Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Verliert nicht euch selbst, wenn ihr in den Anderen aufgeht!

Frage: Der Sohar erklärt, dass das Zerbrechen obligatorisch für die Erreichung der Einheit ist. Müssen wir auf dem bevorstehenden Kongress in New Jersey der Enthüllung des Zerbrechens zwischen uns entgegensehen oder haben wir bereits genug enthüllt, und es ist an der Zeit, die Einheit zu erlangen?

Meine Antwort: Während des letzten internationalen Kongress in Israel haben wir das Zerbrechen zwischen uns, die Entfernung voneinander ein wenig „gekostet“. Das hatte eine ziemlich starke Wirkung gehabt, die Menschen haben gespürt, dass sie nicht in der Lage sind, sich zu verbinden: „Nur nicht das!“

Diese Empfindung muss uns zum Gebet führen, zu einer solchen Handlung, dass wir darum bitten, uns über diese Trennung erheben zu können. Wir sind nicht in der Lage, sie zu korrigieren – also soll das Licht kommen und korrigieren, wir müssen uns über die Abstoßung erheben, wie geschrieben steht: „Die Liebe wird alle Vergehen bedecken“.

Deshalb empfindet mitunter jeder von uns, während er versucht, sich auf solchen Kongressen mit den Anderen zu verbinden, Abstoßung den Anderen gegenüber und vertieft sich in egoistische Berechnungen: „Wozu brauche ich das überhaupt?“ Oder er spürt im Gegenteil, wie er sich in die Anderen einfügt, als ob er in ihnen aufgehen würde, und kann nicht mehr unterscheiden, wo seine Ansichten, sein Verstand, sein eigenes Ich sind und wohin seine Kritik den Anderen gegenüber verschwunden ist.

Auf diese Weise, bei den scheinbar erfolgreichen oder nicht erfolgreichen Versuchen, sich in die Anderen einzufügen – indem der Mensch sich annulliert, in den Anderen aufgeht, sich verliert oder indem er im Gegenteil seine Unfähigkeit, sich mit den Anderen zu verbinden, erkennt – klärt er, wie er sich mit ihnen verbinden kann, ohne sich selbst, sein Ich zu verlieren, wie er sich mit allen vereinen und an diese Verbindung sein ganzes Übel, mit all seinem Widerstand und zugleich mit all dem Guten, was es in ihm gibt, anschließen kann, ohne etwas Schlechtes oder etwas Gutes in sich zu annullieren.

Eine solche richtige Klärung ist bereits die mittlere Linie. Das Wichtigste ist, dass der Mensch, indem er sich vor der Gruppe oder einer großen Menschenversammlung auf dem Kongress annulliert, nicht die Fähigkeit verliert, kritisch zu denken, sondern mit der linken Linie weiter arbeitet, in dem Wissen, warum und wie er handelt. Auf diese Weise gibt er seine Awiut/die Dicke des Verlangens an die Anderen weiter, und es entsteht ein starkes Kli, das nach einem Gebet verlangt. Denn wir wollen so, wie wir sind, geliebt werden…

Auszug aus dem Sohar-Unterricht, 10.03.2011

Kongress = Beschleunigung

Frage: Wie können wir uns auf dem kommenden Kongress in New Jersey miteinander verbinden, sodass wir die Zeit beschleunigen?

Meine Antwort: Der Kongress ist die maximale Beschleunigung, die in unserer Welt möglich ist. Es gibt keine kraftvollere Handlung. Auf diese Weise erlebe ich es selbst.

Das Gleiche habe ich bei Rabash während der einfachsten Handlungen der Vereinigung durch die Gruppe gesehen. Selbst wenn wir nirgends zusammen hinfuhren und keine anderen Menschen aus der Welt mit uns verbunden haben, war es für ihn trotzdem sehr wichtig.

Nach jedem Kongress fühle ich, wie wir eine Stufe höher aufsteigen und die Fähigkeit erlangen, unser Material auf neue Weise zu erklären. Ich glaube, alle fühlen das.

Aus dem 4. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 9.03.2011, über die Zeit

Ein Hund, der dem Menschen folgt

Frage: Was bedeutet Zuversicht in meinem Leben?

Meine Antwort: Zuversicht in meinem Leben bedeutet die Empfindung, dass ich derart mit der Gruppe im Innern verbunden bin, so dass ich in dieser Einheit den Schöpfer enthülle. Diese Verbindung habe ich selbst erlangt. Es wurde in meinem Lebensbericht verzeichnet und kann daher nicht verschwinden. Und wenn er plötzlich verschwinden sollte, dann nur deshalb, damit ich ihn auf einer neuen Ebene wiederherstelle um eine stärkere Bindung zu erlangen. Und auch darin habe ich Zuversicht, dass ich in Zukunft immer in der Lage sein werde, diese Verbindung aufrecht zu erhalten, und dadurch werde ich aufsteigen.

Zuversicht ist in meinem Leben die Empfindung, dass ich durch den Wert meiner eigenen Anstrengungen eine Verbindung mit dem Schöpfer erlangt habe und mit dem Licht des Schenkens (Chassadim) gefüllt wurde. Nur das Licht Chassadim, des Schenkens, erhebt uns über den Egoismus und die Sorge über uns selbst, schenkt uns Zuversicht. Entweder du sorgst dich um dich selbst oder um andere – eins von beiden.

Hier befindet sich nur eine psychologische Barriere, und wenn du über diese Grenze hinaus gehst (Grenze oder Machsom) und anstatt deiner, andere wahrzunehmen beginnen wirst, dann wirst du das Gefühl der vollständigen Zuversicht in deinem Leben erhalten. Dies wird dir nur durch die Macht des Lichts gegeben.

Offensichtlich kannst du deine eigene Natur nicht verändern. Und wenn dies geschieht, fühlst du, dass es dir an nichts fehlt oder jemals gefehlt hat. Du wirst dich im Licht des Schöpfers befinden, in Seiner Macht. Und welche Probleme könntest du wohl im Schloss des Königs haben, das alles enthält, was du dir möglicherweise wünschen könntest?

Nur das höhere Licht kann dich von der Todesangst befreien, denn es verleiht dir die Empfindung des ewigen Lebens. Du beginnst in jedem anderen zu leben und verlierst das Gefühl, dass du im Innern deines Egoismus lebst, deinem belebten Körper.

Im Augenblick hast du Angst, dieses Leben im Körper zu verlieren, denn du besitzt kein anderes Leben! In dem Moment, in dem du das andere, spirituelle Leben lebst und auf dessen Ebene aufsteigst, wirst du dort diese irdische Ebene, diesen Körper gleich einem Hund oder Esel neben dir empfinden.

Das ist, wie du dieses irdische Leben wahrnehmen wirst, wie etwas, das dich lediglich begleitet, bis es dich verlässt. Jedoch wirst du dich nicht traurig oder verängstigt darüber fühlen.

Mach die keine Sorgen, wir haben das ewige Leben, das uns die Kabbala bringt, noch zu erreichen!

Aus dem 4.Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes vom 03/03/2011 über Zuversicht

Eine Quelle mit lebendigem Wasser

Frage: Warum ist es bei den großen Kongressen viel leichter über die gegenseitige Ablehnung hinwegzukommen?

Meine Antwort. 1. Bei einem Kongress ist ein Mensch nicht in seiner Gruppe. Er verschwindet in einem Ozean von Leuten, mit denen er keinen näheren Kontakt hatte, und daher konnte er seine Bosheit gegen sie nicht enthüllen.

2. Bei den Kongressen arbeiten wir nicht daran, das Böse in uns zu enthüllen, sondern wir erwecken eher die Tugenden. Allerdings kommen diese Tugenden trotz dem Bösen, das bereits enthüllt wurde und um Kräfte für die Zukunft zu erlangen.

Folglich spüren Menschen, die in der Gruppe nicht an sich selbst arbeiten, keinen Drang danach, zu einem Kongress zu kommen. Sie sehen das nicht als eine Chance zum Aufstieg. „Was werde ich dort tun? Springen? Singen? Ich kann genauso am Fernseher oder im Internet zuschauen, zu einer Zeit, die mir angenehm ist!“

In Wirklichkeit besteht ein grosser Unterschied zwischen einer virtuellen und einer physischen Teilnahme an einem Kongress, weil bei der letzteren ein Mensch Energie, Geld und große Anstrengungen aufbringt, um daran teilzunehmen. Darüber hinaus können wir die Wichtigkeit des physischen Kontakts nicht vor der Erlangung der Empfindung der höheren Welt für nichtig erklären. Daher ist der Kongress für Menschen gedacht, die dorthin zu kommen wünschen, um das Böse zu erkennen, das sie früher angesammelt haben und ebenso für jene, die sich danach sehnen, dort die Kräfte zu erhalten, um die Verwirklichung des Bösen in Zukunft überwinden zu können.

Die Tora spricht oft davon, wie sich Menschen früher an einer Quelle trafen, um sich mitzuteilen und Verbindungen herzustellen. So sollten wir uns bei einem Kongress wie Menschen fühlen, die sich an einer Leben spendenden Quelle in der Wüste versammelt haben, und aus dieser Quelle können wir die lebensnotwendigen Kräfte von Bina empfangen (Wasser ist die Eigenschaft des Gebens, die Qualität von Bina).

Aus dem 2.Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes vom 07/03/2011, Der Sohar

Ausweg aus der Sackgasse

Wenn die Gruppe in einer Sackgasse des gegenseitigen Hasses gelandet ist, ist es besser, sie aufzulösen und ihnen die Möglichkeit zu geben, die Wahrheit zu sehen. Soll doch jeder ein Weilchen zu Hause bleiben und über sein Leben nachdenken. Der Hass wird ihm die Augen nicht mehr verdecken, und er wird diesen Zustand, den Hass zwischen den Freunden, quasi von der Seite betrachten – er wird ein wenig Verstand in die Gefühle hineinbringen.

Dann wird er darüber nachdenken, was er mit diesem Hass machen soll, woher er gekommen ist und zu welchem Zweck er gegeben wurde. Er wird sich daran erinnern, dass gerade der Hass ein Mittel zum Aufstieg ist, denn der Schöpfer hat den bösen Trieb erschaffen und erweckt absichtlich den Hass zwischen uns, damit wir Ihn heranziehen und enthüllen können. Die Wissenschaft der Kabbala ist ein Mittel zur Enthüllung des Schöpfers, und genau in diesem Augenblick hast du die Möglichkeit, Ihn zu enthüllen.

Der Schöpfer enthüllt sich nur über unserem Egoismus, und solange es uns gut geht, werden wir nicht nach Ihm rufen. Wir sollten ein für alle Mal verstehen, dass die ganze Bewegung nur als Folge von schlechten Empfindungen stattfindet. Und wenn es dem Menschen gut geht, ist er nicht in der Lage, sich vom Fleck zu rühren, weil so unsere Natur ist.

Deshalb ist es möglich, an der Liebe zu den Freunden zu arbeiten, wenn wir uns alle Prozesse und Zustände, die wir durchlaufen müssen, vorstellen, sie in uns erkennen und begreifen, aufschreiben, zu dieser Selbstanalyse mehrmals am Tag zurückkehren und den Verstand und das Gefühl hineinbringen. Auf diese Weise beginnen wir, jeden dieser Zustände – ob gut oder schlecht – zu lenken, indem wir ihn als ein notwendiges Mittel, als einen Hebel benutzen, der es uns ermöglicht, ihn in den nächsten Zustand umzuwandeln und voranzukommen.

Und wenn jeder von uns immer wieder versucht, auf diese Weise sein Ego, sein „steinernes Herz“, zu zerschlagen, dann bedeutet es, dass er in das Herz des Freundes eindringt. Letztendlich enthüllen wir den einzigen existierenden Zustand, den unser Egoismus vor uns verborgen hat.

Wir arbeiten nicht an dem Freund oder an der Gruppe – wir ändern lediglich unsere Wahrnehmung, unser Herz, die Wahrnehmung der Realität. Das Problem liegt nicht in den Freunden und nicht in der Gruppe – es gibt nur meine Seele, die ich zu einem Ganzen zusammenfügen muss.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Brief von Rabash, 07.03.2011

Wir strengen uns an, und das Licht wirkt

Kongress in Mezukej Dargot, Lektion 3

Als ich neue Schüler zu Rabash brachte, sagte er, ich solle sie zusammenrufen und mit ihnen sprechen. „Worüber?“, fragte ich.

Dann nahm er das Schutzpapier aus dem Inneren meiner Zigarettenschachtel und schrieb direkt auf der Parkbank einen Artikel, der mit den Worten anfing: „Wir haben uns hier versammelt, um den Grundstein zum Aufbau einer Gruppe zu legen, um die Stufe “Mensch” zu erklimmen und nicht auf der Stufe “Tier” zu bleiben“.

Genau damit hat er begonnen – mit der Erziehung. Alle seine Anfangsartikel handeln darum, wie man eine Umgebung aufbaut, die jeden erzieht.

Das bezieht sich auf uns, auf Erwachsene. Und für unsere Kinder stellt dieses System ein riesiges und bestmögliches Handlungsfeld zur Verfügung. Warum? Wer ein Kind unterrichtet, der schreibt quasi auf einem unbeschriebenen Blatt Papier. Wir sehen, wie Kinder lernen, wie sie damit durchdrungen, dadurch geformt werden, obwohl sie sich in den äußeren Rahmenbedingungen mit solchen Herangehensweisen an die Erziehung befinden, die noch nicht einmal als Methoden bezeichnet werden können. Wir alle kennen das, entweder als Eltern oder als Teilnehmer und Beobachter von allgemeinen Prozessen.

Andererseits können wir bei uns sehen, dass selbst das Wenige, das wir versuchen, in der ersten Phase an die Kinder weiterzugeben, einen fruchtbaren Effekt und gute Ergebnisse liefert. In Wirklichkeit ist das nicht unser Erfolg und nicht unsere Weisheit – hier wirkt das Licht.

Auf keinen Fall will ich die Anstrengungen von Gilad Shadmon, dem Direktor der Erziehungsabteilung, und seines ganzen Teams gering schätzen. Und dennoch werden von uns auf diesem Gebiet in der Tat leichtere Anstrengungen verlangt, als wir denken.

Man könnte sich darüber Gedanken machen, wie man die Erziehung in Angriff nimmt, wie man sich um die Kinder und um die Erwachsenen kümmert, wie man das alles verwirklicht.

Doch man soll nicht über die Realisierung nachdenken, weil der Schöpfer der Ausführende ist. Diese zweite Hälfte sollte man Ihm überlassen. Wir sollten darüber nachdenken, wie wir das, was uns auferlegt wurde, umsetzen können, wie wir unseren Teil der Arbeit gewährleisten können. Wir realisieren nur die halbe Sache: organisieren den Prozess, stellen alles Notwendige sicher, um der Kraft der Gruppe, der Kraft der Einheit die Möglichkeit für den Einfluss zu bieten.

Indem wir diesen Kurs halten, lassen wir für das Licht den Platz zum Handeln – und dann geschieht es. Darin sollte die Professionalität unserer Lehrer bestehen. Auf diese Weise nehmen wir uns als Partner des Schöpfers wahr: wir bereiten ein „Aufmarschgebiet“ für Ihn vor, und Er ist Derjenige, der dann den Menschen formt.

Auszug aus der dritten Kongresslektion in Mezukej Dargot, 25.02.2011

Die Kehrseite der höheren Stufe

Die Enthüllung der Abstoßung und des Hasses in der Gruppe wird in dem Fall dem spirituellen Aufstieg dienen, wenn wir begreifen, dass auf diese Weise die Enthüllung des Bösen geschieht, worüber geschrieben steht: „Ich erschuf den bösen Trieb und ich erschuf das Mittel zu dessen Korrektur – das Licht, das zur Quelle zurückführt“.

Gerade jetzt müssen wir noch mehr arbeiten, um dieses Licht an uns anzuziehen und das sich enthüllende Böse zum Guten umzuwandeln – damit die Kehrseite der Stufe zur Vorderseite wird und der böse Trieb sich in den guten verwandelt.

Und um das Böse in das Gute verwandeln zu können, müssen wir nur die Absicht ändern: von der egoistischen Fürsorge für sich selbst zu der Fürsorge für den Nächsten. Doch natürlich sind wir selbst nicht in der Lage, unsere Einstellung zu ändern und plötzlich anzufangen, die Freunde zu lieben. Vielleicht sollte man es nicht einmal versuchen. Doch ich muss mich mit aller Kraft bemühen, das umgebende Licht anzuziehen und zu warten, bis die höhere Kraft mich korrigiert.

Auf diese Weise werde ich das Doppelte gewinnen. Erstens wird mein Übel zum Guten umgewandelt. Und außerdem wird sich in dieser guten Eigenschaft der Schöpfer enthüllen, denn Er führt diese Veränderung durch und beteiligt sich selbst daran.

Wenn wir nicht in diese Richtung, auf dem Weg des Lichts gehen und es nicht anziehen, werden wir einander auffressen und endlose Streitereien und Auseinandersetzungen veranstalten. Und dann ist es besser, sich zu trennen, wie geschrieben steht: „Die Trennung der Sünder ist sowohl für sie selbst als auch für die Welt nützlich“. Eine solche Gruppe sollte aufgelöst werden, scheinbar ist die Zeit noch nicht gekommen, in der sie fähig wären zu hören, dass sie sich mit Hilfe des umgebenden Lichtes verbinden müssen.

Es kann aber auch sein, dass sie nicht hören, dass die Verbindung nur mit Hilfe des Lichts möglich sei, und stattdessen versuchen, sich einfach in einer geselligen Runde zu versammeln. Doch es wird ihnen nicht gelingen, denn der Schöpfer wird es verhindern und es nicht zulassen, indem Er den Hass zwischen ihnen enthüllt.

Manchmal hilft es, sich voneinander zu entfernen und auseinander zu gehen, weil der Hass auf Distanz ein wenig nachlässt und ihnen die Möglichkeit gibt, zu hören, worüber gesprochen wird und was zu tun ist. Denn im Moment lodert ein Feuer in ihnen und lässt sie nicht die Wahrheit erkennen, dass man sich gegenüber diesem Hass als gegenüber einem guten Gesandten des Schöpfers verhalten sollte.

Nicht einem bösen, sondern gerade einem guten. Wenn wir enthüllen, dass dieser Hass ein Mittel zu unserem Aufstieg ist, dann freuen wir uns darüber!

Wir aber sehen weder den Gesandten des Schöpfers noch ein gutes Zeichen darin – und nehmen es auf direktem Wege als irgendeine materielle Erscheinung und den Hass zwischen den tierischen Körpern wahr. Wir sehen nicht, dass uns auf diese Weise die Kehrseite der höheren Stufe offenbart wird.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 07.03.2011

Die wahre Ehrfurcht

Das erste uns gegebene Gebot ist das Gebot der Ehrfurcht. „Ehrfurcht“ bedeutet Angst darum, ob ich den spirituellen Weg gehe, ob ich die spirituelle Welt erlange, ob ich das Gelesene richtig verstehe, ob ich mich in der Gruppe richtig verhalte.

Kurz gesagt, ob ich Erfolg erzielen werde. Diese Sorge muss mich die ganze Zeit begleiten. Wenn ich mich beruhigt habe, gehe ich sofort von dem Weg ab, der mich zum Ziel führt.

In unserer Welt zählt die Psychologie über 800 Arten von Angst. Verdiene ich genug? Bin ich gesund? Wird mir etwas Schlimmes widerfahren?

Doch wir sprechen hier nicht von den abgeleiteten Ängsten, sondern von der wahren Angst: Bewege ich mich dem Ziel entgegen? Werde ich geben können? Das ist bereits die Sorge um etwas, worin ich nicht die geringste Notwendigkeit verspüre.

Werde ich diese Notwendigkeit spüren? Werde ich sie im ausreichenden Maße haben, um Anstrengungen unternehmen und mich auf das Ziel ausrichten zu können? Ich muss einen ganzen Prozess realisieren: Von der kleinsten, noch nicht definierten Unruhe bis hin zur vollwertigen Angst, die wie die Spitze eines Pfeils genau auf das Ziel gerichtet ist und mich an die Realisierung heranführt: „Gebe ich dem Schöpfer genug? Gleichen wir uns dadurch einander an? Stehe ich nicht tiefer, ähnlich einem Gast, der ein Mahl von dem Gastgeber auf eine solche Art und Weise annimmt, um der Scham zu entgehen?“

Genau diese Angst bedeutet Ehrfurcht und das ist das erste Gebot. Eine solche Ehrfurcht muss ich erlangen, die gibt es in mir nicht von Anfang an. Das Ziel ist nicht zu erkennen, und ich will nichts von der Eigenschaft des Gebens wissen. Brauche ich etwa die Nächstenliebe? Dabei muss ich sie so sehr brauchen, um Angst haben zu können: „Was ist, wenn ich sie nicht erreichen werde?“

Aus der Sicht des Egoismus ist das dem Wahnsinn gleich. Es ist etwas Unnatürliches.

Doch mit Hilfe der Umgebung und des Lichts, das zur Quelle zurückführt, können wir es erreichen – wir können es mittels Angst erreichen: „Werde ich das Licht empfangen können, damit es aus mir einen Menschen macht, der um des Gebens willen fürchtet?“

Also liegt vor uns ein großer Prozess des Aufbaus von notwendigen Bedingungen. Obwohl er in Wirklichkeit sehr schnell realisiert werden kann – alles hängt von dem Ausmaß der Anstrengungen ab, die wir investieren.

Als erstes muss ich wirklich Angst um meinen spirituellen Weg haben: „Schreite ich richtig zum Ziel voran?“ Und zweitens, erst nachdem ich die Angst erlangt habe, erlange ich die Eigenschaft der Liebe. Denn es gibt keine Liebe ohne Ehrfurcht.

Auszug aus dem Unterricht zum Thema Liebe, 04.03.2011

Wozu wir Fehlschläge erleiden

Frage: Welchen Nutzen haben meine wachsenden egoistischen Verlangen?

Meine Antwort: Deren Aufgabe ist es, dich zum Scheitern zu bringen, dir zu verstehen zu geben, dass du ein Nichts bist, dass es dir im Leben sehr schlecht geht und dass deine Verlangen böse sind, und dass überhaupt alles um dich herum nichts wert ist.

Also brauchst du im Moment nur, dass das Licht dich erweckt. Und es erweckt dich zu den gleichen Verlangen und zeigt dir, dass sie noch schlimmer sind, als sie dir früher vorgekommen sind.

Und dann wirst du dich wirklich danach sehnen, dich über sie zu erheben, und beginnst, die umgekehrte Seite der Realität, die sich über diesen Verlangen befindet, zu erkennen. Doch dafür musst du anfangen, in der Gruppe zu studieren, weil Unterrichte und direkter Kontakt durch nichts zu ersetzen sind.

Auszug aus dem öffentlichen Vortrag „Kabbala für alle“, 04.01.2011

Die Kraft der Kongresse, die mit nichts zu vergleichen ist

Frage: Sind Kongresse das Ergebnis der praktischen Arbeit? Und was können Sie über den bevorstehenden Kongress in Nordamerika sagen?

Meine Antwort: Ich bewerte solche Treffen sehr positiv und denke, dass sie die Möglichkeit zu einem sehr großen Vorankommen bieten. Ich sehe, dass ich von Mal zu Mal immer einfachere Erklärungen finde, die den Menschen nahe sind. Ich werde immer besser verstanden, und wir kommen einander immer näher.

Jedes dieser Treffen ist ein Sprung nach oben. Ein solcher Kongress ist gleichzusetzen mit einem Monat regelmäßigen Studiums. Das hinterlässt sowohl den inneren als auch den äußeren Eindruck bei dem Menschen und bringt viele positive Auswirkungen mit sich.

Einmal im Jahr veranstalten wir einen Kongress in Nordamerika, versucht diese Gelegenheit nicht zu verpassen. Wenn ihr sie prinzipiell habt, es euch aber vorkommt, als ob ihr keine Zeit oder keine Mittel dazu hättet, dann ist das ein Hindernis, dass der Mensch absichtlich von oben bekommt.

Und man sollte das ehrlich mit sich selbst klären, indem man begreift, dass man vor einer sehr wichtigen Entscheidung steht. Derjenige, der eine solche Gelegenheit einmal im Jahr hat, aber nicht kommt, verliert sehr viel, er hört bereits auf, an diesen Weg gebunden zu sein.

Natürlich gibt es objektive Gründe, die das Kommen absolut unmöglich machen, als ob sie dich in einem Gefängnis festhalten würden. Doch wenn der Mensch kann, es ihm aber schwer fällt, dann ist das keine Rechtfertigung mehr. Es ist eine Prüfung von oben, und du musst über das vor dich gestellte Hindernis springen.

Es kommen viele verschiedene Gruppen und einzelne Menschen. Es ist eine ganz andere Stärke. Und wir schließen uns von dort der ganzen Welt an. Ich werde versuchen, die innere Aufladung an diejenigen, die sich in diesem Moment so nah vor mir befinden, weiterzugeben. Und diese Menschen spüren es nach dem Kongress, im Vergleich zu denjenigen, die kommen könnten, es aber nicht getan haben.

Wahrscheinlich gibt es sogar keinen Unterschied, wie man jeden Tag studiert – in einer virtuellen oder in einer physischen Gruppe. Das hängt vom Menschen und von den Beziehungen in der Gruppe ab. Doch weder die physische noch die virtuelle Gruppe können ein solches gemeinsames Treffen wie ein Kongress ersetzen – wo sich Hunderte oder Tausende Menschen versammeln und sich verbinden.

Es gibt Menschen, die aus irgendwelchen Gründen die Gruppe verlassen haben, doch ein Kongress ist etwas anderes, und jeder kommt ohne Berechnungen in Bezug auf irgendwelche Beziehungen in der Gruppe oder auf etwas anderes. Er kommt, um sich mit dem Weltkli zu verbinden – und dadurch zu einer neuen spirituellen Stufe aufzusteigen.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 04.03.2011