Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Auszüge aus den Unterrichten 16.01.2019

Aus dem Unterricht, Artikel von Rabash Was gibt uns das Gesetz: „Liebe deinen Nächsten wie Dich selbst?““.

Ich muss mich überwinden und mich gegen meinen Willen in die Gruppe einfügen, ich muss dabei von meinen Freunden verlangen, dass sie mich aufnehmen und festhalten, mich aus meinem egoistischen Gefängnis befreien, ansonsten wird mir das nie gelingen.

Selbst wenn ich mich für eine Weile meinen Kameraden anschließen konnte, wird die Zeit kommen, in der ich kein Verlangen mehr habe und nur davon träume, allein gelassen zu werden. Ich werde sie hassen und möchte nicht einmal mehr in ihre Richtung schauen.

Dann wird wieder die Zeit kommen, in der ich es schaffe, mich selbst zu überwinden und nach dem Ruf des Punktes im Herzen höre. Ich komme in die Gruppe zurück und möchte mich mit ihnen verbinden. Solche Chancen werden uns von Oben gegeben, wir können lediglich die Zeit zwischen diesen Versuchen verkürzen.

Mal schließe ich mich der Gruppe an, mal falle ich heraus und bewege mich dabei von einem Zustand zum anderen. Manchmal möchte ich weder an die Gruppe, noch an die Kabbala denken. Plötzlich verstehe ich, dass sich die Spiritualität ausschließlich in der Gruppe befindet und dann brauche ich sie. Solche unterschiedlichen Zustände sind der Beweis für den Fortschritt.

Wir glauben, ein Verlangen Namens „Yosef“ in uns zu haben, welches uns zur Verbindung führt: Es gibt seine „Brüder“, die gegen ihn protestieren. Dann erkennen wir, dass es im Grunde genommen keine Trennung zwischen Josef und seinen Brüdern gibt. Das sind die gleichen Verlangen, die dank des Lichts, welches zur Quelle zurückführt entweder auf-oder absteigen.

 

* * *

Alle Korrekturen, d.h. alle „613 Gebote“, kann man nur durch die gemeinsame Verbindung ausführen, allgemein gesagt: im Volk, in der ganzen Welt, und innerhalb des Zehners – der kleinsten Zelle der Korrektur.

Die Regel „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ besagt, dass selbst meine erste, persönliche Korrektur nicht außerhalb des Zehners erfolgen kann. Nur durch die gegenseitige Einbeziehung, in dem zumindest eine Verbindung realisiert oder deren Abwesenheit aufgedeckt wird, um ihre Korrektur zu ermöglichen, kann ein System aufgebaut werden

Alle Korrekturen erfolgen an keinem einzelnen Element, sondern über dessen Verbindung.

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Jeder Freund unternimmt alle Anstrengungen, sich den anderen anzuschließen. Nachdem er die Kraft der anderen neun erhalten hat, verbindet er sich mit ihnen. So erfüllt er sein persönliches Gebot, seinen Nächsten wie sich selbst zu lieben.

Sobald alle zehn einen solchen Zustand erreichen, vereinigen sich ihre persönlichen Korrekturen zu einer gemeinsamen Liebe zum Nächsten wie zu sich selbst, innerhalb der sich der Schöpfer offenbart. Denn die Liebe zum Nächsten führt sie zur Liebe zum Schöpfer.

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Keiner von uns kann alle 613 Gebote (Korrekturen) ausführen. Dies ist nur durch die gegenseitige Einbeziehung aller Beteiligten ineinander möglich. Jeder von uns besitzt 613 Verlangen, kann sie aber nicht ohne die Verbindung zu den Anderen korrigieren. Nur in der Verbindung können wir alle 613 Gebote ausführen.

Für jeden von uns ist eine neue Verbindung erforderlich. Wie einst in der Telefonzentrale, in der die Telefonisten manuell die Leitungen verbunden haben.

Der Mensch befindet sich die ganze Zeit in solch einer Schaltzentrale, in der er aus dem eigenen Wunsch heraus die verschiedenen Eigenschaften, welche sich in den Freunden befinden, aktivieren und in die Arbeit einbeziehen muss. Sie schließen ihrerseits seine Eigenschaften in die Arbeit mit ein, und aus diesem Ergebnis entstehen zehn Sefirot – ein Mini-Modell des ganzen Universums.

Aus dem Morgenunterricht 16.01.2019

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Kabbalisten über das Ziel der Schöpfung, Teil 16

Anmerkungen in Klammern sind von mir. [M. Laitman]

Warum ist der Schöpfer vor dem Menschen verhüllt?

Die Unvollkommenheit (in unseren Empfindungen) wurde durch die Verhüllung des Schöpfers hervorgerufen, der Sich den Geschöpfen nicht enthüllen und sie dadurch (durch Seine Verhüllung) nicht ursprünglich als vollkommen erschaffen wollte.

Der Schöpfer hat Sich (die Vollkommenheit der Eigenschaft des Gebens und der Liebe) im Gegenteil verhüllt und damit die Geschöpfe (in der in ihnen infolge der Verhüllung entstandenen entgegengesetzten Eigenschaft des Empfangens und des Hasses) unvollkommen gelassen. Denn das Licht des Schöpfers bringt Leben mit sich, und Seine Verhüllung ist die Quelle allen Übels.

Doch weil das Ziel des Schöpfers nicht verhüllt zu bleiben, sondern sich zu enthüllen und das gesamte durch die Verhüllung entstandene Übel zu beseitigen ist, ist es die Bestimmung der Geschöpfe, die Verhüllung des Schöpfers, sprich die Verhüllung des Guten, zu enthüllen.

Diese Enthüllung geschieht durch die Handlungen des Menschen, durch das Einhalten von Gesetzen und Regeln, auf die der Schöpfer uns in der Tora hingewiesen hat.

Das Einhalten dieser Gesetze führt den Menschen dazu, das ewige Leben (in seinen Empfindungen) zu erlangen, weil die Belohnung für das Erfüllen eines jeden Gebots (der Korrektur von jedem der 612 Verlangen der Seele) das Gebot (die Handlung selbst) ist, und zwar das Licht des Antlitzes des Schöpfers (die Erfüllung mit Geben und Liebe), das am Anfang seiner Schöpfung vor dem Menschen verborgen wurde.

Denn der Mensch ist dafür erschaffen, (im Bestreben nach der Angleichung an den Schöpfer) zu arbeiten, während er von dem bösen (egoistischen) Trieb beherrscht wird, wenn das Böse in ihm, das sich durch verschiedene (egoistische) Mängel (bezüglich der anderen) äußert, groß ist und er von dem Licht des Lebens (der Eigenschaft des Gebens) entfernt ist.

Das Erfüllen der Gebote jedoch (die Handlung des Gebens an den Nächsten und den Schöpfer) erleuchtet ihn mit (früher) verborgenem Licht, und wenn er alles, was ihm auferlegt wurde, erfüllt (alle 613 unkorrigierten, ursprünglich egoistischen Verlangen korrigiert) hat, wird sich der Mensch (in der Ähnlichkeit mit dem Schöpfer, da Adam von dome/ähnlich stammt) vervollständigen und mit dem Licht des Lebens erleuchtet werden (er wird in der Eigenschaft des Gebens das ewige und vollkommene Dasein, dem Schöpfer ähnlich, spüren).

Ramchal, Da’at T’vunot, Punkt 40

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Du bist für sieben Milliarden Kinder verantwortlich

Frage: Wie sollen die Menschen als Gesamtheit ein Verlangen nach Vereinigung aufbauen? Kann es außer dem Leiden etwas geben, das sie wachrüttelt?

Antwort: Wir befinden uns in einer absoluten und untrennbaren Verbindung untereinander, in einer vollkommenen gegenseitigen Bürgschaft. Dies ist ein natürlicher Zustand, der ohne unsere Zustimmung existiert, und wir haben auch keine Wahl.

Stellen Sie sich vor, Sie haben eine Wohnung in einem Gebäude mit 50 weiteren Nachbarn gekauft und als Sie den Vertrag unterzeichneten, war Ihnen nicht bewusst, dass Sie sich in eine gegenseitige Bürgschaft zu Ihren Nachbarn begeben. Nun sind Sie für alles verantwortlich, was in diesen 50 weiteren Familien geschieht.

Dies bedeutet, dass wenn einer von ihnen ein Vergehen begeht, Sie dafür haftbar gemacht werden können und sogar an seiner statt ins Gefängnis geworfen werden. Sie werden für jeden Einzelnen verantwortlich gemacht. Das ist die Realität einer gegenseitigen Bürgschaft.

Die Menschheit muss sich bewusst werden, dass diese Vereinbarung einer absoluten, gegenseitigen Bürgschaft zurzeit Druck auf uns ausübt und dass jeder Mensch für den gesamten Planeten verantwortlich ist. Was aber können wir gegen dieses äußerst schwierige und unwiderrufliche Einverständnis tun? Für alle verantwortlich zu sein, ist schließlich unerträglich! Die Leute werden fühlen, dass es keine andere Wahl gibt, außer sich durch ihren eigenen Willen auf korrekte Art und Weise mit den anderen zu verbinden. Das Problem liegt jedoch darin, dass es uns nicht erlaubt sein wird , dies zu tun.

Selbst wenn wir ein Verständnis für die Notwendigkeit erkennen und den Willen zur Vereinigung haben und alle Regierungen auf ihren Treffen (wie den G-20) zustimmen, selbst dann wird jede einzelne Person, wie auch ganze Nationen feststellen, dass sie nicht in der Lage sind, sich zu vereinigen. Auch wenn jeder die Hoffnungslosigkeit des gegenwärtigen Zustandes erkennen wird, werden sie im gleichen Moment keine Möglichkeit haben, sich zu verbinden. Dies ist die Offenbarung einer über uns stehenden höheren Kraft.

Es scheint, als würde von oben jemand absichtlich Hindernisse erschaffen, um uns ins straucheln zu bringen und uns nicht erlauben, unsere Verlangen zu erfüllen, entgegen all unseren Anstrengungen und bar jeder Logik.

Und dann werden „sie aus ihrer Arbeit aufschreien“. Wenn dies der Fall ist, wird sich uns eine dritte Kraft enthüllen: Jemand der danach strebt, aus diesem Zustand herauszukommen, muss das Licht von der Quelle verwenden, um den Hass in sich durch Liebe zu ersetzen und beginne, das zu lieben, was er zuvor gehasst hat.

Wir sind uns nicht einmal bewusst, wie sehr wir momentan den Schöpfer hassen, wie getrennt wir von Ihm bezüglich unserer Eigenschaften sind! Es ist schwer vorstellbar, dass Liebe zu Ihm überhaupt möglich ist, nachdem Er es ist, der alles Schlechte in dieser Welt geschaffen und uns in diesen niederen Zustand versetzt hat.

Wir hassen ganz speziell Ihn und niemand anderen, denn „Es gibt nichts außer Ihn“. Und genau aus diesem Grund muss jede Person die Notwendigkeit in ihrer persönlichen Entwicklung erkennen. Wir müssen beginnen, alles in die komplett andere Richtung zu lenken und beginnen zu lieben.

 

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Das große Geheimnis der Juden analysieren

Frage: Ich bin über Ihre Antwort über „die jüdische Verschwörung“ gestolpert. Sie haben bestätigt, dass es eine Art von Verschwörung gibt, aber Sie erwähnten, dass es eine positive ist: Nämlich dass jeder weiß, dass die Juden das auserwählte Volk sind und dass sie allen Nationen helfen werden, sich zu vereinen und eine „neue Ordnung“ zu errichten. Meine Frage lautet: Was sind die Mittel oder Methoden, die angewendet werden, um diese neue Ordnung zu errichten? Bitte beantworten Sie meine Frage oder ich muss annehmen, dass Sie keine Antwort haben oder sie verheimlichen.

Antwort: Ich beantworte Ihre Frage so schnell wie möglich, um sicherzustellen, Sie nicht als Student zu verlieren oder Sie durch meine Ignoranz zu enttäuschen. Die Juden haben ein großes Geheimnis, das Antworten zur Zukunft der Welt bereithält. Es betrifft alle Menschen der Welt, was der Grund dafür ist, dass alle die Juden unterbewusst hassen. Jeder hasst die Juden, weil sie auf eine gewisse Art ihre Abhängigkeit von ihnen spüren.

Jedoch wissen die Juden selbst ebenfalls nichts von ihrem Geheimnis! Die einzigen Menschen, die es kennen, sind die Kabbalisten. Sie kennen es seit Jahrhunderten, aber sie verheimlichten es, weil niemand das Verlangen hatte, dem Weg in die Zukunft zu folgen. Der Grund dafür ist, dass der Egoismus der Menschen noch nicht voll entwickelt war.

Jedoch jetzt ist die Zeit gekommen, in der wir alle die Voraussetzungen erfüllen, um jedem das Geheimnis zu enthüllen. Die Zeichen dafür sind das globale Leiden, Depression, der Kollaps der alten Ordnung und die Enthüllung der globalen Abhängigkeit voneinander. Aber sogar heute gibt es noch nicht sehr viele Menschen, die sich mit diesem Geheimnis beschäftigen.

Von jetzt an ist es Ihnen überlassen. Wenn Sie danach verlangen, das Geheimnis zu enthüllen, werden Sie eine erweiterte Wahrnehmung von allem erlangen, was um Sie herum existiert und was Sie jetzt nicht wahrnehmen. Die Enthüllung geschieht auf ähnliche Weise, wie man wissenschaftliche Forschungen betreibt – was auch immer heute unbekannt ist (ein Geheimnis), verwandelt sich morgen in eine Offenbarung (Erkenntnis).

 

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Die Menschheit ist ein geschlossenes System


Frage: Wir sind alle in einem System von Seelen als eine Einheit verbunden. Doch wie gelingt es uns, einen positiven Einfluss auf das kollektive Bewusstsein zu haben, welches voller Hass ist?

Antwort: Um dies zu erreichen, müssen wir spüren, dass wir keine Wahl haben und dass wir uns der Selbstzerstörung nähern, zu einem Leben, das schlimmer als der Tod ist und dass wir dieses nicht vermeiden können. Dieses Gefühl wird die Menschen dazu bringen, sich mit anderen zu verbinden. Die Natur der Menschen, das egoistische Verlangen, Genuss zu empfangen, wird sie dazu treiben. Die Menschen werden dies wollen, weil es der einzige Weg zum Wohlfühlen ist.

Auch jetzt sind wir nur in der Lage „zu geben um zu empfangen“, beispielsweise wenn wir im Geschäft für etwas bezahlen, das wir brauchen. Sogar diese einfache Transaktion ist ein kleines Opfer. So etwas gibt es nicht im Tierreich oder bei kleinen Kindern. In anderen Worten, dies kommt nicht aus unserem Instinkt.

Jeder Mensch muss jedoch begreifen, dass wir die Verantwortung haben, uns richtig mit den anderen zu verbinden. Und die Menschen sollten sich sehr anstrengen, alles über die korrekte Verbindung zu lernen. Die Menschheit ist ein geschlossenes System und wie in jedem solchen, muss alles auf Unterstützung, Gleichgewicht und Harmonie ausgerichtet sein. Wenn diese Faktoren unterbrochen sind, dann wird jedes Mitglied des System leiden. Einem Teil kann es nicht auf Kosten des anderen gut gehen.

So sieht die Weisheit aus, die wir allen Menschen lehren müssen. Jeder auf der Welt muss die neuen Verhaltensregeln lernen.

Kabbala Grundkurs

Rivalität und Hass

Frage: Die ganze Geschichte der Menschheit basiert auf Rivalität, die oft in Hass umschlägt. Das ist bereits in den Genen festgelegt. Haben Sie die Hoffnung, dass man das alles wirklich ändern kann?

Antwort: Nein, Rivalität muss sein. Dies ist ein sehr gutes Werkzeug, um voranzukommen.

Frage: Und was ist mit dem Hass?

Antwort: Beim Hass kommt es darauf an, worauf er sich bezieht. Warum sollte ich meinen Gegner hassen, wenn ich mit seiner Hilfe vorankomme?

Alles hängt vom Ziel ab. Wenn das Ziel nicht in einer Vernichtung des Gegners liegt, sondern darin, das höhere Ziel zu erreichen und ich benutze meinen Gegner nur, um vorwärts zu kommen, dann wird er zu meinem Partner. Alles hängt davon ab, wie man Rivalität einsetzt.

Nichts in der Welt wird umsonst geschaffen. All unsere Eigenschaften sind notwendig – nur um das richtige Ziel auf richtige Art und Weise zu erreichen.

Die Amerikaner setzen Rivalität in ihren Unternehmen gezielt ein, weil das verschiedene Überlegungen erleichtert, die Menschen dazu bringt, sich zu engagieren, sie schlafen nicht ein, sind ständig auf der Suche usw. Und wenn alles gut ist, heißt das „untergehender Sozialismus“.

Aus der Fernsehsendung „Nachrichten mit Michael Laitman“, 01.05.2018

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Das Zelt unter den Sternen


Wofür braucht das Volk Israel ein Zelt, wo man die Sterne durch das Dach umherziehen sieht?

Lasst uns einen Spaziergang machen.

Abends, bei Sonnenuntergang, gehen wir in den Garten hinaus unter das Dach des Festzeltes. Die israelische Dämmerung ist kurz, kaum hast du dich hingesetzt und schon ist alles mit dem verschwommenen Licht der Laternen umhüllt.

Was, wenn das ein ungewöhnlicher Abend ist, wenn uns der Feiertag Sukkot eine Botschaft sendet? Aber damit wir diese Botschaft hören, sollte man aus seiner gewöhnlichen  Umgebung austreten; aus unserem Alltag, aus den abgedroschenen Wahrheiten, aus allem, was uns klar ist wie ein Tag, wie ein vergangener Tag.

Es ist die Zeit um umzusiedeln; den Gesichtspunkt zu wechseln, sich kurz nach hinten umzuwenden und nach vorne zu blicken. Unser gewohntes Haus, in welchem wir leben, die Welt anders anzuschauen.

Das ist eine sehr nützliche Übung, da unser „angestaubtes“ Auge leicht das Wichtigste aus seinem Blick verliert. Manchmal ist es einfach nötig, für eine gewisse Zeit aus seinem gewohnten Haus auszuziehen, um sich für Neues zu öffnen.

Sobald wir aus den Betonwänden der Dogmen herauskommen, befinden wir uns auf einem freien Gebiet und die Welt kommt uns leuchtender und vollkommener vor.

Wie geht es dir, der Welt?

Für die Welt war das vergangene Jahr nicht so toll. Man hat sich  zerstritten, gekämpft, sich gegenseitig mit allerlei Sünden beschuldigt. Man ist in Argwohn versunken, in übler Nachrede.

Europa fiebert seit einigen Jahren vor Aufregung. In Frankreich gab es nach den Wahlen  Massenkundgebungen wegen der Verschärfung des Arbeitsrechtes. England verlässt knarrend die EU. Die Katalanen verlangen unbändig die Unabhängigkeit. Das Problem der Flüchtlinge ist nicht gelöst, sie werden aber trotzdem weiter aufgenommen.  

Inzwischen wurde die Atlantikküste unter den Schlägen der Natur stark erschüttert und auch Mexico hat es erreicht. 

Amerika ist in Hass zerteilt. Die dritte Welt steht vor einer neuen Hungersnot. Im Osten ist ein altes Geschwür sichtbar geworden; die Nordkoreaner mit ihren Raketen und nuklearen Ambitionen…

Und was ist bei uns? Der Feiertag Sukkot! Und bei uns ist alles ruhig. Die großen Leiden gehen an uns vorbei, die Feinde kämpfen miteinander.

Wir sind wie die Hamster im Hamsterrad, aber wir sind glücklich. Unsere Ökonomie ist in der Konkurrenzfähigkeit unter den ersten 20 Ländern der Welt. Wir leben, arbeiten, fliegen in den Urlaub. Es gibt natürlich gewisse Probleme, aber ohne sie ist es doch kein Leben.

Das Endresultat ist positiv. Heißt das, dass wir mit reinem Gewissen aus der Sukka nach Hause kehren können?

Man könnte natürlich zurückkehren, aber es gibt einen Haken in diesem modernen globalen Blackout. Denkt euch hinein. Über die ganze Welt geht ein Sturm und bei uns ist Windstille. Kriege, Konflikte, Terroranschläge, Hurrikans, der Kampf der Kulturen, ideologische Kämpfe, Kämpfe auf den Straßen der Städte; und das ruhige Israel, wo die lautesten Nachrichten keine zwei Tage überleben.

Früher war es eigentlich umgekehrt. Früher hat es uns erschüttert und alle anderen haben auf uns Druck, den uns die „weisen“ Ratgeber gegeben haben, ausgeübt.

Wie ist das passiert? Wie sind wir zu diesem auffälligen Wohlergehen gekommen? Wäre es möglich, dass dies eine Falle ist?

Wir sind verantwortlich

„Die Weisen sagten: alle Katastrophen kommen nur in die Welt wegen Israel. Mit anderen Worten, Israel ruft die Kargheit, die Brutalität, den Raub und die Morde in der ganzen Welt hervor“. Baal HaSulam „Vorwort zum Buch Sohar“ Punkt 71

Ich weiß, das klingt auffallend. Man hat den Eindruck, dass unsere Weisen übertreiben oder zu viel auf sich nehmen. Wir brauchen diese Moralpredigten und diese Verantwortung nicht. Wir möchten einfach wie alle anderen sein.

Was können wir tun, wenn uns aber genau das nicht gegeben ist; wie alle zu sein. Unsere ganze Geschichte und die Welt sind damit nicht einverstanden. Daran erinnern uns die herbstlichen Feiertage, die mit dem Anfang des Jahres verbunden sind, mit dem Anfang der neuen Umkreisung.

Die jüdischen Feiertage sind keine Kalenderdaten, sondern Entscheidungen, welche wir treffen sollen, Entscheidungen, die unsere Weltanschauung umkreisen.

Das Neujahr (Rosh HaShana) ist die erste Entscheidung; zum „Kopf“ zu werden, also die Verantwortung auf sich zu nehmen,  von den Marotten der anderen und von den eigenen Marotten nicht geleitet zu werden. Wir tauchen keine Äpfel in den Honig, sondern wir tauchen uns selber in das Streben nach Verbindung, zum gegenseitigen Verständnis.

Danach, während der zehn Tage der Reue (asara jamej tschuwa) bereuen wir, aber was? Das wir die Möglichkeit, ein Volk zu sein und der Welt zu helfen, das Zerbrechen zu überwinden, nicht genutzt haben.

Danach kommt der Tag des Gerichtes; eine klarere Konsequenz, die keine Bestrafung mit sich bringt, sondern die Korrektur.

Jetzt sind wir für den „Umzug“ bereit; den Austausch der Prioritäten. Wir sind bereit, den Wert der Konsolidierung zu übernehmen und ihn „zum Dach unseres Zeltes zu machen“.

Es ist unglaublich; das, was unwichtig erschien, als abgefallen, abgetrennt erschien, Fürsorge für die anderen, gesunde Verhältnisse in der Gesellschaft, wird jetzt als das Wichtigste, als das Ausschlaggebendste bewertet. Alles, was geringgeschätzt wurde, erhält plötzlich einen Sinn und die dazugehörige Kraft.

Genau darüber spricht der Feiertag Sukkot. Unter dem Schatten des Zeltes zu sein bedeutet unter der Fahne der Einheit, der Empathie, nach dem Gesetzt des Gebens, unter dem Schutz der Liebe zu sein.

Ohne Liebe leidet die Welt. Und wir tragen die Schuld daran; die zu sein, die wir sind.

Die Menschen kehren zurück nach Hause. Im Zelt ist es ruhig und still. Die Sterne scheinen durch das Zeltdach.

Das ist gut. Das bedeutet, dass wir nicht begrenzt sind, nicht verschlossen (jeder in seiner Welt). Zwischen uns existieren keine Wände, nur die leichten Baldachine. Der Egoismus kränkt uns nicht, diktiert nicht seine „unumstößlichen“ Postulate. Wir sind frei von ihm und wir nehmen diese Freiheit mit, wenn wir in unsere ständige Bleibe zurückkehren.

Jetzt verstehen wir, dass ohne uns die Welt leiden wird, ohne unserer Entscheidung, die zu sein, die wir von unserer Berufung her sind. Wir sind das wichtigste Glied in dem gemeinsamen System. Durch uns wird das Gesetz der Natur ausgelöst. Und die Natur führt zur Einigung.

Deswegen heißen wir „Israel“, was bedeutet „direkt zum Schöpfer“, zur nächsten Stufe der Entwicklung. Dank uns entspannen sich die Menschen, erheben sich über unser gegenseitiges Desinteresse, die Aberkennung, über alles was uns trennt. Die Menschen lernen sich anzunähern, Anteilnahme zu üben, sie lernen zusammen sich selbst zu realisieren und einen Genuss vom Leben zu haben.

Mit anderen Worten sind wir der Teil, welcher für alle den Aufstieg sichert. Der sogenannte spirituelle Emporheber, der alle zur guten Koexistenz auf dem Planeten erhebt.

Wenn wir diese Rolle erfüllen, erblüht die Welt. Wenn wir sie ablehnen, versinkt die Welt in Leiden und Brutalität… und letztendlich reagiert sie mit ihrem Zorn auf uns.

Das hängt nicht von der Welt ab. Wir sind dafür verantwortlich. Sobald wir endlich nach außen treten, in unser Zelt der Liebe, werden sie sich mit uns zusammensetzen und wir werden zusammen dieses Zelt über die ganze Welt aufspannen.

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Politische Ansichten

Frage aus Facebook: Einerseits sagen Sie, dass sich die Menschheit auf die eine oder andere Art vereinigen wird, und dass es keine Grenzen mehr geben wird, und andererseits sagen Sie, dass jeder in seinen eigenen Grenzen leben und die Menschen bilden muss. Für welche politische Seite sind Sie, die Linke oder die Rechte?

Meine Antwort: Keine. Ich verstehe, wohin uns die Natur leitet und ich rate jedem, zu studieren und diese Veranlagung zu erforschen, und sich wirklich daran anzuhaften, weil es unmöglich ist, sich gegen die Natur zu stellen.

Kommentar: Entsprechend der Person, die diese Frage gestellt hat, befindet sich die Natur auf der extrem linken Seite, weil die Welt sowieso zur Einheit hin voranschreitet…

Meine Antwort: Die Natur kann nicht extrem links sein. Sie vereint uns über allen Unterschieden, weil sie nach dem Prinzip „Liebe wird alle Übertretungen überdecken“ arbeitet – was bedeutet, dass entgegengesetzte Parteien entdecken und verstehen müssen, dass sie mit allem Negativen richtig umgehen müssen. Sie müssen trotz der negativen Eigenschaften jeder Seite ernsthaft arbeiten, und so zwischen ihnen das richtige System der Verbindung aufbauen, bis sie die wirkliche Liebe erreichen.

Unsere eigentliche Natur ist, einander zu hassen. Wenn wir ein bisschen tiefer graben, können wir dieses Problem identifizieren. Jeder von uns ist ein absoluter Individualist, der von einer besonderen, getrennten Wurzel des allgemeinen Systems abstammte und abstieg. Deshalb sind wir vollkommen unterschiedlich und einander entgegengesetzt. Wir müssen lernen, jenseits aller Unterschiedlichkeiten und Meinungsverschiedenheiten eine Verbindung zu etablieren, so als würden wir ein zweites Stockwerk über uns erbauen. Die Weisheit der Kabbala lehrt uns diese Regeln.
Aus KabTV “Neues mit Michael Laitman” 1/30/16

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Die Brücke zwischen Liebe und Hass

Frage: Müsste man unseren Charakter und Eigenschaften ändern, um im Leben glücklicher zu sein?

Meine Antwort: Nein, man sollten nur lernen, sich richtig zu verbinden. In so einer Verbindung wird der Schöpfer offenbart, dabei bleibt jeder wie er ist. Darüber hinaus soll man sich nicht verstümmeln und den Egoismus vernichten wollen. Es genügt, sich über sein eigenes Ego mit den anderen zu verbinden.

Frage: Was ist das für eine Art der Verbindung? Gibt es in unserer Welt ein Beispiel dafür?

Meine Antwort: Nehmen wir an, Sie empfinden Hass dem anderen gegenüber. Und stellen Sie sich vor, dass Sie denjenigen zugleich lieben. Wenn man die beiden Bezugspunkte in der Mitte miteinander verbindet: ich zu dir, du zu mir – dann entsteht das richtige System der Verbindung. Wir berücksichtigen, dass das unsre Natur ist, die wir nicht ändern können, aber wir können eine Brücke der Verbindung  darüber aufbauen. Und je größer die Differenz zwischen dem egoistischen Hass und der altruistischen Liebe ist, desto mehr offenbart man die Kraft des Schöpfers zwischen sich selbst und den anderen.

Frage: Ähnelt diese Verbindung der Beziehung zwischen Eltern und Kindern?

Meine Antwort: Nein, auf keinem Fall. Die Bindung zwischen Eltern und Kindern basiert auf rein tierischer Basis.

Frage: Warum gibt es kein Beispiel für richtige Verbindung?

Meine Antwort: Weil wir noch keine Möglichkeit haben, die beiden Gefühle zu verbinden: Liebe und Hass, parallel. Um dies zu tun, braucht man eine Gruppe von Gleichgesinnten.

Aus dem Unterricht auf Russisch, 1.6.2016   184462

Die Brücke zwischen Liebe und Hass

Frage: Müssen wir unsere Charaktere und Eigenschaften ändern, um im Leben glücklicher zu sein?

Meine Antwort: Nein, wir sollten nur lernen, uns richtig zu verbinden. In so einer Verbindung wird der Schöpfer offenbart, dabei bleibt jeder wie er ist. Darüber hinaus soll man sich nicht „verstümmeln“ und den Egoismus vernichten wollen. Es genügt sich über sein eigenes Ego mit den anderen zu verbinden.

Frage: Was ist das für eine Art der Verbindung? Gibt es in unserer Welt ein Beispiel dafür?

Meine Antwort: Nehmen wir an, Sie empfinden Hass jemandem anderen gegenüber. Und stellen Sie sich vor, dass Sie denjenigen zugleich lieben. Wenn man die beiden Bezugspunkte in der Mitte miteinander verbindet: ich zu dir, du zu mir – dann entsteht das richtige System der Verbindung. Wir berücksichtigen, dass das unsere Natur ist, die wir nicht ändern können, aber wir können eine Brücke der Verbindung darüber aufbauen. Und je größer die Differenz zwischen dem egoistischen Hass und der altruistischen Liebe ist, desto mehr offenbart man die Kraft des Schöpfers zwischen sich und den anderen.

Frage: Ähnelt diese Verbindung der Beziehung zwischen Eltern und Kindern?

Meine Antwort: Nein, auf keinem Fall. Die Bindung zwischen Eltern und Kindern basiert auf einer rein tierischen Basis.

Frage: Warum gibt es kein Beispiel für richtige Verbindung?

Meine Antwort: Weil wir noch keine Möglichkeit haben, die Liebe und Hass zu einem Ganzen zu verbinden. Um dies zu tun, braucht man eine Gruppe Gleichgesinnter, die an einer solchen Verbindung interessiert sind.

Aus dem Unterricht auf Russisch.

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