Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Wenn ich mir nicht selbst helfe – wer wird mir helfen?


Ein Brief von Rabbi Yehuda Ashlag, aus dem Buch „Frucht des Weisen“, Band „Briefe“, Seite 61

Baal Shem Tov sagte: „Vor dem Erfüllen eines Gebotes soll der Mensch überhaupt nicht an die persönliche Führung denken, sondern soll sich im Gegenteil sagen: „Wenn ich mir nicht selbst [helfe], dann wird niemand mir helfen“. Nach der Erfüllung eines Gebotes jedoch soll er sich besinnen und glauben, dass er nicht aus seiner Kraft das Gebot erfüllte, sondern nur kraft des Schöpfers, der im Voraus alles für ihn plante, und der Mensch also gezwungen war, diese Handlung auszuführen“.

Wie die Worte unserer Welt übereinstimmen, so stimmen auch das Spirituelle und das Irdische überein, und so muss der Mensch, bevor er auf den Markt geht, um sich sein Brot zu verdienen, einen Teil seiner Gedanken der persönlichen Führung widmen, und sich selbst sagen: „Wenn ich mir nicht selbst [helfe], dann wird niemand mir helfen“, und alles Notwendige tun, wie alle Menschen, um sein Brot zu verdienen, genau so wie sie.

Doch abends, nachdem er nach Hause zurückkommt und seinen Lohn mitbringt, darf er keinesfalls denken, dass er dies aus eigener Kraft verdiente, sondern dass sogar wenn er den ganzen Tag faul liegen würde, er ebenfalls an das gleiche Geld kommen würde.

Und obwohl unser Verstand diese Dinge als gegensätzlich auffasst und das Herz sie keinesfalls gleichzeitig aufnimmt, muss doch der Mensch glauben, dass der Schöpfer es genau so in seiner Tora festlegte und durch diejenigen, die sie an uns weitergeben. [Rest des Beitrags lesen →]

Hat jeder Mensch eine Seele?


Zwei Fragen, die ich über die Seele erhielt:

Frage: Sie sagen, es gibt nur 600.000 Seelen oder mit anderen Worten, 600.000 Bruchstücke der Seele von Adam. Aber heute gibt es 6,7 Milliarden Menschen auf der Welt. Bedeutet dies, dass über 6 Milliarden Menschen keine Seele haben? Ich hoffe, dass Sie das für mich aufklären können.

Meine Antwort: 600.000 ist die Zahl der anfänglichen Bruchstücke, doch danach wurden sie abermals, in welche Anzahl auch immer, die für die optimale Korrektur in jeder Generation nötig ist, geteilt – so dass jedes Bruchstück soviel Egoismus haben wird, wie es in der Lage ist zu korrigieren. Daher wächst die Weltbevölkerung ebenso in dem Maß in dem der Egoismus wächst.

Frage: Wie ich es verstehe, ist eine Seele umso tiefer nach dem Zerbrechen gefallen, je höher sie in der spirituellen Welt gewesen ist. Also was auch immer uns als das Niedrigste erscheint, wird nach der Korrektur das Höchste sein. Wenn diese Annahme richtig ist, bedeutet das, dass Menschen, die jetzt Kabbala hassen, die höchsten Seelen nach der Korrektur werden?

Meine Antwort: Nein, weil dies nicht zeigt, dass ihre Seelen auf eine sehr niedrige Ebene gefallen sind, sondern es zeigt nur die Überzeugungen der Menschen, die sie seit ihrer Kindheit gelehrt wurden (Girsa de Yankuta). Diese Menschen haben überhaupt noch keine Seele. Die Seele entsteht aus dem Punkt im Herzen (das Verlangen nach Spiritualität) und entwickelt sich daraus nur unter dem Einfluss des Höheren Lichts, das nur während des Kabbala-Studiums auf einen Menschen scheint und in unserer Generation nur während des Studierens der Werke von Baal HaSulam und Rabash. Man kann nichts über die Seele eines Menschen sagen, indem man auf äußerliche Ausdrucksweisen, Verlangen und Handlungen desjenigen schaut. Solche Menschen haben noch keine Seele. Das ist vor Ihnen verborgen, weil Sie – der Beobachter – nicht in der Lage sind, die spirituellen Strukturen zu „sehen“. Sie sollten deshalb jedermann gleich zuordnen, sie als Menschen betrachten, die kontrolliert werden und die Hilfe nötig haben, spirituell unabhängig zu werden.

Verwandtes Material:
Blog-post: Unsere Seele wird es uns lehren
Blog-post: Kann ein Mensch unabhängig mit dem Schöpfer verschmelzen?
Blog-post: Die Bedingungen für die Korrektur der Seele

Wozu sollen wir Fragen stellen?


Zwei Fragen über das Thema „Fragen und Antworten“

Frage: Worin liegt der Sinn im Zuhören, wenn ein anderer Mensch Ihnen eine Frage stellt? Und ganz allgemein gesehen, was soll das Fragenstellen?

Meine Antwort: Es steht geschrieben: „eine schüchterne Person kann nicht studieren“. Jeder muss Fragen stellen. Gleichzeitig sollte man die Antwort beherzigen und sich so lange in sie vertiefen, bis sie absolut klar wird, d.h. bis sie uns erreicht. Wenn Sie Ihrem Freund zuhören, verbinden Sie sich mit seinem Verlangen nach dem Ziel und das ist wichtig für die Verbindung in der Gruppe. Ich meine damit, dass Ihr Verlangen für sich alleine niemals ausreicht, um das Ziel zu erreichen, damit das Or Makif (Umgebendes Licht) eine neue Absicht – „um anderer willen“ – in Ihrem Verlangen erweckt. Zum Zwecke einer solchen Einheit mit anderen, erschienen die Welten, wurde die Seele von Adam erschaffen und dann zerbrochen und diese Welt so derart nieder erschaffen. Damit wurde für jeden ein Ort der Willensfreiheit geschaffen. Folglich ist das einzige, was wir tun, unseren freien Willen in unserem Bemühen zu verwirklichen, die Verlangen und das Ziel unserer Freunde in der gesamten Weltgruppe aufzusaugen.

Nur auf diese Weise kann die Menschheit ihre allgemeine Krise bewältigen, d.h. durch die Enthüllung ihres gegenseitigen Hasses und Ihrer Trennung untereinander. Die Menschen werden feststellen, dass dieser gegenseitige Hass und diese Trennung eine lebensbedrohliche Situation verursachen, sogar bis zur Zerstörung ihrer Leben.
Obwohl ihr Leben leer und wertlos ist, empfinden sie es als das Wertvollste, was sie haben, denn sie haben nur das eine.
Darum werden sie beginnen, die Fragen – die Verlangen anderer – anzuhören, bis sich alle in einer einzigen Frage vereinigen (Wie im Punkt 2 der Einführung zum Talmud Esser Sefirot beschrieben): „Was ist der Sinn meines Lebens?“ Dann werden sie zur Kabbala kommen.

Frage: Sie erwähnen oft, dass Spiritualität sich außerhalb von Zeit, Raum und Bewegung befindet. Was meinen Sie damit?

Meine Antwort: Sie müssen die Antwort in Talmud Esser Sefirot, Teil 1, Histaklut Pnimit (Innere Betrachtung) finden. Da kommen Sie nicht drum herum. Sie müssen es studieren. Diejenigen, die glauben, dass sie durch das Stellen von Fragen auf einfache Weise zu Wissen gelangen können, haben nicht verstanden, dass nur durch das Studium des Materials von Baal HaSulam (in jeder beliebigen Sprache) dass Licht der Korrektur angezogen werden kann. Fragen und Antworten sind nur dazu gedacht, Einsteiger auf den richtigen Weg zu bringen. Sie sollten wenigstens alle Beiträge dieses Blogs durchgehen. Vielleicht ist diese Form des Studierens fürs Erste am angebrachtesten für sie.

Verwandtes Material:
Interactive FAQ – Question Your Reality
eBook: The Kabbalah Experience – The Definitive Q&A Guide to Authentic Kabbalah
Purchase the Book: The Kabbalah Experience – The Definitive Q&A Guide to Authentic Kabbalah

So verwenden Sie kabbalistische Quellentexte richtig!


Zwei Fragen, die ich über kabbalistische Texte erhielt

Frage: Ich stelle fest, dass sich die Kabbala darauf konzentriert, das Leben zu verändern. Doch kann ich keine Anweisungen finden, wie ich am besten alle grundlegenden Texte von Humasch, Mischnah, Talmud, Halachot und anderen einordnen kann. Wie soll man sie verwenden? Brauchen wir sie überhaupt? Und wie rücken wir diese ins rechte Licht ?

Meine Antwort: Sobald Sie Kabbala lernen, werden Sie auch andere Quellen lesen und beginnen zu verstehen, dass sie alle über Spiritualität oder den Schöpfer sprechen. Das heisst, sie sind ebenfalls Kabbala, nur sind sie in einem anderen Stil geschrieben! Ich habe gerade eine gekürzte Übersetzung des wöchentlichen Tora-Abschnittes gepostet. Warum? Weil der größte Kabbalist aller Zeiten, Moses, in diesem Buch den Aufstieg der Seele des Menschen auf den 125 Stufen der Leiter der Gleichartigkeit mit dem Schöpfer beschreibt. Wir müssen nun diesen Aufstieg verwirklichen – wir alle zusammen und jeder einzelne von uns individuell – , uns auf jedem Level immer mehr vereinigen, damit wir am Ende des Aufstieges letztendlich die einzige Seele von Adam werden. Keine andere Quelle erklärt diesen Weg so präzise und in so vielen Einzelheiten!

Der Sohar ist ein Kommentar der Tora. Unser nächster Schritt ist, schrittweise damit zu beginnen, das Buch Sohar in diesem Blog zu studieren und dann werden wir anfangen zu verstehen, was uns wirklich in der Tora überliefert wurde. Dann, nach der Tora (Humasch), werden wir auch in der Lage sein, Mischnah, Talmud und Halachot auf diese Weise zu lernen. Jedes dieser Bücher spricht nur von der Korrektur des Menschen, seiner Seele oder dem egoistischen Verlangen – Yetzer Ra – das vom Schöpfer erschaffen wurde. Und danach wurde uns die Tora (Tavlin) gegeben, ausschließlich für dessen Korrektur. Diejenigen, die in ihrem Innern den Egoismus nicht spüren, studieren nicht Tora. Sie lesen einen „leeren“ Text anstelle dessen, was Moses ihnen gab. Sie werden nur in der Lage sein, alle diese Bücher korrekt zu „verinnerlichen“, nachdem Sie sich selbst genau darauf abgestimmt haben, wie heilige Bücher zu verwenden sind (Heiligkeit ist etwas, das Ihnen die Eigenschaft von Heiligkeit gibt – Liebe und Geben).

Frage: Als ich Kabbala an der Hochschule studierte, wurde das Buch Sefer HaBahir mehrere Male genannt, doch Sie erwähnen das Buch nicht auf Ihrer Homepage oder während Ihres Unterrichtes. Hat dieses Buch jemals existiert?

Mein Antwort: Ja, das Buch Sefer HaBahir existiert. Wir lernen jedoch hauptsächlich aus den Werken von Baal HaSulam, der der letzte Kabbalist war und sich daher am besten für die Korrektur unserer Seelen eignet. Außer seinen Werken studieren wir auch die Texte von Rabash, Ramchal und Tanach.

 

Spiritualität liegt über unserer Welt (fortgeschritten)


Frage: Was sind die 613 Verlangen?

Meine Antwort: Es sind Verlangen, nicht nach den Genüssen dieser Welt, sondern egoistische Verlangen, die sich an den Schöpfer richten. Daher werden sie als „unrein“ oder „Pharao“ bezeichnet. Um diese Verlangen in sich selbst zu entdecken, muss man die Kabbala studieren und große Mühen auf sich nehmen. Beim Finden dieser Verlangen erfährt man ebenfalls jene Scham, die Adam verspürt hatte und korrigiert sie. Daher kann ein Mensch in die Spiritualität eindringen und das Schöpfungsziel erkennen.

Ein Dialog mit einem User namens Caligula (aus meinem russischen Blog)

Caligula’s Kommentar: „Spiritualität liegt über Bewegung, Raum und Zeit; das heißt doch, selbst wenn sich die Zustände in dieser Welt ändern, bleibt doch der spirituelle Zustand eines Menschen gleich!“ – so sagt man doch. In anderen Worten: egal, was wir tun, studieren und erreichen wollen – es ist alles vergeblich und unnötig.

Meine Antwort: Falsch! Wir können nicht das Höhere Licht beeinflussen, doch wir können es indirekt erwecken, indem wir uns in der Gruppe und beim Studium anstrengen. Lies die „Einführung zu Talmud Esser Sefirot“, Punkt 155.

Caligula: Ja, aber, wenn wir Rav Laitman’s Aussage zu diesem Thema glauben, kommen wir doch zu einer absurden Schlussfolgerung – Ich weiß nicht warum Sie so ein Vertrauen darauf haben; man könnte neidisch werden.

Ich spreche nicht von normalen Menschen, sondern von denen, die zum Schöpfer streben und Kabbala studieren. Tatsächlich bin nicht ich derjenige, der dies sagt, sondern Ari in Shaar HaKedusha. Er zählt darin einige altersspezifische Zustände im Leben einer Person auf. Kind: Ein Zustand, wo sich die Gefäße des Verlangens zu empfangen noch nicht entwickelt haben. 13 Jahre: hier hat ein Mensch bereits seinen Yetzer Ra; und 21 Jahre: ein Mensch hat die Möglichkeit zum spirituellen Aufstieg.

Meine Antwort: Alles falsch! Schauen Sie sich Ari und Etz Chaim an oder Teil 12 von Talmud Eser Sefirot. Geburt bedeutet spirituelle Geburt, egal wie alt man ist. Alle Menschen, außer Kabbalisten, sterben physisch, ohne jemals spirituell geboren worden zu sein.

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Korrigiere dich und alles wird Harmonie ausstrahlen

Zwei Fragen, die ich über unsere Wahrnehmung der Welt erhielt:

Frage: Wie kann ich dieses Paradox verstehen: Einerseits werden wir als ein ganzheitliches System von Adam betrachtet, aber gleichzeitig fühlen wir uns als Individuen? Und was ist mit dem Individuum, das in all die üblichen Leiden und Nöte, die dem gesamten System widerfahren, miteinbezogen ist? Wie kann jemand diesen Weg angenehm und sicher gehen? Und wem kann man die Schuld für die Tatsache geben, dass dieses System so gegensätzlich zu den Gesetzen des Gebens ist?

Meine Antwort: Alles wurde vollkommen und logisch aufgebaut. Was Sie wahrnehmen, ist keine miserable Welt, sondern Ihre eigene Unvollkommenheit, Ihr eigenes Bild von der Welt. Wenn Sie sich selbst korrigieren, wird alles Harmonie ausstrahlen. Das ist so, weil der Filter, durch den Sie sich und Ihre Umgebung sehen, Ihre Eigenschaften sind. Und um sich selbst zu ändern, sodass Sie die Welt als ewig und vollkommen erkennen oder mit anderen Worten, um in der Art Welt zu leben, die Sie beschreiben, muss man ewige und vollkommene Eigenschaften erwerben. Aus diesem Grunde wurde uns die Kabbala gegeben.

Frage: Warum wurde die Welt genauso geschaffen, wie sie ist? Warum gibt es Natur, Verhalten, Änderung des Verhaltens, Leiden, Genuss, der „Wille zu empfangen“, der „Wille zu geben“, usw.? Wer braucht das alles? Warum können wir nicht einfach genießen und sei’s drum? Was gibt es für jemanden zu tun, der keine Geduld und nicht mal den Wunsch, zu existieren, hat (nicht in einem Körper oder ohne einen Körper, sondern einfach nicht zu existieren)?

Meine Antwort: Die Seele wurde in Vollkommenheit erschaffen, in der Welt der Unendlichkeit. Es gab nur eines nicht: die Wahrnehmung dieser Vollkommenheit. Der einzige Weg, diese Wahrnehmung zu erlangen, ist durch den Vergleich der Gegensätze von Finsternis und Licht – die Abwesenheit von Vollkommenheit und ihrer Präsenz. Ihre Präsenz ist da, aber ihre Abwesenheit fehlt. Daher wurde unsere Welt geschaffen; es ist der Ort, an dem wir die Abwesenheit der Vollkommenheit vollauf wahrnehmen und samt dieser Wahrnehmung, zur Welt der unendlichen Vollkommenheit zurückkehren müssen. Dort werden wir durch diese Gegensätze wahre Erfüllung verspüren.

sd

Verwandtes Material:
Kabbala Today: Ich sah eine umgekehrte Welt
Artikel: Perfection and the World
Shamati Artikel #34 – The Profit of a Land

Auf welche Bitten antwortet der Schöpfer?

Eine Frage, die ich erhielt: Beantwortet der Schöpfer Bitten um Dinge, die notwendig sind oder nur Bitten nach Korrektur?

Meine Antwort: Der Schöpfer antwortet auf alle Bitten, die aus dem Herzen kommen, denn wir sprechen über die Einwirkung des Höheren Lichtes auf unser Verlangen und diese Einwirkung findet ständig statt. Diese beiden stehen sich gegenüber. Nichts ist von der Person abhängig, von ihrem Bewusstsein der konstanten Einwirkung des Lichtes auf die Reshimo. Sie kann ihr Verlangen für Geben und Liebe nur von ihrer Umgebung erhalten. Das Höhere Licht drängt sie immer zu diesem Verlangen, indem es auf die Reshimo einwirkt. Das heißt, durch die ständige Einwirkung auf die Reshimo bewegt das Licht die Person näher zu der Entscheidung, dass es nötig ist, die Eigenschaft von Geben und Liebe zu erwerben. Jedoch bewegt es sie naturgemäß durch Schläge. Wenn eine Person jedoch ihr eigenes Streben hinzufügt, das sie von der Gruppe erhält, von Freunden, die danach streben, dann erweckt sie selbst die Einwirkung des Höheren Lichtes in die gleiche Richtung. Und schon jetzt bekommt sie Ergebnisse der Einwirkung des Lichtes in positiver Weise, da sie selbst danach strebte, anstatt sie auf negative Weise zu erhalten, wie es normalerweise der Fall ist: Wenn wir größere egoistische Erfüllung wünschen, erhalten wir stattdessen einen noch stärkeren Stoß in Richtung Geben und erfahren noch größeres Leiden.

Eine Frage, die ich erhielt: Nach allem was Sie sagten, wenn zweihundert Millionen Muslime wirklich wünschen, dass Israel vom Angesicht der Erde verschwindet, werden ihre Wünsche wahr werden?

Meine Antwort: Alle Wünsche aller Menschen befinden sich in der gemeinsamen Seele von Adam. Jedoch hat jeder Wunsch sein eigenes Gewicht oder Einfluss, was von vielen Dingen abhängt: Zu welcher Gruppe von Seelen gehört dieses Verlangen – genau wie im Körper einige Organe wichtiger als andere sind. Es ist ebenfalls abhängig davon, um was sie bitten – ob ihr Aufruf auf das Schöpfungsziel ausgerichtet ist oder dagegen; ob es ein Verlangen, zu hassen oder zu lieben ist, usw.

 

Scham bringt uns dem Schöpfer näher

Eine Frage, die ich erhalten habe: In welchem Zusammenhang steht das Leiden, die Verlegenheit und das Schamgefühl, das jemand gegenüber der Gesellschaft empfindet, mit seinem Hass auf die Gesellschaft?

Meine Antwort: Wir lernen, dass Scham die Basis der Korrektur ist. Das Gefühl der Scham durch Malchut in der Welt der Unendlichkeit führte zu Tzimtzum Aleph – der Zurückweisung, für sich selbst zu empfangen. Danach drängte dasselbe Schamgefühl Malchut dazu, einen Weg des Gebens zu finden -zu empfangen, um des Schöpfers willen.

Als sich dieses Schamgefühl weiter entwickelte, zeigte es nach und nach dem Geschöpf, der Seele von Adam, wie es dem Schöpfer ähnlich werden kann. Dieselbe Scham veranlasste Adam zu sündigen: Adam wollte ein für allemal die Scham überwinden und als Ergebnis offenbarte er nicht nur seine ganze egoistische Natur (für sein eigenes Wohl zu empfangen), sondern auch die Möglichkeit, diese Scham zu korrigieren (empfangen um des Schöpfers willen). Das muss jedoch schrittweise geschehen, im Laufe von Tausenden von Jahren, in vielen individuellen Seelen (während ihrer Lebenszyklen), indem sie die gegenseitige Ablehnung überwinden.

Wenn jemand beginnt Kabbala zu studieren, enthüllt er nach einer gewissen Zeit seinen Egoismus, der größer und größer wird. Wenn er weiter studiert, lernt er ständig, dass dieser Egoismus böse ist, aber er fühlt dies auf keine Weise. Er lernt, was Spiritualität bedeutet: Geben, Liebe zu seinem Freund – und dass er den Schöpfer nur durch diese Eigenschaft fühlen kann. Oder um es genauer zu sagen, dass der Schöpfer diese Eigenschaft ist.

Mit der Zeit beginnt er, den Egoismus als böse zu empfinden, weil er nach und nach entdeckt, wie der Egoismus mit der Spiritualität zusammenhängt, wie gegensätzlich die beiden sind und dass es unmöglich ist, samt Egoismus Spiritualität zu erreichen.

Nachdem noch mehr Zeit vergangen ist, wird er von Oben auf solch eine Weise „ausgerüstet“, dass er sich fühlt, als ob er vor „Scham brennen würde“ und dass er sich nur an den Schöpfer anheften kann, wenn er seine ursprünglichen Eigenschaften ablegt. Dann beginnt seine Korrektur. Er ist bereit, ein Gefühl brennender Scham zu empfinden, um die Eigenschaft von Liebe und Geben anzunehmen!

Eine Frage, die ich erhalten habe: Auf der einen Seite wächst der Egoismus während der Vorbereitungsphase, bevor man aus Ägypten auszieht (den Machsom überschreitet). Aber auf der anderen Seite, muss man vollkommen rein sein, um den Machsom zu überschreiten! Man muss von grundlosem Hass zur Liebe kommen. Wie kann dies gleichzeitig geschehen? Führt der Prozess der Korrektur während der Vorbereitungsphase zu der Erkenntnis, dass man unfähig ist, zu lieben? Aber in diesem Fall wäre man in einer verzweifelten Lage. Wie sollte man aus dieser herauskommen? Wie kann jemand durch den Prozess der Reinigung gehen, der Trennung vom Egoismus?

Meine Antwort: Wenn die „ganze Welt“ die schlimmsten Taten einer Person offenbart, wird sein ganzer Egoismus zur Schau gestellt. Das beinhaltet auch den kollektiven Egoismus der Welt. Eine Person fühlt dann die ursprüngliche Sünde von Adam und enthüllt, wie sie davon loskommen kann – indem sie sich an den Schöpfer heftet.

Über Gut und Böse


Eine Frage, die ich erhielt: Wie erklären Sie die Tatsache, dass es während des Holocaust unter den Nationen der Welt Menschen gab, die ihr Leben gefährdeten, um Juden zu retten, manchmal sogar ihr eigenes Leben opferten? Wenn wir dies nicht vom Niveau unserer Welt aus betrachten, dann führen alle Menschen Instruktionen von Oben aus, einschließlich jedem, der sich am Holocaust beteiligte. Und wenn wir es vom Niveau unserer Welt aus betrachten, dann zeigt es, dass ihre Seele aus dem rechten Teil von Adam – Chesed (Barmherzigkeit) kam.

Meine Antwort: Dies hebt meine irdische Einstellung gegenüber solch einer Person nicht auf – meine freundliche Haltung und Dankbarkeit. Allerdings realisiere ich gleichzeitig, dass ich mich auf dem irdischen Level so mit ihm identifiziere und so handle, wohingegen er gnädig handelte, da er so von Oben initiiert war. „Gütigkeit erfolgt von Oben durch solche, die es verdienen und das Böse erfolgt durch solche, die es verdienen“ – ich respektiere jene, durch die der Schöpfer sichtbar Gutes für die Welt tut (statt verborgenes Gutes).

Eine Frage, die ich erhielt: In den Filmen gewinnt immer das Gute und alle Kämpfe werden mit dem Bösen ausgefochten – aber ist dies nicht nur der Wunsch zu empfangen?

Meine Antwort: Ja! Alles in unserer Welt ist egoistisch (der Wunsch zu empfangen), einschließlich der allerbesten Sachen!

MS

Homosexualität kommt vom Bruch der Seelen


Eine Frage, die ich erhielt: Jemand, der sich zu seinem eigenen Geschlecht angezogen fühlt aber nicht gemäß seines Verlangens handelt, ist zur (kabbalistischen) Gruppe gekommen und hat versucht, sich mit anderen zu vereinigen, seinen Wunsch nach Spiritualität über alle Störungen zu erheben und an der Verbreitung der Weisheit teilzunehmen.

Er entdeckte sehr bald, dass er nicht Teil der Gruppe sein kann, und dass er durch das Internet verbunden sein muss – das ist der Rat von Kabbalisten für diese besondere Situation. Meine Frage ist die folgende: Was sollte solch eine Person fühlen und in dieser Situation tun? Wie kann es sein, dass der Schöpfer ihn zur Gruppe brachte und jetzt schmeißt der Schöpfer ihn heraus? Muss diese Person verstehen, dass er mit einem Fehler in dieser Welt geboren wurde? Eine Gesellschaft, die danach strebt, sich über das Materielle zu erheben, sieht ihn als ungeeignet zur Verbindung, aber er hatte keine Wahl homosexuell zu sein. Hat ihn der Schöpffer nicht so erschaffen? Wie kann er seinen Freunden erklären, dass der Grund, warum er sich von der Gruppe zurückzieht, nicht ist, dass er sich nicht mehr interessiert, sondern weil etwas erledigt werden muss?

Meine Antwort: Es gibt keine Antwort auf diese Frage. Es ist unmöglich zu erklären, wie die Seelen, die während ihres Abstiegs von oben zerbrachen, verschiedene Kombinationen von Eigenschaften verursachten, als sie sich vermischten. Ein Mensch wird selbst herausfinden, wer er ist, während er die allgemeine Seele von Adam in ihm, und seinen Platz in ihr entdeckt. Alles wird durch die Korrektur der Seele korrigiert, aber sein Pfad der Korrektur ist momentan außerhalb der Gruppe.