Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Kli'

Die einzige freie Wahl

Wenn meine Gedanken, mein Zustand und meine Handlungen vom Schöpfer ausgehen und auch das, was ich jemals wollen und denken werde, sowie das, was ich in der Vergangenheit gedacht und gewollt habe, ebenfalls von Ihm ausgeht – dann stellt sich erneut die Frage: Wer und was bin ich?

Darüber wird im Artikel „Freiheit des Willens“ gesprochen, in dem Baal Sulam erklärt, dass der Mensch in Wirklichkeit eine Maschine ist. Auf physiologischer, biologischer Ebene können wir das nachvollziehen.

Aber wenn sowohl die Gedanken als auch die Wünsche des Menschen nicht seine eigenen sind und der Mensch selbst das Ergebnis der Gesellschaft und des Einflusses von oben ist, was bleibt dann noch übrig? Baal Sulam sagt in diesem Artikel, dass der Mensch in unserer Welt nur in einer Sache die freie Wahl hat: von der Gruppe den Eindruck von der Größe des Ziels zu erhalten, um zu diesem zu gelangen.

Ich habe bereits erklärt, dass oben alles miteinander verbunden ist und man von dort aus durch die Freunde die notwendige Kraft erlangen kann. Nur das hängt vom Menschen ab. Alles andere in dieser Welt hängt nicht von ihm ab.

Wir verstehen nicht, inwieweit die Entscheidung über jede Handlung, über alles was wir zu jedem Zeitpunkt tun möchten – ob wir uns hinsetzen oder aufstehen, etwas trinken oder essen, schlafen oder irgendwo hinfahren, in den Bus steigen oder nicht, und so weiter – wir können nicht den kleinsten fremden Wunsch, keinen einzigen äußeren Grund einbringen, der nicht in unserem Inneren vorhanden wäre.

Und nur aus dem Grund, dass mir der Verlauf dieses inneren Prozesses unbekannt und unverständlich ist, scheint es mir, als würde ich selbst entscheiden, suchen, nachdenken, etwas berechnen und abwägen.

All das liegt lediglich an der Ungewissheit; nur wegen ihr ist mir nicht klar, wie das alles tatsächlich abläuft.

Das ähnelt der Situation, wenn wir ein Baby betrachten und wissen, was es im nächsten Augenblick tun wird. Genauso ist es auch mit uns. Nur wird dies um ein Vielfaches klarer werden, wenn wir eine Stufe höher steigen. Deshalb ist es sinnvoll, sich nicht mit Unsinn zu beschäftigen, sondern diesen kleinen Punkt zu nutzen, diese ganz kleine Öffnung, durch die wir die äußere Kraft in uns, in unser Kli, hereinlassen können, um voranzukommen. Diese Kraft ist die Größe des Schöpfers, die wir von unseren Freunden erhalten. Wenn ein Mensch sich um diesen Punkt kümmert und stets danach strebt, durch ihn immer mehr anzuziehen, dann wird es ihm gelingen. Ich möchte hinzufügen, dass als „Freund“ nicht nur Gleichgesinnte aus der Gruppe bezeichnet werden, sondern auch die Urquellen und deren Autoren. Ein Mensch kann einfach dasitzen und kabbalistische Musik hören oder eine Aufnahme von dem, was Kabbalisten sagen, ohne die Sprache zu verstehen, in der sie sprechen. Das nennt man äußere Kraft. Und das ist das Einzige, was von uns abhängt. Alles andere ist nichts weiter als Einbildung und Fantasie.

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Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 05.07.2026

 

Die Wirkung des zukünftigen Lichts

Frage: Wie haben Sie gespürt, dass Sie Ihren Lehrer gefunden haben? Wie geschieht das?

Antwort: Das lässt sich nicht beschreiben. Ich sehe, dass auch die Menschen, die mit mir im Gespräch sind, beginnen, etwas zu spüren, denn das ist die Entwicklung des höheren Lichts.

Wenn dieses Licht auf ein noch nicht vollständig entwickeltes „Kli“ (Gefäß) einwirkt, ruft es im Menschen Rührung und erhöhte Empfindsamkeit hervor – einen sogenannten „kleinen Zustand“. Wie ein Kind, das zu weinen beginnt, weil es seinen Zustand nicht begreifen oder das, was in ihm geschehen soll, noch nicht in sich aufnehmen kann. Genau das Gleiche geschieht auch bei uns.

Frage: Bedeutet das, dass das Gefühl, dass etwas unbedingt hier, mit diesem Lehrer und an diesem Ort geschehen wird, vom Einfluss des Lichts abhängt? Wirkt das zukünftige Licht auf diese Weise auf den Menschen ein?

Antwort: Natürlich! Das umgebende Licht (Or Makif) ist genau dieses zukünftige Licht. Es wird “umgebendes” Licht genannt, da es nicht in den Menschen eintreten kann. Da der Mensch im Vergleich zu diesem Licht noch zu klein ist, empfindet er nur, dass er etwas gefunden hat – aber er weiß noch nicht, was genau.

Frage: Das heißt, das Licht scheint dem Menschen zu sagen: „Halte dich an mich fest, hier wird etwas geschehen“?

Antwort: Ja, genau. Von diesem Moment an kann der Mensch nicht mehr verloren gehen. Sich von dieser Quelle zu lösen, wird für ihn bereits unmöglich.

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Aus der Fernsehsendung „Geheimnisse des Ewigen Buches“

Die Eigenschaft der Barmherzigkeit erlangen

Das Verlangen zu empfangen ist das Wesen der gesamten Schöpfung. Doch solange es nicht durch die Eigenschaft von Bina in die Absicht des Gebens korrigiert wird, ist eine richtige Verwendung unmöglich. Nur so kann Vollkommenheit und Ewigkeit erreicht werden.

Deshalb wird Abraham, der als Erster diese Korrektur erreicht hat, „Vater des Volkes“ genannt. Er erhielt den zusätzlichen Buchstaben „Hej“ zu seinem Namen Avram, was darauf hinweist, dass er die Eigenschaft von Bina erlangt hat.

Seine Eigenschaft heißt „Barmherzigkeit“ (Chessed). Wenn Bina, die zu den drei oberen Sefirot (GAR) gehört, ihre Eigenschaft an die sieben unteren Sefirot (SAT) weitergibt, also an die empfangenden Gefäße der unteren Ebenen, dann ist ihre Eigenschaft Barmherzigkeit. Genau das muss der Mensch erlangen, um die Korrektur des Kli seiner Seele zu vollziehen.

In dem Maße, in dem er die Korrektur von Bina über seine Malchut erlangt, messen wir sein spirituelles Niveau und seine Fähigkeit um des Gebens willen zu empfangen. Mit anderen Worten: Alles wird nicht anhand von Malchut gemessen, sondern daran, inwieweit sie entsprechend der Korrektur von Bina in ihr genutzt werden kann.

Um die Schöpfung zur Korrektur zu führen, kam es zu einem Zerbrechen der Gefäße, wodurch alle Eigenschaften von Bina in die Eigenschaften von Malchut einflossen und sich miteinander vermischten. An jedem Ort von Malchut ist die Eigenschaft von Bina in dem Maße vorhanden, in dem Malchut fähig ist, diese Eigenschaft zum eigenen Nutzen aufzunehmen bzw. zu erwerben.

Diese Vermischung muss die unterste Stufe erreichen, denn nur so kann Malchut aufgedeckt und korrigiert werden, damit sie in jedem ihrer Zustände und in jedem ihrer Verlangen die Eigenschaft von Bina nutzt, um deren Charakter zu erlangen.

Deshalb handelt Malchut anders, anstatt Bina zu sich zu rechnen, zur Klipa zu werden und die Heiligkeit zum Zweck des Empfangens zu nutzen: Sie heftet sich an Bina, nutzt zunächst nur deren Kräfte und verbindet sich erst danach mit deren Eigenschaften, indem sie um des Gebens willen gibt und dann um des Gebens willen empfängt.

So muss der Mensch die richtige Verwendung von Bina erkennen und umsetzen. Mit anderen Worten: Er muss die Eigenschaft der Barmherzigkeit erwerben und sie über alle anderen Eigenschaften, Kategorien und unterscheidbaren Merkmale stellen. Darin besteht im Grunde die ganze Arbeit eines Menschen.

Dann wird wirklich deutlich, dass das Verlangen zu empfangen als Mittel erschaffen wurde, um die Ebene des Schöpfers zu erreichen. Denn es schließt sich mit seiner ganzen Kraft der Eigenschaft der Barmherzigkeit, der Eigenschaft von Bina, der Eigenschaft des Schöpfers, dem Geben, an.

Malchut, die sich Bina anschließt, erreicht Keter, indem sie die Eigenschaft von Bina mit ihrer ganzen Kraft nutzt.

Abgesehen davon, dass dies unser gesamter Weg und unsere gesamte Arbeit ist, sehen wir, dass sich der Vorgang der Einbeziehung von Malchut in Bina auf die Anweisung bezieht, die der Schöpfer Abraham gibt: „Geh“. Ein Mensch, der die Eigenschaft von Bina zu seiner Natur hinzugewonnen hat, verfügt nun über die Möglichkeit zu arbeiten, da er beide Mittel besitzt. Nur unter der Voraussetzung einer korrekten Zusammenarbeit zwischen ihnen kann er das Ziel der Schöpfung erreichen.

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Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 19.03.2026

 

Lasst uns dem Zustand von “Chanukka” näherkommen

Frage: Besteht die Arbeit von Chanukka darin, alle unsere Wünsche, die auf das Geben ausgerichtet sind, zu einem Ganzen zu vereinen?

Antwort: Ja. Alles, was sich in uns befindet, stammt vom Schöpfer. Unsere gesamte Arbeit besteht darin, dies durch unsere Eigenschaften, unsere Herzen und unsere Verlangen auf das Geben an Ihn auszurichten.

Frage: In welchem Maß sind wir als Gruppe Bnei Baruch bereit, das Licht von Chanukka in unser gemeinsames Kli aufzunehmen?

Antwort: Wir sind bereit. Alles hängt ausschließlich von unserer inneren Ausrichtung ab. Uns wurden die Mittel gegeben – die Studienmaterialien und die gemeinsame Arbeit –, durch die wir uns darauf vorbereiten. In diesem Sinn kann man sagen, dass das Kli bereit ist.

Vor uns liegt eine ganze Woche Arbeit. Lasst uns diese Zeit mit der inneren Bedeutung von Chanukka füllen, um diesen Zustand zu erkennen, ihm nahe zu kommen und ihn in uns zu realisieren. Dann wird die Korrektur gelingen, zumindest werden wir die erste Stufe der Korrektur des Egoismus erreichen.

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Aus einer Lektion über einen Brief von Rabash

 

Wünsche die durch das Feuer führen

Es gibt die Eigenschaft „Gold” (Sahaw) und es gibt die Eigenschaft „Silber” (Kessef) (Baal HaSulam, Shamati, 175, „Wenn aber des Weges dir zu viel ist”).

Der Artikel „Wenn aber des Weges dir zu viel ist“ ist etwas Besonderes. Er besagt, dass wir nicht darauf achten sollten, wie weit wir uns vom Schöpfer entfernt fühlen, sondern wir dafür sorgen können, dass unsere Entfernung von Ihm zu einer Annäherung wird.

Silberne Kelim symbolisieren Gefäße, um das Licht Chassadim zu empfangen, goldene Kelim symbolisieren Gefäße, um das Licht Chochma zu empfangen.

Wenn wir klar verstehen, dass alles, was der Schöpfer tut, zu unserem Wohl geschieht, dann müssen wir all die silbernen und goldenen Kelim (Gefäße), die in uns sind, durch das Feuer führen und einschmelzen, d. h. ihre äußere Form entfernen.

So können wir aus ihnen neue Kelim erschaffen, die unseren neuen Wünschen entsprechen.

Denn „durch das Feuer führen” bedeutet, dass man mit eigenem Verlangen alles verbrennen möchte, ohne etwas von der früheren Form zu hinterlassen. Dann kann man aus demselben Material, das wieder zu einem Stück Metall geworden ist, eine neue Form schaffen.

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Aus einem Unterricht zum Artikel aus dem Buch „Shamati”

 

Spirituelle Übung

Bemüht euch, euch mit Freude an den Schöpfer zu wenden. Denn wir leben in einer von Ihm geschaffenen Welt, und wir haben tatsächlich jemanden, an den wir uns wenden können. Dazu ist es notwendig, sich ein wenig über das eigene Ego zu erheben, das unaufhörlich fordert und verlangt. Gerade das ist es, was uns in einen Zustand von Traurigkeit und Unzufriedenheit versetzt.

Hört auf, euch beim Schöpfer zu beklagen, dass Er euch keine Erfüllung gibt. Im Gegenteil, allein die Möglichkeit, sich an Ihn wenden zu können, ist bereits ein Grund zur Freude. Und wenn wir lernen, uns über diese Verbindung zu freuen, dann beginnen wir gerade in dieser Freude vom Schöpfer zu empfangen – denn die Freude wird zum Kli (Gefäß), das Er füllen kann. Das ist nicht bloße Psychologie, sondern eine tiefe spirituelle Praxis, die ständiger Arbeit bedarf.

Der Schöpfer gibt uns diese Übung, damit wir unsere innere Ausrichtung von uns selbst weg – hin zu Ihm – verändern. Anstatt in uns selbst zu versinken und traurig darüber zu sein, dass unser Ego nicht erfüllt wird, sollten wir uns in Freude an den Schöpfer wenden. Genau das wird dann zu unserem spirituellen Kli.

Es braucht oft viele Jahre, bis der Mensch dieses Prinzip wirklich versteht. Doch sobald er es hört und beginnt, es umzusetzen, wird er sich sofort weiterentwickeln. Versucht, euch den ganzen Tag über mit Freude an den Schöpfer zu wenden.

Jeder erlebt Zustände der Traurigkeit und Zweifel, die sich über mehrere Jahre hinziehen können. Doch in dem Moment, in dem der Mensch erkennt, dass er sich an den Schöpfer wendet, und dass er allein schon deshalb in Freude sein soll, weil er vor der höchsten Kraft steht, beginnt eine neue Etappe in seinem Leben. Er tritt in Kontakt mit dem Schöpfer.

Der Mensch spürt diesen Kontakt vielleicht noch nicht, so wie ein Embryo im Mutterleib sich selbst nicht wahrnimmt. Dennoch befindet man sich bereits im Zustand eines spirituellen Embryos. Und wenn er sich in Freude halten kann, ungeachtet dessen, was mit ihm geschieht, bedeutet das, dass er sich über sein Ego erhebt und die Grenze der Einschränkung überschreitet.

Sich mit dem Wunsch an den Schöpfer zu wenden, Ihn zu erfreuen – und nicht darüber nachzudenken, was in einem selbst geschieht, sondern an den Schöpfer zu denken, der außerhalb von einem ist – das ist die entscheidende innere Umkehr, die wir vollziehen müssen. Das ist der Eintritt, die Schwelle zur spirituellen Welt.

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Aus einem Gespräch während einer Mahlzeit



Wenn wir den Schöpfer empfinden wollen

In der Schatzkammer des Schöpfers gibt es alles – außer der Ehrfurcht vor dem Schöpfer. Diese müssen wir selbst in uns erzeugen. Das bedeutet, dass wir unser egoistisches Verlangen in Furcht verwandeln müssen – aus dem Verständnis heraus, dass wir niemals zur Eigenschaft des Gebens gelangen werden, wenn der Schöpfer uns kein Kli (Gefäß) dafür baut.

Es gibt viele Arten von Angst: Einer fürchtet sich vor der Bank wegen großer Schulden, ein anderer hat sich danebenbenommen und hat Angst vor der Polizei. Und alle von uns fürchten sich vor der Meinung der Gesellschaft, vor dem, was andere über uns sagen könnten. Wir sind in strenge Rahmenbedingungen gepresst, die uns die Regeln des Lebens diktieren – und innerhalb dieser leben wir.

Doch gerade dieser Druck – von der unbelebten Natur, der pflanzlichen und tierischen Welt und den Menschen – ist es, der uns das Gefühl gibt, lebendig zu sein. Wenn ich ihre Reaktionen nicht spüren würde, würde ich auch diese Welt nicht empfinden. Einerseits bedrückt mich dieser Druck durch mein Umfeld, andererseits bestimmt gerade dieser Druck den Ort meines Daseins – sonst würde ich ihn gar nicht spüren.

Wenn wir also den Schöpfer empfinden wollen, müssen wir spüren, wie Er Druck auf uns ausübt – und in welchem Maß wir im Gegenzug auf Ihn einwirken können. Das bedeutet, eine gegenseitige Verbindung mit Ihm einzugehen.

Wir fürchten uns vor allem Möglichen: vor Problemen in der Schule, in die unser Kind geht, vor Polizei, Ärzten, Vorgesetzten bei der Arbeit, vor den Krankheiten und tausend weiteren möglichen Unannehmlichkeiten. Doch wir merken nicht einmal, wie sehr uns diese Angst lebendig macht.

Denn im Grunde genommen treibt uns nur ein primitives Verlangen an: das Verlangen nach Genuss, das Verlangen, zu empfangen. Und wenn wir spüren, wie das Umfeld ständig Druck auf uns ausübt und uns formt, dann fühlen wir uns lebendig in dieser Welt.

Wenn wir aber in einer anderen, höheren Welt leben wollen, müssen wir in uns Kelim (Gefäße) für deren Wahrnehmung entwickeln. In unserer Welt fürchten wir uns vor der unbelebten Natur (Klima, Stürme usw.), vor der pflanzlichen Natur (Ernte, Nahrung), vor Tieren und Menschen. Letztlich empfinden wir uns als lebendig durch Angst und Druck, die wir von außen spüren – und merken es nicht einmal.

Diese Angst bestimmt unser ganzes Bild vom Leben, die Form der Welt, des Daseins. Wenn der Druck durch das Umfeld verschwinden würde, wenn ich nicht mehr spüren würde, dass ich andere brauche, sie will oder mich vor ihnen fürchte – dann würde ich die Realität nicht mehr fühlen. Und genau deshalb spüren wir den Schöpfer nicht. Wir müssen in uns Furcht oder Empfindsamkeit gegenüber dem Schöpfer entwickeln.

Wenn ich eine andere Realität spüren will – die als Höhere Welt bezeichnet wird, also die Welten Assija, Yezira, Brija, Azilut, Adam Kadmon, die Welt der Unendlichkeit –, dann muss ich mich jedes Mal verändern und mich fragen, welche Verlangen, welche Ängste und welche Klärungen ich gegenüber der äußeren Umgebung haben sollte.

Die Kabbalisten sagen: Wir haben keinen Grund zur Sorge, denn der Schöpfer ist gut und tut Gutes. Es gibt also nichts, wovor wir uns fürchten müssten. Nur eines ist entscheidend: Wenn wir Seine Güte empfinden wollen, müssen wir ein entsprechendes Kli erschaffen – den Wunsch, Ihm Gutes zu tun. Dann, gemäß der Ähnlichkeit unserer Eigenschaften, werden wir den Schöpfer empfinden und erkennen, dass es keinen besseren Zustand als diesen gibt. Er wird uns Sicherheit, Genuss, Erfüllung bringen – wir müssen dem Schöpfer nur wohlwollend begegnen.

Das Kli, um die Höhere Welt, den Schöpfer, zu spüren, ist die Ehrfurcht vor dem Schöpfer. Doch eigentlich habe ich nichts, wovor ich mich vor dem Schöpfer fürchten müsste – denn Er wird mir nichts Böses tun. Nur ich selbst schade mir durch meinen Egoismus. Je nachdem, ob ich den bösen oder den guten Trieb wähle, wird mir das Licht, das vom Schöpfer kommt, als Licht oder als Dunkelheit erscheinen. Alles hängt von mir ab.

Wenn ich mit einem passenden Kli in die Schatzkammer des Königs eintrete, kann ich darin einen Teil des Lichts empfangen – und jedes Mal mehr. Der Schöpfer wünscht sich, dass wir Seine ganze Schatzkammer, das gesamte unendliche Licht, in uns aufnehmen – also die Stufen der Leiter bis zur Welt der Unendlichkeit aufsteigen.

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Aus einem Unterricht zum Artikel Shamati 38.

Welches Gefäß eignet sich für das Licht?

Der Schöpfer erfüllt alles, Er ist überall. Wir befinden uns im Ozean des höheren Lichts, der höheren Kraft, die gut ist und alles durchdringt. Doch wir können sie nur in dem Maße spüren, wie wir ein geeignetes Kli, ein Gefäß, dafür haben. Denn man kann nicht mit einem Sack, der für Mehl gedacht ist, Wasser schöpfen. Was für ein Kli ist also geeignet, um den Schöpfer zu spüren, die höhere Kraft wahrzunehmen und sie sogar zu messen?

Dieses spirituelle Gefäß ist die Furcht. Stattdessen bringen wir jedoch ein Kli, das völlig ungeeignet ist für die Offenbarung des Schöpfers, und deshalb leben wir in Dunkelheit. Das einzige Problem liegt im Gefäß, denn der Schöpfer erfüllt die gesamte Realität. Es gibt nichts außer dem Schöpfer – Er ist die gemeinsame Kraft der Natur.

Die ganze Freude des Schöpfers besteht darin, sich den Geschöpfen zu offenbaren, denn nur so kann Er ihnen Genuss schenken. Im Moment wirkt Er im Verborgenen auf uns ein, was Ihm jedoch keine Freude bereitet. Deshalb wollen wir den Schöpfer offenbaren und von Ihm erfüllt werden – um Ihm Freude zu bereiten. Das bedeutet: Wir sehnen uns nicht danach, das höhere Licht in uns selbst zu empfangen, sondern wir möchten dem Schöpfer die Möglichkeit geben, uns zu erfüllen.

Wir wollen unsere Liebe zum Schöpfer ausdrücken, damit Er Seine Liebe zu den Geschöpfen offenbaren kann. All das geschieht durch die gegenseitige Kraft des Gebens – durch das reflektierte Licht von Seiten der Geschöpfe und durch das direkte Licht von Seiten des Schöpfers.

Deshalb müssen wir ein Gefäß für die Offenbarung des Schöpfers aufbauen, das „Furcht vor dem Schöpfer“ genannt wird. Das heißt, wir fürchten, Ihm nicht die Bedingungen geben zu können, um uns zu erfüllen.

Wir möchten uns dem Schöpfer hingeben, damit Er uns erfüllt, sich an uns erfreut und mit uns macht, was Er will. Deshalb beschränken wir zuerst unser Ego, den Willen, Genuss für uns selbst zu empfangen, und geben uns dann dem Schöpfer hin – im Glauben über dem Verstand. In dem Maße wird der Schöpfer unser Kli korrigieren und es füllen können.

Der Schöpfer weiß, wie Er uns in ein Gefäß verwandeln kann, das für Sein Licht geeignet ist. Das ist überhaupt nicht einfach, denn es gibt viele verschiedene Lichter, für die jeweils unterschiedliche Gefäße nötig sind – so wie man für Wasser, Mehl und Getreide jeweils andere Behälter braucht. Für jede Füllung gibt es ein geeignetes Gefäß, und wir selbst sind nicht in der Lage, es zu erschaffen; nur der Schöpfer kann das. Doch Er wird es in dem Maße tun, wie wir uns selbst annullieren.

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Aus dem täglichen Unterricht zum Artikel vom Baal HaSulam, Shamati 38, „Die Furcht vor dem Schöpfer ist sein Schatz“.

Es gibt keine Seele, die nicht einen Zerbruch durchlaufen hätte

Frage: Ist es notwendig, zuerst zum AHAP zu gehen, um Galgalta we Ejnaim (GE) zu korrigieren?

Antwort: Wenn man über die Korrektur der Kelim spricht, besteht jedes Kli, dessen Korrektur wir in Angriff nehmen, selbst das hellste, aus vier Teilen: GE, AHaP, GE im AHaP und dem AHaP im GE.

Obwohl das Licht auf allen Kelim einwirkt, werden die hellsten zuerst erweckt, da sie nach der Regel der Übereinstimmung der Eigenschaften sich näher an der Korrektur befinden. Wie äußert sich die Tatsache, dass die Gefäße des Gebens in ihnen gewichtiger sind als die Gefäße des Empfangens? Das ist schwer zu erklären.

Einerseits ist derjenige, der einen Schirm besaß und sich höher befand, sehr tief gefallen, andererseits ist derjenige, der in der Eigenschaft des Gebens verharrte und von Natur aus nahe an Bina war, kaum gefallen. Die Kelim ohne Schirm sind zwar verdorben, aber nicht in demselben Maße wie die empfangenden Kelim, die einen Schirm besitzen, sich dadurch sehr hoch befinden, aber ohne Schirm schrecklich sind und sehr tief absteigen.

Wir dürfen diese Berechnungen in der Praxis nicht anstellen, wenn wir mit der Korrektur beginnen. Das Licht erweckt, klärt, sortiert die Kelim und korrigiert sie. Deshalb schließt sich derjenige, der spürt, dass er der Korrektur nahe ist, selbst an und fühlt sich daran beteiligt.

Deshalb können wir zu diesem Zeitpunkt keine genaue Berechnung vornehmen. In den Körpern gab es keinen derartigen Zerbruch. Es gibt Menschen, die vom „körperlichen“ Standpunkt aus als Juden bezeichnet werden und es gibt solche, die als Völker der Welt bezeichnet werden.

Unter beiden gibt es solche, die sich nicht miteinander, d.h. im Lauf der Zeit untereinander vermischt haben, es gab keine Mischehen.

Das Zerbrechen fand immerhin in den Seelen statt! Eine Erklärung wird dafür nicht geliefert. Die Kabbalisten wollen dieses Thema nicht ansprechen.

Man kann auf dieser Grundlage keine Haltung gegenüber der Welt einnehmen, schon deshalb nicht, weil man nicht weiss, wo die verlorenen Generationen sind, wie sie den Zerbruch durchgemacht haben. Man. kann keine Haltung aufbauen, die auf der Grundlage der Äußerlichkeiten einer Sache basiert. Man muss es einfach als Tatsache akzeptieren: Wenn man über die Seelen spricht, gibt es keine Seele, die nicht in ihrer Gesamtheit, mit all ihren Teilen, den Zerbruch durchgemacht hat.

Es ist eine Tatsache, dass das Licht korrigiert und zur Quelle zurückführt. Daher werden die Menschen, die nicht verbunden sind, zur Korrektur erweckt. Es ist eine Frage der Zeit, ob das früher oder später geschieht.

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Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Bürgschaft“

 

Der Lautsprecher des Schöpfers

Kongress in Arava. Gespräch beim Essen.

Ihr versteht nicht, wie sehr wir alle von oben gesteuert werden. Der Lehrer ist hier wie ein Lautsprecher, Teil eines höheren Systems, der euch Wissen vermittelt, und nichts weiter. Ihr verehrt doch auch nicht den Lautsprecher dafür, dass er euch etwas Interessantes erzählt. Genauso solltet ihr auch den Lehrer betrachten – ihr solltet das Gerät respektieren, über das euch von oben etwas vermittelt wird, aber mehr auch nicht.

Ich möchte euch warnen, denn genau darin liegt der Unterschied zwischen blinder Verehrung und der Wahrheit. Ich spüre mehr als alle anderen, dass ich von oben gesteuert werde und nichts von mir selbst habe. Ich spiele euch nichts vor, ich führe wirklich nur Befehle von oben aus. Und die ganze Arbeit des Menschen besteht darin, gesteuert zu werden. Je höher er steht, desto mehr wird er gesteuert. Das nennt man ein Sklave des Schöpfers sein, die Stufe Mosche.

Deshalb dürfen wir nicht vergessen, dass wir sensibel dafür sein müssen, was der Schöpfer uns sagt – in uns sagt! Und dann müssen wir entsprechend handeln. Ich spüre, dass dies bereits näher rückt. Und dann steigen wir bereits auf die Stufe von  Bina – wir können hören, was der Schöpfer sagt, das ist bereits die Stufe von Bina. Und danach erlangen wir „das Sehen“.

Lasst uns also versuchen, nicht vom Lehrer abhängig zu sein (er ist begrenzt und vergänglich), sondern alle zusammen zu einem „Gefäß“ (Kli) zu werden, das, wenn es verbunden ist, sehen und auf das reagieren kann, was der Schöpfer ihm sagt. Das ist das Wichtigste. Lechaim! Dieses Hören, dieses Empfinden, das ist das Leben.

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Aus einem Gespräch bei einem Essen vor dem Kongress in der Arava-Wüste