Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Das Gesetz von Wurzel und Zweig

Frage: In Baal HaSulams Artikel „Das Wesen der Wissenschaft der Kabbala“ steht, dass Kabbalisten seit Jahrtausenden eine bestimmte Sprache benutzen, um ihre spirituellen Zustände zu beschreiben. Es gab vier solcher Sprachen: die Sprache der Tora, die Sprache der Gesetze (Alacha), die Sprache der Überlieferungen (Agada) und die Sprache der Kabbala.

Warum ist gerade die Sprache der Kabbala heute für unsere Generation am besten geeignet?

Antwort: Die Sache ist, dass man, wenn man die höhere Welt entdeckt, sie ganz persönlich und innerlich versteht. Und wenn er etwas an einen anderen weitergeben will, findet er keine Worte dafür, weil es sich um innere Empfindungen handelt. Diese müssen durch äußere Handlungen ausgedrückt werden, die einen Eindruck auf den anderen machen, damit dieser dann dieselben Empfindungen und dasselbe Verständnis in sich selbst wiederherstellen kann.

Um also seine Empfindungen einem anderen Menschen zu vermitteln, der sich beispielsweise auf derselben Stufe wie ich befindet, muss man einen Code finden. In der modernen Technik verbinden wir beispielsweise zwei Computer über ein Modem, und zwischen ihnen entsteht eine Kommunikation. Wie kann man eine solche Kommunikation zwischen uns herstellen?

In der normalen Welt haben wir eine Gemeinsamkeit von Empfindungen, Begriffen, Umständen, also eine Sprache, die aus dem Alltag stammt. In der spirituellen Welt gibt es diese Sprache ursprünglich nicht, und wir wissen nicht, auf welcher Stufe und wo sich unser Gesprächspartner befindet, wenn er überhaupt in der Empfindung der Höheren Welt ist.

Und hier stellt sich die Frage, wie wir uns verbinden können, wie die Gesetze der Kommunikation hier aussehen. Deshalb mussten die Kabbalisten eine Sprache erfinden, um miteinander zu reden und zu verstehen, auf welcher Ebene der Erkenntnis der Höheren Welt sich jeder von ihnen befindet, was genau sie fühlen und wahrnehmen.

Es kann gut sein, dass andere nicht das spüren, was ich spüre, obwohl sie auch auf einer bestimmten Stufe der Erkenntnis sind. Oder ist das nur eine Einbildung von ihnen oder von mir?

So haben wir ein riesiges Feld von Unbekanntem, das wir irgendwie sortieren, verstehen und bearbeiten müssen. Genau hier kommt das Problem der Kommunikation ins Spiel – vor allem sogar rein äußere: Wie werde ich das den Menschen erklären, mit welchen Worten, Buchstaben, Ausdrücken, Gesten, vielleicht Tänzen oder Farben oder Klängen usw.? Wenn alle Methoden der Informationsübermittlung von Mensch zu Mensch irdischer Natur sind, wie kann ich dann etwas Spirituelles vermitteln? Nichts davon gibt es in der materiellen Welt.

Deshalb haben die Kabbalisten zuerst die Sprache der Zweige erklärt: Alles, was in unserer Welt existiert, hat seinen Ursprung in der spirituellen Welt. Die spirituellen Kräfte kommen nach und nach in unsere Welt und nehmen hier eine materielle Form an: eine bestimmte Größe, eine bestimmte Form, einen bestimmten Klang, eine bestimmte Farbe usw.

Wenn ich zum Beispiel „Glas“ sage, meine ich ein Glas in der höheren Welt, also die Kraft, die in unserer Welt dieses Objekt sozusagen reproduziert.

So entstand die erste Sprache – die Sprache der Tora in Form von historischen Erzählungen.

Frage: Heißt das, dass die Kabbalisten die Schlange betrachteten und diesen Reptil einen bestimmten spirituellen Zustand gaben?

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Die verborgene Kraft der Tora

Frage: Kann man sagen, dass die großen Kabbalisten, die eine Verbindung zwischen dem Schöpfer und der Schöpfung erlangt haben und Bücher für uns verfassten, somit die Methode schufen, die man Tora nennt?

Antwort: Diese großen Kabbalisten haben Bücher für uns geschrieben. Es sind keine gewöhnlichen Bücher, sondern eine Offenbarung der Verbindung zwischen ihnen und dem Schöpfer. Sie gaben uns die Möglichkeit, diese Verbindung durch Buchstaben und Worte auf Papier geschrieben, zu begreifen, an dieser Verbindung teilzuhaben- so können wir auch ein Teil dieser Verbindung werden.

Denn was ist schon ein Buch mit dem darin geschriebenen Wort? Ohne ein inneres Verständnis ist es wie für ein Baby das etwas berührt, dessen Bedeutung es noch nicht versteht.  Doch wenn der Mensch sich durch das Buch mit den Kabbalisten verbinden möchte, beginnt er bereits, die spirituelle Kraft zu nutzen, die sie durch ihre Verbindung erschaffen haben.

In diesem Sinn haben sie die Tora erschaffen. Tatsächlich wurde die Tora gegeben, um den Egoismus genau durch diese Kabbalisten und die besonderen Seelen zu korrigieren, die uns auf diese Gelegenheit vorbereitet haben: die Verbindung zwischen ihnen. Hätten sie nicht gehandelt, wären wir selbst nicht in der Lage gewesen, die Korrektur zu erreichen, keine Verbindung zwischen uns aufzubauen, um das Licht zu erwecken, das zur Quelle zurückführt.  

Es gilt ein einfaches physikalisches Gesetz: Wenn man die Eigenschaft des Gebens hat, leuchtet in einem das Licht; wenn man die Eigenschaft des Gebens nicht hat, leuchtet kein Licht in einem.

Deshalb ist es entscheidend, die Weisheit der Kabbala durch authentische Bücher zu studieren. Ohne dieses Studium kann der Mensch das korrigierende Licht nicht erreichen.

Er kann zwar Beziehungen zu anderen Menschen aufbauen und versuchen, eine schöne Welt zu schaffen – aber er wird nicht die Kraft des Lichts, die Kraft der Korrektur erhalten. Er muss mit dem System verbunden sein das die wahren Bücher nutzt, die Gruppe, das Verständnis, die Verbindung gemäß den Anweisungen der Kabbalisten. Andernfalls ist es unmöglich, zur Korrektur zu gelangen.

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Das Licht welches durch die Studenten hindurchfließt

Frage: Gibt es ein Licht in den Texten, die Ihre Studenten verfassen? Gibt es einen Sinn sie zu schreiben?

Antwort: Ja, denn der Mensch verbindet sich durch diese Texte mit anderen und mit der höheren Welt. Ich denke, dass es gerechtfertigt und nützlich für sie und für andere ist. Besser es gibt solche Bücher als andere. Es werden viele Bücher in der Welt produziert. Daran ist nichts auszusetzen. 

Man könnte sagen: „Ja, aber es werden auch andere Bücher in der Welt veröffentlicht, und diese könnten alle verwirren.“ Ich glaube nicht. Der Suchende wird alles schnell durchschauen. Wie viel Unsinn wird über die Kabbala geschrieben! Es ist besser, die Studenten schreiben zu lassen.

Frage: Angenommen, einer der Studenten hat einen Videoclip gedreht oder einen Artikel, ein Lied geschrieben. Enthält dieses Material Licht?

Antwort: Ja, jedes Material enthält Licht, wenn ein Mensch, der bei uns studiert, versucht, seine Eindrücke in irgendeiner Weise zu vermitteln, auch wenn er noch nicht alles versteht oder weiß.

Er versucht es und das Licht wirkt, da es im allgemeinen System eingebunden ist. Vielleicht merkt er es nicht, was er tut und im Allgemeinen wird alles durch ihn ausgeführt. Ich glaube, dass das notwendig ist und ich begrüße diese Bemühungen meiner Studenten.

Die Hauptsache ist, dass sie arbeiten, denn so entwickeln sie sich weiter und helfen anderen mit ihren Beiträgen.

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Aus dem Vortrag „Mein Telefon hat geklingelt. Kabbalistische Texte“

 

Die Einstellung eines Kabbalisten zum Coronavirus

Frage: Sie haben Verwandte, die im Ausland leben. Sprechen Sie mit ihnen über das Coronavirus?  Müssen Sie sich ihretwegen Sorgen machen.

Antwort: Mein Sohn, seine Frau und seine drei Kinder leben seit mehr als 30 Jahren in Kanada. Natürlich mache ich mir Sorgen um sie.

Frage: Geben Sie ihnen irgendwelche Ratschläge aus kabbalistischer Sicht?

Antwort: Als Kabbalist gebe ich niemandem irgendwelche Ratschläge. Alle Ratschläge eines Kabbalisten sind Anregungen: Man kann sie befolgen oder nicht.

Was immer ich sage, sage ich für alle. Mein Sohn hört sich unsere Unterrichte an, nimmt an allen unseren Veranstaltungen teil und vertreibt, da er einen Verlag hat, auch unsere Bücher.  Er weiß, was zu tun ist. Warum sollte ich ihm irgendetwas sagen?

Frage: Was würden Sie einer Person raten, die COVID-19 hat?

Antwort: Als einfacher Mensch kann ich es nicht so genau beantworten. Nach meinem Wissen verträgt dieses Virus keine hohen Temperaturen.

Als Kabbalist würde ich dazu raten, so zu denken und zu handeln, dass alle Menschen der Welt einander näher kommen, denn dieses Virus, das uns trennt, zeigt genau, wo wir krank sind: in der Verbindung zwischen uns. Und so trennt es uns.

Frage: Welche Vorkehrungen treffen Sie persönlich, um sich vor dem Coronavirus zu schützen? Beispielsweise: Quarantäne, Vitamine, Bewegung, häufiges Händewaschen und so weiter.

Antwort: Ich wasche meine Hände sogar mit einem speziellen Desinfektionsmittel. Auch komme ich, wie vom Gesundheitsministerium vorgeschrieben, nicht mit anderen Menschen in Kontakt, wenn es nicht notwendig ist. Alles, was getan werden muss, mache ich als gewöhnlicher Bürger.

Ob ich es glaube oder nicht, ob ich mich dabei schlecht oder gut fühle, spielt keine Rolle. Ein Kabbalist macht immer das, was die Regierung oder Experten dem Volk sagt, nach dem Grundsatz “ Sei mit deiner Nation“.der

Frage: Nehmen wir an, Sie wären aufgrund der Quarantäne isoliert und ein mysteriöser Computervirus würde das Internet befallen, so dass Sie, wie alle anderen auch, nicht mehr in der Lage wären, mit irgendjemandem über das Internet zu kommunizieren. Sie wären 14 Tage lang sich selbst überlassen. Was würden Sie tun? Worüber würden Sie nachdenken?

Antwort: Solange ich Bücher habe, ist es mir egal, ob es zwei Wochen oder 20 Jahre sind. Allerdings wäre ich dann nicht in der Lage, den Menschen die Methode zu vermitteln, sich selbst und die Welt zu korrigieren, d.h. die Methode, alle Viren auszurotten, um einen guten, höheren Zustand der Menschlichkeit zu erlangen. Das wäre ein Problem. Aber was mich selbst betrifft, bin ich autark.

Frage: Wenn es jedoch keine Bücher gäbe, was würden Sie tun?

Antwort: Ich habe alle diese Gedanken vor Augen.Ich befinde mich mit anderen Menschen in Verbindung und das ist nicht von der Verbindung über Internet-Netzwerke abhängig. Ich fühle Menschlichkeit, ich fühle Seelen, ich fühle andere Menschen. Ich bin mit meinem Lehrer und mit anderen Kabbalisten der vergangenen Jahrhunderte verbunden. Ich habe diesbezüglich keine Probleme. Keine Viren schränken mich ein.

Es wäre nur schade, dass ich in Ermangelung konventioneller Informationsmittel nicht in der Lage wäre, allen Menschen über die herkömmlichen Kommunikationswege zu vermitteln, was getan werden muss, um alle Viren loszuwerden und zur Korrektur zu gelangen.

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Aus KabTVs „Coronavirus verändert die Realität“, 26.03.2020

 

Kabbala ist eine wissenschaftliche Studie über die spirituelle Welt

Eine Frage, die ich auf meinem deutschen Blog erhielt: Es gibt in der Welt Rosenkreuzergesellschaften, die teilweise auf Kabbala basieren. Die wichtigste Prämisse in der Rosenkreuzer Theosophie ist, dass der Schöpfer höhere spirituelle Strukturen mit der Freiheit des Willens geschaffen hat, um verschiedene Aufgaben, wie das Lenken von Karma oder das Erschaffen eines spirituellen menschlichen Körpers, auszuführen. Es gab ebenfalls spirituelle Strukturen, die zerbrochen sind und nun die menschliche Entwicklung behindern. Das ist eine allgemeine Zusammenfassung. Wie ist dies aus der Perspektive der Kabbala zu sehen? Was haben sie darüber zu sagen?

Meine Antwort: Kabbala beschreibt die Struktur der spirituellen Welt in dem Buch Talmud Esser HaSefirot. Kabbala studiert die Höhere Welt, untersucht sie und beschreibt sie wie ein Wissenschaftler, der unsere Welt sorgfältig untersucht. Für Anfänger, die in Deutsch studieren, empfehle ich meine Bücher: Quantum Kabbala, Leben aus der Kabbala und Das Licht der Kabbala.

 

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Lass das Herz zum Schöpfer klopfen

Frage: Wie kann ich an die Korrektur denken, die uns das Buch Sohar bringt, wenn ich negative Emotionen, so wie Hass, empfinde?

Meine Antwort: Das Gebet ist das, was das Herz fühlt. Wenn es jetzt mit Hass erfüllt ist, ist das mein Gebet: „Ich will ihn zunichte machen“.

Um die Kraft, die sich im Buch Sohar, in dem gemeinsamen Lesen des Buches,verbirgt korrekt anwenden zu können, muss ich zuerst mein Herz darauf vorbereiten. So das mein Herz dasselbe wie der Schöpfer wünscht.

In der Tat der Schöpfer antwortet auf jedes Gebet, auf jeden Wunsch unseres Herzens. Deshalb ist unsere Welt so schlecht!

Aber, anderseits, es steht doch geschrieben, dass er nur auf das Gebet antwortet, das durch die „Tore der Träne“ kommt. Antwortet er nun wirklich auf jedes Gebet, sei es die flüchtige Laune eines Kindes oder üble Machenschaften eines Bösewichtes?

Ja, sagen die Kabbalisten, die das System unserer Beziehungen mit dem Schöpfer entdeckt haben. Ein Dieb, der eine Beute gefunden hat oder ein Räuber, der einen Verbrechen geplant hat, und bereit zu töten ist, sie wollen auch ihr Ziel erreichen und ihr Gebet wird auch angenommen. Denn es geht um das Verlangen von Malchut der Welt Azilut. Und alles was sich unterhalb von ihr befindet, einschließlich unserer Welt, gehört zu ihr.

Warum sagen wir dann, das ein Verlangen erhebt sich manchmal zur Welt Azilut, aber manchmal auch nicht? Es liegt daran, dass zwei Arten von Wünsche existieren:

– Manche sind in die gleiche Richtung gerichtet, wie der Willen des Schöpfers. Da vereinigen sie sich mit dem höheren Verlangen und werden wie eine Fülle von Oben wahrgenommen.

– Die anderen entsprechen nicht dem Willen des Schöpfers. Sie rufen auch eine Antwort von oben, wie die positive Wünschen, aber werden von den negativen Verlangen negativ wahrgenommen, wie eine negative Reaktion.

Sie korrigiert den Menschen, indem sie ihn durch den langen und schwierigen Weg der Leiden führt, statt den kurzen und leichten Weg, wenn seine Wünsche und die Wünsche des Schöpfers miteinander übereinstimmen.

Deshalb sollen wir uns auf das richtige Gebet vorbereiten. Und mit diesem Gebet sich zum Sohar wenden. Denn der Mensch kann nicht auf dem Unterricht ohne jegliche Wünsche anwesend sein.

So oder so er will etwas und wenn sein Verlangen, vorher vorbereitet wurde und in die richtige Richtung gerichtet, dann, beim Lesen vom Sohar schreitet er schnell und leicht voran. 

Und außerdem müssen wir daran denken, dass wir uns in der Gruppe befinden und mit ihrer Hilfe, unseres Gebets verstärken. Also wenn die Gedanken des Menschen nicht zum Ziel gerichtet sind, befindet er sich in einer Konfrontation mit der Gruppe und empfindet noch stärker die scheinbar negative Reaktion von oben.

Also, unsere ganze Arbeit besteht in der Vorbereitung auf den Unterricht, im Lesen vom Sohar und anderen kabbalistischen Bücher. Und wenn wir uns schon im Unterricht befinden, ist es schwierig etwas zu ändern. Denn das Herz des Menschen ist schon auf irgendwelche Wünsche eingestimmt.

Deshalb ist es äußerst wichtig mit welchen Gedanken ich schlafen gehe, wie bereite ich mich auf den Unterricht morgen. Diese Minuten spielen eine entscheidende Rolle. Man muss auch die physische Vorbereitung nicht vergessen, damit der Körper nicht im Schlaf versinkt.

Rabasch schreibt in seinem Artikel 36 aus Dargot HaSulam: Es steht geschrieben: „Das Gebet Hörender“. Warum das Gebet im Singular? Hört der Schöpfer nicht alle Gebete? Es handelt sich darum, dass wir nur ein Gebet hochheben sollen: um die Schechina aus dem Staub zu erheben.

Ein Gebet um die Schechina aus dem Staub zu erheben bedeutet ein Verlangen den Schöpfer bzw. die Eigenschaft des Gebens und der Liebe zum Nächsten in mir, zu offenbaren, zu wollen, sich darin dem Schöpfer anzugleichen. Und wenn wir alle unsere Kräfte nur auf eines richten, klopfen wir an die Tore, die sich unbedingt öffnen werden.

Aus einem Sohar-Unterricht. Das Vorwort, 7.12.2010

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Wie arbeitet man richtig mit kabbalistischen Schriften?

Frage: Warum schreiben Kabbalisten ihre Bücher so, dass man nichts versteht?

Meine Antwort: Es ist nicht notwendig, diese Bücher mit dem Verstand zu verstehen. Sie beschreiben spirituelle Bilder, die man natürlich nicht versteht, so wie ein Tier, dass vor ein Gemälde oder ein symphonisches Konzert gestellt wird und unglücklich darüber ist, von der Weide weggeholt worden zu sein. Mit uns ist es das Gleiche, mehr wird nicht von dir verlangt! Wenn du verstehst, wie dein wahrer Zustand im Verhältnis zum spirituellen Zustand ist, und wenn du ein Verlangen nach der Wirkung des Lichts hast, dann werden neue Gefühle in dir erwachen und es entsteht die Möglichkeit für eine neue Wahrnehmung. So entwickelt man sich von der „tierischen“ zur „menschlichen“ Stufe.

Wenn wir eine körperliche Wissenschaft studieren würden, die dafür bestimmt ist, verstanden zu werden, dann hast du Recht, die Unverständlichkeit der kabbalistischen Texte zu reklamieren. Die Wissenschaft der Kabbala ist jedoch nicht mit dem Verstand zu begreifen. Stattdessen entwickelt sie eine neue Wahrnehmung in dir. Du solltest einfach das Verlangen haben, eine Empfindung für das Geschriebene zu entwickeln, statt es zu verstehen. Das ist die Bedeutung des Verses „Ich habe mich abgemüht und gefunden“.

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Beten bedeutet, die Eigenschaft der Liebe und des Gebens in dir zu enthüllen


Frage: Im Artikel „Was ist ein halber Schekel in der Arbeit“ sagt Rabash: „Wenn ein Mensch, ohne die Bedeutung der Worte zu verstehen, einfach nur ausspricht, was im Gebetsbuch der Weisen geschrieben steht, und diese Worte spricht, während er sich dem Schöpfer annähert, ist es unwichtig, ob er weiß, was er sagt oder nicht…“

Auch Baal HaSulam sagt in Punkt 155 in der „Einführung zu Talmud Esser HaSfirot“: „…auch wenn ein Mensch nicht versteht, was er lernt, zieht er aufgrund seines Verlangens dennoch das Licht der Korrektur auf sich“.

Folglich hat das Beten mit einem Gebetsbuch großen spirituellen Wert, und wenn einige sagen, es wären ja nur Worte und Traditionen, stimmt dies nicht. Wie ist Ihre Meinung darüber?

Antwort: Mit „einigen“ meinen Sie mich. Ja, ich behaupte dies. Und dies ist der Grund: Das Resultat des Lesens hängt vom Leser ab und nicht vom Text oder seinem Autor.

Baal HaSulam sagt in Punkt 147 der „Einführung zu Talmud Esser HaSfirot„: „Es gibt keinen Unterschied zwischen der Tora der Welt von Azilut und der Tora dieser Welt, d.h. zwischen der Weisheit der Kabbala und der offenbarten Tora. Sondern der Unterschied liegt beim Menschen, der die Tora studiert. Zwei mögen die Tora studieren, den gleichen Text und die gleichen Worte, doch einer wird es als die Weisheit der Kabbala und der Tora von Azilut aufnehmen, und der andere als die offenbarte Tora (von Assija)“.

Selbstverständlich wurde das Gebetsbuch von den Mitgliedern der Großen Versammlung zusammengestellt – den großen Kabbalisten, die vor 2000 Jahren lebten. Wenn man es mit der Absicht liest, um sich mit dem Schöpfer zu verbinden, dann zieht man das Licht von der Quelle an sich heran, von dem das Gebetsbuch spricht. Dasselbe geschieht, wenn man „Talmud Esser HaSfirot“ studiert. Wenn man jedoch nicht darüber nachdenkt, weil man keinen Wunsch hat, den Schöpfer zu enthüllen, dann hat das, was man liest, keine Wirkung, sei es der Talmud Esser HaSfirot oder das Gebetsbuch.

Wenn man den Inhalt des Gebetsbuches verstehen möchte, dann sollte man das Gebetsbuch von Rashash verwenden. Dort findet man die Bedeutung der Gebete in den kabbalistischen Symbolen – als Anheftung des korrigierten Verlangens (der Seele) an den Schöpfer durch das System der spirituellen Welten. Das Gleiche wird im Talmud Esser HaSfirot diskutiert und allgemein in allen Heiligen Büchern. Sie alle sprechen nur über die Verbindung mit dem Schöpfer und über Seine Enthüllung dem Menschen gegenüber.

Beten bedeutet, den Schöpfer zu enthüllen, die Eigenschaft des Gebens und der Liebe in sich. Alle anderen Gebete sind egoistisch und ziehen nicht das Höhere Licht an. Sie haben nur einen psychologischen Effekt auf den Betenden.

Verwandtes Material:
Blog-post: Was ist ein wahres Gebet?
Blog-post: Im modernen Zeitalter reicht die psychologische Unterstützung der Religion nicht mehr aus
Blog-post: Warum das Studium der Kabbala gut für Sie ist

Der Wohnsitz in der Welt der Unendlichkeit

Frage: Über den Sukkot Feiertag ist gesagt: „Gehe aus deinem Haus heraus und lasse dich an dem zeitweiligen Ort nieder“.

Aber welcher normale Mensch wird freiwillig sein festes, bequemes Haus verlassen, um in den Behelfsbau umzusiedeln?

Antwort: Wir werden sowieso gezwungen sein, unsere egoistische Behausung zu verlassen, ob wir es wollen oder nicht. Auch wenn dir jetzt dein heutiger Wohnsitz als fest vorkommt, ist es allen bekannt, dass er vorübergehend ist, und alle an den anderen, beständigen Ort umgesiedelt sein werden.

Und Kabbala bietet im Voraus „das beständige Haus zu verlassen“, das uns solch sicher zu sein scheint, und, „ins vorübergehende“ überzugehen.

Unsere Selbstsucht zeichnet uns unsere Welt als beständig auf, aber das Studium der Kabbala zeigt uns eine andere Beziehung der Welten: die Welt des Gebens ist konstant, in Wirklichkeit ist sie die Welt der Unendlichkeit, worin sich der Mensch mit dem Schöpfer verbindet und die Ewigkeit und die Vollkommenheit erreicht.

Und wir sind wie kleine Kinder, die am gewöhnlichen Ort befestigt sind, wir haben Angst, uns davon zu entfernen, das Lieblingsspielzeug abzugeben, sogar für die Erwachsenen ist es schwierig, sich von den gewöhnlichen Anblicken zu trennen und, die Welt anders anzuschauen.

Der Unterschied zwischen der beständigen und vorübergehenden Behausung besteht darin, dass ich mit Hilfe der neuen Umgebung versuche, von der vorigen Umgebung abgetrennt zu werden, die „der beständige Wohnsitz“ heißt.

Ich befinde mich in der vorigen Umgebung unter dem Druck der Massenmedien, der Meinung der Mitarbeiter und der Nachbarn, mit der Verpflichtung, wie alle zu sein, wie alle zu denken.

Ich hänge von der Menge der Faktoren ab, die meine „ständige Behausung“ bestimmen – ich bin allen verpflichtet, ich lebe genauso, wie es alle tun. Meine Lebensweise ist allen klar und von allen gebilligt.

Und plötzlich scheint mir diese beständige Behausung, ein Konzentrationslager zu sein, aus dem ich mich nicht befreien kann! Ich beginne, mich von der Seite zu betrachten, beginne zu verstehen, dass dieses beständige und so ein vorübergehendes Leben schon bald zu Ende gehen wird…

Unter der neuen Einwirkung der Bücher und der Meinung der Gruppe, gehe ich allmählich aus „dem Wettbewerb des Lebens“ hinaus und sehe „den beständigen Wohnsitz“ (den Zustand) an – im höheren Licht, in seiner absoluten Ruhe, sowohl in dieser Welt, als auch in der Zukunft.

Aus dem Unterricht nach einem Brief von Baal HaSulam, 22.09.2010

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Spirituelle Werbung

Wir sind aus der Materie „Verlangen zu genießen“ erschaffen, um daher eine beliebige Handlung, ob physisch oder mental, durchzuführen, brauchen wir Energie in Form von „Genuss“.

Anders gesagt, in unserer Welt wird nichts ohne egoistischen Ansporn bewegt.

Ob bewusst oder unbewusst, wir wägen alles in unserem „Verlangen zu genießen“ ab, und in der Bewertung dieses Verlangens bekommt jede Sache „ihre“ Eigenschaften: Farbe, Gewicht, Größe, Entfernung.

Um erfolgreich in dieser Welt handeln zu können, brauchen wir die richtige Werteskala, anders ausgedrückt, die richtige Einstellung des „Verlangens zu genießen“ – und dies bringen wir unseren Kindern bei: nach dem Guten zu streben und das Schlechte zu vermeiden. Vom Schlechten fernzubleiben bedeutet, keine Energie aufzuwenden, um dafür zu arbeiten.

Doch unser „Verlangen zu genießen“ besitzt keine Motivation für das Erreichen der Spiritualität, für den „Willen zu geben“! Denn die spirituelle Welt ist mir entgegengesetzt – das ist der Wille zu geben und nicht zu empfangen.

Ich verfüge gar nicht über eine solche Eigenschaft, deshalb nehme ich die spirituelle Welt nicht wahr. Ich kann nur das „sehen“, was ich in dem „Willen zu genießen“ als mehr oder weniger wertvoll bewerte und es als nah, wichtig für mich, oder fern, weniger wichtig für mich, bestimme.

In der Spiritualität aber, in der „Eigenschaft zu geben“, beruhen alle Kriterien, Gedanken und Handlungen nur auf dem Geben. Doch mein „Wille zu genießen“ versteht nicht, was das ist.

Das Geben geht durch mich hindurch wie eine unsichtbare Strahlung, die ich überhaupt nicht wahrnehme. Ganze Welten und Handlungen existieren neben mir, doch ich bemerke es in meinem „Verlangen zu genießen“ nicht, so wie ein Tier die Empfindungen eines Menschen nicht versteht.

Was soll ich tun, wenn ich so erschaffen wurde? Für mich bleiben alle Welten und, was das Wichtigste ist, derjenige, der mich lenkt, der Schöpfer selbst, unbemerkt!

Um das spüren zu können, muss ich beginnen die „Eigenschaft des Gebens“ zu schätzen. Genau dafür ist uns die Umgebung gegeben worden: Bücher, Lehrer und Freunde, damit sie mir die Wichtigkeit des Gebens deutlich machen.

Obwohl ich persönlich es überhaupt nicht glaube! Doch sie sagen es, und mir ist ihre Meinung wichtig. Ich bin so erschaffen, dass ich den Einfluss der Umgebung annehme und für mich das wichtig ist, was für die Umgebung wichtig ist.

Aus diesem Grund beginnt selbst das Geben, das für mich nicht den geringsten Wert besitzt, wichtig zu werden, wenn alle darüber erzählen – es wird in meinem „Verlangen zu genießen“ wichtig! Wie eine gute Anschaffung!

Und ich bin bereit, mich anzustrengen, um das höhere Licht, welches das „Verlangen zu geben“ mit sich bringt, anzuziehen, weil das für mein „Verlangen zu empfangen“ wichtig ist. In der Kabbala nennt sich das spirituelle Arbeit für sich selbst – „lo liShma“.

Doch das von mir angezogene höhere Licht verändert mich und ersetzt das „Verlangen zu genießen“ durch das „Verlangen, Genuss zu schenken“ (von lo liShma zu liShma), und ich gehe in die Wahrnehmung der höheren Welt hinaus!

Aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel vom 30.07.2010

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