Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Die Welt unserer Absichten

Die gesamte Weisheit der Kabbala spricht ausschließlich über die Handlungen des Gebens, die man innerhalb unserer gemeinsamen Verbindung ausführen kann. Ausgenommen unsere Welt besteht die ganze Wirklichkeit aus dem Geben. Die Welt vor uns besteht aus der entgegengesetzten Eigenschaft, wobei jeder soviel wie möglich für sich selbst empfängt. In dieser Neigung, uns mit „Konsum zu überschütten“, erleben wir unsere physische Wirklichkeit.

Stellen Sie sich winzig kleine Wünsche auf einer flachen Oberfläche verstreut vor. Wenn jeder von ihnen die Absicht hat, durch Ausnutzung der anderen maximalen Vorteil zu erzielen, erschaffen sie eine Verbindung, die als „diese Welt“ bezeichnet wird, mit all ihren materiellen Erscheinungen. Hier werden die Menschen durch Hierarchie miteinander verbunden, heiraten, haben Kinder, verbinden sich und all dies geschieht dadurch, dass sie mit ihrer Absicht Genuss aus den anderen ziehen. Und so leben sie.

Genau das nennen wir unsere Welt, auf all ihren Stufen: unbelebter, vegetativer, belebter und sprechender (menschlicher). Die anderen sehen wir als nah oder fern, sind von ihnen mehr oder weniger abhängig, und all dies geschieht nach unserer Absicht, Genuss zu spüren.

Mit der Absicht, jedmöglichen Genuss zu erleben, erschaffen wir die Wirklichkeit selbst. Sollte jemand jedoch wünschen: „ich möchte mich zu den anderen nur mit der Absicht zu geben verhalten, nicht um zu empfangen“, dann wird er in der gleichen Welt seine neue Einstellung als spirituelle Welt empfangen. Dies wird als „ich sah eine umgekehrte Welt“ beschrieben.

Alles wird von der Absicht bestimmt. Wenn man von der Absicht „für mich“ zur Absicht „zu geben“ wechselt, dann bedeutet das den Machsom zu überqueren. Den Machsom, die Grenze, die uns von der Spiritualität trennt.
Innerhalb dieser Absicht zu geben gibt es 125 Stufen, bis wir die perfekte Absicht, das absolute Geben erreichen.

Die Wirklichkeit, die wir genau jetzt wahrnehmen mit der Absicht sie für uns auszunutzen, ist nur eingebildet. Sie wurde uns ausschließlich gegeben, damit wir sie als Sprungbrett zur wahren Wahrnehmung der Wirklichkeit benutzen.
Diese egoistische Einstellung anderen gegenüber empfingen wir zu dem Zweck, dass wir auf ihr basierend bei uns anfangen und dann später den Übergang zur Eigenschaft des Gebens machen, und wenn wir die 125 spirituellen Stufen erklettern, untersuchen wir weiter die Verbindung unter uns, d.h. die Stufen der spirituellen Leiter heraufklettern. Nur unsere Absicht bestimmt, was wir empfinden, diese oder die obere Welt

Aus einem Sohar Unterricht. Das Vorwort, 28.12.2010

Im Prisma der Umgebung

Eine Frage : Wie sind eigene Gedanken durch die Gruppe auszuführen ?

Meine Antwort : So, dass damit der Schöpfer in unseren Augen gross wird, damit wir Ihn als den Gebenden schätzen, damit wir unsere Tendenz, die Absicht zu Empfangen, hin zum Geben verändern.

Der Schöpfer ist verpflichtet sich abzugrenzen, sich zu verhüllen. Anderenfalls würden wir unaufhörlich Seine Grösse, Seine Ewigkeit, alles was Er uns verspricht, nur egoistisch wahrnehmen. Darum ist der Schöpfer vor uns verhüllt, als ob Er nichts hätte wovon wir abhängig sein könnten.

Seine Kraft des Gebens kannst du durch die Gruppe erlangen. Absichtlich hat Er den Wunsch in Teile zerbrochen, um uns so zu demonstrieren was der Hass, der Neid, die Leidenschaft, der Ehrgeiz und weitere Erscheinungsformen des Wunsches sind. Im Zusammenspiel mit den anderen kann man sich selbst besser verstehen.

Zunächst will man einfach nur „haben“, man unterscheidet im Inneren keine Eigenschaften, Schattierungen. Wenn du dem einfachen Menschen sagst dass in ihm Stolz, Neid, Hass….u.s.w. leben, dann wird er dies nicht verstehen weil er es nicht sieht.

Es ist eine sehr grosse und besondere Entwicklung notwendig (nicht im menschlichen Sinne) in den Bemühungen die gegen das Licht gerichtet sind. Dann beginnt der Mensch diese Sachen richtig zu verstehen, aber eben nicht in den Definitionen der menschlichen Psychologie, sondern in einem höhergelegenen Sinn bezüglich des Lichtes.

Für diesen Zweck befindet sich der Mensch in einer besonderen Gruppe. Er prüft sich nicht in Bezug auf den „Mann von der Strasse“, sondern bezüglich der besonderen Gesellschaft die zum Schöpfer strebt und bereits beginnt spirituelle Werte zu offenbaren. Er kann so Neid, Leidenschaft, Ehrgeiz, die Grösse der Selbstsucht bemessen. Der Mensch beginnt sich selbst zu erforschen : wer er ist und was er ist.

Der Schöpfer ist verhüllt, kann sich dem Menschen nicht zeigen, auch deshalb weil sonst der Mensch verlangen würde, sich in Seinen Augen als „barmherzig“ zu zeigen um sofort die Verbindung mit Seiner Grösse zu empfinden. Von Ihm hängt mein ganzes Leben ab – wie könnte ich Ihn je vernachlässigen wenn Er offenbar wäre ?

Darum gab uns der Schöpfer die Gruppe. Wir befinden uns in Opposition zu den Freunden, sind einander entgegengesetzt und können uns somit entsprechend den spirituellen Werten verhalten. Diese spirituellen Werte sind nur deshalb entgegengesetzt weil sie von den Freunden kommen die ich hasse und ablehne.

Und genau das gewährt mir die Möglichkeit zum Verständnis des Übels zu gelangen und dann zu beginnen mich und die spirituelle Realität kennenzulernen. Die Gruppe, die Umgebung, eröffnen mir spirituelle Details der Wahrnehmung von Eigenschaften und Werten.

Dadurch dass ich die Gruppe ablehne, decke ich die Wahrheit auf und wenn ich den Weg fortsetze, mit den Freunden lerne und gemeinsam Handlungen durchführe, die gegen meinen egoistischen Wunsch gerichtet sind, um mit ihnen innerlich vereinigt zu werden, dann fange ich allmählich an die Zustände und Werte zu schätzen über welche wir sprechen.

In dem Mass meiner Forderung bekomme ich durch die Gruppe das umgebende Licht (Or Makif) und beginne, mehr und mehr, mit den Freunden vereinigt zu sein. Innerhalb dieser Verbindung offenbare ich das Licht, den Schöpfer.

Alles wird in ein Ganzes gefügt, alles ist einheitlich, sowohl das Kli, als auch das Licht.

Im Endeffekt wird alles auf einen Begriff zurückgeführt: das einheitliche Begreifen.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabasch, 27.12.2010

Durch die Armseligkeit der prächtigen Städte hindurch…

Eine Frage: Was soll ich tun, wenn ich keine Kräfte habe, nichts beeindruckt mich und ich nicht weiß, was ich weiter machen soll?

Meine Antwort: Darüber steht in dem Wochenabschnitt [von dieser Woche] geschrieben: „Und seufzten die Kinder Israels von dieser Arbeit und schrien (Ex. 2:23)“. Wenn der Mensch zum Gefühl eigener Machtlosigkeit gelangt, dann bleibt ihm nichts übrig außer zu bitten.
Früher hielt er sich für groß, klug und verständnisvoll. Er dachte, dass er selbst fortschreiten kann, indem er ständig mehr Wissen, Anstrengungen und Mühe erwirbt. Aber wenn er zu dem Zeitpunkt genügend Handlungen ausgeführt hat, wird ihm [von Oben] enthüllt, dass er auf diese Weise nichts erreichen kann.

Wozu soll ich dann überhaupt all diese Handlungen ausführen? Gerade um zu erkennen, dass du dadurch nichts erreichen kannst. Um den Zustand der Hohlheit zu erreichen, muss der Mensch sehr viele Anstrengungen machen.

Ich arbeite, und ich denke dabei, dass ich durch meine Arbeit die prachtvollen Städte Pitom und Ramses baue, dass ich das Wissen erlange und bald alles enthüllen, sehen und spüren werde.

Ich investiere immer mehr Kräfte, vertiefe mich noch mehr in das Studium und enthülle plötzlich: „Wie viel habe ich investiert, und was habe ich dadurch erreicht?!… Ich habe nichts… Was jetzt? Was wird mit mir sein?“ Ich weiß es nicht, aber ich bin bereit, wie ein Toter zu schlafen. Gibt mir nur ein Schlafmittel, damit ich die ganze Zeit schlafen kann ohne aufzuwachen.

So fühlt sich der Mensch in dem Moment, in dem er alle Kräfte verloren hat. Denn er beginnt zu verstehen, dass er auf diese Art nichts erreichen wird. Am Anfang ist ihm sogar das nicht bewusst, er spürte bloß, dass er kein Verlangen hat. Dann wacht er trotzdem auf und setzt [seine spirituelle Arbeit] fort.

Aber es kommt der Zeitpunkt, an dem er versteht, dass er nur durch eigene Kräfte nichts verdienen wird . Er braucht hier eine besondere höhere Kraft: „Wenn der Schöpfer nicht zu mir kommt und mir nicht hilft – alleine schaffe ich nichts“.

Aber so beginnt er nur dann zu denken, wenn er 15-20, oder sogar 30-40 Mal versucht hat, mit eigenen Kräften fortzuschreiten und jedes Mal zu einer Enttäuschung gelangte und in eine Verzweiflung verfiel. Das wird die Zeit des ägyptischen Exils genannt – bis „und seufzten die Kinder Israels von dieser Arbeit und schrien (Ex.: 2:23)“.

Für mein Ego baue ich „die prachtvollen Städte Pitom und Ramses“, aber für den Menschen in mir, der das Spirituelle erreichen will, sind das armselige, elende Städte, in denen alles leer ist; aber ich habe nichts davon. Ich beginne, mich in zwei zu teilen.

Was habe ich davon, dass ich das Wissen, den Verstand habe, dass ich so schön über die Wissenschaft der Kabbala sprechen kann und alles scheinbar verstehe? Das bringt mir nichts. In der Tat: das Spirituelle habe ich nicht. Ich kann von ihm Tag und Nacht erzählen, aber – erkenne ich es oder labere ich nur? Ich labere nur …

Dann versteht der Mensch, dass hier nur die Hilfe von Oben erforderlich ist, eine höhere Offenbarung, eine höhere Kraft, etwas, was nicht in seiner Macht liegt. Und mit dem, was er hat, kann man das Spirituelle nicht erreichen. Dann kommt er zu dem wahren Schrei: „Und schrien sie zum Schöpfer von dieser Arbeit“.

Das ist kein einfacher Weg. Der Mensch muss mehrmals solche Zustände durchgehen. Nur die Umgebung kann ihm dabei helfen, sonst nichts. Die Umgebung kann ihn unterstützen und beschützen, seine Entwicklung beschleunigen. Ansonsten – wer weiß, wann er wieder erwachen wird; wenn nicht durch die Umgebung, dann Dank einem Wechsel der Reschimo (Informationsgene), wenn der Höhere sich erbarmt und ihm einen neuen Zustand gibt. Aber niemand weiß, wann das passieren wird…

Deshalb: wenn der Mensch sich in einem guten Zustand befindet, wenn ihm das Licht leuchtet und er die Kraft hat, muss er sich so intensiv wie möglich mit der Umgebung verbinden, um in der Zeit der Schwäche die investierten Kräfte von ihr wiederzubekommen. Dann wird er dieser Zustand des Fallens durchgehen und beginnt, sich wieder zu erheben, weil er vorhin die Geschwindigkeit aufgenommen hat.

 

Auszug aus einem Unterricht über den Artikel von Rabasch „Vollkommenheit und Mangel“, 24.12.2010

Komplizierte Arbeit nach einem einfachen Prinzip

Eine Frage, die ich erhielt: Alle fragen, was genau wir tun müssen, damit der Schöpfer uns korrigiert. Wir würden gerne eine einfache und verständliche Antwort darauf bekommen!

Meine Antwort: Alle wollen eine verständliche Antwort bekommen: „Sag uns konkret, was wir tun müssen, ohne diese ganzen komplizierten Sachen!“ – um wie ein Roboter am Fließband zu arbeiten, irgendeinen Knopf zu drücken und an nichts zu denken. Doch so wird es nicht gehen!

Du wirst dich selbst bemühen und „alles, was in deiner Kraft liegt“, tun müssen. Denn unser spirituelles Gefäß (Kli) ist unwahrscheinlich kompliziert und enthält 613 (Tariag) Verlangen, zehn Sefirot, drei Linien, 22 Buchstaben, viele charakteristische Merkmale und sehr unterschiedliche Komponenten.

Aus diesem Grund reicht hier irgendeine einfache Handlung nicht aus: man muss studieren (in einer physischen Gruppe oder virtuell, übers Internet/Fernsehen), an den Freundesversammlungen und Kongressen teilnehmen. Ich befinde mich unter den Splittern einer zerbrochenen Seele und muss mit ihnen Verbindungen wiederherstellen, um das Zerbrechen zu korrigieren!

Um die spirituelle Welt, den Schöpfer, wahrnehmen zu können, muss ich mich mit allen anderen Seelen verbinden, und nur in unserer Verbindung werde ich die Spiritualität spüren. Denn die Spiritualität gibt es nirgendwo anders als in diesem uns verbindenden Netz.

Nur wenn ich den gemeinsamen Körper der Seele wiederherstelle und er richtig zu arbeiten beginnt, werde ich in seinem Inneren das Licht, das ihn ausfüllt und von einer Stelle zur anderen überfließt, wahrnehmen.

Ich werde spüren, dass es in diesem Körper einen Lebensstrom gibt und dass in ihm besondere Handlungen, Energieaustausch stattfinden. Genau das nennt sich spirituelles Leben!

Und es ist in der Tat eine einfache Aufgabe: es gibt mich/den Egoisten/meinen Punkt im Herzen – und ihn muss ich mit den anderen, eben solchen Punkten verbinden. Doch aus diesem einfachen Prinzip gehen Tausende von notwendigen Handlungen hervor: gemeinsames Studium, Vorbereitung und Teilnahme an Kongressen, Arbeit in der Küche… Alles zusammen nennt sich das „Arbeit in der Gruppe“.

Doch wozu brauche ich diese ganze Arbeit? – Um Verbindung und Liebe zwischen uns zu enthüllen! Ausgehend von diesem einfachen Prinzip, wirst du alles Andere ableiten können, was mehr oder weniger mit dem Ziel zu tun hat. Doch das spirituelle Leben existiert nur in der Verbindung zwischen den Seelen.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Freiheit des Willens“ vom 24.12.2010

 

Die „Vertreibung“ aus der Absicht

Eine Frage, die ich erhielt: Wenn ich den Menschen in dieser Welt helfe – dann kann ich doch infolge diesen Handlungen das Licht heranziehen, das die Seele korrigiert?

Meine Antwort: Es hängt von deiner Absicht ab – wenn du wirklich die Absicht des Gebens hast, dann wirst du natürlich das Licht heranziehen können. Wenn du aber der Greisin auf der Straße hilfst und dabei denkst, was für ein Gerechter du bist, dann schadest du dir dadurch.

In der Welt gibt es Millionen von Menschen, die bereit sind, anderen zu helfen, und sie machen die guten Taten auf dem materiellen Niveau, aber aus irgendeinem Grunde wird die Welt davon nicht besser! Die ganze Wohltätigkeit bringt keine positiven Ergebnisse, weil es nicht die Handlungen sind, die die Welt verändern, sondern die Absicht mit der ich sie ausführe.

Der Schöpfer braucht unsere Handlungen nicht, wenn wir sie egoistisch durchführen. Man muss zuerst fragen, ob sie das Herz korrigieren?! Bevor man ein Gebot oder eine beliebige vortreffliche Handlung erfüllen möchte, soll man zuerst eine richtige Absicht schaffen. Und wenn man sie nicht hat, dann sollte man sich überlegen, ob man diese Tat ausführt oder nicht.

Wenn sie lebensnotwendig ist, dann bin ich verpflichtet, diese Handlung sogar ohne Absicht zu erfüllen, weil sie weder „getadelt noch erfordert wird“. Aber wenn sie über das dem tierischen Körper Notwendige hinausgeht, dann darf man sie nicht mit der egoistischen Absicht durchführen. Indem ich die egoistischen Handlungen begehe, schade ich der Welt, und entfremde mich der Spiritualität, wodurch Unglück auf mich, sowie auf diese Welt herangezogen wird.

Dieser allgemeine Zustand, worin die Handlungen ohne Absicht ausgeführt werden, heißt die „Vertreibung“. Wenn man sich aber wieder den Handlungen mit der Absicht des Gebens zuwendet, dann bezeichnet man dies als die „Befreiung“ – mit jeder solchen Handlung wirst du den Schöpfer eröffnen.

Auszug aus dem Unterricht über den Artikel „Freiheit des Willens“, 24.12.2010

Das Problem unserer Welt

Eine Frage, die ich erhielt: Gibt es irgendwelche Indikation dafür, dass der Untere sich richtig auf die Handlungen des Höheren vorbereitet hat?

Meine Antwort: In der Spiritualität gibt es zwei entgegengesetzte Eigenschaften, die sich verbinden, wobei wir in unserer irdischen Vernunft nicht in der Lage sind, sie wahrzunehmen.

Denn unsere Vernunft ist so beschaffen, dass sie alles nur vom Gesichtspunkt dieser Welt aus wahrnimmt, nur innerhalb des Egos funktioniert, und ich verstehe, empfinde und handele nur damit, was ich durch das Ego bekomme.

Und mit zwei Formen, zwei Meinungen, zwei entgegengesetzten Kräften kann ich noch nicht arbeiten. Deshalb bleibe ich ständig in Unkenntnis. Und deshalb verstehen wir in unserer Welt auch nichts.

Obwohl wir uns in unserer Welt in einem kleinen Ego aufhalten, das sich füllen möchte, lenken uns dennoch die Höheren Kräfte des Gebens.

Warum kenne ich sie nicht? Da ich in die Berechnung keine andere Kraft einbeziehen kann, obwohl sie dennoch darin gilt. Diese Kraft ist vor mir verborgen, ihre Eigenschaften sind mir entgegengesetzt. Und gleichzeitig wirkt sie auf mich ein, ruft in mir Reaktionen hervor, zwingt mich zur Antwort.

Diese zweite Hälfte unserer Realität, in der die Höhere Kraft, die Kraft des Gebens, gilt, erkenne und verstehe ich nicht, weshalb ich mit ihr nicht rechnen kann. Somit fehlt es mir an Verständnis, Wissen und Begreifen. Und deshalb verstehen wir weder die Handlungen des Höheren, noch die Reaktion des Unteren. Wer ist der Höhere, wer ist der Untere? Alles ist verborgen. Eben dies ist das Problem.

Wenn wir folglich über das Höhere System sprechen, dann sind darin die Kraft des Erhaltens und die Kraft des Gebens verbunden, ergänzen einander und arbeiten zusammen in einem Bündel, in einer Vereinigung, um für das Geben zu erhalten. Sie hängen voneinander ab und brauchen einander.

Während wir uns in unserer Welt nur in einer egoistischen Kraft aufhalten, und über die zweite Kraft nur sprechen, so verbinden wir sie nicht mit der Kraft des Erhaltens, so dass sie zusammen nicht arbeiten können. Das Geben ist dem Erhalten völlig entgegengesetzt. Und darin liegt das ganze Problem unserer Welt.

Auszug aus einem Unterricht über „Die Lehre der Zehn Sfirot“ „, 21.12.2010

Ich bin kein Zauberer, nur ein Zauberlehrling

Eine Frage, die ich erhielt: Können kabbalistische Kongresse dazu beitragen, die Welt auf den Weg des Lichts, auf den Weg der Zeitbeschleunigung (Achishena) zu bringen?

Meine Antwort: Zweifellos rufen wir durch solche Handlungen wie kabbalistische Kongresse Korrekturen in der Welt hervor. Durch jegliche Versuche, uns zu verbinden, mit dem Ziel, die Ähnlichkeit mit dem Schöpfer, der höheren Kraft zu erreichen, zu dem Geben und der Nächstenliebe zu kommen, werden wir selbst und mit uns zusammen die gesamte Welt korrigiert.

Deshalb laden wir alle ein, Ende Januar am europäischen Kongress in Berlin sowie Ende dieser Woche an einem großen Treffen in der Arava teilzunehmen!

Besonders die Menschen in Europa müssen spüren, dass die Situation von Tag zu Tag ernsthafter wird. Aus diesem Grund sollten wir uns verbinden und den „Guten und Gutes tuenden“ ein wenig näher an diese Welt heranziehen! Solange wir noch am Lernen sind, dürfen wir das sogar auf egoistische Art und Weise tun…

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Frieden in der Welt“ vom 23.12.2010

Die Zeit überholen

Eine Frage, die ich erhielt: Was bedeutet es, wenn der Mensch zustimmen und wünschen soll, sich dem Höheren lenken zu lassen.

Meine Antwort: Wir bestehen aus dem Verlangen nach Genuss, und alle Handlungen über die Korrektur dieses Verlangens werden durch das Licht ausgeführt.

Das Licht korrigiert die Verlagen (Kelim), ordnet sie und bringt das Gefühl des Zerbrechens zwischen ihnen und den Lichtern, den Stufen, ein Gefühl der Nichterfüllung. Das Licht erweckt das Verlangen (Kli).

Ich muss nur das Licht zur Offenbarung zwingen, damit es an mir arbeitet. Das ist meine einzige Handlung. Auf diese Weise beschleunige ich meine Entwicklung.

So oder anders handeln die Lichter, das Licht, die immer mehr auf Reshimot (Informationsgene) einwirken. Die Reshimot kommen aus ihrem Versteck heraus und realisieren sich mit einer bestimmten Geschwindigkeit, die „Beito“ (zur seiner Zeit) heißt.

Wenn ich bestimmte Handlungen in der Gruppe, im Studium, in meiner inneren Arbeit, während der Suche vollbringe, damit erwecke ich die Lichter, welche auf mich mit größerer Kraft und Geschwindigkeit einwirken. Aber nicht mehr als das.

In jedem Fall kommt alles vom Licht. Ich bin nur in der Lage seine Einwirkung auf meine angeschlossenen Reshimot zu beschleunigen, und diese Entwicklung heißt „Achischena“ (die Zeit beschleunigend). Darin besteht unsere ganze Arbeit.

Aber es kommt dazu nur unter der Bedingung, dass anstatt des schweren und langen Weges voranzuschreiten, wo das Licht auf mich einwirkt und mir nur unterschiedliche Leiden bringt, ich das Licht erwecken um auf mich noch intensiver einzuwirken kann. Ich erkläre mich dann mit den schrecklichen, unangenehmen Erscheinungen einverstanden, die es mit sich bringt.

Möge es mir doch diese Erscheinungen bringen – ich möchte mich mit der Kraft der Umgebung über sie erheben. Ich bekomme von der Umgebung die Kräfte, mich über die Leiden zu erheben. Wenn ich mich auf so eine Weise vorbereite, kann das Licht auf mich einwirken und mich in meiner Entwicklung weiterbringen.

Auszug aus dem Unterricht über „Die Lehre der Zehn Sfirot“, 21.12.2010

Der Schöpfer rettet Mensch und Tier

Unsere ganzen Versuche, die Natur und die Umwelt zu retten, werden zu nichts führen.

Helfen wird nur das Licht, das zur Quelle zurückführt – jene Kraft, die uns fehlt, um den Menschen in jedem von uns auszugleichen und ihn zur Harmonie mit der Natur, genannt „Elokim“, der Schöpfer, zurückzubringen.

Die gleiche Kraft, die kommt, um uns dem Schöpfer ähnlich werden zu lassen, wird auch den unbelebten, pflanzlichen und tierischen Teil in uns zum Ausgleich bringen. Wir fangen an, die Natur richtig, nur in dem nötigen Maße, zu nutzen, weil wir fühlen werden, dass wir nicht mehr brauchen!

Mein tierischer Körper wird sich so fühlen, wie ein Tier sich fühlen soll, und der Mensch in mir so, wie ein Mensch sich fühlen soll! Darüber steht geschrieben: „Der Schöpfer rettet Mensch und Tier“ – beide werden von Ihm und nicht von mir gerettet!

Ich weiß nicht, welche materiellen Handlungen es nach sich ziehen wird – vielleicht werden wir noch mehr Wald verbrennen, wer weiß?!

Wir müssen nur das Licht, das zur Quelle zurückführt, handeln lassen, nur dieses Mittel benutzen. Denn es kommt von einer höheren Stufe und wird alle Teile der Natur ins Gleichgewicht bringen, indem es sie nach seinem Vorbild formt.

Wir sollten nicht versuchen, alles mit unserem Verstand zu begreifen, sondern die höhere Kraft arbeiten zu lassen, sie einzuladen, zu wollen, dass sie es macht. Denn woher sollen wir selbst wissen, wie die korrigierte Welt sein soll?

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Frieden in der Welt“ vom 21.12.2010

Das Streben nach den zukünftigen Zuständen

Die Kabbalisten schreiben über verschiedene Zustände unserer Seelen – Zustände, die sie selbst durchlaufen haben.

Wichtig ist, inwieweit wir uns diese Zustände vorstellen, uns mit ihnen identifizieren wollen.

Sie alle zeugen davon, wie wir dem Schöpfer unsererseits Genuss bereiten und dank diesem Bestreben die gleiche Handlung Seinerseits enthüllen. Auf diese Weise erreichen wir Verschmelzung mit dem Schöpfer: Er mit dem Menschen und der Mensch mit Ihm.

Über eben jene Zustände erzählen uns die Kabbalisten. Je mehr wir ihnen entgegenstreben, desto stärker wirkt die Kraft, das Licht, welches uns den Zuständen der Verschmelzung näherbringt und in sie einführt, von dort ein.

Und so geht es den gesamten Weg lang. Nicht nur jetzt, während wir uns auf den wirklichen Eintritt in diese Zustände der gegenseitigen Verbindung vorbereiten, sondern auch später, wenn wir beginnen, die spirituellen Handlungen besser wahrzunehmen.

So oder so hilft uns nur unser Streben, nur das Erheben von MaN, das Gebet über immer höhere Zustände des gegenseitigen Gebens, über die Enthüllung der Liebe, nach und nach zu neuen Stufen aufzusteigen.

Bis zum Ende der Korrektur muss die Seele dieser Herangehensweise folgen. Nur eine solche Arbeit wird uns vorankommen lassen.

Aus dem Sohar-Unterricht. Das Vorwort, 21.12.2010