Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Verbindung'

Immer mit mir – Teil 12

 

Aufkeimender Zweifel  

Plötzlich wurde mir klar, dass es auch eine andere Art von Studium gibt. Nicht rational, nicht so wissenschaftlich, nicht wie ich es gewohnt war. Obwohl ich weiterhin bei Hillel studierte, konnte ich von diesem Moment an nicht mehr, wie bisher, in das Studium der Texte eintauchen, um Geschriebenes zu verstehen, um zu wissen, zu lernen und zu genießen, was ich gelernt hatte.

RABASH „ruinierte“ mein Vergnügen. Er säte Zweifel in mir, die sich zu einem einzigen aufdringlichen Gedanken kristallisierte: “Ich will in das zu untersuchende Material eindringen”.

 

[# 242379]

Fortsetzung folgt…

Immer mit mir – Teil 11

 

Hat er mich verlassen?!  

Ich war verletzt und wütend auf RABASH, die Tatsache, dass ich nichts verstand… Nun, ich wusste nicht, was man hätte tun können. Ich fing gerade erst an. Hat er mich deshalb verlassen?! Er hatte ein Feuer in mir entzündet und ließ mich plötzlich allein, verbrennen. Er hat mich verlassen. Wie konnte er nur?!

Erst danach wurde mir klar, was RABASH mir antat. Er hatte mich getestet, überprüft, ob ich empört bin. Würde ich nach einer Möglichkeit suchen, nichts mehr zu verstehen, oder würde ich das Wissen bevorzugen, wo mein „Ich“ unverletzt blieb? Im Grunde genommen wollte er herausfinden, ob ich der Mühe überhaupt wert war. War ich reif für Schmerzen, für eine echte Suche, für Wachstum, sollte man in mich die Kraft investieren oder nicht?

Damals war ich empört, heute sehe ich, wie alles von ihm genau geplant war. Der Höhere bringt immer den Unteren zur Welt. Der Untere kann sich selbst nicht zur Welt bringen. RABASH prüfte, ob ich bereit war mich zu ändern. Würde er mich erwecken wie ein weinendes Baby, vielleicht ohne zu verstehen, was ich brauche, einfach, weil ich mich schlecht fühle? Er wollte ein unbewusstes Gebet von mir. Er wollte, dass ich ihn zwinge, sich um mich zu kümmern.

Und so war es auch. Ich hatte RABASH noch nicht „getroffen“, aber die Tatsache, dass er mich „weggestoßen“ hat, brachte mich zu dem großen Wunsch, zu ihm, durchzudringen.

RABASH sah alles, fühlte und schwieg.

 

[# 242374]

Fortsetzung folgt…

Immer mit mir – Teil 9

 

Hillel zündet an

 

Am nächsten Tag kam ich mit einem Tonbandgerät. Wir begannen zu lernen.

Etwa zwei Monate später, als die erste Begeisterung vorbei war und ich verstehen konnte, was vor sich ging, zog ich meine wichtigste Schlussfolgerung. Ich bin auf dem richtigen Weg, mit dem richtigen Lehrer. Ich hatte keine Angst mehr Fragen zu stellen und ich stellte die richtigen Fragen. Ich fragte nach dem Verhalten der höheren Kraft gegenüber uns, über den Plan der Schöpfung und seine Verwirklichung in uns. Hillel bewältigte alle Fragen. Nun verschärfte ich sie.

Ich wollte ihn überhaupt nicht verwirren, und ich wollte nicht den Ablauf der Lektion stören, aber ich wollte jedes Mal mehr und mehr klären. Ich war so durstig nach dieser Wissenschaft wie nach nichts anderem im Leben.

Er hat meine Neugier immer mehr angespornt. Er antwortete ohne zu überlegen, als ob er wusste, welche Frage ich stelle.

Er hat konkrete, einfache Erklärungen gegeben, wie in der Mechanik. Es gibt Licht, es gibt ein Gefäß, sie interagieren miteinander. Plötzlich stellte sich heraus, dass es möglich war, absolut alles zu erklären.

Wir begannen, die Lehre von Zehn Sefirot zu studieren. Er offenbarte uns das System der Welten, er führte uns von einer Kraft zur  anderen, er war reich an genauen, ausgezeichneten Kenntnissen und er konnte es gut vermitteln.

[# 242293]

Fortsetzung folgt…

Immer mit mir – Teil 7

 

Schock

 

Wir saßen in einem leeren Raum im Haus. Es war dunkel, der Donner rumpelte wieder, Blitze funkelten, der Winter erwies sich als stürmisch, doch hier war es warm und gemütlich. Nun, wo wollten wir noch hin?! Wir begannen zu lernen.

Normalerweise beginnen wir mit „Einführung in die Wissenschaft der Kabbala“ sagte Hillel.

Ich dachte: „Dabei kann ich ihn testen”. Wir haben diese Einführung studiert. Ich wusste damals nicht, dass das „Lernen“ in der Kabbala nicht dasselbe ist wie in der Physik und Mathematik. Das Wissen spielt hier keine Rolle. Das Verständnis davon kommt später. Während ich mir selbst sicher war und mich darauf vorbereitete, Hillel zu testen, saß er vor uns, krank, müde und wischt sich seine tränenreichen Augen mit einem Taschentuch ab,er seufzte.

Ich sah ihn an, und ich dachte nicht einmal im Traum daran was gleich passiert. Er begann den ersten Satz aus der Einführung in die Wissenschaft der Kabbala zu lesen und zu erklären…

– Rabbiner Hanania ben Akashiya sagte, “las er“. Der Schöpfer wollte Israel ehren… Im Hebräischen ist das Wort „ehren“ dem Wort „Reinigung“ ähnlich. Dies warf zwei Fragen auf:

  1. a) Was ist das Privileg, das der Schöpfer uns gewähren möchte?
  2. b) Was ist das für eine „Unreinheit“, von der Er uns säubern will?

Hillel hebt seine tränenreiche Augen auf uns und fragt nach Baal Sulam:

– Also, wovon will er uns befreien?

Er wartet nicht auf unsere Antwort und beginnt zu erklären.

Diesen Moment vergesse ich nie. Plötzlich fühlte ich mich, als wäre ich buchstäblich an den Stuhl gefesselt. Ich zitterte. Ich sah ihn an und konnte meine Augen nicht von ihm ablenken. Noch nie in meinem Leben hatte ich eine so klare, präzise und wissenschaftliche Erklärung gehört. Vor mir stand kein kranker, alter Mann, sondern ein Kämpfer mit Schild und Schwert in der Hand. Das war kein müder, niemandem bekannter Lehrer, sondern ein Großer Weiser. Die Welt hat so einen noch nie gesehen.

Er erklärte die kompliziertesten Dinge, „Quantenphysik, höhere Mathematik“ der spirituellen Welt, aber in einer sehr einfachen Form, mit genauen Definitionen, einfach und klar. Er offenbarte uns den großen Baal HaSulam. Er drehte uns den Verstand um.

Wie fühlte ich mich damals? Nun, wie fühlt es sich an, den schrecklichen Schmerz, das große Leiden, die tödliche Krankheit loszuwerden, wenn bei Ihnen bereits diagnostiziert wird: “unheilbar!” Doch plötzlich stellte sich heraus, dass es eine Heilung gibt, und du wirst dich definitiv erholen.

All meine Fragen: „Wofür ich?“, „Warum ich?“, „Woher komme ich?“, „Wer bin ich?“, alle meine persönlichen Fragen, die mich verletzt haben und globale Fragen gleichzeitig: „Wofür ist die Welt da?“, „und das ganze Universum?“ – alles klärte sich plötzlich auf, es stellte sich heraus, dass sie eng miteinander verbunden sind, und es gibt Antworten auf sie. Ich verstand – „Ich habe es gefunden! Hier ist es echt! Lass es bloß nicht los!“

Und vor allem fühlte ich mich, als wäre ich zu Hause. Dass mein Weg voller Verzweiflung und ohne Ausweg, mit Leere und Depression, dass er hier in diesem Haus, am Rande von Bnei-Brak, endet.

[# 242091]

Fortsetzung folgt…

Immer mit mir – Teil 6

Ich bekomme eine Chance

Als wir dort ankamen, sahen wir wieder den alten Mann, der eindeutig das Sagen hatte. 

Damals war ich zu unerfahren, um es zu wissen. Auf diese Weise kann einem Menschen das Augenlicht, das Gehör und der Verstand genommen werden. Wenn Sie nicht erkennen, wer vor Ihnen steht, und Sie bereit sind, aufzugeben und zu gehen. Aber nein, irgendetwas hält Sie davon ab und gibt Ihnen die Chance, durchzuhalten.

Und ich hatte diese Chance bekommen.

Der erste Haken war, dass ich an der Wand des Gebäudes ein Schild mit der Aufschrift „ARI-Ashlag“ bemerkte. Ich hatte das Schild am Abend zuvor übersehen. Ich wusste, dass der ARI ein großer Kabbalist aus dem 16. Jahrhundert war. Chaim und ich hatten versucht, seinen Baum des Lebens zu lesen. Ich wusste auch über Rav Ashlag (Baal HaSulam) Bescheid, da ich sein Werk Das Studium der Zehn Sefirot gelesen hatte, das alles andere als einfach war. Wir hatten auch sein Vorwort zur Weisheit der Kabbala studiert und dachten sogar, wir hätten etwas verstanden. Und als ich den Wegweiser sah, war ich beruhigt: „ARI-Ashlag“ bedeutete, dass es sich wirklich um Kabbala handelte. 

Wir gingen hinein, RABASH begrüßte einen der alten Männer und nannte ihn Hillel. Er rief nach ihm, wie man nach einem Kind rufen würde.

„Komm, Hillel. Lernen Sie mit ihnen.”

Hillel war zu diesem Zeitpunkt etwa 65 Jahre alt. Er war ein kränklicher alter Mann mit tränenden Augen, einem blassen Gesicht und bewegte sich kaum. Und dieser Mann wird uns unterrichten? dachte ich bei mir.

Später erfuhr ich, dass Hillel der Nachkomme einer berühmten chassidischen Familie war. Er hätte das Oberhaupt einer Dynastie sein können, aber nachdem er in seiner Jugend RABASH kennengelernt hatte, unterhielten sich die beiden über innere Arbeit, und Hillel erkannte plötzlich, dass RABASH Dinge wusste, von denen er keine Ahnung hatte. Die Begegnung ließ ihn so erschüttert und von RABASHs Weisheit inspiriert zurück, dass er alles stehen und liegen ließ und sich bis ans Ende seiner Tage an ihn klammerte.

All dies würde ich erst später über Hillel erfahren. Damals war ich allerdings sehr skeptisch, dass ich von ihm etwas lernen konnte. Ich sah verstohlen zur Tür und überlegte, wie ich mich davonschleichen konnte… Aber ich blieb. Ich blieb dank RABASH. Es war die Art, wie er sich bewegte. Mühelos, wie niemand sonst, den ich je kennengelernt habe. Er gestikulierte in unsere Richtung, dann nickte er mir zu und blickte mich an; und das war alles, was nötig war. Ich beschloss, doch nicht sofort abzuhauen.

Erst jetzt wird mir klar, dass RABASH bereits damals alles über mich wusste.

[# 242008]

Fortsetzung folgt

Medien gedeihen in einer zunehmend egoistischen Gesellschaft” (KabNet)

Treten wir einen Schritt zurück, um die weltweite menschliche Gesellschaft für einen Augenblick als einen gemeinsamen menschlichen Körper zu betrachten, was sehen wir dann? Wir würden ein kaum funktionierendes Immunsystem sehen und zerfallende Organe, die eigentlich einen ganzheitlichen und gesunden Körper formen sollten.

Probleme auf persönlicher, sozialer und globaler Ebene nehmen stetig zu, und statt zahlloser Bemühungen, mit diesen Problemen wie Depressionen, Stress, Einsamkeit, Leere, Angstzuständen, Fremdenfeindlichkeit, Drogenmissbrauch und Selbstmorden bis hin zur Gleichstellung  der Einkommen, Armut, Klimawandel und Naturkatastrophen umzugehen, liegt alldem eine umfassendere tiefere Ebene zugrunde, die Aufmerksamkeit erfordert.

“Was ist diese tiefere Ebene? Es ist nichts anderes, als das menschliche Ego, das heißt die  aufgeblasene Selbstliebe und Selbstsucht in jedem Organ, die zur Degeneration des gesamten Organismus führt.”

Das menschliche Ego hat in letzter Zeit einen Wachstumsschub durchgemacht und Rekordwerte erreicht: Es hat sich selbst von allen bisher akzeptierten Normen, von Recht und Ordnung losgelöst und übergeht auf grausame Art gängige Strukturen.

Wer kann dem Ego widerstehen, wenn es stolz seine Brust aufbläst? Welches Gesetz kann es blockieren, welcher Faktor es abschrecken? 

Die Medien in einer egoistischen Gesellschaft

Das Ego hat eine starke Unterstützung: die Medien.

Heutzutage genießen die Medien, insbesondere die sozialen Medien, weitreichenden Einfluss und Macht, den sie so noch nie zuvor hatten. Zu jedem Zeitpunkt kann die öffentliche Meinung in die eine oder die andere Richtung gelenkt werden. Mit ausreichend Geld können Werbeflächen, gesponserte Posts und andere Medien gekauft und so alles, was man will, dem menschlichen Auge vorgegaukelt werden. 

Geld kann Ruhm kaufen und Ruhm überwältigt alles. Tag für Tag wäscht eins das andere, bis alle nach und nach geschwächt sind und aufgeben und das Gewahrsein aller Organe – der Polizei, Anwälte, Erzieher, Richter, Machthaber und der Bevölkerung – den Medien erliegt. Tagein, tagaus steigert sich die Krankheit des Körpers; während die Fürsorge für andere Menschen nachlässt, erhöht sich der Hass auf andere Menschen, und der Krebs frisst sich durch den Körper der menschlichen Gesellschaft  und wuchert bis zum Tode des Körpers.

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Familie und Ehe, Teil 9

Wer trägt in der Familie die Verantwortung?

Frage: Wer sollte in der Familie die Verantwortung übernehmen?

Antwort: Die Mitte zwischen Mann und Frau sollte der Verantwortliche sein, derjenige, der sich an den Schöpfer gewandt hat. Mann und Frau und der Schöpfer ist zwischen ihnen, und Er trägt die Verantwortung.

Frage: Und wer sollte die Verantwortung übernehmen bevor er sich offenbart?

Antwort: Wie können Sie entscheiden, wer die Verantwortung trägt? Warum sollte es überhaupt einen Verantwortlichen geben? Der Fokus sollte auf Verbindung, Kooperation, Vereinigung und gegenseitige Einbeziehung gelegt werden.

Wir müssen einen Zustand erreichen, in dem wir alles ohne Worte verstehen, uns gegenseitig unterstützen und geistig kommunizieren. Wir brauchen überhaupt nicht reden, da die Frau ihrem Mann normalerweise Vorwürfe macht: „Du redest nie mit mir.“ Der Mann ist es gewohnt, etwas mehr zu schweigen, und die Frau spricht im Allgemeinen mehr.

Aber in Wahrheit ist es die beste Voraussetzung wenn sie überhaupt keine Kommunikation benötigen auch nicht durch Berührung. Sie nehmen sich beide als einen Organismus wahr.

Und so fühle ich meinen Partner, meine Kinder und meine Familie. Deshalb heißt es: „Die Frau eines Mannes, wie sein Körper.“ Es ist möglich sich auf diese Weise gegenseitig zu spüren.

Frage: Um den Schöpfer wirklich zu offenbaren, muss man also einen Fremden als eine Person fühlen, die einem am nächsten ist?

Antwort: Ja. Denn es ist unmöglich nur mit Hilfe der Familie, eine Verbindung mit dem Schöpfer zu erreichen.

Frage: Es ist also möglich, aber diese Verbindung wird nur gering sein?

Antwort: Ich kann es mir nicht einmal vorstellen. Es ist sehr schwierig. Ein Mensch braucht einen gesunden Egoismus, der ihn „aus sich selbst heraus führt“.

Er braucht denselben inneren Egoismus, wenn er sich seine Familie oder einige andere Menschen als ihm nahestehend vorstellt, so dass es einen Unterschied zwischen den einen und den anderen, äußeren und inneren, geben wird.

Und dann kann er sich orientieren, in sich selbst alle möglichen Formen der Kommunikation mit anderen aufbauen und so vorankommen.

[254148]

Aus KabTV „Grundlagen der Kabbala“, 1.1.19

Immer mit mir – Teil 4

 Das höhere Skript lesen

Wir folgten seinen Anweisungen und tatsächlich entdeckten wir nach einigen hundert Metern einen Orangenhain. Und dann, im Schatten der Orangenbäume, ein Haus.

Alle Fenster waren dunkel. Nur aus einem fiel schwaches Licht. Wir hielten an, stiegen aus dem Auto aus und gingen in das Gebäude. Es war völlig dunkel bis auf einen kleinen Raum am Ende des Flurs. Wir traten ein und sahen fünf oder sechs alte Männer um einen Tisch herum sitzen und studieren.

Gleich an der Türschwelle fragte ich: „Studieren Sie hier Kabbala?“ Der alte Mann am Kopfende des Tisches antwortete leicht und lässig: „Ja, setzen Sie sich.“ Wir setzten uns an den Tisch.

Sie lasen aus dem Buch Sohar. Der aramäische Text stand oben, der hebräische unten, und sie erklärten ihn auf Jiddisch. Mein Hebräisch war passabel. Ich konnte lesen und mich verständigen, aber Aramäisch und Jiddisch… Das war zu viel.

Ich war kurz davor, aufzustehen und woanders weiterzusuchen. Ich war ungeduldig und es war mir egal, was andere von mir denken würden. Aber Chaim hielt mich zurück. Er war es gewohnt, in einem religiösen Umfeld zu studieren und respektierte daher „den Weisen und die Schüler des Weisen“. Er stoppte mich mit einer Geste und sagte: „Setz dich!“

Also blieben wir bis zum Ende der Unterrichtsstunde. Ich dachte mir, dass ihr Hebräisch mir genauso fremd war wie Aramäisch und Jiddisch. Ich konnte es kaum erwarten, so schnell wie möglich von dort zu verschwinden. Doch dann wandte sich der alte Mann plötzlich an uns und fragte.

„Was wollen Sie?“

„Wir kommen aus Rehovot. Wir suchen einen Ort, um Kabbala zu studieren.“

Ich weiß noch, wie ich diese Worte sagte. „Wir suchen einen Ort“ statt „wir wollen studieren“, denn ich war mir sicher, dass dies nicht der richtige Ort war.

„Ich werde einen solchen Ort für Sie einrichten. Hinterlassen Sie mir Ihre Telefonnummer. Ich werde es organisieren und Ihnen Bescheid geben“, sagte der alte Mann.

Ich denke unzählige Male an diesen Abend zurück. Es war die Art göttlicher Vorsehung, die man nie erwartet. Ich war bereit, von dort wegzulaufen. Dennoch wurde ich aufgehalten. Welche Freude!

[# 241896]

Fortsetzung folgt…

Familie und Ehe, Teil 8

Sich jedem nahe fühlen

Frage: Ist es möglich, dass wir die Familie nur dafür benötigen, um das richtige Geben zu lernen? Es ist zwar immer noch egoistisches Geben, aber zumindest kann ich mir die richtige Handlungsweise vorstellen.

Antwort: Ja, so etwas ist möglich. Immerhin demonstriert die Familie die Tatsache, wenn sich ein Mensch anderen so nahe fühlt, dass ich bereit bin ihn wie mich selbst zu betrachten.

Das ganze Problem ist es also sich jedem nahe zu fühlen. Das ist die Methode der Kabbala. Das höhere Licht erschafft eine solche Fähigkeit in uns.

Bemerkung: Sie sagten, dass es fünf Arten von Wünschen in uns gibt. Es stellt sich also heraus, dass ich einen Teil meiner Wünsche außerhalb von mir wahrnehme und sie als fremde empfinde. Einen anderen Teil meiner Wünsche sehe ich als meine eigenen und sorge mich daher um ihre Erfüllung.

Mein Kommentar: Die ganze Welt, alles was ich sehen kann, sind meine Wünsche. Ich sehe mich selbst in mir.

Frage: Aber ich sehe einen Teil außerhalb und einen Teil innerhalb von mir?

Antwort: Ja. Nur die Wünsche, die außerhalb von mir sind, sind wie fremde, aber sie sind für mich die Wichtigsten.

Frage: Wo befindet sich hier die Familie?

Antwort: Die Familie befindet sich in der Mitte, an der Grenze zwischen dem „Ich“ und der Außenwelt. Sie ist ein Übergangsglied vom Verständnis der Außenwelt als das eigene Selbst.

[254129]

Aus KabTV „Grundlagen der Kabbala“, 1.1.19

Immer mit mir – Teil 3

Ein Engel an der Ampel

Wir fuhren nach Bnei Brak und hielten an einer Ampel mitten in der Stadt an, völlig ratlos, wohin wir fahren sollten. Eine einsame Gestalt in schwarzer religiöser Kleidung stand dort im Licht, als würde sie auf uns warten. Ich öffnete das Fenster und rief durch den Regen.

„Entschuldigen Sie! Wo studiert man denn hier Kabbala?“

Vor vierzig Jahren genügte es, das Wort „Kabbala“ auszusprechen, damit die Leute zurückschreckten, als wäre man ein Aussätziger. Doch dieser Mann sah mich ruhig an und antwortete. „Biegen Sie hier links ab und fahren Sie geradeaus, bis Sie einen Obstgarten mit einem Haus gegenüber sehen. Dort studieren sie die Kabbala.“

Als ich diese Geschichte RABASH erzählte, sagte er, dass dieser Mann ein Engel gewesen sei. Auf diese Weise wird ein Mensch an den richtigen Ort gebracht. Eine bestimmte Kraft nimmt dich mit, dreht dich um und führt dich an einen Ort, an dem du die Antwort auf all deine Fragen findest. Wenn man sich also anstrengt, wird man auch erfolgreich sein.

[# 241801]

Fortsetzung folgt…