Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Enthüllung'

Nicht höher und nicht tiefer, sondern auf einer Augenhöhe mit allen

Am häufigsten werden wir bei der Arbeit durch den Stolz durcheinander gebracht und bestochen, der uns denken lässt: „Ich werde herrschen, ich werde regieren“. Das macht sich in der primitivsten Form bemerkbar, wie es auch in der normalen Welt üblich ist, wenn der Mensch den anderen keine Chance gibt, versucht, sie zu hintergehen, nicht bereit ist, sich mit allen auf einer Augenhöhe zu bewegen.

Wir brauchen jedoch offene Verhältnisse, bei denen wir versuchen, weder tiefer noch höher als die anderen zu sein. Denn tiefer zu sein, ist auch nicht gut, das bedeutet nicht, Freunde zu sein. Und höher zu sein, bedeutet selbstverständlich auch keine Beziehung unter Freunden.

Wir müssen absolut gleichberechtigt sein – also aufhören, uns selbst wahrzunehmen! Ich nehme mich selbst wahr, wenn ich mich tiefer oder höher befinde, wenn ich jedoch auf einer Augenhöhe mit den anderen bin, nehme ich nicht mich selbst, sondern nur die Verbindung zwischen uns allen wahr und schwimme mit diesem Strom.

Eine solche Empfindung sollten wir fortwährend haben. Manchmal empfinden wir so etwas während der Kongresse, verschiedener Treffen, besonderer Veranstaltungen – wir müssen es jedoch ständig aufrechterhalten. Denn genau dieses Gefühl der Verbindung zwischen uns soll sich in das Licht und die Enthüllung des Schöpfers verwandeln.

Noch ist es einfach ein Gefühl, dass wir miteinander verbunden sind – das ist lediglich der Aufbau des Gefäßes. Doch letztendlich wird dieses Gefäß den Zustand des Gebens erreichen, und dann werden wir in ihm das Licht wahrnehmen können.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 20.09.2011

Wir schließen uns der Welt an

Kongress in Toronto. Lektion 7

Niemand ist einfach so zur Welt gekommen, und natürlich hat niemand die spirituelle Erweckung für sich persönlich bekommen. In der Spiritualität werden Berechnungen nicht mit Individuen, sondern immer mit dem System im Ganzen geführt.

Aus diesem Grund sollte sich jeder immer wieder die Frage stellen: „Wie helfe ich beim Aufbau der globalen gegenseitigen Verbindung? Wie gebe ich meine Erweckung an die Freunde weiter? Wie nehme ich an der Suche nach einem gemeinsamen Programm, an der Enthüllung des Schöpfers zwischen uns teil? Wie verbindet Er uns?“

Letztendlich werden wir feststellen, dass wir Teile eines gemeinsamen Systems, einer gemeinsamen Funktion sind und die Höhere Kraft sich in uns zu den gleichen Bedingungen für alle befindet. Dann werden wir den Zustand des Friedens, der Integrität, der Vollkommenheit erlangen. Alle gemeinsam werden wir uns mit dieser Kraft gerade dadurch verbinden, dass sie uns alle im gleichen Maße und gleichzeitig betätigt.

Alle Mängel, die sich in unserem Leben offenbaren, entstehen aufgrund des Fehlens des Schöpfungsprogramms, das bereits zum Vorschein kommen sollte. In der Finsternis, die es verhüllt, finden wir Übel, Schmerz, Chaos und Durcheinander vor. Das ermöglicht uns, eine genaue Diagnose, ähnlich einem Arzt, zu stellen. Der Schöpfer legt vor uns Symptome mithilfe von Leiden und Problemen frei.

Mögen wir genügend Verstand und Gefühl, genügend Vorbereitung und, was das Wichtigste ist, genügend gegenseitige Unterstützung aufbringen, um das Wesentliche der Geschehnisse erkennen zu können. Wenn ich Schmerzen empfinde, wenn ich mich über jemanden ärgere und ihn nicht sehen will, wenn ich mich rechtfertige und beweisen will, dass ich recht und die anderen unrecht haben, muss ich verstehen, dass ich durch jene Verlangen und Gedanken durcheinander gebracht werde, die noch nicht für die Verbindung mit dem allgemeinen System korrigiert sind.

Ich darf nicht vor ihnen fliehen – ich muss richtig mit ihnen arbeiten, bis ich eine vollkommen korrekte Einstellung den anderen gegenüber entwickelt habe: von den besten Freunden und den Menschen, die mir nahe stehen, bis hin zu jenen, die mir besonders fern, verhasst und entgegengesetzt sind.

Es steht geschrieben: „Die Liebe wird alle Vergehen bedecken“. Wir rufen nach der Nächstenliebe nicht aus Tugendhaftigkeit. Wahre Liebe bedeutet die gegenseitige Durchdringung zwischen uns, ohne jegliche Unterschiede, mit dem Ziel, uns jener Kraft, die uns in Gang setzt, jenem Programm, das sich zwischen uns in einer analogen Form enthüllen muss, anzuschließen: außerhalb der Zeit und des Raums, im Zusammenschluss von uns allen zu einem Ganzen.

Wir müssen es mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln der Welt erklären. Daraus besteht unsere momentane Arbeit zwischen den Kongressen.

Ich hoffe, wir werden uns noch enger während der Unterrichte miteinander verbinden. Ich empfehle sehr, meinen Blog zu lesen, auch wenn sich vieles wiederholt. Ich veröffentliche dort Meinungen von vielen Wissenschaftlern und Experten, und das tut seine Wirkung, das ermöglicht den Anschluss an die Welt. Das brauchen wir.

Heute müssen wir uns von den Verlangen und Leiden der Welt, von ihren Eindrücken und Empfindungen der Krise durchdringen lassen – und daraus soll jeder nach den Formen des Herantragens suchen, um Erklärungen geben, Einwirkung ausüben und den Menschen den bitteren Geschmack ein wenig versüßen zu können, ohne sie zu beruhigen, sondern ihnen die richtige Sichtweise auf die Problemlösungen zu geben. Diese Arbeit erfordert viel Zeit, und wir müssen sie tun.

Auszug aus der siebten Kongresslektion in Toronto, 18.09.2011

„Den bösen Blick“ in den Segen umwandeln

Der Unterschied zwischen dem „guten Blick“ und dem „bösen“, zwischen dem Segen und dem Fluch, besteht darin, dass die Offenbarung ohne meine Bemühungen, ohne das geeignete spirituelle Gefäß erfolgt. Oder – ich bereite das Gefäß, mein Verlangen, für die Enthüllung vor.

Wenn die Offenbarung ohne mein fertiges Verlangen, ohne das passende Kli erfolgt, dann empfinde ich die Finsternis, die Verhüllung des Höheren. Wenn aber mein Verlangen zuerst enthüllt wird, dann spüre ich darin später das Licht, die Offenbarung. Es gibt keinen anderen Unterschied zwischen dem Fluch und dem Segen.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel aus dem Buch „Shamati“, 30.08.2011

Die Wahrnehmung der Welt: Ich sehe nur das, was ich fühle

Das Ende der Korrektur, welche von den Kabbalisten angesprochen wird, soll sich in unserer Welt, in der Materie, in allen unseren schlechtesten „materiellsten“ Wechselbeziehungen verwirklichen. Es ist eben die endgültige Korrektur, wenn „die Finsternis, die das Licht erleuchtet“ (die Psalmen) und „seine Füße auf dem Ölberg stehen werden“ (die Propheten).

Mein tierischer Teil bleibt dabei bestehen. Mein Körper beginnt nicht, für das Geben zu arbeiten. Denn in Wirklichkeit machte er das von vornherein. Die gesamte Natur, ausgenommen den Menschen, richtet sich auf das Geben; wir sehen es nur nicht, bewerten sie nach eigenen Maßstäben.

Mir scheint es so zu sein, dass die Tiere einander fressen, aber die Wirklichkeit ist anders. Ich kann ihre Absicht des Gebens nicht erkennen, weil ich sie nicht fühle, nicht verstehe. Und sie werden von der Natur geleitet, erledigen ihre Anordnungen, die auf das Geben gerichtet sind; was im Gegenteil über mich nicht gesagt werden kann. Ich erledige die Anordnungen des eigenen Egoismus, die auf das Empfangen gerichtet sind, und dazu verleumde ich die Natur, weil ich sie aus eigenen Mängeln beurteile.

Infolge der Korrektur soll der Mensch die globale Form annehmen, das globale Bild erkennen. Wir sagen, dass dabei auch die unbelebte, pflanzliche und tierische Natur korrigiert wird, bzw. in deiner neuen Wahrnehmung korrigiert wird. In Wirklichkeit müssen die Tiere nicht korrigiert werden. Du wirst noch sehen, wie der Wolf mit dem Schaf Frieden hält, genauso, wie du heute siehst, wie sie einander fressen.

Baal HaSulam schreibt darüber im Artikel „Die Verhüllung und die Enthüllung des Schöpfers“: du siehst die Kriege und die Zwietracht in der Welt, weil du selbst so bist.

Auszug aus dem Unterricht nach der Zeitung „Volk“, 18.08.2011

Die Krankheit ist klar – jetzt kommt das Heilmittel

Bald werden wir in der ganzen Welt auf den Widerstand treffen. Bisher sind wir noch nicht so sehr aufgefallen, aber in Zukunft erwartet uns Widerstand. Denn die Welt versteht nicht, dass das Böse sich enthüllt, damit wir uns darüber erheben können.

Sie will dieses Übel einfach beseitigen, während wir es im Gegenteil korrigieren müssen. Darüber steht geschrieben: „Der Held unter den Helden ist derjenige, der einen Hasser in seinen Freund verwandeln kann“. Dann wird die Schlange, der Todesengel, zu einem heiligen Engel.

Aus diesem Grund müssen wir alle Schwierigkeiten und Gegenreaktionen „kreativ“ behandeln, nach einer Möglichkeit suchen, gerade aus ihnen ein Gebäude des Gebens und des ewigen Lebens zu errichten. Der einzige Unterschied zwischen einer zerbrochenen und einer korrigierten Welt besteht darin, wie wir von unserem Verlangen Gebrauch machen. Wir müssen lediglich die Absicht von der egoistischen zur altruistischen ändern.

Das müssen wir allen erklären. Wir müssen das Wesen des Zerbrechens, oder in moderner Sprache ausgedrückt, der Krise aufzeigen: die Rede ist ausschließlich von der Enthüllung des Bösen unserer Natur. Und sie kann nur durch die Erhebung über die egoistische Verwendung des Verlangens zur Liebe korrigiert werden. Nur darin besteht unser freier Wille, in allem anderem ist der Mensch völlig unfrei.

Je konsequenter wir dabei vorgehen werden, je mehr Ausrichtung und Zuversicht wir haben werden, desto schneller werden wir erkennen, dass wir uns im Krieg zwischen dem Schöpfer und Amalek befinden, der in allen Generationen geführt wird. „Amalek“ ist die ganze Basis des Bösen, das heißt unseres Egoismus, es ist seine wahre Natur. Und der Krieg wird „in jeder Generation“ geführt, d.h. in jeder Phase unseres Daseins, von einem Kreislauf zum nächsten.

Daher ist es so wichtig, wissenschaftliche Erkenntnisse über die Krise aus der ganzen Welt zu sammeln. Wissenschaftler haben nichts mit der Kabbala zu tun, und wir präsentieren ihre Forschungsergebnisse, die besagen, dass die Krise das Ergebnis des menschlichen Egoismus ist und nur die Vereinigung als Heilmittel für diese Krankheit dienen kann; Vereinigung zwischen uns allen – über dem Egoismus.

In verständlicher Sprache erklären wir der Welt die kabbalistische Sicht auf den Zustand der Krankheit und auf den gesunden Zustand. Dann muss nur noch ein „Medikament verschrieben“, sprich – ein Zwischenglied ergänzt werden. Wir bezeichnen die Krankheit mit einem Plus-Zeichen und den korrigierten Zustand mit einem Minus-Zeichen. Das Problem liegt darin, dass die Menschen die Lösung nicht kennen. Das Heilmittel stellt für sie ein großes Fragezeichen dar.

Heute ist bereits klar, dass unser Ego die Ursache der Krankheit ist und dass unsere Erholung mit der Eigenschaft des Gebens verbunden ist. Wann werden wir also in der Lage sein, aus der Krise herauszukommen? Wenn wir verbunden sind. Unsere Aufgabe besteht also darin, die Bürgschaft zu erreichen, damit wir alle miteinander verschmelzen.

Die Welt meidet jedoch diese Entscheidung, denn der Egoismus wünscht keine Einigkeit. Er wird uns nicht in Ruhe lassen, bis wir zu ersticken beginnen. Er muss auch so sein, um uns genau zum Ziel, zur Notwendigkeit der Vereinigung, zu führen. Der Egoismus offenbart uns sein Übel so lange, bis wir es wirklich nicht mehr ertragen können. Nur dann können wir aus dem Ego zu der Eigenschaft des Gebens flüchten und dann das Ego selbst in das Geben umwandeln.

Aus der 3 Lektion des Kongresses in Deutschland, 06.08.201

Zeit zu handeln – dem Schöpfer zuliebe

Frage: Was bedeutet „die Absicht aufrechterhalten“? Ich habe den Eindruck, dass man sich auf diese Weise nicht bewegen oder entwickeln kann. Wie kann man die Absicht entwickeln?

Meine Antwort: Während wir den Sohar lesen, spiele ich mit meinen Freunden ein Spiel. Es spielt keine Rolle, wie gut oder wie schlecht wir diese Worte verstehen, ob wir nur Teile eines Satzes, ein viertel davon oder den ganzen Satz hören, alle Worte, und ob wir mehr oder weniger tief graben – jeder tut, was er kann. Das Spiel besteht in der Wechselbeziehung all dieser Worte mit der Verbindung zwischen uns.

Tatsächlich sagt uns das Buch Sohar etwas über die Art, in der wir uns miteinander verbinden sollen. Ich weiß nicht, wie diese Verbindung ist, aber darin wird sie beschrieben. Und aus diesem Grund versuche ich, während ich den Sohar lese, darüber nachzudenken, wie diese Verbindung auf die eine oder andere Weise aussehen mag.

Es steht zum Beispiel geschrieben „‘dem Schöpfer zuliebe handeln“ … denn ‘sie haben gegen die Tora verstoßen'“. Worauf bezieht sich das? Wenn ein Mensch die Absicht zu Geben vergisst, bedeutet das, dass er ‘gegen die Tora verstossen‘ hat. Und dann bedeutet „dem Schöpfer zuliebe handeln“, dass man wiederum zur Absicht, zu derselben starken Verbindung mit seinen Freunden zurückkehren muss – zu gegenseitigem Geben – denn auf diese Weise strebt man danach, einen „Ort“ für die Enthüllung des Schöpfers zu erbauen. Und das machst du, um Ihm die Möglichkeit zu geben, Sich Selbst zu enthüllen. Er empfängt dadurch Genuss, wie ein Gastgeber, der seinen Gästen Leckereien zeigt.

Warum also liest du den Sohar? Wo erkennst du, was du gelesen und enthüllt hast? Es kann nur in der korrigierten Beziehung zwischen uns enthüllt werden. Es gibt keinen anderen „Ort“. Es wird nur enthüllt, wenn wir fähig sind, die richtige Verbindung in gegenseitigem Geben zu erschaffen. Darum will ich die Fäden, das Netz enthüllen, das unsere Verlangen, Gedanken und die Stärke des Bestrebens zwischen uns verbindet. Welche Kräfte treiben diese Verbindung an? Was ist die Formel dieses Netzwerkes? Ich will etwas darüber wissen! Und besonders der Sohar erzählt uns darüber.

Aus dem 2. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 12.07.2011, Der Sohar

Die unsichtbare Pipeline der gegenseitigen Hilfe

Heute ist es schon Tatsache, dass wir nicht unabhängig voneinander existieren können. Auch früher waren wir miteinander verbunden, nur war das uns nicht bewusst.

Nun aber wird es uns offengelegt, um uns zu zwingen, unsere Arbeit zu erledigen. Und vorher waren wir in der Tat nicht so sehr voneinander abhängig. Es wurde nicht von uns verlangt – wir befanden uns im Wachstum und in der Entwicklung, wie ein Kleinkind, von dem man noch keine ernsthafte Arbeit erwarten kann, welche ein erwachsener Mensch erledigt. Denn ein Kleinkind ist noch nicht dazu in der Lage.

Aber jetzt sind wir in unserem Egoismus gewachsen, und das gesamte System offenbart sich. Dieses enthüllte sich im Laufe von Jahrtausenden – Menschen wurden immer enger miteinander verbunden.

Im alten Babylon haben die Menschen versucht, sich zu verbinden – sofort brach die Krise aus, und die Menschen wurden über die ganze Erde verstreut; so ging die Verbindung verloren. Und wieder versuchten sie sich zu verbinden, indem sie durch Kriege, Katastrophen, Entdeckung neuer Kontinente, Entwicklung der Religionen gegangen sind – all das stellt die Entstehung verschiedener Arten von Verbindungen innerhalb des Systems dar. Bis wir endlich in der heutigen „globalen“ Welt angekommen sind!

Und darum darfst du dich nicht aufregen, dass du von materiellen Problemen abgelenkt wirst! In dem Maße, in dem die Welt leidet, wirst auch du leiden, entsprechend deiner Stellung und Wichtigkeit im Gesamtsystem.

Daher gibt es in der Welt diejenigen, die besser leben, und diejenigen, die schlechter dran sind. Die Welt befindet sich in einer Art mittleren Allgemeinzustand;, doch jeder empfindet ihn anders, weil ihre Seelen sich in verschiedenen Zuständen der Gesamtstruktur der Seelen befinden, und jeder hat seine eigene Stufe, seine Rolle, seinen Arbeitsplatz – wie bei den Körperteilen eines Körpers.

Das Prinzip ist ganz einfach: Wenn es allen gut geht, dann wird es auch dir gut gehen! Aber wir dürfen nicht einfach darauf warten, dass es allen gut geht, sondern uns wünschen, dass es passiert … Und nicht, weil ich erwarte, dass es mir selbst dadurch besser gehen wird – es wird bereits „um des Gebens willen“ sein.

Selbst wenn es für sich selbst ist, „lo liShma„, ist es bereits gut. Wir sehen, dass der Mensch nach und nach zu diesem Verständnis geführt wird. Gerade diese Abhängigkeit, die wir heute in der gesamten Welt vorfinden – zwischen allen Ländern und Völkern – enthüllt uns, dass der Eine sich unmöglich gut fühlen kann, wenn es einem Anderen schlecht geht.

Wir sehen, dass zwischen uns eine Art interne Verbindung besteht, durch die, wie durch eine unterirdische Pipeline, Probleme fließen – von Land zu Land, von Nation zu Nation. Wir selbst verstehen nicht, warum dies geschieht. Genau das ist die schrittweise Enthüllung des höheren Systems, damit wir dieses endlich vor uns sehen können. Wir können uns nirgendwo davor verstecken.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 08.07.2011

Das Feuer der Hölle

Das Buch Sohar, Kapitel „Truma (Schenkung)“, Abschnitt 443: Das Urteil der Bestrafungen der Hölle ist, die Bösen dort zu verurteilen. Warum werden sie im Urteil der Hölle bestraft? Die Hölle ist ein Feuer, welches Tag und Nacht brennt, wie die Bösen, die sich selbst im Feuer der Bösen Neigung anheizen, um die Worte der Tora zu verletzen. Mit jeder Erwärmung, die sie selbst in der bösen Neigung anheizen, brennt das Feuer der Hölle in ihnen.

Hölle sind die Stufen der Enthüllung des Egoismus als Böse, wenn ein Mensch sich selbst als ein Empfänger fühlt und das Feuer der Scham in ihm brennt. Dieses Feuer drängt uns dazu, uns zu korrigieren. Mehr noch, in diesem Stadium der Hölle besitzt ein Mensch alles, außer die Eigenschaft des Gebens und deswegen leidet er. Ich habe allen Reichtum, die Erfüllung meines Egoismus, aber ich will ihn nicht. Ich möchte Geben, denn das bringt mich näher an den Schöpfer. Ich möchte kein Empfänger sein! Das ist die Hölle.

Aus dem 2. Teil der täglichen Kabbala Lektion vom 9.7.2011, Der Sohar.

Es gibt keine Fehler, nur Enthüllungen!

Frage: Ist es möglich, keine Fehler auf dem spirituellen Weg zu machen?

Meine  Antwort: Offen gesagt, machen wir keine Fehler. Wir enthüllen einen unkorrigierten Wunsch, der in Wirklichkeit auch nicht fehlerhaft ist, der uns aber den Kontrast, den Unterschied zwischen zwei gegensätzlichen Zuständen aufzeigen soll. Ansonsten werden wir unfähig sein, den Zustand an sich wahrzunehmen.

Darum passieren uns niemals Fehler, es gibt keine Pannen. Aber der entgegengesetzte Zustand soll enthüllt werden. Wir sind Geschöpfe und sind deshalb unfähig, die Erscheinung an sich wahrzunehmen. Wir können sie nur wahrnehmen, wenn wir sie messen, bewerten und sie im Vergleich zu etwas anderem betrachten. Es muss mein „Ich“ und „das von mir Wahrzunehmende“ geben, ein Objekt verglichen mit einem anderen.

Die Erscheinung an sich lässt sich nicht wahrnehmen – es ist der Schöpfer vor der Erschaffung der Schöpfung, wenn über Ihn noch nicht einmal gesagt werden kann, dass Er gut ist und Gutes vollbringt. Für wen ist Er gut? Für wen vollbringt Er Gutes? Denn die Güte kann man nur einschätzen, wenn man sie mit dem bereits existierenden Bösen vergleicht.

Deswegen können wir auch nicht vom Wesen des Schöpfers sprechen, wie es die Philosophen versuchen. Denn wir können es weder wahrnehmen noch in Worte fassen.

Die Schöpfung beginnt damit, dass sie dem Schöpfer entgegengesetzt, wenigstens ein wenig von Ihm entfernt ist, und dieses „ein wenig“ verleiht der Schöpfung den eigenen Status, die Empfindung eines gegenüber dem anderen – schwarz gegenüber weiß, „Vorzug des Lichts aus der Dunkelheit“, und dann lässt sich auch darüber sprechen.

Wir wissen noch nicht einmal, wie eine Erscheinung für sich allein existieren kann. Ist es etwa möglich, irgendeine Form zu erbauen, die keine Unterscheidungen, keine Grenzen, keine charakteristischen Besonderheiten und Farbenschattierungen, also nichts, hat? Wir können so etwas nicht wahrnehmen. Dies ist etwas, wozu wir nicht im Stande sind zu empfinden. Wenn es keine Schattierungen, keine Unterscheidungen gibt, dann nehmen wir es nicht wahr. Weil alle unsere Wahrnehmungsorgane, wie die fünf irdischen Sinnesorgane, darauf aufgebaut sind, dass eine bestimmte Einwirkung auf meine Nervenenden einschlägt, und daraufhin bekomme ich einen bestimmten Eindruck: einen optischen, akustischen, taktilen, geschmacklichen oder auf dem Geruchssinn basierenden.

Ich brauche Nervenenden; es muss einen Zusammenstoß, ein einschlagendes Zusammenwirken zweier Gegensätze geben, und dann beginne ich, wahrzunehmen. Kein Schlag – keine Wahrnehmung. Und wann beginne ich den Schöpfer wahrzunehmen? – Aus dem Schlag (Hakaa), aus dem Zusammenstoß zwischen dem Verlangen und dem Licht heraus.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 24.06.2011

Die fünf globalen Schocks der Weltwirtschaft

Meinung: (Sean O’Grady, Wirtschaftsredakteur der Independent, 28.06.2011): Die OECD hat die fünf „globalen Schocks“ veröffentlicht, welche die Weltwirtschaft in den kommenden Jahren mit einer steigenden Häufigkeit destabilisieren werden.

„An der Stelle von traditionellen Gefahren wie Eroberungen, Kriegen, Hunger und Massensterben nennt die OECD Viruspandemien, Cyber-Attacken, Finanzkrisen, sozial-ökonomische Unruhen und magnetische Stürme“.

Das erste Ereignis aus der Serie der Vorhersagen war die Finanzkrise von 2008. Die steigende Häufigkeit der Krisen wird mit dem „Anstieg der gegenseitigen Abhängigkeit“ im Rahmen der globalen Wirtschaft begründet.

Kommentar: Wenn einzelne unkorrigierte (egoistische, nur über das eigene Wohl eng denkende) Menschen, Völker, Staaten zu einem ganzen Körper, einem gegenseitig abhängenden System werden, in welchem jeder nur das tut, was er als vorteilhaft für sich selbst sieht, dann steigt die Wahrscheinlichkeit, ein solches System unvorhersehbar zu erschüttern, um das Vielfache.

Denn die gegenseitige Abhängigkeit schafft unvorhersehbare Kombinationen von Ursachen für jeden künftigen Zustand. Und unser Wissen dieses Systems erlaubt es uns nicht, es zu verstehen und zu berechnen. Das ist nur möglich, wenn wir es wie unser eigenes empfinden können. Und dies ist nur möglich, wenn wir alle selbst untereinander integral verbunden sind.

Und das ist möglich, wenn wir selbst über dessen Qualitäten und Eigenschaften verfügen. Und das wiederum ist nur über die Korrektur seiner selbst nach der Methode der Kabbala möglich, was als Enthüllung des Schöpfers in den Geschöpfen bezeichnet wird. Denn der Schöpfer ist in Bezug auf uns die Enthüllung unserer korrigierten Eigenschaften in uns selbst. Deshalb heißt Er BoRe – Bo, komme, erlange, und Re, siehe, enthülle in dir selbst.

… man kann aber auch das Buch der Propheten aufschlagen und erfahren, was uns erwartet, wenn wir die Natur durch unser Gleichgewicht mit Ihr nicht zur Ruhe bringen werden.