Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Immer um den Zusatz zu bitten

Um die spirituellen Stufen aufzubauen, muss ich ständig das Material des Wunsches hinzufügen. Die Höhe jeder neuen Stufe entspricht der Schwere meines aktuellen Zustandes, in dem das Böse des Egoismus sich zeigt.

So geschieht es in allen Zuständen auf dem spirituellen Wege. Um mich zu erheben, vergrößert man mein Ego und dann empfinde ich das Übel.

Folglich begreife ich mit Hilfe der Umgebung das Böse und die Tatsache, dass es nicht zufällig geschieht. Dann bemühe ich mich, das Ego auf das Ziel zu richten: Das Böse kommt vom Schöpfer, der gut ist, und ist für mein Wohlergehen bestimmt. Danach beginne ich, meinen Zustand mit dem Geben zu verbinden, ich erhebe also das Geben über dem Empfangen.

Und dann baue ich allmählich aus diesem Übel einen Vektor, eine richtige Beziehung auf. Über dem empfangenden Verlangen erhöhe ich die Wichtigkeit des Gebens und der Vereinigung. Indem ich eine solche Beziehung aufbaue, steige ich auf die nächste Stufe hinauf.

Auf der neuen Stufe befinde ich mich nur einen Augenblick, nach dem alles verschwindet. Und wenn ich in diesem Augenblick in mir den nächsten empfangenden Wunsch nicht finde, dann werde ich sofort fallen. Das gröbste, aber genaue Beispiel ist das sexuelle Vergnügen. Kaum geht es zu Ende, bin ich leer und muss etwas Neues machen.

Deshalb muss ich während des Aufstiegs auf die so begehrte Stufe der Liebe und des Gebens, den neuen egoistischen Wunsch offenbaren. Er soll zwecks des Aufstiegs auf die nächste Stufe offenbart werden. Dieser Wunsch befindet sich in mir als Reschimo, ich muss es nur ausarbeiten. Andernfalls wird er nach der langwierigen Zeit, bspw. erst nach Monaten enthüllt werden.

Aber ich suche ihn schon jetzt, in der Finsternis. Denn die Abwesenheit der Veränderungen empfinde ich als die „Nacht“. Sogar der beste Zustand wandelt sich in die Nacht um, wenn er nicht erneuert wird. Deshalb müssen wir die Ereignisse nicht nur ständig überholen, sondern auch die Geschwindigkeit beschleunigen.

Folglich suche ich einen neuen, noch größeren egoistischen Wunsch. Ich „sauge ihn nicht aus dem Finger heraus“, sondern suche ihn tatsächlich. Und wenn ich ihn finde, dann wiederhole ich dieselben Arbeitsstufen.

Somit arbeite ich an „der Braut“, bis sie vollständig korrigiert wird und ich zum „Mahl des Bräutigams“ ankommen kann. Die Methode ist einfach: ich erhebe das Geben über dem Empfangen, indem ich im Glauben über dem Verstand arbeite.

Jede neue Stufe „zerstört“ die vorherige, wandelt den Glauben in den Egoismus um, so dass ich wieder mit dem Aufstieg anfange. Dabei scheint es mir so zu sein, als ob ich alles verlieren würde, was ich erreicht habe, aber in Wirklichkeit korrigiere ich die neue Portion der Selbstsucht – nach dem Prinzip des Überganges der Stufen: „Keter des Unteren wird zur Malchut des Höheren“.

Auszug aus einem Unterricht über den Artikel von Rabasch „Was bedeutet das Mahl des Bräutigams“, 10.01.2011

Es gibt eine Alternative!

Frage: An unserem heutigen Unterricht nehmen viele neue Schüler teil. Welcher Rat würde ihnen helfen, um von der egoistischen in die altruistische Eigenschaft zu wechseln?
Meine Antwort: In unserer Welt kommen wir langsam zu dem Moment der Wahrheit: Es gibt nichts mehr, wofür wir leben sollen. Von Tag zu Tag stellen wir fest, dass das Leben völlig leer ist.

In Wahrheit, sind wir noch nicht zum Wendepunkt gekommen, und die Menschen schaffen es noch, sich selbst zu verwirren, die Wahrheit vor sich zu verdecken, denn sie haben für ihr jetziges Leben keinen Ersatz.

Wir sollen ihnen zeigen, dass es eine Alternative gibt, wir gehen einen bestimmten Prozess durch, welcher von Oben gesteuert wird. Das ist ein besonderer, guter Prozess, eine wunderbare Entwicklung, die uns über dem tierischen Leben im Körper, welcher von Tag zu Tag dem Tod näher rückt, erhebt. Das müssen wir den neuen Schülern weitergeben.

Wir sollen uns zur der Wahrnehmung der Realität erheben. Es bedeutet aber nicht, dass ich „das Bild wechsele“, welches ich aus meinen Körper sehe. Ich schalte nicht den Modus des externen Sichtens um, sondern trete wahrlich in eine neue Realität ein, ich gehe von einer Welt in die Andere über. Ich verändere tatsächlich mein Verhältnis, gebe einen neuen Vektor von mir zum Nächsten ein, oder von mir zum Schöpfer. Denn der Nächste ist eine Hilfe, ein Zwischenstopp, welches mir in meinem Streben zum Schöpfer hilft.

Im Ganzen, kann ich in meinem kleinen Verlangen existieren und diese kleine, vergängliche Welt wahrnehmen. Oder ich kann mich davon befreien und das ewige Dasein, die vollkommene Natur empfinden, wo ich ohne Grenzen in der Welt der Unendlichkeit lebe.

Eine solche Möglichkeit bietet uns die Wissenschaft der Kabbala.

In den letzten Generationen konnten nur Wenige eine solche Umwandlung, diesen Übergang aus einer Welt in die Andere verwirklichen. Doch heute, jeder bei dem sich ein Punkt im Herzen, d.h. ein spirituelles Verlangen geöffnet hat, kann versuchen es zu realisieren. Seit unserer Zeit und weiter, wird die Menschheit allmählich, eine Etappe nach der anderen, diese Übergänge verwirklichen.

Aus einem Unterricht über den Artikel von Rabash „Annulierung nach der Methode von Baal Schem Tow“, 07.01.2011

Eine Diagonale der spirituellen Leiter

Rabasch, „Shlavey HaSulam“, 1988/89, Artikel 10, „Die geneigte Treppe“: Sogar in der materiellen Welt soll eine Treppe unbedingt geneigt sein. Wenn der Kopf des Menschen „den Himmel erreicht“, dann soll er auch mit den Füßen „auf dem Land stehen bleiben“. Obwohl es zwei entgegengesetzte Kräfte sind, sind sie trotzdem voneinander nicht so sehr entfernt. Somit muss man in diesen zwei Linien gehen, was auch als die „Neigung“ bezeichnet wird.

Egal welche Wünsche im Menschen erwachen, soll er keinerlei seiner Mängel verbergen, sondern diese richtig verwenden bzw. korrigieren. Dann wird er den Aufstieg „entlang der Diagonale“ der geneigten Treppe verwirklichen, d.h. sich in der richtigen Verbindung zweier Wünsche üben: über dem bekommenden Wunsch wird er den gebenden aufstellen.

In uns wachen die negativen Wünsche auf: der Hass, der Neid, die Begierde, die Eitelkeit, die Abtrennung. Sie sind die Folgen des Zerbrechens, sie stellen unsere Natur dar. Und sie alle sollen zu den Faktoren des Aufstiegs „der Liebe zu den Geschöpfen“ in unseren Herzen werden. Gerade mit ihrer Hilfe, indem wir sie korrigieren, kommen wir voran.

Natürlich muss der Mensch in sich Bina und Malchut, das Gericht und die Barmherzigkeit richtig kombinieren: alles muss sowohl von der rechten als auch von der linken Seite bilanziert sein, entsprechend dem Niveau der Anderen und seinem eigenen Niveau.

Somit besteht unsere Arbeit darin, zu prüfen, welches Übel gezeigt wird, um es folglich nicht zu vertuschen, um nicht „einzuschlafen“, um entweder die Abtrennung oder die Anziehung zur Umgebung zu offenbaren – anderenfalls befindet man sich nicht in der spirituellen Arbeit, um immer zu versuchen, sich im Geben/ in der Liebe über der Abtrennung/ dem Empfangen zu üben.

Man soll sich also keinesfalls vor dem Kampf der entgegengesetzten Eigenschaften in sich fürchten, sondern sie richtig „nach der Diagonale“ kombinieren. Der Mensch alleine kann es nicht schaffen, deshalb bittet er um die Korrektur und sieht dann, wie der Schöpfer für ihn diese Verbindung aufbaut.

Auszug aus einem Unterricht über den Artikel von Rabasch „“Was heißt, die Leiter ist diagonall, in der spirituellen Arbeit”„, 6.01.2011

Vom Mittel – zum Grund

Frage: Was ist die Hilfe des Schöpfers?

Meine Antwort: Wenn der Mensch sich darin bemüht, zur Liebe und zur Einheit über dem Hass und der Abtrennung zu kommen, dann wird er sehen, dass dies unmöglich ist. Alle gut gemeinten Absichten werden sich jedes Mal ins Gegenteil verwandeln.

Anfangs, wird der Mensch fühlen, dass die erfolglosen Bemühungen seine Schuld sind. Dann werden ihm dieselben Bemühungen zeigen, dass der Grund hierfür eine gewisse äußere Kraft ist.

Infolge der neuen Eindrücke wird der Mensch offenbaren, dass es nicht irgendwelche nebensächliche Kraft, sondern die Höhere Macht ist, die ihn auf diese Weise ausrichtet und seine schlechte Beziehung zur Umgebung mittels verschiedener wichtiger Situationen offenbart.

So beginnt der Mensch, den Schöpfer wie den kausalen Faktor des Negativs und des Positivs wahrzunehmen. Es ergibt sich folglich, dass der Schöpfer eine Macht ist, die für die Verbindung der entgegen gesetzten Wahrnehmungen notwendig ist. Ohne Seine Hilfe kann der Mensch in sich diese zwei Eigenschaften nicht vereinen.

Und später zeigt sich sogar das als ungenügend. Dem Menschen reicht es nicht, dass der Schöpfer ihm hilft die Empfindungen zu verbessern und das Leben einzurichten. Bis jetzt war ihm die schlechte Beziehung zu den Nächsten unangenehm, aber jetzt will er alles für die Verbindung mit dem Schöpfer benutzen. Die Verbindung der Gegenteile soll sich im Schöpfer verwirklichen und gerade darin enden.

So steigt der Mensch allmählich die für ihn bestimmte Treppe hinauf. Am Anfang will er seine Kelim ordnen, und später wendet er sich mit ihrer Hilfe an den Schöpfer und findet die richtige Verbindung mit Ihm. Etappenweise zeigt sich im Menschen eine richtige Beziehung zum Geschöpf: vom Mittel zum Grund, von den Bemühungen zur Korrektur der Wünsche, zum Begreifen, warum er gerade das macht, was er damit erreicht.

Denn das Ziel liegt nicht darin, mit der Füllung des Gefäßes zu liebäugeln, sondern darin, dank der Arbeit, die höhere Wurzel zu erreichen. Dann ändert sich deine Beziehung: hinter der Verbindung von Bina und Malchut offenbarst du Keter, die Spitze des Buchstabens Jud (‚), womit auch der Buchstabe Alef (א) anfängt, der unsere Arbeit und den Aufstieg nach der Diagonale symbolisiert.

Auszug aus einem Unterricht über den Artikel von Rabasch „Was heißt, die Leiter ist diagonall, in der spirituellen Arbeit“, 6.01.2011

Das Hindernis zur Hilfe

Frage: Wie ist der Wunsch, der in mir erwacht, auf das Geben auszurichten?

Meine Antwort: Angenommen, mich beunruhigt etwas an einem Morgen. Ein gewisser, unbefriedigter Wunsch bewirkt in mir den Gedanken über seine Befriedigung. Mich verfolgt ein Problem und ich suche die Wege dessen Lösung.

Ich habe das alles von oben bekommen. Wenn sich mein Problem zu den lebensnotwendigen Wünschen verhält, dann soll ich es lösen, ohne die großartige Arbeit mit der Absicht durchzuführen. Vor allem muss man sich das Lebensnotwendige gewährleisten. Darüber ist es gesagt: „Wenn es kein Brot gibt, dann gibt es auch keine Tora“.

Wenn es sich aber nicht um die lebensnotwendige Versorgung auf dem tierischen, körperlichen Niveau handelt, dann soll ich mich bemühen, diesen Gedanken ins richtige Format zu übersetzen.

Ich habe ihn vom Schöpfer bekommen, um die richtige Reaktion darauf aufzubauen. Er ist „die Hilfe gegen den Schöpfer“, er ist gegen das Ziel gerichtet und hilft mir zur gleichen Zeit richtig zu reagieren, sich auf das Ziel auszurichten.

Mein Ziel ist die Verschmelzung mit dem Schöpfer. Der Schöpfer ist gut und schafft das Gute, es gibt niemanden, außer Ihm. Er schickt mir alle Sorgen und Leiden, als Hilfe. Deshalb wende ich mich über diese Besorgnis an Ihn, an den Guten und das Gute Schaffenden.

Ich muss die Empfindung erreichen, dass mein Problem eine Hilfe ist, um die Beziehung des Schöpfers zu mir zu verstehen, welche jenen Empfindungen entgegengesetzt sind, die in mir erwachen.

So baue ich das Bild des Schöpfers auf. Bei der vorsichtigen und genauen Beobachtung werde ich es schaffen, zu erkennen, warum mir diese oder jene Sorge, das Problem gerade in solcher Art gesandt wird. Ich werde seinen Abdruck, die Form des Guten und das Gute Gebenden erkennen, der sie in mir abgedruckt hat.

Dank dieser „Inversion“, werde ich auf die Stufe des Gerechten aufsteigen, den Schöpfer rechtfertigen und den richtigen Weg auswählen. Und das Wichtigste ist weiterhin, unter beliebigen Zuständen, auf dem Hintergrund beliebiger negativer Formen nicht einzuschlafen und immer voraus zuschauen.

Jede Sekunde kann ich richtig reagieren, ich muss nur die Unterstützung der Umgebung sichern. Ohne sie sind meine Bemühungen periodisch. Somit bestimmt die Gruppe das Tempo meines Aufstiegs.

Auszug aus dem Unterricht über den Artikel von Rabasch, 04.12.2011

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Kabbalisten zu Tora und Geboten, Teil 18

Liebe Freunde! Bitte stellt Fragen zu den Zitaten der großen Kabbalisten.

(Anmerkungen in Klammern sind von mir)

Die Tora entwickelt im Menschen die Empfindung des Begreifens des Übels

Die Arbeit („Avodat Achem“ – „die Arbeit des Schöpfers“, um dem Schöpfer gleich zu werden) fängt mit „dem Begreifen des Übels“ an, wenn der Mensch den Schöpfer darum bittet, sich in dem Moment schlecht zu fühlen, in welchem er den Genuss empfinden möchte. Und nur der Schöpfer kann ihn bewusst fühlen lassen, dass „der Wunsch, zu empfangen“ das „Böse“ ist.

Es bedeutet, dass der Mensch mit Hilfe der Tora zum Begreifen des Übels kommen kann, das heißt, zu verstehen, inwiefern „der Wunsch zu empfangen“ schlecht ist. Und danach kann er darum bitten, dass der Schöpfer „den Wunsch zu empfangen“ auf „den Wunsch zu geben“ korrigiert.

Rabasch. Shlavey HaSulam. Artikel 28, 1991 „Die Heiligkeit und die Reinheit in der Arbeit“.

Wir sehen uns in Berlin!

Frage: Wie wichtig ist es, am bevorstehenden Europäischen Kongress in Berlin teilzunehmen?

Meine Antwort: Ich hoffe sehr, dass alle, die in unserem System studieren, verstehen, wie wichtig es für uns und die gesamte Menschheit ist, besonders in unserem heutigen Zustand, dass Europa sich spirituell vereint. Denn uns stehen sehr schwere Ereignisse in Europa bevor. Ich glaube, alle beginnen bereits, dies zu spüren.

All diese rosigen Hoffnungen, die auf den gemeinsamen Markt gesetzt werden, verschwinden allmählich. Und die Menschen sehen, dass hinter all dem ein riesiger Hass und Entfremdung enthüllt werden, der Protektionismus wächst.

Aus diesem Grund ist es gerade jetzt an der Zeit, die Verbreitung der Wissenschaft der Kabbala in Europa mit allen Kräften zu beschleunigen. Alle unsere Freunde, die in Europa leben, müssen ihre Zukunft und die Zukunft der gesamten Menschheit nur auf diese Weise betrachten. Ansonsten wird von Europa wieder ein Feuer ausgehen. Dort wurden bereits zwei Weltkriege begonnen, und auch der dritte Weltkrieg kann dort begonnen werden.

Und ich denke, dass in Deutschland besser als in allen anderen Ländern wahrgenommen wird, wie real und nah diese Bedrohung sein kann.

Doch die Kabbala lehrt uns, dass alles von der Verbindung zwischen den Menschen und der Erreichung des Gleichgewichts mit der Natur abhängt. All das kann nur mit Hilfe der höheren Kraft realisiert werden, wenn der Mensch es wünscht und danach strebt, diese Kraft anzuziehen, was durch die Wissenschaft der Kabbala ermöglicht wird.

Das Wichtigste ist die Verbreitung der Kabbala in allen Formen, damit sie zu jedem Menschen in Europa durchdringen kann. Wir werden Artikel anpassen und sie im Internet in allen europäischen Sprachen auf intensivste Weise veröffentlichen. Ein Zögern ist untragbar, denn die nächsten ein bis zwei Jahre werden für den Frieden in der Welt entscheidend sein.

Die Welt erwarten noch große Erschütterungen. Und damit wir sie auf dem richtigen Weg durchschreiten können – damit sie uns nicht in den Abgrund stoßen, sondern im Gegenteil zum Ziel hinaufschießen lassen -, müssen wir mit der Wissenschaft der Kabbala gewappnet sein. Alles hängt von euch ab!

Wollen wir hoffen, dass alle unsere Studenten aus ganz Europa, aus den entferntesten Ecken, am Kongress teilnehmen werden. Wir erwarten dort alle! Ich hege die Hoffnung, dass unsere Stimme endlich erhört wird.

Auszug aus dem Unterricht über den Artikel „Analytischer Vergleich zwischen Kabbala und Philosophie“ , 04.01.2010

Mache dir selbst ein glückliches Schicksal

Das Einzige, was uns helfen wird, ist die Selbstaufhebung vor der Gruppe, dem Lehrer und dem Schöpfer. Es bedeutet eben, sich mit der Umgebung zu verbinden, und daraus alles aufzunehmen, was nur möglich ist.

Uns ist eine Menge solcher Beispiele aus der Geschichte bekannt. Zum Beispiel die Geschichte über Jehoschua Bin Nun, der zum Nachfolger von Mosche wurde. Er symbolisiert die innere Macht in uns, neben der Macht des Mosche, die den Menschen zur letzten Etappe der Korrektur durch die Liebe führt, ihn an das Ende der Korrektur (Gmar Tikun) annähert.

Es ist die höchste Stufe des Erhaltens zwecks des Gebens! Wie wurde er ihrer würdig? Er half Mosche, wenn er das Volk ausbildete: putzte in der Klasse, „stellte die Bänke auf“.

Das heißt, er folgte den Handlungen des Lehrers und wollte zu seinem unzertrennlichen Teil werden, weshalb er von Mosche die ganze Weisheit bekommen hat. Gerade er, und nicht die Schüler, die in der Klasse lernten! Und er lernte nicht, sondern hat das Spirituelle „Pe-el-pe“ bekommen („Mund zu Mund“, durch den gemeinsamen Schirm), ist mit dem Lehrer verschmolzen.

Und, diejenigen, die in der Klasse studierten, haben auch bekommen, und zwar jeder auf seiner Stufe (sie waren alle auch große Kabbalisten), aber erreichten nicht eine solche Höhe, die Jehoschua Bin Nun erreichte.

Hatten sie von diesem Prinzip nicht gewusst? Sie wussten es wohl, aber konnten es nicht anwenden!

Denn alles hängt davon ab, inwiefern sich der Mensch bemüht, vom Lehrer und von der Gruppe aufgehoben zu werden. Ich würde dazu noch sagen, dass hier alles durch „das glückliche Schicksal“ beeinflusst wird, das heißt die zusätzlichen Bedingungen zur Hilfe, die wir nicht kennen, welche aber trotzdem von oben heruntersteigen (der Erfolg/Masal kommt vom Wort Tropfen/Nosel). Es hängt von der Wurzel der Seele ab – von ihrer Vorausbestimmung.

Aber welchen Sinn hat es, darüber zu sprechen, was von uns nicht abhängt. Man muss nur das tun, was von uns abhängt, und es ist eben die Selbstaufhebung.

Darüber ist überall geschrieben und für niemanden ist es eine Neuheit. Aber was kann man machen, wenn es uns nicht gelingt, wobei ich selbst weiß, wie schwierig es ist, diesen Zustand zu erreichen. Und gewöhnlich stolpert der Mensch ueber die einfachsten Hindernisse – als ob es unmöglich wäre, es zu erreichen, und er kann es trotzdem nicht tun… Und er versteht sogar, dass es in jedem Sinne nützlich ist, sogar für das Materielle, dennoch hält ihn etwas in seinem Inneren davon ab.

Auszug aus dem Unterricht über den Artikel „Die Kabbala und die Philosophie“, 03.01.2011

Durch die Gruppe nach Oben

Anfangs habe ich einen einfachen materiellen Wunsch „nur für mich“ und den „Punkt im Herzen“, welcher schon zum Höheren gerichtet ist, ein Keim der Eigenschaft des Gebens.

Ich erheben ihn über den Wunsch, indem ich ihm eine Wichtigkeit gebe, im Vergleich zu den irdischen Wünschen, und dann wende ich mich an die Umgebung – an die Gruppe, an die Bücher und an den Lehrer.

Als Antwort bekomme ich von ihnen den vergrösserten und bearbeiteten Wunsch. Dieser Wunsch ist dann bezüglich der Wichtigkeit des Zieles vergrössert und verändert, d.h. bezüglich des Erwerbs von der Eigenschaft des Gebens, die unmöglich allein zu erreichen ist.

Mit diesem Wunsch nun erhebe ich mich zum „Höheren“, ich erhebe das „MAN“, dann kommt das Licht von Oben (Or Makif), das zur Quelle, zur Eigenschaft des Gebens zurückführt.

Die erforderlichen Etappen:

1. sich an die Gruppe wenden
2. von ihr das spirituelle Streben zu bekommen
3. sich an den Schöpfer zu wenden
4. die Korrektur zu bekommen

in Folge ensteht das Kli, das Gefäss für das Geben – die Summe aller Faktoren.

Frage : Woher weiss ich dass ich meine Bestrebung von der Gruppe bekomme ?

Meine Antwort : Du prüfst inwieweit du dich mit den Freunden vereinigen willst, und doch nicht dazu bereit bist. Mit diesem Bedürfnis, worin die grossen qualitativen Bemühungen angelegt sind, erhebst du MAN. Anders gesagt, schafft die Summe deiner Wünsche, die auf die Vereinigung gerichtet ist, diese Bitte um Hilfe.

Frage : An welchen Merkmalen kann ich erkennen, dass ich mich in richtiger Weise an die Gruppe gewendet habe?

Antwort : Wenn ich mich in richtiger Form am sie wende, kann ich erkennen inwiefern die Freunde vereinigt sind, und ich von ihnen abgetrennt bin, inwiefern sie gross sind und ich klein bin, inwiefern das Schöpfungsziel gross ist und ich unfähig bin es zu schätzen.

Die Gruppe gilt für mich als das Ideal, als ein Kriterium bezüglich dessen ich meinen eigenen Mangel empfinde. Und damit kann ich mich nur an den Schöpfer wenden.

Bei der richtigen Bitte an die Gruppe zeigen sich in mir grosse Mängel, Fehlbestände, nicht erfüllte Wünsche, die sofort das Licht hervorrufen welches zur Quelle zurückführt.

Dieses Licht kommt nicht aus einer anderen Galaxie – nein, es befindet sich in mir, in meinem Herzen. Es ist eben nur der vertiefte Wunsch notwendig, es zu òffnen.

Meine Anmerkung, bei der `Gruppe` werden nicht irdische Personen und deren Eigenschaften gemeint, sondern immer die Verbindung der `Punkte im Herzen` meiner Freunde in einem System.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabasch, 30.12.2010

Durch die Armseligkeit der prächtigen Städte hindurch…

Eine Frage: Was soll ich tun, wenn ich keine Kräfte habe, nichts beeindruckt mich und ich nicht weiß, was ich weiter machen soll?

Meine Antwort: Darüber steht in dem Wochenabschnitt [von dieser Woche] geschrieben: „Und seufzten die Kinder Israels von dieser Arbeit und schrien (Ex. 2:23)“. Wenn der Mensch zum Gefühl eigener Machtlosigkeit gelangt, dann bleibt ihm nichts übrig außer zu bitten.
Früher hielt er sich für groß, klug und verständnisvoll. Er dachte, dass er selbst fortschreiten kann, indem er ständig mehr Wissen, Anstrengungen und Mühe erwirbt. Aber wenn er zu dem Zeitpunkt genügend Handlungen ausgeführt hat, wird ihm [von Oben] enthüllt, dass er auf diese Weise nichts erreichen kann.

Wozu soll ich dann überhaupt all diese Handlungen ausführen? Gerade um zu erkennen, dass du dadurch nichts erreichen kannst. Um den Zustand der Hohlheit zu erreichen, muss der Mensch sehr viele Anstrengungen machen.

Ich arbeite, und ich denke dabei, dass ich durch meine Arbeit die prachtvollen Städte Pitom und Ramses baue, dass ich das Wissen erlange und bald alles enthüllen, sehen und spüren werde.

Ich investiere immer mehr Kräfte, vertiefe mich noch mehr in das Studium und enthülle plötzlich: „Wie viel habe ich investiert, und was habe ich dadurch erreicht?!… Ich habe nichts… Was jetzt? Was wird mit mir sein?“ Ich weiß es nicht, aber ich bin bereit, wie ein Toter zu schlafen. Gibt mir nur ein Schlafmittel, damit ich die ganze Zeit schlafen kann ohne aufzuwachen.

So fühlt sich der Mensch in dem Moment, in dem er alle Kräfte verloren hat. Denn er beginnt zu verstehen, dass er auf diese Art nichts erreichen wird. Am Anfang ist ihm sogar das nicht bewusst, er spürte bloß, dass er kein Verlangen hat. Dann wacht er trotzdem auf und setzt [seine spirituelle Arbeit] fort.

Aber es kommt der Zeitpunkt, an dem er versteht, dass er nur durch eigene Kräfte nichts verdienen wird . Er braucht hier eine besondere höhere Kraft: „Wenn der Schöpfer nicht zu mir kommt und mir nicht hilft – alleine schaffe ich nichts“.

Aber so beginnt er nur dann zu denken, wenn er 15-20, oder sogar 30-40 Mal versucht hat, mit eigenen Kräften fortzuschreiten und jedes Mal zu einer Enttäuschung gelangte und in eine Verzweiflung verfiel. Das wird die Zeit des ägyptischen Exils genannt – bis „und seufzten die Kinder Israels von dieser Arbeit und schrien (Ex.: 2:23)“.

Für mein Ego baue ich „die prachtvollen Städte Pitom und Ramses“, aber für den Menschen in mir, der das Spirituelle erreichen will, sind das armselige, elende Städte, in denen alles leer ist; aber ich habe nichts davon. Ich beginne, mich in zwei zu teilen.

Was habe ich davon, dass ich das Wissen, den Verstand habe, dass ich so schön über die Wissenschaft der Kabbala sprechen kann und alles scheinbar verstehe? Das bringt mir nichts. In der Tat: das Spirituelle habe ich nicht. Ich kann von ihm Tag und Nacht erzählen, aber – erkenne ich es oder labere ich nur? Ich labere nur …

Dann versteht der Mensch, dass hier nur die Hilfe von Oben erforderlich ist, eine höhere Offenbarung, eine höhere Kraft, etwas, was nicht in seiner Macht liegt. Und mit dem, was er hat, kann man das Spirituelle nicht erreichen. Dann kommt er zu dem wahren Schrei: „Und schrien sie zum Schöpfer von dieser Arbeit“.

Das ist kein einfacher Weg. Der Mensch muss mehrmals solche Zustände durchgehen. Nur die Umgebung kann ihm dabei helfen, sonst nichts. Die Umgebung kann ihn unterstützen und beschützen, seine Entwicklung beschleunigen. Ansonsten – wer weiß, wann er wieder erwachen wird; wenn nicht durch die Umgebung, dann Dank einem Wechsel der Reschimo (Informationsgene), wenn der Höhere sich erbarmt und ihm einen neuen Zustand gibt. Aber niemand weiß, wann das passieren wird…

Deshalb: wenn der Mensch sich in einem guten Zustand befindet, wenn ihm das Licht leuchtet und er die Kraft hat, muss er sich so intensiv wie möglich mit der Umgebung verbinden, um in der Zeit der Schwäche die investierten Kräfte von ihr wiederzubekommen. Dann wird er dieser Zustand des Fallens durchgehen und beginnt, sich wieder zu erheben, weil er vorhin die Geschwindigkeit aufgenommen hat.

 

Auszug aus einem Unterricht über den Artikel von Rabasch „Vollkommenheit und Mangel“, 24.12.2010