Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Kli'

Das „höllische Feuer“ der Liebe

Eine Frage, die ich erhielt: Warum steht es in dem Buch Sohar geschrieben, dass „nur dank der Eifersucht, die Liebe Vollkommenheit erlangt“?

Meine Antwort: Die Liebe kann nicht vollkommen sein, wenn sich unter ihr keine Eifersucht verbirgt. Es steht geschrieben: „Die Eifer(sucht) der Weisen vermehrt die Weisheit“. Es existieren verschiede Arten von Eifersucht.

Aber die Eifersucht ist nichts anderes wie eine Enthüllung von einem leeren Verlangen (Kli), das sich eben durch die Liebe erfüllen wird. Die leere Wünsche werden durch verschiedene Zustände enthüllt. Wenn das Verlangen (Kli) so stark ist, das sich ihm gegenüber die Liebe enthüllt, ist dieses Verlangen das Kli der Eifersucht.

Wenn ich mir etwas wünsche, hängt alles von der Größe des Awijut (Dicke, Stärke) meines Verlangens/Anziehung ab. Mit dem Wunsch Schoresch (0) ist mein Verlangen schwach, mit Alef – stärker, und so bis zum Verlangen mit Awijut Dalet(4) – wenn mein Verlangen unendlich ist.

Deshalb entspricht jedem Niveau des Velangens seine eigene Eifersucht – wie sehr der Mensch mit dem Verlangen zur fehlenden Erfüllung „brennt“. Und deshalb steht gegenüber der Liebe, die sich enthüllen soll, die Eifersucht, in der Tat „das höllische Feuer“.

Aus dem Soharunterricht, 12.10.2010

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Warum ich mich bemühe und was ich finde?

„Schamati“, Artikel 161: „Ich arbeitete und fand nicht, glaube nicht“. Wir müssen die Bedeutung von „Ich fand“ verstehen. Was gibt es da zu finden? Finden betrifft, Gnade in den Augen des Schöpfers zu finden.

Über die Realisierung der Methodik der Korrektur ist es gesagt: „Er bemühte sich und hat gefunden“. Das klingt aber seltsam? Sich „zu bemühen“ ist noch verständlich, aber was ist mit dem „Finden“ gemeint.

Wenn der Mensch die Korrektur verwirklicht, um die Nächstenliebe zu erreichen, so findet er in der guten Beziehung zu den Anderen den Schöpfer – die allumfassende Kraft der Natur, die sie ins Einheitssystem verbindet.

Alles ist durch die Bemühungen bedingt. Der Mensch soll einstechen, schwitzen, sich darin bemühen, das ganze System zu sammeln, Beziehungen mit den Anderen aufzubauen, die richtige Verbindung zu erreichen, sie in der Finsternis zu finden.

Und das heißt eben, dass er sich bemüht, und dann den Schöpfer zu dem Zeitpunkt findet, wenn die Teile des Systems vereinigt werden. So öffnet der Mensch die universelle Kraft, und sie wird zu seiner inneren Kraft des Lebens.

Wenn ich mich nicht bemühe, die Suche nicht durchführe, dann wird es mir am Verständnis, an der Empfindung mangeln, die für die Einheit aller Seelen notwendig ist.

Denn ich soll das System selbst begreifen und lernen, es zu lenken. Ebenso wie sich jede Körperzelle um den ganzen Körper sorgt, auch wenn wir es noch nicht erkannt haben.

Dasselbe geschieht im ganzen Geschöpf: sein jedes Element ist mit allen übrigen und mit dem allgemeinen System, wie im Hologramm, zusammengebunden. Es ist die Vollkommenheit eben.

Und deshalb ist es in der Realisierung der Methodik der Korrektur unmöglich, ohne Bemühungen umzugehen. Andersfalls kann sich der Mensch nicht einreihen, kann nichts verstehen, oder in sich alle Anderen einbeziehen.

Obwohl er den Vorzug genießt, muss er jedoch im Spirituellen den vollen Preis zahlen, das Maß der Arbeit, das jeder gibt. Andernfalls verliert er das Kli. Darum sagt er „Ich arbeitete und fand nicht, glaube nicht“, denn er wird alles verlieren. Folglich sollte man seine Arbeit bezahlen

Aus dem Unterricht nach einem Artikel aus dem Buch „Schamati“, 08.10.2010

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Was kommt nach der endgültigen Korrektur?

Eine Frage, die ich erhielt: Welches Ziel hat die Schöpfung? Soll sie zum selbständigen Kli werden, das den Genuss vom Schöpfer bekommt? Oder es gibt noch ein anderes Ziel?

Meine Antwort: Das Ziel aller Korrekturen ist mit dem Schöpfer ins Einheitssystem verschmolzen zu werden. Ich bin das Kli, und Er ist das Licht, und zusammen sind wir miteinander vereinigt. Somit ist unser Ziel heute – die endgültige Korrektur.

Bei der Erschaffung waren wir mit der Kraft des Schöpfers vereinigt, wonach Er die geschaffene Einheit zerschlagen hat, um uns die Möglichkeit zu geben, sie selbständig zu finden.

Wenn wir mit Seiner Hilfe das Mosaik zusammenlegen, dann werden wir Ihm verglichen werden, wir werden das Programm und das Ziel verstehen, die unsere Erschaffung betrifft: was Er von uns will, wie Er sich zu uns verhält.

Das Wort „Schöpfer“ (Bore) bedeutet „komm und sieh“ (Bo – Re). Ich komme und ich sehe, ich enthülle, wer Er ist und was Er ist. Es ist das Ende der Korrekturen eben.

Was passiert weiter? Wir wissen es nicht. Die Kabbalisten deuten nur an, aber es ist unmöglich ihre Andeutungen zu verstehen. Denn wir können uns nicht Mal die endgültige Korrektur vorstellen.

Was bedeutet es: wie der Schöpfer zu sein, sich in derselben Stufe zu befinden, über die Zeit, Bewegung und Raum, die grenzenlose Realität zu empfinden? Ich erkenne den anderen Teil der Realität nicht, um darüber urteilen zu können.

Ab dem Zeitpunkt der endgültigen Korrektur, werden wir, wie der korrigierte Mechanismus, zum Höheren bereit sein. Wozu? Es ist nicht bekannt. Warte noch ein wenig ab, wir werden es noch erlangen und erkennen.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel aus dem Buch „Schamati“, 08.10.2010

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Wer sucht die Freunde aus?

Eine Frage, die ich erhielt: Wenn der Mensch die äußere Form der Gruppe, wie er sie sieht, nicht akzeptieren kann, wird er eine solche Haltung aufbauen können, bei der die Gruppe ihn aufsteigen lässt?

Meine Antwort: Es ist falsch, zu glauben, dass ich nicht von der Gruppe die Erweckung verlangen kann, weil sie mir als unkorrigiert vorkommt. Die Rede ist von unterschiedlichen Ebenen der Schöpfung.

Meinem Egoismus können die Freunde als Verbrecher vorkommen, die sich nicht verbinden wollen und allem gegenüber gleichgültig sind.

Doch andererseits, warum sind sie hier? Denn der Schöpfer ist derjenige, der sie von oben hält, selbst wenn sie selbst zu gar nichts fähig sind. Er hat sie ausgesucht und in die Gruppe geführt. Er weiß, dass sie so weit sind. In Seinen Augen sind sie des Vorankommens würdig.

Und wenn der Schöpfer genau sie vorgezogen hat, dann muss ich das akzeptieren. Ich schätze die Freunde dafür, dass sie vom Schöpfer ausgesucht wurden, und nicht für ihre persönlichen Eigenschaften.

Wie wertvoll können sie für mich werden? Genauso wie meine eigenen Kinder. Den Kindern gegenüber verspüre ich eine natürliche, „tierische“ Liebe, ohne jeglichen Bezug zu ihren Tugenden. Das Gleiche ist mit den Freunden: Wenn der Schöpfer sie schon ausgesucht hat, dann kann ich eine solche Haltung ihnen gegenüber aufbauen.

Und dann kommt der nächste Schritt. Die Gruppe wird stärker, ich beginne, den Freunden Bedeutung beizumessen – und dann können wir zusammen, in Bürgschaft, an der gemeinsamen Erkenntnis unserer gegenseitigen Wichtigkeit arbeiten.

Jetzt verstehe ich: die Freunde üben Einfluss auf mich aus, und deswegen sind sie hundertprozentig wichtig für mein spirituelles Schicksal. Ich messe ihnen die höchste Wichtigkeit bei, wie einem Richter, der mich zu lebenslanger Haft verurteilen kann.

Ich verachte und verfluche die Freunde nicht mehr. Vielleicht sind sie unansehnlich in meinen Augen, aber wichtig – das ist bereits eine vollkommen andere Haltung.

Denn ich habe keine andere Wahl. Der Schöpfer hat die Gruppe vor mich gestellt. Wenn ich mich mit ihr arrangiere, wird sich mir die höhere Welt eröffnen, und wenn nicht, erwartet mich die lebenslange Haft in dieser Welt.

Nun entscheide dich, welche Haltung du gegenüber dem Richter einnimmst. Es kann sein, dass sich unter der Richterrobe der größte Mafioso verbirgt, der gegen dich eingestellt ist. Doch soll man die Hände etwa in den Schoss sinken lassen?

Indem ich im Glauben über dem Verstand gehe, muss ich meine Freunde, die vom Schöpfer ausgesucht wurden, rechtfertigen. Außerdem, wer weiß, vielleicht sind sie gar nicht so, wie sie sich meinem Egoismus präsentieren?

Wenn ich Anstrengungen unternehme und bereit bin, mich selbstlos in die Gruppe einzuordnen, dann spüre ich, dass ich ein besonderes Kli erlange, das mich nach der Bürgschaft verlangen lässt.

Und nun, indem ich mich mit einer Forderung an die Freunde richte, sehe ich plötzlich, dass ich mich im Grunde genommen an die eigenen Verlangen richte, die mir als fremd vorgekommen sind. Meine gesamte Arbeit wird sich ins Innere verlagern, bis wir mit den Freunden zu einem Ganzen geworden sind.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 13.10.2010

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Die Kunst, blitzschnell neu zu starten

„Und Hiskija drehte sein Gesicht zur Wand“.

Vor allem muss man sich auf die Korrektur des gemeinsamen Kli ausrichten, dann wird sich alles andere ebenfalls regeln.

Jeden Tag wird die Schechina aufs Neue jungfräulich, und wir müssen sie wieder zu einem Gefäß formen. Darüber steht im Traktat „Sanhedrin“ geschrieben: „Eine Frau geht nur mit demjenigen einen Bund ein, der ein Gefäß gebaut hat“.

Jeden Tag stehen wir auf und sind der Verbindung mit dem Geben, der Gruppe, der Schechina, des Schöpfers erneut beraubt. Das ist natürlich und richtig – auf diese Weise beginnen wir immer und immer wieder, die Gefäße zu enthüllen, deshalb beginnt jeder neue Tag für uns mit einem unbeschriebenen Blatt.

Wir müssen fortschreiten, indem wir den Glauben über den Verstand erheben und niemals erwarten, dass die Eigenschaft des Gebens plötzlich von alleine wichtig für uns wird. Natürlich verliert sie an Wert, und das ist auch gut so.

Ich muss dazu bereit sein und mich darauf freuen – mich freuen, dass ich nicht vergessen habe und dass ich Kraft habe. Denn das ist ein Anzeichen für den Einfluss der Gruppe, die mir sofort die Fähigkeit verleiht, auf meinen Zustand richtig zu reagieren.

Für mich ist das Empfangen wichtig, ich verstehe jedoch, dass das Geben wichtig sein muss, also muss ich mich über das Wissen erheben, um das Geben höher zu stellen. Nach der Kraft für diese Erhebung über die egoistische Berechnung suche ich nicht in mir, sondern in den äußeren Mitteln.

Man darf nicht darauf warten, dass der Egoismus die Wichtigkeit des Gebens erkennt, das wird niemals geschehen. Jeden Tag, jeden Augenblick kann der Mensch das Gebet, das er an die „Wand“, d.h. an die Schechina, an die Gruppe richtet, erneuern und dadurch vorwärts schreiten.

Wenn der Mensch sich prüft und seinen Zustand nicht nach den Empfindungen im egoistischen Verlangen, sondern nach der unermüdlichen Suche nach dem richtigen Kurs bewertet, wird seine Freude zielgerichtet sein und ihm beim Vorankommen helfen.

Alles hängt davon ab, wie schnell der Mensch jeden Augenblick zum richtigen Gebet erwacht. Und das hängt wiederum alleine davon ab, wie er die Umgebung aufgebaut hat.

Wenn die Gruppe ihm bei jedem Abstieg Kraft spendet, dann sieht er die Geschehnisse adäquat. In seinem Inneren kocht das egoistische Verlangen, doch von außen wirken die umgebenden Lichter, die von der Gruppe kommen, auf ihn ein.

Infolge dessen sieht der Mensch immer die Wichtigkeit des Ziels und erhebt das richtige Gebet.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 13.10.2010

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Alle Teile des Puzzles

Am Anfang des spirituellen Weges, den gegebenen Anstrengungen entsprechend, klärt der Mensch allmählich, was er braucht, um das Ziel zu erreichen .

Ich ändere mich und das Ziel ändert sich in meinen Augen; die Vorstellungen über die Mittel und eigenen Potentiale in Bezug auf den Schöpfer ändern sich.

Jedes Mal sehe ich die Sachen neu: was , worum, von wem, wozu soll ich bitten? Warum hat Er dies so gemacht, dass ich bitten muss? Was fehlt Ihm und was erreiche ich durch meine Bitte?

All diese Fragen und Antworten (Wünsche und Erfüllungen) müssen im Endeffekt ein richtiges Verlangen (Kli) für die Enthüllung des Schöpfers und Verschmelzung mit Ihm formen.

Hier darf man nichts „für später“ lassen; jede Kleinigkeit muss vervollständigt werden und ein Teil des gesamten Bildes werden.

Sonst bleibt das „Kli“ unvollständig. Sogar der kleinste Mangel führt zur Unvollständigkeit des spirituellen Verlangens, und deshalb kann sich das Licht (die Erscheinung des Schöpfers) in dem Verlangen (Kli, Gefäss) nicht zeigen.

Aus einem Unterricht über einen Artikel von Rabasch, 04.10.2010

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Springe hoch und erstarre

Es ist schwer für uns, die Sprache von Kabbalisten zu verstehen. Der zu behandelnde Gegenstand selbst ist vor uns verborgen, wir wissen nicht, was Licht und Kli, Schöpfer und Schöpfung, spirituelle Welt, richtige und falsche Beziehungen bedeuten.

Wir können das, was im Buch steht, nicht mit unserer Realität vergleichen, weil die spirituelle Realität auf das Geben gerichtet ist und sich noch nicht in unseren Empfindungen, die egoistisch sind, befindet.

Indem wir versuchen, uns die Worte von Kabbalisten zu merken, ergründen wir nicht deren Wesen, sondern sprechen in Mustern, die wir im Voraus festgelegt haben.

Selbst wenn wir ein gewisses Verständnis hineinbringen, woher sollen wir wissen, dass es richtig ist? Denn die spirituellen Zustände, von denen die Wissenschaft der Kabbala spricht, haben in uns noch keine Empfindung, keinen Eindruck hinterlassen.

Und alles, was von uns in unserem egoistischen Verlangen wahrgenommen wird, hat nichts mit der Realität zu tun. Um den Sinn von kabbalistischen Büchern zu verstehen, müssen wir innerlich über unseren Egoismus springen, in diesem inneren Sprung erstarren und beginnen, den Sinn ihrer Worte in uns aufzunehmen.

Das ist der Grund, warum wir die Worte von Kabbalisten in Richtung sinnlicher Wahrnehmung lenken sollten. In der Welt der Unendlichkeit ist alles einfach: das Licht füllt das Gefäß.

Und in den Entwicklungsphasen von unten nach oben, während man den Text studiert, ihn aber nicht spürt, ist es unmöglich, sich vorzustellen, worum es geht, ihn zu verstehen, ja noch nicht einmal ihn sich mechanisch zu merken – weil das, was uns die Kabbalisten enthüllen, mit uns noch nicht geschieht.

Infolge des Studiums bleiben einige Vorstellungen in unserem Gedächtnis hängen. Weil sie aber in den Gefühlen nicht vorhanden sind, geraten wir durcheinander und verlieren sie. Das läuft so weiter, bis wir es schaffen, die beschriebenen spirituellen Zustände in dem Maße der Ähnlichkeit mit ihnen in den Eigenschaften des Gebens wahrzunehmen.

Erreichen kann man das nur durch die Arbeit mit den Freunden, weil die Liebe zum Nächsten uns zur Liebe zum Schöpfer führt.

Während wir uns im Egoismus befinden, müssen wir zuerst durch das Streben nach der Verbindung mit den Freunden den Hass enthüllen und diesen anschließend korrigieren, bis wir zur Liebe wie zu einer Brücke über dem Abgrund des Hasses gelangen.

Dank dieser Korrektur füllt sich der Abgrund mit Licht.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 06.10.2010

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Formatieren sie sich für das Spirituelle

In dem Maß, in welchem ihre Absichten beim Sohar Lesen richtiger werden, werden Sie auch beginnen, die spirituellen Bilder innerhalb dieser Absichten zu offenbaren.

Sie werden beginnen, nicht die materiellen Gestalten, sondern die ganze Entwicklung der Ereignisse in ihrem Inneren – in den Wünschen, in den Empfindungen, in den Absichten, in den Beziehungen zu empfinden.

Denn das Bild muss im Inneren geschaffen werden. Die Spiritualität ist alles, was innerhalb des Wunsches geschieht. Entsprechend der richtigen Absicht beginnt der Wunsch, innere Formen anzunehmen.

Folglich „zeichnet“ sich die Absicht im Wunsch, formatiert ihn auf die Annahme der richtigen spirituellen Formen. Alles Geschriebene wird im Wunsch, als mit ihm Geschehendes empfunden.

Im Computer bspw. gibt es ein Programm, das die Textdateien im „Word“ Format öffnet. Wenn mir jedoch das Bild im Format „jpg“ oder die Tabelle im Format „xls“ gesendet wird, dann kann ich sie mit dem „Word“ Programm nicht öffnen.

Und obwohl es darin eine wichtige und nützliche Information gibt, kann ich sie nicht herausziehen. Ich soll also zunächst das neue Programm erwerben, es in den Wunsch kopieren – auf meine „Festplatte“, auf meinen „Computer“, wonach es alle Dateien öffnen kann, die in verschiedenen Formaten gesendet wurden.

Das Gleiche machen wir im Kabbalastudium. Denn was beinhaltet eigentlich die Wissenschaft der Kabbala? – Du erwirbst das neue Programm für deinen Wunsch, für dein Gefäß der Wahrnehmung (Kli). Wenn du es erneut formatierst, dann kannst du die neuen Bilder, die neuen Informationen wahrnehmen.

Früher wurde dein Programm vollständig auf das Erhalten formatiert, und jetzt wurde in dich das neue Programm angelegt, das versteht, was das Geben bedeutet.

Es sind andere Werte, andere Beziehungen zwischen den Wünschen, den Absichten, den Einstellungen, den Vorstellungen über den Aufstieg und das Fallen, über die rechte und die linke Linie – alles bekommt die neue Einschätzung, eine neue Bestimmung. Das neue Programm tauscht alles um.

Und was bleibt dir noch erhalten? – Der Wunsch, zu genießen. Aber die Verbindung zwischen allen seinen Teilen verwirklicht sich entsprechend der neuen Formel: wie viel jeder den Anderen gibt, und nicht wie viel er von den Anderen bekommt.

Da es in mir das neue Programm gibt, nach dem alle meine Wünsche im gegenseitigen Geben funktionieren, verstehe ich die kommenden Informationen des Gebens, in ihrem beliebigen Format (Text, Video, Audio) – ich kann sie öffnen und verstehen, jede beliebige Mitteilung ist für mich klar.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 03.10.2010

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Die mittlere Linie ist die Seele

Der Sohar, Abschnitt „WaJechi“, Punkt 119: „Nur eure Väter hat der Herr begehrt“. „Eure Väter“, wahrlich drei – Abraham, Isaak und Jakob.

Es steht geschrieben „nur“, wirklich nur, da es nicht mehr gibt als diese drei, und von ihnen zweigen sich alle anderen ab und finden Halt, das heißt alle Stufen von BYA. Sie erheben MaN zu SoN, um den Namen zu krönen, d.h. neue Mochin an Nukwa heranzuziehen, welche „Name“ genannt wird.

Der Sohar bringt uns immer zur mittleren Linie, in jedem Zustand. Es ist seine Mission, uns ständig zu zeigen, wie wir diese zwei Linien, die wir von oben, von dem Schöpfer, erhalten – die Kraft des Empfangens und die Kraft des Gebens – in die gehörige Lage bringen und aus ihnen unsere Realität aufbauen können, wie wir uns über der Kraft des Gebens und über der Kraft des Empfangens befinden, uns über sie beide erheben und sie in dem Maße, in dem wir sie ineinander einzuschließen im Stande sind, empfangen können. Ihre gegenseitige Verflechtung baut in uns die mittlere Linie auf.

Die mittlere Linie wird aus der Summe von zwei Linien aufgebaut, indem das Beste aus ihnen beiden verwendet wird. Die mittlere Linie wird folgendermaßen gebildet: die linke Linie schließt sich in die rechte mit ein und die rechte in die linke, anschließend nimmst du das Gemeinsame zwischen ihnen – ihre gemeinsamen Verflechtungen von beiden Seiten (Malchut in Bina und Bina in Malchut) – und machst daraus die mittlere Linie.

Das ist das grundlegende Prinzip. Das Gleiche geschieht mit der Seele. Die Seele existiert nicht, wenn wir sie nicht aufbauen. Und obwohl sie als ein „Teil des Schöpfers von oben“ bezeichnet wird, kommt dieser Teil nicht vom Schöpfer, wenn ich ihn nicht in der Verbindung zwischen uns aufbaue. Dieses spirituelle Gefäß (Kli) existiert nicht, wir bauen es in Form eines Verbindungsnetzes zwischen uns auf.

Das Gleiche geschieht mit der mittleren Linie, weil genau das auch die Seele ist. Es kommen zu uns die rechte und die linke Linie, das Geben und das Empfangen. Alle beide sind Naturkräfte. Wenn ich sie auf die richtige Art und Weise kombiniere, entsteht aus ihnen beiden die mittlere Linie – die Seele.

In den Beziehungen zwischen uns haben wir es mit den Kräften des Empfangens und des Gebens zu tun. Auf der Grundlage unseres Empfangens bauen wir die Form des Gebens auf und erreichen somit die Seele, indem wir zwischen uns die mittlere Linie erschaffen. Es gibt keine Realität außer der, die wir selbst zwischen uns aufbauen. Und dort, in dieser Realität, enthüllt sich alles.

Der Sohar bringt uns die mittlere Linie von oben. Und wir müssen beim Lesen des Sohar versuchen, uns in sie einzuordnen. Dann sind wir auf die gleiche Welle eingestellt, durch die das Licht kommt und uns zur Quelle, zum Schöpfer, zurückführt.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 30.08.2010
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Die Erkenntnis des Lichts aus der Finsternis

Eine Frage, die ich erhielt: Worin besteht das Prinzip der Erkenntnis des Lichts aus der Finsternis?

Meine Antwort: Die Erkenntnis des Lichts erfolgt aus der entstehenden Finsternis heraus. Das Licht ist die Eigenschaft des Gebens und die Finsternis ist die Erkenntnis unserer egoistischen Natur (Itron or mit toch choshech – das Licht wird im Vergleich zur Finsternis bewertet).

Es ist wie in einem Witz über einen neureichen Russen, der seinem Kumpel ein Feuerzeug zeigt, das er für drei Tausend Dollar in einem Laden gekauft hat. Der Kumpel ruft aber: „Und ich habe das gleiche Feuerzeug um die Ecke für sechs Tausend Dollar gekauft!“

Der Genuss wird nicht durch den Gegenstand selbst bewertet, sondern dadurch, wie wir ihn bewerten. Wenn man etwas in einem besonderen Laden kauft oder sich mit viel Mühe beschafft, bekommt man einen größeren Genuss davon!

Je mehr die Eltern in ihr Kind investieren, desto mehr lieben sie es. Es ist allgemein bekannt, dass je mehr Mühe etwas in der Vergangenheit jemanden gekostet hat, desto angenehmer ist die Erinnerung daran, desto wertvoller ist es für ihn. Weil wir nicht das Licht, sondern das Verlangen (Kli, Gefäß) wahrnehmen und daran den Genuss bemessen. Je größer das Verlangen und das Leiden sind, desto stärker wird die Erfüllung empfunden.

Darum müssen wir verstehen, dass wir, wenn wir durch unsere Anstrengungen genug Leiden angesammelt haben, dessen würdig werden, die Befreiung des Körpers vom Bösen wahrzunehmen.

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