Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Form'

Seifenoper mit dem Titel „Mein Leben“

Wir können lediglich die Ver- und Enthüllung in unserem Inneren beeinflussen. Denn wir befinden uns im unveränderlichen und ewigen Universum, das keinen Anfang hat und niemals ein Ende haben wird.

Selbst dann, wenn wir sagen, dass einst das Geschöpf entstanden ist, um die Korrektur zu erreichen, wonach sein Vorhaben beendet wird, indem es in den Schöpfer vollständig eingereiht wird, ist dies falsch, weil wir uns alles unter der Einbeziehung von Zeit vorstellen.

Wir können auch nicht anders, dies ist unsere Natur eben. Das Geschehende geschieht nicht, sondern existiert ständig.

Wir befinden uns innerhalb dieses einzigartigen Systems, das „die Natur“ oder „der Schöpfer“ heißt, in dem keinerlei Veränderungen geschehen. Nur wir ändern uns in unseren Empfindungen!

Engels formulierte folgenden Satz: „das Leben ist die objektive Realität, die uns in den Empfindungen gegeben ist“ – hätte man das Wort „objektiv“, mit „subjektiv“ – ersetzt, wäre die Aussage richtig! Wenn es überhaupt Veränderungen gibt – dann nur in unserem Inneren.

Wie können wir beginnen, uns bewusst und freiwillig zu verändern, um unsere Veränderungen unter Kontrolle zu haben? Es gibt solche Veränderungen in meinen inneren Wünschen, die meinen Blick auf die Realität so ändern, dass ich sie in Form von Problemen, Kriegen oder Leiden empfinde. Und es gibt auch gute Veränderungen, wer weiß jedoch, wie diese zu steuern sind?

Das lehrt uns die Wissenschaft der Kabbala. Und es steht fest, dass, wenn die Realität unveränderlich ist, dann kann ich nur meine eigenen Eigenschaften verändern, wodurch die Weltanschauung beeinflusst wird, und ich kann entscheiden, welche „Seifenoper“ ich unter dem Titel „Mein Leben“ sehen will.

Es heißt aber nicht, dass ich beliebige Filme aller Genres abspielen kann. Es gibt ein Programm, das mich zur Enthüllung des wahrhaften Bildes bringen sollte, wenn alle Verhüllungen verschwinden und ich wahrhaftig den ewigen und vollkommenen Zustand erreiche. Danach werde ich die Realität als beständig und unveränderlich ansehen.

Wenn ich das alles verstehe, dann kann ich auf dem guten Wege vorankommen. Ansonsten muss ich den Leidensweg antreten und darauf voranschreiten. Es handelt sich nur um die Veränderungen innerhalb des Menschen, welcher in der bisher unbekannten Umwelt existiert, die der Schöpfer oder die Unendlichkeit genannt wird. Wir sind nicht in der Lage, die Reihenfolge der Stufen zu verändern, die bereits in uns vorprogrammiert ist. Und wer sind wir eigentlich, um zu verstehen, wie das sein soll?

Aber wir können unser Vorankommen beschleunigen, uns eigenwillig darin einreihen und anstrengen. Und die Geschwindigkeit des Aufstiegs wird uns andere Empfindungen geben.

Denn es ist viel schwieriger sich zum schicksalhaften Ereignis hinzu bewegen, während man damit nicht einverstanden ist, und nicht in der Lage ist, es zu vermeiden. Und etwas ganz anderes ist es auch, zum erwünschten Ziel voranschreiten! Dann wird mir der Weg gefallen, und ich werde dieses mit Freude tun.

Das heißt, alles hängt von unserer Vorbereitung auf die folgenden Zustände ab, welche unvermeidlich kommen werden. Aber meine Bereitschaft bestimmt meine Empfindung und die Geschwindigkeit der Bewegung. Deshalb brauchen wir die Wissenschaft der Kabbala, um uns mit ihrer Hilfe unsere eigene Entwicklung auf dem guten, angenehmen und kurzen Weg zu machen, anstelle des schmerzvollen und langen Weges.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Vorwort zum TES“, 10.06.2010.

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Wir alle sehen den gleichen Film!

Eine Frage, die ich erhielt: Warum sind 90 % der entstehenden Hindernisse mit unserem physischen Körper verbunden? (Ich bin hungrig, ich bin müde usw.)

Das Materielle ist doch nicht so wichtig wie das Spirituelle, und es gibt darin nur den kleinen Lebensfunken?

Meine Antwort: Du fragst, warum uns nicht gegeben wurde, anstelle der materiellen Wünsche mit den spirituellen Wünschen, Lichtern und Schirmen zu arbeiten?

Aber in dem Maß, in welchem du beginnst, die Welt auf der Wellenlänge des Gebens zu betrachten, hörst du gleichzeitig auf, diese Welt zu bemerken. Sie hört auf, für dich maßgebend zu sein.

Du existierst weiterhin in ihr, verbindest dich weiterhin mit den Menschen – gleichzeitig verliert diese Welt ihren eigenen Sinn, weil sie losgelöst vom Höheren existiert.

Denn sie ist nur die Folgerung, das Spiegelbild der Höheren Welten, die dir auf diese Weise die Realität projizieren.

Es gibt beispielsweise eine spezielle Technik, um die mehrdimensionalen Bilder in der Luft mittels Laserstrahlen zu projizieren. Plötzlich entstehen im leeren Raum unterschiedliche Figuren.

Auf die gleiche, illusorische Weise nimmst du diese Welt wahr – denn sie stellt nur den Abdruck der Höheren Welt dar.

Folglich projiziert uns unser egoistischer Wunsch diese Welt, die zunächst nur in dieser Form existieren kann. Und diese Form bleibt sogar bis zum Ende der Korrektur bestehen.

Rashbi kann hier mit uns sitzen und wird unsere materielle Welt sehen, obwohl er selbst vollständig korrigiert ist.

Denn diese Welt wird aus unseren Empfindungen nur nach der allgemeinen, endgültigen Korrektur verschwinden.

Sie existiert aufgrund des allgemeinen Wunsches zu genießen. Und obwohl dieser Wunsch egoistisch ist, ist er dennoch nicht gegen den Schöpfer! Er gleicht sich einfach dem Wunsch eines Tieres an, das leben und genießen möchte.

Deshalb wird er nicht als Verbrechen wahrgenommen, und hier gibt’s nichts zu korrigieren. Man muss diesen Wunsch einfach in seiner tierischen Form nutzen, um daraus den Wunsch des Gebens – die Seele -zu modellieren.

Aus dem Abendunterricht nach dem Buch Sohar, 26.05.2010

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Die Welt in einem Zerrspiegel meiner Seele

Eine Frage, die ich erhielt: Wie soll man dagegen ankämpfen, dass die täglichen Unterrichte zur Gewohnheit werden?
Meine Antwort: Das ist ein Problem. Die Gewohnheit stumpft die Sinne ab und zerstört alles, indem sie eine unseriöse Einstellung zur Folge hat. Dagegen muss man gemeinsam ankämpfen! Sonst werden wir unsere Entwicklung nicht beschleunigen können und auf den Eintritt in die Spiritualität jahrelang warten müssen.
Es ist nicht möglich, dieses System zu verändern, denn es existiert bereits! Und du bist bereits an das System angeschlossen, du musst nur anfangen, selbst daran teilzunehmen.
Und in dem Maße, in dem du daran teilnimmst, wirst du plötzlich sehen, dass die Freunde, die dir unkorrigiert vorkamen, in Wirklichkeit ein korrigiertes System darstellen. Und nur du allein bist unkorrigiert!
Du willst dich nicht daran anschließen, deswegen zeigt es sich so, als ob es ringsherum andere Menschen mit unterschiedlichen Verlangen gäbe. Doch so ist es nicht!
Du wirst plötzlich spüren, dass du dich innerhalb eines Systems befindest, wo nur du allein über freien Willen verfügst, zur Spiritualität zu erwachen oder nicht zu erwachen, um die anderen zu erwecken, die daraufhin dich erwecken. So sind die Verhaltensregeln dieses Systems. Und außer dir sind alle unfrei!
Doch weil du nicht bereit bist und dich diesem System nicht anschließen willst, wurde dieses ganze Theater vor dir erschaffen: Freunde, alle möglichen Menschen, die ganze Welt um dich herum, dieser ganze Rummel…
Dir wurde die Möglichkeit gegeben, diese Kräfte so um dich herum zu organisieren, dass sie dich zur Spiritualität erwecken – durch äußere Einwirkung.
Nutze Neid, Hass, Ehrgeiz, die dir gegeben wurden – beneide die anderen, liebe und hasse sie, erwecke dich selbst mit allen Mitteln durch alle dir gegebenen Eigenschaften.
Deshalb erscheint dir das höhere System, Malchut der Welt der Unendlichkeit, als die Welt, die du im Moment um dich herum siehst. Vielleicht dachtest du, dass es sich irgendwo dort oben im Himmel befindet? Es ist nirgendwo anders, als hier direkt vor dir, du siehst es nur mit deinen schlechten Augen in dieser verzerrten Form.

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Buchstaben sind Eigenschaften

Buchstaben sind die Eigenschaften, die unser Verlangen unter der Wirkung des Lichtes, das zur Quelle zurückbringt, annimmt.

Der Schöpfer hat das Material geschaffen – unser Verlangen zu genießen. Unter der Einwirkung des Lichtes nimmt dieses Verlangen verschiedene Formen – Eigenschaften, die dem Licht ähnlich sind – an.

Das Material an sich ist das Verlangen zu empfangen, der Wunsch sich zu erfüllen. Aber mit Hilfe des Lichtes nimmt es Formen an, die ihm entgegengesetzt sind, höhere Formen, Formen des Gebens und der Liebe.

Wir ..nennen diese Eigenschaften „Formen“, da sie aus dem Wunsch nach aussen herausragen. Der Wunsch bekommt irgendwelche äußeren Formen, die man erkennen kann.
Denn wenn es einfach Material wäre, könnte ich es nicht wahrnehmen. Und da es irgendeine Form (hat?), kann ich sie erkennen: ein Kreis, ein Quadrat, ein Rechteck – ohne Formen könnte ich ihn nicht erkennen.

Das Licht, wenn es auf den Wunsch zu genießen einwirkt, schafft in ihm verschiedene „Buckel und Gruben“, indem er dem Licht erlaubt, sich in den Eigenschaften des Gebens, die ursprünglich in dem Verlangen nicht vorhanden sind, auszudrücken. Sie werden oberhalb des Wunsches gebildet, als ob sie aus ihm herausragen.

Deshalb nennen wir diese Eigenschaften Formen. Was heisst eine „Form“? – Das Material, das dem Licht etwas ähnlich geworden ist, nennt man Form der Materie.

Es gibt insgesamt 27 solcher Formen: 22 sind die Buchstaben von Alef bis Taw und noch fünf Endbuchstaben, sog MaNTZePaCH. Warum? Weil von SAT von Bina, Teil der Bina, der auf uns wirkt, 22 Formen des Gebens heraus gehen: 9 von Bina, 9 von S“A und 4 von Malchut. Und noch 5 endliche, einschränkende Formen.

So haben wir 27 Formen, die unserer Material unter der Einwirkung von Licht annehmen kann.

Deswegen können wir mithilfe dieser 27 Formen erklären, was der Schöpfer aus uns macht, was er von uns will, wie wir Ihm ähnlich werden können – in 27 Formen, die wir unter der Einwirkung des Lichtes auf unser Material bekommen. Und jetzt ist er noch absolut formlos – einfach ein Berg von Wünschen.

Aus einem Abendunterricht nach dem Buch Sohar, 13.05.2010

Gut und Böse

Der Sohar, Abschnitt „Wajikra„, Punkt 87:
Da die Tora aus Bina stammt, wurden die ersten Tafeln über Bina geschrieben, wenn da steht: „Charut (eingraviert) in die Tafeln, so lies nicht Charut, mit Kamaz, sondern Cherut (Freiheit), mit Zerech.“ Denn es ist tatsächlich Freiheit, da es der Ort ist, von dem alle Freiheit abhängig ist; denn es gibt keine Freiheit von all den Klipot ausser durch die Lichter von Bina. Ebenso gibt es nichts in der Tora, das geteilt ist, oder nicht zu einem Ort geht, Malchut, oder sich in einem Quellbrunnen, Jessod, vereint.

Wir sind das Material der Schöpfung, das Verlangen zu genießen, sich zu füllen. Es kann nur empfangen. Wenn seine Absicht zu empfangen – für sich – die Absicht und nicht das Verlangen ist, nennen wir es „Böse“.

Denn das Verlangen ist ein Material, das sich nicht verändert, man kann es nicht als gut oder böse bezeichnen. Ob es gut oder böse ist, bestimmt die Absicht. Und darin besteht unser freier Wille.

Bei den Verlangen, die sich in uns auf der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Ebene befinden, haben wir keinen freien Willen, wir können nichts daran ändern.

Das bestätigen immer öfter auch alle wissenschaftlichen Studien. Die einzig mögliche Veränderung vollzieht sich auf der menschlichen Stufe, in der Absicht über dem Verlangen.

Das Verlangen an sich wurde vom Schöpfer erschaffen und uns in einer unveränderbaren Form gegeben. Und die Absicht über dem Verlangen ist uns von vornherein egoistisch gegeben, „für sich“, und wir müssen feststellen, dass diese Absicht schlecht ist, weil sie gegen die Vereinigung, gegen das Geben an den Nächsten, an den Schöpfer gerichtet ist.

Doch die Absicht kann auch umgekehrt sein – „für die anderen“, die Absicht zu geben. Dann heißt sie „der gute Trieb“.

Das bedeutet, dass „der böse Trieb“ und „der gute Trieb“, Gut und Böse, nach der Absicht bestimmt werden und „der Trieb“ selbst, das Verlangen, unverändert bleibt.

Diese Absicht existiert nur auf der Stufe des Menschen. Die Absicht, sich an den Schöpfer anzugleichen, nennt sich Gut, und das Gegenteil davon Böse. Die Absicht wird in der Vereinigung mit den anderen oder in der Entfremdung von den anderen umgesetzt.

Deshalb muss ich aus meinen Absichten nur diejenigen aussuchen, in denen ich über eine freie Wahl verfüge – ob ich mich mit den anderen in der gemeinsamen Absicht des gegenseitigen Gebens vereinen soll. Darin gleichen wir uns an den Schöpfer an.

Und nur hier bestimme ich Gut oder Böse – entweder in Bezug auf meinen Egoismus oder auf das, was der Schöpfer verfügt.

Darum, wenn wir uns korrigieren wollen, kann das nur Bina, die höhere Eigenschaft des Gebens, tun.

Wenn sie auf das Verlangen zu genießen trifft, verändert sie seine schlechte Eigenschaft in eine gute, d.h. die Absicht zu empfangen in die Absicht zu geben.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 17.05.2010

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Wunderschöne Infusion

Wenn wir den Sohar lesen, müssen wir davon eine Rettung erwarten. Wie Baal Hasulam in seiner „Einfuehrung zu Talmud Eser HaSefirot„, P. 155 schreibt: „Tatsaechlich verbirgt sich darin eine wunderschöne Eigenschaft, die es wert ist veröffentlicht zu werden“ – durch das Studium des Buches, koennen wir uns mir der Quelle, dem Schöpfer, verbinden, der in der anderen Dimension existiert.

Ich befinde mich in meiner Dimension, in einer Entfernung von Ihm, und dieses Buch kann eine Verbindung zwischen mir und Ihm, der höheren Dimension schaffen.

Woher bekomme ich dieses Licht – eine Heilmittel, das im Masse meines Strebens wie eine Infusion Tröpfchen für Tröpfchen in mich einfliesst.

Die Tora fordert nichts unverwirklichbares von mir. Oben kennt man dich besser als du selbst und fordert von dir dementsprechend wie du geschaffen bist.

Man sagt dir: “ Setz dich neben das Buch. Du bist verpflichtet dich mit deiner Umgebung zu verbinden, denn dies ist deine spirituelle Form.“

Jetzt bist du auf deinem Niveau. Du bist ein Egoist, alle sind dir egal, du strebst nur nach egoistischen Vegnügen.

Du weisst nicht einmal, was du genau willst, aber dem Oberen ist es völlig klar. Denn er schafft in dir alle widerlichsten Eigenschaften. Und du spürst nur selten ein bischen was er tut.

Aber als Er das alles in dir geschaffen hat, erwartete Er nur das eine: „Versuch nur ein bischen dich mit Mir zu verbinden – aufgrund von allem was dir von oben gegeben wird.“

Du muss deinen jetzigen, wahren Zustand enthüllen – und dir nur wünschen dem Höheren ähnlich zu werden.

Aber um dem Höheren ähnlich zu werden, muss ich mir diesen Zustand vorstellen, wo ich und die Gruppe sich zusammen befinden, in einem Zustand des gegeseitigen Gebens, in Arvut.

Wenn ich mir mich selbst wie ein Ganzes mit den Anderen vorstelle, wo in diesem Ganzen zwischen uns bereits das Licht wirkt, möchte ich diesen Zustand spüren.

Ich möchte fühlen, dass wir alle gemeinsam sind und das Licht uns erfüllt, denn in dem Mass unserer Vereinigung sind wir dem Licht aehnlich. Gerade diesen Zustand müssen wir uns vorstellen.

Es ist klar, dass wir nicht zusammen sind, und nicht miteinander verbunden sind. Das bedeutet, dass wir im Spirituellen wachsen möchten, uns der höheren Stufe angleichen.

Dann, im Masse deines Strebens, schafft der Sohar eine Verbindung zwischen dir und der höheren Stufe und Tröpfchen für Tröpfchen fließt diese Infusion in dich hinein, Troepfchen des Lichtes, die auch Tröpfchen des Glücks (Masalot) zu dir fliessen lassen.

Es gibt keinen Unterschied zwischen dir und der hoeheren Stufe, ausser dem, dass du auf der höheren Stufe mehr mit den anderen verbunden bist.

Versuch dir diesen höheren Zustand, innere Verbindung mit allen vorzustellen, – dieses gegenseitige Geben nennt man „das höhere Licht“.

Aus dem gleichen Zustand, den du dir vorstellst, von dem du träumst, nach dem du strebst, wirkt auf dich diese Kraft – das umgebende Licht, das dich wie einen Säugling grosszieht.

Aus dem Abendunterricht zum Buch Sohar.13.05.2010

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Der Blick von oben auf uns selbst

Die konventionelle Wissenschaft beginnt bereits, sich der spirituellen Sicht der Welt zu nähern – alles vereint sich in ihr, die Grenzen verwischen, es entstehen solche Phänomene, wie die chemische Physik oder die physikalische Chemie…

Die Wissenschaftler entdecken immer neue Kräfte, als ob sie sich mithilfe eines Mikroskops in das Weltbild vertiefen und neue Elemente darin entdecken würden, die aber alle einer gemeinsamen Quelle angehören.

Alle Formen der Materie – positive, negative und neutrale Elementarteilchen – stellen im Grunde genommen ein und dieselbe Idee, eine Kraft dar, nur in unterschiedlicher Form.

Noch können wir aber die Natur nicht „in der mittleren Linie“ sehen und betrachten sie entweder „von rechts“ oder „von links“. Und in der Mitte scheint es nichts zu geben, Null. Doch in Wirklichkeit gibt es keine Null…

Letztendlich wird die Wissenschaft zum Ergebnis kommen, dass die Materie nicht von unten nach oben, ausgehend von der Materie selbst, sondern von oben nach unten untersucht werden soll.

Genauso wie das auch während des Kabbala-Studiums geschieht, wenn der Mensch hart arbeitet, indem er sein Material, das Verlangen zu genießen, untersucht und es auf irgendeine Weise zu füllen versucht. Letztendlich kommt er aber zum völligen Zerbruch, indem er herausfindet, dass er nichts mit sich selbst machen kann. Dann richtet er sich an die höhere Stufe und bittet sie, sich zu enthüllen!

Er will die gleiche Form wie der Höhere erreichen, damit er aus ihr heraus seine niedrigere Stufe enthüllen kann.

Die moderne Wissenschaft ist dabei, zu entdecken, dass, wenn wir uns selbst als Betrachter nicht auf eine höhere Stufe setzen, wir unsere momentane Stufe nicht begreifen werden.

In der Wissenschaft der Kabbala wird dieses Problem von Anfang an gelöst, indem es dem Menschen erklärt wird, dass, wenn er auf seiner Stufe bleibt, er nichts enthüllen kann: steige höher, von dort wirst du die Kraft erkennen, die dich regiert, die dich erschaffen hat und durch die von dir erlebten Zustände führt!

Und obwohl die Wissenschaft noch nicht dieses Endziel ihrer Entwicklung erreicht hat und sich diesem erst nähert, werden wir letztendlich entdecken, dass wir auf eine höhere Stufe steigen müssen, um irgendetwas in uns verstehen zu können.

Wenn unsere ganze Realität sich innerhalb unseres Verlangens befindet und wir in ihr noch mehrere tausende Phänomene, tausende von neuen Elementarteilchen in der Quantenphysik entdecken, was bringt uns das letztendlich?

Wir werden das alles nicht vereinen können, wenn wir die Kraft, die alles regiert, nicht ergründen. Das ganze Problem besteht darin, die höhere Stufe, die unsere ganze Realität bewegt, zu ergründen.

Dieses Ziel wird von der Wissenschaft der Kabbala sofort vor den Menschen gestellt – den Schöpfer, die höhere Stufe zu erreichen.

Das ist eine rein wissenschaftliche Herangehensweise, denn wir können dieses Material nicht ergründen, wenn wir in es eingetaucht bleiben. Wir müssen uns auf die Ebene der Kräfte erheben.

Aus dem Abendunterricht zum Buch Sohar, 13.05.2010

Das Geheimnis des Schöpfungsaktes

Eine Frage, die ich erhielt: Was ist so besonders an der Anstrengung, dass sie den Menschen verändert?

Meine Antwort: Die Anstrengung wird nicht in den Verlangen selbst erfasst, sondern in unserem Bestreben, den Unterschied zwischen uns und dem Licht, zwischen dem Schöpfer und der Schöpfung herauszufinden.

Die ganze Anstrengung ist auf den Punkt der Schöpfung ausgerichtet, wo der Unterschied zwischen dem „Existierenden aus dem Existierenden“ (Jesh me Jesh) und dem „aus dem Nichts Entstandenen“ (Jesh me Ajn) zum Vorschein kommt.

Die ganze Zeit sind wir dabei, diesen Bruch, der ursprünglich zwischen dem Schöpfer und der Schöpfung entstanden ist, zu ermitteln. Deshalb ist die Anstrengung nur darauf ausgerichtet, herauszufinden, wer Er ist und wer ich bin.

Das ist der innere Kern dieses Prozesses, doch für mich äußert sich das in spürbareren Sachen – im Empfangen des Lichtes, im Stufen hochsteigen, in einer neuen Empfindung – d.h. in einer äußereren Form meines Verlangens.

Doch im Inneren wirkt nur dieser Punkt des Unterschiedes zwischen den Eigenschaften des Schöpfers und der Schöpfung – der Akt der Schöpfung selbst, dieser einzigen Handlung, die vom Schöpfer vollzogen wurde.

Das ist das hohe Geheimnis dessen, wie aus dem „Existierenden“ (Jesh) „Etwas aus dem Nichts“ (Jesh me Ajn) entstanden ist.

Aus einem Unterricht nach dem Artikel von Baal HaSulam „Einfuehrung zum Buch Sohar“, 10.03.2010

Aus der Sklaverei zur Freiheit

Der Sohar, Kapitel „BaHar (Auf dem Berg Sinai)“, Punkt 63: „Du darfst sie für immer als Sklaven nutzen.“ Es ist eine Mizwa [Gebot] einen Kanaanitischen Sklaven zu versklaven. Sie sind von der Seite von Ham, welcher Inzest ausübte, wie geschrieben steht, „Verflucht sei Kanaan; ein Diener von Dienern soll er seinen Brüdern sein.“

Ein Sklave zu sein ist ebenfalls eine Korrektur. Ein Verlangen, dass gezwungen werden kann, der Macht der korrigierten Verlangen zu gehorchen heißt „ein Sklave, der seinem Herrn nahe ist“. Sklaverei ist die Form seiner Korrektur, die richtige Form seiner Existenz.

Vorerst bin ich nicht fähig, in einem bestimmten Verlangen frei zu sein, noch kann ich selbst um des Gebens willen damit arbeiten. Ich kann es nur auf mein anderes Verlangen anwenden. Solch ein Verlangen kann man auch „Kind“, „Frau“ oder „Erwachsener“ nennen; es ist noch kein „Mann“, kein „Held“, der fähig ist zu „überwinden“ (Mann – „Gever“ stammt von „Itgabrut“ – Überwindung, Bewältigung).

Die Form eines Verlangens, das nur fähig ist, unter der Autorität eines anderen Verlangens zu arbeiten heißt „Sklave“.

Aus dem 1. Teil des täglichen Kabbala Unterrichts vom 25.04.2010, Der Sohar

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Weltweiter Kabbala Kongress vom 7. bis 9. Mai 2010–>

“Die Welt wurde mit zehn Äußerungen geschaffen”

Der Sohar, Kapitel „Shemot (Exodus)“, Punkt 249:
Die Welt wurde in zehn Äußerungen erschaffen. Aber wenn man schaut, sind es nur drei in denen die Welt geschaffen wurde: Chochma, Tewuna und Daat. Und die Welt wurde nur für Israel erschaffen. Als der Schöpfer die Welt beleben wollte, handelte er für Abraham in Chochma, für Isaak in Tewuna und für Jakob in Daat. Dies wird genannt, „Und mit Wissen sind die Räume gefüllt“.

Es gibt oben eine Kraft, die von ChaBaD (Chochma, Bina, Daat) entlang dreier Linien herabsteigt und für uns die gesamte Wirklichkeit enthüllt. Auf diese Weise wirkt der Schöpfer von oben auf uns ein.

Und wir unten müssen unsererseits eine identische Form annehmen. Dann werden wir die Natur dieses Einflusses verstehen und wie ihn fühlen können, wie wir Ihm gleich werden und mit Ihm verschmelzen können.

Aus dem 1. Teil des täglichen Kabbala Unterrichtes am 18.04.2010, Der Sohar

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Weltweiter Kabbala Kongress vom 7. bis 9. Mai 2010 –>