Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Kind'

Ohne Auseinandersetzung – keine Erkenntnis

Auf dem spirituellen Weg muss man Anstrengungen machen, die einem unermüdlichen Kind eigen sind. Es läuft wie ein Besessener, sorgt für Unordnung, zerbricht und zerschlägt seine Sachen.

Anfangs mangelt es dem Kind an Gefühl, aber nachdem es mehrere Male ein Glas zerbrochen hat, wird es Zerbrechlichkeit fühlen lernen und kann später Glaeser fest in Händen halten. Nachdem es etwas auseinander genommen hat, lernt das Kind, wie man es wieder zusammensetzt.

Folglich müssen auch wir das Zerbrechen begreifen, das vor uns geschah, d.h. die Kräfte des Zerfalls erkennen. Andersfalls werden wir nicht verstehen, wie man alle einzelnen Seelen wieder zusammenführt.
Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabasch, 05.10.2010

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Die Kinder nicht der Wahl berauben

Unser Erziehungssystem muss in der gleichen Weise funktionieren, in der auch wir selbst handeln.

Man darf den Kindern keinen Unsinn und keine Unwahrheiten erzählen, man darf keine falsche Welt für sie errichten. Jedes Spielzeug muss das Kind an das reale Leben, an die richtige Analyse heranführen.

Jedes Detail muss ein kleines Modell von richtigen Realien der großen Welt darstellen. Wir öffnen sie schrittweise für die Kinder, doch das ist eine echte Welt und keine Fiktion.

Zum Schutz lege ich für das Kind einen begrenzten Rahmen fest, doch innerhalb dieses Rahmens lasse ich ihm die Freiheit.

Es lernt durch seine Handlungen, unter begrenzten, sicheren Bedingungen ein Mensch zu sein. Nach und nach werden die Grenzen erweitert, nach und nach wird ein Mensch in ihm geformt.

Dabei biete ich ihm keine im Voraus vorbereiteten Lösungen an, sondern nur ein begrenztes Vorbild.

Ich baue kein Lego an seiner Stelle zusammen, sondern gebe ihm ein Beispiel zur Nachahmung und lasse ihm die Freiheit zum Phantasieren und Kreativsein, bereite mitunter Aufgaben, Streiche und Fallen vor – denn man lernt aus seinen Fehlern. Nur so kann ich es auf das Leben vorbereiten.

Darf man etwa alle Antworten vorgeben? Wir lernen im Gegenteil durch Aufgaben und Übungen, durch Versuche und Fehler.

Die Erfahrungen formen die richtige Herangehensweise bei dem Kind, und es weiß bereits, wie es sich an die Sache machen und das Problem lösen soll.

Wenn es sich letztendlich irrt, dann nur, weil es überrascht wurde, weil es eine solche Wendung nicht erwartet hat.

Jede nachfolgende Stufe beginnt genau so: sie ist neu und unvorhersehbar, darum macht das Kind Fehler, doch dabei lernt es aus seinen Fehlern, und das bekommt ihm gut.

Aus dem Gespräch über die Erziehung vom 29.09.2010

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Die Formel für das grenzenlose Glück

Der Mensch muss danach streben, sich dadurch zu erfüllen, dass er die anderen erfüllt, und nicht dadurch, dass sie ihn erfüllen.

Ich erfülle dich, spüre dein Verlangen und die Erfüllung in dessen Innerem – und empfange dadurch Genuss.

Meine Erfüllung ist die Empfindung deiner Erfüllung, darum will ich dich möglichst viel erfüllen (wie eine Mutter sich dadurch erfüllt fühlt, dass sie ihr Kind gefüttert hat).

Ich will mich nicht direkt erfüllen, sondern nur, indem ich den Nächsten erfülle. Und hier geht es nicht darum, wie viel Nahrung mein tierischer Körper dabei aufgenommen hat, – hier geht es um die Erfüllung der Seele.

Die Seele erfüllt sich dadurch, dass ich spüre, wie ich die anderen, den Schöpfer erfülle. Dann bin ich Ihm ähnlich, denn Er genießt dadurch, dass Er uns Genuss schenkt. Und wenn wir den Genuss von Ihm nicht annehmen können, dann leidet Er mit den Leiden der Shechina.

Der Schöpfer genießt durch unsere Erfüllung, wir können Ihm nur die Möglichkeit geben, uns zu erfüllen. Auch ich muss einen solchen Zustand erreichen, damit es zum Einzigen wird, was ich mir wünsche.

Doch das scheint ein Paradoxon zu sein – wie kann man sich „durch das Geben erfüllen“? Deshalb brauchen wir auch die Liebe, die uns alle verbindet.

Wenn zwischen uns keine Liebe besteht, ist es unmöglich, durch das Geben erfüllt zu werden. Ich muss das Verlangen eines Anderen für wichtiger als mein eigenes halten!

Es ist wie bei einer Mutter, für die wichtiger ist, was ihr Kind fühlt, als ihre eigenen Empfindungen. Wenn es Schmerzen hat, dann fühlt sie es in ihrem Inneren. Das ist eine natürliche Liebe.

Eine solche Liebe müssen wir mit Hilfe des Lichts erreichen – soll das Licht uns korrigieren. Infolgedessen erlangen wir die gleichen Verlangen wie der Schöpfer und erreichen die spirituelle Welt.

Stell dir vor, du hast Milliarden von Kindern und du verfügst über etwas, womit du sie erfüllen kannst, denn dir eröffnet sich ein Kanal des grenzenlosen Lichts.

Was für einen Genuss wirst du empfangen, wenn du all ihre Verlangen wie deine eigenen sowie ihre Erfüllung spüren wirst! Dadurch wirst du dich selbst erfüllen, und jedes Mal „620fach“ stärker, denn du hast diese Liebe über dem Hass aufgebaut.

Darum, wenn du sie jetzt erfüllst, spürst du nicht dieses eine Gramm Genuss, das sie empfangen, sondern 620 Gramm. Ich schließe diese Teile der Seele an mich an und spüre sie wie mich selbst.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Liebe zum Schöpfer und die Liebe zu den Geschöpfen“ vom 27.09.2010

Das Ziel der Bildung ist, einen Menschen großzuziehen

Das Ziel der Bildung ist, zu erklären, dass die „Nächstenliebe“ das allgemeine Naturgesetz ist. Nur das formt aus einem Kind einen Menschen.

Das muss sich auf das Unterrichten aller Fächer auswirken – durch sie muss die Idee von der Einheit der Natur und der Lenkung (Es gibt niemanden außer Ihm) und dem vollkommenen Zusammenhang aller Schöpfungsteile (Liebe deinen Nächsten wie dich selbst) hindurchgehen.

Dann wird das gesamte Lernen auf einem einzigen Gesetz basieren, von einer Kraft gelenkt , in eine Richtung gehend – und genau das wird sich einprägen.

Denn wie über das Gesetz der „Nächstenliebe“ geschrieben steht, dass es das „Hauptgesetz der Tora“, d.h. das Allgemeine Schöpfungsgesetz ist, müssen wir, die Kinder, ausgehend von diesem Gesetz, unterrichten und ihnen zeigen, dass alles, was in der Welt geschieht, von dieser Bedingung bestimmt wird.

Dann werden die Kinder sich dieses einzige Gesetz einprägen; sie werden sowohl die höhere Lenkung als auch die richtige Verhaltensweise begreifen.

Wenn wir aufzeigen, dass die besten und die schrecklichsten Ereignisse in der Welt nur geschehen, um uns zu enthüllen, wo dieses Gesetz vervollständigt werden muss, dann fangen die Kinder an, sich anders, zielgerichteter, der Realität gegenüber, zu verhalten.

Derjenige, der sich und durch sich die Welt korrigieren will, nennt sich Mensch. So werden aus Tieren Menschen erzogen.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Liebe zum Schöpfer und die Liebe zu den Geschöpfen“ vom 27.09.2010

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Nur der Schöpfer gibt die Seele

Eine Frage, die ich erhielt: Wie soll ich mich zu meiner Frau verhalten, um zwischen uns den Schöpfer empfinden zu können? 

Meine Antwort: Bemüht euch, dass alle eure Beziehungen nur auf die Enthüllung des Schöpfers zwischen euch gerichtet sind. Es garantiert den absoluten Frieden zu hause, und nützt jedem, sogar aus den rein egoistischen Interessen. 

Dies ist ein sehr wirksames Mittel, das den Menschen während des ganzen Lebens hilfsreich ausrichtet. Denn die Gruppe und die Freunden sind für ihn eher künstlich geschaffen, die ganze Menschheit – empfindet er noch entfernter, und das Universum – ist überhaupt fern von ihm. Seine Frau steht ihm am nächsten, wie es gesagt ist: „Die Frau des Menschen – ist wie sein Körper“. 

Und andererseits öffnest du plötzlich, dass du einen Partner hast! Dank dem Schöpfer empfindest du, dass es auf jede deine Bewegung – ihre Bewegung gibt. 

Unabhängig von der Handlung: sei sie im Verstand, im Herzen oder physisch – geschieht eine synchrone Bewegung, als ob der Schöpfer zwei abgesonderte Hälften, in allen ihren Details und Formen zusammenklebt. 

Wir müssen nur versuchen, zwischen uns den Schöpfer – die Kraft zu öffnen, die uns verbindet, und die wir als Folgerung des Zusammenlebens begreifen wollen. Und andernfalls wird dieses Leben zur tierischen Existenz. 

Wir wollen also zwischen uns die Kraft der Vereinigung – eine dritte Komponente offenbaren, die uns zu einem Ganzen ergänzen wird! 

Wenn Er uns verbinden wird, dann werden wir Ihn einschließen, und werden ein Ganzes sein, gerade deshalb, weil Er sich in unserem Inneren befindet und uns ausfüllt. 

Es heißt eben: „Der Mann und die Frau – und der Schöpfer zwischen ihnen“ – Er ist in allem anwesend, was zwischen uns existiert. Und es gibt nichts anderes – nur den Wunsch jeden Einzelnen, der auf den Anderen (auf den Partner) gerichtet ist. Es gleicht sich der Beziehung von Seir Anpin und Malchut: er ist komplett auf sie, und sie – auf ihn gerichtet. 

Der Schöpfer hat alle einzelnen Sfirot Malchut abgetrennt und hat daraus Chawa geschaffen – deshalb existiert auf der ganzen Höhe des geistigen Parzufs eine genaue Übereinstimmung zwischen S“A und Malchut, auf dem gleichen Niveau in der ewigen, konstanten Verschmelzung. 

Es gibt in einem keine solchen Eigenschaften, die es in anderem nicht gäbe. Man kann sie nur mithilfe des Lichtes AB-Sag miteinander verbinden, das den Einen auf das größere Geben und den Anderen auf das größere Erhalten ausrichtet.

Um sich zu verbinden, steigen die beiden in Bina hinauf, welche als Elokim, der Schöpfer bezeichnet wird, und Er gibt ihnen die Kraft für die Vereinigung und füllt sie dann aus.

Folglich füllen sie nicht einander aus, sondern ihre gemeinsamen Wünsche – und daraus wird „das Kind“ geboren, als die Folgerung der Vereinigung, als folgender geistige Parzuf, der neue Zustand.

Darüber ist es gesagt: „Der Vater (Aba) gibt das Weiße, die Mutter (Ima) gibt das Rote, und der Schöpfer – gibt die Seele“. Er befindet sich zwischen ihnen und füllt sie aus, gibt der Seele eine neue Stufe. 

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „die Liebe zum Schöpfer und zu den Geschöpfen“, 28.09.2010 

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Wie vertieft man sich in das Buch Sohar

Der Sohar, Kapitel „Wajechi„, Punkt 376: Wo auch immer Segnungen gefordert werden, sollte der Schöpfer, Malchut, zuerst gesegnet werden. Und wenn der Schöpfer nicht zuerst gesegnet wird, dann werden die Segnungen nicht fortbestehen.

In den heiligen Büchern lesen wir über die spirituellen Zustände, die wir in der Zukunft empfinden werden. Wir empfinden jedoch noch nicht den Text, der in solcher Form von den Kabbalisten geschrieben wurde.

Aber es ist unmöglich, die Spiritualität anders zu beschreiben – man nimmt also die Worte aus der materiellen Welt. Denn in der Spiritualität gibt es eigentlich keine Worte. Wie kann man darüber erzählen? Wie kann man Erscheinungen erklären, die nicht in unserer Welt existieren?

Man muss aus unserer Welt etwas Ähnliches nehmen, und mit diesen Worten die Spiritualität beschreiben. Der Mensch, der sich nicht darin befindet, versteht auf keinen Fall,worum es sich „dort“ handelt, und liest einfach durch.

Wenn wir jedoch über die Spiritualität lesen, ohne sie zu empfinden, aber dennoch wünschen, das Gleiche zu fühlen, was die Kabbalisten enthüllt haben, und worüber sie in ihren Bücher schrieben – wie Rabbi Schimon mit den Schülern, die Autoren des Buchs Sohar, Baal HaSulam, der den Sohar mit seinen Kommentar ergänzt hat, wenn wir uns also wünschen, mit ihnen verbunden zu werden, damit ihr Begreifen und ihre Kraft auf uns einwirkt – dann entwickeln wir uns ebenso natürlich, wie das kleine Kind, das neben dem Erwachsenen aufwächst, und von ihm alles lernt, was nur möglich ist.

Deshalb sollen wir uns beim Lesen des Sohars in der Absicht den Autoren möglichst näher kommen. Und in der Spiritualität ist die Nähe durch die gleichen Eigenschaften gekennzeichnet, im Unterschied zur materiellen Wahrnehmung der Nähe oder der Weite. In der Spiritualität nähere ich mich jemandem, wenn ich seine Eigenschaften annehme und ihm ähnlich bin.

Die Eigenschaft der Sohar Autoren ist das Geben, und unsere das Empfangen. Wie können wir also einander näher kommen? Wenn ich mir vorstelle, dass ich mich unter Freunden befinde, und mich vor ihnen aufhebe, dann erreiche ich den Zustand, worin wir uns gemeinsam in einem Wunsch, uns zu verbinden, bemühen – und dadurch nähern wir uns also den Sohar Autoren, ihrem Zustand der Einigkeit, der auf uns folglich einwirkt.

Der Zustand selbst, in dem wir miteinander verbunden sind, mithilfe des Gebens, mit dem Besitzer der Eigenschaft des Gebens – mit den Sohar Autoren, mit dem Text, den sie schrieben – wirkt auf uns ein.

Und obwohl wir nicht verstehen, worüber sie uns erzählen, uns aber trotzdem wünschen, von den Weisen zu lernen, weil sie eben die Erfahrenen sind, – dann wirkt ihre ganze Kraft und das Begreifen, die sie in diese Bücher gelegt haben auf uns ein – und wir beginnen uns zu verändern. Es ist also unsere Arbeit – unter denselben natürlichen Bedingungen dieselben Etappen der Entwicklung durchzugehen. So kommen wir voran.

Man muss also beim Sohar Lesen nicht vergessen, wie man sich mit ihren Autoren verbinden kann. Dann wird uns der innere Sinn offenbart, wir werden uns in das Buch vertiefen können, wir werden folglich zu seinen Teilnehmer.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 24.09.2010

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Der ewig herabgelassene Vorhang

Wir befinden uns nur in einem Zustand – in der Welt der Unendlichkeit, welche von uns hinter 125 Verhüllungen verborgen bleibt.

Ich verstecke mich hinter diesen 125 Verhüllungen, und halte mich in der egoistischen Natur auf, die durch den Abstieg entlang der 125 Stufen zustande kommt. Jedoch wirkt sich diese Tatsache keinesfalls auf meine Umgebung aus.

Auch wenn ich nichts sehe, nichts fühle und nicht richtig handele – befinde ich mich trotzdem in der spirituellen Welt, weshalb ich ihre Gesetze wissen sollte. Denn anderenfalls bringe ich mich ständig in Verlegenheit.

Andererseits, da ich von der Welt der Unendlichkeit entfernt bin, verhält sich das geistige System zu mir in der entsprechenden Weise.

Nachdem es den Menschen in diese Welt versetzt, verwendet man auf ihn die Kriterien der entsprechenden Stufe. Natürlich bin ich dem Geben entgegengesetzt, aber nur auf 1/125.

Würde ich mich in der Unendlichkeit, in der vollständigen Entgegengesetztheit befinden, so könnte ich es nicht ertragen.

Somit ertrage ich immer den Schaden angemessen dem laufenden Zustand und der nächsten Stufe – ich empfinde die Differenz, den Bruch zwischen ihnen. Es ist meine Triebkraft eben.

Auch jetzt zieht mich die Kraft meines Übels nach unten, gleichzeitig empfinde ich die Loslösung von der Spiritualität. Ich fühle mich sowohl in dieser Welt schlecht, als auch dadurch, dass ich noch nicht die erste Stufe (1) erreicht habe.

Das System der Unendlichkeit ist in Bezug auf uns reduziert, sie verringert sich und schafft die Verhüllungen, d.h. die spirituellen Welten.

Demnach steht der Mensch ständig unter dem Entwicklungszwang, und gleicht einem Kind. Stufenweise öffnet sich die Loslösung von der höheren Stufe, damit er die Anstrengungen macht, um diese zu erreichen.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabasch, 22.09.2010

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Leben, und sich freuen

Alles, was uns in dieser Welt als unerschütterlich vorkommt, gleicht sich der gemütlichen Wiege des kleinen Kindes. Man sollte diese aber verlassen und prüfen, ob sie in Wirklichkeit so sicher ist.

Das Wichtigste ist, zu lernen, den Einfluss der Umgebung nicht zu berücksichtigen. Wenn der Mensch in eine sogenannte „vorübergehende Behausung“ eingeht, das heißt, er baut für sich die neue Umgebung auf, um unabhängig zu werden und, diese Welt von der Seite betrachten zu können, als ob er sie aus dem Kosmos anschauen würde – dann nähert er sich immer mehr dem Licht.

Es ist wichtig, die „jenseitige“ Welt (jenseits vom Egoismus) zu enthüllen, ohne etwas in „diesem Leben“ aufzuheben, um unsere Welt nüchtern bewerten zu können, und ihre Vergänglichkeit, um die Vereinigung mit dem Schöpfer ergänzen zu können.

Diese Welt ist uns nur dafür gegeben, um die Welt des Schöpfers, als vollkommen bewerten zu können. Um sich sowohl in dieser Welt, als auch in der zukünftigen freuen zu können, muss man sich schon jetzt die höhere Welt aneignen.

Sie wird durch Wechsel der Wichtigkeit des Erhaltens auf das Geben, des Beständigen auf das Vorübergehende erreicht – man muss also ihre Plätze tauschen, um die Harmonie und die Vollkommenheit erlangen zu können.

Aus dem Unterricht nach einem Brief von Baal HaSulam, 22.09.2010

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Das Gelesene empfinden und das Empfundene verstehen

Ich öffne das Buch Sohar und beginne, zu lesen: „Gott sprach: Es werde der Himmel im Wasser…“. Das ist die Beschreibung der geistigen Realität, die ich in mir empfinden soll.

„Gott“ – ist in mir, „sprach“ – in mir. Das Himmelsgewölbe, das Wasser – sind in mir. All das muss man in sich empfinden. Das Buch Sohar oder jedes andere kabbalistische Buch sollen in mir das gefühlte Bild hervorrufen. Und dann erklärt der „Sulam“ Kommentar, dass „Gott“ – Bina, „der Himmel“ – Seir Anpin, „die Erde“ – Malchut ist, und so wird dieses Bild um das Verständnis der Eigenschaften und ihrer Beziehungen ergänzt.

Stell dir vor, dass du in der neuen Welt geboren wurdest, in der du nichts weißt, nichts verstehst  – du fühlst etwas Unbekanntes, wie ein Kind. Man beginnt dir zu erklären, was um dich herum existiert – auf dieses gefühlsmäßige Bild wird die Erklärung auferlegt.

Kabbala ist eine Wissenschaft, die den Naturwissenschaften unserer Welt ähnlich ist. Sie erklärt mir, was ich in der Höheren Welt empfinden kann.

In uns gibt es noch kein geistiges Bild, und wir können damit keine kabbalistischen Erklärungen verbinden. Aber ich muss zunächst das Bild empfinden, damit sich die Worte der Bücher in mir gefühlsmäßig äußern. Und dann werde ich das Wesen dieser Kräfte und die Eigenschaften, sowie ihre Wechselwirkung lernen.

… Deshalb gibt es in unserer Verbreitung so wenig inneres Licht. Es gibt es zwar, aber sehr wenig. Wir sollen um jeden Preis, mithilfe der Bürgschaft, das geistige Bild in unserem Inneren hervorrufen.

Und es ist nur dann möglich, wenn wir unsere Vereinigung festigen. Dann werden wir das sehen, worüber wir lesen, und wir werden verstehen, wie das äußere Bild in unserem Inneren gezeichnet wird.

Baal HaSulam hat in seinem Kommentar zwei Teile vereinigt. Er nahm das Buch Sohar und ergänzte es mit der wissenschaftlichen Erklärung.

Ich brauche am Anfang nur das Bild! Deshalb haben wir den Text vereinfacht, ihn näher an den Leser gebracht, damit er die Gefühle hervorruft. Folglich wird uns gelingen, ohne Probleme das zu verstehen, was wir empfinden.

Es ist eben die Wissenschaft der Kabbala, ähnlich den Naturwissenschaften unserer Welt, die Wissenschaft über die geistige Natur.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Bürgschaft“ „, 19.09.2010

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Die Verhüllung dient unserem Wohl

Wir befinden uns unterhalb der 125 Stufen der Welten, der Verhüllungen. Diese Verhüllungen dienen unserem Wohl, weil sie unsere Winzigkeit im Vergleich zum Zustand der Unendlichkeit verbergen, so dass wir nur sehen können, inwiefern wir unfähig sind, mit der höheren Stufe verglichen zu werden.

Auf jeden Fall, sind wir verpflichtet, die Leiden in unserem Zustand zu empfinden, um die Korrektur in der Gruppe zu realisieren, wie das Kind, das sich bemüht, etwas zu machen, was ihm nicht gelingt, es möchte trotzdem mit dem Spielzeug zurechtkommen.

Anhand dieser Bemühungen, Leiden, Unfähigkeit, lernt man sein Gegenteil im Vergleich zum Licht, zur nächsten Stufe kennen. Du bist verpflichtet, gegen das Licht zu arbeiten, weil es sonst keine Empfindungen der Unterschiede geben würde, woraus man erkennen könnte, wer der Schöpfer ist.

Angenommen, du befindest dich im königlichen Palast, in dem du nichts kennst und nichts fühlst. Und jetzt beginnst du einen Rundgang durch den Palast. Du sollst alle dich umgebenden Gegenstände und Zustände, alle Gegenteile, alle Beziehungen erkennen. Folglich erreichst du den Zustand, in dem du über die ganze Welt wie der König herrschen kannst.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel aus dem Buch „Schamati“, 03.09.2010

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