Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Bücher'

Durch die Lüge zur Wahrheit

Eine Frage, die ich erhielt: Warum haben die Kabbalisten uns absichtlich verwirrt, als sie die Bücher mit solchen Worten geschrieben haben, als handelte es sich darin um die materielle Welt?

Meine Antwort: Es wurde absichtlich gemacht, damit du aus dieser Verwirrung beginnst, die Wahrheit zu verstehen. Und ohne verwirrt zu werden, wirst du auch nichts verstehen.

Deshalb haben die Kabbalisten so viele Bücher geschrieben, denn wir sollen mit deren Hilfe zur Offenbarung kommen: aus dem Wunsch zu genießen – zum Wunsch des Gebens.

Und zwischen ihnen liegt ein riesiger Abgrund. Wir denken: man braucht nur das Plus gegen das Minus zu tauschen, aber es ist nicht einfach! Alle Gedanken und Wünsche sind miteinander verbunden, und wir müssen durch diese Verwirrung gehen. Jede Verworrenheit ist eine Frage, die ich beantworten muss. Und die Frage selbst ist schon die Hälfte der Offenbarung, wenn sogar nicht mehr.

Deshalb sind alle Zustände, durch die ich in der Finsternis und in der Kraftlosigkeit gehe, absolut obligatorisch. Ich weiß nicht, wie man die Wahrheit erreichen kann, ohne die Fehler und trügerischen Vorstellungen zu vermeiden, ohne die unangenehmen Gefühle und Missverständnisse, dank derer wir wachsen.

Nur so kann man das Plus und das Minus, den Wunsch des Gebens (des Schöpfers) und den Wunsch, Genuss zu erfahren (des Geschöpfs) verbinden, durch das gesamte System, worin wir durch die Vertreibungen, Verhüllungen und durch das volle Chaos gehen.

Und wenn ich auf den zurückgelegten Weg schaue, dann sehe ich, dass es unmöglich war, einen Augenblick aufzuheben. Du entfernst einen Augenblick aus dem ganzen Weg, und schon ist nichts mehr klar! Es wird keine Vollkommenheit am Ende sichtbar, wir werden sie weder verstehen, noch offenbaren.

Deshalb sind alle Handlungen notwendig. Es war unmöglich, den Sohar anders zu schreiben. Der Mensch kann nicht lernen, ohne die Fehler zu begehen. Er soll das Gegenteil zur Wahrheit enthüllen. Auf diese Weise lehren wir die Kinder – wir verwirren sie, damit sie aus den Fehlern lernen – dann werden sie sich im richtigen Leben nicht irren.

Darin liegt der Unterschied in der Entwicklung aufgrund der Leiden oder mit Hilfe der Wissenschaft der Kabbala.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 07.09.2010

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Der Sohar ist besonders stark

Der Sohar ist das stärkste Mittel für die Einwirkung auf die Seele. Es heißt nicht, dass wir alle übrigen Bücher abgeben und uns nur damit beschäftigen sollen. Aber seine Wirkung ist sehr stark.
„Die Lehre der Zehn Sefirot“ (ТES) und „Der Baum des Lebens“ sind gut, um sich aufzubauen. Und nachher, können sie für den Menschen, der sich schon in den geistigen Stufen befindet, als Ausbilder der inneren Handlungen sein.
Wenn du die Aufstiege und die Abstiege empfindest, die Eingänge und die Ausgänge der Lichter fühlst, wie man sie physisch empfinden könnte, da dein Wunsch, dein geistiges Gefäß für das Erhalten und das Geben, für den Eingang und den Ausgangs des Lichtes schon bereit ist, dann arbeitest du mit ТES oder mit „dem Baum des Lebens“, du führst dann die darin beschriebenen Handlungen aus. Hingegen mit dem Soar arbeitest du eher indirekt, in Form des umgebenden Lichtes. Dieses Werk entwickelt das Gefäß der Seele im Allgemeinen, und nicht so, wie es gesagt ist: „die Seele des Menschen lehrt ihn“; dann nimmst du schon TES und erfüllst die Handlungen in der Praxis.
Es gibt die Zeit für die Vorbereitung auf die zukünftigen Stufen – hierfür ist der Sohar am besten geeignet. Es gibt aber auch die Zeit für die Realisierung der Stufen – die mit Hilfe von ТES erfolgt.
Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 29.08.2010

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Kabbalisten über Kabbalisten, Teil 20

Liebe Freunde! Ich bitte euch, Fragen zu diesen Zitaten von großen Kabbalisten zu stellen. Ich verspreche euch, sie zu beantworten.

Anmerkungen in Klammern sind von mir. [M. Laitman]

Die grundlegenden kabbalistischen Quellen

Die Werke von АRI

Rav Izchak Luria, hat uns in seinen Arbeiten zahlreiche Kenntnisse mitgeteilt, er vermehrte das geistige Wissen und übertraf seine Vorgänger. Und wenn ich sprechen könnte, dann würde ich den Tag, an dem sich seine Weisheit offenbarte, so wie den Tag der Gabe der Tora (der Methodik der Korrektur) dem Israel (den Menschen, die sich geistig korrigieren möchten) verherrlichen.

Es gibt keine Worte, welche die Wichtigkeit seiner geistigen Arbeit für uns beschreiben würden, weil die Türen des Begreifens mit festen Schlösser verschlossen waren, bis er gekommen ist und sie für uns geöffnet hat…

Mit 38 Jahren übertraf er in seiner Weisheit alle Vorgänger, von den Genien bis zu den Massen Und alle Greise der Erde, die Freunde und die Schüler des Weisen RAMAK sind hinaufgestiegen und vor ihm erschienen, wie die Schüler vor ihrem Rav.

Und alle Weisen der nachfolgenden Generationen, bis zu unseren Tagen, alle ausnahmslos, haben aufgehört, die Bücher und die Texte, die früher geschrieben waren zu benutzen, sei es die Kabbala von RAMAK, die Kabbala der Ersten oder die Kabbala der Gaonen, (alle, die vor ARI lebten und arbeiteten) – sie haben ihr ganzes Geistesleben der Verschmelzung mit seiner heiligen Weisheit gewidmet.

Baal HaSulam. Das Vorwort zum Buch „Panim Meirot“.

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Jeder Mensch hat eine Seele!

Wenn man Kabbala studiert, nur um Wissen anzueignen, ohne sich korrigieren zu wollen, bringt das nichts! Das Wichtigste ist, das Licht, das zur Quelle zurückführt, anzuziehen.

Aus diesem Grund haben die Kabbalisten in den vergangenen Jahrhunderten ihre Bücher geheim gehalten, denn das Verlangen nach dem Licht der Korrektur hat sich in den Menschen noch nicht offenbart.
Wozu sollte man dann dem Menschen das Buch geben? Er hätte doch nur tote Buchstaben, leere Kästchen darin gesehen.

Deshalb existierte ein Verbot für Kabbala! Wenn das richtige Verlangen im Menschen noch nicht gereift ist, wird die Kabbala ihm nicht nutzen, sondern nur schaden, weil er sie mechanisch studieren und so, wie er war, auf der materiellen Ebene bleiben wird.

Dann kommt aber die Frage auf: Warum verbreiten wir Kabbala für alle, auch für diejenigen, die noch kein Verlangen nach der Spiritualität, keinen „Punkt im Herzen“ haben.

Es ist so, dass unser Verlangen alle Ebenen enthält. Das gemeinsame Gefäß schließt alle Seelen, alle Menschen mit ein, selbst diejenigen, in deren Seelen sich die Reshimot zur spirituellen Korrektur noch nicht enthüllt haben und die noch nicht sofort damit beginnen können, weil sie das Verlangen, das spirituelle Ziel zu erreichen, nicht verspüren.

Doch jeder Mensch hat eine Seele! Und alle sind sie in Malchut der Welt der Unendlichkeit eingeschlossen. Deshalb strahlen wir dadurch, dass wir alle diese Seelen an uns anschließen und sie in unseren Kreis aufgenommen werden, das von uns angezogene Licht auf sie aus, welches auf alle, die mit uns nur irgendwie verbunden sind, einwirkt.

Selbst wenn das umgebende Licht auf sie nicht mit der gleichen Kraft wie auf uns einwirkt. Bei uns wirkt es unmittelbar auf das spirituelle Reshimo ein, bei ihnen hat sich dieses Reshimo noch nicht enthüllt, und das Licht wirkt indirekt darauf ein, bringt sie aber nichts desto trotz der Korrektur näher und schließt sie an unseren gemeinsamen spirituellen Organismus an.

Deshalb ist das auf keinen Fall eine nutzlose Arbeit! Baal HaSulam schreibt, dass genau die Verbreitung der Wissenschaft der Kabbala in den breiten Massen auch „Horn des Messias“ genannt wird.
Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Vorwort zu Panim Meirot“ vom 11.08.2010

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Die richtige Ordnung für das Studium

Wenn der Mensch mit der Frage kommt: „Wofür und warum lebe ich?“, dann muss man ihm erklären:

  • was das für ein Wunsch ist, der in ihm entstand, und welche Füllung er erfordert
  • was unsere Natur – das Ego – ist, nämlich die Quelle allen Übels, das korrigiert werden muss – denn darin besteht unsere einzige freie Handlung (die Freiheit des Willens).

Dafür muss man die Artikel von Baal HaSulam studieren: „Die Freiheit des Willens“ und „Das Wesen der Wissenschaft der Kabbala“, die über die Offenbarung des Schöpfers an die Geschöpfe erzählen, und die als Mittel zur Erreichung des Schöpfungsziels dienen.

Die übrigen Artikel von Baal HaSulam helfen dem Anfänger, das ganze Bild des existierenden Universum zu verstehen: die Welten, der Anfang, der Prozess, das Ziel jedes Elementes der Schöpfung, das Übel und die Leiden als treibende Kraft usw.

Wenn das Gesamtbild schon vorhanden ist, dann muss man im nächsten Schritt klären, wie der Aufstieg und die Korrektur erfolgen. Die Seele ist das Hauptwerk, deren Zerbrechen durch den Schöpfer und deren Korrektur durch uns zustande kommt – hierfür sind schon die Artikel von Rabash notwendig.
Ihr Ziel ist, die Position des Menschen innerhalb der Gesellschaft zu finden, das Zerbrechen zu erkennen, um zu verstehen, was zu korrigieren ist. Wie man also das Zerbrechen der Seelen korrigieren kann.

Deshalb lernen wir zusammen aus den kabbalistischen Büchern von Baal HaSulam – weil sie über die Kraft verfügen, unserer Generation das Licht, das zur Quelle zurückführt, zu geben.

Man kann dieses Material in beliebiger Reinfolge studieren, denn auch der Mensch befindet sich in verschiedenen Zuständen.

Ein neuer Student gerät in die Mitte des gemeinsamen Lernprozesses, aber das spielt keine Rolle. Hauptsache man arbeitet mit allen zusammen, denn wir sind alle in einander eingeschlossen – unsere Seelen und Wünsche sind in einander verschlungen.

Deshalb ist es unwichtig, mit welchem Artikel man das Studium beginnt. Aber es wäre wünschenswert, wenn es eine mehr oder weniger klare Ordnung des Studiums gäbe, die sich direkt aufs Ziel richten würde.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „das Vorwort zu“ Panim Meirot „“, 09.08.2010

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Sich von der Lehre Baal HaSulams und Rabasch „ernähren“

Eine Frage, die ich erhielt: Was hat Baal HaSulam zur Korrektur der Seele, welche ARI begonnen hat, beigesteuert?

Meine Antwort: АRI schrieb nichts selbst. Für ihn schrieb sein Schüler Marchu (Chaim Vital), und seine Aufschreibungen wurden nach dem Tod von ARI im Laufe der drei Generationen veröffentlicht. Baal HaSulam erklärte und systematisierte die ganze Lehre von ARI. Davor war die Lehre von ARI nicht strukturiert und deshalb war es unmöglich, sie zu studieren. Und viele, die mit dem Studium von ARI begannen, gingen zum Studium der Werke von Ramak über. Ich selbst studierte auch Ramak, bis ich Baal HaSulam für mich entdeckte. Ich sah viele Kabbalisten, die Ramak anstelle von ARI studierten, weil in seinen Büchern alles klar und geordnet war.

Während die Werke von Ari nicht geordnet waren, systematisierte, kommentierte, und ordnete sie Baal HaSulam und versah sie mit Erklärungen: Drei Linien; die Erste und Zweite Einschränkung, (Zimzumim), der Schöpfer und Aelan, der Schöpfer und das Geschöpf, Definitionen der Welten, Sfirot, Parzufim, NaRaNCHaY, КaCHaB, SoN, er erstellte die Sammlung der Zeichnungen von höheren Welten – das Buch Aelan. Und obwohl einige Teile fehlen, die er noch systematisieren könnte (Adam Rischon, die dunklen Welten BYA), wollte er offenbar nicht sich damit beschäftigen. Ohne Baal HaSulam hätten wir keine Lehre von ARI. Ohne ihn wäre es unmöglich, ARI zu verstehen. Wenn du jetzt die anderen Кabbalisten liest, dann verstehst du sie, weil dir die Werke von Baal HaSulam bekannt sind. Ohne ihn würdest du verwirrt werden.

Egal, was man nimmt – die Bücher über Chasidut, von Ramak oder Agra – man versteht sie nur deshalb, weil man Baal HaSulam vorher studiert hat. Und ohne Artikel von Rabasch könnten wir nicht verstehen, was die Arbeit des Schöpfers ist. Ohne diese zwei Kabbalisten, die einander ergänzen – Rabasch ergänzte seinen Vater bis zur Vollkommenheit – hätten wir keinen richtigen Ansatz für die Methode der Korrektur.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „das Vorwort zu“ Panim Meirot „“, 08.08.2010

Kabbala Akademie

Wie man die reißende Strömung in den Griff bekommt

Eine Frage, die ich erhielt: Jedes Mal, wenn ich versuche, dem Unterricht zu folgen, stelle ich fest, dass meine Aufmerksamkeit durch sehr viele Nebengedanken abgelenkt wird. Was soll ich tun?

Meine Antwort: Alles kommt von dem Schöpfer, die Erweckung von oben (Itaruta de Leela). Wenn durch die Einwirkung von oben gute, aber auch schlechte Gedanken in mir geweckt werden, dann ist es mit einem Wasserstrom, der viel Dreck mit sich reißt, zu vergleichen. Wenn du versuchst, ihn zu filtern, steigt der Dreck nach oben.

Das ist jedoch notwendig, um den „Dreck“ herauszufiltern, zu spüren, was du in deinem Inneren hast. Deshalb löst gerade die Anziehung des Lichts und die Rückkehr zum Schöpfer die Empfindung des „Drecks“ aus – es zeigt dir, wie viel du noch zu korrigieren hast.

Derjenige, der anfängt die Wissenschaft der Kabbala zu studieren, begreift nicht wozu das alles passiert und gerät in Verwirrung, er strebt nach dem Guten, durchläuft aber schreckliche Zustände.

Er hat noch keine inneren Kräfte um diese Zustände in den Griff zu bekommen und kein Verständnis dafür was mit ihm geschieht. Wozu muss er dann diese Zustände durchleben?

Weil es „keinen klügeren Menschen gibt, als den Erfahrenen“. Wenn er weiter studiert wird er die Notwendigkeit all dieser Zustände spüren.

Es ist im Gegenteil schlecht wenn der „Dreck“ der Spiritualität, fremde Verlangen und Gedanken

im Menschen, nicht zum Vorschein kommen. Das ist ein Zeichen dafür, dass er das Licht, das zur Quelle zurückführt, nicht anzieht.

Denn das korrigierende Licht leuchtet in erster Linie die noch nicht korrigierten Verlangen aus, damit du sie als schlecht empfindest und korrigierst. Man muss um deren Korrektur und nicht um deren Verschwinden bitten.

Deshalb, wenn wir kabbalistische Bücher lesen und uns dabei schlecht fühlen, ist das ein Zeichen dafür, dass wir auf dem richtigen Weg sind, dass die Tora für uns ein „Lebenselixier“ ist, weil sie unsere inneren Krankheiten aufdeckt, damit wir korrigiert werden.

Wenn wir aber beim Studieren der Tora gute Empfindungen, Zuversicht, Stolz, ein Gefühl der Überlegenheit verspüren würden, wäre es ein Zeichen dafür, dass die Tora für uns ein „tödliches Gift“ ist, weil sie uns in unserem Egoismus bleiben und noch mehr auf uns selbst stolz sein lässt.

Deshalb sollten wir uns freuen, dass unsere inneren „Sünder“ während des Studiums zum Vorschein kommen.

Das ist ein Zeichen dafür, dass die Tora in uns wirklich das Böse enthüllt und es korrigiert, wie geschrieben steht: „Ich erschuf den bösen Trieb und gab die Tora zu dessen Korrektur“.

Dadurch kann der Mensch überprüfen, ob er sich in die richtige Richtung bewegt – zur Enthüllung des egoistischen Bösen in sich.

Je mehr wir studieren, desto mehr verstehen wir, dass das Böse sich in uns befindet und wir etwas korrigieren müssen; für die restliche Welt müssen wir nur bitten, dass sie erwacht, sie im allgemeinen jedoch rechtfertigen („ladun kol ehad le kav zchut„).

Aus dem Sohar-Unterricht vom 28.07.2010

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Um nicht im Meer unterzugehen

Manchmal fühlt der Mensch, dass er ermüdet ist, dass er sich erholen muss, dass dies nicht sein Weg ist. Obwohl er von Anfang an wusste, dass solche Zustände kommen werden, vergisst er plötzlich, worüber in allen Artikeln gesprochen wurde – über den inneren Kampf, über die Hindernisse, über den Aufstieg der Rechtschaffenen, und den Fall der Sünder – und so gelangt der Mensch an den Punkt, wo ihm die Freiheit der Wahl wirklich geben wird.
Hierfür ist das große Glück notwendig. Das Glück bedeutet nichts anderes, als seine bereits vorbereitete Verbindung mit der Umgebung, mit der Gruppe, mit dem Lehrer, den Büchern, die ihm in der Folge dabei hilft am Ziel zu bleiben. Er geht verschiedene Verpflichtungen ein, nimmt an allen Handlungen der Gruppe teil, damit die Gewohnheit zur zweiten Natur wird, damit sein Ego ihn davon abhält, diese Handlungen zu vernachlässigen, denn andernfalls beginnt ihn die Umgebung zu verachten.
Wenn er sich der Schwäche seiner Natur bewusst ist und starke Beziehungen aufbaut, dann wird er von der Gruppe festgehalten.

Es ähnelt den Matrosen, die sich am Deck eines Schiffes mit den Seilen festbinden, damit die Wellen sie nicht ins offene Meer hinauswerfen. Sie wissen, dass ihre Kräfte allein nicht ausreichen werden, um sich an Bord festzuhalten und deshalb beinden sie sich an. Man sollte jedoch nicht erst dann gesichert werden, wenn die Welle bereits herankommt, sondern schon viel früher, weil man eben erkennt, dass man dann keine Möglichkeit mehr haben wird, sich dieser riesigen Kraft, die einen in verschiedene Richtungen wirft, zu widersetzen.

Genau so soll sich auch der Mensch vorbereiten und die Gruppe soll ihm dabei die notwendige Unterstützung garantieren, damit er sogar unter den stürmischsten Umständen den Weg nicht vernachlässigt. Und der Mensch soll für alle Eigenschaften – den Stolz, das Ego – unterschiedliche Methoden verwenden, damit er nicht von seinem Weg abweicht und so am Ziel ankommt.

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Der erste Schritt aus der Ebene – hinauf in die höhere Dimension

Der Mensch wird mittels des Höheren Willens an den Ort seiner freien Wahl geführt. Und unsere Freiheit besteht nicht darin, zwischen dem Genuss und dem Leiden zu wählen.
Ich wurde schon in diesen Zustand, an diesen Ort gebracht, und meine Auswahl besteht nicht mehr darin, sie liegt über dem Genuss und über dem Leid, in der höheren Dimension.

Es gibt eine Ebene in dieser Welt, entlang welcher ich geführt wurde, man brachte mich aus dem schlechteren Ort an einen solchen, der für mich besser geeignet war (mit weniger Leiden). Und jetzt soll ich die Wahl treffen – und nicht zwischen dem schlechten und guten Zustand wählen, denn ich kann aus dieser Stelle nicht heraus. Egal, wohin ich daraus hinausgehe, wird es dort schlechter sein, das heißt noch größeres Übel geben.

Deshalb bleibe ich erstmal auf der Stufe dieser Welt – soll aber daraus nach oben, in die andere Dimension hinausgehen. Ich soll mir hier andere Werte aneignen, die als „gut und böse“ in Bezug auf „das Erhalten oder das Geben“ sind, sowie in Bezug auf „die Wahrheit oder Lüge“ – und nicht im Hinblick auf „den Genuss und das Leiden“, die ich früher wählte.

Den Genuss und die Leiden empfand mein tierischer Körper, und die Wahrheit und Lüge empfindet der Mensch in mir. Das heißt meine Wahl liegt darin, in mir den Menschen aus dem geistigen Gen zu entwickeln. Darin besteht eben meine Freiheit der Wahl – bezüglich der neuen Sorgen, des neuen Ziels, der völlig anderen Dimension. Dann wird alles Übrige unten in dieser Welt bleiben, ich nehme es nur im Maß der Notwendigkeit wahr, und möchte mich nur mit dem Menschen in mir beschäftigen. Ich habe einen Punkt im Herzen, das erste geistige Reschimo (das Gen), woraus ich beginne, in mir den Menschen zu entwickeln. Wie? – Mit der Wahl der Umgebung, der Bücher, des Lehrers.

Was muss man tun, damit das Heilmittel auch wirkt?

Eine Frage, die ich erhielt: wenn ich ein Medikament einnehme, brauche ich dabei keine besondere Absicht zu haben.

Warum, wenn ich Kabbala studiere, die als Heilmittel gegen unseren Egoismus dienen soll, muss ich so viele verschiedene Bedingungen einhalten, damit es endlich auch wirkt?

Meine Antwort: Wenn man Medikamente einnimmt, gibt es auch eine Menge von Beschränkungen und Bedingungen: vor dem Essen, morgens oder abends, mit einem Glas Wasser schlucken usw.

Ein Heilmittel ist nicht nur die Tablette, die du schluckst. Der ganze Komplex der Bedingungen gehört auch zum Heilmittel. Denn wenn du diese Bedingungen nicht einhältst, wird das Medikament nicht wirken.

Wenn du das Medikament einnimmst, wirkst du auf deinen Körper, um ihn gesund zu machen, um die volle Funktion von allen seinen Systemen in einer richtigen Verbindung zueinander herzustellen.

Genauso korrigieren wir unsere Seele. Wir müssen ihr ein „Heilmittel“ geben, das Licht , das zur Quelle, zum Guten (zum richtigen und guten Funktionieren) zurückfuehrt.

Und der gute Zustand für die Gesundheit der Seele bedeutet ihre völlige Verbindung mit anderen Seelen, damit in ihrer Vereinigung, alle wie eine, dem Schöpfer ähnlich werden.

Genauso wie im Körper eine Kranheit besteht, wenn eines seiner Systeme aus der richtigen Verbindung mit den anderen ausfaellt. Und die Heilung nennt man dann, wenn die richtige Verbindung wiederhergestellt wird.

So kehren auch unsere Seelen dazu zurueck, gemeinsam zu sein. Und es ist klar, dass , so wie man bei der Einnahme eines chemischen Mittels, bestimmte Bedingungen einhalten muss, dies auch hier gilt: wir brauchen die richtigen Bücher, den Lehrer und alle inneren Bedingungen ( Absichten), von denen Kabbalisten schreiben.

Sonst kann das Heilmittel für die Korrektur meiner Seele nicht wirken.

Aus einem Unterricht nach dem Artikel „Einführung zu Panim Meirot Umasbirot“, 05.07.2010

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