Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'kabbalistische Quellen'

Enthüllt die Welt der Wurzeln

Die spirituelle Welt ist eine Welt der Eigenschaften, der Kräfte, der Wünsche, der Absichten. Es gibt nur zwei Kräfte, zwei Wünsche – das Erhalten und das Geben, und alles andere geschieht infolge ihrer Wechselwirkung, der gegenseitigen Durchdringung.

Der Wunsch, zu geben reiht sich in den Wunsch, zu genießen ein, und ruft darin die Kraft des Widerstandes, die Gegenwirkung, den Bildschirm, Avijut (die Dicke, die Grobheit des Wunsches), Sakut (die Sauberkeit, die Feinheit des Wunsches) und so weiter hervor.

Aber nur zwei Kräfte wirken im ganzen Universum, im gegenseitigen Einschluss, wie es aus den vier Stadien der Verbreitung des direkten Lichtes bekannt ist.

Es ist nicht mehr vorgegeben, ausser „Etwas aus dem Wahren“ („jеsch mi jеsch“) – die Kraft des Gebens, „Etwas aus dem nichts“ („jеsch mi аjin“) – die Kraft des Erhaltens, die darin geschaffen ist.

Alles andere bildet sich aus dem Widerstand dieser zwei Kräfte. Es ist uns verboten, uns etwas außer ihnen beiden vorzustellen, denn man nimmt es sonst in der Loslösung von der wahrhaften Empfindung wahr.

Und wenn du dir wünschst, zur wahrhaften Empfindung zurückzukehren, so sollst du dich anstrengen, dich bemühen, zum echten Bild zurückzukehren, als ob du aus der Bewusstlosigkeit erwachend zur Besinnung kommen würdest.

Während wir die Artikel der Kabbalisten lesen, das Buch Sohar, oder die tägliche Arbeit in unserer Welt erledigen, sollen wir uns bemühen, die lenkenden Kräfte, die Wurzeln zu enthüllen, die für Geschehnisse in dieser Welt verantwortlich sind.

Wenn wir den Sohar lesen, sollen wir uns in diesen Bemühungen aufhalten. Weil du dich aufgrund des Textes dieses Buches die ganze Zeit bemühst, das qualitative Bild – das Bild der Eigenschaften, der Kräfte, der Wünsche – zu öffnen, rufst du die Einwirkung der Kraefte aus einem Höherem Zustand hervor, aus zwei Kräften – des Erhaltens und des Gebens -, und sie wirken auf dich ein.

Denn Sohar spricht darüber, wie die Verbindung zwischen zwei Kräften zu finden ist. Dies ist die ganze Realität,  ungeachtet davon, worüber ich gerade lese: sei es Аba we Ima, SON, oder sie steigen hinauf, fallen herab, großer Zustand (gadlut), kleiner Zustand (katnut).

In der Empfindung der Geisteswelt gibt es keine Wörter, es gibt die Kombination zweier Kräfte in allerlei Formen, und es ist die wahrhafte Realität, die einzig und allein existierende.

Eine Eigenschaft gehört der Schöpfung, die andere  dem Schöpfer. Es ist unmöglich, über die eine ohne die andere zu sprechen, nur über die Verbindung zwischen ihnen, von deren vollen Loslösung bis zur vollkommenen Verschmelzung.

Aus dem Unterricht nach dem  Buch Zohar,11.07.2010

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Was muss man tun, damit das Heilmittel auch wirkt?

Eine Frage, die ich erhielt: wenn ich ein Medikament einnehme, brauche ich dabei keine besondere Absicht zu haben.

Warum, wenn ich Kabbala studiere, die als Heilmittel gegen unseren Egoismus dienen soll, muss ich so viele verschiedene Bedingungen einhalten, damit es endlich auch wirkt?

Meine Antwort: Wenn man Medikamente einnimmt, gibt es auch eine Menge von Beschränkungen und Bedingungen: vor dem Essen, morgens oder abends, mit einem Glas Wasser schlucken usw.

Ein Heilmittel ist nicht nur die Tablette, die du schluckst. Der ganze Komplex der Bedingungen gehört auch zum Heilmittel. Denn wenn du diese Bedingungen nicht einhältst, wird das Medikament nicht wirken.

Wenn du das Medikament einnimmst, wirkst du auf deinen Körper, um ihn gesund zu machen, um die volle Funktion von allen seinen Systemen in einer richtigen Verbindung zueinander herzustellen.

Genauso korrigieren wir unsere Seele. Wir müssen ihr ein „Heilmittel“ geben, das Licht , das zur Quelle, zum Guten (zum richtigen und guten Funktionieren) zurückfuehrt.

Und der gute Zustand für die Gesundheit der Seele bedeutet ihre völlige Verbindung mit anderen Seelen, damit in ihrer Vereinigung, alle wie eine, dem Schöpfer ähnlich werden.

Genauso wie im Körper eine Kranheit besteht, wenn eines seiner Systeme aus der richtigen Verbindung mit den anderen ausfaellt. Und die Heilung nennt man dann, wenn die richtige Verbindung wiederhergestellt wird.

So kehren auch unsere Seelen dazu zurueck, gemeinsam zu sein. Und es ist klar, dass , so wie man bei der Einnahme eines chemischen Mittels, bestimmte Bedingungen einhalten muss, dies auch hier gilt: wir brauchen die richtigen Bücher, den Lehrer und alle inneren Bedingungen ( Absichten), von denen Kabbalisten schreiben.

Sonst kann das Heilmittel für die Korrektur meiner Seele nicht wirken.

Aus einem Unterricht nach dem Artikel „Einführung zu Panim Meirot Umasbirot“, 05.07.2010

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Ein wissenschaftliches System von allgemeinen Naturgesetzen

Derjenige, der den Schreibstil kabbalistischer Bücher noch nicht versteht, hat große Schwierigkeiten damit, diese Naturgesetze wahrzunehmen.

Ein moderner Mensch von Welt liest all diese Wörter: „Gebot“, „Schöpfer“, „dem Schöpfer Genuss bereiten“, „sich vor der Sünde hüten“ – und versteht nicht, worum es geht und wo er überhaupt gelandet ist. Doch das Problem besteht darin, dass wir den Text einfach nicht richtig lesen können. Die Kabbalisten haben einen solchen Schreibstil im Laufe von Generationen benutzt – seit der Zeit von Abraham, der als erster angefangen hat, die Wissenschaft der Kabbala zu entwickeln (obwohl Adam haRishon sie als erster entdeckt hat).

Diejenigen, die die spirituelle Welt wahrnehmen, verstehen, worum es in dem Buch geht: es gibt ein Verlangen, das auf den Eigennutz gerichtet ist, und dieses Verlangen in einer solchen Form zu benutzen, nennt sich Sünde, denn diese Handlung ist dem Schöpfer entgegengesetzt.
Das Empfangen um des Gebens willen aber, das mich dem Schöpfer ähnlich macht, nennt sich Gebot. Doch die Rede ist nicht von mechanischen Handlungen, die auf materieller Ebene vollzogen werden. Das spirituelle Gebot bezieht sich nicht auf den physischen Körper. Die Rede ist von den inneren Verlangen eines Menschen in Bezug auf das höhere Licht, den Schöpfer, und nicht von unserer Welt. All dies war den Menschen vollkommen klar, die die Tora geschrieben haben, und vor 2000 Jahren nach ihr lebten, denn sie befanden sich in der Erkenntnis und nahmen die spirituelle Welt deutlich wahr. Sie verstanden, worum es da geht und verwechselten es nicht mit den physischen Handlungen.
Doch nach der Zerstörung des Tempels fand ein allgemeiner Abstieg statt, und der Schöpfer ist aus der Wahrnehmung des Menschen verschwunden. Und dann haben die Menschen angefangen, die Bücher in der Form zu interpretieren, in der sie sich selbst befanden – rein materiell. Sie schrieben sie unserer Welt zu. Sie haben all diese Wörter und Sätze in ihre Welt übertragen, als ob sie von unseren Handlungen und Beziehungen hier sprechen würden.0

Das war die Zeit des spirituellen Exils, doch jetzt geht sie zu Ende, und wir müssen zur Enthüllung der höheren Kraft, zur Verbindung mit Ihr, zum gegenseitigen Geben zurückkehren. Deshalb müssen wir verstehen, dass es unmöglich war, diese Bücher anders zu schreiben. Die Tora zu erfüllen bedeutet, das höhere Licht zur Korrektur von seinen 613 Verlangen zu benutzen, was Erfüllen von 613 Geboten heißt.

Wenn der Mensch alles, was er liest, von den ihm seit seiner Kindheit geläufigen Begriffen: Tora, Gebote, Sünde – in die spirituelle Sprache, die spirituellen Begriffe übersetzt, wird er keine Probleme damit haben, zu verstehen, wovon Kabbala erzählt.

Das fügt sich zu einem sehr einfachen System von allgemeinen Naturgesetzen (denn der Schöpfer bedeutet „Natur“) zusammen, und Kabbala wird zu einer Wissenschaft, die die gesamte Realität, einschließlich unserer Welt, umfasst.

Aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel vom 09.07.2010 .

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Antworten auf eure Fragen – 12

Fragen zu „Kabbalisten über das Ziel der Schöpfung, Teil 8“

Was ist das Ziel der Schöpfung?

Eine Frage, die ich erhielt: Zitat: „…dass der Mensch alle Fehler der Schöpfung korrigiert…“ Was sind das für Fehler der Schöpfung, wenn der Schöpfer alles als vollkommen erschaffen hat? Etwas Vollkommenes kann doch keine Fehler haben.

Meine Antwort: Die Verhüllung des Schöpfers gibt uns die Möglichkeit, das Verhüllte zu vervollständigen, d.h., so wie Er zu werden, indem wir Ihn nur als Beispiel dafür, wie wir sein müssen, enthüllen.

Eine Frage, die ich erhielt: Zitat von Baal haSulam: „Alle Welten, Seelen und alles, was in ihnen bis zur Endkorrektur geschehen wird, sind bereits in der Unendlichkeit in all ihrer Pracht und Vollkommenheit enthalten“.

Wenn die ganze Vollkommenheit in einem korrigierten Zustand existiert, woher kommt dann das von uns gesehene verzerrte Bild und woher kommen wir?

Meine Antwort: Von der Verhüllung des Schöpfers in Bezug auf uns, um uns die Möglichkeit zu geben, uns selbst zu vervollständigen

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Zwischen zwei großen Lichtern

Wir sind noch nicht in der Lage, die Arbeit von Rabash, der zum ersten Mal in der Geschichte die gesamte Methode der spirituellen Arbeit des Menschen auf konsequente und konkrete Weise beschrieben hat, richtig zu bewerten.

Es gibt kein anderes Hilfsmittel zur inneren Arbeit an der Erreichung des Schöpfers, welches mit seinem Werk vergleichbar wäre.

Es existieren verschiedene Bücher, die das leicht ansprechen, doch keins davon beschreibt den gesamten Weg der inneren Veränderung des Menschen auf eine systematische Weise.

Doch Rabash gibt klare und exakte Erläuterungen mit deutlichen Beispielen.

Er hat der Methode von Baal haSulam alles hinzugefügt, was für die praktische Umsetzung der Korrektur der gesamten Menschheit gefehlt hat.

Wir nehmen die Werke von Baal haSulam und die Artikel von Rabash und passen sie an den modernen Menschen an, indem wir alles weglassen, was ihn verwirren könnte.

Diese großen Kabbalisten haben zwei Teile der Korrekturmethode erschaffen, die heutzutage jeder Mensch braucht, um das Ziel der Schöpfung zu erreichen.

Baal haSulam verbindet uns mit der Quelle des Lichtes Or Makif, und Rabash lehrt uns, wie wir uns vorbereiten müssen, um uns mit dieser Quelle zu verbinden.

Er erzählt, wie ich mich Schritt für Schritt organisieren und meine Gedanken, meine Absichten konzentrieren muss.

Und wenn ich bereit bin, dann öffne ich ein Buch von Baal haSulam.

Baal haSulam kommt zu mir, wie Licht, von oben nach unten, und Rabash bereitet mich durch die Arbeit von unten nach oben, in Richtung Quelle, vor.

Und wenn ich diese beiden Kräfte nutze, ist mir der Erfolg garantiert.

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Die Muse eines Kabbalisten ist das Licht

Wir müssen an den Artikeln von Rabash arbeiten, indem wir sie unterteilen und erforschen. Jeder Artikel folgt einem bestimmten Aufbau, wie ein Film oder ein Roman: es gibt die  Exposition (die Aufgabe wird gestellt), steigende Handlung, Höhepunkt und schließlich die Lösung.

Unterwegs treffen wir für gewöhnlich auf einige Hindernisse, die uns helfen, die ursprüngliche Frage besser zu klären und zum Ergebnis zu kommen. Der gesamte Strom des Artikels entspricht dem inneren psychologischen und spirituellen Aufbau des Menschen, damit er ihn besser verstehen und verinnerlichen kann.

Jeden Tag sollte ein Artikel studiert werden (oder auch zwei, wenn sie kurz sind), morgens und abends. Es ist unwichtig, wenn ihr verwirrt seid. Wichtig ist nur, dass ihr euch ständig in diesem Material befindet.

Die Anstrengung selbst wird das korrigierende, zur Quelle zurückführende Licht anziehen. Das gleiche Licht wird alle Fragen klären: Die richtige Reihenfolge und das richtige System, die notwendigen Schritte. All das wird verständlich sein, und sollte es unverständlich bleiben, dann wird es klar, warum es unverständlich ist. Aber alles, was wir zu klären wünschen, muss mit Hilfe des Lichts geklärt werden.

Ich führe keine theoretischen Untersuchungen durch – ich warte auf das Licht, das mir leuchtet, sobald ich mich über den Text mit dem Artikelverfasser verbinde. Was will er an dieser Stelle sagen, was ist seine Absicht? Ein einziger Gedanke! Woran hat Rabash in diesem Moment gedacht? Der gesamte Artikel ist ein einziger Gedanke, ihn will ich verstehen. Und das ist nur durch die Hilfe von Oben möglich, wenn ich von der „Muse“ geküsst werde.

Für Kabbalisten bedeutet die Muse „Licht“.

Aus einem Gespräch, „Wie man mit Artikel von Rabash arbeiten soll“ , 15.06.2010

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Lasst uns zuerst die Seele erhalten!

Eine Frage, die ich erhielt: Wie kann man die innere Arbeit mit dem Studium des Sohar vereinen?
Meine Antwort: Ihr glaubt fälschlicherweise, dass das Buch Sohar zum gleichen Zweck, wie ein gewöhnliches Buch, geschrieben wurde, nämlich um uns etwas zu erzählen oder zu erklären. Das stimmt nicht, und zu diesem Zweck hat Baal haSulam seinen Kommentar nicht dazu geschrieben.
Das Studium besteht nicht darin, sich einen Überblick über das Geschriebene mittels seines irdischen Verstandes zu verschaffen und jedes kleinste Detail über die Arbeit in drei Linien zu erfahren, indem man die Begriffe auswendig lernt. Wir müssen nicht den Aufbau selbst, sondern die Notwendigkeit der Korrektur begreifen. Es ist nicht möglich, die von den Kabbalisten geschriebenen Zusatzerklärungen zu den authentischen Quellen (den kabbalistischen Schriften, der Tora, den Propheten und anderen heiligen Schriften) mit dem normalen Verstand, sondern nur mittels der Korrektur der Seele zu begreifen.
Deshalb sind alle kabbalistischen Kommentare in erster Linie dazu bestimmt, das höhere Licht an den Studierenden heranzuziehen. Dann wird der Leser sie benutzen und das in ihnen enthaltene Licht genießen können, indem er für sich das entdeckt, was in der Quellenschrift geschrieben steht. Genau das bedeutet Kommentar. Jeder Kommentar ist ein zusätzliches Werkzeug, das uns nicht verstehen, sondern uns mit der authentischen Quelle verbinden lässt.
Deshalb, wenn wir scheinbar „technische“ Erklärungen von Baal haSulam lesen – über drei Linien, Sefirot und Parzufim, Auf- und Abstiege, Reshimot und Schirme – und es uns vorkommt, als ob er uns eine herkömmliche Wissenschaft beibringen möchte, damit wir alles mit dem Verstand begreifen und schematisch darstellen können, dann ist das falsch.
Der von Baal haSulam zum Buch Sohar hinzugefügte Zusatz, der Sulam-Kommentar, hilft uns, das Licht anzuziehen, ergänzt aber nicht unser abstraktes Wissen über den Aufbau einer gewissen höheren Welt. Die höhere Welt kann man nicht erkennen, solange man sie nicht in seiner Seele wahrnimmt. Im Grunde genommen erkennen wir unseren eigenen Aufbau.
Der Mensch beginnt zu spüren, dass die gesamte Realität, das gesamte Universum sich in ihm und nicht irgendwo anders befindet, obwohl es ihm so vorkommt, als ob es außerhalb von ihm existiert. Aus diesem Grund müssen wir uns auf das richtige Lesen einstimmen und verstehen, dass es darin nichts außer dem Licht, das zur Quelle zurückführt, gibt – erst danach kommt die Erkenntnis, und „die Seele des Menschen wird ihn selbst lehren“.
Doch zuerst muss man diese Seele, d.h. die spirituelle Konstruktion, in der ich alle Ereignisse, von denen der Sohar erzählt, enthülle, erhalten.

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Was hinter jedem Wort des Sohar steht

Der Sohar, Abschnitt „WaJeze“, Paragraph 133: …Und weil eben diese NeHJ sich während des Zustands des Kleinseins (Katnut) mit dem Unteren verbinden, wird sich später, während des Zustands des Erwachsenseins (Gadlut), wenn der Höhere seine NeHJ vom Ort des Unteren wieder zurück auf seine Stufe bringt, auch der Untere, der an sie angeheftet ist, zusammen mit ihnen zum Ort des Höheren erheben. Auf diese Art erhält der Untere die Lichter des Höheren.

Nehmen wir an, wir haben einen Abschnitt aus dem Sohar gelesen. Worum ging es hier? Um die Verbindung der Seelen zwischen den Teilen der Realität – und um nichts anderes.

Was macht es für einen Unterschied, welche Wörter dafür benutzt werden – ChaGaT, der Höhere, Lea… So oder so verstehe ich nichts von dem, was hier geschieht. Die Kabbalisten benutzen die Worte unserer Welt, um das Verhältnis der Kräfte in der Spiritualität – in einer vollkommen anderen Realität – zu erklären.

Doch ich, während ich jedes Wort lese, muss zu mir selbst sagen: „Das ist die Verbindung zwischen den Seelen. Das ist die Eigenschaft des Gebens, welche zwischen uns herrscht. Und das höhere Licht, das die Seelen, d.h. unsere Verlangen, füllt und sie zu einem gemeinsamen spirituellen Gefäß vereint. Und das ist der Schöpfer, der sich in der Schöpfung enthüllt. Und das ist die Schöpfung, die den Schöpfer wahrnimmt“.

Hinter all diesen Worten muss ich immer nur eine einzige Realität sehen. Dann ist es mir nicht mehr wichtig, was für Worte ich lese. Doch ich lese, um mir nach jedem Wort zu sagen, dass es um die Einheit, um die Eigenschaft des Gebens, die das gesamte Verlangen, zu genießen füllt, geht.

Doch der richtigere, der innerere Weg ist, ständig gefühlsmäßig wahrzunehmen, dass es um die Einheit, die Verbindung, die Liebe, die Verschmelzung, die vereinte Realität, die Bürgschaft geht.

Und alle Worte erklären mir nur detaillierter in Gedanken und im Verstand jene Wahrnehmungen, in denen ich mich befinde. So wird es viel leichter und richtiger sein, alles, wovon wir im Sohar lesen, wahrzunehmen.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 25.06.2010

 

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Einen Schritt auf den Schöpfer zugehen

Der Sohar, Abschnitt „Wajikra“, Punkt 83: … Es steht geschrieben: „Siehe, dein König wird zu dir kommen“ – gewiss, und nicht du zu Ihm. Er wird zu dir kommen, um Sich mit dir zu versöhnen; Er wird zu dir kommen, um dich zu erheben; Er wird zu dir kommen, um dich in allem zu vervollständigen. Er wird zu dir kommen, um dich zu Seinem Palast zu erheben, um Sich mit dir in einem ewigen Bund zu verbinden, für alle Zeiten, wie es geschrieben steht: „Und Ich werde dich mit Mir in Ergebenheit verloben“.

Die Frage ist, ob wir selbst Malchut aus dem Staub erheben müssen oder ob der Barmherzige Schöpfer das gefallene Zelt Davids für uns wieder aufstellt? Müssen wir warten, während wir im Exil sind, und dann wird von oben alles enthüllt?

Oder müssen wir erkennen, dass der König gekommen ist, seine Arbeit getan hat und uns nun die Hand entgegenstreckt, die wir unsererseits ergreifen und uns somit erheben müssen?
Es gibt Menschen, die sagen, dass alles von oben kommen und sich enthüllen wird, dass der Dritte Tempel vom Himmel „fällt“ und wir nichts tun müssen, außer zu warten. Das ist eine Denkweise aus Gadlut stammend (aus der Zeit des Exils).

Kabbalisten erklären uns, dass wir uns eine bestimmte Zeit lang, bis zum Ende des 20. Jahrhunderts, zum Exil (kein Dasein in der Spiritualität) zwingen mussten.
Anschließend hat uns der Schöpfer ins Land Israel zurückgerufen und uns die Korrekturmethode, die Kabbala und das Buch Sohar offenbart . Alle Bedingungen für eine freie Wahl wurden geschaffen, es wurde die Tora von oben gegeben, – jetzt müssen wir sie empfangen und durch unsere Korrektur umsetzen.

Das bedeutet, dass „der König zur Königin gekommen ist“. Er gibt ihr alles. Doch nun muss sie einen Schritt auf den König zugehen, ihr Wunsch nach der Vereinigung mit ihm äußern, und nicht die ganze Zeit im Staub ohne jegliche Handlungen ihrerseits liegen bleiben. Denn der König fordert sie zum Handeln auf, indem er ihr die Hand entgegenstreckt und ihr seinen Wunsch offenbart.

Genau an dieser Stelle entsteht ein großer Streit zwischen denjenigen, die sich mit der äußeren Tora beschäftigen, den Gläubigen, und denjenigen, die sich mit der inneren Tora beschäftigen, den Kabbalisten, denn der äußeren Einhaltung von Traditionen ist nichts hinzuzufügen, der ganze Zusatz besteht im Inneren: in den Absichten, in den Klärungen des Verlangens, in der Enthüllung des Bösen, das korrigiert werden muss.
Aus einem Unterricht “Zum Abschluss des Buches Sohar”, 16.05.2010

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Spirituelle Gleichheit

Der Sohar, Abschnitt „Wajigash“, Punkt 126: Es gibt ein Firmament über einem anderen Firmament, und dieses Firmament beherrscht sie.

D.h. drei Firmamente, wo das rechte und das linke eins über dem anderen sind, und das mittlere Firmament beherrscht sie beide, bringt sie in Einklang und schließt sie ineinander ein.

… „Und unter dem Firmament waren ihre Flügel ausgebreitet“, da sie alle über das herrschen, wofür sie bestimmt sind.

Denn die mittlere Linie macht die Erleuchtung von ihnen beiden möglich: d.h. die rechte scheint von oben nach unten und die linke von unten nach oben. Darum ist der rechte Flügel im Gleichgewicht mit dem linken Flügel…

Wie kann man überhaupt messen, ob die rechte und die linke Linie gleich sind? Nach der Menge, dem Gewicht, der Kraft? Das sind vollkommen unterschiedliche Eigenschaften.

Wir haben keine Möglichkeit, dies nach irgendeinem äußeren Maß, wie in unserer Welt, zu bemessen.

„Gleich“ bedeutet, dass sie einander auf eine Weise ergänzen, dass jede von ihnen die andere mit allem Notwendigen versorgt.

Chassadim der rechten Linie ergänzen Chochma der linken Linie völlig. Und Chochma scheint in Chassadim, soweit es nur möglich ist.

Das bedeutet, dass sie gleich sind. Das heißt, sie sind Partner, und jeder gibt alles, nur damit die gegenseitige Verbindung zwischen ihnen in der möglichst optimalen Form besteht, was auch als mittlere Linie bezeichnet wird. Deshalb gelten sie als gleich.

Es ist möglich, dass Chassadim 90% beträgt und Chochma nur 10%, und auf einer anderen Stufe kann das Verhältnis 70% zu 30% oder 99% zu 1% sein.

Doch das bedeutet Gleichheit, denn jeder ergänzt den anderen, soweit es nur geht.

Sie haben eine Absicht, einen Gedanken, eine Berechnung – und aus diesem Grund sind sie gleich. Das Verhältnis zwischen ihnen muss nicht unbedingt 50 zu 50 sein.

In der Spiritualität bedeutet Gleichheit, dass ich dir alles gebe, was du von mir erwartest. Dann sind wir gleich..

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