Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Füllung'

Wenn der Schöpfer aus der Wahrnehmung verschwindet …

Frage: Warum wird der Zuwachs an Egoismus in der Vorbereitungsphase nicht als großes Verlangen wahrgenommen?

Antwort: Ein größeres Verlangen zu empfangen, das zum Menschen kommt, senkt ihn von seiner Stufe herab. Doch er empfindet es nicht als größeren Egoismus, sondern als zusätzlichen Genuss.

Das neue Verlangen zu empfangen, das sich offenbart, gibt ihm diese Möglichkeit und verpflichtet ihn gewissermaßen dazu. Er spürt nicht, dass das Verlangen gewachsen ist, sondern dass der Genuss intensiver sein kann, wenn er sich am Genuss selbst ausrichtet und nicht am Gebenden.

Was verdirbt die Verbindung zum Schöpfer? Das neue Verlangen! Es löscht nicht den Genuss aus, sondern die Empfindung des Gebenden. Würde der Genuss verschwinden, würde der Mensch Leere empfinden und sofort erwachen. Stattdessen bleibt die Füllung bestehen, aber der Schöpfer verschwindet aus der Wahrnehmung.

Zudem betört die Süße des Genusses den Menschen. Allmählich gewöhnt er sich an diesen Zustand: Er empfängt Genuss für sich selbst, selbstverständlich nicht um des Schöpfers Willen, da er sich noch im Zustand „Lo Lishma“ befindet. Gleichzeitig möchte er jedoch unter keinen Umständen die Verbindung zum Schöpfer verlieren und sucht unaufhörlich nach ihr.

Er möchte spüren, dass er sich in der Welt des Schöpfers befindet – in einer Art Sphäre, die vom Schöpfer erfüllt ist – und versucht ständig, diesen Zustand aufrechtzuerhalten. Das sind die Anstrengungen. Er bemüht sich mit allen möglichen Mitteln und schließlich füllt die Summe seiner Anstrengungen sein „Gefäß“ und er überquert den Machsom.

Was die Abstiege auf diesem Weg betrifft – daran lässt sich nichts ändern. Wie viele es sein werden? Niemand weiß es. Es ist unmöglich zu sagen, wie viel Zeit zwischen Aufstiegen und Abstiegen vergeht, denn das hängt bereits vom Menschen selbst ab – darin liegt seine Anstrengung und seine Wahl.

[354551]

Aus dem Unterricht zu einem Artikel von Rabash.

 

Geld allein macht nicht glücklich

Anmerkung: Im Rahmen langjähriger Studien haben Wissenschaftler aus Großbritannien herausgefunden, dass ein hohes Einkommen einen Menschen nicht glücklich macht. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Personality and Social Psychology Bulletin“ veröffentlicht.

Antwort: Auch wenn die Menschen wissen, dass „Geld alleine nicht glücklich macht“, wollen sie dennoch Geld. Wenn du einen Menschen von heute fragst, was er lieber hätte, Geld oder Glück, denke ich, er würde antworten: „Geld. Mit Geld kann ich mir dann auch Glück kaufen.“

Der Egoismus, der sich derzeit in der gesamten Menschheit offenbart, braucht außer Geld nichts. Früher waren die Menschen nicht so egoistisch. In ihnen entstanden auch andere Bestrebungen, ihr Egoismus verlangte keine so allumfassende Erfüllung.

Anmerkung: Sie widerlegen also gewissermaßen diese Studie, in der es heißt, dass Menschen Familie, Kinder und Freunde als Glück betrachten.

Antwort: Sie sind zu diesem Fazit gekommen, nachdem sie sehr gründlich geprüft hatten, ob man alles mit Geld kaufen kann, und festgestellt haben, dass das nicht funktioniert.

Aber wir haben unsere absolute Entwicklung noch nicht vollendet. Wir befinden uns in der letzten Phase, die noch nicht abgeschlossen ist. Die Menschheit erkennt bereits, dass Geld kein Glück bringt und dass Glück letztendlich wichtiger ist als Geld.

Aber andererseits: Wenn das Glücksgefühl nicht auf einer materiellen Grundlage beruht, dann ist dieses Gefühl unecht. Das ist genauso, als würdest du dir eine Droge spritzen: „Ich bin glücklich“. „Was ist los?! Warum, wie, was?!“ – „Glücklich“.

Du hast eine Art Spritze bekommen und wirst von einer Welle der Wonne überflutet. Du spürst kein Leid und keine Leere mehr, musst nach nichts streben und nichts unternehmen. Du kannst nicht einmal das Leiden und die Wünsche anderer Menschen verstehen. Du kannst mit niemandem verbunden sein! Du stehst einfach wie ein Idiot mitten in der Welt und dir geht es gut.

Frage: Heißt das also, dass Glück die Entwicklung aufhält?

Antwort: Natürlich! Hätten die großen Künstler, Schriftsteller und Musiker nicht gelitten, wären sie nicht innerlich unglücklich gewesen – egal, ob sie ein Stück Brot hatten oder nicht – unglücklich in ihrer inneren Suche, in ihren Leiden, hätten sie dann überhaupt etwas geschaffen?! Niemals! Glück liegt also nicht in der Definition, die wir ihm sofort zuschreiben.

Glück kann man nur im Gegensatz zum Unglück empfinden, nur im Gegensatz zur Suche, zum Leiden, wenn du strebst und erreichst, strebst und erreichst! Aber wenn du strebst und erst später erreichst, was du gestrebt hast, ist das kein Glück!

Glück umfasst sowohl das Leiden als auch die Freude darüber. Dieser Zustand wird nur in der Kabbala erreicht, wenn die Leere nicht gefüllt wird, sondern wenn sich über ihr eine Füllung aufbaut. Sowohl die Leere als auch die Füllung existieren dauerhaft! Nehmen wir an, ich sehne mich nach etwas und empfinde durch dieses Verlangen Freude und Erfüllung.

Glück ist, wenn wir es richtig definieren, kabbalistisch gesehen, in seiner wahren Form, gleichzeitig ein Zustand absoluten Unglücks und absoluten Glücks, eine Leere und eine Fülle, die sich gegenseitig nicht annullieren.

Dann brauchst du das wirklich nicht mit Geld oder Ähnlichem zu ersetzen, denn deine Leere wird gefüllt und bleibt dabei doch eine Leere. Zum Beispiel isst du etwas und sehnst dich trotzdem die ganze Zeit danach, du trinkst etwas und sehnst dich die ganze Zeit danach, du siehst etwas und sehnst dich die ganze Zeit danach. Das heißt, die Genüsse hören nicht auf, sondern nehmen nur immer weiter zu – und in demselben Maße nimmt die Leere ebenfalls zu!

Das ist die Wissenschaft der Kabbala! Die Wissenschaft, das wahre Glück zu erlangen. Dabei führt dich das Gefühl des ständigen Glücks zum Gefühl der Ewigkeit!

[#180565]

Aus der TV-Sendung „Nachrichten mit Michael Laitman“

 

Zum Fest der Liebe

Frage: Der 15. Aw gilt laut jüdischer Tradition als Fest der Liebe. Die Menschen suchen ihr ganzes Leben lang nach Liebe. Man kann sagen, dass sie das begehrteste Gut ist. Es ist nicht leicht, sie zu finden und doch gibt der Mensch nicht auf und setzt seine Suche fort.

Selbst nach einer Enttäuschung, verlieren sie nicht die Hoffnung, von vorne anzufangen und eine neue Liebe zu finden. Man sagt, dass Liebe ein Wunder sei. Was macht die Liebe so anziehend, dass wir für sie zu allem bereit sind?

Antwort: Die Menschen suchen nach Liebe und können sie in dieser Welt nicht finden. Denn Liebe ist das Ergebnis der Verbindung unseres Verlangens, unserer Basis und seiner Erfüllung. In der Kabbala wird das Verlangen als Gefäß bezeichnet und das Licht als Füllung, denn die Schöpfung ist das Verlangen und der Schöpfer ist die Füllung.

Wir müssen diesen Zustand vollständig begreifen, damit unser Verlangen mit dem höheren Licht erfüllt wird und sich auf der Stufe der Höheren Kraft erhebt, indem es sich quantitativ und vor allem qualitativ entwickelt. Deshalb jagen wir ständig der Liebe hinterher.

Um zu verstehen, was Liebe wirklich ist, müssen wir auf die spirituelle Wurzel schauen, denn ohne sie können wir nicht verstehen was geschieht. Es gibt ein wichtiges Phänomen in unserem Leben das alle erfasst, denn niemand kann sich von der Liebe befreien und gleichzeitig weiß niemand, was sie wirklich ist.

Es wurden unzählige Romane und Bücher geschrieben, viele Filme gedreht, die ganze Menschheit dreht sich nur um das Thema Liebe, aber niemand weiß, was sie ist. Das liegt daran, weil die Liebe aus einer höheren Quelle stammt – vom Schöpfer, der die niedere Kraft, also die Schöpfung, erschaffen hat, damit diese sich dem Schöpfer annähert und sie in Liebe vereint.

Was könnte schöner sein! Das ist eine sehr bewegende Geschichte: Die höhere Kraft hat uns alle erschaffen, damit wir uns ihr nähern, uns umarmen und in Liebe verbinden. Wir verstehen aber nicht, was diese Liebe ist, denn sie muss wahrhaftig sein. 

Alle träumen von wahrer Liebe, besonders Frauen. Frauen spüren ein größeres Bedürfnis nach Liebe, aber auch sie wissen nicht, was sie wirklich ist.

Wahre Liebe bedeutet, dass man den anderen liebt und nicht sich selbst! Man erfüllt seinen Partner und man wird nicht durch ihn erfüllt. Es geht also überhaupt nicht um Sexualität, sondern darum, dass man alle Wünsche des anderen erfassen möchte und sich daran erfreut, ihn zu erfüllen. Das ist Liebe.

Eine solche Liebe kann völlig unabhängig von der Beziehung zwischen Mann und Frau sein. In der Kabbala werden der Gebende als „männlich“ und die Empfangende als „weiblich“ bezeichnet, unabhängig vom biologischen Geschlecht. Dieses Prinzip ist spirituell und geht über körperliche Unterschiede hinaus.

Um wahre Liebe zu erfahren, muss man sich über seinen Egoismus erheben. Man liebt nicht, weil es als angenehm oder schön erscheint, nicht wegen des Aussehens oder den Eigenschaften des anderen.

Man achtet weder auf ein schönes Gesicht, Beine, Haare, noch auf äußere oder innere Eigenschaften der Frau. Man sucht danach, wie man sie erfüllen kann, indem man sich über jede egoistische Einstellung ihr gegenüber erhebt.

In diesem Sinn kann auch ein Mann das Objekt spiritueller Liebe sein. Die Kabbala spricht von der Liebe zu Freunden, einer Verbindung, die weder körperlich noch intim ist, sondern auf gegenseitigem Geben beruht. Liebe bedeutet, dass jeder bereit ist, sein inneres Verlangen zu offenbaren, damit es vom anderen erfüllt werden kann und umgekehrt. So entsteht eine gegenseitige, bedingungslose Verbindung, die man als Verschmelzung bezeichnet.

Man spürt die innersten Wünsche seines Nächsten und bemüht sich, sie zu erfüllen, während er dasselbe für mich tut. Dabei spielt es keine Rolle, ob jemand Mann oder Frau ist, diese Art von Liebe ist rein spirituell und unabhängig von Körper oder Geschlecht.

In einer solchen Liebe kann es nicht einen geben der liebt und einen anderen der geliebt wird. Jeder ist gleichzeitig Gebender und Empfangender.

[163876]

Aus dem 601. Gespräch über das neue Leben

 

Wie kann man das spirituelle Feld erfassen?

Kommentar: Wenn Sie über spirituelle Bilder sprechen, beschreiben Sie oft, dass wir uns selbst im Moment anders wahrnehmen. Sie versuchen jedoch, diese Erfahrungen zu erklären und in bestimmte Formen zu fassen.

Frage: Angenommen, ich frage Sie, wie man das Spirituelle übertragen kann. Im visuellen Sinne ist das schwierig. Gibt es vielleicht Allegorien oder Kategorien, die dabei helfen?

Antwort: Ich verwende das Wort „Feld“ als eine solche Allegorie.

Frage: Unter „Feld“ verstehen Sie Wellen und Vibrationen in der Luft?

Antwort: Nein, es ist ein Raum, der mit etwas gefüllt ist, in dem man sich bewegen kann. Je nachdem, wo sich der Mensch in diesem Raum befindet, nimmt er seine neuen Eigenschaften wahr.

Und dann beginnt der Mensch zu verstehen, dass diese Wahrnehmung nicht dadurch geschieht, dass sich das „Feld“ bewegt, sondern weil diese Bewegungen im Grunde seine eigenen sind. Das Feld – es ist ständig vorhanden, und darin gibt es nichts anderes als Liebe.

Frage: Aber dieses Feld ist unendlich. Und ist der Mensch nur ein Element, das sich darin bewegen kann?

Antwort: Ja, der Mensch ist ein endlicher Punkt, ein Detektor.

Frage: Aber wie kann man das ganze Feld erfassen, wenn man nur ein kleines Element ist?

Antwort: Selbst wenn der Mensch sehr klein ist, kann er, wenn er die gleiche Eigenschaft der Liebe besitzt wie das Feld, die Barriere überwinden. Dann gibt es keine Trennung mehr zwischen ihm und dem Feld, und er kann sich vollständig mit ihm verbinden, es wahrnehmen und erfassen.

[#342496]

Aus dem Gespräch „Mein Telefon klingelte. Spirituelle Bilder“

 

Baal HaSulam. Das Buch „Die Früchte der Weisheit. Briefe“. Brief 1. Teil 1

“…Und nur denjenigen, die dem Schöpfer wirklich nahe sind, wird zuerst die Erkenntnis der persönlichen Lenkung offenbart, dass Er ihnen das alles Selbst sendet – sowohl das Gute als auch das Schlechte, alles kommt gleichermaßen von Ihm, und dann, wenn sie es begreifen (nicht nur im Verstand, sondern in der Offenbarung) , verschmelzen sie mit der persönlichen Lenkung, denn wer mit dem Höchsten verschmilzt, wird Ihm gleich. “

Wenn ich in der Lage bin, mit der Höheren Lenkung, mit dem Schöpfer zu verschmelzen, dann werde ich wie Er. Oder umgekehrt, wenn ich in der Lage bin, wie Er zu werden, dann verschmelze ich in diesem Maße mit Ihm, mit Seiner Lenkung.

“Und da das Lenkende und die Lenkung im Verständnis des Menschen vereint sind, ist die Unterscheidung zwischen schlecht und gut völlig ununterscheidbar, und alle sind liebend, korrigiert (finden sich selbst so), weil alle ein Gefäß des Schöpfers sind (von Ihm erfüllt), bereit zu leuchten und stolz auf seine Füllung zu sein.”

Das heißt, der Mensch spürt, dass er vom Schöpfer erfüllt ist. Wir sind so geschaffen, dass wir, wenn wir Ihn spüren, nichts anderes wollen. So ist auch unser KIi (Gefäß). Es wird durch Licht geschaffen. Sobald das Licht es erfüllt, verschwinden absolut alle Mängel: auf physischer, moralischer, materieller und natürlich spiritueller Ebene.

Werden Kabbalisten nicht krank, sterben sie nicht, leiden sie nicht? Natürlich tun sie das. Aber sie bewerten es aus einer ganz anderen Perspektive. Die Leiden, die den Kabbalisten durchlaufen, werden von ihm mit der Rechtfertigung des Schöpfers bewertet, er ist trotz dieser Leiden in die Höhere Leitung einbezogen.

Und in dem Maße, in dem das Gefäß mit Licht, (die Schöpfung durch den Schöpfer) gefüllt wird, wird die Erkenntnis geboren, dass alles, was geschehen ist, alle Handlungen und alle Gedanken, sowohl die schlechten als auch die guten, ein Gefäß, ein Aufnahmegefäß des Schöpfers sind, und Er hat sie erschaffen, und aus Ihm sind sie hervorgegangen, und dies wird allen am Ende der Korrektur bekannt sein.

Wenn das Licht nicht nur jeden einzelnen, sondern das gesamte gemeinsame Kli vollständig ausfüllt, dann erst wird die gesamte Lenkung offenbart werden – von seinem Anfang bis zu seinem Ende.

Aber bis dahin ist es ein langes und schreckliches Exil. Und die Hauptsache ist, dass ein Mensch, wenn er eine unwürdige Handlung sieht, vermeintlich unrein, falsch aus Sicht des Schöpfers, von der spirituellen Stufe herabfällt…..

Das heißt, er denkt, dass es nicht der Schöpfer ist, dass der Schöpfer nicht daran beteiligt ist – ich selbst oder eine andere Kraft. Er scheint den Schöpfer rechtfertigen zu wollen.

– Wie kannst du sagen, dass es vom Schöpfer kommt! Der Schöpfer hat sechs Millionen verbrannt?!, (Chabad Rebbe bei unserem Interview im amerikanischen Radio) – er hat sich gerade verschluckt.

– Ja. Ja! Und nicht weniger schreckliche Leiden, die unsere ganze Menschheit in all den Jahrtausenden ihrer Entwicklung durchlaufen hat, – auch von Ihm. Und woher kamen sie denn sonst?

Baal HaSulam schreibt darüber in seinem Brief. Der Schöpfer kümmert sich nicht um das Leiden des Körpers. Der Körper ist gezwungen, zu leiden. Bis der Mensch aus ihm herauskommt, wird er immer noch leiden. Durch keine Tricks können wir es vermeiden, nur indem wir uns über den Körper erheben. Das ist es, was er schreibt – „ki bishwil se nolad“ (weil er zum Leiden geschaffen wurde).

Und die Hauptsache ist, dass der Mensch, wenn er eine unwürdige Handlung sieht, sofort von der spirituellen Stufe herabfällt und vergisst, dass er nur ein Werkzeug in den Händen des Schöpfers ist , dass der Schöpfer in Wirklichkeit in ihm ist und handelt, weil er sich einbildet, in dieser unwürdigen Handlung unabhängig zu handeln (als ob er es unabhängig getan hätte – ich bin es, nicht der Schöpfer), und die Quelle aller Ursachen vergisst….

Dieses Vergessen wird uns absichtlich von oben gegeben. Absichtlich wird der Schöpfer vor uns verborgen. Angeblich ist es nicht Er, der das tut. Nicht weil Er sich vor uns schämt, weil Er all die negativen Dinge in unserem Leben durch den Mangel an Seinem Licht verursacht – nicht deswegen. Er muss sich nicht vor uns schämen. Sondern damit wir die Einheit Seiner Herrschaft entdecken können.

Und der Mensch denkt, dass unwürdige Handlungen von ihm (dem Menschen) kommen, stellt sich vor, dass er in diesen unwürdigen Handlungen unabhängig handelt, und vergisst die Quelle aller Ursachen, und dass alles von Ihm kommt, und dass es niemanden gibt, der im Universum handelt, außer Ihm.

Das ist unser Problem. Wenn wir in der Lage wären, den Schöpfer innerlich festzuhalten – Er ist und wirkt in mir, zumindest bis zum Beginn seiner Entfaltung in mir (dies ist bereits der Entwicklungszustand des Embryos) – wäre es leichter, in diesem Zustand zu bleiben. Dieser Übergang von Machsom, den wir uns alle wünschen, ist die Verbindung zum Gefühl des Schöpfers in mir. Nicht nur in mir, sondern auch außerhalb – hinter allem, was mich umgibt.

Und das muss klar erlernt werden, denn es ist zwar bekannt – und ihr hört es jetzt von mir – aber es wird nur als Erstinformation gegeben, und deshalb wird ein Mensch im richtigen Moment nicht in der Lage sein, dieses Wissen zu besitzen.

„Im richtigen Moment“ ist der Moment, in dem der Schöpfer dem Menschen eine Handlung gibt, in der er sich mit Ihm verbinden kann. Aber da diese Handlung ein schlechtes Gefühl im Menschen hervorruft, ist der Schöpfer im Ausmaß dieser schlechten Gefühle verborgen.

Es stellt sich heraus, dass wir Ihn in der Tat in den schlimmsten Gefühlen, den schlimmsten Umständen, den gröbsten schlechten Gedanken und Motiven finden können – in ihnen ist Er zu finden. Und in dem Maße, in dem sie uns als schlecht, unrein, unwürdig erscheinen, ist Er verborgen.

Und das muss klar begriffen werden, denn es ist zwar (rein theoretisch) bekannt, aber es ist nur als Erstinformation gegeben, und deshalb wird der Mensch im richtigen Moment nicht in der Lage sein, dieses Wissen zu besitzen, um alle Handlungen auf ihre einzige Quelle zurückzuführen und damit die Waage auf die Seite des Guten zu neigen.

Aus der Kongresslektion „Die Früchte der Weisheit“, Brief 1

Der Unterschied zwischen dem spirituellen und materiellen Verlangen

Kommentar: Der ganze Unterschied zwischen den höheren spirituellen Welten und dieser Welt besteht darin, dass das Verlangen das in Shefa (Fülle) enthalten ist, sich noch nicht in seiner endgültigen Form materialisiert hat. Es definiert sich dadurch, dass es sich noch in den spirituellen Welten befindet, die höher sind als diese Welt. (Baal HaSulam, „Einführung in die Wissenschaft der Kabbala“)

Frage: Nachdem sich ein Verlangen materialisiert hat, befindet es sich bereits in unserer Welt. Was ist der Unterschied zwischen einem Wunsch, der sich in der spirituellen Welt befindet und demselben Verlangen das sich in unserer Welt materialisiert hat?

Antwort: Der Unterschied liegt im Verlangen selbst, in seiner Qualität und seinem Niveau, d.h. in dem, womit es alles zu füllen sucht – entweder mit irdischen, egoistischen Wünschen, Vergnügungen, Absichten, Erfüllungen oder mit dem Spirituellen. Das ist der große Unterschied zwischen dem Verlangen, ihrer Abstufung, ihrer abgestuften Aufteilung.

Frage: In unserer Welt teilen die Psychologen die Verlangen in fünf Typen ein: die grundlegenden Verlangen und die Verlangen, den Sinn des Lebens zu verstehen: „Wer bin ich, was bin ich“? Stellt es sich heraus, dass es sich bei all diesen Verlangen um materielle Wünsche handelt?

Antwort: Ja, sie beziehen sich alle auf materielle Verlangen. Das heißt, es sind jene Wünsche, die ein Mensch empfinden kann der in unserer Welt geboren wurde, der in unserer Welt lebt und sie als einen Ort empfindet, an dem er existiert.

Frage: Die Wurzel dieser Wünsche liegen in der spirituellen Welt, die sich noch nicht materialisiert haben. Wie werden sie vom Menschen empfunden? Angenommen, das Verlangen nach Nahrung, existiert das Gleiche in der spirituellen Welt?

Antwort: Wenn man zum Beispiel eine chemische Formel oder eine physikalische Gleichung aufstellt, ist das der Ausdruck des Verlangens in der Materie oder sogar über der Materie.

Frage: Ich versuche nur zu verstehen, was der Zusatz ist, wenn dieses Verlangen spirituell wird. Das Materielle ist mir klar, hier ist alles klar: Man nimmt ein Stück Fleisch, schluckt es herunter und bekommt eine Art Genuss durch die Rezeptoren. Aber wie geschieht das im Spirituellen?

Antwort: Im Spirituellen geschieht es auf die gleiche Weise. Man nimmt die Füllung, taucht sie in das Verlangen ein und erhält die Empfindung des gefüllten Verlangens.

Frage: Wo ist der Schöpfer in dieser Formel? Wo manifestiert Er sich darin?

Antwort: Er ist nirgendwo manifestiert. Er ist in deinen Empfindungen.

Frage: Er ist also diese Freude, diese Fülle?

Antwort: Das Gefühl der Quelle des Genusses wird als der Schöpfer definiert.

Wenn ich ein Stück Fleisch genieße, weiß ich nicht, woher mein Genuss kommt. Ich weiß nur, dass ich Genuss empfinde wenn das Essen mit meinen Rezeptoren in Berührung kommt. So bin ich gebaut. Im Spirituellen gibt es eine zusätzliche Quelle dahinter das heißt ich spüre denjenigen der mir diese zusätzliche Freude schenkt.

[313149]

Aus der Fernsehsendung „Einführung in die Wissenschaft der Kabbala“.

Es braucht nur einen Funken des Höheren Lichts, um die Welt zu korrigieren


Frage(meine Antwort fett): Sie sagen, dass diese massiven Krisen – wirtschaftliche, ökologische und andere – die Menschheit letztlich zur Korrektur bringen werden und dass dieser Weg bitter sein wird. Aber denken Sie nicht, dass wenn es in den Supermärkten nichts mehr zum Essen gibt, sich Gruppen auf den Strassen bilden werden, die um jeden Preis überleben wollen – durch stehlen und morden für ein Stück Brot? Und werden dann all die Krisen nicht noch mehr Not und Übel über die Menschheit bringen?

Ja, ich stimme dir zu, du hast Recht!

„Wo es kein Brot gibt – gibt es auch keine Tora“, das sagten Sie. Wenn ein Mensch verzweifelt ist, wenn seine Freunde und seine Familie an Hunger und Krankheiten sterben und wenn es zu gefährlich ist, vor die Tür zu gehen, wird er dann wirklich anfangen, Kabbala zu studieren? Und übersehen Sie nicht auch, dass es dann auch kein Internet mehr geben wird, weil die Computer ohne Strom nicht funktionieren? Ich sage Ihnen, dass in so einer Situation kein Mensch Kabbala studieren wird – weder jetzt noch in 232 Jahren (das Ende der 6000 Jahre).

Ja, ich stimme dir zu, du hast Recht!

Selbst wenn ich die Wissenschaft der Kabbala für wichtig und notwendig erachte und selbst wenn ich einen Punkt im Herzen habe und über das Studium der Methode der Kabbala bescheid weiß, werde ich nicht dasitzen und Kabbala- Bücher lesen, während meine Familie am Hungertod stirbt. Und dies gilt noch mehr für Menschen, die überhaupt nichts von der Existenz der Kabbala wissen.

Ja, ich stimme dir zu, du hast Recht!

Der Punkt im Herzen erscheint dann, wenn du schon alles hast und du bemerkst, dass nichts davon dich glücklich macht und dass es keinen anderen Weg mehr gibt. Aber wenn du damit beschäftigt bist, irgendwie Trinkwasser zu beschaffen, um zu überleben, wirst du sicher nicht über den Punkt im Herzen nachdenken.

Ja, ich stimme dir zu, du hast Recht!

Antwort: Ich stimme vollkommen mit dir überein und ich habe für mich die Regel „Wenn es kein Brot gibt, gibt es auch keine Tora“ unterstrichen. Das heißt, dass es Situationen gibt, in denen die Menschen mit Überleben beschäftigt sind und dann sind alle Gesetze aufgehoben und alles dreht sich ums nackte Überleben (mit der Ausnahme, andere zu töten, um selbst zu überleben).

Aber in deiner Argumentation übersiehst du die vier Phasen der Entwicklung des Verlangens. Nicht die Größe des Hungers wächst, sondern seine Fähigkeit, die Quelle seiner Leere oder Füllung zu erkennen. Weil alles unter dem Einfluss des Lichtes seinen Platz findet. Du wirst sehen, dass deine Bekannten nicht nur leiden, sondern plötzlich den Grund für ihr Leid zu verstehen beginnen – das hat Bedeutung und führt zum letztendlichen Ziel.

Du solltest ihnen dabei helfen, diese Erkenntnis früher zu haben – dann wird das Leid schwinden. Denn es wird nur zu dem Zweck enthüllt, um diese Erkenntnis hervorzurufen! Daher ist die Verbreitung auch so wichtig: Wenn die Massen den Schöpfungsplan langsam verstehen, wird dies großes Leid abhalten und plötzlich werden Wohlstand und Frieden erscheinen.

Ich schlage vor, Folgendes zu lesen: „Vom Chaos zur Harmonie“, mein Vortrag in Arosa und das Material über Die Gesellschaft der Zukunft (engl.). Ein Funke des Höheren Licht war ausreichend, unsere Welt und das gesamte Universum entstehen zu lassen. Und dieser eine Funke ist genug, um diese Welt zu korrigieren, deren Existenz er ursprünglich bewirkt hatte! Alles, was man braucht, ist unser kollektives Verlangen!

Kabbala Grundkurs

Verbreitung ist eine Partnerschaft mit dem Schöpfer


Ich wiederhole immer, dass wir die Kabbala verbreiten müssen, wenn wir Erfolg haben wollen. Jedoch spüre ich, dass „Verbreitung“ kein gutes Wort ist, da ich mich wie ein Verkäufer anhöre oder wie ein Versicherungsagent, der jedem seine Versicherung aufdrückt. Wenn wir über die Verbreitung der Kabbala sprechen, könnte es sich anhören, als ob wir versuchen, anderen etwas aufzunötigen.

Heute wird das Wort „Verbreitung“ mit Kommerz und Verteilung von Waren in Verbindung gebracht. Daher denken jene, die den Begriff nicht kennen, dass es mit Kommerz oder Geschäft zu tun hat, dass wir etwas verkaufen und Profit machen. Anders ausgedrückt: Dieses Wort ist sehr schlüpfrig.

Aber tatsächlich besteht unser ganzes Leben aus Verbreitung, denn die wahre Bedeutung dieses Wortes ist, sich dem Schöpfer anzunähern, auszustreuen, auszudehnen, zu enthüllen und zu erlangen. Die gesamte Schöpfung beginnt mit Verbreitung. Das heißt, sie beginnt aus einem winzigen Punkt, wo plötzlich aus dem Nichts etwas, das existiert, geboren wird – Yesh Mi Ain (etwas aus nichts) und dann geht es mit der Verbreitung durch die vier Phasen des Direkten Lichts weiter und es werden alle Welten, herunter bis zu unserer Welt erschaffen.

Die letzte spirituelle Stufe bricht als eine einzelne winzige spirituelle Füllung in unsere Welt. Die gesamte Materie unserer Welt, das ganze Universum, wurde aus diesem einen Funken in einem Prozess, der als Big Bang oder als Urknall bezeichnet wird, geboren und verbreitet sich fortwährend. Auf diese Weise entwickelt es sich, bis sich unser Solarsystem bildet, unser Erdball und alles, was hier existiert.

All das gehört zur Verbreitung des Schöpfers hinaus zu seinen geschaffenen Wesen, um die Schöpfung Ihm anzugleichen. Dies geschieht unter der Einwirkung des Lichts, Seiner Eigenschaft des Gebens. In der Tat stellt jede Geburt oder Entwicklung Verbreitung dar. In anderen Worten ist die wahre innere Eigenschaft der Verbreitung eine Partnerschaft mit dem Schöpfer. Das bedeutet, durch Zusammenarbeit mit dem Schöpfer, bei der Überbringung und Enthüllung Seines Plans an die Welt zu helfen.

Zur Kabbala Akdemie

Über Kapitalismus von heute

Meinung (Chandran Nair, Globalinstitute for Tomorrow, Hongkong): Die Menschheit hat immer das Herabsetzen des Ressourcenpreises angestrebt:

– durch die Sklavenarbeit, solange sie billig war;

– durch die Kolonisierung – für billige Arbeitskraft und neue Absatzmärkte;

– durch die Globalisierung mit dem Bedürfnis nach Wirtschaftswachstum und Vernetzung der Finanzsysteme.

Die letzten hundert Jahre blühte die kapitalistische Wirtschaft, dank der Ressourcenausbeutung der anderen Länder. Dieses Schema ist zu Ende gegangen und wird nie wieder zurückkehren, und mit ihm starb der „amerikanische Traum“ (American Dream)! Was wir jetzt benötigen ist der Paradigmenwechsel…

Mein Kommentar: Die Ressourcenknappheit einerseits und das natürliche Streben nach ständigem Erwerb anderseits, fordert von uns die einzig mögliche Art der grenzenlosen Erfüllung, nämlich die Füllung mit nicht materiellen Sachen. Es ist möglich, das Streben nach Spiritualität mit Hilfe der richtigen Umgebung und Erziehung in den Bürgern zu erwecken. Infolge der nicht materiellen Füllung werden alle Träume wahr!

Sieben Milliarden Welten

Wir befinden uns in der Umgebung einer derartigen Verhüllung des Schöpfers, das wir sie nicht empfinden können. Wir nehmen die Welt nur in unserem Inneren wahr, und alles, was wir jetzt fühlen, sind die Eindrücke in unserem eigenen egoistischen Verlangen, das in Wirklichkeit überhaupt nicht existiert!

In der Spiritualität gibt es kein egoistisches Verlangen zu empfangen, welches die Füllung nur für sich selbst anstrebt. Wenn der Wunsch auf sich selbst gerichtet ist, dann kann er nichts empfangen und empfindet nur die Dunkelheit.

Aber unser egoistisches Verlangen befindet sich auf solch einer niedrigen, winzigen Stufe, so dass es uns darin nicht erlaubt ist, irgendeine Realität, den Abdruck zu empfinden, der uns als die scheinbare Realität vorkommt.

Wenn wir uns entwickeln und einen stärkeren Wunsch des Gebens erlangen, dann beginnen wir das höhere System zu empfinden. Und davor lebt jeder Mensch quasi bewusstlos, empfindet wie im Fieberwahn eine imaginäre Welt, d.h er stellt sich nur vor, tatsächlich zu existieren. Dieser Zustand gleicht dem Zustand des Menschen, der im Koma liegt, in dessen Kopf die verschiedenen Visionen stattfinden, wie es manchmal im Traum vorkommt.

Aber wenn wir erwachen und unser Bewusstsein wieder erwerben, dann befindet sich der Wunsch schon auf der anderen Stufe und wird von der Absicht des Gebens begleitet. Und hier beginnen wir, uns bewusst zu werden, dass wir alles innerhalb unseres Verlangens empfanden, und dass außer ihm nichts existiert. Alles, was früher als außerhalb erschien, war nur die Empfindung innerhalb unseres Wunsches.

Die spirituelle Welt empfinden wir auch nur innerhalb unseres Wunsches. Alle ihre Niveaus: unbelebtes pflanzliches, tierisches, alle Menschen, diese große Welt, sind nur die Veränderungen in meinem Wunsch. Weil sich mein Verlangen ständig ändert, denke ich, dass die Welt sich verändert hat. Ich entdecke andere Seelen, das heißt die fremden Wünsche, damit ich sie an mich, an die korrigierte Absicht des Gebens anbinden kann. Dann werden sie zu meinen eigenen Teilen. Durch die Verbindung werde ich nachprüfen können, ob ich mich in der Eigenschaft des Gebens befinde.

Ich werde absichtlich vom Nebel umgeben, damit ich die anderen Seelen nicht fühlen kann. Ich bemühe mich, mich an sie anzunähern, um die anderen Menschen in Form des unzertrennlichen Teils von mir zu empfinden. Wenn ich versuche das ganze Universum an mich anzuschließen, welches mir heute als die Außenwelt erscheint, dann werde ich meinen Egoismus korrigieren.

Nach dem Maß meiner Annäherung an die äußerlichen, fremden Wünsche und infolge der Vereinigung aller inneren und äußerlichen Wünsche in einem spirituellen Organismus, welcher aus „Gehirn-Knochen-Sehne-Fleisch-Haut“ besteht (moach-azamot-gidin-bassar-or) oder „Wurzel-Seele-Körper-Gewand-Palast“ (schoresch-neschama-guf-lewusch-eychal), kann ich meine Annäherung an die Wahrheit prüfen. In Wirklichkeit gibt es niemanden außer mir, und das ganze Universum wird in meinem Inneren wahrgenommen, so dass ich ein spirituelles Gefäß aufbauen kann, um folglich innerhalb dieses Gefäßes den Schöpfer zu offenbaren.

Ich soll alle Verlangen so lange verbinden, bis sie alle in einem Menschen mit einem Herzen vereinigt werden, und alle Menschen, die mir heute fremd vorkommen, werden später Teile meiner eigenen Seele sein. Auf diese Weise kommt jeder von uns voran, ohne die anderen auf dem spirituellen Wege zu behindern. Jeder baut seine Welt auf und begreift sie als seine Innenwelt. Und der Schöpfer füllt diese Welt aus: der Mensch befindet sich in der Verschmelzung mit dem Licht und mit dem Schöpfer, der seine Welt ausfüllt.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Brief von Rabasch, 12.10.2011