Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Einheit'

Wir haben keine andere Wahl

Kommentar: Baal HaSulam, Artikel „Bürgschaft“: Das bedeutet, jeder in Israel muss die Verpflichtung auf sich nehmen, sich um jedes Mitglied des Volkes zu sorgen, zu arbeiten und deren Bedürfnisse zu befriedigen und zwar im gleichen Ausmaß, wie man sich um die eigenen Bedürfnisse kümmert, nicht weniger.

Wir müssen immer die Sorge für uns, mit der Sorge für die anderen vergleichen: inwieweit unterscheidet sich das Bemühen „um unserer selbst willen“ von dem Bemühen „um der anderen willen“. Worin besteht der Unterschied zwischen ihrem Streben, für andere zu sorgen, mit dem eigenen Streben für sich zu sorgen. Das ist eine konkrete und sehr einfache Aufgabe, sie zu erfüllen ist fast unmöglich.

Die von Baal Sulam beschriebene Bürgschaft, ist fantastisch. Wir erkennen, dass sie fast unerreichbar, nicht im Bereich der menschlichen Möglichkeiten liegt. So wie ich an mich denke, gelingt es mir nicht, an meinen Nächsten zu denken, erst recht nicht an die ganze Menschheit. Es scheint unmöglich zu sein. Worum geht es dann?

Erst nachdem das ganze Volk sich einig war und einstimmig sprach: „Alles was der Ewige gesagt hat, wollen wir tun und hören“ (Exodus 24,7) – nahm jedes Mitglied Israels die Verantwortung auf sich, dass es keinem Mitglied des  Volkes an etwas fehlen würde – erst dann wurden sie würdig, die Tora zu empfangen.

Es genügt, wenn wir erkennen, dass wir keinen anderen Ausweg haben. Wir brauchen auch keinen anderen Weg, denn das ist in der Tat das höchste Ziel das es in unserer niedrigen, unbedeutenden Welt geben kann. Wenn wir also zustimmen, in Bürgschaft zu leben, werden wir besondere höhere Kräfte herbeirufen, die uns zu diesem Zustand führen werden.

Es ist wichtig unsere Natur und den zukünftigen Zustand zu dem uns die Natur drängt, zu erkennen. Wir müssen altruistisch werden, gütig, alle lieben und uns mit allen verbinden.

Die Natur drängt uns zu einer vollständigen Verbindung. Wir sind uns dessen vielleicht noch nicht bewusst, aber das ist es, was uns bevorsteht. Wenn wir auf unserer kleinen Erde leben wollen, müssen wir zu einer absoluten Verbindung kommen, sonst können wir nicht überleben.

Indem wir das erkennen, werden wir bereit sein, die Tora, das höhere Licht zu empfangen, das unsere Natur verändern und uns zu einer gemeinsamen Einheit führen wird.

Die Welt durchlebt immer mehr Trennung, Spaltung, Entfremdung und damit einhergehend immer mehr Missverständnisse darüber, wo sie existiert, wofür und wie. Die Menschheit spürt diesen Egoismus, und handelt dementsprechend.

[330889]

Aus einem Unterricht über „Bürgschaft“

Baal haSulam. Das Buch “die Früchte der Weisheit.” Brief 1. Teil 3

“...Aber es gehört sich nicht für einen König, einen Bürgerlichen (d.h. einen, der die Zeit der Korrektur noch nicht erreicht hat)  plötzlich über alle zu erheben , ohne einen besonderen Grund, der allen klar ist. Aber es ist angemessen, dass ein König den Grund für sein Handeln allen in großer Weisheit offenbart.”

Das heißt, es sollte dem Menschen, der mit dem Schöpfer in Kontakt kommt, der zur Offenbarung der Einheit, zur Offenbarung der Einheit der Lenkung des Schöpfers kommt, klar sein, was mit ihm geschieht. Und auch für all die anderen, die sich auf seiner Ebene und darüber befinden.

…Was hat der König getan? Er machte seinen Diener zu einem Wächter, um die Schatzkammer zu bewachen.

Der Schöpfer beeinflusst uns mit Hilfe eines riesigen Kontrollsystems, in dem eine Kraft Seines Gebens in eine Vielzahl von wirkenden Kräften zerlegt wird, in drei Linien, in zehn Sefirot, in 125 Stufen, von denen jede ihre eigenen Eigenschaften hat, usw. Es ist bereits ein ganzes internes geschlossenes System.

Was Baal haSulam sagen will, ist dies: dass es keinen Fortschritt des Menschen geben kann, wenn er nicht auf irgendeiner Stufe seiner Korrektur, seiner Entwicklung, wenigstens irgendeine kleine Bedingung erfüllt, mit der kleinen spirituellen Kraft übereinstimmt, die an dieser ganzen Lenkung beteiligt ist. Das bedeutet, dass Sein „Sklave“ allen Ministern des Königs vollständig unterworfen sein muss und die Bedingungen, die für ihn vorgesehen sind, vollständig erfüllen muss.

“...Aber es gehört sich nicht für einen König, einen Bürgerlichen plötzlich über alle zu erheben, ohne einen besonderen Grund, der allen klar ist. Aber es ist angemessen, dass ein König den Grund für sein Handeln allen in großer Weisheit offenbart, – in Übereinstimmung mit allen einzelnen Kräften der Herrschaft (seinen Ministern) – Was hat der König getan? Er machte seinen Diener zu einem Wächter, um die Schatzkammer zu bewachen.

Was ist die Bedeutung der Schatzkammer? Der Mensch entdeckt, dass das, was ihm vom Schöpfer gegeben wurde, sein eigenes egoistisches Verlangen ist. Das ist es, was er steuern muss. Darin muss er seine Korrekturen vornehmen.

Und er befahl einem Minister, der wusste, wie man Streiche spielt, sich zu verkleiden und sich als Rebell auszugeben, der in den Krieg ziehen wollte…”

Angeblich ist eine der Kräfte, die an der allgemeinen Lenkung des Universums beteiligt sind, nicht in perfekter Harmonie mit allen anderen Lenkungskräften des Schöpfers. Sie scheint vom Schöpfer in einer eher egoistischen als altruistischen Form zu kommen. Es scheint, dass dies zum Vorteil des Menschen ist – er selbst ist immer noch ein Egoist. Er sollte sich mit dieser Kraft solidarisieren.

Wenn es also einen verkleideten Minister gibt, der einen Rebellen gegen den König spielt – der Mensch ist ja ein hundertprozentiger Rebell -, dann wird es ihm leicht fallen und gut tun, sich mit dieser egoistischen Kraft zu solidarisieren, die zu ihm zu passen scheint, ihm ähnlich ist. Er wird sich freuen – gut, endlich habe ich eine Stütze in der spirituellen Welt gefunden. Und auf diese Weise spielt der Schöpfer dem Menschen einen Streich.

Der Rebell fängt also an, so zu tun, als ob “er in den Krieg zieht, um den königlichen Palast zu stürmen, während die Wachen abwesend sind…” (aber das ist völlig glaubwürdig).

Als ob es außer ihm keine anderen Kräfte gäbe. Er ist der Einzige, und es wird ihm anstelle des Schöpfers vorgeschlagen, das ganze Universum mit seiner egoistischen Macht, mit seiner egoistischen Einstellung zu beherrschen. Du wirst ewig sein, du wirst glücklich sein, du wirst sein, was und wer immer du willst, das heißt, diese Eigenschaft ist eine der Kräfte von Klipot.

Klipot, die unreinen Kräfte sind die verkleideten Kräfte des Schöpfers, es ist der verkleidete Schöpfer. Es ist das genaue Gegenteil von Ihm, das absichtlich so vor uns auftaucht.

Wir lernen, dass es reine BYA-Welten gibt, von denen wir spirituell altruistische Einflüsse erhalten, und es gibt unreine BYA-Welten, von denen wir spirituell egoistische Einflüsse erhalten. Beide kommen von oben, von der gleichen Kraft – vom Schöpfer, nur in Bezug auf uns manifestieren sie sich von zwei Seiten.

Der Baal Sulam offenbart uns dieses Bild: Es ist, als ob der Mensch innerhalb der Lenkung des Schöpfers ist und plötzlich sieht, wie schön alles ist. Ich kann wissen! Ich kann verstehen! Ich kann in das Geschehen mit meinem Kelim eingreifen. Ich kann alles tun! Ich fange jetzt an, die Höhere Welt zu beherrschen, alles zu kontrollieren, auch den Schöpfer.

Der Schöpfer ist nur verschiedene Eigenschaften, Kräfte. Sie gehen in meine Hände über, und ich beginne, Ihn zu lenken. Das heißt, ich befinde mich in einer ziemlich guten Position, ich kann mit Hilfe dieser Kraft das ganze Schloss des Schöpfers einnehmen und das ganze Reich, das ganze Universum beherrschen. Was könnte besser sein als das?

Glauben Sie mir, niemand von uns würde das ablehnen. Keiner von uns! Denkt jemand so? Ihr seid bescheiden!

 Es ist nur eine unaufhaltsame Gelegenheit, dir wird alles gegeben: nimm sie, herrsche für immer, absolut. Niemand wird jemals deinen Platz einnehmen, niemand, keine Kraft wird dich zurück beeinflussen, das heißt, du bist der König. Alles andere ist unter dir, und du bist ewig. Was will man sonst?! Das ist es, was die Klipa, die unreinen Kräfte, uns präsentieren können. So arbeiten sie, Verführung auf einer Ebene, die ein wenig höher ist als unsere wirkliche. Was werden wir also tun?

Der Zustand des „Friedens“ zwischen Mann und Frau

„Wenn der Ehemann und die Ehefrau geehrt werden, verweilt die Shechina zwischen ihnen.“ Man kann fragen: Aber sie sind doch Gegensätze, wie ist da Frieden zwischen ihnen möglich?

Doch erst wenn die Ehepartner ehrenhaft werden, das heißt, wenn sie das Empfangen zum Geben umwandeln, es wird Empfangen um des Gebens willen genannt, herrscht Frieden zwischen ihnen.

Andernfalls befinden sie sich im Konflikt oder einer ordnet sich dem anderen unter. Unterwerfung wird nicht als vollkommene Liebe bezeichnet, denn derjenige, der sich unterwirft, wartet immer darauf, wieder die Macht der Autorität zu haben. (Rabash, „Der Unterschied der Zustände“.)

Der Zustand des „Friedens“ zwischen Mann und Frau, das gemeinsame Streben, etwas Gemeinsames aufzubauen, wird „Shechina“ genannt, denn in diesem Zustand wohnt der Schöpfer.

Ein gemeinsames Ganzes wird erreicht, wenn jeder Ehepartner sich vollkommen auf den anderen einstellt und erkennt, dass sie zusammen eine Einheit bilden und niemals getrennt existieren können.

Frage: Ich sollte mich also nicht als eine getrennte „Kategorie“ betrachten?

Antwort: Niemals! Es ist eine innere Empfindung von beiden. Es gibt keinen ohne den anderen oder jeden von euch einzeln. Wenn ihr euch auf diese Weise miteinander verbindet, spürt ihr die Gegenwart des Schöpfers in dieser Einheit.

[327065]

Aus der Fernsehsendung „Männlich und weiblich“, 19.03.2024.

Das Wunder der Übersetzung der Tora

Frage: Im Talmud, der alten Quelle jüdischer Weisheit, steht geschrieben: „Ptolemäus, der König von Ägypten, versammelte 72 Älteste von den Weisen Israels und brachte sie in 72 verschiedenen Häusern unter. Zuerst verriet er ihnen nicht, warum er sie versammelt hatte, damit sie sich nicht vorher beraten würden.

Dann wandte er sich an jeden von ihnen einzeln und sagte zu ihnen: „Schreibt mir, das heißt, übersetzt mir das Gesetz von dem großen Weisen Mose.“ Daraufhin legte Gott jedem von ihnen die gleiche Absicht und das gleiche Verständnis in das Herz hinein, und sie waren alle einer Meinung. Dann übersetzten sie nicht nur richtig, sondern wo sie Änderungen vornahmen, waren es dieselben Änderungen.“

So wurde die Tora ins Griechische übersetzt.

Frage: Als erste, kann man glauben, dass die Art und Weise, wie es im Talmud geschrieben steht, richtig ist?

Zweitens, was wird als Wunder bezeichnet – dass die 72 Ältesten die Tora wie von einem einzigen Übersetzer übersetzt haben, oder dass Gott ihnen einen Gedanken, eine Absicht gegeben hat? Was ist hier das Wunder?

Antwort: Das Wunder ist höchstwahrscheinlich, dass sie alle zusammen wie ein Mensch übersetzt haben. Der Grund dafür war, wie es hier heißt, dass Gott eine Absicht und einen Gedanken in sie hineingelegt hat.

Frage:  Wie ist es möglich, dass 72 verschiedene Menschen  denselben Text ohne den kleinsten Fehler geschrieben haben. Wie kommt es, dass Gott in jedem von ihnen einen Gedanken hineinlegt?

Antwort: Weil es Gott ist. Und weil es 72 besondere Weisen sind, die auf der höchsten Stufe des Wissens stehen (daher 72). Die Zahl selbst ist die Ebene des höheren Wissens. Deshalb waren sie in der Lage, es zu tun.

Frage: Wenn Gott eine Absicht und einen Gedanken in die Welt setzt, kann man dann sagen, dass Gott will, dass diese Quelle, die Tora, in der ganzen Welt verbreitet wird?

Antwort: Es wurde mehr als einmal gesagt, auch in den unmittelbaren Texten, dass diese Gesetze für die ganze Welt sein sollen.

Kommentar: Hier steht, dass die Weisen eine Meinung gebildet haben.

Antwort: Ja, das ist wirklich ein Wunder.

Frage: Eine Meinung zu haben, ist ein Wunder. Wo früher 72, 120 Leute,  Sanhedrin, eine Entscheidung treffen, können heute zwei Menschen nicht eine Entscheidung treffen. Zwei! Sie streiten sich, jeder will seine Meinung durchsetzen.

Wie können unsere gewöhnlichen Menschen, gewöhnliche Politiker, Chefs oder einfach Menschen, Familien, eine Entscheidung treffen und zu einer Meinung kommen?

Antwort: Es fehlt die Erkenntnis, dass wir alle unter der Herrschaft des Allmächtigen stehen und alles von Ihm kommt. Und deshalb, wenn man mit einem anderen übereinstimmt, kommt man dem Schöpfer näher.

Frage: Das heißt also, dass man mit dem Schöpfer übereinstimmt, der sich durch einen anderen zu mir wendet?

Antwort: Ja.

Frage: Wenn man sich darauf einlässt und sich annulliert, kann man dann hören, was von oben zu einem gesagt wird?

Antwort: Du wirst den Schöpfer hören. 

Frage: Ist damit gemeint, wenn zwei Menschen sich streiten, in der Familie, oder allgemein?

Antwort: Es geht nicht darum, dass man hört, was der andere sagt. Man hört den Schöpfer durch den anderen. Und das ist wichtig.

Frage: Und das geschieht durch eigene Annullierung?

Antwort: Ja.

Kommentar: Sie messen der Annullierung eine so große Bedeutung bei.

Antwort: Sobald der eigene Egoismus annulliert wird, kann man mit dem arbeiten, was man von außen empfängt. Und das „Außen“ kommt zu ihm vom Schöpfer.

Frage: Also das Wunder ist die Annullierung?

Antwort: Ja, das ist ein Wunder. Wenn wir uns annullieren könnten, würden wir den Schöpfer hören. Er versteckt sich hinter dem, was wir uns gegenseitig sagen und wartet darauf, dass wir in der Lage sind, uns zu annullieren.

[325209]

Aus der Fernsehsendung „Nachrichten mit Michael Laitman“.

Fragen zur spirituellen Arbeit – 13

Frage: In Shamati 115 schreibt Baal HaSulam: „Da er mit der Gesellschaft mitfühlt und mit ihr leidet, kann er sich an den Wohltaten der Gesellschaft erfreuen. Wie können wir richtig damit arbeiten, um sich an den Wohltaten der Gesellschaft zu erfreuen?

Antwort: Wenn ein Mensch versucht, seine ganze Kraft darin zu investieren, mit den Freunden als eine Einheit zusammen zu sein, dann empfindet er alles, was ihm widerfährt, als einen richtigen Fortschritt.

Frage: Können wir die spirituellen Leiden der Welt fühlen und versuchen, sie zu füllen?

Antwort: Nein: Wir fühlen entweder nur unser eigenes spirituelles Leiden oder das Leiden der Menschen, mit denen wir verbunden sind oder das Leiden des Schöpfers- dies wird als das Leiden der Shechina bezeichnet.

Frage: Kann ein Mensch den tierischen Selbsterhaltungs- und Fortpflanzungstrieb unterdrücken, um dem Schöpfer und den Freunden zu dienen?

Antwort: Er ist dazu nicht verpflichtet, keineswegs.

Frage: Was bedeutet es, einen Freund auf die Stufe des Schöpfers zu erheben?

Antwort: Ihn für dich genauso wichtig zu machen wie den Schöpfer.

Frage: Welcher Egoismus ist schlimmer und zerstörerischer: der tierische oder der spirituelle?

Antwort: Der Spirituelle. Er ist der härteste, schwierigste und schädlichste Egoismus.

Frage: Ist es möglich, sich mit den Gefühlen eines Freundes zu identifizieren und mit seinen inneren Gefühlen zu verschmelzen?

Antwort: Ja. Du wirst seine Gefühle spüren und dein Freund wird deine spüren.

[317183]
Aus dem Unterricht „Die Gefühle des Nächsten wahrnehmen“,

Warum hat ein guter Schöpfer einen bösen Menschen erschaffen?

Frage: Es gibt diesen Text im Gebet des Versöhnungstages, er ist sehr anschaulich. „Und alle Geschöpfe werden Ihn, d.h. den Schöpfer fürchten und alle erschaffenen Wesen werden vor Ihm niederfallen und sie werden alle eine Einheit bilden, um Deinen Willen von ganzem Herzen zu tun.“

Erklären Sie bitte, ob es notwendig ist, sich zu fürchten?

Antwort: Der Punkt ist, dass es für uns sehr schwierig ist, dieses Ungleichgewicht zwischen dem absolut guten Schöpfer und dem absolut bösen Menschen zu verstehen, der von demselben guten Schöpfer geschaffen wurde. Und warum? Damit der Mensch den Grund für eine solche Schöpfung erkennt und dem Schöpfer gleich sein will.

Frage: Was ist der Grund?

Antwort: Nur um wie der Schöpfer sein zu wollen.

Frage: Ich bin also so weit von Ihm entfernt und möchte Ihm ähnlich sein?

Antwort: Ja.

Frage: Bin ich absichtlich weit von Ihm entfernt?

Antwort: Zu Beginn…

Frage: Dann „werden sie Dich fürchten“ – was bedeutet das?

Antwort: Es ist bereits ein Appell an den Schöpfer. Wenn die Menschen spüren, dass all diese Dinge vom Schöpfer kommen, dann werden sie Ihn fürchten und Ihn um Korrektur bitten.

Frage: Und wenn es heißt „und vor dem Schöpfer niederfallen“, was bedeutet das?

Antwort: Sie werden den Wunsch haben, sich der Güte des Schöpfers zu unterwerfen.

Frage: „Und alle geschaffenen Wesen werden vor dem Schöpfer niederfallen und eine Einheit bilden, um Seinen Willen von ganzem Herzen zu tun.“ Was ist das – dieser letzte Satz?

Antwort: Das bedeutet, das alle zusammen in Güte und Liebe zum Schöpfer sein werden.

[318301]

Aus der Fernsehsendung „Nachrichten mit Michael Laitman“

Die Form der zukünftigen Welt- die gegenseitige Bürgschaft

Die gegenseitige Bürgschaft ist eine Korrektur, welche die gesamte Menschheit von oben erhalten muss.  Letztendlich werden alle verpflichtet sein, die Form von Adam HaRishon anzunehmen, d.h. zu einem Menschen mit einem gemeinsamen Verstand und Herzen zu werden.

Wir werden keine Trennungen zwischen uns bemerken. Wir werden uns als einen Körper wahrnehmen: sowohl im spirituellen als auch im materiellen Sinne, der alle unsere Wünsche, Gedanken, Eigenschaften und Hoffnungen umfasst.

Es wird keine Trennung zwischen uns geben. Wir werden selbst danach suchen was uns trennen kann, damit wir diese Unterschiede beseitigen und eins werden können. Dann werden wir die Form des Menschen, Adam, annehmen, wie der Schöpfer.

Dieses erhabene Ziel muss von allen Menschen, allen Nationen erreicht werden, darin liegt unsere Zukunft. Wir hoffen, dass es so bald wie möglich eintritt. All dies hängt davon ab, wie wir die trennenden Mauern, niederreißen, damit uns nichts mehr voneinander trennt und alle Unterschiede die wir jetzt erkennen, zu Kräften der Verbindung werden. Dann wird die Dunkelheit als Licht erstrahlen.

Je stärker wir uns verbinden, desto intensiver werden wir das höhere Licht, den Schöpfer spüren, der alle Lücken zwischen uns ausfüllt. Alle Hindernisse, die unsere Verbindung hindern  werden im Gegenteil zu Quellen der Kräfte der Einheit. So werden wir 620-mal stärker Verbindung, Erkenntnis, das Gefühl den Schöpfer zu offenbaren, als ein gemeinsam spirituelles Kli, empfinden. All dies geschieht dank der Bürgschaft.

Es heißt, dass „die Dunkelheit als Licht leuchten wird“. Das heißt, die Unterschiede, die Kräfte des Gegensatzes, die wir noch nicht überwinden können, werden sich in ihr Gegenteil verwandeln – in eine kraftvolle Verbindung, dass wir uns vereint fühlen werden, in einem Herzen, in einem System, in dem jeder jeden als Eins unterstützt.

Widersprüche werden sich in Kräfte der Unterstützung verwandeln.  Durch die Korrektur der Distanz, der Unterschiede des inneren Widerstands, der Entfremdung des Menschen durch den Menschen, wird das kleine, fast ungreifbare Licht das zwischen uns ist, um das 620 fache verstärkt. Dann wird jeder die ganze Welt klar als ein Mensch wahrnehmen, erfüllt von der Kraft des Schöpfers, ohne Unterschiede und Schranken. So kommen wir zur vollkommenen Bürgschaft.

[313099]

Aus dem Unterricht zum Artikel „ die Bürgschaft“, 23.05.2023

Zwingende Voraussetzung

„Nun verstehen wir die Kraft der Einzigartigkeit des Schöpfers, dass Seine Gedanken nicht unsere sind, und die ganze Vielfalt von Eigenschaften und Formen, die wir in dieser ganzen vor uns liegenden Wirklichkeit erkennen, ist in Ihm in dem einzigen Gedanken vereint – dem Schöpfungsgedanken, seinen Geschöpfen Genuss zu schenken..(Lehre der Zehn Sefirot, Teil 1, „Einschränkung und Linie“, Innere Betrachtung, Kap.5, P.22).

Frage: Es wird gesagt, dass der Schöpfer nur einen Gedanken hat – uns zu erfreuen. Warum ist es so schwer, dies in unserem täglichen Leben zu beobachten?

Baal HaSulam schreibt, wenn wir am Ende des Lebens abwägen würden, wie viel der Mensch genossen und wie viel er gelitten hat, würde er nicht mehr geboren werden wollen, denn wir sind immer im Minus. Einerseits hat der Schöpfer eine Absicht und einen Gedanken uns zu erfüllen, andererseits spüren wir das nicht. Warum?

Antwort: Da niemand auf den Schöpfer hören will, niemand Seine Ratschläge befolgen will.

Der Schöpfer sagt: „Du kannst absolutes Vergnügen, Erfüllung, Wissen, alles Mögliche nur dann erreichen, wenn du die Nächstenliebe ausführst.

Liebe deinen Nächsten, und schon bist du in Kontakt mit dem Schöpfer, du genießt bereits. Wo sieht man Menschen, die nachdem sie das gehört haben, sofort nach diesem Zustand streben?

Kommentar: Sie verstehen nicht, was das ist.

Antwort: Wie „sie verstehen es nicht“? Das ist ganz einfach. Können Sie sich vorstellen, geliebt zu werden? Machen Sie das Gleiche mit anderen. „Aber nein, das nicht!“.

Kommentar: Im Prinzip ja. Aber es ist schwer.

Antwort: Ich würde sagen, unmöglich, aber es ist eine Voraussetzung.

[306976]

Aus der Fernsehsendung „Die Lehren der Zehn Sefirot (TES)“.

Ein Zehner ist ein Ortungsgerät für ein Signal von oben

Kommentar: Wenn man sich vor den Freunden annulliert, zeigt das, dass man an den Schöpfer glaubt. Durch die Annullierung kann man mit den Freunden dem Schöpfer näher kommen. Der Schöpfer existiert nicht ohne die Schöpfung: Wenn wir uns verbinden, wird unsere Verbindung Schöpfer genannt. Wir erschaffen Ihn und arbeiten mit Ihm zusammen.

Eine verbundene Gruppe ist wie ein Radioteleskop, das Einflüsse von einer höheren Stufe empfängt. Normalerweise fühlt es ein Mensch nicht, aber der verbundene Zehner kann diese besondere, unbegreifliche Kraft von oben wahrnehmen. Diese Kraft entfaltet sich im Zehner und arbeitet wie ein Radar, wie eine Satellitenschüssel, die diese höhere Kraft für uns aufspürt.

Ohne eine solche Gruppe könnten wir die Offenbarung des Schöpfers nicht erreichen. Nur wenn wir uns auf eine bestimmte Art und Weise verbinden, können wir dieses Radar, unser gemeinsames Verlangen erschaffen, drehen, abstimmen, um darin das einzufangen, was der Schöpfer genannt wird. Das heißt „komm und sieh“ (bo-re).

Der Schöpfer übersteigt unser Fassungsvermögen. Die einzige Möglichkeit Ihn zu offenbaren besteht darin, uns zu verbinden und uns auf Ihn einzustimmen. So kann jeder Funkempfänger nur die Welle empfangen, die in ihn eintritt. Es gibt nichts Wichtigeres als unsere Verbindung, denn sie bringt uns in Einheit mit dem Schöpfer.

Egal, wie sehr man versucht, eigene Wünsche in Einklang zu bringen, wird einem irgendwann klar, dass man nicht in der Lage ist, die Verbindung zum Schöpfer zu erreichen. Man braucht die Verbindung zu seinen Freunden. Nur durch sie kann man mit dem Schöpfer in Kontakt treten. Ich bin die letzte Sefira von Malchut und meine Freunde sind die ersten neun Sefirot, durch die mich der Ruf des Schöpfers erreicht.

Die Voraussetzung für das Gebet ist, dass wir uns so sehr auf die Freunde einlassen, dass wir spüren, dass wir in unserer Verbindung eine Botschaft des Schöpfers empfangen können. Wenn man diese Botschaft begreift, möchte man mit seinen Freunden darauf reagieren.  Durch sie können wir uns erheben und den wahren Kontakt mit dem Schöpfer erreichen.

[303628]

Aus der Lektion zu Jom Kippur

Sukkot-Feiertag: Der sechste Ehrengast – Josef

Josef wird der Gerechte genannt, und der Gerechte ist das Fundament der Welt. Josef ist es, der einen Menschen in seinen Egoismus führt und seine Verbindung zum Pharao herstellt. Mit seiner Hilfe verbindet sich der Mensch dann mit höheren Eigenschaften wie der von Moses.

Durch Josef beginnen wir, uns mit dem höheren System vertraut zu machen, und dank ihm können wir uns verbinden und versuchen, die spirituellen Eigenschaften zu finden, um der höheren Kraft näher zu kommen und den Schöpfer zu erreichen. Jede spirituelle Qualität wird durch Josef, durch die Sefira Yessod und durch unsere Verbindung erlangt.

Josef ist der Gerechte, das Fundament der Welt, denn nur durch die Verbindung, durch Yessod, erlangen wir alle anderen höheren spirituellen Eigenschaften. In unserer Arbeit ist er das wichtigste und uns am nächsten liegende Gefühl, eine Verbindung in einer Gruppe. Durch den Punkt der Verbindung beginnen wir, seine Eigenschaft zu erkennen.

Die Tora erzählt, wie die Brüder Josef in die Sklaverei verkaufen. Sie verstehen diese Eigenschaft noch nicht, weil sie höher stehen als er und mit der Eigenschaft von Josef noch nicht vertraut sind. Sie halten ihn für einen jüngeren Bruder und sind nicht damit einverstanden, dass er sich hervorhebt.

Das Wichtigste an Josef ist, dass er uns in Verbindung bringt. Er hat keine eigene Eigenschaft, sondern er verbindet alle anderen Eigenschaften in seiner Sehnsucht nach Verbindung und damit zum Schöpfer. Er ist eine gemeinsame Eigenschaft, in der alle anderen Brüder enthalten sind, und sie werden durch den wachsenden Willen zu empfangen, nämlich vom Pharao, verdeutlicht.

Von der Eigenschaft Josefs, von Yessod, geht die Kraft des Lebens und die Kraft der Verwirklichung aus. Die Offenbarung des Pharaos geschieht ebenfalls durch Josef. Zu Beginn der ägyptischen Sklaverei war der Pharao freundlich und es fühlte sich überhaupt nicht wie Sklaverei an. Im Gegenteil, wir haben uns entwickelt, und das alles mit Hilfe von Josef. Er ist der Beginn der Erlangung von Gut und Böse in unserem ganzen Leben, und deshalb ist er uns am nächsten.

Die Eigenschaft Josefs wird durch unsere Verbindung realisiert. Er wird „alles“ genannt, weil alle Eigenschaften in ihm vereint sind und uns durch sie mit dem Schöpfer verbinden. Josef zu erlangen bedeutet, die Einheit zu erreichen, die Essenz unserer Verbindung. Dies ist der erste Schritt, der uns aus dieser Welt herausführt und zur Erlangung des Schöpfers der höheren, spirituellen Welt führt.

Josef ist wie ein Baum, der uns alle Früchte des Lebens bringt. Dies ist eine Verbindung mit der höheren Wurzel, aus der alles Gute in die Welt fließt. Wir nähren uns von ihm; dank ihm leben wir, pflanzen uns fort und vermehren uns. Dies ist der Ort unserer Verbindung untereinander und mit dem Schöpfer; das heißt, es ist der Ort, an dem wir aus dem Gefühl dieser körperlichen Welt heraustreten und in die spirituelle Welt eintreten. All dies geschieht durch die Eigenschaft von Josef, der Stufe, die uns am nächsten ist.

Es ist bekannt, dass wir uns in Zehner verbinden müssen, um wenigstens einen Schritt vorwärts zu kommen. Josef wird „alles“ genannt, weil er alle unsere Eigenschaften in sich vereint. Jeder der zehn Menschen hat seine eigenen Qualitäten, die sich von denen der anderen unterscheiden, aber wenn wir uns über uns selbst erheben, können wir zusammen sein. Wenn wir uns über unsere egoistischen Unterschiede hinwegsetzen, jeder von uns über seinen Egoismus, dann werden wir ähnlich und gleich und können uns verbinden und ergänzen.

Dies erreichen wir in dem Maße, in dem wir die Sefira Yessod erreichen, die “alles” genannt wird. Wenn wir uns über unseren Egoismus erheben und zum Glauben über den Verstand kommen, zur Verbindung in einem Zehner, schaffen wir eine neue spirituelle Eigenschaft, die allen gemeinsam ist und die man den Schöpfer nennt. Er wird aus der Verbindung zwischen uns geboren und sagt: “ Ihr habt mich gemacht!“

Es stellt sich heraus, dass wir durch unsere Verbindung den Schöpfer erschaffen haben; so offenbart Er sich uns gegenüber. Die erste Bekanntschaft mit dem Schöpfer, mit der höheren Kraft, mit der höheren Welt, geschieht durch die Eigenschaft von Yessod.

Geehrte Gäste, Ushpisin, die in die Sukkah kommen, organisieren die richtige Umgebung für uns. Josef ist der letzte in dieser Kette, sozusagen anstelle von Malchut.

[272163]

Aus der täglichen Kabbala-Lektion vom 08.10.2020 „Sukkot“