Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Gebote'

Das Licht wird nur durch das Studium der Kabbala empfangen

Fragen, die ich über die Beziehung zwischen spiritueller Korrektur und körperlichen Geboten erhielt:

Frage: Wie empfängt man das Licht oder den Schirm?

Meine Antwort: Das kann nur durch das Studium der Kabbala erreicht werden (siehe Artikel 155 aus „Einführung in das Studium der Zehn Sfirot„)

Frage: Muss man die 613 (620) Gebote befolgen?

Meine Antwort: Jemand befolgt die 613 Gebote, wenn er seine 613 Verlangen beim Studium der Kabbala durch das Höhere Licht korrigiert. Mechanische Handlungen allerdings korrigieren gar nichts.

Frage: Spielen das Anlegen der Tefillin (Gebetsriemen) und das Aufsagen des Schma Gebetes auch eine Rolle beim Empfangen des Lichts?

Meine Antwort: Nein

Verwandtes Material:
Blog-post: Der Unterschied zwischen spiritueller Korrektur und dem Einhalten der Rituale
Blog-post: Die Verbindung zwischen Spiritualität und körperlicher Welt
Blog-post: Der Gegensatz von Religion und Kabbala: Handlungen versus Absichten
Baal HaSulam Artikel: Die Wissenschaft der Kabbala und deren Wesen

Männer, Frauen und Liebe … für den Nächsten

Zwei Fragen, die ich über den Unterschied zwischen Männern und Frauen in der Kabbala erhielt:

Frage: Sie sagten in einem der Unterrichte, dass neben der Liebe für seinen Nächsten wie sich selbst, ein Mensch auch kein Hindernis für seinen Nächsten sein oder ihm Schaden zufügen sollte. Wie arbeitet dieses Gesetz im Hinblick auf Frauen? Ich weiß, dass Sie sagten, dass Frauen von diesem Gebot befreit sind, aber was bedeutet „ sei kein Hindernis für deinen Freund“ speziell im Hinblick auf Frauen?

Meine Antwort: Dieses Gebot betrifft jeden. Jedoch unterscheidet sich seine Erreichung oder Ausführung bei Männer und Frauen. Für Männer wird dies in der Gruppe ausgeführt, durch die Liebe für die Freunde, wohingegen es für Frauen durch die gemeinsame Verbreitung und Hilfe für die Männer getan wird.

Frage: Hat diese Unterscheidung zwischen Männern und Frauen, wenn sie beispielsweise, während sie eine Mahlzeit einnehmen getrennt sitzen, eine kabbalistische Bedeutung oder ist es ein jüdischer kultureller/religiöser Brauch?

Meine Antwort: Die Regeln unserer Zusammenkünfte haben keine Beziehung zu irgendwelchen anderen Kulturen, Konventionen oder Etiketten. Alles wird durch das Ziel bestimmt: damit Freunde einander näherkommen, was bei Männern und Frauen getrennt geschieht. Die gesamte Natur in allen Welten ist streng in männlich und weiblich geteilt und wenn jeder Teil seine Aufgabe ausführt, erreichen sie Perfektion.

Verwandtes Material:
Blog-post: Eine Frau ist der Träger des Verlanges nach dem Schöpfer
Blog-post: Männer, Frauen und die Korrektur der Seele

Der Unterschied zwischen spiritueller Korrektur und dem Einhalten der Rituale


Zwei Fragen zum Einhalten der Rituale:

Frage: Waren die großen Kabbalisten wie Yehuda Ashlag, Moses Cordovero und andere religiös? Und warum tragen Sie eine Kippah (Schädelkappe)?

Meine Antwort: Man muss zwischen Religion einerseits und den Traditionen oder der Kultur eines Volkes andererseits unterscheiden. Wenn Baal HaSulam das Wort „Religion“ benutzt, meint er nur die Kabbala, die für jeden bestimmt ist. Auf der anderen Seite verwendet er die Worte „Tradition“ und „Gebräuche“ bzw. „Ethik“ (Musar) für das, was wir in dieser Welt mit „Religion“ bezeichnen. Siehe auch den Artikel „Das Wesen der Religion und ihr Ziel“.

Daher schreibt Baal HaSulam, dass es auch noch nach der Korrektur der Welt, nachdem sich alles enthüllt hat und es keinen Platz mehr für „Glauben“ geben wird (denn „Jeder wird Mich kennen, vom Geringsten bis zum Größten“), die Traditionen und Gebräuche als Ausdruck der Kultur eines Volkes geben wird. Daher respektiere ich, der bereits in dieser Zukunft lebt, die Gebräuche meines Volkes – wie die Feiertage oder Rituale – nach wie vor. Und es ist auch der Grund, warum ich eine Kippah trage und die Rituale einhalte.

Nach der allgemeinen Korrektur aller Seelen in dieser irdischen körperlichen Form, verbinden sie sich zu der wahren Seele Adams in der Welt der Unendlichkeit. Gleichzeitig wird der Teil der Seelen, der ihnen ein Gefühl dieser Welt gibt, ebenfalls korrigiert und daher wird auch die Wahrnehmung der Materie verschwinden. Wir werden nur in Form einer einzigen Seele von „Adam“ existieren.

Frage: Warum gibt es spirituelle Handlungen, die wir auf einer irdischen Stufe einhalten sollen (wie Maaser bezahlen, studieren, verbreiten und die Gruppe) und andere, die wir nicht physisch einhalten müssen (wie z.B. die Tefillin anlegen)?

Antwort: Weil Handlungen wie Maaser zu bezahlen, zu studieren und zu verbreiten und die Gruppe real sind, wohingegen die anderen derzeit auf dem irdischen Level irrational sind, weil man noch keinen Massach (Schirm) für die richtige Einhaltung hat. Alle Handlungen, die eine Wirkung in dieser und in der Höheren Welt haben, betrachtet, werden auf ihrem Level bzw. auf dem nächst höheren Level realisiert. Die Gebräuche sollten von jenen eingehalten werden, die sie von Geburt an besitzen. Das gehört zur Kultur eines Volkes. Jene aus den Völkern der Welt (Nichtjuden), die spirituell fortschreiten wollen, müssen die irdischen jüdischen Gebräuche nicht einhalten.

Wenn Sie stufenweise einen Schirm entwickeln und mit ihm arbeiten können, wird dies die „Einhaltung der 613 Gebote“ (Korrektur Ihrer 613 Verlangen von „für sich selbst“ zu „für den Schöpfer“) genannt – durch 613 Korrekturen (Tariag Eitin) und 613 Füllungen (Tariag Pkudin). Sie werden selbst diese Gebote einhalten, denn es steht geschrieben: „Die Seele lehrt den Menschen“.

Verwandtes Material:
Blog-post: Die Bedeutung der Religion in unserem Leben
Blog-post: Warum trägt ein Kabbalist ein Schädelkäppchen?
Baal Hasulam Artikel: Aufbau der Gesellschaft der Zukunft
Kabbala Blog: Kabbalistische Definitionen: „eine Mizwa“

Das einzige Gebot ist Gleichheit mit dem Schöpfer


Eine Frage, die ich über den Unterschied zwischen Religion und der Kabbala erhielt:

Frage: Ist Studieren der Tora und Einhalten der Mizwot das gleiche wie religiös zu sein?

Meine Antwort: Ja

Frage: Wenn das Wort „religiös“ dogmatisch, erstarrt und verschlossen bedeutet, mag ich es nicht.

Meine Antwort: Aber der Zweck der Religion liegt im Bewahren, im sturen Einhalten. Dies ist exakt der Genuss, den jemand verspürt, wenn er religiös ist.

Frage: Aber die Art, wie ich zusammen mit Chassidut und Kabbala die Tora studierte und die Mizwot (Gebote) praktizierte, , scheint etwas sehr Kraftvolles und Wichtiges zu sein.

Meine Antwort: Es gibt keine Gebote in der Kabbala, außer der Gleichheit mit dem Schöpfer durch „Liebe Deinen Nächsten wie dich selbst“.

Frage: In der Tora gibt es einen enthüllten und einen verborgenen Teil und sie wirken gemeinsam. Fungieren demnach das kontinuierliche Torastudium und Praktizieren der Mizwot (von Juden und jenen, die sich davon angezogen fühlen) nicht als Plattform oder Fundament zum Studieren der Kabbala?

Antwort: Nein

Frage: Bewahren die traditionellen Praktiken nicht das verborgene kabbalistische Wissen, das noch enthüllt werden muss?

Meine Antwort: Nein

Frage: Oder sagen Sie, dass alles der alten Wege der Tora wie ein Mantel abgelegt werden muss und nur die Wissenschaft der Kabbala übrigbleiben sollte?

Meine Antwort: Ja

Frage: Ich möchte meine Frage erläutern und sagen, dass ich Ihre Einführung in die Kabbala auf Ihren Internetseiten auf eine wundervolle Weise als kraftvoll, bereichernd und notwendig erachte. Ich betrachte meine Gefühle ( konfliktreich, verwirrt und intensiv) als Teil meines Korrekturprozesses und ich habe diese Fragen voller Respekt und im Geiste des Wachstums und der Akzeptanz gestellt.

Meine Antwort: Vielen Dank!

Verwandtes Material:
Blog-post: Religion ist eine kulturelle Tradition, Kabbala ist die Methode der Korrektur
Blog-post: Religion und Kabbala sind Gegensätsen
Artikel: Unterschied der Kabbala von der Religion

Kabbala ist für alle!


Eine Frage, die ich erhielt: Nach einem Leben des Studierens und Suchens konvertierte ich vor fünf Jahren zum Judentum. In diesen vergangenen Jahren war ich von der Tora und ihrem Pardes eingeschüchtert. Nun bin ich aufgrund Ihrer Vorträge zu einer gefährlichen Frage gekommen. Wenn Bore Olam (der Schöpfer) sagt: „Meine Gedanken sind nicht deine Gedanken“ und die Weisen sagen, die Tora sei die Weisheit des Bore Olam, also seine Gedanken, bedeutet das, die Juden haben all das während der letzten tausend Jahre falsch verstanden und meine Suche hat mich in Wirklichkeit zum falschen Platz gebracht?

Meine Antwort: Der Mensch wurde von Beginn an egoistisch geschaffen. Seine Gedanken sind im Gegensatz zu den Gedanken des Schöpfers. Die kabbalistische Gruppe (Abrahams Studenten) wurde aufgrund ihres Strebens „das Volk Israel“ genannt. Isra-El – direkt zum (Ähnlichkeit mit dem) Schöpfer. So lebten sie, bis sie vom spirituellen Niveau des „Liebe Deinen Nächsten wie dich selbst“ in den Egoismus abfielen. Das wird die Zerstörung des Tempels genannt.

Seither existierte diese Gruppe im Exil vom spirituellen Niveau – im Egoismus und „unbegründeten Hass zueinander“. Anstatt zum Schöpfer zu gelangen, ist Er vor ihr verborgen. Anstatt direkter Kommunikation mit Ihm gibt es die Religion. Anstatt der gemeinsamen Handlung mit dem Schöpfer (Korrektur und Anheftung) führt sie auf dem Egoismus basierende mechanische „Gebote“ aus (Mizwot Anashim Melumeda – mechanische Handlungen, die uns von Kindheit an beigebracht und automatisch ausgeführt werden.)

Niemand trägt die Schuld an diesem Zustand der Nation – der Verderben musste geschehen. Aber heute (seit bereits fast 100 Jahren schon) sind wir verpflichtet, mit unserer eigenen Korrektur und dadurch aus dem Exil heraus zu kommen. Jene, die sich dem widersetzen, sind die Widersacher der Nation, der Welt und des Schöpfers.

Dazu sollten Sie gerade die Kabbala studieren. Es ist egal, welcher Religion Sie angehören. Kabbala ist für alle!

Verwandtes Material:
Blog-post: Tauche in die Wasser des Schenkens ein und du wirst rein werden
Baal HaSulam Artikel: Matan Torah (Gabe der Tora)
Baal HaSulam Artikel: Exil und Erlösung
Artikel: Erbe das Land

Warum Braucht ein Mann in der Kabbala eine Frau?


Zwei Fragen, dich ich über spirituelle Partnerschaften erhielt:

Frage: Warum braucht ein Kabbala studierender Mann eine Frau und wie kann er sie richtig „nutzen“?

Meine Antwort: Jede Person in unserer Welt hat:

1) Körperliche Verlangen nach Nahrung, einer Familie und Sexualität
2) Soziale Verlangen nach Reichtum, Macht, Ruhm und Wissen

Die Verlangen nach einer Familie und Sexualität werden mit einem Partner entweder in der Absicht nach egoistischem Vergnügen realisiert oder in der Absicht, sie als ein Gebot auszuführen, d. h. um den Schöpfer zu erreichen.

Das Verlangen nach Spiritualität wird durch die weiblichen und männlichen Teile der Menschheit als Ganzes gebildet. Alle Männer gleichen Adam und alle Frauen ähneln Eva. Deshalb muss man den Lebenspartner auch als einen Partner auf dem spirituellen Pfad sehen. Das ist möglich – und gut – wenn Ihr Partner mit Ihnen diesbezüglich zusammenarbeitet.

Frage: Welche Artikel eignen sich am besten, um sie seiner Frau vorzulesen, wenn sie sich das von ihrem Mann wünscht?

Meine Antwort: Die Textstellen aus Artikeln von Baal HaSulam und Rabash, die für euch beide interessant sind.

Verwandtes Material:
Blog-post: Erfüllung kann nur spirituell sein
Blog-post: Mann, Frau und die Göttlichkeit zwischen ihnen
Blog-post: Muss man verheiratet sein, um Kabbala zu studieren?
Artikel: Mann und Frau – Unsere wahre Natur
Baal HaSulam Artikel
Rabash Artikel

Der Unterschied zwischen dem „Buchstaben des Gesetzes“ und dem „Geist des Gesetzes“


News Report: „Das Wirtschaftstudium im Geiste des Judaismus.“

Das Institut für High Technology in Jerusalem, „Machon Lev“, bietet einen einzigartigen Kurs an, den die Studenten mit einem Mastertitel für Wirtschaft abschließen können. Der Kurs beinhaltet das Studium ökonomischer Aspekte der Jüdischen Halacha, die sich auf die Gebote der Tora gründen.

In der Tora gibt es viele Gebote und Anleitungen, die ökonomische Zusammenhänge regulieren: „Halte nicht den Lohn eines Arbeiters zurück“, „Verlange keine Zinsen oder verleih kein Geld gegen Zinsen“, „Verwende keine falschen Waagen, um Menge oder Gewicht zu bestimmen“, „Setze deinen verarmten Nachbarn nicht unter Druck, indem du ihn dazu nötigst, seine Schulden bei dir zurückzuzahlen“, und vieles mehr.

Mein Kommentar: Wenn sie sich an die wirklichen Grundsätze der Tora hielten – dem Gebot „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, und es zur Basis aller Beziehungen machten, wären alle sonstigen Regeln und Vorschriften überflüssig. Doch stattdessen studieren sie, wie man sein Geschäft korrekt egoistisch führt.

Das ähnelt der Art, wie Leute versuchen, mit anderen „anständig zu sprechen“, um einen Slang (Lashon Ra) zu vermeiden, anstatt ihre Herzen auf die Nächstenliebe auszurichten. Wenn sie Letzteres ernst nähmen, würde selbstverständlich auch alles, was sie sagen, gut sein. Doch anstatt dass sie ihre Herzen korrigieren, lernen sie Geschäfte und Kommunikation „nach Vorschrift“ zu gestalten. Daran gibt ess nichts auszusetzen, aber es ist der Tora entgegengesetzt!

Das ist der Unterschied zwischen Kabbala und Religion: Die Religion beabsichtigt nicht, den Menschen zu korrigieren, denn ihr fehlt das Instrument für die Korrektur – die Kraft des Lichts. Andererseits bezieht sich die Kabbala nur auf dieses Ziel: den Menschen zu korrigieren und ihn auf ein schöpfergleiches Niveau zu erheben, denn nur in der Kabbala liegt die Kraft dafür (siehe Baal HaSulams Einführung in die Zehn Sfirot). Das ist der Unterschied in den Zielen. Der Sinn des Lebens in der Religion liegt darin, „anständig und ordentlich“ in der Gesellschaft zu funktionieren, wohingegen der Sinn des Lebens gemäß der Kabbala darin liegt, Anerkennung durch den Schöpfer zu finden.

Anhang: Baal HaSulam, Artikel Das Wesen der Religion und ihr Ziel
Viele irren sich und vergleichen unsere heilige Tora fälschlicherweise mit dem System „Mussar“ (= Ethik und Moral). Doch das geschieht aus dem Grunde, dass sie seinerzeit nicht den Geschmack der Religion gekostet haben. Und ich rufe sie auf: „Kostet und sehet, dass der Schöpfer gut ist“. Ehrlich gesagt sind sowohl die Ethik als auch die Religion auf eines ausgerichtet – den Menschen aus dem Schmutz der vergifteten Eigenliebe auf die erhabene Spitze der Nächstenliebe zu erheben.

Und damit einhergehend sind sie so weit voneinander entfernt, wie die Gedanken des Schöpfers von den Gedanken der Geschöpfe. Denn die Religion entstammt den Gedanken des Schöpfers, und das System „Mussar“ ist Frucht der Gedanken von Fleisch und Blut, und ihrer Lebenserfahrung. Der Unterschied zwischen ihnen ist offensichtlich, sowohl in den benutzten Mitteln, als auch im Endziel.

Denn die Erkenntnis von Gut und Böse, welche sich in uns bei der Nutzung des ethischen Systems entwickelt und entfaltet, hat einen relativen Bezug zum Erfolg der Gesellschaft, während die Nutzung der Religion in unserer Erkenntnis von Gut und Böse einen relativen Bezug zum Schöpfer allein hat. Das heißt von der Unterscheidung vom Schöpfer bis hin zur Identifikation mit Seinen Eigenschaften, was als „Verschmelzung“ bezeichnet wird,

Das Ziel der Ethik besteht im Glück der Gesellschaft, wie es vom praktischen Verstand, welcher sich auf die Lebenserfahrung stützt, verstanden wird. Die Kabbala erlaubt einem Menschen jedenfalls die Liebe zu anderen zu erreichen und so Ähnlichkeit und Anheftung an den Schöpfer zu erlangen. Und dadurch kann ein Mensch auch aus dieser kleinen und engen Welt von Schmerzen und Hindernissen in die unendliche Welt des Schöpfers gelangen.

Daraus folgt, dass nur die wahre Religion (Kabbala) zur Korrektur des Menschen dient. Und das Ziel kann erreicht werden, während der Mensch noch in dieser Welt lebt. Wenn jemand nicht Gleichheit der Form mit dem Schöpfer erlangt hat, stirbt er gleich wie er geboren wurde und hat nichts in seinem Leben erreicht.

Verwandtes Material:
Blog-post: So lesen sie die Tora richtig!
Artikel: Die verborgene Bedeutung der Bibel
Baal HaSulam Artikel: Matan Tora (Gabe der Tora)
Kabbala Heute, Seite 7: Kabbala erklärt die Bibel
 

Die einzigartige Kraft der Kabbala


Das Höhere Licht leuchtet für jeden, der sich in das Studium der Weisheit der Kabbala vertieft, auch wenn er es nicht spürt, denn er ist noch nicht ausreichend korrigiert, um dieses Licht in seinem Inneren zu empfangen. Trotzdem korrigiert ihn diese Erleuchtung von Oben und bereitet ihn stufenweise auf das Empfangen des Lichtes vor.
Baal HaSulam, Einführung in die Lehre der Zehn Sfirot, Punkt 155

Alle Hürden, die ein Mensch erfährt, kommen von Oben, damit sie seine spirituelle Entwicklung vorantreiben – daher ist er mit seinem derzeitigen Entwicklungsstand nie zufrieden. Nur jenen, die der Schöpfer näher an Sich heranbringen möchte, schickt er Hilfe, um ihnen zu zeigen, dass sie spirituell nicht fortschreiten und Er gibt ihnen ebenfalls Gedanken, die sie an Ihm – dem Schöpfer – zweifeln lassen.
Baal HaSulam, Shamati, Es gibt nichts außer Ihm

Das Schöpfungsziel besteht darin, den Geschöpfen Freude zu schenken, und solange ein Mensch nicht alle Freuden empfängt, die der Schöpfer für ihn vorgesehen hat, hat er das Schöpfungsziel nicht erreicht.
Rabash, Das Wesen und die Korrektur der Schöpfung

Es ist die Aufgabe des Menschen, durch eigene Korrektur das Schöpfungsziel zu erreichen. Die Korrektur liegt darin, die Eigenschaft des Schenkens zu erlangen. In dem Ausmaß, wie ein Mensch über diese Eigenschaft verfügt, empfängt er das, was der Schöpfer für ihn vorgesehen hat.
Rabash, Das Wesen und die Korrektur der Schöpfung

Ein Mensch muss nicht nur sein Außen sondern auch sein Innen korrigieren – sein „Ich“, seinen Egoismus. Dies kann nicht durch äußere Handlungen geschehen – durch Fasten oder Einschränkung. Im Gegenteil: Der Egoismus liebt solche Einschränkungen, denn er kann auf sie stolz sein. Die Korrektur liegt darin, seine Bedeutungslosigkeit gegenüber den Freunden zu spüren – jenen, mit denen er die Kabbala studiert – aber keinesfalls gegenüber anderen.
Baal HaSulam, Pri Chacham – Briefe, S. 75

Ein kleines Loch im Herzen reicht, damit ein Mensch sich wieder dem Schöpfer zuwendet, doch nur unter der Voraussetzung, dass die Nadel in lebendem Fleisch steckt und nicht in totem.
Rabbi Menachem Mendel (Der Kotzker Rebbe), Es gibt nichts Vollkommeneres als ein gebrochenes Herz, S. 30

Der Heilige Krieg ist kein Krieg zwischen den Menschen, sondern er findet in dir selbst statt. Er bricht dann aus, wenn du gegen deine dunkle Seite ausholst und deiner guten Seite sagst: „Wachse!“
Rav Kook, Maamarei Reiya, 508

Zahlreiche falsche Doktrinen gibt es vor der Ankunft des Messias. Du kannst dich vor ihnen schützen, indem du jeden Tag den Sohar studierst. Auch wenn du kein einziges Wort dieses Buches verstehst, wird es dennoch dein Herz reinigen.
Or Jasharim, Mira Dah’ya

Wenn man eine Stunde lang das Buch Sohar studiert, hat man mehr davon, als ein Jahr lang den einfachen Kommentar darüber zu lesen.
Kisseh Melech, Tikun 43, Kapitel 60

Der Schöpfer hat keine größere Freude, als wenn die Menschen Kabbala studieren. Eigentlich wurde der Mensch nur dazu erschaffen, die Kabbala zu studieren.
Rabbi Chaim Vital, Einführung zu Shaar HaHakdamot

Während der Schöpfer sich verhüllt, erlaubt Er das Böse – jedoch nicht bis zur völligen Zerstörung der Welt. Dadurch enthüllt manch einer erst später die Einzigkeit des Schöpfers und die Korrektur alles Bösen durch Seine allmächtige Kraft.
Ramchal (Moshe Chaim Luzzato), Da’at Tevunoth, S. 185

Es gibt keine einzige Handlung, die nicht vom Höheren Licht kommt.
Ramchal, Adir BaMarom, S. 227

Alle Gebote dienen dazu, das Herz zu korrigieren, obwohl sie von physischen Handlungen sprechen oder in Versen zitiert werden – aber der Schöpfer will nur die Korrektur der Absichten im Herzen eines Menschen.
Abraham ben Meir ibn Ezra, Yesod Mora, S. 8

Gibt es einen Höheren Richter?


Drei Fragen, die ich über die rituellen Gebote und Kabbala erhielt:

Frage: Zu meinem Bedauern wurde ich in einer Familie groß, die die jüdischen Traditionen aufrechterhielt, und ich studierte sogar auch in einer Yeshiva. Nun bin ich völlig säkular, ich halte mich nicht an die Traditionen und bin eigentlich ganz und gar zufrieden. Ich befinde mich aber unter Druck von der Außenwelt, die Gebote auf der physischen Ebene einzuhalten. Könnten Sie mir wohl einen Rat geben, wie ich damit fertig werden kann und wie ich ständige Spannungen deswegen mit meiner Frau vermeiden kann (ich bin verheiratet und habe vier Kinder)?

Meine Antwort: Wenn jemand traditionell aufwuchs und an Belohnung und Strafe glaubt, dann ist es sehr schwierig, die alten Gewohnheiten nicht mehr einzuhalten. Ihre Frau glaubt, dass Sie durch das Einhalten der irdischen Gebote die kommende Welt für sie und ihre Kinder verdienen, und Sie einer Belohnung und der Güte des Schöpfers sicher sind. Dadurch hat sie das Gefühl, dass ihr Leben einen Sinn hat, und es gibt ihr Lebensenergie. Nehmen Sie es ihr nicht weg! Wenn Sie mit ihr zusammen sind, dann machen Sie das, worum sie Sie bittet.

Frage: Ich wurde als orthodoxer Jude geboren und aufgezogen. . Ich möchte Kabbala studieren, aber ohne die 613 Mizwot einzuhalten. Es fühlt sich wie eine große Bürde an, so viele Mizwot einzuhalten. Gleichzeitig finde ich die Vorstellung, Kabbala zu studieren sehr interessant und auch die vielen Konzepte, die Sie auf Ihrem tollen Blog darbieten. Wie soll ich nun an diese Sache herangehen?

Meine Antwort: Studieren Sie Kabbala gleichzeitig mit der restlichen irdischen Tora, ohne irgendetwas an Ihrem Lebensstil zu ändern. Wir akzeptieren keine orthodoxen Juden oder noch weniger die Kipot Srugot (gestrickte Yarmulke) in unserer Kerngruppe, aber ein virtuelles Studium ist durchaus Ihr Recht.

Frage: Ich kam zur orthodoxen Religion und verliess sie wieder, nachdem ich den Schöpfer nicht gefunden und gemerkte hatte, dass ich auf dem falschen Weg war. Meine Frage ist: Gibt es so etwas wie einen Höheren Richter und Gericht sowie Belohnung und Bestrafung, so wie die Orthodoxen es glauben?

Meine Antwort: Hier ist, was existiert:

1. Der Schöpfer, das Naturgesetz;
2. das Geschöpf; und
3. die Verbindung zwischen ihnen.

Das Ziel der Schöpfung ist, die Verschmelzung mit dem Schöpfer zu erlangen. Und das Mittel dazu ist, das Geschöpf von seinem Zustand „um seiner selbst willen“ zum „um des Schöpfers willen“ zu bringen. Dann wird der Schöpfer innerhalb des Geschöpfes enthüllt. Darüber spricht die Kabbala und das existiert.

Verwandtes Material:
Blog-post: Der Schöpfer hat weder Arme noch Beine
Blog-post: Religion und Kabbala sind Gegensätze
Blog-post: Warum gibt es so viele Worte in der Tora?
Kabbala Blog: Kabbalistische Definitionen: Eine Mizwa
Baal HaSulam Artikel: Das Wesen der Religion und ihr Ziel
Artikel: Die verborgene Bedeutung der Bibel

Die Ursache für das Versagen


Ich sehe die Ursache für das Versagen, die Natur des Menschen zu korrigieren, in der Vernachlässigung des Lichtes des Schöpfers durch die Menschen sowohl in ihren Herzen als auch im Verstand. Alle Menschen wenden sich nur der Befolgung von dummen Handlungen zu, als ob es möglich wäre, die Gebote nur mit dem Körper zu befolgen, ohne die Seele.

Rav Kook, Briefe, Ausgabe 1, Seiten 160-161