Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Kraft'

Die flüchtigen Gedanken quer durch „Shamati“ – Die dunkle Kraft heisst „Das Reich ohne Krone“

Das Verlangen zu genießen, die egoistischen Genüsse, der egoistische Wunsch symbolisieren die materielle Welt. Und das Verlangen des Gebens, der Erfüllung ist ein spirituelles Verlangen. Zwischen den beiden Verlangen gibt es fast keine Differenz, außer den Unterschied im Ergebnis.

Wenn der Mensch tatsächlich eine Handlung des Gebens begeht, dann offenbart er das Licht. Es bedeutet, dass er Keter (die Krone) erlangt. Wenn er keine Handlung des Gebens begeht, dann erreicht er Keter nicht. Also liegt der ganze Unterschied im Endergebnis.

Deshalb heißt die dunkle Kraft der Malchut (Reich) ohne Krone (ohne Keter): wenn ich also das Verlangen zu genießen anstrebe, aber kein Licht von Keter empfange.

Auszug aus der 6. Lektion des Kongresses in Toronto, 18.09.2011

Zwei Geschöpfe im Menschen – der Mensch und die lebendige Seele

Aus dem Artikel vom Baal HaSulam „Freiheit des Willens“ (die Mitschrift)

Der irdische Staub. Am Anfang wurde der Mensch anhand der vier Arten des Verlangens zu empfangen geschaffen: anhand des unbelebten, pflanzlichen, tierischen und sprechenden Verlangens. Und darin ist er allen Teilen der Schöpfung, sowie dem „irdischen Staub“ gleich. Die Kraft oder „das Verlagen zu empfangen“ kleidet sich in die Objekte ein und besteht darin, wodurch diese zu den Wunschobjekten werden.

Und die Handlung des Empfangens heißt: „das Leben“. Vor dem Entstehen der menschlichen Arten des Genusses, die den Menschen von den übrigen Geschöpfen unterscheiden, wird er als leblos und tot bezeichnet, weil es in seinem Wunsch, keinen Raum für das Empfangen des Lebens gibt.

Die Seele. „Und Er hat in seine Nasenlöcher die lebendige Seele eingeatmet“, der Mensch bekommt also „eine Form des Empfangens“, die dem Menschen eigen ist. Das Wort „Seele“ stammt vom Wort „Atem“- hat eingeatmet, gegeben, hineingelegt (das Passiv).

Das Leben. „Er hat in seine Nasenlöcher eingeatmet“ – d.h. hat in den Menschen Seine Seele, die Gesamtheit der Formen hineingelegt, die des Aufenthalts im „Verlangen zu empfangen würdig sind“. Dann findet die Kraft oder „das Verlangen zu empfangen“ der besonderen Wünsche einen Raum, um sich in die neuen Formen des Empfangens (um des Gebens Willen) einzukleiden und darin zu bestehen. Und diese Handlung heißt „das Leben“.

Die lebendige Seele. Deshalb steht geschrieben: „Und der Mensch wurde zur lebendigen Seele“, weil „das Verlangen zu empfangen“ in den neuen Formen des Empfangens (mit der Absicht des Gebens) in Aktion getreten ist, und darin das Leben offenbart wurde, weil der Mensch die lebendige Seele bekam.

Der Tote. Und früher, obwohl er die Kraft „des Verlangens zu empfangen“ besaß, galt er nur als der tote, leblose Körper, weil es in seinem Inneren keine neuen Formen, keinen Raum für die Handlung gab. Und obwohl „das Verlangen zu empfangen“ die Grundlage des Menschen bildet, gilt dieses Verlangen jedoch als die Hälfte des Ganzen, da es sich in eine beliebige passende Realität einkleiden soll, um mit der neu gefundenen Form ein Ganzes zu bilden. Anderenfalls wird es nicht mal einen Augenblick lang existieren.

Die Mitte des Lebens. Wenn die Selbstsucht des Menschen, in der Übereinstimmung mit seiner genetischen Aufzeichnung (Reschimo), ihre volle Entwicklung erreicht, dann empfindet der Mensch „den Wunsch zu empfangen“ in seiner ganzen Fülle, d.h. er wünscht sich Reichtum, Ehre, und alles, was es sieht. Ein solcher Zustand heißt „die Mitte des Lebens“. Und danach fängt der Rückgang, das Sterben an, sein Ego erlischt allmählich, und mit ihm gehen die Bildern der Wunschobjekte verloren, die er einst empfangen wollte. Er verzichtet auf viele Genüsse, von denen er in der Jugend träumte. Die materiellen Werte verlieren an Bedeutsamkeit.

Der Tod. Und im Alter, wenn über ihm schon der Schatten des Todes schwebt, tritt die Zeit ein, die er sich nicht wünschte, weil „sein Verlangen zu empfangen“, sein Ego erloschen und verschwunden ist. Es bleibt nichts, außer dem kleinen, für das Auge unmerklichen Fünkchens übrig, das noch in einige Wunschobjekte eingekleidet ist und den Menschen in seinem tierischen Leben festhält. Aber es gibt keinen Wunsch und keine Hoffnung mehr zu empfangen.

Der Grund des Todes. Wir sehen, dass „das Verlangen zu empfangen“ und „das Bild des erwünschten Genusses“ das einheitliche Ganze darstellen. Bei diesen zwei Komponenten sind ihre Erscheinungsformen, die Größe und die Zeit der Existenz gleich. Der Unterschied zwischen der Absage „infolge der Sättigung“ und der Absage „infolge des Erlöschens des Wunsches“ besteht darin, dass infolge der Übersättigung der Mensch kein Bedauern an der Genussunterbrechung empfindet.

Die Absage infolge der Verzweiflung wird dagegen vom Bedauern und von den Schmerzen begleitet, und heißt deshalb „der teilweise Tod“. Aber der Grund der Absage (warum der Mensch stirbt!) liegt nicht in der Übersättigung, sondern in der Verzweiflung. Das Ego verringert sich und empfindet seine Schwäche und seinen Tod, wobei die Verzweiflung stärker empfunden wird und der Mensch auf die Hoffnungen der Jugend verzichtet.

Die flüchtigen Gedanken quer durch „Shamati“ – Freue dich im Zittern

In Wirklichkeit werden das höhere Licht und der Schöpfer im Zittern offenbart. Ich verringere mein Verlangen zu genießen und habe Angst, dass wenn das Licht offenbart wird, ich meinen Wunsch nicht zurückhalten kann. Ich will eben das ganze Licht empfangen.

Indem ich mich bemühe, mein Verlangen zurückzuhalten, fühle ich einerseits meinen Wunsch, und empfinde andererseits den Schirm, so dass dazwischen die Spannung entsteht, welche das Zittern heißt. In dem Maße, in welchem ich mich zurückhalten kann, gebe ich die Kraft meinem Gefäß, worin folglich das Licht offenbart werden kann.

Auszug aus der 6. Lektion des Kongresses in Toronto

Zu lernen, um zu überleben

Wir sollen den Menschen erklären, worin die Lösung der modernen Probleme besteht. Es bleibt keine andere Wahl, sie werden es früher oder später verstehen müssen.

Wenn die Krise sich verschärfen wird, wenn die Unternehmen und Banken geschlossen werden, dann werden die Massenunruhen anfangen. Das Volk wird Forderungen aufstellen, ohne daran zu denken, ob diese realisierbar sind. Die Regierung wird nach sinnvollen Rechtfertigungen suchen. Aber die Menschen werden sie nicht interessieren: „Ihr seid an der Macht, ihr seid dafür verantwortlich!“

In diesem Moment werden sie uns zuhören können, sowohl das einfache Volk, als auch die Elite. Die Elite wird anstreben, das System der Erziehung aufzubauen, über welches wir sprechen. Nur so kann man das Volk beruhigen und seine Lebensqualität steigern. Die Gefahr der Revolution wird die Elite zwingen, für die Erziehung und Aufklärung zu sorgen. Folglich werden die Menschen die gegenseitige Vereinigung anstreben, welche von der Natur gefordert wird.

Die Vereinigung ist also ein Befehl der Natur. Diesen Befehl kann man nicht ignorieren. Je mehr wir für die Vereinigung tun, desto weniger Schläge und Probleme wird es geben.

Natürlich beginnen wir nicht sofort, über die gerechte Verteilung zu sprechen. Die erste Aufgabe besteht in der Sicherung des Existenzminimums der Menschen, damit sie überleben können. Als Gegenleistung werden von ihnen die Bemühungen im Studium gefordert .

Wenn die Arbeitslosigkeit steigen wird, dann werden viele Menschen ohne Beschäftigung bleiben. Man wird die neue Arbeitszeitverteilung brauchen. Die Menschen werden einige Stunden der notwendigen Arbeit widmen, aber den Rest des Tages wird mit dem obligatorischen Studium verbracht. Dieses Studium wird zur wahren Arbeit, denn der Mensch wird an sich selbst arbeiten. Um aus dem Weizen das Brot zu machen, müssen wir die Kraft anwenden, welche den Weizen wachsen lässt.

Schon in diesem Jahr werden wir sehen, dass es nicht einfach sein wird, das Brot unter den Bedingungen der wirtschaftlichen und ökologischen Krise zu produzieren. Das Studium und die Bemühungen zur Erschaffung der richtigen Umgebung werden somit zum Hauptteil unserer Arbeit in dieser Welt. Dadurch wird jene Kraft geweckt, die für unsere materielle Existenz notwendig ist.

Der Mensch wird lernen müssen, um das tägliche Brot für die anderen Menschen sichern zu können, weil er begreifen wird, dass die anderen sich wiederum für sein tägliches Brot sorgen. In dieser Verbindung wird sich die Eigenschaft des Gebens offenbaren. Wie Baal HaSulam geschrieben hat, dass das Geben an den Schöpfer und das Geben an den Nächsten dasselbe ist. Auf diese Weise wird das Volk das Spirituelle ohne Leiden und ohne Studium der Wissenschaft der Kabbala erreichen können.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Der Frieden in der Welt“, 04.10.2011

Um die anderen erwecken zu können, musst du dich selbst erwecken

Frage: Allem Anschein nach sind Leiden auf dem Weg unabwendbar, und wir können sie nicht vermeiden…

Meine Antwort: Du kannst sie jedoch durch die Leiden der Liebe ersetzen. Wenn die Umgebung dich sozusagen einer Gehirnwäsche unterzieht, beginnst du, das Geben zu schätzen. „Warum habe ich es nicht?“ Von früh bis spät beschäftigt dich diese Frage: „Warum bin ich dessen beraubt? Wo finde ich es? Vielleicht hier? Oder dort?“ Wie unter Hypnose suchst du überall danach.

In einem solchen Fall brauchst du keine Leiden – sie werden durch innere Qualen ersetzt. Das ist jedoch bereits die Sehnsucht nach Geben, nach dem Schöpfungsziel, mit dem dich ein direkter Weg verbindet. Alles hängt von der Umgebung ab. Sie muss dir ständig die Wichtigkeit des Gebens „einreden“ – und du wirst dem Geben entgegenstreben.

Hier kommt aber die Frage auf: Wirst du nicht auf der tierischen Stufe bleiben, wenn deine Handlungen von der Umgebung diktiert werden? Das stimmt. Deshalb wird den Menschen mit dem Punkt im Herzen gesagt: Ihr selbst müsst die richtige Umgebung formen, außerdem müsst ihr sie für die anderen, die über keinen freien Willen verfügen, aufbauen. Ihre Freiheit ist bescheidener – sie besteht darin, dass sie sich euch anschließen“.

Wenn du deinen freien Willen realisierst und eine Umgebung für dich aufbaust, wirst du sie auch für die anderen aufbauen können. Das Problem besteht gerade darin, dass dir die Umgebung fehlt. Du hast sie nicht geformt, also lässt du dich von ihr nicht begeistern und gibst sie nicht an die anderen weiter, du kannst noch nicht selbst zur Umgebung für sie werden.

Beklagt euch nicht darüber, dass ihr keinen Einfluss auf die anderen ausüben könnt – denkt stattdessen lieber darüber nach, wie ihr einen Einfluss auf euch selbst ausüben könnt. Hier gibt es keine Weisheiten – nur die praktische Arbeit. Wenn wir sie nicht vollbringen, brauchen wir nicht von der Korrektur der Welt zu träumen. Wer soll sie korrigieren? Wir, so wie wir heute sind?

Wir müssen eine so starke Umgebung erschaffen, dass das gesamte weltweite Bnei Baruch zum Kopf (Rosh) wird. Dann können wir zu einem System werden, welches einen Einfluss auf die ganze Welt ausübt, und zwar nicht so sehr über die Medien, Fernsehen, Radio und Internet – das alles ist in einem geringen Maße notwendig. Das Wichtigste ist, dass wir einen Einfluss auf die Welt haben werden, weil wir bereits in das System der Seelen, in das System der gegenseitigen Verbindung zwischen uns eingebettet sind, in dem ständig die Gedanken und Verlangen von allen fließen.

Wir befinden uns auch jetzt in diesem System, nehmen jedoch keine führende Stellung darin ein, weil wir die Kraft des Gebens nicht erlangt haben. Sobald wir die Kraft des Gebens erlangt haben, werden wir das Gesamtsystem anführen und die Wichtigkeit des Gebens an alle weitergeben können. Genau das ist der wahre Einfluss der Umgebung.

Wollen wir hoffen, dass wir in diesem Jahr Erfolg haben werden und es zu einem guten Jahr für die gesamte Welt werden lassen.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Frieden in der Welt“, 04.10.2011

Der Schöpfer ist zum Greifen nah!

Frage: Was ist das für ein Gefühl „Verschmelzung mit der Gruppe“? Wie und wo empfinden wir es?

Meine Antwort: Stell dir vor, dass du nicht die Menschen anschaust, sondern jene innere Verbindungsstruktur, die zwischen ihnen existiert, jene Kraft, die in ihrem Inneren arbeitet. Du versuchst, durch sie hindurch zu dieser Kraft zu gelangen und dich mit ihr zu verbinden. Und dort, wenn du in ihrem Inneren diese Kraft enthüllst, enthüllst du in Wirklichkeit den Schöpfer.

Genau diese gemeinsame, sie alle miteinander verbindende Kraft bedeutet das Licht bzw. den Schöpfer. Deine egoistische Haltung dir selbst gegenüber, deine Ablehnung der Umgebung trennt dich von dieser Kraft, vom Schöpfer. Sobald du diese äußere Hülle durchbrochen hast, verbindest du dich bereits mit dem Schöpfer – Er befindet sich immer im Inneren der Gruppe.

Auszug aus dem virtuellen Unterricht, 25.09.2011

Der Tag, an dem dein Schicksal entschieden wird

Alles hängt vom Menschen ab und basiert auf der Erschaffung der Mittel für das spirituelle Vorankommen, sprich auf dem Aufbau der Umgebung. Durch diese Umgebung zieht er die Kraft an, die zur Quelle zurückführt. Denn indem er die Umgebung für sich aufbaut, baut er im Grunde genommen seine zukünftige, spirituelle Welt auf.

Während er sich in diese Umgebung einordnet, beginnt er zu fühlen, dass er sein Ego verlässt und in den Nächsten, den er wie sich selbst liebt, hineingeht. Auf diese Weise tritt er aus seiner inneren Welt, die er zuvor als „diese Welt“ wahrgenommen hat, hinaus und nimmt im Inneren der Gesellschaft, in der Verbindung zwischen allen, die höhere, spirituelle Welt wahr.

Und in dieser spirituellen Welt enthüllt er ihre Eigenschaft – die Eigenschaft des Gebens -, die sie ausfüllt, sprich den Schöpfer. Das alles beginnt mit der ersten Veränderung, die als „Jahresanfang“ (Rosch ha Schana) bezeichnet wird.

Der Mensch hat eine große Vorbereitungsarbeit bis dahin hinter sich gebracht: er hat versucht, eine Umgebung um sich herum zu formen und die Kräfte anzuziehen, die ihn verändern sollen, er hat alles ausgeführt, was in den Büchern steht, hat dieses Wissen an die anderen verbreitet, um die Anzahl der Menschen zu vergrößern, die das Schöpfungsziel anstreben. Dadurch hat er das allgemeine kollektive Verlangen nach der Erreichung des Ziels vergrößert, und es hat begonnen, stärker auf ihn einzuwirken.

Und dennoch sieht er keinen Erfolg. Die Kabbalisten schreiben viel über diesen Zustand, diesen Punkt, diesen Wegabschnitt. Es ist ein absolut besonderer kritischer Punkt, der nicht umsonst den Namen „Tag des Gerichts“ trägt: hier wird entschieden, ob du vorankommst oder absteigst – ob du dich selbst zum Leben oder zum Tode verurteilst.

Im Grunde genommen bestimmt der Mensch diese Entscheidung durch seine gesamte vorangegangene Arbeit – hat er es geschafft, die Unterstützung der Gruppe für sich aufzubauen und die Kraft der Bürgschaft von ihr zu bekommen, damit sie ihm bei allen harten Gerichten, sprich bei riesigen egoistischen Verlangen, die sich im Menschen enthüllen und denen er nicht aus eigener Kraft widerstehen kann, hilft.

Es ist klar, dass wir nicht in der Lage sind, gegen ein egoistisches Verlangen, das sich in uns enthüllt, anzukämpfen, mag es auch noch so klein sein. Und nur wenn wir uns mit der Kraft der Umgebung ausrüsten, werden wir die höhere Kraft erhalten. Denn es steht geschrieben, dass „der Schöpfer in seinem Volk wohnt“ – in der Verbindung zwischen den Seelen, zwischen den Freunden herrscht die Kraft ihrer Vereinigung, die sich Schöpfer nennt.

Der Schöpfer ist die allgemeine Eigenschaft des Gebens, die wir selbst Teil für Teil zusammenfügen. Darum wird der Schöpfer als „Bore“ bezeichnet – „komme und siehe“. Denn wir müssen uns diesem Zustand annähern und erkennen, dass dies eine Erscheinung innerhalb der eigenen Verlangen ist.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 07.10.2011

Die Beschleunigung erfolgt über dem Wissen

Von uns wird ständig die Beschleunigung gefordert, denn im Spirituellen zählen nur die Anstrengungen, die über das normale Maß hinausgehen und als Ergänzung zur gewöhnlichen Geschwindigkeit angerechnet werden. Daraus können wir Schlussfolgerung ziehen, wie wir vorzugehen haben.

Baal HaSulam erklärt, dass diese Ergänzung zu den gewöhnlichen Handlungen – „Emuna lemala mi daat“ (Glaube über dem Verstand) heißt. Diese Ergänzung ist unmöglich aus den eigenen, menschlichen Kräften zu erreichen. Aber wir bemühen uns dennoch, sie zu erreichen. Deshalb „schreien“ wir quasi nach oben, und dieser Schrei ruft das Licht hervor, das uns zur Quelle zurückführt.

Dieses Licht kommt nicht von alleine. Es kommt, wenn du dafür einen neuen, leeren Raum findest! Noch einen neuen leeren Raum und das Licht kommt wieder. Wenn alles jedoch unverändert bleibt, dann braucht das Licht auch nicht zu kommen. Denn das Licht hat schon davor seine Arbeit erfüllt, indem es in dir irgendwelche Handlung erzeugte.

Deshalb müssen wir unsere Empfindung ständig um die neuen leeren und dunklen Höhlen ergänzen, damit wir die Kraft erreichen, die uns vollständig mit dem Licht erfüllt.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Brief von Baal HaSulam, 02.10.2011

Empfangen bedeutet die innere Enthüllung

Frage: Wie kann man die Idee des Gebens verbreiten, wenn man selbst nicht genau weiß, was es bedeutet?

Meine Antwort: Ihr könnt es noch nicht wissen, weil euch an der Bitte um die Korrektur, sowie an dem Verlangen des Gebens fehlt. Wie könnt ihr es dann schaffen, etwas richtig zu empfangen? „Geben Sie uns die Kraft des Gebens, sagt ihr, dann werden wir sie in der Welt verbreiten“. Aber diese Forderung ist egoistisch, weshalb es eben unmöglich ist, sich damit an das spirituelle System zu wenden.

Das Verlangen des Gebens soll dem ganzen Übrigen vorangehen. Wir haben es aber nicht. Was ist zu machen? Wir haben eine Gruppe, darin liegt der Anfang. Wir haben die Welt und wir sollen beginnen, an sie zu geben.

Ihr steht auf einer Stufe der spirituellen Treppe. Einige Menschen befinden sich höher als ihr, sie erscheinen vor euch in Form der Primärquellen, welche erklären, was man machen soll. Die anderen Menschen befinden sich eine Stufe niedriger, es ist die gesamte Welt. Es gibt die Menschen, die auf der gleichen Stufe stehen, unsere Freunde in der ganzen Welt. Beginnt also, den folgenden Zustand aufzubauen.

Wenn sich Seir Anpin zum Parzuf Abba we-Ima erhebt, um das Licht für Malchut und für die Seelen zu empfangen, ist ihm die höhere Stufe im voraus nicht bekannt. Er offenbart sie nur dann, wenn er über Galgalta we Ejnaim, über die Gefäße des Gebens verfügt, die dem ACHaP des Parzufs Ima gleich sind. In den Augen von Seir Anpin ist dieser АCHaP unklar und schwarz, weil sich das Geben auf einem höheren Niveau befindet. Es ist die Finsternis, die vom Licht hervorgerufen ist, das um vieles mehr ist, als Seir Anpin fähig ist, zu geben.

Wenn du mich jetzt dazu zwingen wirst, meine letzten Ersparnisse auszugeben, dann wird es für mich die Finsternis sein. „Aber das ist doch deine nächste Stufe!“, sagst du. Und ich begreife sie nicht. Somit empfindet auch Seir Anpin den elterlichen Parzuf erst dann, wenn er zu Galgalta we Ejnaim hinaufgestiegen ist.

Wie kann man das Geben, den höheren Zustand empfinden, wenn du diesen Zustand noch nicht erreicht hast? Kann man einfach so etwas empfangen? Im Spirituellen heißt „zu empfangen“, etwas in den Gefäßen zu enthüllen. Und es ist nicht die Postsendung, denn hier werden die inneren Veränderungen gefordert. Nur mit der Hilfe des Schirmes und des widergespiegelten Lichtes enthüllst du das Geben in deinem Inneren .

Von oben wird nichts mühelos fallen. Es gibt in Wirklichkeit kein „oben“, weil sich alles in dir befindet. Alle oberen Parzufim werden in deinem Inneren offenbart. Der Mensch befindet sich von vornherein in der Unendlichkeit. Aber nur dann, wenn er mit ihr die Verbindung aufbauen will, werden in seinem Inneren die Stufen der Treppe enthüllt. Alle Welten existieren nur in der Wahrnehmung des Menschen, und nur dann, wenn er sie sich selbst vorstellt.

Auszug aus dem Unterricht nach der Zeitung „das Volk“, 27.09.2011

Die flüchtigen Gedanken quer durch „Shamati“ – „Lischma ist ein Erwachen von oben“

Lischma ist ein Erwachen von oben. Warum brauchen wir unten dieses Erwachen?

Weil wir aus eigenem Willen nicht in der Lage sind, uns zu verbinden, wir sind nicht fähig, nur einen Schritt vorwärts zu machen, wir sind eben Egoisten. Trotzdem sollen wir versuchen, diese Anstrengungen zu tun.

Es steht geschrieben: „Er hat sich angestrengt und hat gefunden“. Wenn ich mich nicht bemühe, dann bekomme ich von oben keine Kraft zur Korrektur. Alleine kann ich diese korrigierende Kraft nicht entwickeln, ich kann mich nicht selbst korrigieren, aber ich soll mich im Schweiße meines Angesichts bemühen, die Anstrengung zu machen. Dann kommt diese Kraft im Maß meiner Bemühungen von innen und korrigiert mich.

So fühlen wir uns manchmal: ich verstehe nichts, weiß nichts, aber plötzlich kommt die Erleuchtung. Sie soll ich erwarten. Darüber ist gesagt: „Nicht du sollst die Arbeit beenden (nicht du realisierst sie), dennoch bist du nicht berechtigt, auf sie zu verzichten“. Du sollst dich bemühen, weil gerade deine Bemühungen die Kraft der Korrektur hervorrufen.

Auszug aus der 6. Lektion des Kongresses in Toronto, 18.09.2011