Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Abstieg'

Der Gipfel des Begreifens liegt in der Unendlichkeit

Der Schöpfer ist im Begriff „Eins“ (hebr. Echad) eingeschlossen, wie geschrieben steht: „Eins, Einheitlich und Einzig“. Auf diese Art wird Er uns offenbart. Wenn die Kabbalisten das Licht der Unendlichkeit begreifen, den höchsten Punkt, den man überhaupt begreifen kann, dann offenbaren sie nur einen Begriff, in den alles und ohne jeden Unterschied eingeschlossen ist. Und die Welt der Unendlichkeit ist jener höchste Punkt, der überhaupt erreicht werden kann.

Von Anfang an war alles in diesem einen Begriff enthalten: die gesamte Schöpfung als ein Geschöpf. Um den Geschöpfen die Empfindung ihrer Existenz, der Vollkommenheit und des Begreifens zu geben, wurde dieser Zustand der Einheit in eine Menge abgesonderter und ihm entgegengesetzter Begriffe aufgeteilt.

Auf diese Weise geschieht der stufenweise Abstieg aus der Welt der Unendlichkeit bis in unsere Welt durch die 5 Welten (Adam Kadmon, Azilut, Brija, Jezira, Assija). Innerhalb dieser Welten wird eine Menge Veränderungen realisiert. Dann wird die Stufe unserer Welt erreicht, auf der wir vollständig von der Vollkommenheit abgetrennt sind, sowie uns der Abwesenheit des vollkommenen Zustandes nicht mehr bewusst sind.

Aber gerade aus diesem Zustand heraus beginnen wir, die Vereinigung zu erreichen und die Einheit, den „Einzigen“ zu begreifen. Dank unserer Bemühungen, unsere eigene Weltempfindung und die Wahrnehmung der Realität in den fünf Sinnesorganen zu korrigieren, können wir alles mit dem Einem, dem Einzigen in Verbindung bringen.

Somit haben wir keine andere Arbeit, außer alles zusammen in dem einem Begriff zu verbinden. Jeder einzelne Mensch fokussiert seine Wahrnehmung der Welt auf den „Einen“, und alle Menschen vereinigen ihre Wahrnehmungen, so dass alles in dem „Einzigen“ zusammengeführt wird. Und hauptsächlich wird diese Arbeit in der Gruppe – infolge der Bemühungen vieler Menschen durchgeführt, die den Begriff des „Einzigen“ über alle Unterschiede aufrechterhalten wollen.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel aus dem Buch „Schamati“, 27.11.2011

Geduld ist die wichtigste Eigenschaft

Geduld ist die wichtigste Eigenschaft, die für das spirituelle Vorankommen notwendig ist. Ebenso sind die Widerstandskraft und die Überzeugung für den Erfolg notwendig. Geduldig zu sein bedeutet die Bereitschaft, alle Stufen der Entwicklung auf meinem spirituellen Weg durchzugehen, ohne Rücksicht auf meine heutigen egoistischen Gefühle und Vernunft.

Ich orientiere mich auf meinem Weg an den erteilten Hinweisen der größten Kabbalisten, die diesen Weg gegangen sind. Und ich folge diesen Hinweisen und versuche, sie zu realisieren.

Es ist keine Erniedrigung, wie es vielleicht dem Aussenstehenden erscheinen mag. Im Gegenteil, ich habe die Absicht, alles auf diese Weise in der Empfindung und in der Vernunft auf jeder Etappe des Weges zu begreifen.

Ich verstehe, dass ich aus der Entfernung die Nähe erreichen soll. Nach diesen zwei Zuständen bekomme ich einen höheren Zustand, die neue Empfindung und das neue Verständnis. Auf diese Weise steige ich auf. Das Ergebnis dieser Schwingungen nach vorne und rückwärts ist die Klärung, welche ich im Gefühl und in der Vernunft mache. Dadurch erreiche ich den neuen Zustand.

Der Prozess, den ich durchlebe, ist immer die Bekämpfung meiner Selbstsucht. Wenn ich mich entfremde, dann empfinde ich die Dunkelheit und den Abstieg. Gerade hier soll ich den Stolz heranziehen und sagen, dass ich mich gerade deshalb so fremd fühle, weil ich die Unabhängigkeit bekommen habe. Wenn es mir schlecht geht und ich verwirrt bin, dann ist dies ein Zeichen dafür, dass ich einen neuen Wunsch erwerben werde.

Und dann beginne ich, mit diesem neuen Wunsch zu arbeiten und mich dem Schöpfer anzunähern. Diesen Abstand, die Entfernung und die Verwirrung in der Dunkelheit beginne ich mit dem Licht und dem Verständnis zu füllen. Ich mache neue Erfahrungen, erhebe mich über den Egoismus und erreiche die neue Stufe.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel aus dem Buch „Shamati“, 29.08.2011

Wir leben in einer Welt, die noch nicht existiert!

Alle höheren Welten, das Zerbrechen und der Abstieg von oben nach unten bis zu dieser Welt, und dann die Entwicklung in dieser Welt bis zu unserer Zeit, das alles darf man noch nicht als die Schöpfung bezeichnen! Erst jetzt, wenn wir endlich beginnen, selbst etwas zu offenbaren und zu unserer vorherigen Entwicklung aktiv beizutragen, dann kann man sagen, dass wir uns dem Anfang der Schöpfung annähern. Jene Stufen, die wir jetzt beginnen zu realisieren, verwandeln sich in eine reale Wirklichkeit.

Und alles, was davor war, die vier Stadien des direkten Lichtes, Malchut der Welt der Unendlichkeit, die ganze Ausbreitung der Welten bis zu unserer Welt, die Geburt unseres Universums, der Erdkugel und der Menschheit mit ihrer ganzen Geschichte bis zum heutigen Tag, das alles gleicht dem Korn, innerhalb dessen das ganze Programm, der ganze Prozess im Potential eingeschlossen ist. Denn keiner von uns hat seine Freiheit des Willens realisiert! Es gibt noch keine Schöpfung! Denn keiner hat bis jetzt etwas aus eigenem Wunsch gemacht, keiner hat seinen freien Willen realisiert – in der Entfernung vom Schöpfer.

Nur ab heute und weiter fängt dieser besondere Prozess an. Und davor kam alles von Oben. Und wenn irgendwelche Handlungen, wie die Schirme, die Berechnungen, beschrieben werden, dann geschieht das alles im Hinblick auf die Zukunft. Außerdem erzählen darüber die Menschen, die es von unten nach oben begriffen haben. Von oben nach unten realisiert sich das höhere Programm, da gibt es keinen freien Willen, das ist alles.

Auszug aus dem Unterricht nach „Talmud Eser HaSefirot“, 01.09.2011

Wer von uns befindet sich also in einem Abstieg?

Frage: Wie kann ich einen Freund rechtfertigen, der sich in einem Abstieg befindet und die richtige Absicht verloren hat?

Meine Antwort: Die Frage sollte anders gestellt werden: Wie kann ich mich selbst rechtfertigen, wenn ich glaube, dass mein Freund die Absicht verloren hat?

Man sollte sich auf zweierlei Art demgegenüber verhalten. In den äußeren, praktischen Handlungen muss ich ihm helfen. Und in meinem Inneren muss ich ihn rechtfertigen und glauben, dass ich an seiner Stelle noch tiefer gefallen wäre.

Und noch tiefer in meinem Inneren sage ich mir, dass ich ihn absteigen sehe, nur weil der Schöpfer mich ihn so sehen lässt. Und das alles geschieht nur, damit ich mich über diesen Gedanken erheben und glauben kann, dass er sich bereits in der Endkorrektur befindet und ich derjenige bin, der unkorrigiert ist, wenn ich ihn absteigen sehe. Wie geschrieben steht: „Jeder urteilt aus den eigenen Mängeln heraus“.

Das Wichtigste ist, zu verstehen, dass wir uns in einer Art Kristallgitter, in einem Kraftfeld des Schöpfers befinden, der unsere ganzen Zustände steuert. Und deshalb solltest du den Freund als einen Vertreter des Schöpfers betrachten, der eine Seiner Einstellungen dir gegenüber zeigt. Genauso muss du die ganze Gruppe und sogar die ganze Welt und dich selbst sehen.

Du hast einen Platz bekommen, den du permanent in Ordnung halten und den du zum korrigierten Endzustand bringen sollst. Du musst deine Sichtweise so korrigieren, dass du die gesamte Welt am Ende der Korrektur (Gmar Tikun) sehen kannst – dadurch wirst du auch deine eigene Endkorrektur erreichen.

Denn in der Spiritualität finden keine Veränderungen statt, du befindest dich auch jetzt in einem absolut vollkommenen Zustand. Warum siehst du denn dessen direktes Gegenteil – diese verdorbene Welt und alle in einem unkorrigierten Zustand?

Doch wenn du die Korrekturmethode in der Welt verbreitest und dich danach sehnst, die Korrektur zusammen mit allen anderen, soweit es nur möglich ist, zu erreichen, wirst du dadurch dich selbst korrigieren und diese Teile, die dir als äußerlich erscheinen, in die inneren verwandeln können.

Wenn du beten wirst, wirst du über dich selbst urteilen und dich verändern wollen. Und letztendlich kommst du zu einem Zustand, in dem sich alles zu einem Ganzen vereint, und in diesen vereinten Teilen wird sich das Höhere Licht enthüllen. Und dann wird das Äußere dem Inneren gleich sein.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 17.07.2011

Wenn die Quelle zu einem Fluss wird

Morgenunterricht aus Moskau

Frage: Worauf müssen wir uns mehr konzentrieren – auf die äußere Verbreitung oder die innere Verbindung?

Meine Antwort: In erster Linie auf die Verbreitung für die Massen, damit möglichst viele Menschen erfahren, dass die Krise überwunden werden kann und dass es in Wirklichkeit keine Krise ist. Genauso war für Rabbi Shimon der Abstieg vor dem entscheidenden Aufstieg in Wirklichkeit ein schöner, wünschenswerter Zustand.

Die Krise ist zu unserem Vorteil da. Wenn wir sie richtig nutzen, können wir leicht und ohne Sorgen zum bestmöglichen Zustand gelangen.

Kürzlich wurde ich gefragt: „Wodurch kann das menschliche Verlangen nach Mehr, als für ein normales Leben nötig ist, ersetzt werden?“ Das ist im Grunde das, was wir den Menschen zu erklären haben.

Die Krise ist wirklich zu unserem Vorteil da. Wir kommen so oder so untereinander zum Gleichgewicht, zum Gleichgewicht mit der Natur. Wir können dem nicht entgehen: entweder kommt ihre Matrix auf uns zu, reißt uns mit viel Kraft in Stücke und verbindet uns wieder neu zu einem „Gemenge“, zu einer gemeinsamen „Teigmasse“, oder wir streben aus eigenem Verlangen danach, uns zu ändern und zu verbinden.. Der Unterschied ist sehr groß.

Wenn wir diese Bewegung richtig verstehen, dann ist die Krise für uns von Vorteil. Das tragische Leben, das uns und unseren Kindern droht, können wir in einen schönen Aufstieg verwandeln. Und das muss möglichst vielen Menschen erklärt werden.

Solange die Kabbala sich wie ein „kleiner Bach“ vom Lehrer zum Schüler verbreitete, waren ein paar Menschen und ein hoher Wissensstand ausreichend, damit der „kleine Bach“ möglichst klar und deutlich weitergegeben werden konnte. Doch nun ist aus dem Bach ein breiter Strom geworden, der die ganze Menschheit mitreißt. Es kommt eine globale, integrierte Krise, und es geht nicht mehr um die Kunst des Unterrichtens, nicht um die Feinheiten, sondern um die Breite und Zugänglichkeit.

Für diese Zwecke schrieb Baal HaSulam solche Artikel wie „Gabe der Tora“, „Bürgschaft“ und „Freier Wille“, die die ersten Informationen, die richtig erklärt wurden und ein möglichst breites Publikum angesprochen haben, enthalten.

In unserer Zeit liegt die gemeinsame Stärke der Korrektur gerade in den Massen, in den riesigen Massen. Dank uns verstehen sie, was los ist, mit viel Liebe erleichtern wir ihnen das Leben, und als Reaktion darauf werden sie auch uns voranbringen. In diesem Zusammenhang steht geschrieben, dass die Völker der Welt uns zum Tempel des Schöpfers tragen, d.h. uns aufsteigen lassen. Genau aufgrund der Tatsache, dass wir die Methode an sie weitergeben, lassen sie uns aufsteigen.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 14.06.2011

Eine Brücke in die spirituelle Welt

Frage: Gibt es besondere spirituelle Hindernisse, die bei der Vorbereitung auf solche großen Vereinigungen wie Kongresse im Voraus beachtet werden sollten?

Meine Antwort: Ganz gewiss! Ihr werdet euch in einer riesigen Menschenansammlung befinden – und werdet Auf- und Abstiege durchlaufen. Ihr werdet regelrecht angewidert von allen diesen Gesichtern, die euch umgeben, von dieser ganzen Versammlung.

Ihr werdet keine Lust haben, euch die Lektionen anzuhören. Alles wird euch dumm, unverständlich, unvernünftig und nicht ernsthaft vorkommen. Euch wird gar nicht danach sein, ihr werdet glauben, dass es in der Welt größere ernsthaftere Sachen gibt und wir hier so viel Zeit, so viele Mittel und Kräfte vergeuden.

Diese ganze Versammlung wird euch absichtlich immer sinnloser vorkommen. Euch wird eine Unmenge an negativen Gedanken durch den Kopf gehen. Und das ist sehr gut! Weil ihr gerade dann „über ihnen“ eine Brücke für die Verbindung mit allen Anwesenden schlagen könnt, allen Hindernissen zum Trotz.

Lasst euch nicht von Hindernissen unterkriegen, denkt daran, dass sie mit Absicht in euch entstehen, genau zu dieser Zeit. Und dann gewinnen eure Anstrengungen an Stärke, weil sie gegen diese Hindernisse gerichtet sind und von diesen Hindernissen ausgelöst werden. Darüber steht sehr viel in den kabbalistischen Büchern geschrieben.

Deshalb bereitet euch darauf vor, dass ihr sehr große Hindernisse haben werdet, und freut euch, wenn sie auftauchen! Das bedeutet, dass ihr euch über sie erheben und eine ernsthafte Verbindung mit der Umgebung durch den Austritt aus sich selbst, aus dem eigenen Egoismus erlangen könnt. Und letztendlich bedeutet das, dass nur noch einige solche Anstrengungen fehlen, bis die erste höhere Stufe deutlich zum Vorschein kommt.

Auszug aus dem virtuellen Unterricht, 29.05.2011

Der Schüler wie der Lehrer

Baal HaSulam, 10. Brief: „Wenn ein Schüler ins Exil geht, wird sein Lehrer mit ihm verbannt.“ Aber wie können die egoistischen Ansprüche, die den Studenten bei seinem Studium überwältigen und so stark an ihm arbeiten, dass er vom spirituellen Weg abkommt – trotz seiner Verbindung mit dem authentischen Kabbalalehrer?

Das passiert alles aufgrund der Tatsache, dass der Schüler während es Abstiegs denkt, dass sich sein Lehrer auch im Abstieg befindet. Und es ist wirklich so, da er vom Lehrer nur in dem Maße Hilfe empfangen kann, wie er die Größe seines Lehrers bemisst.

Deswegen ist sein Lehrer in diesem Moment erniedrigt und schwach, so wie der Schüler ihn sieht – und das bedeutet, dass der Lehrer zusammen mit dem Schüler fällt. Das Ägyptische Exil beginnt mit „ein neuer König erhebt sich über Ägypten, der Josef nicht kennt“ – eine neue Kraft im Verstand von jedem, der von seiner vorherigen Stufe fällt (und sein Lehrer tut das mit ihm).

Deswegen, „kennen“ sie „Josef (den Gerechten)“ nicht und stellen ihn sich genauso wie sich selbst vor. Und das ist der Anfang des Bundes; denn der gerechte Mann würde sie ansonsten vor Sklaverei und Exil beschützen.

Dieser Abschnitt beschreibt keine historischen Vorgänge, sondern vielmehr einen Menschen, der seine „spirituelle Geschichte“ genau jetzt lebt. Seit dem Moment, in dem sein Herz beginnt, nach dem Sinn des Lebens zu suchen, wird er an einen Ort geführt, an dem er spirituell wachsen kann und den Sinn seines Lebens versteht, sein Geheimnis enthüllt, d.h. dass er eine kabbalistische Gruppe und einen Lehrer findet.

Und dann hängt alles davon ab, wie sehr er schätzt, was er empfängt: die Gruppe, kabbalistische Texte und den Lehrer. Und sein „Ägyptischer Bund“, das Exil, durch sein Ego enthüllt, beginnt mit der Ablehnung seines Lehrers.

Am Ende weist der Lehrer ihm den Weg. Wäre es nicht so, würde ein Mensch dieser Welt nie zur Wahrheit gelangen, die vor uns verborgen liegt; es gibt keine Möglichkeit, sie alleine herauszufinden. Alle Seelen werden entsprechend der Kette angeordnet: AHAP des Höheren steigt in GE des Unteren hinab, und nur durch das Anheften an die Ehemaligen können wir fortschreiten.

Deswegen beginnt das ägyptische Exil, wenn der Schüler seinen Lehrer abweist, was eine natürliche Entwicklung ist, die er durchleben muss. Zuerst merkt er gar nicht, was überhaupt passiert und dass er vom Weg abkommt. Er denkt, dass er alles richtig macht: Er entwickelt sich, versteht und fühlt immer mehr und kann seine eigenen Entscheidungen treffen und beurteilen, weiß, welche Schritte er tut.

Mit anderen Worten: Er hat eine Meinung über alles, was auf dem „einfachen Verstand“ basiert und „Logik“, während er vergisst, dass alles gut ist und gut nur in Bezug auf seinen persönlichen Egoismus und nicht in Bezug auf den „Lehrer, die Bücher und die Gruppe“ ist, wo man immer auf den Weg „Glaube über Verstand“ voranschreiten sollte.

Es heißt, dass sie Josef nicht länger fühlten (den inneren Gerechten), d.h. dass ein Mensch nicht länger den Punkt in seinem Herzen wahrnimmt, welcher vorher in ihm mit Entwicklung verknüpft war, dem spirituellen Weg und dem Geben in einem bestimmten Grad. Und er durchtrennt die Seile mit spirituellem Voranschreiten vollständig, da er nichts zum Anlehnen hat, wenn der Lehrer, der seinen Weg bestimmte, weg ist.

Ein Mensch denkt, dass er sich weiter entwickelt, während ihn diese Entwicklung nur tiefer in den Bund treibt, den er noch entdecken wird. Es gibt nichts, was wir tun können; es sind alles notwendige Stufen, die man durchleben muss.

Aus dem ersten Teil der täglichen Kabbala Lektion vom 20.04.2011, Baal HaSulams Brief 10

Entfremdumg bedeutet Abstieg, Vereinigung bedeutet Aufstieg

Weltkongress WE!, New Jersey, Lektion 8

Shamati, Artikel 34 „Der Vorteil des Landes liegt in allem“: …Somit verweist ihn jeder Zustand auf den ihm entgegengesetzten spirituellen Zustand, und deswegen gibt dem Menschen jeder Sturz, den er als Entfernung vom Schöpfer, von der Einigung mit den anderen, und in ihnen von der Einigung mit dem Schöpfer, wahrnimmt, die Gelegenheit, zwischen diesen gegensätzlichen Zuständen zu unterscheiden.

Aus den Fällen (Stürzen) soll also der Mensch das Verständnis des Nutzens an einem Aufstieg, an einer Annäherung erhalten. Anders hätte der Mensch keine Möglichkeit, die Wichtigkeit dessen einzuschätzen, dass man ihn von Oben näher bringt und ihm Aufstiege gewährt. Wie es geschrieben steht: Der Vorzug des Lichts – aus dem Dunkeln.

Denn die Einigung unter uns, das Verstehen der Einigung als Verstehen des Schöpfers, der Höheren Kraft, können wir nur anhand unserer Entfremdung einschätzen.

Wir müssen uns bemühen und die richtigen Interpretationen finden: die Entfremdung zwischen uns bedeutet Abstieg, die Einigung zwischen uns bedeutet dagegen Aufstieg, bis wir in der Entfremdung, d.h. im Abstieg die Abwesenheit des Lichtes und in der Einigung, d.h. im Aufstieg die Anwesenheit des Höheren Lichtes, des Lichtes des Gebens und der Liebe empfinden.

Wir müssen jederzeit die spirituellen Eigenschaften, die spirituellen Begriffe für uns richtig interpretieren. Dann werden wir uns langsam an sie gewöhnen und beginnen, in diesen uns heute abscheulichen Worten – Einigung, Liebe, Annährung – die höchsten spirituellen Werte zu sehen.

Das heißt nur dann kann er die Nähe zum Schöpfer schätzen und hochhalten, mithilfe welcher man die Güte und den Genuss erreichen kann, die im Schöpfungsplan eingeschlossen sind, welcher Seinen Willen darstellt, den Geschöpfen Genuss zu schenken.

Auszug aus der 8. Lektion des WE! Kongresses in New Jersey, 03.04.2011

Jeden Augenblick über den vorangegangenen setzen

In jedem Zustand des Aufstiegs muss man sich unverzüglich den Zustand des Abstiegs vorstellen. Denn wenn du das kannst, bedeutet es, dass du dich im Aufstieg bereits länger als einen Augenblick befindest. Länger braucht man aber nicht!

Du hast diesen Eindruck bereits bekommen, hast die „Aufzeichnung“ (Reshimo) gemacht, und wenn du sie fortsetzt, beginnst du diesen Zustand egoistisch zu genießen. Du steuerst ihn also nicht mehr, fasst ihn nicht zusammen, richtest ihn nicht korrekt aus, wie es der Fall war, als du ihn angetreten bist – du beginnst ihn einfach zu genießen und ihn in Richtung deines Egoismus zu lenken.

Wenn der Zustand des Aufstiegs länger als einen Augenblick dauert und du es verstanden hast und nicht vorhast, etwas hinzuzufügen, dann muss er als Abstieg verbucht werden. In der Spiritualität ist es so, dass, wenn du nichts hinzufügst, sondern in der gleichen Zeit, im gleichen Augenblick, auf der gleichen Höhe bleibst, du dich in eine Null verwandelst. In der Spiritualität zählt nur die Beschleunigung und nicht die Geschwindigkeit.

Und die Spiritualität befindet sich in der Gruppe – dort, wo die Einheit erreicht wird, denn innerhalb unserer Einheit enthüllen wir den Schöpfer. Wir müssen uns also ständig in Bezug auf diese Einheit prüfen. Wenn ich in die Gruppe den Eindruck von ihrer Wichtigkeit neben der eigenen Nichtigkeit in Bezug auf sie, auf die Wichtigkeit des Ziels, der spirituellen Arbeit, des Schöpfers, der sich in unserer Einheit enthüllt, hineinbringe, dann bewege ich mich in die richtige Richtung.

Nehmen wir an, ich habe Anstrengungen in diese Richtung unternommen und konnte eine gewisse Erkenntnis in Bezug auf die Spiritualität, die Eigenschaft des Gebens, erlangen, habe etwas empfunden und in meinem momentanen Zustand verstanden. Ich kann aber nicht länger als einen Augenblick in diesem Zustand verweilen, nachdem ich ihn in der Empfindung und im Verstand erfasst habe. Denn im nächsten Augenblick werde ich bereits damit beginnen, für mich selbst zu genießen – dadurch, dass ich verstanden und empfunden, dass ich etwas erreicht habe! Das alles wird bereits auf egoistische Art und Weise geschehen.

Aus diesem Grund muss man gleich im nächsten Augenblick das Verlangen seinerseits hinzufügen – nach etwas größerem suchen! Doch wo soll man ein solches Verlangen hernehmen, ständig nach mehr zu streben, um nicht entsprechend seinem Verlangen zu genießen abzusteigen, indem man sich Verzögerung und Erholung gönnt und Genuss aus dem Erreichten zieht?

Rabash schreibt, dass, wenn der Mensch sich im Zustand des Aufstiegs sieht, er unverzüglich damit beginnen soll, nach dessen Erklärung in den Büchern und Artikeln zu suchen, mit diesem neuen, von ihm gerade erreichten Verlangen dort hineindringen und diesen Zustand immer tiefer ergründen. Er macht es, um das zusätzliche Verlangen von dort zu erhalten, welches ihm erlauben würde, weiter aufzusteigen.

Denn wenn wir nicht aufsteigen, fallen wir! Es ist nicht möglich, einen „ebenen Weg“ entlang zu kriechen, in der Spiritualität gibt es so etwas nicht. Wie geschrieben steht: „Kein Augenblick ähnelt einem anderen!“ Ich muss es auf diese Weise tun, damit der nächste Augenblick höher als der vorangegangene liegt.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 12.05.2011

Unser vierstöckiges Zuhause

Wenn wir gerade mit dem Kabbala-Studium begonnen haben, glauben wir, dass es leicht verlaufen und uns ständig eine unglaubliche Begeisterung schenken wird, die der Mensch für gewöhnlich am Anfang empfindet.

Doch später kommt die Zeit, wenn man bereits in die Tiefe gehen muss, in die Tiefe des eigenen Egoismus, und dann werden wir mit unangenehmen Empfindungen konfrontiert.

Der Körper will das alles nicht besonders gern: morgens zum Unterricht aufstehen, studieren, auf Erholung verzichten, sich Gedanken machen, sich weit von der Spiritualität entfernt sehen, spüren, dass man keine Verbindung mit den anderen möchte und nicht an das Geben denkt, sondern nur das Empfangen versteht.

Auf diese Weise beginnen wir, die „Grube“ wahrzunehmen, die in unserem Herzen gegraben wird. Ferner hängt alles davon ab, inwieweit es uns gelingt, uns in das eigene Ego zu vertiefen – mit Hilfe der Umgebung, weil man es alleine unmöglich schaffen kann. Und selbst wenn es unangenehm ist und der Egoismus leidet, wird der Mensch dazu bereit sein, zu enthüllen, wie sehr er dem Geben entgegengesetzt ist, weil er keine einzige Eigenschaft davon besitzt. Und aus seiner Verzweiflung, aus diesen Abstiegen und dem Verlust der Begeisterung entsteht sein Vorankommen.

Das heißt, die Grundlage, auf der das spirituelle Gebäude aufgebaut wird, ist nicht gerade angenehm. Es ist ein leeres „Loch“, das im Herzen ausgegraben wurde, es ist ein Hineingraben in die „Erde“, in das eigene Verlangen, in die Dunkelheit, in die Erkenntnis des eigenen Egoismus und der Gegensätzlichkeit zum Geben. Und nur derjenige, der dazu in der Lage ist, das auszuhalten, und bereit ist, methodisch zu arbeiten, indem er die Umgebung für sich erschafft, die bereit ist, ihn zu unterstützen, wird Kraft erhalten und keine Angst haben, immer tiefer in sich hinein zu graben und auf diese Weise voranzukommen.

Dann wird er einen Grundstein legen, auf dem er sein Gebäude errichten kann, d.h. durch die Gruppe nach dem Licht verlangen, das zur Quelle zurückführt und dieses Gebäude errichtet. Je tiefer er hineingräbt, desto höher wird das Gebäude sein. Denn es steht geschrieben: „Der Schöpfer hat das Eine gegenüber dem Anderen erschaffen“

Wir beginnen mit einem „Nullzustand“ und steigen zunächst eine Stufe tiefer, anschließend können wir die gleiche Stufe höher steigen. Wir steigen zwei Stufen tiefer – und steigen genauso viele Stufen höher. Auf diese Weise laufen wir alle Stufen durch: 0-1-2-3-4 und erreichen das Ende der Korrektur, indem wir vier „Exile“ und vier „Erlösungen“ durchlaufen.

Heute haben wir den letzten Zustand des Exils erreicht, deshalb haben wir die letzte, endgültige Erlösung vor uns.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 13.05.2011