Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Gefäß'

Der letzte Tropfen

Frage: Was bedeutet die Vorbereitung auf einen Kongress?

Meine Antwort: Ein Kongress ist ein besonderer Zustand, der von einem Menschen gewaltige Anstrengungen und Konzentration auf die innere Verbindung verlangt. Du kommst dorthin, um dein inneres Verlangen nach der Verbindung mit den anderen in einen gemeinsamen Topf zu tun.

Das erfordert seelische Anstrengungen, und auf diese muss man sich vorbereiten. Genauso wie man sich auf jedes wichtige Ereignis vorbereitet.

Ich weiß, dass es Leute gibt, die sich ein halbes Jahr lang auf eine Hochzeit vorbereiten und eine Menge Anstrengungen hineininvestieren. Und hier erwartet uns eine ganz besondere Hochzeit – eine solche Verbindung zwischen uns, in der wir die höhere Kraft, den Schöpfer, zwischen uns enthüllen!

Er befindet sich jetzt schon unter uns, verbirgt sich aber. Und alles hängt davon ab, wie wir uns vorbereiten, um die gegenseitige Kraft des Gebens zu enthüllen – dementsprechend wird sich auch die Kraft Seines Gebens, der Schöpfer, enthüllen.

Hier wirkt das Gesetz der Ähnlichkeit der Eigenschaften: wenn wir die Verbindung zwischen uns, die in etwa seinem Geben ähnlich ist, erreichen, werden wir in diesem unseren gebenden Gefäß (Kli) die höhere Kraft des Gebenden enthüllen.

Genau darauf bereite ich mich vor: inwieweit wir uns in der Verbindung, im Geben befinden können, wie viel wir hineininvestieren können. Und das muss nicht unbedingt äußerlich bemerkbar sein. An mir sieht man für gewöhnlich nur, dass ich innerlich mehr als sonst angespannt bin, vielleicht kränkele ich sogar ein bisschen.

Es ist bekannt, dass der Mensch nicht in die Gruppe kommt, um Wissen wie an einer Universität zu erwerben, sondern, um sich mit der Gruppe zu verbinden. Genauso kommen wir zum Kongress, um uns in erster Linie zu verbinden, um diese Gelegenheit zu nutzen, und vielleicht wird genau dieser Kongress diesmal, wenn die Summe auf unserem Konto „Groschen für Groschen“ bereits zu einem beachtlichen Kapital angewachsen ist, als letzter Tropfen dienen, und der Schöpfer wird sich uns unverzüglich enthüllen.

Wollen wir hoffen, dass es genau diesmal geschieht! Ich bereite mich immer auf einen solchen Durchbruch vor.

Auszug aus dem Unterricht über die innere Vorbereitung auf den WE! Kongress, 11.03.2011

Eine Reise um die Welt mit dem Buch Sohar

Frage: Wie können wir unsere inneren Bewegungen dem Text des Buches Sohar angleichen?

Meine Antwort: Bezüglich anderer kabbalistischen Quellen kann dies tatsächlich einfach mit dem Sohar gemacht werden, da die Geschwindigkeit und das Lesen des Textes so sind, dass alles, was man tun muss, ist zu ergründen, wie man zusammen mit ihm „fließen“ kann. Doch das bedeutet nicht, dass das, was du hörst, wie das Rauschen eines nahen Flusses ist.

„Mit ihm fließen“ bedeutet, dass man das sehr ruhig versucht, wie geschrieben steht „Die Worte der Weisen werden in der Ruhe gehört“. Man geht zusammen mit den Autoren des Sohar ohne Widerstand, ordnet seine inneren Gefühle, damit sie zu dem Klang der Worte passen. Wenn du einige Worte überhört und sie nicht gehört hast, mach dir keine Sorgen, und mach mit den nachfolgenden Worten weiter. Dadurch bist du weiter im Fluss wie ein hölzernes Schiff auf den Wellen, das alle Nuancen des Wassers wiederholt.

Auf diese Weise sollten wir unseren Eigenschaften, Verlangen und Empfindungen ermöglichen, mit dem Text des Sohar, wie auf der Oberfläche des Wassers zu fließen und versuchen herauszufinden, wo sich diese Eigenschaften und Verlangen, die der Sohar beschreibt, in uns befinden. Doch wir sollten sehr einfach und leicht danach suchen. Das Allerwichtigste ist es, dass du alles durch dich fließen lässt. Schließlich sind wir nur ein Gefäß oder Kli, durch das der ganze Fluss der Worte in uns eindringen muss.

Wenn wir den Sohar lesen, versuchen wir nicht, den Verstand einzuschalten oder innere Begriffe zu unterscheiden. Sogar an Stellen, wo der Sohar scheinbar technische und wissenschaftliche Begriffe, die Sprache der Kabbala verwendet, sollten wir ebenfalls versuchen, den Text durch die Empfindungen gehen zu lassen, anstatt durch den Verstand. Das heißt, zu versuchen, auf unsere eigenen Empfindungen und Eindrücke zu hören, versuchen zu fühlen, wie jedes Wort in uns widerhallt, ungeachtet der Sprache, die der Sohar gebraucht.

Aus dem 2. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 9.03.2011, Der Sohar

Das Geheimnis der Geburt einer Seele

Kongress in Mezukej Dargot, Lektion 1

Frage: Welche Verbindung gibt es zwischen der Wurzel einer menschlichen Seele und ihrer Fähigkeit oder eben Unfähigkeit, sich mit anderen Seelen mittels seines Verlangens zur Einheit zu verbinden?

Meine Antwort: Jeder Mensch in der Welt hat eine Wurzel der Seele – den spirituellen Funken, den Punkt im Herzen. Dieser Punkt kann sich so entwickeln, dass der Mensch das Bedürfnis zum Höheren empfinden wird, welches sich außerhalb dieser Welt befindet, wonach er die Wissenschaft der Kabbala findet und in die Gruppe kommt.

Es gibt auch solche Menschen, in denen sich dieser Punkt noch nicht entwickelt hat, weshalb sie weiterhin ihr privates materielles Leben führen.

Aber selbst wenn im Menschen dieser innere Punkt „brennt“, und er sich leidenschaftlich wünscht, die Spiritualität, den Schöpfer, das Ziel und den Sinn seines Lebens zu begreifen, ist es dennoch nur ein Punkt und nichts mehr.

Was macht man dann? Man muss verstehen, dass die Seele sich aus jenen spirituellen Funken bildet, die der Mensch an den Punkt seiner Seele anbindet, aus den Funken der sieben Milliarden Menschen. Denn die Seele jedes einzelnen Menschen stellt eine Vereinigung dieser Punkte dar.

Wenn ich mich jetzt mit allen Menschen verbinde, die sich hier, auf diesem Kongress befinden, dann binde ich an mich diese 600 spirituelle Funken an, und erreiche folglich die Kraft der Vereinigung aller 600 Punkte.

Wie ist es möglich? Wie kann ich mich mit ihren Wünschen verbinden, um die Spiritualität zu erreichen? Nur mit der Hilfe „der Nächstenliebe“, um zum „Menschen mit einem Herzen“ zu werden, wie es im Artikel „Die Gabe der Tora“ geschrieben ist.

Wenn ich mich mit ihnen auf diese Weise verbinde, dann bildet sich zwischen uns eine Feld der Vereinigung – ein Verlangen, das aus vielen Funken besteht. Wir werden „wie ein Mensch“ – und können in diesem Verlangen das Spirituelle offenbaren.

Dieses Verlangen heißt Gefäß/Kli meiner Seele, da ich an mich all diese Punkte gebunden habe. Wenn ein anderer Mensch, einer dieser Punkte, welche ich an mich gebunden habe, an sich alle übrigen Menschen auch anbindet, dann werden sie zu „seiner Seele“. Das heißt sein Punkt ist ein Ausgangspunkt und er bindet an ihn die anderen Punkte an. Es ist seine Seele.

Jeder bindet an sich alle Punkte an. Und wenn er sie an sich nicht gebunden hat, dann hat er keine Seele, es gibt nur den Punkt – die Wurzel seiner Seele.

Entsprechend der Kraft der Vereinigung dieser Punkte in mir, ihrer Anzahl und der Kraft der Einheit zwischen ihnen, offenbare ich darin das Licht, das Leben und die Existenz. In der gegenseitigen Verbindung beginnen sie sich in Form eines Einheitssystems zu enthüllen, gleich dem lebendigen Körper mit dem Blut und der Lymphe, mit den neurologischen Impulsen, worin allerlei Prozesse geschehen. Ich beginne, dort das Leben zu empfinden.

Die Anbindung der Punkte an mich geschieht stufenartig. Indem ich mich mit ihnen verbinde, beginne ich, zu empfinden, wie sich in mir ein winziger Apparat – ein Embryo entwickelt. Dann wächst es auf, entwickelt sich im Laufe von neun Monaten. Ich fühle, wie ich daran immer mehr Punkte anbinde – und so wächst es die ganze Zeit weiter.

Darin geschehen schon verschiedene innere Handlungen, es entsteht ein Leben. Ich beginne, darin allerlei Prozesse zu spüren, bis es letztendlich geboren wird. Die Geburt bedeutet, das eigene Leben zu führen. Dann wird es von der Höheren Kraft abgerissen und beginnt selbständig zu leben. Es ist die Seele eben. So baut jeder von uns seine Seele auf.

Aus der 1. Lektion des Kongresses in Mezukej Dargot, 24.02.2011

Was ist das Geld

Frage: Was ist das Geld? Warum interessiert es die Menschen so sehr?

Meine Antwort: „Das Geld“ (Kesef) symbolisiert den Schirm und kommt vom Wort „die Deckung“ (Kisufa). Es ist das Licht Chassadim, das deckt, sowie den egoistischen Wunsch verbirgt, und deshalb ermöglicht, das ganze Licht Chochma zu empfangen.

Deshalb hat das Geld in der materiellen Welt solch großen Wert, und man dafür alles Mögliche kaufen kann. Eine beliebige Sache hat immer das geldliche Äquivalent, und alles wird hinsichtlich des Geldes gemessen.

Und in der Spiritualität wird alles mittels des anti-egoistischen Schirmes gemessen, mittels der vorhandenen Deckung aus dem Licht Chassadim. Dadurch klärt sich die Größe, die Höhe, die Macht des Menschen, denn er kann dank dieses Gewandes das Licht Chochma empfangen.

Es gibt somit die egoistische Nutzung „des Geldes“ sowie dessen Nutzung „für das Geben“. Und dementsprechend werden die rituellen Gefäße im Tempel auf „die Silbernen“ (das Silber/Kesef kommt vom Wort die Deckung/Kissufa) und „die Goldenen“ (das Gold/Sachaw kommt von den Worten „gib es“/Se-aw) aufgeteilt.

Es gibt den Begriff „des Taschengeldes“ (das man manchmal dem Kind gibt), welches der Mensch benötigt, um sich vom „Elend“ zu schützen, und die notwendige Deckung für den Wunsch „zu genießen“ symbolisiert.

Somit symbolisiert „die Tasche“ das bekommende Gefäß, und das Taschengeld ist eine Deckung, die meinen bekommenden Wünschen/Gefäßen genau entspricht und mir deshalb zulässt, auf der minimalen Stufe des Gebens, Nefesch, festgehalten zu werden, „Chafez-Chessed“ entsprechend, das keine großartige Füllung braucht.

Jeder bestimmt das Ausmaß der notwendigen Deckung seiner Stufe entsprechend. Aber wenn beim Kind die Frage entsteht, wofür das Geld auszugeben ist, dann heißt es nicht das „Taschengeld“, weil es den Rahmen der notwendigen Bedürfnisse überschreitet.

Auszug aus dem Unterricht über den Artikel „Die Kabbala und die Philosophie“, 04.01.2011

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Die universelle Energie des Lichts

Frage: Was ist das Licht, wenn es jede Person anders enthüllt? Ist es nicht eher eine subjektive Empfindung als eine universelle?

Meine Antwort: Das Licht ist Energie; es ist keine subjektive Empfindung. Es ist wie Elektrizität, die je nach seinem Anschluss zu Beidem führen kann: zu kalt oder zu heiß, es kann ziehen oder schieben.

Alles hängt vom Gefäß ab, welches diese Energie empfängt und wahrnimmt.

Eure Wünsche bestimmen alles. Man weiß nicht, was das Licht ist und man wird es nie wissen.

Alles was man tun kann, ist seine Gefäße (Wünsche) vorzubereiten, um von Ihm in allen möglichen Formen Genuss zu empfangen.

Jedoch hat das Licht per se gar keine Form; Energie ist formlos.

Wenn Elektrizität durch einen Draht mittels bewegter Elektronen fließt, ist sie bereits eine in einem Material eingeschlossene Form; sie ist somit nicht die Kraft selbst.

Alles, was wir fühlen ist nur eine Empfindung in unseren persönlichen Sinnesorganen.

Aus dem 4.Teil des täglichen Kabbalaunterrichtes 30.12.10.“Die Weisheit der Kabbala und Philosophie“

Auf dem Weg zum Glauben

Frage: Wenn ich um ein Gefäß des Gebens bitte, dann sehe ich sofort, dass ich dieses nicht besitze. Wo befindet sich dann der Ort des Glaubens?

Meine Antwort: Es ist sehr schwierig den Glauben zu finden. Denn es würde bedeuten, den Machsom zu überqueren. Der Glaube ist eine Eigenschaft des Gebens (Chafez Chessed), die Eigenschaft Bina, das Licht des Gebens/Chassadim. Und der vollkommene Glaube ist das Licht Chassadim mit dem Leuchten des Lichtes Chochma.

Es handelt sich um eine hohe Stufe. Um sie zu erreichen, muss man sich über die Selbstsucht erheben, Ägypten verlassen, sich innerlich vom Pharao/Egoismus trennen und die Macht/Eigenschaft des Lichtes/Gebens bekommen.

Es ist der Anfang des Glaubens/Gebens. Und dann tritt die Periode „vierzig Jahre in der Wüste“ ein, wenn wir den Glauben, die Eigenschaft des Gebens, über die Selbstsucht hinweg aufbauen. Wenn diese Etappe beendet wird, dann erreiche ich den Glauben, der sich über alle meine Wünsche erheben wird, über ganz Ägypten. Jetzt kann ich den vollkommenen Glauben erreichen, d.h. offenbaren, wie ich ihn innerhalb des Lichtes des Gebens/Chassadim das Licht der Weisheit/Chochma spüre.

Es ist der Eintritt ins Land Israel eben: der Egoismus/Pharao, der die Korrektur mittels des Lichtes bis zur Eigenschaft des Gebens/Chafez Chessed erreichte, bemüht sich jetzt um das Empfangen vom Schöpfer um zu geben. Mit anderen Worten, dein Wunsch arbeitet am Bestreben den Schöpfer zu erreichen (Israel = Jaschar-El).

Auszug aus einem Unterricht über den Artikel von Rabasch „Was bedeutet über dem Verstand in der spiritueller Arbeit“, 02.01.2011

Durch die Gruppe nach Oben

Anfangs habe ich einen einfachen materiellen Wunsch „nur für mich“ und den „Punkt im Herzen“, welcher schon zum Höheren gerichtet ist, ein Keim der Eigenschaft des Gebens.

Ich erheben ihn über den Wunsch, indem ich ihm eine Wichtigkeit gebe, im Vergleich zu den irdischen Wünschen, und dann wende ich mich an die Umgebung – an die Gruppe, an die Bücher und an den Lehrer.

Als Antwort bekomme ich von ihnen den vergrösserten und bearbeiteten Wunsch. Dieser Wunsch ist dann bezüglich der Wichtigkeit des Zieles vergrössert und verändert, d.h. bezüglich des Erwerbs von der Eigenschaft des Gebens, die unmöglich allein zu erreichen ist.

Mit diesem Wunsch nun erhebe ich mich zum „Höheren“, ich erhebe das „MAN“, dann kommt das Licht von Oben (Or Makif), das zur Quelle, zur Eigenschaft des Gebens zurückführt.

Die erforderlichen Etappen:

1. sich an die Gruppe wenden
2. von ihr das spirituelle Streben zu bekommen
3. sich an den Schöpfer zu wenden
4. die Korrektur zu bekommen

in Folge ensteht das Kli, das Gefäss für das Geben – die Summe aller Faktoren.

Frage : Woher weiss ich dass ich meine Bestrebung von der Gruppe bekomme ?

Meine Antwort : Du prüfst inwieweit du dich mit den Freunden vereinigen willst, und doch nicht dazu bereit bist. Mit diesem Bedürfnis, worin die grossen qualitativen Bemühungen angelegt sind, erhebst du MAN. Anders gesagt, schafft die Summe deiner Wünsche, die auf die Vereinigung gerichtet ist, diese Bitte um Hilfe.

Frage : An welchen Merkmalen kann ich erkennen, dass ich mich in richtiger Weise an die Gruppe gewendet habe?

Antwort : Wenn ich mich in richtiger Form am sie wende, kann ich erkennen inwiefern die Freunde vereinigt sind, und ich von ihnen abgetrennt bin, inwiefern sie gross sind und ich klein bin, inwiefern das Schöpfungsziel gross ist und ich unfähig bin es zu schätzen.

Die Gruppe gilt für mich als das Ideal, als ein Kriterium bezüglich dessen ich meinen eigenen Mangel empfinde. Und damit kann ich mich nur an den Schöpfer wenden.

Bei der richtigen Bitte an die Gruppe zeigen sich in mir grosse Mängel, Fehlbestände, nicht erfüllte Wünsche, die sofort das Licht hervorrufen welches zur Quelle zurückführt.

Dieses Licht kommt nicht aus einer anderen Galaxie – nein, es befindet sich in mir, in meinem Herzen. Es ist eben nur der vertiefte Wunsch notwendig, es zu òffnen.

Meine Anmerkung, bei der `Gruppe` werden nicht irdische Personen und deren Eigenschaften gemeint, sondern immer die Verbindung der `Punkte im Herzen` meiner Freunde in einem System.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabasch, 30.12.2010

Kabbalisten zu Tora und Geboten, T.13

Liebe Freunde! Bitte stellt Fragen zu den Zitaten der großen Kabbalisten.

(Anmerkungen in Klammern sind von mir)

613 (TARJAG) Ratschläge und 613 Anweisungen.

Wir müssen Tora und Gebote ausführen, weil gerade dies uns „reinigen“ soll (und nicht weil der Schöpfer es uns so geboten hat oder um eine Belohnung dafür zu bekommen).
„Reinheit“ bedeutet Reinheit vom „Verlangen mit der egoistischen Absicht zu empfangen“, was „Schmutz“ (Unreinheit) genannt wird, da es in seinen Eigenschaften dem Schöpfer, der nur reines Geben ist, entgegengesetzt ist.
Deshalb ist es bis zur vollständigen Reinigung unserer Gefäße unmöglich eine höhere Erfüllung (das Empfinden der Ewigkeit und der Vollkommenheit) in ihnen zu empfangen. Denn alles, was in ein schmutziges Gefäß hineingelegt wird, verdirbt entsprechend dem Gesetz der Gleichheit der Eigenschaften.
Deshalb brauchen wir die richtigen Ratschläge von den Kabbalisten, die selber schon den Weg der Korrektur gegangen sind, die uns helfen können, unsere Gefäße, die egoistischen Wünsche zu reinigen. Das wird auch das „Kaschern“ (Koschermachen) genannt, damit wir all das Gute und die Vergnügen, welche uns in der Offenbarung des Schöpfers bereitet werden, empfangen können.
Dafür wurden uns die 613 Gebote (Anweisungen) gegeben, die in der Sprache des Sohars „613 Ratschläge“ genannt werden. Diese Ratschläge sagen uns, wie wir unser Gefäß, unsere Wünsche von der Unreinheit des egoistischen Empfangens reinigen können.
Wie es im Vorwort zum Sohar geschrieben steht: Die Gebote der Tora heißen in der Sprache des Sohars „Pekudin“ (hebr. Investitionen, Einlagen), und außerdem heißen sie auch „613 Ejtin“ (hebr. Ratschläge, Anweisungen). Und der Unterschied zwischen den beiden besteht darin, dass in jeder Korrektur die Vorder- und die Rückseite existieren.
Die Zeit der Vorbereitung heißt „die Rückseite“ und die Zeit der Erkenntnis (des Empfangens) „die Vorderseite“. Dementsprechend gibt es in der Tora und den Geboten eine Unterteilung in „tun und hören“*.

Und wenn der Mensch die Tora und Gebote wie derjenige, der „Sein Wort vollzieht**“ (d. h. seinen Egoismus korrigiert), hält, und er noch nicht „hören“ kann, heißen für ihn die Gebote „613 Ejtin“ (Ratschläge) und das ist die Zeit der Vorbereitung, „die Rückseite“.
Und wenn der Mensch gewürdigt wird, die „Stimme seines Wortes***“ (die Eigenschaft des Gebens in sich) zu hören, werden 613 Gebote zu Pekudin, abgeleitet vom hebr. Wort „Pikadon“ (wörtl.-Einlage, das Empfinden des Lichtes in sich).
Rabasch. Schalavej Sulam. „Die Heiligkeit und die Reinheit in der Arbeit“. Art. 28, 1991

*[Ex. 24:7]
** [Ps. 148:8]
***[Ps. 103:20]

Komplizierte Arbeit nach einem einfachen Prinzip

Eine Frage, die ich erhielt: Alle fragen, was genau wir tun müssen, damit der Schöpfer uns korrigiert. Wir würden gerne eine einfache und verständliche Antwort darauf bekommen!

Meine Antwort: Alle wollen eine verständliche Antwort bekommen: „Sag uns konkret, was wir tun müssen, ohne diese ganzen komplizierten Sachen!“ – um wie ein Roboter am Fließband zu arbeiten, irgendeinen Knopf zu drücken und an nichts zu denken. Doch so wird es nicht gehen!

Du wirst dich selbst bemühen und „alles, was in deiner Kraft liegt“, tun müssen. Denn unser spirituelles Gefäß (Kli) ist unwahrscheinlich kompliziert und enthält 613 (Tariag) Verlangen, zehn Sefirot, drei Linien, 22 Buchstaben, viele charakteristische Merkmale und sehr unterschiedliche Komponenten.

Aus diesem Grund reicht hier irgendeine einfache Handlung nicht aus: man muss studieren (in einer physischen Gruppe oder virtuell, übers Internet/Fernsehen), an den Freundesversammlungen und Kongressen teilnehmen. Ich befinde mich unter den Splittern einer zerbrochenen Seele und muss mit ihnen Verbindungen wiederherstellen, um das Zerbrechen zu korrigieren!

Um die spirituelle Welt, den Schöpfer, wahrnehmen zu können, muss ich mich mit allen anderen Seelen verbinden, und nur in unserer Verbindung werde ich die Spiritualität spüren. Denn die Spiritualität gibt es nirgendwo anders als in diesem uns verbindenden Netz.

Nur wenn ich den gemeinsamen Körper der Seele wiederherstelle und er richtig zu arbeiten beginnt, werde ich in seinem Inneren das Licht, das ihn ausfüllt und von einer Stelle zur anderen überfließt, wahrnehmen.

Ich werde spüren, dass es in diesem Körper einen Lebensstrom gibt und dass in ihm besondere Handlungen, Energieaustausch stattfinden. Genau das nennt sich spirituelles Leben!

Und es ist in der Tat eine einfache Aufgabe: es gibt mich/den Egoisten/meinen Punkt im Herzen – und ihn muss ich mit den anderen, eben solchen Punkten verbinden. Doch aus diesem einfachen Prinzip gehen Tausende von notwendigen Handlungen hervor: gemeinsames Studium, Vorbereitung und Teilnahme an Kongressen, Arbeit in der Küche… Alles zusammen nennt sich das „Arbeit in der Gruppe“.

Doch wozu brauche ich diese ganze Arbeit? – Um Verbindung und Liebe zwischen uns zu enthüllen! Ausgehend von diesem einfachen Prinzip, wirst du alles Andere ableiten können, was mehr oder weniger mit dem Ziel zu tun hat. Doch das spirituelle Leben existiert nur in der Verbindung zwischen den Seelen.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Freiheit des Willens“ vom 24.12.2010

 

Der Ort, an dem sich der Schöpfer offenbart

Eine Frage, die ich erhielt: Wie kann man an sich die Wünsche der Anderen anschließen, um ein allgemeines Gebet zu erreichen?

Meine Antwort: Man muss verstehen, dass alle Korrekturen innerhalb unseres allgemeinen Gebietes geschehen, das als der „Ort“ bezeichnet wird.

Und wenn meine Gedanken sich irgendwo außerhalb dieses Gemeinplatzes befinden, dann befinde ich mich außerhalb Malchut der Welt Azilut, außerhalb Malchut der Welt der Unendlichkeit, außerhalb der Gruppe, außerhalb jenes „Ortes“, wo sich der Schöpfer öffnet  (den Schöpfer bezeichnet man auch als den „Ort“) – das heißt außerhalb der Realität.

Denn der Ort Seiner Offenbarung ist die einzige Realität. Und diese Welt, worin der Schöpfer vor uns verborgen ist, existiert in Wirklichkeit nicht. Die ganze spirituelle Realität wird innerhalb unseres allgemeinen Kli – Gefäßes – Wunsches geöffnet.

Aus dem Unterricht nach „Bejt Schaar ha-Kawanot“, 08.12.2010
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