Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Beziehung'

Die Welt wird aus dem Exil herauskommen

Es ist uns klar, dass wir uns in einem Zustand des Exils befinden; es wird Pesach (Pessach) genannt. Wir müssen diesen Zustand (Pessach) durchqueren, um in die spirituelle Welt einzutreten und aus dem Zustand, in dem wir den Schöpfer nicht spüren- dem Exil, herauszukommen. Früher hatten wir nicht das Gefühl, dass wir im Exil sind und das es uns an Spiritualität, Hingabe und Liebe mangelt. Wir wollten einfach mehr von den üblichen körperlichen Vorteilen im Leben.

Wenn wir jedoch das Exil betreten, entwickelt sich in uns das Bedürfnis nach Verbindung und die Eigenschaft des Gebens. Wir beginnen damit, unseren Egoismus zu erkennen; wir versuchen, die Eigenschaften aufzudecken, die uns hindern Ägypten zu verlassen, um stattdessen zu den spirituellen Eigenschaften zu gelangen: zum Land Israel und zu der Absicht des Gebens.

Das ist die Zeit, in die der Mensch sein egoistisches Verlangen entdeckt und entscheidet das es böse ist, da es ihm nicht erlaubt, sich über diese Welt zu erheben, um dem Schöpfer, der Kraft des Gebens und der Liebe, näher zu kommen. Er beginnt zu erkennen, dass ihm in diesem Leben das Gefühl für den Schöpfer fehlt.

Diese Zustände offenbaren sich nach und nach in einem Menschen, je nach seiner Erkenntnis. Manchmal verbindet er sich mit dem Empfangen, dann mit dem Geben; manchmal sucht er die Verbindung mit anderen, dann entfernt er sich von ihnen. Wir müssen all dies, um unseren Beziehungen Bedeutung zu geben, durchlaufen und spüren wie weit wir uns einander nahe fühlen, d.h. bereit sind Ägypten zu verlassen oder getrennt sind, d.h. im Exil und weit entfernt von der Erlösung sind.

[Rest des Beitrags lesen →]

Der Krieg von Gog und Magog. Teil 1

Die Konfrontation der beiden Eigenschaften der Natur

Replik: „Der Krieg von Gog und Magog“ ist eine Vorhersage des Propheten Ezechiel aus dem fünften Jahrhundert v. Chr. und somit zweieinhalbtausend Jahre alt. Aber die Ereignisse, die im Buch des Propheten beschrieben werden, und die Zeichen, die dort erwähnt werden, weisen auf unsere Zeit hin.

Wir wissen, dass es in allen Primärquellen, die vor vielen tausend  Jahren geschrieben wurden, nicht um materielle, sondern um spirituelle Ereignisse ging.

Außerdem sind Gog und Magog nicht zwei verschiedene Personen, denn Gog ist der König und Magog ist der Ort, aus dem er stammt.

Antwort M. Laitman: Tatsache ist, dass unsere gesamte Welt eine Reihe von Korrekturen erfährt, die aus dem Gegensatz zwischen dem Wunsch zu empfangen und dem Wunsch zu geben, den egoistischen und altruistischen Kräften, dem Plus und dem Minus bestehen. Die gesamte Natur auf der unbelebten, pflanzlichen, tierischen und menschlichen Ebene ist so aufgebaut.

Auf der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Ebene gibt es ein Wechselspiel von Plus und Minus, Absorption und Ausdehnung –  in der ganzen Natur, in allen Kräften sei es physikalisch, chemisch usw. Das wird in unseren irdischen Wissenschaften geklärt. 

Aber die gleichen Kräfte sind auch auf der Ebene vorhanden, auf der die Eigenschaften des Menschen zu finden sind: die Ebene des Gebens und des Nehmens. Diese sogenannten Seeleneigenschaften werden erst in der Wissenschaft der Kabbala geklärt. Wir können sie nicht genau definieren, denn diese Kräfte sind uns nur zum Teil bekannt, und zum größten Teil sind sie verborgen.

Darüber hinaus manifestieren sie sich nur in der Art und Weise, wie die positiven und negativen Eigenschaften in uns zum Ausdruck kommen. Und da der Mensch sie in und an sich selbst erforscht, ist es für ihn sehr schwierig, sie zu studieren, weil er sich dabei von sich selbst trennen muss.

Wenn sich die Wissenschaft der Kabbala mit der Beziehung des Menschen zu sich selbst und zur Welt beschäftigt, mit unseren Eigenschaften des Gebens und Empfangens – was in der Natur Plus und Minus, Anziehung und Abstoßung genannt wird -, dann reicht unser Wissen über die physische Welt nicht mehr aus, wir müssen unsere inneren Eigenschaften erforschen.

Aber weil sie uns verborgen sind, wir sie nicht vor uns sehen, sondern nur in uns selbst, sind wir dabei nicht unparteiisch, und so können wir uns nicht objektiv untersuchen.

Infolgedessen hat sich die Wissenschaft der Kabbala nur in dem Maße entwickelt und entwickelt sich weiter, indem der Mensch sich über sich selbst erheben kann. So kann er, wenn er sich sozusagen von sich selbst entfernt, über sich selbst hinausgeht, was man „im Glauben über den Verstand“ nennt, sich selbst objektiv erforschen, unabhängig von seiner Einstellung zu dem, was er untersucht. Und er kann nur die Eigenschaften selbst untersuchen.

Fortsetzung folgt…

[282035]

Aus der TV Sendung „Spirituelle Zustände“ vom 30.04.2021

Was verbirgt die Zukunft vor uns?

Wir sind von Natur aus so geschaffen, unsere eigene Zukunft zu gestalten, und zwar entsprechend unserer Fähigkeit uns in richtiger Art und Weise auf unsere Gegenwart zu beziehen. Deswegen sollten wir uns hinsichtlich unserer Zukunft nicht auf andere Quellen stützen und einfach nur passiv abwarten was geschieht.

Wir müssen dafür Sorge tragen, dass wir uns auch in unserer gegenwärtigen Lebenssituation stets darum bemühen, uns selbst zu entwerfen. Wenn wir nur dasitzen und darauf warten, dass die Zukunft sich ereignet, so willigen wir darin ein, unsere Zukunft von unseren Lebensumständen bestimmen zu lassen. Wir werden von unseren inneren Verlangen und denen unserer Umgebung geformt. Um unsere Zukunft selbst zu bestimmen, sollten wir deshalb darüber nachdenken, wie wir uns miteinander und mit der Natur in idealer Weise verbinden können.

Wir alle sind Teile eines geschlossenen Systems, in welchem wir uns in ausgewogenen Schritten bewegen müssen, um es nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen. Es sollte uns deshalb wichtig sein, unsere Beziehungen zu verbessern. Nur so können wir zu einer Balance gelangen und in Einklang mit der Natur leben. Sollten wir unser Verhalten einander und der Natur gegenüber nicht verändern, werden wir dieses geschlossene System durch vielfältige Bedrängnisse und Katastrophen in allein negativer Form wahrnehmen.

Geschrieben und herausgegeben von Schülern des Kabbalisten Dr. Michael Laitman

Erhaben ist der Schöpfer und die Niedrigen werden Ihn sehen

Es heißt: «Erhaben ist der Schöpfer und die Niedrigen werden Ihn sehen». Das bedeutet, dass das Wichtigste in unserer Arbeit darin besteht, unseren Egoismus zu reduzieren, so dass wir jeden in einer Form des Gebens behandeln, so werden wir die Eigenschaft des Schöpfers erlangen.

Die Eigenschaft des Schöpfers ist nicht seine Eigenschaft selbst, sondern die Art und Weise, wie Er sich uns in seinem Ausdruck zeigt. Wenn es zwei Menschen gibt, kann die Beziehung zwischen ihnen in der Form des Gebens sein.

Wenn es nur einen gibt, kann man nicht sagen, dass er die Eigenschaft des Gebens hat. Diese Eigenschaft kommt nur zum Vorschein, wenn er seine Beziehung zu seinem Nächsten zeigt. Wir können nicht sagen, dass wir geben wollen. Es wird gefragt: «Wem willst du geben, wie, in welcher Menge und Qualität?»

Also zerbricht der Schöpfer unser Kli, um uns den eigentlichen «Puzzlestein» zu geben, der die egoistischen Fragmente zusammensetzen muss. Diese Teile sind wie ein Magnet, der es unmöglich macht, die Teile miteinander zu verbinden. Nur wenn man auf eine besondere Art und Weise, mit einer besonderen Einstellung auf sie einwirkt, kommen diese Puzzlesteine zusammen und haften sich aneinander. Wenn man es nicht richtig macht, kann man sie nicht zusammenfügen.

[Rest des Beitrags lesen →]

Wir helfen einander den Schöpfer zu enthüllen

Frage: Wir sprechen seit mehr als einem Jahr über „das Geben“ und darüber einem anderen Menschen oder dem Schöpfer zu geben. Nach dieser Vorbereitung haben wir nun das Gefühl einen Punkt erreicht zu haben, wo sich der Weg vor uns eröffnet. Es ist mir wichtig, dass wir alle dieses Konzept in der gleichen Weise begreifen; andernfalls kann es zu Diskrepanzen kommen, die sich im Laufe der Zeit nur mehr vergrößern werden.

Über welche Art des Gebens sprechen wir? Was ist damit gemeint? Auf materieller Ebene kann ich jedem Freund hundert Euro in die Hand drücken und die Sache hat sich erledigt. Worum also geht es hier?

Antwort: Wir sprechen von gegenseitiger Hilfe. Und Hilfe kann nur bedeuten einander dabei zu helfen, den Schöpfer zu enthüllen.

Wir können den Schöpfer aber nur erreichen, wenn wir uns zu einem Kli, das heißt, einem spirituellen Gefäß, zusammenschließen. Dieses Gefäß muss so viele Teile wie möglich umfassen, welche sich untereinander in einer starken Verbindung miteinander befinden. Das ist es, was wir jetzt tun müssen.

Aber keiner kann ohne die Hilfe des anderen auskommen. Wir können den Schöpfer nicht in unserem Inneren enthüllen. Ich kann ihn nur in der guten Verbindung, welche zwischen mir und einem Freund besteht, offenbaren. Wenn wir uns zueinander in einer Weise verhalten, welche der Eigenschaft des Schöpfers ähnelt, so enthüllen wir ihn.

Deswegen brauche ich, um den Schöpfer zu enthüllen, jemanden an meiner Seite, mit dem ich eine wechselseitige Beziehung unterhalte, in der ich mich dem anderen gegenüber so verhalte, wie der Schöpfer sich mir gegenüber verhält. Das also ist es, was wir tun müssen.

Daher ist unsere Arbeit pure Praxis. Das Studium kann die praktische Arbeit keinesfalls ersetzen. Wir sollten ganz einfach unsere Beziehungen zueinander ändern und sie den Eigenschaften des Schöpfers angleichen. Dann können wir uns „Adam“ (Mensch) nennen, abgeleitet von dem Wort „domeh“ (ähnlich)- dem Schöpfer ähnlich.

[292105]

Auszug aus dem Internationalen Kongress „Wir erheben uns über unser Selbst“, 6.1.2022 „Annäherung an den Schöpfer durch das Netzwerk unserer Beziehungen“

Wie kann die Liebe zum Nächsten zur Liebe zum Schöpfer führen?

Wir müssen uns immer daran erinnern, dass wir von einer Seele abstammen, von Adam HaRishon. Der Schöpfer schuf Adam, erfüllte ihn und organisierte alles in ihm.

Alle Vorgänge und Zustände sind in dieses Kli (Gefäß) eingebettet. Wir haben allerdings noch Informationen aus dem Zerbruch, die der Vollkommenheit und der Verbindung entgegengesetzt sind. Wir müssen vom unvollkommenen Zustand zum einem vollkommenen gelangen um den beabsichtigten Zweck zu erreichen.

Alle Daten aus den früheren Phasen sind in Adam HaRishon vorhanden; wir entdecken nichts Neues. Wie es heißt: „Es gibt nichts Neues unter der Sonne“. Unsere Aufgabe besteht nur darin, alles in Ordnung zu bringen, uns vorzubereiten, alle Stufen der Verbindung mit der spirituellen Welt, die sich uns offenbart, anzunehmen.

Nach dem Zerbruch wurden wir von der Nächstenliebe abgetrennt. Dies geschah absichtlich, um uns mit Licht- Dunkelheit, Hass- Liebe, Verbindung- Trennung zu konfrontieren, denn nur aus den Gegensätzen heraus sind wir in der Lage zu empfinden, was Geschöpf und Schöpfer bedeutet. Es kann keinen Schöpfer ohne Geschöpf geben.

[Rest des Beitrags lesen →]

Liebe offenbaren

Worum bittet der Mensch den Schöpfer? Er möchte die gesamte Realität so sehen, wie der Schöpfer sie sieht, d.h. als ein einheitliches Ganzes, in der eine höhere Kraft am Werk ist, ohne die es nichts gibt.

Wenn wir die Kraft des Gebens erlangen und die Macht über die Kraft des Empfangens übernehmen, kommen diese Kräfte zusammen und offenbaren, dass sie aus einer Quelle stammen. Die Offenbarung der einzigen Quelle für die empfangende und die gebende Kraft wird die Offenbarung des Schöpfers genannt, der Zustand selbst wird Liebe genannt.

Was geschieht ist die Verbindung der beiden polaren Gegensätze in einem Körper zu einem gemeinsamen Zweck: die Liebe zwischen ihnen zu offenbaren, die gute, bindende Beziehung zwischen dem Schöpfer und der Schöpfung. Wenn wir in der Lage sind, diesen Zustand zu erreichen und ihn mit Begriffen wie Sphirot, Parzufim, Welten als Stufen zur Erlangung der Einheit beschreiben können, werden wir in der Lage sein, Ihn in diesen Empfindungen zu offenbaren, nicht nur als spekulative Konzepte, sondern als eine tatsächlich bestehende Beziehung zwischen uns und dem Schöpfer.

Aus dem Unterricht „ Liebe zum Schöpfer“ 12.12.21

[290950]

Verbindung = Liebe

Frage: Es gibt ein Gesetz, das als Gesetz der Bürgschaft bezeichnet wird. In der Kabbala wird viel darüber geschrieben. Da wir miteinander verbunden sind, kann jeder das Schicksal eines anderen Menschen ändern, aber er kann niemals sein eigenes Schicksal ändern. Wenn ich mein Schicksal ändern will, muss ich mein Umfeld ändern.

Wie kann das geschehen? Wie kann ich mich in das Schicksal eines anderen Menschen einmischen?

Antwort: Indem Sie ihm ein Beispiel geben. Das Wichtigste und Wirksamste ist es, dem Menschen ein Beispiel nach den Naturgesetzen für das richtige Verhalten zu geben: wie man sich verbindet, auf andere zugeht, mit ihnen umgeht wie man seine Einstellung zum Schöpfer und seiner Herrschaft ändert usw.

Unsere unmittelbare und globale Zukunft hängt davon ab.

Frage: Welches Naturgesetz ist es, auf das Sie sich beziehen?

Antwort: Absolute Liebe und die Verbindung von allem mit allem.

Frage: Die Natur verbindet alle Elemente, miteinander. In der Astronomie gab es sogar eine Periode, in der alle einfachsten Elemente kombiniert und dadurch komplexere Substanzen und Zustände entstanden. Genauso müssen sich Menschen auf einer bestimmten Ebene sinnlich vereinigen. Nennen Sie das Liebe?

Antwort: Ja, dann entsteht ein neues Wesen – in gegenseitiger Unterstützung füreinander, wenn Menschen zwischen sich Zustände schaffen, die es noch nie gegeben hat, die gerade aus ihrem direkten, offenen Streben zueinander entstehen.

Aus dem Fernsehprogramm „ Spirituelle Zustände“ 26.10.2021

[289869]

Zwei Tropfen, zu einem verschmolzen

Zwischen der egoistischen Liebe zu sich und der Liebe zum Schöpfer gibt es einen Zwischenzustand: Die Nächstenliebe. Aus diesem Grund hat der Schöpfer diese riesige Welt und uns erschaffen. Er hat uns in einer Gruppe, in einem Zehner versammelt, damit wir aus unseren Beziehungen zu unseren Mitmenschen lernen können, was Hass und Liebe, Einheit und Trennung, Streit und Versöhnung ist.

So bekommen wir einen Eindruck davon, was es bedeutet, sich einem Freund anzunähern und sich mit ihm zu verbinden. Wir lernen von diesem Beispiel, wie wir uns dem Schöpfer angleichen können.

Es stellt sich heraus, dass unsere ganze Welt, die Realität, in der wir leben, eine Übung, ein Kinderspiel ist. Es steht geschrieben, dass diese Welt ein Spiel ist, welches wir nutzen sollten, um uns auf eine echte Beziehung mit dem Schöpfer vorzubereiten.

Wir fangen jetzt an, unserer Beziehung zum Schöpfer ein wenig näher zu kommen und daraus erkennen wir, worauf wir in diesem Spiel achten müssen, wie wir tiefer in das Spiel zwischen uns einsteigen können, um es dann in Bezug auf den Schöpfer zu realisieren.

Zwischen uns muss eine solche Gegenseitigkeit entstehen, dass wir nicht uns selbst und den anderen spüren, sondern ein gemeinsames Gefühl der Verbundenheit entsteht. Es ist eine Verflechtung, bei der es unmöglich ist, den einen vom anderen zu unterscheiden und zu verstehen wer wo ist. Es entsteht eine gemeinsame Einheit, in der es weder Schöpfer noch Schöpfung gibt, sondern es entsteht ein Ganzes, wie bei zwei Tropfen, die zu einem Tropfen verschmelzen. Es verschwinden alle persönlichen Gefühle und Wahrnehmungen eines jeden über sich selbst und die anderen. Was bleibt, ist ein Ganzes, und das war’s.

Wir sind noch nicht in der Lage, es uns vorzustellen, denn unser ganzes Arsenal ist an Verstand und Gefühlen, auf dem Kontrast von Gegensätzen aufgebaut. Hier gibt es aber keine Gegensätze, sondern ein Verständnis der Einheit, die das Endziel der Entwicklung ist.

Aus dem Unterricht „Liebe zum Schöpfer“, 12.12.2021

[290958]

Was ist zu tun, wenn der Chef ein Diktator ist?

Kommentar: Igor schreibt Ihnen: „Lieber Michael Laitman, ich wende mich an Sie und bitte um Rat. Mein Chef ist ein Diktator. Seit fünf Jahren kann ich mich kaum zurückhalten, um ihm nicht eine zu verpassen.

Ich liebe meinen Job, und ich hasse ihn. Er beobachtet jede meiner Bewegungen. Alle seine Bitten sind keine Bitten, sondern Befehle, alle seine Gespräche sind reine Moralpredigten. Es gibt nichts Menschliches an ihm, nichts Warmes. Ich nehme das nur in Kauf, da ich weiß, dass ich nirgendwo anders einen solchen Job finden werde. Wie man das auf Dauer aushält – ich weiß es nicht. Lieber Michael, was würdest du an meiner Stelle tun?

Antwort: Ich würde versuchen, mich so zu verändern, dass ich diesen Mann lieben könnte. Dann würde alles tausendmal besser laufen.

Frage: Ist das in diesem Zustand möglich? In dem Schreiben heißt es direkt, dass „ich ihn einfach hasse“.

Antwort: Ich denke, in einem solchen Zustand ist das umso mehr möglich. Vielleicht merkt er plötzlich, dass es nichts Schlimmes gibt, er hat sich darauf eingestellt und sieht es so. Er bereitet sich innerlich schon darauf vor, den Chef zu hassen.

Frage: Das heißt, wenn Igor sich so sehr bemüht, seinen Chef zu lieben, wird er herausfinden, dass er gar kein Diktator ist?

Antwort: Er ist kein Diktator. Alles hängt von Igor ab.

Frage: Und wie wird der Chef diese Liebe wahrnehmen? Als Kriecherei, als Spiel?

Antwort: Nein. Igor muss überhaupt nichts zeigen. Er soll in seinem Inneren arbeiten.

Frage: Innerlich? Sie meinen, er könnte sagen: „Ich will mich ändern, ich will ihn lieben, trotz allem“?

Antwort: Ja, „ich möchte ihn wirklich lieben“. Alles wird sich dann ändern. Wie können wir sonst die Liebe zu unserem Nächsten erreichen? Denken Sie nicht, dass es irgendwann passieren könnte, sondern jetzt, ganz konkret. Wenn es einen Menschen gibt, den man hasst, ist es die beste Gelegenheit, sich zu verbessern.

Frage: Das ist Ihr wichtigster Ratschlag?

Antwort: Natürlich ist es das. Es gibt nichts anderes. Es ist der Schöpfer, der es absichtlich so einrichtet, damit man sich neu formt und so eine spirituelle Stufe erreicht.

Frage: Einen angenehmen Zustand?

Antwort: Natürlich!

Frage: Bei der Arbeit und überall sonst?

Antwort: Auf jeden Fall! Die Folgen davon werden die besten sein.

Aus der Fernsehsendung „Nachrichten mit Michael Laitman“, 04.10.2021

[289921]