollständig erhalten.

Frage: Wie kann ich diesen Vers für meinen spirituellen Fortschritt nutzen?

Antwort: Ich habe so gut wie keine Rückmeldungen erhalten.

Frage: Haben Sie diesen Vers mit Ihrem Lehrer oder jemand anderem studiert?

Antwort: Nein. Niemals. Alles entspricht ausschließlich meinen Wahrnehmungen, Gefühlen und Vorstellungen.

Frage: Warum? Ist dies nicht Teil des Buches vom „Baum des Lebens“ (Etz Chaim)?

Antwort: Ja, damit beginnt das zentralste Buch der Kabbala- dem Buch Sohar. Wir studieren nicht „den Baum des Lebens“, sondern den Kommentar zu diesem Buch, der sich „Das Studium der Zehn Sefirot“ nennt.

Frage: Würden Sie den Neueinsteigern empfehlen, diesen Vers zu lesen, um einen allgemeinen Eindruck zu gewinnen?

Antwort: Ich denke, dieser Vers gibt im Allgemeinen einen Einblick in die Höhere Welt, er spricht die Menschen an. Ich würde empfehlen, es in den Lehrplan für den Kabbala Unterricht aufzunehmen.

Wir werden uns nicht entwickeln, ohne davon einige seiner Fragmente zu fühlen. Diese klaffende Leere manifestiert sich manchmal in uns und in einem Gefühl des spirituellen Hungers eilen wir dem Ziel entgegen.

Glauben Sie mir, das ist notwendig. Andernfalls kommen wir nicht in Fahrt! Schließlich sind wir Egoisten. Wir müssen spüren, dass wir uns in der Leere befinden, um nicht in der Leere zu verharren, sondern um uns aufzufüllen.

Viel Glück!

Aus der Fernsehsendung „Spirituelle Zustände“, 05.07.2022

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Wege zu der Frage nach dem Sinn des Lebens

Frage: Warum gehen Juden und Völker der Welt unterschiedlich mit der Frage nach dem Sinn des Lebens um? Die Völker der Welt – mehr von einem friedlichen Leben, in dem sie alles Gute haben, und die Juden – vom Leid?

Antwort: Es kommt daher, dass die Völker der Welt eine gewisse Sättigung erreichen und die Leere in sich spüren.

So entwickelt sich der gewöhnliche Egoismus: Man versucht ständig, sich zu füllen und kommt am Ende nach tausenden von Jahren der Anstrengung zu dem Schluss, dass man nicht erfüllt werden kann. Was ist also als nächstes zu tun? Es gibt keinen Grund zu leben. Das Ergebnis ist das Vergessen durch z.B. Drogen, Selbstmord, Scheidung usw. Außerdem werden sie von der bloßen Neugierde, von der Krise aller Wissenschaften angetrieben.

Für Juden ist es sehr schwierig, mit ihrer komplexen inneren hierarchischen Struktur, die sie übernommen haben und in der sie seit dreitausend Jahren leben, wieder in den ursprünglichen Zustand zurückzukehren. Diese spirituelle Mauer, die sie in sich aufgebaut haben, indem sie nach den Gesetzen der Liebe lebten und die Spiritualität erlebten, hat sich nun in ihnen umgekehrt.

Als Folge des spirituellen Verständnisses, der Wahrnehmung, des Gefühls, wurde alles zur Religion, zum Dogma, zur mechanischen Ausführung von Geboten, so wie in anderen Religionen, die ihre Grundlagen vom Judentum übernommen haben. Wenn man sagt, dass man für die rein physische Befolgung von Traditionen eine zukünftige Welt nach dem Tod bekommt, braucht man nichts anderes.

Aber am Ende sehen wir, dass die Nationen der Welt Israel unter Druck setzen werden. Sie werden sie zwingen, sich der Kabbala zuzuwenden, sie zu offenbaren, der Welt ein Beispiel geben und sie dann zu lehren.

Aus der Fernsehsendung “ Nahaufnahme. Exil“

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Depression in Covid-Zeiten (Quora)

Wir bestehen aus mehreren Wünschen und wenn diese Wünsche erfüllt sind, fühlen wir uns glücklich. Werden sie teilweise erfüllt, empfinden wir teilweise Unzufriedenheit, es ist ein Zustand, in dem wir leben und an den wir uns gewöhnt haben. 

Wir versuchen, diese Unzufriedenheit auf vielfältige Weise zu neutralisieren, sei es durch Medikamente und Drogen bis hin zu allen möglichen Unterhaltungen und Lebenszielen. So gelingt es uns, uns einigermaßen über Wasser zu halten.

Es gibt bestimmte Depressionszustände, in denen wir eine tiefe, dunkle Leere spüren, und in dem Moment keine Erfüllung spüren und auch in der Zukunft kein Licht am Ende des Tunnels sehen. Das ist in der Tat sehr schwierig.

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Nur ein Idiot gibt nie auf

Frage: Es gibt eine berühmte Geschichte: Churchill war bereits 93 Jahre alt als er eingeladen wurde, einen Vortrag über das Leben- wie man lebt und so weiter zu halten. Er stimmte zu. Die Menschen kamen aus ganz England und weiter, um Churchill zuzuhören. Churchill kam auf die Bühne und sagte: „Gebt nie, nie, nie auf!“. Das war`s, und er ging. Für ihn war es wichtig, nur einen Satz zu sagen, nur diese eine Sache! Was bedeutet für Sie „nie, nie, nie aufzugeben“?

Antwort: Das bedeutet, dass man ständig – zumindest sehr oft – frustriert ist und am liebsten alles beenden würde, die Welt und sich von ihr abkoppeln möchte und so weiter. Und in einer Minute fängt man wieder von vorne an. Aufgeben und wieder von vorne anfangen. Ich glaube nicht, dass es einen solchen Idioten gibt, der niemals aufgibt. Churchill war auch nicht so.

Nicht aufgeben bedeutet, sogar wenn Sie aufgeben, zu erkennen, dass jetzt in Ihnen eine Kraft am Werk ist, die Sie dazu zwingt, das, was Sie gerade tun, zu beenden und eine neue Phase zu beginnen.

Frage: Meinen Sie damit, dass sozusagen eine Phase endet, und die nächste beginnt? Gibt es bei diesem Übergang immer einen Abstieg?

Antwort: Es ist notwendig! Wenn Sie nicht von der Vergangenheit enttäuscht sind, können Sie auch nicht neu anfangen. Sie müssen es so wahrnehmen, als wäre es der Tod. Ich meine, es ist nichts mehr da! Das gilt natürlich in erster Linie für mich. Alles gerät in Vergessenheit!

Frage: Wie findet man die Kraft, aus diesem Zustand herauszukommen?

Antwort: Aus dieser Leere, aus dem Wunsch heraus, sich von allem zu trennen, dann beginnt die neue Stufe.

Frage: Das gilt für Sie. Wie sieht es für den Durchschnittsbürger aus?

Antwort: Genau so.

Frage: Sind also Gedanken wie „Alles aufgeben und verlassen “ – gute Gedanken?

Antwort: Gutes Argument. Ohne das wird es nichts Neues geben. Kabbalisten verbergen nichts, auch nicht in welchen schrecklichen Zuständen sie sich befinden!

Frage: Erzählen Sie das Gleiche auch dem Durchschnittsbürger?

Antwort: Das ist für jeden wichtig. Die ganze Natur ist darauf aufgebaut, dass sich zwei Zustände ständig ändern: Empfangen und Geben, Plus – Minus, Dunkelheit – Licht, und so weiter. Deswegen ist der nächste Aufstieg ohne Enttäuschungen nicht möglich.

Frage: Gibt es Phänomene, bei denen ein Mensch durchs Leben geht und niemals aufgibt?

Antwort: Nur wenn er ein Idiot ist. Ich bin solchen Menschen begegnet. Aber sie werden dressiert, wenn sie nicht schon so geboren wurden. Sie sind wie ein Aufziehspielzeug: ein Steckschlüssel hintendran, sie werden aufgezogen, sind eingeschaltet und so verbringen sie ihr ganzes Leben.

Fazit: Sie haben viele Morgen, Abende, Tage, Nächte, die sich schnell abwechseln. Das Wichtigste ist, so viele Leben wie möglich innerhalb eines Lebens in diesem Körper zu durchleben.

Aus der Fernsehsendung „Nachrichten mit Michal Laitman“, 11.02.2021

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Wie fühlt man, gebraucht zu werden?

Frage: Junge Leute fragen sehr oft: „Warum braucht mich niemand?“ Sie haben Eltern, Schule, Geld, sie haben eine gute Erziehung, lernen gut, aber sie erleben ein absolutes Gefühl der Leere und niemand kümmert sich um sie.

Antwort: Das ist keine falsche Wahrnehmung. Tatsächlich befinden wir uns in einem Vakuum. Auch wenn es Milliarden von Menschen um uns herum gibt, können wir nicht sagen, dass wir ihren positiven Einfluss auf uns spüren.

Alle Stimmungen, die wir von der Umwelt erhalten, sind entweder negativ oder seelenlos und gleichgültig.

Frage: Was ist zu tun? Die Menschen fühlen sich völlig nutzlos, obwohl sie scheinbar von viel Aufmerksamkeit und Fürsorge umgeben sind. Was können sie tun, um sich gebraucht zu fühlen?

Antwort: Sie sollten einen Sinn im Leben haben, wenn sie bereits über den Sinn des Lebens reden. Sie sollten das Gefühl haben, dass sie direkt darauf zugehen: noch ein Schritt, noch ein weiterer Schritt und das ist der Weg, den sie gehen.

Sonst werden sich die Menschen, wenn diese Fragen auftauchen, selbst hassen. Wenn ein Mensch ein klares Ziel hat, will er es erreichen und nähert sich ihm jeden Tag, dann ist er begeistert von seinem Leben, von seiner Bewegung und ist froh, dass es ihn gibt.

Aus der Fernsehsendung  „Integrale Welt“, 13.07.2018

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Einen Chip implantieren und aufwachen

Frage: Die Schweden sind ernsthaft am Biohacking interessiert. Beim Biohacking werden reiskorngroße Chips unter die Haut implantiert auf denen persönliche Daten gespeichert werden: Bankkartennummern, Pässe und andere Dokumente. Die Skandinavier behaupten, dass ihr Leben dadurch viel einfacher geworden ist. Wohin führt diese zunehmende Vereinfachung?

Antwort: Ich denke, es wird dazu führen, dass die Menschen anfangen, eine riesige Leere in sich selbst zu erkennen. Sie werden etwas dagegen tun müssen. Da helfen auch keine Chips. Sie werden eine Quelle suchen müssen, die sie erfüllt.

Der Mensch wird vor der ewigen Frage stehen bleiben: „Wer bin ich? Warum bin ich hier? Wozu soll das gut sein? Meine Chips, Computerbildschirme und Telefone – wohin führt mich das alles? Es führt dazu, dass ich alles vor mir habe, ich kann praktisch die ganze Welt auf einem kleinen oder großen Bildschirm sehen, ich kann mit jedem Kontakt aufnehmen. Wie geht es aber weiter? Wozu? Da sitze ich vor einem leeren Bildschirm und weiß nicht, was ich mit mir oder mit ihnen anfangen soll.

Das ist gut so. Es wird uns zu der richtigen Antwort auf die Frage führen: „Wozu ist das alles gut?“

Frage: Kommt der Mensch zu einer Antwort, wenn er sich diese Frage stellt?

Antwort: Er wird dazu kommen, vielleicht nicht sofort, er wird sich quälen, er wird suchen, aber es ist der richtige Weg. Er wird nach einer Antwort über sich selbst suchen! „Wer bin ich, wo ist mein Platz in dieser Welt?“. Das ist eine erstaunliche Suche und Offenbarung!

Frage: Wo ist hier das Glück?

Antwort: Das Glück ist, dass er die Antwort finden wird. Plötzlich entdeckt er, dass es eine solche Kraft, einen solchen Gedanken gibt, der auf diese Frage wartet und bereit ist, sie zu beantworten. Es ist eine Begegnung, eine Verabredung mit seinem Geist.

Frage: Erkennt der Mensch, dass es genau dieser Geist war, der ihn zu dem Treffen geführt hat?

Antwort: Ja, dann wird er alles sehen, alles begreifen. Es wird die Enthüllung der Welt sein – von Anfang bis zum Ende und alles zusammen! Es wird alles klar werden.

Aus der Fernsehsendung „Nachrichten mit Michael Laitman“, 27.11.2018

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