Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Vorwärts zur Wahrheit!

Frage: Was bedeutet, um die Hilfe des Lichts zu bitten?
Meine Antwort: Wenn der Mensch beginnt, Kabbala zu studieren, glaubt er, dass er ein Verlangen hat. Voller Eifer strebt er danach, etwas zu verstehen, zu erkennen, zu machen. Dieser Drang scheint ihm unaufhörlich und geeignet zum weiteren Vorankommen zu sein.

Erst viel später beginnt der Mensch zu verstehen, dass der Drang nach vorne nicht in ihm selbst erwacht. Dieses zerbrochene Verlangen erlangt er in Zusammenwirkung mit der Umgebung, mit den Freunden. Der Mensch will sich ganz und gar nicht zu einem gemeinsamen Herzen mit ihnen verbinden, er will keine Bürgschaft mit ihnen eingehen. Er sieht deutlich das zerbrochene Verlangen: Übel, Hass statt Liebe, Abstoßung, Unfähigkeit sich zu verbinden.

Dieses Verlangen stoppt den Menschen, damit muss er sich nun an das Licht, das zur Quelle zurückführt, wenden.

Doch wohin muss ich zurückkehren? Zu welcher Quelle? Was ist das für ein Verlangen?
Hier sind zwei sehr unterschiedliche Schritte notwendig, und die Grenze zwischen ihnen ist recht problematisch. Für den Verstand ist es einfacher, doch durch die Empfindung des Menschen scheint ein klarer, deutlicher Schnitt hindurchzugehen: „Mit meinem eigenen Bestreben komme ich also nur bis zum richtigen Ort und nicht weiter. Danach muss ich ein neues Verlangen, welches momentan zwischen mir und meinen Nächsten zerbrochen ist, erlangen“.

Ich muss Hass gegenüber dem Nächsten enthüllen und mit Hilfe des Lichts das Böse darin erkennen. Ich muss enthüllen, dass gerade die Korrektur dieses Hasses die Rückkehr zum Guten bedeutet.
Genau in diesem Moment werde ich das Licht brauchen – keine einfache Erfüllung, sondern die Kraft, die mein Übel korrigiert und mich zur Quelle, zum Guten zurückführt. Und das Gute bedeutet für mich die Vereinigung mit meinem Nächsten.

Diese Dinge muss ich klar erkennen. Ich muss mir darüber klarwerden, dass es so und nicht anders ist. Das Problem besteht darin, dass der Mensch unfähig ist, ohne die Unterstützung der Umgebung an sich selbst zu arbeiten. Er braucht einen äußeren, physischen Beistand, und später, wenn er dem Ziel entgegen strebt, findet er innerhalb der Gruppe Sachen, die sogar von den Freunden selbst unbemerkt bleiben.
Die Arbeit verläuft sowohl äußerlich als auch innerlich, doch sie ist ganz darauf gerichtet, den Ort des Zerbrechens zwischen uns, das Böse, welches in diesem Zerbrechen verborgen ist, und das Gute, welches dessen Korrektur mit sich bringt, zu enthüllen.

In meiner Empfindung muss mir absolut klar sein: das ist die Krankheit, die mich tötet, und nur das Licht, das zur Quelle zurückführt, kann mich retten. Ich selbst bin dazu nicht in der Lage. Die Rettung besteht in der Vereinigung, allein sie ist mein Heilmittel. Alles Andere wird von mir nicht berücksichtigt, ich schreibe das als gegen Null gehenden Einfluss oder als einen negativen, schlechten Einfluss ab.

Durch gemeinsame Anstrengungen müssen wir danach streben, dies auch tatsächlich wahrzunehmen. Und dann können wir nach dem Licht, das zur Quelle zurückführt, verlangen. Ich sehne mich nicht einfach nach etwas Unbestimmtem, ich will nicht einfach irgendetwas erfahren, ich strebe nicht einfach nach der Spiritualität – denn all das ist vom Egoismus durchdrungen. Nein, ich strebe nur nach Vereinigung, ich will ein Bedürfnis nach Verbindung mit den anderen erlangen. Das wird als „Gebet vor dem Gebet“ bezeichnet.

Nur mit solchen Schritten, wenn auch gekünstelt, theatralisch und schweren Herzens, werden wir vorwärts kommen. Vorwärts zur Wahrheit: nicht zur nackten Wahrheit unseres „Leibes“, sondern zur spirituellen, zur richtigen Wahrheit. Darüber steht geschrieben: „Ich wohne unter meinem Volk“.

Wollt ihr den Schöpfer enthüllen? Der „Schöpfer“ ist die Eigenschaft des Gebens. Sie wird nur in unserer richtigen wechselseitigen Beziehung enthüllt. Je mehr wir über sie sprechen, schreiben, diskutieren werden, je konkreter, unmittelbarer, klarer und deutlicher wir es tun werden, ohne zuzulassen, dass es zur Gewohnheit wird, desto näher werden wir an die Umsetzung dieser Eigenschaft herankommen.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 08.02.2011

Den Akzent auf die Qualität legen

Alles hängt von den Anstrengungen ab. Der Mensch muss an das Prinzip glauben: „hat sich bemüht und gefunden“. Deshalb schreibt Baal HaSulam im Punkt 17 der Einführung zu TES, dass wir uns vor dem Studium dazu verpflichten, uns in dem Glauben zu festigen, wie es in Die Sprüche der Väter geschrieben steht: „Treu ist Derjenige, für den du dich abmühst, um dir eine Belohnung für deine Mühen zu geben“. Diese Belohnung wird der Übergang von der egoistischen Absicht lo liShma zu der altruistischen liShma sein.

Vor dem Studium und während des Studiums ist der Mensch verpflichtet, sich strebend nach dieser Veränderung in sich selbst zu sehen. Genau darin sind alle Anstrengungen enthalten. In derselben Einführung erklärt Baal HaSulam, dass man weder in deren Quantität als auch in deren Qualität nachlässig sein darf.

Wenn wir mit dem Studium beginnen, dann wollen wir uns vielleicht auch durch das Studium und durch das darin enthaltene Licht verändern, doch dann vergessen wir es und lassen uns ablenken, das heißt, wir geben uns qualitativ nicht genug Mühe. Es kann sein, dass die Quantität ausreicht, doch das Wichtigste ist gerade die Qualität: wie sehr es mich schmerzt – so sehr, dass ich das Ziel nicht aus den Augen verlieren kann, ähnlich einem Kranken, der die ganze Zeit nur an seine Heilung denkt. Egal was er macht, alles ist dazu bestimmt, ihn bei seiner Genesung zu unterstützen.

Ein solches Bedürfnis kann man nicht alleine erlangen. Es kann nur mit Hilfe der Umgebung erreicht werden. Sie wird den Menschen durch die Wichtigkeit des Ziels verpflichten, nur so wird er vorankommen können.

Wenn wir alle uns zur Verfügung stehenden Mittel zusammenfassend betrachten, werden wir sehen, dass sowohl die Gruppe mit ihren Gepflogenheiten als auch ich selbst, der Schöpfer, der Lehrer, die Unterrichte und die Verbreitung dafür notwendig sind, ein starkes Verlangen nach Veränderungen, die durch das Studium hervorgerufen werden, in dem Menschen auszulösen. Allein diesen Punkt müssen wir erreichen, nur er soll das Ergebnis all unserer Anstrengungen sein.

Dann entsteht in uns während des Unterrichts eine wahre Forderung nach dem Licht und nach nichts Anderem: weder nach dem Wissen noch nach der Weisheit, noch nach den Unterschieden irgendeiner Art – nur nach den Veränderungen. Und die Kraft dieser Forderung wird dermaßen stark sein, dass sie wirklich zu Veränderungen führen wird.

Das wird dem Menschen ermöglichen, zu der Tora als „Gewürz“ überzugehen, und von ihr zu der Tora des Lebens anstatt des „tödliches Giftes“, welches er früher genommen hat.

Denn wir enthüllen unseren bösen Trieb mit Hilfe des Lichts. Dieses Licht wird als „Todesengel“ bezeichnet: einerseits zeigt es dem Menschen, dass er spirituell tot ist, andererseits hilft es ihm später, sein egoistisches Verlangen zu töten. Auf diese Weise kommen wir voran.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 07.02.2011

Wo beginnt der Mensch?

Auszug aus der 4. Kongresslektion in Berlin

In jedem Menschen entstehen Verlangen, und er versucht, sie zu erfüllen. Andererseits gibt es Menschen, die diesen widersprechen bzw. widerstehen. Auch das wird vom Schöpfer gesteuert. Wir werden von Ihm wie Schachfiguren bewegt.

Wir verfügen über keinen freien Willen, deshalb hat es keinen Sinn, den Menschen als gut oder als schlecht zu beurteilen. Und er sollte auch keine Folgen oder keine Reaktionen auf seine Handlungen erwarten: weder Himmel noch Hölle, noch Sonstiges. Wie es in dem Buch Sohar geschrieben steht: „Wir alle sind den Tieren ähnlich“.

In der Tat, worin besteht dein freier Wille? Selbst wenn es in dir eine Illusion dessen entsteht, geschieht es nur, weil dir nicht klar ist, was genau du willst. Der Schöpfer gibt dir absichtlich solche Anweisungen, solche lenkenden Signale, die einen Anschein von freien Handlungen entstehen lassen, aber auch nicht mehr.

Deswegen bedeutet die Erkenntnis dessen, dass „es niemanden außer Ihm gibt“, in erster Linie die Erkenntnis dessen, dass wir alle Rädchen in einem gewaltigen Getriebe sind.

Wo beginnt nun der Mensch? Der Mensch beginnt mit dem freien Willen. Und um diesen zu erlangen, muss er sich bis dahin entwickeln. Deshalb entwickelt er sich zuerst im Laufe der Jahrtausende in seinem Egoismus, der von oben von dem Schöpfer gesteuert wird, später erwacht in ihm der „Punkt im Herzen“. Mit anderen Worten: es entsteht ein weiteres Verlangen, ein zusätzliches, eins, das allen anderen entgegengesetzt ist. Es zerbricht den Menschen in Einzelteile, es quält und lähmt ihn.

Natürlich kommt dieses Verlangen ebenfalls vom Schöpfer. Es kann von nirgendwo sonst herkommen, es entsteht nicht einfach aus der Luft. Denn der Mensch ist eine Schöpfung. Deshalb macht uns der Punkt im Herzen noch lange nicht frei – frei vom Schöpfer.

Wovon kann er sonst „frei“ sein? Wenn es nur eine einzige Kraft gibt, die alle von oben steuert, kann mein freier Wille nur darin bestehen, diese Kraft neutralisieren zu können.

Wie kann ich das erreichen? Mehr noch: angenommen, ich habe diese Kraft neutralisiert, was wird dann aus mir? Über welche Kräfte, über welchen Verstand werde ich dann verfügen? Wie werde ich dann wählen können? Wodurch werde ich vorangetrieben? Es ist vollkommen unklar. Wenn es zwei Kräfte gäbe, würde ich zwischen ihnen wählen können. Wenn es aber nur eine Kraft gibt, dann gibt es keinen freien Willen? Wozu ist dann alles erschaffen worden? Um diesen Ameisenhaufen zu steuern?

Nein, es gibt jedoch einen Sinn. Er besteht darin, die Schöpfung, also den Menschen zwei entgegengesetzte Kräfte beherrschen zu lassen, damit er, indem er zwischen ihnen wechselt, ein Beispiel am Schöpfer nimmt, sich Seine Eigenschaften aneignet, eine Kopie von Ihm für sich zieht. Schritt für Schritt, Eigenschaft für Eigenschaft überträgt er allmählich immer mehr Informationen vom Schöpfer auf sich selbst und kann letztendlich vollkommen dem Schöpfer ähnlich werden.

Dann beginnt der Mensch in dem Ausmaß seiner Ähnlichkeit mit dem Schöpfer sich selbst so zu steuern, wie der Schöpfer ihn steuern würde. Und sogar viel besser.

Denn es offenbart sich in ihm ein absichtlich erschaffenes Verlangen: er will dem Schöpfer entgegengesetzt sein. Doch stattdessen beginnt er, indem er das Programm, die Methode der Lenkung vom Schöpfer übernimmt, entgegen seinem Egoismus sich selbst richtig zu lenken.

Also hat der Schöpfer den Menschen böse erschaffen. So steht es auch geschrieben: „Ich habe das Böse erschaffen. Gleichzeitig habe Ich dir die Methode gegeben, dieses Böse zum Guten zu korrigieren. Dann wirst du Mir ähnlich und frei, indem du selbständig alle Handlungen an dir selbst vornimmst.

Du hast zwei Zügel in der Hand: deine verdorbene egoistische Natur und deine gute altruistische Natur. Nimm das an, ziehe eine Kopie von Mir und kleide dich in diese ein. Dann wirst du Adam heißen, was von „dome“ – dem Schöpfer ähnlich – kommt.

Wir haben also eine Möglichkeit, uns der Höheren Lenkung zu entziehen, keine Marionetten zu sein und nicht mehr zu sagen, dass „es niemanden außer Ihm gibt“. Es gibt noch eine Kraft außer Ihm – das ist die Kraft jenes Menschen, der eine Kopie vom Schöpfer zieht und alles an Seiner Stelle macht. Und darin besteht in Wirklichkeit die Freiheit des Willens, weil wir in diesem Fall mit zwei entgegengesetzten Eigenschaften der Schöpfung arbeiten: mit dem Egoismus und der Eigenschaft des Gebens.

Auszug aus der 4. Kongresslektion in Berlin, 29.01.2011

Sich für die Entwicklung entscheiden

Frage: Wie soll ich auf die Empfindungen reagieren, die infolge der Handlungen des Schöpfers entstehen?

Meine Antwort: Man könnte sagen, dass sie das Ergebnis des Treffens mit dem höheren Licht, dem Schöpfer, sind. Und dennoch sollte man nicht vergessen, dass der Schöpfer unveränderlich ist, nur ich selbst verändere mich, die Reshimot wechseln sich in mir ab.

Aus diesem Grund kann ich nur eins tun: ich kann mich bei der Abfolge der Reshimot anstrengen. Dadurch beschleunige ich ihre Entwicklung und sehe sie als erwünscht an. Ich bin nicht gegen meine Entwicklung, sondern dafür, obwohl ich verstehe, dass es nicht einfach ist, dass ich dafür Anstrengungen in Kauf nehmen muss, wie bei jeglicher Entwicklung. Ich bin dazu bereit.

Wie entwickle ich mich denn? Durch den Einschluss in die Gruppe. Mit Hilfe der Freunde beginne ich die Wichtigkeit meiner Entwicklung zu erkennen, sie geben mir Kraft, um damit fertig zu werden. Genau das bedeutet die Erkenntnis der Wichtigkeit des Ziels. Denn wenn das Ziel in meinen Augen wichtig ist, bin ich bereit, es zu verfolgen, selbst wenn es für meinen Körper unangenehm ist. Die Wichtigkeit verleiht mir Kraft.

Wenn ich mich wirklich in das Verlangen der Freunde einfüge, werde ich keine Probleme damit haben, die Entwicklung voranzutreiben, anstatt durch Leiden voranzukommen, wenn es infolge der Nichtübereinstimmung mit dem in mir erwachten Reshimo Schmerzen in mir auslöst.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 04.02.2011

Wer hilft mir?

Baal HaSulam, Shamati, „Es gibt nichts außer Ihm“: Nicht nur, dass der Mensch in seiner spirituellen Arbeit nicht fortschreitet, keinen Lichtblick vor sich sieht – es scheint sogar, als würde er sich zurück entwickeln , das heißt, er hat keine Kraft, den Willen des Schöpfers, der ihn vorwärts treibt, noch nicht einmal „für sich selbst“ (lo liShma) auszuführen.

Es entsteht kein echtes egoistisches Verlangen, welches in der Lage wäre, etwas zu überwinden. Es kommt eine Art Kraftlosigkeit, Gleichgültigkeit, Automatismus auf. Mag es gehen, wie es wolle – es wird mit dem Strom geschwommen. Ein bisschen besser – ein bisschen schlechter.

Und nur durch wahres Überwinden aller Hindernisse, durch den Glauben über dem Verstand, kann er sich vorwärts bewegen.

Was bedeutet „durch wahres Überwinden, durch den Glauben über dem Verstand“? Wenn der Mensch trotz seines Verlangens und seiner Gedanken, ohne auch nur im Geringsten dazu bereit zu sein, damit beginnt, sich mit dem Lehrer, mit der Gruppe , dem Studium und den Büchern zu verbinden. All das zusammen nennt man „Umfeld“ – „Umgebung“.

Doch auch in dem Fall, dass er beginnt, sich damit zu verbinden, wird er hin und her gerissen – in Bezug auf den Lehrer, auf die Gruppe, auf die Quellen und die Bücher. Mal will er – mal will er nicht, mal glaubt er – mal glaubt er nicht, mal hat er keine Lust mehr – mal zieht es ihn nach vorn usw.

Die Schwierigkeiten nehmen zu, und schon glaubt der Mensch, dass dieser Weg zu wenig Anziehendes, zu wenig Bemerkenswertes, zu wenig von dem hat, was vorwärts lockt. Hier gibt es keinen Funken, nichts, wofür es sich lohnen würde, sein Leben, seine Karriere oder seinen Erfolg zu opfern.

Im Endeffekt fällt der Mensch. Sein Abstieg ist ernsthaft, echt, tief und ziemlich lang anhaltend. Dadurch kommt er zum endgültigen Entschluss, dass weder die Gruppe, noch der Lehrer, noch die Bücher, noch die investierten Kräfte, also nichts auf der Welt ihm helfen kann, außer der einzigen lenkenden Kraft – der Schöpfer.

Wie oft ist der Mensch ab- und wieder aufgestiegen, welche Zustände sind durch ihn hindurchgegangen – und all das nur, damit er die vollkommene, absolute Abhängigkeit vom Schöpfer allein verspürt.

Könnt ihr Euch vorstellen, wie oft der Mensch von beiden Seiten geschlagen, geschüttelt, weggestoßen und angezogen werden muss, wie oft ihm die riesige Anzahl von Kräften und alle möglichen Ursachen für seine Zustände gezeigt werden müssen, um ihn letztendlich zu überzeugen, dass es nichts außer einer einzigen Kraft gibt. Wenn sie mir nicht hilft, hilft mir keiner. Nur sie kommt mir zur Hilfe, wenn ich danach verlange.

Und da bekommt der Mensch ein Bedürfnis danach, vom Schöpfer unbedingt Hilfe zu erhalten. Diese Forderung entsteht ebenfalls nicht einfach so, nicht augenblicklich, sie wächst im Menschen allmählich an, gewinnt an Klarheit, an Heftigkeit und Beharrlichkeit. Es ist mit einem Kind zu vergleichen, das um jeden Preis auf seinem Willen besteht: es verlangt nur nach dem Gewünschten und lässt sich von nichts Anderem überzeugen. Einen solchen Zustand müssen wir erreichen. Und in einem solchen Zustand hilft uns der Schöpfer wirklich.

Und nur einem, der sich tatsächlich dem Schöpfer nähern will, um sich nicht mit dem Wenigen zufrieden zu geben, das heißt, damit er nicht auf der Stufe eines kleinen, unvernünftigen Jungen bleibt, gibt man Hilfe von Oben, damit er nicht sagen kann, dass er nun „Gott sei Dank“ alles hat.

Auszug aus der 4. Kongresslektion in Berlin, 29.01.2011

Ein anderer Ausweg

Wir begehen unterwegs oft Fehler. Wir glauben, dass es noch andere Kräfte außer dem Schöpfer gibt, die uns helfen können. Plötzlich tauchen wir wieder in unseren Beruf oder in unsere Hobbys ein. Wir verzweifeln an der spirituellen Entwicklung und setzen unsere Hoffnung in uns selbst, in die Umgebung.

Wir sind von vielen Hindernissen umgeben, die uns vom Weg abbringen: ein bisschen Religiosität, ein bisschen Mystik, irgendwelche andere Methoden, unser Dasein erträglicher zu machen.

Doch all das ist vergänglich. Am Ende dieser Irrungen, die lange andauern können, kommt der Mensch dennoch an der gleichen Stelle an. Er begreift, dass er hier vor einer Mauer steht und unbedingt, um jeden Preis den Schöpfer enthüllen muss. Das Problem besteht hier nicht darin, dass er das nicht will…

Der höhere Zustand, zu dem der Mensch gelangen muss, ist ein besonderer Zustand. Ich muss mich nicht über den Egoismus erheben, damit es mir besser geht. Denn in diesem Fall entscheide ich mich einfach für einen besseren Zustand aus zwei möglichen, ich verfahre also nach dem alten egoistischen Prinzip. Und von dem Menschen wird verlangt, dass er anfängt, etwas Anderes zu wollen.

Baal HaSulam schreibt darüber in dem Artikel „Es gibt nichts außer Ihm“:

Wenn der Mensch irgendeinen Verstoß begangen hat, dann muss er natürlich bereuen und bedauern, dass er das Gesetz gebrochen hat. Und hier muss man auch die Reihenfolge von Bedauern und Schmerz ermitteln – in welchem Punkt er den Grund sieht, der ihn zum Verbrechen führte, und diesen Punkt soll er bedauern.

Dann muss der Mensch erkennen, dass er gesündigt hatte, weil der Schöpfer ihn zur Seite zurückwarf. Es stellt sich heraus, dass der Schöpfer derjenige war, der ihn in den Schmutz eintauchen lies.

Genauso muss der Mensch auch im Zustand des Aufstiegs klar erkennen, dass es nur aus dem Grund geschieht, weil das Licht ihn aufsteigen lässt.

Es liegt daran, dass der spirituelle Aufstieg in zwei Etappen vollzogen wird. In der ersten Etappe spürt der Mensch die völlige Abhängigkeit von der Höheren lenkenden Kraft. In der zweiten Etappe begreift er, dass das ganze Lenkende um ihn herum und das Lenkende in ihm drin die gleiche Kraft ist. Sowohl das Böse als auch das Gute ist diese Kraft. Es gibt keine Belohnung und keine Bestrafung. Und natürlich gibt es auch nichts, was vor ihm liegt, weil alles vorprogrammiert ist und er lediglich ein ausführendes Instrument in den Händen des Lichts ist.

Und anschließend erwacht in dem Menschen der Punkt im Herzen, mit dessen Hilfe er zu der Umgebung geführt wird. Die richtige Umgebung beinhaltet den Lehrer, die Bücher und die Gruppe. Während der Mensch versucht, nach den alten Regeln mit ihnen zu arbeiten, kann er dem schließlich dennoch nichts Spirituelles abgewinnen, denn er verbindet sich, vereint sich mit ihnen mit Hilfe des eigenen Egoismus.

Wozu sind diese ganzen Etappen notwendig? Denn es gibt noch viel mehr Etappen, die tiefer gehen und feiner sind. Sie alle dienen dazu, dem Menschen zu zeigen, dass es hier eines anderen Ausweges bedarf. Gehandelt werden muss nicht, damit es dir in deinem Egoismus besser geht, sondern damit du dich mit der für dich äußeren Umgebung, mit der für dich äußeren Kraft – mit dem Schöpfer – verbindest.

Auszug aus der 4. Kongresslektion in Berlin, 29.01.2011

Auf den Stufen der Kongresse

Frage: Könnte man jetzt, nach dem Berliner Kongress, sagen, dass wir vereint sind?

Meine Antwort: Wir haben einen neuen Zustand in unserer Verbindung erreicht. Ich bin erfreut darüber, was in Berlin und anschließend in Paris geschehen ist. Wir haben die Einheit, den Zusammenschluss erreicht. Zum ersten Mal haben wir in Europa viele Freunde entdeckt, die den Weg bereits verstehen und die Entwicklung spüren. Wegen einiger Ereignisse war ich wirklich angenehm überrascht.

Wir haben den Kongress in New York (New Jersey) im April vor uns. Wollen wir hoffen, dass wir auch in Amerika den nächsten Schritt der Vereinigung erreichen werden. Auf diese Weise, indem wir uns auf den Kongressen verbinden, werden wir die nötige Kraft zur Enthüllung des Schöpfers den Geschöpfen akkumulieren.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 04.02.2011

125 Erkenntnisse der Vollkommenheit

Wir existieren in einer einzigen Realität, die vom Schöpfer erschaffen wurde, doch sie offenbart sich nur in dem Ausmaß, in welchem wir ihr in unseren Eigenschaften entsprechen und uns angleichen können. Die Realität selber ist gleichbleibend und unveränderbar, sie heißt die Welt der Unendlichkeit.

Und wir befinden uns im Verlangen zu Genießen, in der zur der Welt der Unendlichkeit entgegengesetzten Eigenschaft, in der Аbsicht zu empfangen, anstatt zu geben. Wir können uns korrigieren, wenn wir immer wieder die nachfolgenden Korrekturen ausführen, und so 125 mal. Jede von uns ausgeführte Korrektur formt in uns eine neue Erkenntnis, und so schreiten wir voran.

Das ist eine stufenweise Erkenntnis nach dem Gesetz der Gleichheit der Eigenschaften, und hier gibt es keine Kompromisse, denn wir befinden uns in einem System, welches selbst wie ein lebender Organismus handelt. Im Ausmaß deiner Übereinstimmung mit dem System, kannst du von ihm empfangen, und wenn du dich nicht in einer Übereinstimmung mit dem befindest, empfängst du entsprechend dieser mangelnden Übereinstimmung. Jedes Mal wirkst du zusammen mit der Natur, gemäß deiner Gleichheit und der Kraft der Eigenschaften, welche du ihr gegenüber einsetzt.

Wenn sich in unserem Inneren nichts ändern würde, würden wir uns die ganze Zeit in ein und demselben Zustand befinden. Aber da sich in uns unsere ständig wachsenden Eigenschaften, Informationsgene (Reshimot), die ganze Zeit verändern, werden wir der Natur gegenüber immer mehr entgegengesetzt. Gerade das empfinden wir, wie eine Ansammlung und Offenbarung von allen möglichen nicht befriedigten Verlangen und Problemen.

So empfinden wir die Kräfte, die von der Seite des Bösen immer Druck ausüben. Diese Kräfte werden uns unvermeidlich zwingen, uns dem Guten zu nähern, d. h. danach zu suchen, wie wir uns der Natur angleichen können.

Auszug aus einem Unterricht über den Artikel „Charakter der Wissenschaft der Kabbala“, 20.01.2011

Wenn die Kraft des Lichtes plötzlich offenbart wird…

Frage: Die Kabbala besagt, dass sich die ganze Welt innerhalb von mir befindet. Und was beinhaltet die äußerliche Kraft des Schöpfers, die zu mir kommt?

Meine Antwort: Diese äußerliche Kraft ist mir nicht bekannt. Ich weiß nur, dass in mir plötzlich etwas geschieht und irgendeine neue Eigenschaft offenbart wird.
Wie unterscheiden sich diese Gedanken und Wünsche der anderen, welche vorher in mir entstanden? Sie schienen mir doch auch neu zu sein?

Aber es ist mir ganz klar, dass diese neue Eigenschaft, die in mir jetzt aufkommt, als die Kraft des Gebens – als etwas ganz Neues und meiner Natur nichts Eigenes bezeichnet wird. Sie ist meiner Natur absolut entgegengesetzt, und wird in solcher besonderen Form offenbart, dass sie sich von meiner ganzen vorherigen Erfahrung dramatisch unterscheidet.

Um mich mit dieser Eigenschaft zu verbinden, muss ich über mein Ego hinaufsteigen, indem ich mich sehr anstrenge. Ich soll mich von meinem Egoismus trennen und die ganze Zeit gegen mich kämpfen, um nicht in die egoistischen Berechnungen zurückzufallen.

Und wenn ich mich auf solche Weise von den egoistischen Berechnungen löse, dann erst beginne ich unter dieser Bedingung zu erkennen, dass die Kraft, die mich jetzt anzieht, die innerhalb von mir gilt und mich einlädt, mich ihr anzuschließen und nicht innerhalb meines Egoismus zu bleiben, die Kraft des Gebens ist.

Diese Kraft, die sich in mir offenbart, unterscheidet sich sehr stark von all meinen vorherigen Kräften, Gedanken und Bestrebungen, meiner ganzen Natur. Ich fühle das, denn sie verpflichtet mich, mich von allem zu trennen, was früher geschah!

Auszug aus einem Unterricht über den Artikel „Die Freiheit“, 21.01.2011

Korrigieren? – Nur die Frau!

Auszug aus der Lektion №1, in Moskau, 14.01.2011

Frage: Gab es in der Geschichte der Kabbalisten solche Paare, den Mann und die Frau, die den Schöpfer gerade in der Verbindung miteinander offenbart haben? Haben sie uns irgendwelche Quellen hinterlassen?

Meine Antwort: Solche Paare existierten im Laufe der ganzen Geschichte: Adam und Chawa (Eva), Abraham und Sara, Isaak, Jaakob und Esau mit den Frauen usw.

Der weibliche Teil figurierte immer, weil es ohne den weiblichen Teil keinen Kontakt, keine Verschmelzung (Siwug de-Akaa) gibt, es gibt keine Verbindung zwischen dem Schöpfer und dem Geschöpf.

Der männliche Teil in uns existiert nur, um den weiblichen Teil in unserem Inneren zu korrigieren. Somit unterliegt, betrachtet aus dem Sichtpunkt der Korrektur der Schöpfung, gerade der weibliche Teil der Korrektur.

Das Objekt der Korrektur ist die Frau. Die Kraft der Korrektur ist der Mann. Durch den Mann kommt das Licht der Korrektur – um den weiblichen Teil zu korrigieren. Wenn der weibliche Teil korrigiert ist, gebärt er vom männlichen Teil den nächsten Zustand.

Auszug aus einem Unterricht über das Buch Sohar. Das Vorwort, 14.01.2011