Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Die unendliche Welt: Der Schirm und das reflektierte Licht

Frage: Was ist das für ein Prinzip des „Schirms“ und des „reflektierten Lichts“? Warum ist die Schöpfung genau danach aufgebaut?

Antwort: Dieses Prinzip beschreibt den Egoismus, der beginnt, sich selbst zu widersprechen. Der Mensch erhebt sich über sein egoistisches Verlangen, um nicht mehr für den eigenen Vorteil zu handeln, sondern einzig und allein zu geben. Statt andere auszunutzen, strebt er danach, sich selbst in den Dienst am Nächsten zu stellen. Das wird als „Schirm“ und „reflektiertes Licht“ bezeichnet.

Frage: Warum ist es notwendig, ein solches System aufzubauen, um den Schöpfer zu offenbaren?

Antwort: Anders kann man den Schöpfer nicht empfinden. Der Mensch besitzt nicht dieselben Eigenschaften wie der Schöpfer. Alle Empfindungen – selbst in unserer materiellen Welt – beruhen auf der Ähnlichkeit zwischen dem Wahrnehmenden und dem Wahrgenommenen. Der Mensch kann nur das empfinden, wofür seine inneren Sinnesorgane ausgerichtet sind.

Unsere Sinne sind nicht auf Radiowellen eingestellt – deshalb nehmen wir sie nicht wahr. Sie reagieren nur auf Schallwellen – also nehmen wir diese wahr. Dasselbe gilt für alle anderen Sinne – das Sehen, Riechen, Fühlen usw.

Um den Schöpfer zu offenbaren, muss der Mensch die Eigenschaften des Gebens erlangen. Nur in der Ähnlichkeit der Form entsteht die Empfindung des Schöpfers.

Bemerkung: Aber alle alten Schriften beschreiben dieses System sehr detailliert das Sie mit zwei Worten zusammenfassen: Schirm und reflektiertes Licht?

Antwort: Diese Schriften sind nicht alt – sie sind zeitlos. Sie wurden lediglich vor langer Zeit niedergeschrieben, aber ihr Inhalt steht außerhalb der Zeit.

Sie vermitteln uns eine unermessliche Fülle an Weisheit – solch subtile und feine Nuancen, dass der Mensch sie sich kaum vorstellen kann.

Wenn wir heute gerade einmal in der Lage sind, zwei Begriffe zu fassen – „Schirm“ und „reflektiertes Licht“ –, dann werden sich diese Worte später mit einer wunderbaren, unendlichen Welt verbinden: mit all ihren Farben, Klängen, Gegensätzen, die sich zu einer vollkommenen Einheit vereinen.

Der Mensch wird ein ganzes Buch benötigen, um allein diese zwei Zustände in ihrer Tiefe zu beschreiben.

Tatsächlich gibt es nichts anderes. Unser Egoismus, über dem sich ein Schirm befindet, um ihn in die entgegengesetzte Richtung – zum Geben – zu benutzen, nennt man „reflektiertes Licht“. Und das ist milliardenfach größer als unsere Welt!

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Aus dem Gespräch „Mein Telefon hat geklingelt. Ein Bild des Schöpfers”

 

Wofür betet ein Kabbalist, wenn es in der Welt Krieg gibt?

Kommentar: Ich werde gefragt, wofür betet ein Kabbalist, wenn es in der Welt Krieg gibt? Der Kabbalist weiß, dass der wahre Krieg nicht irgendwo in der Welt stattfindet, sondern in unseren Herzen. Deshalb bittet er im Gebet darum, dass dieser innere Krieg aufhört – dass wir den Hass, der uns trennt, verabscheuen und versuchen, uns wie ein Mensch mit einem Herzen zu verbinden. Nur so können wir diesen Krieg überwinden.

Der Sinn des Krieges ist es, die Größe des Schöpfers zu offenbaren und ihn über alle anderen Ziele und Verbindungen, die jeder von uns verfolgt, zu erheben. Erst wenn sich in uns, unseren Herzen eine echte Verbindung zueinander entfaltet, können wir sicher sein, dass wir unseren bösen Trieb besiegt haben.

Wenn der Krieg nicht nur innerlich, sondern auch äußerlich, in der materiellen Welt stattfindet, dann bleibt uns keine andere Wahl, als die gute Beziehung zwischen uns zu offenbaren, indem wir herausfinden, was uns alle daran hindert, uns als ein Mensch mit einem Herzen zu verbinden.

Auf jeder Stufe sind viele Kräfte am Werk, die uns voneinander entfernen und unsere Verbindung erschweren. Wir müssen sie bekämpfen und nach den Kräften suchen, die uns helfen, einander näher zu kommen und uns zu verbinden, indem wir die Kräfte des Krieges besiegen.

Jede Kraft des Krieges zielt darauf ab, uns zu trennen und zu isolieren. Doch wenn der Mensch nicht mit anderen verbunden ist, dann hat er überhaupt keine Kraft, eine totale Null. Denn die Stärke eines Menschen ist eine Folge seiner Verbindung mit anderen. Trennt er sich davon, bleibt nur Leere. Deshalb müssen wir unablässig an die Einheit denken und für sie kämpfen.

Wenn wir echten Frieden in der Welt wollen, müssen wir uns vorstellen, dass wir alle in einer so engen Verbindung miteinander stehen, dass sie den Schöpfer dazu bewegt, sich in unserer Mitte zu offenbaren. So überwinden wir Schritt für Schritt die trennenden Kräfte – bis wir schließlich erkennen, dass wir alle miteinander verbunden sind und der Schöpfer im Zentrum unserer Einheit wohnt.

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Aus dem Unterricht zum Thema „Siegen im Krieg“,

 

Geben um zu geben- die erste Korrektur

Frage: Wenn die Materie der Schöpfung das empfangende Verlangen ist, was bedeutet es dann, um des Gebens willen zu geben? Wo ist hier die Arbeit mit dem Verlangen?

Antwort: Der Punkt ist, dass gerade das empfangende Verlangen für das Geben arbeitet. Er unterstützt den Nächsten, hilft ihm und führt verschiedene Handlungen ihm gegenüber aus.

Um das Geben zu geben zu verstehen, muss man zuerst verstehen, was Empfangen um des Gebens willen ist. Es bedeutet, dass ich mit meinen empfangenden Wünschen arbeite, um durch sie meinen Nächsten zu stärken und ihm zu geben, so wie Bina in ihrem ACHaP arbeitet.

In meine Empfangsverlangen schließe ich die Empfangsverlangen meines Nächsten ein und fülle ihn mit allem, was er braucht – und er braucht unendlich viel. Dann wachsen seine Verlangen mit meiner Hilfe zu einer unendlichen Größe und das Licht, das durch mich zu ihm gelangt, wächst zu einer unendlichen Größe NaRaNCHaY.

So arbeite ich, empfangend um zu geben: Ich sorge dafür, meinem Nächsten alles zu geben, was ihm fehlt, ich setze alle meine Fähigkeiten ein und denke überhaupt nicht an meinen eigenen Vorteil.

Dazu brauche ich die höhere Kraft, die nicht in meiner Natur liegt. Meine angeborene Natur lässt mich nur solche Handlungen ausführen, die einen persönlichen Vorteil versprechen – hier ist die Rede von absolut selbstlosen Handlungen, die nicht meinen Empfängerwünschen zugutekommen. Deshalb bin ich dazu nur in der Lage, wenn ich Kraft aus einer höheren Dimension erhalte – aus der Dimension des Gebens.

Ich mache mir also die Bedürfnisse meines Nächsten zu eigen. Im Wesentlichen geht es dabei um Verlangen, die sich auf die Verbindung zwischen uns beziehen, da die spirituelle Arbeit auf der Stufe der Vereinigung von Seelen stattfindet, in der wir uns mit den höchsten Lichtern füllen.

Es gibt noch eine andere Möglichkeit: ohne die eigenen empfangenden Verlangen zu nutzen, sondern die ganze Fülle von sich an den Nächsten weiterzugeben, an seiner Füllung teilzuhaben, aber nicht durch die eigenen Verlangen. Das ist das reine Geben. Normalerweise gehen diese Handlungen dem gegenseitigen Geben voraus. Sie korrigieren unsere Verbindung. Dank ihnen annullieren wir unseren Egoismus, um uns über ihn zur Einheit zu erheben.

Diese Einheit wird durch die direkte Nutzung unseres empfangenden Verlangens aktiviert.

Auf diese Weise ist das Geben um zu geben ein vorübergehender, kleiner, schwacher, „armer“ Zustand. Es gibt aber keinen Ausweg, wir müssen ihn durchlaufen, denn dadurch reinigen wir uns von unserem Verlangen und erheben uns über alle egoistischen Eigenschaften. Ohne dies ist es unmöglich, mit ihnen zu arbeiten. Zuallererst müssen wir sie „reinigen“ – sie mit dem Licht Chassadim füllen.

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Aus dem Unterricht zum Thema „Die Grundlagen der einheitlichen Erziehung“

 

Das Fest Schawuot naht

Und siehe, das Schawuot-Fest naht – die Zeit der Gabe unserer Tora. Das bedeutet, dass der Schöpfer sich im Herzen des Menschen kleidet, das heißt, dass sich die Tora im Herzen jedes Einzelnen aus dem Volk Israel kleidet.Rabash, Brief 52

Die Tora kleidet sich ins Herz des Menschen, das heißt, der Mensch spürt in diesen Tagen eine Verbindung mit dem Schöpfer, wie er sie an keinem anderen Tag, zu keiner anderen Zeit, gespürt hat. In diesen Tagen nähert sich der Schöpfer Seinem Volk, und alle empfinden, dass dies ein Feiertag ist.

Und wenn wir diesen Feiertag nicht empfinden, dann sollten wir unser Herz öffnen und in es hineinlassen, was in diesen Tagen erfassbar ist – um zu spüren, dass der Schöpfer innerhalb Seines Volkes weilt. Wenn das Fest nur schwach empfunden wird, sollte man überprüfen, was uns in der Vorbereitung darauf fehlt – also in der Bereitschaft, die Tora zu empfangen.

Wenn die Tora sich ins Herz kleidet und der Mensch das Licht der Tora im Herzen spürt, beginnt er, die Tora entsprechend diesem „Kleid“ auszuführen. Das heißt, der Wille des Schöpfers tritt ins Herz des Menschen ein, und nun verpflichtet ihn das Herz selbst, die Tora mit Liebe und Freude zu erfüllen.

Wenn wir uns an allen Tagen von Pessach bis Schawuot auf den Empfang der Tora vorbereiten, dann werden wir an diesem Feiertag bereit sein, sie zu empfangen. Anfänglich ist das Herz des Menschen egoistisch, doch es verändert sich durch die Zustände, die man durchläuft, und nähert sich schließlich dem an, was der Schöpfer von ihm verlangt. Und das bedeutet, dass sich die Tora im Herzen des Menschen kleidet.

Ein Zeichen dafür, dass der Mensch bereit ist, die Tora zu empfangen, ist seine Zustimmung, sein Herz zu öffnen und all das Licht, das zu ihm kommt, in sich aufzunehmen – um zu empfinden, dass der Schöpfer in seinem Herzen Wohnung genommen hat.

Es heißt, dass als das Volk sich am Fuße des Berges Sinai versammelte, der Schöpfer ihnen eine Bedingung stellte: Entweder ihr empfangt die Tora, oder dies wird euer Grab. Das heißt, es wird eine Bedingung gestellt: Entweder man haftet sich an den Schöpfer an – oder man verbleibt in Trennung. Die Zeit der Wahl ist gekommen. Und wir wählen die Einheit, die Verbindung – und durch diese Entscheidung beginnt das Fest!

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Aus dem Unterricht über den Artikel „Die Gabe der Tora“, 01.06.2025

Bleibe nicht ewig in Ägypten

Woher kann in uns das Verlangen entstehen, das Licht der Unendlichkeit zu erlangen? Wir befinden uns bereits jetzt in einem Ozean des unendlichen Lichts, aber spüren wir etwa, dass es uns fehlt? Ganz und gar nicht. Wir begehren nur das, was sich vor unseren Augen befindet, das, was für unser Ego greifbar ist.

Deshalb fragte Abraham den Schöpfer: „Woher sollen meine Nachkommen das Bedürfnis nehmen, das Licht der Unendlichkeit zu offenbaren, Dir ähnlich zu werden, den Nächsten zu lieben, das ganze Universum zu vereinen und zu begreifen? Wie sollen solche Gedanken in einem gewöhnlichen Menschen entstehen, der doch nur ein ruhiges Leben führen will und nicht mehr?“

Doch der Schöpfer sprach: „Siehe, ich habe für euch das ägyptische Exil vorbereitet – als die Quintessenz allen Übels. Ihr werdet in diese Phase eintreten und in ihr solche Begierden entwickeln, dass ihr aus ihnen ausbrechen wollt. Ihr werdet fühlen, dass sie euch schaden.

Einerseits habt ihr keine Kraft, euch von ihnen zu lösen, andererseits ist es unmöglich, in ihnen zu bleiben. Das Exil ist wie ein Gefängnis, das euch erstickt und euch keinen Atemzug lässt – und dennoch könnt ihr ihm nicht entkommen. So sehr erdrückt euch euer Egoismus.

Ihr werdet erkennen, dass ihr nur für euren Egoismus arbeitet, der alles für sich beansprucht. Es ist, als würdet ihr versuchen, aus einem löchrigen Eimer zu trinken: Ihr schöpft Wasser, sterbt vor Durst, führt den Eimer zum Mund – doch er ist leer. Und dann bleibt euch nichts anderes übrig, als aus diesem Gefängnis zu fliehen.

Wer am Egoismus festhält und nicht lernen will, zu geben, wird als Ägypter bezeichnet und nicht als Jude. Denn „Jude“ (Yehudi) bedeutet „Einheit“ (Yehud), während der Ägypter nicht nach Einheit strebt – und somit in Ägypten verbleibt.

All dies erklärte der Schöpfer Abraham.

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Aus der Lektion zum Thema „Pessach“

Straße mit Gegenverkehr

Frage: Wie erklären Sie den Menschen, warum Liebe wichtig ist?

Antwort: Liebe ist ein Begriff, der verschiedene Konzepte beschreibt: Man kann einen Fisch zum Abendessen lieben, sein Kind lieben, Nächstenliebe empfinden oder Liebe für den Schöpfer entwickeln. Doch obwohl dasselbe Wort verwendet wird, meinen wir völlig unterschiedliche Dinge.

Sollten wir die Liebe zum Nächsten betonen, der Fische liebt? Wie können wir ihm die Freude am Geben näherbringen? Wie können wir ihm verständlich machen, was es bedeutet, Genuss im Geben zu finden? Wird er begreifen, dass er seinen Fisch einem anderen geben soll? Ist das wirklich Liebe?

Die Bedeutung der Nächstenliebe geht weit darüber hinaus. Nächstenliebe bedeutet, das Verlangen des anderen mit dem eigenen zu verbinden und daran zu arbeiten, sein Verlangen zu erfüllen. Dadurch entsteht Einheit – der Mensch erfüllt das Verlangen des anderen, und beide werden erfüllt. Doch womit werden sie erfüllt? Mit dem Verlangen des Nächsten. Das Verhältnis zwischen ihrem Verlangen ähnelt der Beziehung von Malchut zu Seir Anpin: Der Mensch nimmt die Rolle des Schöpfers ein, während der Nächste die Schöpfung repräsentiert. Dies ist die Aufgabe des Menschen.

„Liebe“ ist die Beziehung zwischen dem Schöpfer und der Schöpfung. Wahre Liebe besteht in der Fähigkeit, eine solche Beziehung zu anderen aufzubauen. Das bedeutet, die Eigenschaft des Gebens – die Eigenschaft des Schöpfers – zu erlangen und sie einzusetzen, um das Verlangen des Nächsten zu erfüllen, als würde der Schöpfer selbst handeln. Der Mensch liebt seinen Nächsten, wenn er bereit ist, alles zu tun, was dieser benötigt, ohne egoistische Absichten.

Das Wort „Liebe“ sollte nicht in anderen Kontexten verwendet werden, um Verwirrung zu vermeiden, die durch „tierische Liebe“ entstehen kann. Wahre Liebe spiegelt wider, in welchem Maß der Schöpfer im Menschen die Eigenschaft des Gebens verkörpert. Ein grundlegendes Prinzip lautet: „Tu dem anderen nicht das an, was dir selbst zuwider ist.“ Damit erreicht man zunächst Neutralität. Danach muss der Mensch das Verlangen des anderen über sein eigenes stellen und bereit sein, alles für den Nächsten zu tun – ähnlich wie für ein krankes Kind, das vollständige Hingabe erfordert.

Aus diesem Grund wird der Mensch dem Schöpfer ähnlich, so wie Seir Anpin, der eine Bitte von Malchut empfängt. Je mehr das Verlangen des Nächsten den Menschen zum Geben motiviert, desto höher steht er über ihm. Das ist Liebe – ein Konzept, das den üblichen Vorstellungen widerspricht. Je mehr der Mensch bereit ist, dem anderen zu geben, desto mehr zieht er das Licht der Korrektur an, da zwischen ihnen ein Band der Bürgschaft besteht. Dabei erfüllt der Mensch nicht das egoistische Verlangen des anderen, sondern stärkt dessen Verlangen nach gemeinsamer Einheit, um die Shechina zwischen ihnen zu offenbaren.

Was sollte der Mensch also geben? Unterstützung in der Bürgschaft, die der Nächste ihm im Gegenzug gibt, indem er sie in seinem Verlangen offenbart. Das ist Liebe: kein Nähren des Egos, sondern das Vergrößern des Verlangens nach gegenseitiger Unterstützung, um den Schöpfer zu offenbaren.

Liebe ist niemals einseitig – sie ist wie eine Straße mit Gegenverkehr. Sie erfordert ein verbindendes Netzwerk, durch das Impulse des Gebens fließen, durchdrungen von Gefühlen der Liebe, Bürgschaft und Gegenseitigkeit. Dieses Netzwerk stärkt die Beziehung zwischen den Menschen.

Das Ego tritt dabei in den Hintergrund. Es geht nicht darum, es zu befriedigen, sondern sich darüber zu erheben, verbunden durch die gemeinsame Absicht zu geben. Wenn diese Einheit erreicht ist und ein Netz über uns gebildet wird, offenbart sich der Schöpfer – die gegenseitige Eigenschaft des Gebens und der Liebe, die uns alle verbindet.

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Aus der Lektion “Gabe der Tora” 

Wann wird der Frieden kommen

S. Vinokur: In Israel herrscht Krieg, und wir konzentrieren uns sehr auf die Technologie: Iron-Dome-Verteidigungstechnologie, Lasertechnologie, Angriffstechnologie – Wasserbomben, moderne Flugzeuge und so weiter. Ich denke immer wieder, dass die Technologie auf die eine oder andere Weise früher oder später auf der anderen Seite auftauchen wird.

M. Laitman: Natürlich. Es wird ein Kampf der Technologien sein.

S. Vinokur: Sagen Sie bitte, an welchem Punkt der Umbruch kommen wird und wir anfangen, über die Wurzel des Problems nachzudenken?

M. Laitman: Die Wurzel des Problems – sie ist unlösbar. Deshalb schalten alle auf die Folgen um – Lieferfähigkeit, Bekämpfung, Kampfstrategien.

Die Wurzel des Problems ist der Egoismus des Menschen. Ich habe noch keine Methode auf der Welt gesehen, die ihn in irgendeiner Weise einschränken kann. Was wir hier brauchen, ist eine Erkenntnis über das Übel unseres Egoismus und wie wir davon geheilt werden können.

Frage: Wie zieht dieser Egoismus Kriege an? Der Egoismus will, dass wir uns hier, in unserem Inneren wohlfühlen. Richtig?

M. Laitman: Ja. Aber das Problem ist, dass das, was im Inneren gut ist, im Außen schlecht ist. Wir verstehen nicht, wie wir unseren Egoismus kontrollieren können, damit er sich gut anfühlt.

S. Vinokur: Sie sprachen immer wieder von der Einheit des Volkes Israel, von der Einheit der Nation, von einem Herzen und so weiter. Wenn Sie das sagen, meinen Sie damit speziell die Wurzel, richtig?

M. Laitman: Ich spreche von der Wurzel, ich spreche davon, was die Nation in unserer Zeit, in unserer Generation tun kann, damit die Welt keine Kriege mehr kennt. Unser Gedanke sollte der Weltfrieden sein. Es liegt an uns.
Wir müssen die Tora lesen. Sie sagt alles sehr einfach. Wenn wir wollen, dass es Frieden gibt, müssen wir ihn selbst schaffen. Wir müssen den Frieden selbst schaffen, indem wir handeln.

Frage: Wenn Sie also sagen, dass diese Wurzel nicht erreichbar ist, was meinen Sie damit? Einerseits fordern Sie den Frieden, andererseits erklären Sie ihn für nicht erreichbar. Wie meinen Sie das?

M. Laitman: Er ist nicht mit unseren menschlichen Kräften, mit unserem Verstand, erreichbar. Aber er ist durch unsere inneren Anstrengungen möglich, wenn wir zum Schöpfer beten und ihn davon überzeugen können, dass wir zum Frieden bereit sind. Frieden unter uns selbst. Und von da an wird es Frieden in der Welt geben. Wir haben schon so viel gelitten, dass wir uns eine Welt im Leid und eine Welt ohne Leid vorstellen können, und wählen können, zu welcher Welt wir gehören wollen.

Frage: Das ist also die Wurzel unseres Problems und des Problems der Welt?

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Warum wird Chanukka ein Wunder genannt?

Der Feiertag von Chanukka ist eine besondere Zeit. Schließlich ist unsere Welt eine Projektion der spirituellen Welt und enthält dank unserer Arbeit verschiedene Symbole für spirituelle Erneuerung und Korrektur.

Deshalb erleben wir das ganze Jahr über günstige Zeiten und besondere Zustände in dieser Welt, als Symbole für unseren Fortschritt beim Aufbau der Seele, der Wiederherstellung des spirituellen Gefäßes, der gemeinsamen Seele von Adam HaRishon, die zerbrochen war.

Und auf dem Weg vom zerbrochensten Zustand zum vollkommen korrigierten Zustand durchlaufen wir wichtige Etappen: den Beginn der Korrektur, der „Neujahr“ (Rosh HaShana) genannt wird, und dann die Erkenntnis des Bruchs – „Jom Kippur“ (der Tag des Gerichts), die Korrektur durch das Or Makif – „Sukkot“ (Laubhüttenfest). Und die nächste Etappe auf diesem Weg ist „Chanukka“, das den Aufstieg zur Stufe von Bina, der Stufe des Gebens, symbolisiert.

Wir feiern diese Feiertage in dieser Welt, aber natürlich findet ihre Erfüllung auf spiritueller Stufe statt. Wenn wir Glauben über dem Verstand in vollem Umfang erlangen, wird dies „Chanukka“ genannt, und wenn wir uns noch höher erheben, um zu empfangen, um zu geben, wird dies „Purim“ genannt.

Jeder Mensch und die ganze Welt müssen diese Zustände in ihrer Korrektur durchlaufen und das Zerbrechen der einen Seele Adams korrigieren, von der wir alle ein Teil sind.

Chanukka wird als Wunder bezeichnet, weil wir uns nicht ohne Hilfe von oben, der Kraft des Schöpfers, verbinden können. Diese Vereinigung geschieht über die materielle Natur hinaus, wie ein Wunder. Die materielle Natur ist Egoismus, das Verlangen nach Genuss, das einzig und allein zu Uneinigkeit, Distanz und eigener Herrschaft führt. Die spirituelle Natur strebt im Gegensatz dazu nach Einheit und Annullierung. Und deshalb wird Chanukka als Wunder bezeichnet, als Aneignung der Kraft von Bina.

Wir sind es gewohnt, als Wunder zu bezeichnen, wenn wir etwas geschenkt bekommen: Ich habe mich nicht angestrengt und plötzlich eine Million im Lotto gewonnen – was für ein Wunder! Aber wenn ich diese Million verdient hätte, würde ich es nicht als Wunder bezeichnen.

In der spirituellen Arbeit geben wir uns jedoch viel Mühe, wir versuchen, eine Verbindung zu erreichen, wir führen viele Handlungen aus, und dann werden wir mit einem Wunder der spirituellen Offenbarung geehrt. Es wird Wunder genannt, weil wir vorher nicht wissen, was wir erreichen werden. Erst wenn es geschieht, sehen wir: „Das ist also die spirituelle Welt, ich hätte nicht gedacht, dass sie so ist! Das ist überhaupt nicht das, was ich mir vorgestellt habe!“ Und deshalb wird es Wunder genannt, aber man muss hart dafür arbeiten.

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Aus der Lektion zum Thema „Chanukka“

Alle Geheimnisse der Natur verbergen sich hinter der Verbindung

Alle Geheimnisse der Natur verbergen sich hinter unserer Verbindung – es gibt kein anderes Heilmittel für gebrochene Seelen. Wir wenden deshalb die Methode von Baal HaSulam, mit allen ihren Stufen an: sich über den Egoismus erheben, sich in Zehnergruppen verbinden und zu einem Menschen mit einem Herzen werden.

Baal HaSulam brachte die gesamte Kabbala in einer neuen, rationalen und offenen Form zum Ausdruck, so dass es für die Welt schwierig ist, sie zu akzeptieren. Er brachte jeden Menschen seiner Bestimmung näher. Wir müssen uns zu einem Menschen mit einem Herzen verbinden und aus dieser Einheit heraus ein Gebet an den Schöpfer richten, damit Er sich uns offenbart.

Einerseits erscheint es uns, als würde die Zeit vergehen und es gelingt uns noch nicht, andererseits sehen wir, wie die Generationen in dem Maß voranschreiten, wie sie die Bedingungen, die ihnen von ihrer spirituellen Umgebung gegeben werden, realisieren können.

In der Tat ist diese Entwicklung nicht als langsam zu bezeichnen. Offenbar erkennen wir nicht, wie groß, reich und unendlich das ganze Universum ist. Wir wollen von unserer Stufe aus sofort Handlungen auf der höchsten Ebene durchführen. Solange wir nicht genügend Kraft zum Handeln und die erforderliche Genauigkeit erreichen, gehen wir den Weg weiter.

Nur durch die Verbindung mit anderen können wir uns richtig an den Schöpfer wenden. Je stärker die Verbindung ist, umso näher ist man dem Schöpfer. Wir müssen uns so weit wie möglich, im Rahmen des Zehners, der kabbalistischen Gruppe, einschließen und eingrenzen, denn darin werden wir alles findenwas uns Baal HaSulam übermitteln wollte.

Wir sollten Tag für Tag versuchen, den Zehner auf eine höhere Stufe zu bringen. Wenn jeder in der Gruppe (Zehner) bereit ist, dies zu tun, da er weiß das seine spirituelle Entwicklung davon abhängt, werden wir Erfolg haben.

Meine Hoffnung ist das wir die Feiertage mit großer Ernsthaftigkeit verbringen und das zu enthüllen beginnen, was unsere Seelen betrifft. Ich sehe meine Schüler mit jedem Tag stärker verbunden, zusammengeschweißt und in Übereinstimmung mit den Schriften, die uns durch die spirituellen Kräfte führen. Wenn wir unseren Aufstieg zur nächsten Stufe beschleunigen wollen, wird von uns eine Attacke erforderlich: die Verbindung mit dem Schöpfer.

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Aus dem Unterricht an dem Gedenktag von Baal HaSulam

Die Erhabenheit des Schöpfers im Zehner

Mit dem Schöpfer in Kontakt zu kommen, seine Größe zu spüren, ist nur in der Verbindung der Menschen untereinander möglich. Aber wir haben keine natürliche Neigung zu solcher Nähe, sie ist uns nicht von Geburt an gegeben.

Wir sehen, je weiter die Welt fortschreitet, desto feindseliger und fremder wird sie,  jeder scheint sich mehr und mehr abzusondern und von den anderen zu entfremden. Wie kann uns solch eine  Entwicklung dem Schöpfer näher bringen? Es ist, als ob der gesamte Fortschritt der Menschheit in die entgegengesetzte Richtung unseres Ziels führt. Wenn man mit Menschen über Vereinigung, Einheit und Liebe spricht, müssen sie lachen. Selbst wenn sie zustimmen, dass dies das Leben besser machen würde, scheint es ein unrealistisches und unerreichbares Ziel zu sein.

Wir haben also eine ernsthafte Arbeit zu leisten, um den Zehner zu vereinen, einen echten Kampf um die Bedeutung des Ziels und auch um die Werkzeuge, dieses Ziel zu erreichen. Schließlich haben wir für beides keinen Wert.

Wie ist es möglich, dass ein so wichtiges Ziel und die Mittel zu seiner Erfüllung, die uns auf die Stufe der Ewigkeit und der Vollkommenheit erheben, unserem Sinn, unserem Verständnis und unserem Blickfeld völlig entzogen sind? 

Sowohl das spirituelle Kli als auch das Licht sind verborgen. Deshalb bringt der Schöpfer den Menschen zu einer Gruppe, zu einem Zehner und sagt: „Wähle diese gute Bestimmung!“  Es gibt keinen anderen Ausweg, als sich dafür zu entscheiden, denn rundherum herrscht Dunkelheit, und nur hier ist das Ende des Fadens, an dem man den Sinn des Lebens, seine Essenz, den Grund der Existenz finden kann.

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