Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Ein Volk, das aus einer Idee gewoben ist. Teil II

Andere Völker entstanden auf natürliche Weise aus Stämmen, die bestimmte Regionen der Erde bewohnten, auf der Grundlage eines gemeinsamen Territoriums, einer gemeinsamen Kultur, einer gemeinsamen Erziehung, einer gemeinsamen Sprache und später auch einer gemeinsamen Geschichte. Es entstanden große und kleine Völker, dann schlossen sie sich der einen oder anderen Religion und dem einen oder anderen Glauben an, und alles verlief seinen gewohnten Gang.

Das Volk Israel hingegen entstand auf seltsame Weise aus einer besonderen Organisation, aus einem beispiellosen sozialen Phänomen. Ein Mann namens Abraham „brachte“ der Menschheit eine einzigartige Idee, ein Ideal, eine Bestimmung ein, die sich auf die Rolle und das Leben der gesamten Menschheit bezog – und rief von überall her besondere Menschen zusammen, denen der Sinn des Lebens, der Lebenszweck, die Verbindung zur Höchsten Kraft und deren Offenbarung wichtig waren.

Anders ausgedrückt: Die Idee, die diesem Volk zugrunde lag, war sehr hoch, unnatürlich, sozusagen „nicht von dieser Welt“. Es ging nicht darum, sich irgendwo abgeschieden niederzulassen, die eigenen Grenzen zu bewachen, sich vor Nachbarn zu schützen und dergleichen.

Die Menschen wurden nicht durch grundlegende, materielle, ich würde sogar sagen, körperliche, „tierische“ Faktoren verbunden, nicht durch die gewöhnlichen Bedürfnisse des Körpers. Das Volk Israel organisierte sich um völlig andere Grundpfeiler, auf einer anderen Ebene, philosophisch und konzeptionell höher als alle anderen Völker.

Außerdem hatten diese Menschen keinen gemeinsamen Wohnsitz. Abraham sagte ihnen lediglich, dass die Zusammengehörigkeit um eine spirituelle Idee herum erfordere, „wie ein Mensch mit einem Herzen“ zu leben, in brüderlicher Liebe, um in ihrer Mitte den Schöpfer zu offenbaren, d. h. die Eigenschaft des Gebens und der Liebe – und deshalb liege ihr Platz auf der Erde gemäß diesen Prinzipien in Kanaan. Dorthin machten sie sich auf den Weg.

Auf diese Weise wurde das Land, in dem das Volk lebte, durch sein Ziel bestimmt, durch seine Übereinstimmung mit diesem Land in seinen Eigenschaften. Ein „künstliches“ Volk ließ sich an einem „künstlichen“ Ort nieder. Deshalb ist die Verbindung des Volkes Israel mit seinem Ort einzigartig: Solange die Menschen an der Idee der Einheit festhielten, lebten sie hier, und als das Volk aufhörte, den spirituellen Bedingungen der Vereinigung und der Nächstenliebe zu entsprechen, geriet es auch mit seinem Wohnort in Dissonanz, und dieser stieß es aus, warf es hinaus.

Nirgendwo sonst sind wir auf einen ähnlichen historischen Präzedenzfall gestoßen, dass ein bestimmtes Gebiet, d. h. die leblose Natur, auf diese Weise auf seine Bewohner reagiert.

Es gibt noch viele weitere „seltsame“ Phänomene, die mit diesem Volk verbunden sind. Ohne sein Wesen und seinen Ort zu kennen und zu spüren, können wir nicht verstehen, was mit ihm geschieht. Und doch dient die Geschichte selbst nur dazu, Zeit und Raum für sein Wirken im Rahmen einer besonderen historischen Mission zu schaffen.

Hier müssen wir verstehen, was Abraham seinen Anhängern gelehrt hat. Er erklärte ihnen, dass es einen Plan gibt, nach dem das Volk Israel verpflichtet ist, sich in der Zeit der Besserung wie ein einziger Mensch mit einem einzigen Herzen zu vereinen, um seine Höhe zu erreichen.

Anschließend muss er eine Spaltung durchlaufen, d. h. anstelle einer harmonischen Verbundenheit den gegenteiligen Zustand innerer seelischer Zerrissenheit und Zersplitterung offenbaren.

Dies wird sich in seinen Beziehungen zu seinen Nachbarn und zur Höchsten Kraft widerspiegeln, die alles ordnet. Dann, während der Zeit der Verbannung und der gegenseitigen Entfremdung, werden sich die Söhne Israels unter alle Völker zerstreuen und in deren Mitte eine besondere Vorbereitungsarbeit leisten.

Und dann werden sie sich wieder versammeln, wieder auf die Höhe der Einheit aufsteigen – und im Aufschwung die gesamte Menschheit zur Einheit führen. So wird die Geschichte enden, d. h. die allgemeine Korrektur der Menschheit, worin das Ziel der Schöpfung, das Ziel der Existenz der Menschheit im Zustand „dieser Welt“ besteht.

Der Geschichte ist eine Frist von sechstausend Jahren zugeteilt, beginnend mit dem Moment, als sich das Programm in dieser Welt erstmals einem Menschen namens Adam offenbarte, bis hin zum letzten Menschen, der die letzte Korrektur vornehmen und damit den historischen Schlusspunkt setzen wird.

Nun ist eine besondere Zeit angebrochen. Nach einem langen, zweitausendjährigen Exil können und müssen wir dem gesamten Volk Israel und der ganzen Welt offenbaren, was auf der Tagesordnung steht. Wir müssen allen sagen:

„Meine Herrschaften, eine schicksalhafte Zeit steht bevor, denn jetzt erhalten wir beide Zügel der Herrschaft in die Hand: „Plus“ und „Minus“ – zwei Naturkräfte. Sie sind für uns vorbereitet, und mit ihrer Hilfe müssen wir eine integrale Verbindung zwischen uns herstellen, die Gesellschaft zur Harmonie führen und die Stufe der Hingabe und Liebe erklimmen. Das liegt in unseren Händen. Beide Kräfte werden uns dabei helfen, und selbst die negative Kraft wird zu einer ‚Hilfe durch das Gegenteil‘ werden. Es wartet Arbeit auf uns. Lasst uns also an die Arbeit gehen.“

Mit diesem Aufruf müssen wir uns an die Welt, an uns selbst und an die Höhere Kraft wenden und dabei alle möglichen Mittel nutzen.

Denn wir haben die Freiheit erhalten, diese Wahl zu treffen, sowie ein Programm, einen Prozess mit einem „Drehbuch“, das bis zum „Happy End“, d. h. bis zur endgültigen Korrektur, ausgearbeitet ist. Und deshalb muss man die aktuelle Situation nur ausgehend von dieser Aufgabe, aus der Perspektive des „programmatischen“ Plans betrachten und verstehen, was dieser von uns verlangt.

Genau aus dieser Perspektive betrachte ich das, was heute in Israel geschieht – und nicht aus der Perspektive der Medien oder der Psychologie unserer Nachbarn. Welchen Sinn hat es, sich in die Feinheiten der israelischen und arabischen Mentalität zu vertiefen, wenn dieses ganze Bild höchst oberflächlich ist? Eine solche Analyse erlaubt es nicht einmal, die auflodernden Flammen zu löschen. Wir müssen die Tendenzen der Natur verstehen, die die aktuellen Prozesse in Gang setzt – und dann werden wir erfahren, wie das Problem tatsächlich gelöst werden kann.

(Aus dem 452. Gespräch über das neue Leben, 13.11.2014)

Das ist nämlich das Glück

Frage: Sie sprechen die ganze Zeit von guten Beziehungen, davon, dass die Menschen sich einander annähern sollen. Was wäre, wenn jeder sagen würde: „Ich habe ein Stück Lehm“. Wenn jeder sagen würde: „Ich habe auch eins, und ich auch. Lasst uns gemeinsam ein Haus für uns bauen.“ Würde das funktionieren oder nicht?

Antwort: Nein.

Frage: Würde das nicht funktionieren?

Antwort: Du musst verstehen, was diesem Stück Lehm fehlt. Es fehlt die innere Verbindung aller Stücke. Bei allen, bei allen. Und dann kehren wir in unserer Vereinigung der Herzen zu einem Zustand zurück, der „Adam“ genannt wird – dem Schöpfer ähnlich.

Frage: Worin war er Ihm ähnlich?

Antwort: Bevor er zerbrach und in Milliarden Teile zerfiel, war er ein Engel. Das heißt, er hatte eine absolut gute, absolut gerechte, richtige Absicht, die zusammen mit dem Schöpfer alles tat, was für ein vollkommenes Universum notwendig war.

Frage: War das für alle eine gemeinsame Absicht? Eine gemeinsame Seele? Kann man das so sagen? Waren alle Seelen zu einer einzigen Seele verschmolzen?

Antwort: Ja.

Frage: Sie sagen, dass es am Anfang so war, und dann zerbrach alles in Stücke, und die Stücke der Seele fielen, wie man sagt, in unsere Welt, in diese Welt. Muss man zu diesem Zustand zurückkehren?

Antwort: Ja. Man muss sich bewusst werden, dass man sich in einem zerbrochenen Zustand befindet und dass man zu einem vereinten Zustand zurückkehren muss. Das nennt man die „Lehmstücke zusammenfügen”, die jeder hat.

Frage: Was meinen Sie, wenn Sie „Lehmstücke zusammenfügen” sagen?

Antwort: Die Anhaftung, Verbindung, Vereinigung der Herzen.

Frage: Ist das das Material, aus dem wir das Glück formen sollen?

Antwort: Ja.

Frage: Wird es dann Glück geben?

Antwort: Dann wird es das geben, was der Schöpfer geplant hat.

Frage: Hat Er geplant, dass wir glücklich sind?

Antwort: Aber natürlich!

Frage: Was ist Ihrer Meinung nach Glück im Sinne des Schöpfers?

Antwort: Glück bedeutet für den Schöpfer, dass wir alle in einem gemeinsamen Wunsch, in einer gemeinsamen Handlung vereint sind, dass wir keine Trennung zwischen uns spüren. Dann nennen wir das, was wir empfinden, Glück. Das ist die Definition von Glück.

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Aus der TV-Sendung „Nachrichten mit Michael Laitman“

 

Wofür wir bürgen

Die Umsetzung der Bedingung „Glaube über dem Wissen“ muss in jedem von uns mithilfe einer Methode namens „gegenseitige Bürgschaft“ erfolgen.

Wir können uns nicht selbst erheben und korrigieren, aber wenn wir in einer Gruppe sind, kann jeder für den anderen bürgen.

Wir versprechen, dass wir unsere Freunde inspirieren, mit gutem Beispiel vorangehen und uns gegenseitig unterstützen werden, sodass jeder versteht, wie sehr er für andere verantwortlich ist, und sich dadurch auch selbst hilft.

Unsere Aufgabe ist zwar, uns selbst zu korrigieren, aber eigentlich führt das dazu, dass wir die ganze Welt korrigieren, und es gibt keinen Unterschied zwischen mir und der Welt, ich muss mich um alle kümmern.

Deshalb ist die gegenseitige Bürgschaft das Gesetz der Verbindung zwischen allen einzelnen Seelen zu einer einzigen Seele „Adam”.

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Aus Lektion Nr. 6 des Internationalen Kongresses „Wir erheben uns über uns selbst“

 

Stufen der Hingabe der Seele

Wir haben keine eigenen Kräfte, weder positive noch negative, weder eine rechte noch linke Linie. Wir erhalten alles von oben und müssen daher ständig mit der höheren Kraft in Verbindung bleiben. Alles was ich habe, kommt von ihr und ich muss mich an die Mittellinie halten, das heißt, ihr treu zu bleiben.

Das bedeutet, dass ich alles der höheren Kraft zuschreibe und von ihr beide Kräfte, die linke und die rechte, sowie die gesamte Wissenschaft und alle Ratschläge empfange, die es mir ermöglichen, diese beiden Kräfte zu vereinen, damit sie sich in mir vermischen und beginnen, aus mir einen Menschen, Adam, zu formen.

Wir empfangen vom Schöpfer die egoistische Kraft und die Absicht zu Geben sowie die Methode, die es uns ermöglicht, dass eine mit dem anderen zu verbinden und aus uns ein Ebenbild des Schöpfers zu formen, der „Mensch“ genannt wird- Adam.

Das Wichtigste dabei ist, sich zu annullieren, um Kräfte und Absichten aus der höchsten Quelle vom Schöpfer zu empfangen. Indem wir die Materie (den Wunsch zu genießen) mit der Form der Materie (die Absicht zu geben) verbinden, bilden wir aus dieser Kraft des Empfangens und der Kraft des Gebens die mittlere Linie, die um das Geben willen empfängt- den Menschen, den Adam.

In unserem Inneren wird es die Kraft des Empfangens geben, mit der der Schöpfer uns erschaffen hat und die er nach und nach stufenweise hinzufügt. Wir müssen dieser Materie die Form des Gebens verleihen, die wir ebenfalls vom Schöpfer erhalten.

Die richtige Arbeit besteht darin, den Schöpfer um beide Kräfte zu bitten: die Kraft des Empfangens und die Kraft des Gebens, indem wir die Zeit beschleunigen, was als „sie heiligen“ bezeichnet wird. Dann schreiten wir in der mittleren Linie voran, korrigieren uns und wenden uns an den Schöpfer, noch bevor Er sich an uns wendet.

Durch die richtige Kombination der beiden gegensätzlichen Kräfte: der Kraft des Gebens und der Kraft des Empfangens, ohne das eine davon überwiegt, sondern indem wir ihre optimale Kombination in der mittleren Linie schaffen, gestalten wir uns selbst in der Form des Gebens. Gemäß diesem angenommenen Bild nähern wir uns mit unseren inneren Eigenschaften immer mehr dem Schöpfer an, identifizieren uns mit Ihm und verbinden uns mit Ihm, gelangen zu einer Umarmung und Einheit, einer grenzenlosen Verschmelzung.

All dies geschieht dank der Hingabe der Seele, denn wir haben nicht das Gefühl, dass wir irgendetwas Persönliches besitzen das frei von der Macht des Schöpfers ist. Wir wollen uns unter seiner vollständigen Macht befinden, denn das ist die Wahrheit. Nur ist sie vor uns verborgen und wir streben danach, sie zu enthüllen.

Auf jeder erreichten Stufe entdecken wir, dass der Schöpfer über uns herrscht. Als Ergebnis unserer eigenen Bemühungen wird offenbart, dass der Schöpfer uns erfüllt und uns keinen Freiraum lässt. All dies ist das Ergebnis der Hingabe der Seele, in dem Maße, in dem ich als Mensch bezeichnet werde.

Um die richtige Beziehung zum Schöpfer herzustellen, die als Hingabe der Seele bezeichnet wird, müssen wir zunächst dieselben Übungen im Zehner in Bezug auf unsere Freunde durchführen.

Der Schöpfer hat dieses Labor für uns geschaffen, damit wir dies praktisch spüren und verwirklichen können, indem wir Unterstützung und kritische Bewertung von den Anderen dafür erhalten, wie wir auf dem Weg zur Hingabe der Seele vorankommen. Wenn ich sehe, was mir fehlt, um dem Zehner treu zu sein, kann ich verstehen, was mir für die Hingabe an den Schöpfer fehlt.

Es gibt verschiedene Stufen der Hingabe, die zu Stufen einer spirituellen Leiter werden. Das Erfassen des Schöpfers erfolgt in dem Maße der Hingabe der Seele, die wir ihm gegenüber erreichen konnten.

Wenn wir nach Hingabe der Seele streben, richtet sie uns richtig auf den Schöpfer aus und gibt uns eine genaue Richtung vor, wie der Polarstern oder die Kompassnadel, die immer nach Norden zeigt, wohin wir uns immer bewegen müssen und woran wir uns überprüfen müssen.

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Aus dem Unterricht zum Thema „Liebe bedeckt alle Sünden“

 

Ein Fest zu Ehren der ersten Ähnlichkeit, der Form mit dem Licht

Aus dem Artikel von Rabash: „Die Verpflichtung, über den Auszug aus Ägypten zu berichten“. Das Buch Sohar erklärt, warum man nicht das ganze Jahr über Matza isst, sondern nur während des Pessach-Festes. Es vergleicht dies mit der Geschichte eines Königs, der einen seiner Untertanen zum Minister ernannte und ihn an diesem Tag in prächtige Kleider kleidete. 

Nachdem der Tag vorüber war, zog der Untertan die schönen Kleider wieder aus und trug sie nur an dem Tag als Zeichen der Festlichkeit, an dem er zum Minister ernannt wurde. Deshalb feiern wir jedes Jahr diesen Tag, kleiden uns festlich und essen genau an Pessach Matza, um an den Auszug aus Ägypten zu erinnern.

Jede spirituelle Wurzel hat einen materiellen Zweig. Das ganze Universum ist ein einziges Verlangen nach Genuss —ein „Etwas aus Nichts“ — ohne das nichts erschaffen wurde. Das Licht wirkt auf die Materie ein und formt sie mit ihrer Natur.  

Nur durch diese Prägung, die vier Stufen von HaWaYaH, können wir das Licht erkennen. Wenn es uns gelingt, die entsprechenden Veränderungen in unserem Verlangen vorzunehmen, können wir das Licht erlangen, das die Materie erschaffen und ihren Abdruck darin hinterlassen hat.

Ein wichtiger Schritt zum Erkennen des Lichts ist die Loslösung der egoistischen Kräfte, den sogenannten Klipot (Hüllen). Dadurch können wir uns von unserer ursprünglichen Natur, die „aus dem Nichts“ erschaffen wurde, trennen und beginnen, die Prägung des Lichts in unserem Verlangen zu erkennen. Wir verstehen dann, wer das Licht ist, was es bewirkt und wie alles erschaffen wurde — lange bevor diese Welt und der Mensch darin entstanden sind.

Das bedeutet, wir steigen zu unserer spirituellen Wurzel auf. Dabei erkennen wir, dass im Plan der Schöpfung und im Einfluss des Lichts auf das Verlangen ein besonderer Punkt existiert, der „Auszug aus Ägypten“ genannt wird. Das Verlangen hört auf, nur sich selbst zu fühlen; es verlässt seine innere Natur, um auch das Licht und seine Quelle zu spüren.

Von diesem Moment an entsteht eine wechselseitige Verbindung zwischen dem Verlangen und dem Licht, ähnlich wie bei Partnern, die gemeinsam handeln. Die höhere Wurzel, die es uns ermöglicht, zu ihr aufzusteigen und mit ihr zusammenzuarbeiten, ist von großer Bedeutung. Von ihr beginnt der Mensch, als „Adam“ bezeichnet, das Abbild des Schöpfers (Dome) zu werden. Es ist wie eine Geburt, weshalb der Auszug aus Ägypten als spirituelle Geburt jeder einzelnen Seele gefeiert wird.

Aus diesem Grund feiern wir diesen Zustand.

Es gibt eine Entsprechung zwischen der spirituellen Wurzel und dem materiellen Zweig, dargestellt durch die Kategorien „Welt, Jahr, Seele“. Unsere Welt ist eine Projektion der spirituellen Welt, darum hat jede spirituelle Handlung oder jedes Ereignis eine materielle Erscheinung in unserer Welt.  Deshalb feiern wir in den Zweigen den gesamten spirituellen Prozess, den wir durchlaufen –  den Jahreszyklus.  

In allen unseren Traditionen gibt es materielle Manifestationen, der spirituellen Handlung, die wir erreichen und vollziehen möchten. Der Auszug aus dem Verlangen nach Genuss sowie das Erreichen der ersten Ähnlichkeit der Form mit dem Licht, also die spirituelle Geburt, werden als „Auszug aus Ägypten“ bezeichnet. Deshalb gilt dieser Monat als der erste Monat- der Beginn der spirituellen Entwicklung des Menschen.

Natürlich entwickeln wir uns schon seit vielen Jahren weiter, bis wir das Gefühl dafür bekommen , was Ägypten genannt wird und wie unerträglich es ist, darin zu bleiben. Ein solcher Zustand ist schwer zu erreichen, denn dazu muss man sich immer mehr unter Druck setzen, immer unangenehmer, sich unfahig fühlen, sich selbst zu kontrollieren und sklavisch von seiner egoistischen Natur abhängig zu sein.

Hierbei hilft uns das irdische Leben. Dieser materielle Zustand, in dem wir vollständig der Macht des Verlangens zu Empfangen unterworfen sind und kein Verhältnis zum Licht haben, vermag uns ein Gefühl für diese Zustände zu vermitteln. Es scheint uns, als lebten wir in der materiellen Welt-  auf der höchsten Stufe der Empfindung, die im Verlangen entfaltet wird.

Deshalb können wir durch das Materielle unsere Lebensweise so gestalten, dass wir die Ehre erlangen, daraus auszusteigen und das spirituelle Leben zu spüren.

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Aus dem Unterricht zum Artikel von Rabash.

 

Pessach: Ein Mensch werden

Frage: Pessach symbolisiert, den Austritt jedes Einzelnen aus einem tierischen Zustand. Alles beginnt mit dem Versprechen des Schöpfers an Abraham, das Land Israel zu erben. Das Land Israel ist Erez Israel, das Streben nach dem Schöpfer. Bedeutet das, dass es von Anfang an in der Natur des Menschen vorgesehen ist, diese Eigenschaft zu erreichen?

Antwort: Im Wesentlichen ja. Am Ende unserer Entwicklung werden alle Menschen auf der Erde die Eigenschaft „Mensch“ erreichen, d.h. die Ähnlichkeit mit dem Schöpfer.

Frage: Was bedeutet es aus der Sicht der Kabbala „ein Mensch zu werden“? Welche Stufe wird da beschrieben?

Antwort: „Mensch“ – im Hebräischen „Adam“, leitet sich von dem Wort „dome“ ab, was „ähnlich dem Schöpfer“ oder „nach Gottes Ebenbild“ bedeutet.

Was bedeutet „nach Gottes Ebenbild“? Da alle Eigenschaften des Schöpfers, seine Einstellung zu allem, was er geschaffen hat, Liebe, Hingabe sind, wird der Mensch, wenn er diese Eigenschaften erwirbt, dem Schöpfer ähnlich und wird Mensch genannt. Bevor er diese Eigenschaften erlangt, wird er als tierisch betrachtet.

Mit anderen Worten, solange ein Mensch in seinen natürlichen egoistischen Eigenschaften verharrt und sich nur um sich selbst kümmert, befindet er sich im „tierischen Zustand“. Sobald er sich um andere kümmert und die altruistischen Eigenschaften des Schöpfers in sich entwickelt, erreicht er den Zustand „Mensch“.

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Aus der Fernsehsendung „Spirituelle Zustände“

 

           

Zwei Linien: der innere Widerspruch

Die beste Art, sich an den Schöpfer zu wenden ist, wenn Er dir nahe ist. Nah bedeutet, wenn man das Gefühl hat, dass man mit Ihm in Kontakt treten kann. Aber wenn man in Kontakt mit Ihm ist, worum kann man dann bitten? Man kann nicht mehr um etwas bitten, als um Anhaftung an Ihn. Hier hat man einen inneren Widerspruch und wie immer gehen wir auf zwei Linien: die Rechte und die Linke.

Auf der einen Seite fühlt man, dass der Schöpfer einem nahe ist, wie könnte man sich sonst an Ihn wenden? Er muss in irgendeiner Weise auf einen ausgerichtet sein und umgekehrt. Auf der anderen Seite muss man das Gefühl haben, dass man weit von ihm entfernt ist.

Im Prinzip gibt es hier kein Problem. Man erfasst den Schöpfer immer auf zwei Arten. Einerseits ist er uns nahe und man sollte ihn als lenkend akzeptieren und spüren. Andererseits soll man Ihn als entfernt empfinden, da man seinen Eigenschaften noch nicht angeglichen ist.

Es ist wie bei einem Kind und einer Mutter. Einerseits mag sich ein Kind seiner Mutter sehr nahe fühlen, andererseits würde es, wenn es intelligent wäre, erkennen, dass der Unterschied zwischen ihm und seiner Mutter enorm ist, denn in den Händen seiner Mutter hat es alles und in seinen Händen hat es nichts. Indem es die Mutter, ihre Fähigkeiten und seine eigenen versteht, kann es alles von ihr verlangen – das sind richtigen Zustände, natürlich nicht auf der tierischen Stufe, sondern auf der Stufe „Mensch“, die man mit dem Schöpfer aufbauen muss.

Diese einzige Kraft in der Welt wird alles tun, worum man bittet, wenn die Bitten auf die Entwicklung gerichtet sind, auf eine größere Angleichung, denn die Absicht des Schöpfers ist es, den Menschen zum Menschen zu machen, zu einem Adam, wie Er.

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Aus dem Unterricht „Die Hinwendung an den Schöpfer“

Zeichen für die Wahrheit des Weges

Frage: Woran kann man erkennen, dass man sich auf dem wahren Weg befindet?

Antwort: Ein Mensch kann sich sicher sein, auf dem Weg der Wahrheit zu sein, wenn er die Bedingungen erfüllt, die von den Kabbalisten über Jahrhunderte hinweg klar definiert wurden. Diese Prinzipien stammen von Adam, dem ersten Menschen, der den Schöpfer erlangte. Sein Name bedeutet „ähnlich“, da er der erste Mensch war, der die Ähnlichkeit der Form mit dem Schöpfer erreichte. Von ihm leitet sich die kabbalistische Methode ab, den Schöpfer zu offenbaren.

Der Schlüssel zur Selbsteinschätzung der eigenen Entwicklung liegt nicht in den eigenen Empfindungen oder Gedanken, selbst wenn sie als absolut richtig erscheinen. Viele Menschen glauben, sie seien auf dem spirituellen Weg und hätten ein Verständnis für die höhere Welt erlangt. Es ist allein kein Beweis für die wahre Erkenntnis. Der Nachweis muss sich vor allem auf die Realität unserer Welt stützen.

Deshalb ist regelmäßiges Lernen, idealerweise in einer Gruppe, unerlässlich. Sollte es keine physische Gruppe geben, ist die Teilnahme an einer virtuellen Gemeinschaft von großer Bedeutung. Unsere täglichen Lektionen sind sorgfältig strukturiert und das Auslassen von Unterrichtseinheiten kann wertvolles Wissen kosten, auch wenn man denkt: „Heute habe ich alles verstanden, obwohl ich einige Wochen nicht im Unterricht war. Es bedeutet nicht, dass man durch die versäumte Zeit trotzdem alles richtig erfasst hat, selbst wenn man heute alles nachvollziehen kann. Die systematische Übung in der Gemeinschaft ist daher von zentraler Bedeutung.

Zusätzlich sollten wir die Verbreitung und andere unterstützende Tätigkeiten in Betracht ziehen. Auch wenn nicht jeder die Möglichkeit hat, zu schreiben, kann jeder das Internet nutzen, um unsere Materialien zu verbreiten. Es ist eine wertvolle Erfahrung, dies auszuprobieren.

Es ist entscheidend, mit der Verbreitungsorganisation und dem Weltkli verbunden zu bleiben, sonst kann falsche Verbreitung schädlich sein. Ohne diese Verbindung ist es unmöglich, voranzukommen. Menschen, die sich von der Gemeinschaft abkapseln, verlängern ihren Weg erheblich. Mit der fortschreitenden Entwicklung der Menschheit und dem technischen Fortschritt wird die Bedeutung von Teamarbeit immer größer.

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Aus einer Lektion zum Thema „Arbeit im Verborgenen”

Verschiedene Seelenstufen

Bemerkung: Es gibt verschiedene Seelen, d.h. solche, die vom Schöpfer erweckt werden und andere erwecken müssen und solche die durch uns erweckt werden müssen. Ich glaube, dass diese Gruppe mit denen übereinstimmt, die zu Abraham ins alte Babylon kamen und dann zum Volk Israel wurden.

Antwort: Am Besten befasst man sich nicht damit man wird es sowieso nicht verstehen. Man erfasst nicht diese Seelen auf der Stufe, auf der sie waren. Es ist sinnlos, irgendetwas zu vermuten, man wird sich nur mit völlig falschen Schlussfolgerungen verwirren.

Es hat nichts mit diesen Seelen zu tun. Sie haben ihre Arbeit erfüllt und setzen ihre Korrektur auf anderen Stufen fort. Die Seelen befinden sich auf allen Stufen der spirituellen Welt, aber nur die, die noch nicht zur Korrektur gekommen sind bleiben in unserer Welt.

Einst waren wir alle Teile der gemeinsamen Seele von Adam, dann fielen wir auf die Stufe unserer Welt, heute beginnen wir unseren Aufstieg. Wir sind nicht mit den Seelen aus der Zeit von Abraham zu verwechseln, auch nicht mit anderen. Eines Tages wird sich dies in der praktischen Arbeit offenbaren, nicht durch eure Erfindungen.

Wenn man eine Anregung von oben erhält, muss man wissen, was man damit tun soll: sich miteinander verbinden, das höhere Licht anziehen, usw. Je mehr man sich einander annähert, desto aktiver werden sich neue Eigenschaften offenbaren.

In diesen Eigenschaften beginnt man neue Zustände zu begreifen, bis hin zu jenen höheren Zuständen, in denen sich die Seelen von Abraham, Terax und so weiter, befanden oder befinden. Dies sind sehr hohe Stufen.

[330886]

Aus dem Unterricht über „Bürgschaft“

Was bedeutet Glaube über dem Verstand?

Was bedeutet Glaube über dem Verstand? Warum müssen wir unseren Verstand und unsere Gefühle abschaffen, um in die spirituelle Welt zu gelangen, was bekommen wir stattdessen? Das ist eine berechtigte Frage, denn der Mensch beginnt zu spüren, dass er sich verändern und in etwas anderes verwandeln muss.

Wenn wir unseren irdischen Verstand und erst recht unser egoistisches Herz in der spirituellen Welt nicht verwenden können, was bleibt uns dann noch? Wie können wir ein Kli aufbauen, um die höhere Welt, den Schöpfer zu fühlen; wie können wir einen neuen Verstand und neue Gefühle auf einer höheren Stufe entwickeln?

Wir sehen, wie sehr sich die menschlichen, tierischen, pflanzlichen und unbelebten Stufen auch in dieser Welt voneinander unterscheiden. Jede Entwicklungsstufe ist durch ihren eigenen Verstand, Gefühle, Form, Verhalten und Bewegungsfreiheit gekennzeichnet. Je entwickelter ein Lebewesen ist, desto größer sind sein Verstand, seine Gefühle und seine Fähigkeit, sich mit seiner Umgebung zu verbinden. Wenn wir in die Spiritualität eintreten, betreten wir eine neue Umgebung, ein Kraftfeld des Gebens und nicht des Empfangens.

Es gibt vier Arten von empfangenden Kräften, die sich in unserer Welt offenbaren. Es sind drei Stufen: die unbelebte, pflanzliche und tierische Stufe sowie der Mensch. Er ist die Übergangsstufe zur nächsten Stufe der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Stufe der spirituellen Welt. Adam, der Mensch der höheren Welt, befindet sich bereits in einem Zustand der Verschmelzung mit dem Schöpfer.

Es stellt sich heraus, dass wir uns von einer Welt in eine andere bewegen. Um das zu erreichen müssen wir unseren bisherigen Verstand und unsere Gefühle verlassen. Das bedeutet jedoch nicht, dass wir ohne Verstand und Herz dastehen werden – wir erhalten einen neuen Verstand, neue Gefühle- spirituelle, die auf den Kräften des Gebens, Bina, aufgebaut sind. Bina ist eine Kombination aus dem Wunsch zu empfangen, der von unten kommt und dem höheren Licht, das von oben kommt. Zusammen bilden sie eine neue Form namens Bina, die auf dem halben Weg zwischen Keter und Malchut liegt.

Auf diese Weise bilden wir eine neue Wahrnehmung, die als Glaube (die Stufe von Bina) bezeichnet wird und über dem Wissen, d.h. über unserem Egoismus und dem Willen zu empfangen steht. Wir bauen diesen neuen Verstand und dieses neue Gefühl durch alle möglichen Formen der Verbindung zwischen uns auf. Darin besteht „Der Mensch helfe seinem Nächsten“. Wenn wir unseren Egoismus gegenüber dem anderen aufheben, offenbaren wir diese Stufe des Glaubens, d.h. das Geben an den anderen über dem Wissen, über der egoistischen Wahrnehmung unseres „Ich“.

In diesem Bestreben muss ich letzten Endes jeden außer mir spüren. Es ist, als ob mein „Ich“ nicht existieren würde; vielmehr existieren alle anderen außer mir. Dann werde ich in diesen anderen die Höhere Kraft, den Schöpfer spüren.

Die höhere Kraft offenbart sich ausschließlich in der Verbindung, in einem Kli. Diese Arbeit beginnt mit scheinbar einfachen, mechanischen Handlungen, mit virtueller Kommunikation. Dadurch drücken wir unseren Wunsch aus, uns über unseren gegenwärtigen Verstand und unsere Gefühle zu erheben und einen gemeinsamen Verstand und gemeinsame Gefühle zu entwickeln, damit sich der Schöpfer in uns offenbart, wie es heißt: „Der Schöpfer wohnt in seinem Volk“, in all jenen, die sich in einem Bestreben nach Ihm verbinden.

Aus dem Unterricht zum Thema „Glaube über dem Verstand“

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